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Der Erde kaum entwunden Kehr'n wir zur Erde zurück. Wenn so die Glocken hallen. Geht es mir durch den Sinn, Daß wir noch alle wallen. Zur ewigen Heimat hin. Glücklich, wer alle Zeit Der Erde sich entringet Und Heimatlieder singet Von jener Seligkeit.
Ein junger. Ihnen erst zwei Tage lang bekannter Vetter wagt es Sie zu bitten, bei Lesung dieser Zeilen sich seiner zu erinnern. F. W. Nietzsche.
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Weines Feuilleton.
* Die Bücherei des Kai sers- Vor einiger Zeit hat sich der Kaiser für seine Bibliothek mehrere neue „Ex-Lrbrrs" unfertigen lassen- Das Interesse, das der Kaiser seiner Bücherei eUgegenbringt, geht sck)vn daraus hervor, daß er für jede Abteilung ein eigenes „Ex-Libris" bestimmte- Drc Bücherei, die eine ungeheuere Ausdehnung hat, wurde vom Kaiser selbst in folgende fünf 'JCbteilungcn g.'teilt: 1- Die militärischen Schriften; L die marinetechnischen Schwiften (diese beiden Abteilungen haben b»n tveiciius größten Umfang): 3. die Schriften über Altertums- Liubc; 4. Architektur; 5. Schöne Litteralur. Diese letzte Älb- L.ilung umfaßt die Litteralur aller Länder und ist reich an srltenen Originalen und Erstdrucken, Handschriften und fast un- cussindbaren Werken der Dichter des Mittelalters- Früher bei atz der Kaiser nur ein „Ex-Libris", das von Professor EmU Doepler L- I. entworfen war und alle Bücher der kaiserlichen Bchlwthek d-sMÜckte- Jetzt hat sich der Kaiser sünf neue Ex-Libris angc- schisst, die teils v o m Ka is er se l b st, teils von Berliner Knnft- ern entworfen sind- Naturgemäß nehmen diese aus das öücherfach Bezug, für das sie bestimmt sind- Das „Ex-Lrorrs" ür die Kriegswissenschaften zum Beispiel stellt einen Strieger in voller Rüstung dar, der sich an einen Folianten, wie an euren Schild anlehnt. Das „Ex-Lchris" für die marinetechnische, Ab- eilinig der Bücherei zeigt ein modernes Kriegsschiff, das aus <see er Mifgehendcn Sonne cntgegensährt- Alle weisen in der oberen echten Ecke das Wappen mit dem Adler auf- -sie sind tn Kuplerdrück gehalten- Auch die Kaiserin ließ sich für ihre Bibliothek in „Ex-Libris" anfertigen, benutzt es aber nicht, loeil in_ ber 'Ritte des Blattes eine kriegerische Jungsrau in voller Rüstung irit Schwert und Schild dargestellt ist, was sür die Bucher der üriserin, die ausschließlich Humanitären Inhalts sind. Nicht patzt-
— Ein unbekanntes Ge dicht Friedrich Ni e tz - ch e ’S. Der Ascher Lokal Historiker Karl Alberti verossentlicht m bisher unbekanntes Gedicht von Friedrich Nietzsche, das dieser m Sommer 1863 als 19 jähriger Student in Asch in Bohm^i verfaßt hat. N. hatte in Asch nahe Verwandte, bei denen er sich, :on Plauen über Bad Elster zu Fuß kommend, in dem^erwahnten Zahrc zwei Tage zu Besuch aufhielt, um dann feine Ferienwanderung nach Franzensbad und ins Fickstelgebirge sortzuietzen. Damals schrieb Nietzsche der Tochter des Bürgerschuldir^tors Äeorg Stoß, der heute rwch in Asch lebenden Schuldirekw^witwe .Eaura Schmidt, folgende Verse als Widmung ins ötammbud) :
Das müde Abendläuten,
Hallet über das Feld;
Das wül mir recht bedeuten. Daß doch auf dieser Welt Heimat und Heimatsglück Wohl keiner je gefunden., —
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irt oder später gesucht Kilbioger, Leller^.
