Ausgabe 
21.8.1908 Erstes Blatt
 
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aus Darmstadt. Die Photographie im Dienste derl Heimatpflege, Vortrag deS Herrn Sanitätsrat Dr. Maurer auS Darmstadt. Besprechung über Gartenbau- anlagen und Blumenschmuckanlagen an Häusern in Landorten. Besprechung über die Stellung der Kreis- und Gemeindeverwaltungen zur ländlichen Wohl- sahrtSpflege. Geschäftsbericht, Rechnung über daS ab- gelaufene und Voranschlag für das neue Vereinsjahr. Neu­wahl von Vorstandsmitgliedern. Nach der Versammlung m im Sprudel-Hotel gemeinschaftliches Essen vorgesehen und im Anschluß hieran Besichtigung der neuen Badcanlagen und Besuch der KurhauSterrasse. Mitglieder sowie Freunde der > Vereinsbestrebungen sind willkommen.

** Wegen Herrschens der Maul- und Klauen­seuche in Ober-und Niederbayern sind alle von dort | kommenden, in das Grvßherzogturn cingeführten Viehtransporte einer 7 tägigen Quarantäne zu unterwerfen. Das Ministerium des Innern hat die Einfuhr von Klauenvieh aus der zurzeit noch wegen Maul- und Klauenseuche gesperrten Schweiz unter der Bedingung gestattet, daß die cinzuführenden Tiere aus einem von der äeuche nachweislich freien Kanton stammen, daß sie nach ihrer Ankunft alsbald in besonderer Stallung einer 7 tägigen Quarantäne unterlvorsen werden und daß sie sowohl beim Aus-

I laden aus dem Eisenbahnwagen, als nach Ablauf der Quarantäne butd) den beamteten Velerinärarzt auf Kosten des Besitzers unter-

Grctzener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am SamStag den 22. August: Ziemlich trüb. Nachts Regen. Strichweise Gewitter. Etwas tii!)lci.

silchi werden.

" Kolosseum. Gleich nachdem der .Gieß. Anz.' seine Sammlung für die Donaueschinger Abgebrannten er­öffnete, wurde au8 Kreisen der KolosieumSbesucher der Wunsch nach einer Wohltätigkeitsvorstellung laut. Die Direktion gibt heute abend diesen Wünschen statt und wird den vollen Reinertrag der heutigen Vorstellung der Sammelstelle des .Gieß. Anz.* überweisen. Da das Programm, daS von morgen ab wegen der Eröffnung des Frankfurter KoloffetrmS wieder einige kleine Aenderungen erfährt, diesmal außer- I gewöhnlich reichhaltig ist, wird hoffentlich daS Publikuni durch zahlreichen Besuch den Reinertrag recht hoch gestalten.

X Lollar, 20. Aug. Eine nette Ueberraschung bot sich einem hiesigen Schuhmachermeister, der mit seiner Ehe- fron eine kleine Reise unternommen hatte, bei seiner Rück- fünft zu Hause dar. Während seiner Abwesenheit war eine fremde, von aiiswärtS stammende, in den hiesigen Arbeiter. Wohnhäusern seßhafte Frau gekommen und hatte 7 Paar Schuhe gefordert. Sie hatte jedoch sogleich betont, sie mit nach Hause nehmen zu müssen, um sie dort anzuprobieren. | Das Geld würde sie noch am gleichen Abende herunter- senden. Die noch junge Tochter des HauseS übergab arglos dem fremden Weibe daS Gewünschte. Der Abend verstrich, ohne daß das Geld eingegangen war. Am anderen Tage bot sich dann eine schöne Ueberraschung dar; die Familie war früh morgenS in Friedelhausen in die Bahn gestiegen und hatte sich samt den erschwindelten Schuhen aus dem Staube gemacht. Bei der gestern abend abgehaltenen Versteigerung der bekannten früheren Gastwirtschaft ,Zum ßörocn' wurde das Haus vom Mchgermeister Hch. Moos

daß der eingestürzte Teil schlecht abgespießt war.