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iverden Ausführungen d^ ganzen „Ringes" gegeben-
— Das Einkommen der Schauspieler- Wie statistisch sestgelegt wurde, ist das Durchschnittseinkommen der Prvvinzschauspieler niedriger als das eines Stvatzenarbeiters- Beiläufig 50 Prozent beziehen einen Jahresverdienst von unter 1500 Mark, wettere 40 Pwzent eine Gage von unter 3000 Mk- und nur 10 Prozent können mit mehr als 3000 Mk. pro Jahr rechnen. Darf ich, so erzählt 25 Birree, ein Beispiel aus meiner eigenen Lausbahn anführen, das typisch ist für tausend ähnliche: Im Jahre 1893 (und die Verhältnisse haben sich seit jener Zeit nicht etwa gebessert, wenn man die enorme Steigerung aller Lebensbedingungen ins 2(uge faßt) bezog ich als erster jugendlicher Kvmiker am Hoftheatcr in Neustrelitz 150 Mk- nwnatlich; die Spielzeit dauerte sechs Monate, also erhielt ich 900 Mk-, hiervon gingen fünf "Prozent für die Vermittlung des Agenten ab, blieben 845 Aiark- Für drei Sommermonate war ich am llnrontheater in Hannover ebenfalls für ausgesprochen erstes Fach engagiert und hatte nach Abzug der 2lgentengebühr 100 Mk- monatlich, für die Spielzeit also 300 Mk- Mein Jahreseinkommen betrug mithin 1145 Mk-! Hiervon mußte ich zwei Reisen von Neustrelitz nach Hannover und zurück beftreiten, mit dem gesamten Gepäck, mußte sür notwendige Bühnengarderobe, Schmink, Perücken und allo
Frau Laura Schmidt erzählt, sie wisse sich noch lebhaft daran . erinnern, wie damals der junge Student, angeregt durch das Abendläuten, die oben angeführten Verse aus dem Stegreif in ganz kurzer Zeit vor ihren Augen niederschrieb.
— Frankfurter Oper- Man schreibt aus Frankfurt am Main: Für die beginnende Saison ruft, t sich unsere Oper schon jetzt, um interessante Novitäten und Neueinstudierungen vorzubereiten. Besonders interessieren Goldnuvcks neue Oper „Ein Wintermärchen" ; ferner die erste deutsche Ausführuna von Raoul midio-Hymne gilt heute den Türken als veraltert, als £ieb desDespo- nischen Werkes „La Boheme"- Außerdem steht die Intendanz mit Rich Strauß in Unterhandlung, um dessen „Elektra" möglichst gleich nach der Dresdener Uraufführung bringen zu können- Am 3. und 7. Oktober gastiert C a r n s o. Zwischendurch
I Hand sonstiges „Handweriszeug" ein Erkleckliches ausgeben und — was die Hauptsache war — mußte die drei engagementslosen Monate April, Mai und September von jenem kargen Verdienst leben!
— Eineliterarische Mosaikarbeit. Im „Strand Magazin", einer englischen Zeitschrift, ist kürzlich eine seltsame Novelle erschenen, die sich allerdings weniger als ein wertvolles literarisches Werk darstellt, denn als eine mühevolle Spielerei. Der Verfasser hat feine Novelle derart oersertigt, daß er aus 50 9lomancn buännret Schriftsteller verschiedene Stellen aneinanderreibte, an denen nur die Namen der Helden geändert sind. Die Redaktion des Blattes, das gleichzeitig die Bilder der benutzten Autoren mitten in den ihnen entlehnten Zeilen beifügt, fordert seine Leser auf, das Kunststück einmal selbst zu versuchen, dabei aber jeden Schriftsteller höchstens zweimal zu benutzen. Anscheinend verfüg: die Zettschrift über viele müßige Leser, die nach einem Laiigeweilscheucher verlangen, denn mehr als eine Spielerei ist das ganze dock) nicht — und wir glauben, daß mindestens die Hälfte aller literarischen Werke im breitesten. Sinne des Wortes Alosaikarbeit ist, wenn cs der Vcrsasser auch aus guten Gründen verheimlicht.
— Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft.
gewandt und übersichtlich stilisiert ivaren, noch ein paar Offiziöse Kommentare nachgeschickt werden mußten, war man dojchf gezwungen, anzunehmeu, daß der Regierung des Fürsten Bulow der ganze Handel rechtschaffen unbequem sei: daß sie die Aufbauschung der oppositionellen Schriftstellerei des Husumer Bürgermeisters zur cause celöbre für taktisch wenig klug halte und nur die Gelegenheit herbei- schne. mit einem blauen Auge sich aus der Affäre zu ziehen. Nie die Dinge liegen, schien das auch das einzig Gescheite; denn sich Ehre einzulcgen, war bei der Geschichte für die Regierung keine Möglichkeit. In die langsam verglimmende Erregung platzt — ein neuer Schürer des Brandes — nun tiefe Nachricht von dem skurrilen und an sich höchst unnützen Vorgehen gegen die Frankfurter Zeitungs-Redaktion. Äas will man denn eigentlich? Steuert man partout darauf | hinaus, Herrn Dr. Schücking als Bürgermeister zu dis- qualifizieren? Soll er um jeden Preis für unwürdig er- I klärt werden, innerhalb der schwarz-weißen Grenzpfähle das E Amt eines mittelbaren Staatsbeamten zu bekleiden? Und
der Beratung der zur sozialen Frage cingclaufencn Anträge zu- Der Generalsekretär des Dvlksvcreins sür das fatholuny Deutschland, Reichstagsabg. Dr. Pierer (M-Gladbachj begründete einen Antrag, der angesichts der nwchsenden Bedeutung d r ^arii- d er träge für den fojuilcit Frieden, die soziale Gerechtigkeit und Versöhnung die gesttzlick)« Regelung des TarifivescnS irn Interesse der gewerblichen Freiheit und Ordnung und Gerechtigkeit und der öffentlichen Wohlfahrt ajd dringend notwendig bezeichnet wird- Ter Antrag, der die Einrichttmg von Taris- und Einigungsämtern als Mittel empfiehlt, nm die Mitglieder der erwerbstätigen Stände vor gcioerblidyr Vergewaltigung und hinter- brüchnig zu schützen, die ucrbecrcnben und erbitternden Streifs und Aussperrungen zu verhindern und die soziale Gerechtigkeit im modernen Wirtsck-astsleben zu sörderu, wurde einstimmig angenommen, ebenso ein Antrag, der die wirksame Unterstützung der katholischen Arbeitervereine forderte- — Ferner stimmte der Katholikentag einem Antrag auf enveitcrie soziale Betätigung der deutschen Katholiken und einem solchen auf Unterstütz u n g nndPflegedeS Mittelstandes zu- Der Antrag empfiehlt die Notwendigkeit der Erziehung des Mittelstandes zu den Grundsätzen von Treu und Glauben und die Belehrung der Mitglieder des Kaufmanns und Handwerksstandes in d.-r energischen Bekämpfung des unlauteren Wettbelverds und schließlich die Pflege der Selbsthilfe- — Ebenso wurde einem Antrag auf erweiterte Wohn ungs für sorge zugestimmt, die als eine der dringendsten Stulturaufgabe bezeichnet wird, und als eine Pflicht katholischer Lebensbetätigung, durch eine umfangreidje Vermehrung der Wo Innungen, und deren Verbesserung dem Arbeiter- und Hanbwerker- stande zu helfen- — Ein weiterer Antrag betraf die Unterstützung der kommunalen Sozialpolitik- Er erflärt es für dringend notwendig, daß die deutschen Katholiken angesichts der Entwicklung des Wirtschaftslebens und der infolacbeffen stetig wachsenden Ausgaben in Stadt- und Land-Gemeinden auf dem Gebiete der Verwaltung, dec Schulpflege, der Armenpflege und Wohltätigkeit, der Wirtschafts- und Sozialpolitik sowie ber Btl- bung und Erziehung, der Mitarbeit an ber sozialen Fürsorge ber Gemeinden sich mit dem gleichen Interesse ivibmcn, wie sie dies bisher schon in heirvorragcndem Maße bei der Mitwirkung an der sozialen Fürsorge des Staates betätigt hätten- Dieser Antrag wurde ebenfalls angenommen, desgleichen ein solcher, der die Unterstützung der k a t h o 1 i s ch e it S t a n d c s v e r e i n e betraf- Dieser zollt holte Anerkennung der raschen (Snhvicflung und inneren Erstarkung der katholisck>en Standesveveine, die sich in religiös-sittlicher Belehrung, in der Förderung der allgemeinen und fachlickten Bildung unb in der wirlscktastlichen und sozialen Schulung ihrer Mitglieder in reichem Maße bewährt hätten- Die deutschen Katl-oliken werden durch den Antrag aufgesordert, an der weiteren Förderung dieser Vereine, die bereits eine halbe Million Mitglieder zählten, unermüdlich mitzuwirken. — Eine Reihe weiterer Anträge, die ebenfalls angenommen wurden, betraf u- a. auch die Unterstützung des katholischen Frauenbundes-