X. Offenbach, 20. Aug. Der heutigen Stadt- Verordnetensitzung lag ein Antrag vor, der sich mit dem Schutze der Koalitionsfreiheit der Angestellten und Arbeiter zu besaffen hatte. Der soziale Ausschuß der verbündeten Vereine kaufmännischer und technischer Angestellten | Offenbachs hatte sich, veranlaßt durch daS Vorgehen der! bayerischen Metallindustriellen gegen die Koalitionsfreiheit, mit einer Eingabe an die Stadtverordneten-Versammlung ge­wandt, um zu veranlaffen, daß die Stadt Offenbach wie andere Städte ebenfalls gegen den bezeichneten Anschlag Stellung nehme. Die betreffende Eingabe wurde in der letzten ! Stadtverordneten-Versammlung dem Ausschuß für Arbeiter- wesen übergeben, der der heutigen Sitzung folgende Ent­schließung unterbreitete: ,Die Stadtverordneten wollen be- schließen, daß Unternehmer, die ihre Angestellten oder Arbeiter zum Verzicht auf die gesetzlich verbürgte Koalitionsfreiheit I nötigen, künftighin von Lieferungen und Arbeiten für die Stadt

vom Lustschiffwesen.

Zeppelin als Großunternehmer.

Bei einer am Mittwoch abgehaltenen Versammlung in Friedrichshafen ist es gelungen, die Privateigentümer ru bewegen, ihre Grundstücke zu dem von Zeppelin ge­botenen Gesamtpreise herzugeben. Somit wird die große Luftschiffbauuntcrnehmung Friedrichshafen erhalten bleiben.

Von Motorluftschiffen.

Am Donnerstag früh fliegen das Militär-Luftschisf des Majors Groß und der Parseval-Ballon vom Tegeler Schießplatz auf und blieben etwa 2 Stunden in der Lust. In dem Ballon der Luftschifferabteilung hatte, rote auch am Mittwoch, wieder der Herzog Ernst von Sachsen- Altenburg Platz genommen. Gegen 11t/, Uhr mittags stieg derParseval" ein zweites Mal auf mit Haupt­mann v. Kehler am Steuer, und nahm die Richtung nach dem Grünewald; er landete glatt nach halbstündigem Ma- ! növrieren. Die Fahrten dienen der Ausbildung des Per­sonals und sollen den Mitgliedern des Aeroklubs Gelegen­heit zur Ballonbenutzung geben.

DerParsival" unternahm Donnerstag abend einen dritten Aufstieg. Er fuhr bis Hermsdorf.

Zn Paris unternahm das neue Luftschiff des Inge- nieurs Malacot am Donnerstag seinen ersten Flugver­such. Der neue Ballon ist eine Kombination von Luftschiff und Aeroplan. Die Versuchsfahrt in einer Höhe von 50 Meter dauerte etwa eine Stunde. Die Geschwindigkeit betrug 45 Kilometer.

Spenden für Zeppelin.

Die Sammlung des Gießener Anzeigers:

Bisher quittiert Mi. 2719.40. M. D. 2, L. W. 2/ Ehr. Sch. in O. 3, W. 5, V. ft. 3, yiiaminen Mark 2734.40.

Griginal-Drahtmeloungen.

Cron berg, 21. Aug. Ter Kaiser unternahm um /,10 Uhr mit seiner Familie einen Ausflug im Automobil nach dem Feldberg.

Stuttgart, 21. Aug. Herzog Albrecht oonWurttem- b e r g hat für Donaueschingen 1000 Mk. gespendet.

Senftenberg, 21. Aug. Bei einer Spazierfahrt stürzte das Automobil des Bergrats Ritter o. Gutmann eine zwei Meter hohe Straßenböschung ab. Gutmann und dessen Frau er­litten schwere Verletzungen; das Automobil ging in Trümmer.

P aris, 21. Aug. In Finanzkreisen wird behauptet, daß die Emission der neue n russischen Anleihe im Oktober erfolgen solle. Sie wird ca. 1000 Millionen Francs betragen zu einem Zinsfuß von 47, Proz.

Paris, 21. Aug. In einem Wagen des von ChalonS kommenden Zuges wurde m Epernay die ungarische Schulreiterin Gräfin d'Orbey mit 2 Schußwunden tot aufgenmden.

Petersburg, 21. Aug. Tas Gouvernement Baku wurde [für choleraverseucht erklärt.

Oonauefd)ingen.

Die Sammlung des Gießener Anzeigers: Bisher quittiert Mark 515.32. M. D. 2, L. W. 2, H. Sch. 1,

W. 5, 7. ft. 3, zusammen Mk. 528.32.

Vermischtes.