Für den nächsten deutschen Katholikentag lagen Einladungen: aus M ü nft er i- W. und Aach c n vor. Es wurde jedoch geltend gemacht, daß durch die abermalige Abhaltung eines Katholikentages in den Düsseldorf benachbarten Städten eine ungerechte Bevorzugung der Rheinprovinz erfolgen würde- Man müsse audj wieder einmal in Süddeutschtand cber im Osten einen Katholikentag abhalten. Es wurde schließlich beschlossen, diese Anträge dem Vorstände zur Erledigung zu überweisen, der seinerseits einen Ort aussuchen soll, in dem Die nächstjährige K'atholikenversarnm- lung ftattfindet-
Bei der heutigen Männerwallsahrt nach Kaiserswerth hielt Kardinal-Erzbisck-oj von Köln Dr- Fischer eine bemerkenswerte Rede an die Gläubigen, die weit über den Rahmen des Gotteshauses, in Dem sie gehalten wurde, Aufsehen erregen wird- Er erinnerte zunächst daran, daß die Wallfahrer vor den Reliquien des Heiligen Suitbertus ständen, die aus dem Chore vor dem Altäre der Kirche in einem prachtvollxn Schreine ruhen- Suitbertus hat in Kaiserswerth seine letzten Lebensjahre zugebracht. Er predigte, so führte der Kardinal ans, den heiligen Glauben auf dem unten Ufer des Rheins- Es war der heilige
Zeitung": sie schreibt: „Zu den Artikeln in dem heutigen Morgenblatt der „Franks. Ztg." über den Fall Schütting ist festzustellen, daß von einer Vernehmung des Redakteurs der Zeitung und von einem Zeugniszwangsverfahren gegen ihn in der Disziplinarsache gegen Schücking dem M i n t st e r des Innern in der Tat nichts bekannt ist und >aß dieses Vorgehen ohne sein Wissen und Wollen eingeleitet worden ist. Das Verfahren führt, worauf wiederholt hinzuwefien ist, die Regierungsinstanz selbständig. Es kann sich daher nur um ein Er- üchen des Unterfuchungskommissars an das Amtsgericht Frankfurt a. M. handeln. "
Gestern sind in der Schücking-Afsäre zwei Magistrats- Mitglieder (Senatoren) und vier Stadtverordnete vernommen worden. Tie übrigen werden noch vernommen iverden. Gestern fanden Vernehmungen int Landratsamte zu Tandem statt. Es verlautet, daß die Vernehmungen sich auf die Frage bezogen, inwieweit Schücking sich in Magistratsund Kommissionssitzungen int Sinne seiner Schriften agitatorisch betätigte. In der gleichen Angelegenheit soll auch der Schulinspeitor, Pastor Rienau-Hufuin verhört werden. Trotzdem sind die Zeitungsmeldungen über die Amtsdispensation des Bürgermeisters Schütting in seiner Diszipli- narsachc und über Bemühungen der Regierung um einen Nachfolger für ihn, wie dem Wölfischen Bureau von maßgebender Stelle bestätigt wird, tendenziöse Erfindungen.
glaubt man diesen Staat wie den mit Recht so beliebten racher de bronze stabiliert zu haben, wenn das hohe Ziel wirklich gelang?
Mr haben uns redlich Mühe gegeben, uns die Ge- t.ankengänge zurechtzulegen, die die über uns Regierenden in diesem Fall geleitet haben könnten. Aber wir gestehen i itit tiefer Kümmernis: es ist uns nicht gelungen. Wir i .hen nur, wie um eine Omelette (mehr sind im Verhältnis ,2jitm Ganzen die despektierlichen Aeußerungen des Herrn r. Schücking über Korpsstudenten und konservatives Farteircgiment nicht) ein ungeheurer Lärm verursacht wird; 1 ic mir nichts dir nichts Leute vor den Kopf gestoßen werden, die den besten Willen zu zeigen begannen, aus der Negation den Ausweg zur Bejahung zu finden. Daß dadurch Staat und Reich genützt wird, bestreiten wir. Daß die Politik des Fürsten Bülow gefördert wird, möchten wir bezweifeln. Ueberhaupt: wie steht denn der nur zu dem ganzen Handel? Und wenn er ihn, wie wir anzunehmen geneigt sind, nicht billigt: wie dürfen die Nachgeordneten denn "nur so frank und frei darauf losverfügen und ihm das ganze mühselig genug zustande gekommene Konzept berrücken? \
Interessant ist nun eine Erklärung der „Nordd. Allg.