* Die Berliner Polizei und derHauptmann" von Stöbe nid. Vom Berliner Polizeipräsidium wurde dem Hauptmann" von Käpenick, Schustermeisler Wilhelm Voigt, das weitere Auftrteten im Passage-Theater untersagt. Während er ankündigen ließ, daß er im Passage-Theater zu Gunsten der Opser von Donaueschingen Ansichtskarten mit seinem Bilde verkaufen wollte, hatte er sich eine tägliche Gage von mehreren 100 Mark kontraktlich gesichert. Er hielt eine Rede, in welcher er dem Kaiser für die Begnadigung seinen Dank aussprach und einen Hymnus auf die Berliner hielt, die ihn begeistert bewillkommnet hätten. Der Zudrang des Publi­kums war geradezu unljcintlid). Da kam das polizeiliche Verbot. Es ist ein wahres Verdienst der Berliner Polizei, dem unerhörten Zuchthäusler-Iiummel mit raschem Entschluß energisch ein recht­zeitiges Ende bereitet zu haben. Hoffentlich werden sich alle deutschen Polizeibehörden diese vernünftige Verfügung zum Muster nehmen. . ,. .. _

* Eine überaus scheußliche Mordtat, ine die Haare i zu. Berge steigen macht und allen Glauben an die Menschheit zu Schanden zu machen imstande ist, die wir indes vorläufig nod) für die grausige Erfindung eines üblen Zeitungsreporters halten möchten, meldetEtoile beige" aus Longwy an der sranzösisch- luxemburgischen Grenze. Ein deutscher Zollbeamter wurde mit seiner jungen Frau im Walde von drei Italienern angefallen. Einer schlug die Frau mit einem Faustschlag nieder. Die beiden andern banden den Ehemann an einen Baum. Darauf verge­waltigten die drei die Frau, schnitten ihr den Leib auf, rissen ein Stint) aus dem Mutierleibe und warfen es dem Vater vor die Füße. Dieser wurde angesichts der grausigen Tat wahn­sinnig. Zn diesem Zustand entbedten Vorübergehende den Unglücklichen und die Leichen der Frau und des Kindes. Die drei Italiener wurden verhaftet.

Kleine Tageschronik.

In Genf verhaftete die Polizei den Schneider Alfred von' Jansen, der den Kurgast Ensheimer aus Köln am Glaswaldsee I bei Griesbach im Sck)warzwald ermordete. Man sand bei dem, «Mörder Lupe, Brieftasche' und Uhr des ermordeten Fabrikanten-, Ter Slommanbant bes Truppenübungsplatzes Sennein West­falen teilt mit, daß bei Kavallerieübungen zwei Mann durch Sturz g et ötet worden sind. Neun Pferde stürzten und I mußten getötet werden.

Der Mannheimer Bankdirektor Dr. Hermann Forster hat eine Tour auf das Nebelhorn im bayerischen Kallgebrrge unternommen und wird vermißt. Rettungsexpeditwnen haben aber feinr Spur von ihm gesunden.

auSgeschloffen werden.' Dieser Antrag fand nicht die Billigung der Mehrheit der Stadtverordneten-Versammlung, auch die Verwaltung war dagegen, da sich Unzuträglichkeiten bei der Annahme bcS Antrages ergeben könnten. ES wurde ein An­trag angenommen, in dem eS heißt, daß die Stadtverordneten- Versammlung eS entschieden mißbilligt, wenn. Unternehmer ihre Arbeiter oder Angestellten zum Verzicht auf die gesetzlich verbürgte Koalitionsfreiheit nötigen. Ter Verwaltung ist bann freie Hand gegeben, nach diesem Gesichtspunkte bei der Arbeits­vergebung zu handeln. AuS der Mitte der Stadtverord- neten-Versammlung wurde noch angeregt, gegen den Plan einer Reichs - E l ektrizit ätSsteuer rechtzeitig Stellung zu nehmen. Tie Anregung wurde dem VerfaffungSauSschuffe überwiesen.

sj Marburg, 20. Ang. Ende dieses Monats wird der Kreis Marburg von Truppenteilen der Großh. Hess. Division, die sich zu den in den Kreisen Biedenkopf und Wittgenstein stattfindenden Manövern begeben, stark nut Einquartierung belegt.

* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. J.i R o t t e n b e r g, Bezirksamt Alzenau, I ist der lljähnge Sohn deS Landwirts Konrao H u f g a r d an Genickstarre schwer erkrankt.

" Zu den Landtagswahlen. Aus Grünberg wird uns geschrieben: .Die Notiz in Ihrem geschätzten Blatte vom Dienstag scheint etwas verfrüht zu sein, da vor­läufig an eine gemeinsame Vertrau en sm an ner- Ve rsa mmlung deS Bundes der Landwirte und der deutsch- sozialen Partei, die Landtagswahlen betreffend, noch nicht gedacht werden kann." Die .Liberale Vereinigung für Michelstadt und Umgebung' stellte den Bauunternehmer Joh. Jak. Rein als Landtagskandidaten auf. Rem erklärte sich zur Annahme der Kandidatur bereit. Wie man ver­sichert, wird auch der bisherige Abgeordnete Lang (nalliv.)

SräSs

ut unterrichteter Cer c Reform der Bram :n unbearbeitet: Gir , das allerdings info;$ lt erhalten hat, die r abtveicht, und foban n-Steuer mit eine be, wobei verschiede sind. Tie Rcgiem- Vorlage geneigt zu sm iir leichter durchs l. Eine weitere tt- orlage ist die Reich-' ! M in Reserve; ig bewilligten W

hier zum Preise von Mk. 14 000 erworben.

Q Großen-Linden, 21. Aug. Für den am 22. August stattfindenden Weihe-Akt der wieder hergestellten Kirche ist nachfolgendes Programm festgelegt: Die Feierlich­keit beginnt vormittags 10»/. Uhr. Vor dem Kirchenportale Gemeindlegesang mit Posaunenbegleitung, Uedergabe des Kirchenschlüffels und Einzug in die Kirche. Zu Anfang des Gottesdienstes spielt der Posaunenchor, darauf folgt Gesang deS Kirchenchores, dann Weihehandlung des Herrn Super-1 intenbenten der Provinz Oberhessen, Glockengcläute und Gebet, Gemeindegesang, Predigt beS Ortsgeistlichen, Kirchenchor unb Gemeindegesang, Schlußgebet unb Segen. Die NachmittagS- feier beginnt um 4 Uhr. Dieselbe wirb eröffnet mit einem Orgclprälubium, Chorgesang bes Gesangvereins Germania unb Gemeinbegesang. Darauf folgt eine Ansprache bes Geist­lichen, Chorgesang bes Gesangvereins Harmonie, Gemembe- gesang unb Segen. Um 2 Uhr finbet Festessen in bet Turn­halle statt. Der Zutritt zu bem Gottesbienst während bes Wciheaktes ist nur solchen Personen gestattet, bie im Besitze eines besonberen Einlabungsausweises sinb.

wh. Großen-Linden, 20. Aug. Heute nachmittag traf an Iben Vorsitzenden des Kirck/envorstanbes Pfarrer Schulte folgendes Telegramm ein:

S- K. Hoheit der Großherzog bdauert, zur Kirchen-1 einweihung am 22. August nicht erscheinen zu können, da S. K- Hoheit diese Feier nickst ohne bie Frau Großherzogin, die zur Zeit durch Reisen verhindert ist, besuchen möchte. Dagegen beabsichtigen Großherzog und Großherzogm un kommenden Früh­jahr einen Besuch des Gotteshauses, zu beben Einweihung beide Herrschaften ihre besten Wünsche senden.

Hofmarschall Baron Ungern Sternberg.

Der Inhalt des Telegramms war bald wie ein Lauffeuer un ganzen Ort bekannt, überall bildeten sich kleine Gruppen von | Personen, bie sich bedauernd über das Fernbleiben des Groß-! herzoglichen Paares bei der Einweihung unserer altehrwürdigen Kirche aussprachen. Ihr Erscheinen zugesagt haben Minister I Braun, Geheimrat von Biegeleben und Oberkonsistorial- präsident Nebel. Die Vorbereitungen zu der Einweihungs-Feier sind im vollen Gange. Unser Ort ivirb sich am SamAag in einem Festgewande zeigen, wie nie zuvor- Haben wir doch dies­mal den Vorzug, zwei Feste unmittelbar hintereinander Tetern zu können, beim auf die Einweihung unseres Gotteshauses mit ^amstag folgt am Sonntag ein Turnfest- Die Zurüstung für die runter des Gaues Hessen, die die diesjährige G a u t u r _n ] a b r t ötet* I her macken, werden eifrig gefördert- Schon gestern sah man an der Turnhalle den Festplatz entstehen.

fc. Griedel, 20. Aug. Aus bem hiesigen Hofgut brach ein Kuhstall, ber ausgebessert würbe, in einer Länge von 25 Meter mit furchtbarem Getöse in Trümmer. Verletzt würbe niemanb. Die Ursache bes Zusammenbruchs soll sein,

genommen. ____________________________________

Aus Sta&t und Land.

Gießen, 21. August 1908. I

Der Kaiser in Mainz.

Auch biesrnal wieder vollzog sich, wie gestern schon berichtet I t.mrbe, die Truppe nschau vor dem Kaiser bei äußerst günstigem Wetter. Schon am Tage vorher war, wie man uns aus Main^ I jchreibt, ein gewaltiger Andrang von Fremden bemerkbar, der sich I leutc früh noch bedeutend steigerte. Die Straßen, durch die ber I Kaiser kam, waren prachtvoll geschmückt und der^ D^rtschhaus-I 2ilatz in das reinste Blumenmeer verwandelt- S. K. H. derl Großherzog traf am Morgen um 6 Uhr von Bayreuth aus I »in, in seiner Begleitung befand sich Adjutant Rittmeister von I <Hassenbach Die Großherzogin und der Erbgroßhcrzog kamen »m 10 Uhr an- Auch waren Prinz und Prinzessin Friedrich Start von Hessen, die Kronprinzessin von Griechenland und ihre Leiden Söhne anwesend- Auf Einladung des Kaisers war and) ier Privatsekretär des Königs von England, Colonel Davidson ous Bad Homburg v- d. H. erschienen. Punkt 8 Uhr erschien der I Isis erliche ©onberjug am Bahnwärter haus 39- '^CTo^a^c.r I grüßte die Anwesenden mit einem lauten:Guten Morgen!" I <ir begrüßte den Großherzog und die Kronprinzessin von Griechen­land durch Kuß und Handschlag, bann den Prinzen Ernst von Macksten - Weimar und den Landgrafen Chlodwig von Hesten- ^hilippstal- Den Prinzen Georg von Griechenland küßte er I rtuf die Wange und seinen Schwager, den Prinzen Friedncki 2tar( von Hessen, auf die den Zügel halteiide li;iie Hand- Sodann jeftieg der ftüifcr den Fuchs Nettelbcck und ritt auf den Saiid- Die zum Schulexerzieren aufgestellten Dragoner (23.) grüßte er :ndt lautem:Guten Morgen, Dragoner-" Um 8V1 Uhr war las Sclmlererzieren zu Ende- Die Gefechtsübung, zu der General­leutnant Sckioltz die Aufgabe gestellt hatte, dauerte bis 10 Ufa- A-übret der blauen Armee war Generalniajor von ^utzkind, Führer, der roten Armee Dbcrft von Conta (Regt- 80). Sodann folgte die Parade- Der Kaiser ritt die Fronten ab und nahm mit bem Rücken nadi der Bruchspitze zu Aufstellung- Generalleutnant von >5chvlv leitete die IBarttbe. ®a$ Jlaff 3nf.-lRegt 87 eröffnete den Parademarsch), dann folgten die 80., 81, 115., 116., 117 , llnterossizierschule Biebrich, Feld-Artill- 9h:. 27, Pionier-Batl. .'it- 21 und die Dragoner Nr. 6 und 23.

Als ber Kaiser kurz nach 12 Uhr an der Spitze ber Fahneii- lompagnie in Mainz einritt, läuteten alle Glocken- Oberbürger- mcifter Dr. Göttelmann empfing den Sttiifer im Vestibül des -ck iosses, nachdem der Kaiser das Einbringen der Fahnen ab­genommen hatte. Nach bem Frühstück erfolgte um 3 Uhr die sib- leise des Staisers im Automobil, die des Großherzoglichen Paares etwas später-

Von sehr gefdjäbter ©eite wird uns noch mitgeteUt: S. M der Kaiser führte bei der Parade sein hessisches Regiment Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 zweimal vor. Er sprach sich außerordentlich lobend über die vortreffliche Haltung des Regiments aus- xer Leibkompagnie sprach er seine besondere Anerkennung für ihre gute Älsießleistung aus unb er betonte, es freue ihn besonbers, I daß gerade diese Sivmpagnie den Schießpreis bekommen habe, xtc Leibkompagnie bildete beim Einzug in Mainz auch die Fahnen- kompagnis und das von jedem 9Jcann getragene I

kouipagnie und das von jedem Mann getragene -L-chietzabzeicheu, I das in Mainz -um erstenmal gesehen war, erregte viel Jup I sehen. Folgende Ordensauszeick)nungen wurden innerhalb bey Regiments verliehen: Oberst von Müller erhielt den Rotenl Adlerorden 3. Klasse mit ber Schleife, Oberstleutnant von Linde- i u i ft den Kronenorden 3. Klasse, Hauptmann K o t 11 cha u den I Roten Adlerorden 4. Sblasse unb Oberleutnant Schwendy, der als Ordonnanzofsisier S M. des Kaisers konunandiert war den Kronenordeu 4. Klasse. Die Verpflegung des Regiments, das um 4 Uhr 20 Min- in Sbastel wieder verladen wurde, stellte wahrend des Mainzer Aufenthaltes das Jnfairterie-Regiment Nr- 11«.

Cronberg, 20. Aug. Der Kaiser unternahm bald nach seinem Eintreffen auf Schloß Friedrichshos einen Spaziergang durch den '^arf Um fünf Uhr wurde im engsten Familienkreis der Tee eingenommen- Zur Abendtafel um acht Uhr waren geladen Prinz Ernst von Sachsen-Weimar, kommandierende General des 18- Armeekorps v. Eichhorn, und Gemahlin, Regre- rungsprasident v- Meister und Gemahlin, s^mne besten Mutter, F-rau Marie Meister, Herr unb b-rau VE Mth, Freifrau von Flotow, J-rau v- Grunelius, Hauptmann Ahlers und bte OsMiere ber nxad)I)abenben Kompagnie des 1- kurhessischen Jnsanterie-Regi- ments Nr- 81.

Zlusland.

Abstimmung über die Kongovorlaae. Die Ilelgischc Kammer nahm geftern den Zusatzantrag und hierauf llen Gesetzentwurf betreffend die Uebernahme des Stongo» ^ciatcs durch Belgien mit 83 Stimmen gegen 55 Stimmen üci neun Stimmenthaltungen au. Hierauf wurde das gc- siamte Kolonialgesetz mit 90 Stimmen gegen 48 Stim­men bei sieben Stimmenthaltungen in zweiter Lesung an»

DerdeutscheBotschasterin London, Graf Wolff-1 Metternich, ist zum Besuche des Reichskanzlers in Nor­derney eingetroffen.

Adelsverleihung. Wie derReichsanz." amtlich witteilt, ist dem Hüttenbcsitzer und Herrenhausmitgliede Richard BopeliusdererblicheAdel verliehen worden.

Aus der Sozialdemokratie. Nach Reden des! Landtagsabgeordneten Segitz und des Redakteurs tzisner j nahm die in Fürth abgehaltene sozialdemokratische Boll- n.-rfanunlung einstimmig eine Resolution an, welche die . ustimmung der sozialdemokratischen Landtagsfraktion zum liayrischen Budget vollauf billigt. Ter ehemalige Pri- watdozent Dr. Leo Arons ist von allen seinen Aem- i rn in der sozialdemokratischen Partei zurückgetreten und nird auch keinerlei Kandidatur mehr annehmen. Sein Rück- 1 ritt von den Parteiämtern soll auf Gesundheitsrücksichten üirückzuführen fein.

Zur Nacheiferung. TieVoss. Zra." meldet aus Loburg: Tie Stadtverordneten beschlossen, den Kr ieas- ueilnehmern mit einem Einkommen bis zu 1200 Mark 1 0 Prozent der Kommunalsteuern zu erlassen.

abermals kandidieren. h .

-DerHessische Verein für ländliche £eimaI* pflege, Wohlfahrt- und Kunstpflege t)alt axn Mittwoch, 2. September, vormittags ll1^ Uhr un ^vrten- saale bes .Sprubel-HotelS", Kurstraße 13/15, zu -vao» N anheim seine bicSjadrige Hauptversammlung av, zu der, außer ben üblichen Ansprachen folgenbc-ragesorbnung festgesetzt ist: Verbesserung der ländlichen Bau­weise, Vortrag des Herrn Geh. Baurat Profepor Walde

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nen tf)cnULQUtn EM MM tb(üroer die Bittet fehlen |üir^ Sri? ue gebührende Ste.L," auf fommuna'-: ^uhrage hätten ei t Önnb, bic Gesahrm V. 2 °bzuwehren, dax j m die unhaltbarer und ' dlese F-rage von ry W Ae Zukunjl it

Cr;iehung sicher iuendet sch zum 9- luclche den katholuL. 't geschleudert habe, k M solchen Verein! ; lujiorb.Tung, dicWW - rlatholiken Deutschler- bem angestammten öi n Angriffen aus dM tiösen lleberzeugung u Leus, das sind die M lincgchalten werden, fc Vaterland- Atholija eten für unsere Welir n Abend- (Stürmifife llliche Versammlung i Mitivirkung des Tüii . iSmtrott! und Rhei Mine statt.

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