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Das Zeugnirzwangrverfahren im Sali Schücking.
Zn ber unerquicklichen Angelegenheit, die man den ^Full Schücking" zu nennen sich gewöhnt hat, ist eine neue Hase zu verzeichnen. Der verantwortliche Redakteur der Franks. Ztg." ist vor den Richter zitiert worden und hat ahm Auskunft geben sollen über den Autor eines am 21. Juli irn seinem Blatt erschienenen Artikels. Ob den — es han- Lelte sich um eine erste informierende Darstellung jener Affäre — Bürgermeister Schücking versaßt habe oder fein 2ruder, der Marburger Professor, hat der vernehmende Stichler gefragt. Und als, wie zu envarten stand, die Auskunft veriveigert wurde, ward der Redakteur erstmalig mit ?iner Pön von 50 Mark belegt. Es soll in diesem Zusammenhang über die harte Unbill des Zeugniszwanges ceirt Wort verloren werden: das Thema ist in Rede unb Schrift nachgerabe ausgiebig erörtert; ist aber diesmal gar nicht das eigentlich Essentielle. Das ist allein und ausschließlich das neue Ungeschick in der Behandlung der von Anbeginn ungeschickt angejxtckten Angelegenheit des Husumer Bürgermetsters. Nach den beiden Darlegungen in ber „Nordd. Allg. Ztg.", denen, tveil sie nicht übermäßig
Wie aus München gemeldet wird, wurde für das Deutsche Reich ein von Ingenieur F-ritz Gchre erfundener Explosivstoff angenommen, mit dem dort am 18. August stundenlange Versuche in Gegenwart der Artillerie-Prüfungskommission in Berlin, des bayerischen Kricgsministeriums, der Feldzeugmeisterei, der Inspektion des Jngenieurkorps urrd der Festungen unb Marine angestellt wurden- Die Proben waren, wie behauptet wird, von sensationellem Erfolg begküct und erweckten das Erstaunen oer Vertreter der militärischen Behörden — Wien soll ein neues „Volks- schauspielhaus" erhalten, dessen Vorbild und Muster das Berliner Schillertheater ist- Es wird 2000 Personen fassen und Eintrittspreise erheben, deren Durchschnitt 1 Krone 20 Heller beträgt. Im Herbst 1909 soll es eröffnet werben. — Nach denr Depeschenbureau Herold ist Ludwig Fulda auf seiner Besitzung, in Süd-Tttol nicht unbedenklich erkrankt. Zu chronischem Herz-! leiden habe sich Neurose gesellt, die dem Kranken große Schmerzen, verursache. Das W. T. B. aber weiß bereits zu melden, daß Fulda sich gänzlich erholt hat unb sich wieder der besten Ge- sundhett erfreut. Er verließ am Donnerstag seine Villa am* Karersee und reifte zu seiner Braut. Die Vermählung findet in den nächsten Tagen statt. — Die Radium-Mutung t nt Erzgebirge nimmt lebhaften Fortgang. Professor Schäffner von der Berg-Akademie in Freiberg untersucht auch bie Gewässer im Warmbad Wolkenstein. Ein Bericht des sächsischen Staats- minifteriums über das bisherige ErgMis ber Forschungen ist iff zwei Wochen zu erwarten-
55. Deutscher KcitjolHenfag.
-L- u. H. Düsseldorf, 19. Aug.
Am heutigen Mittwoch fand bei l)errlichstem Wetter zunächst um 8 Uhr früh eine M L n n e r wa l l s a hr t des Deutschen Katho- likenlages zu Schiss nach Kaiserswerth am Rhein statt-
Inzwischen halte im Kaisersaale der städtischen Tonhalle die dritte geschlossene Versammlung des Deutschen Ka- tl-olikentagcs ihren Ansang genommen- Es wurde zunächst ein Antrag des Reichstags- und Landtagsabg-, Oberlandesgerickstsrats a- D. Gch. Jujtizrar Roercn betreffend die Bekämpfung ber öffentlichen Unsittlichkeit verhandelt- Der Antrag lautete: „Die 55- Generalversammlung ber Katholiken Deutschlands ruft mit Nachdruck die Katholiken Deutschlands zur energischen Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit aus, wie sie sich insbesondere in der Ausstellung und int Vertrieo unsittlicher Bilder und Druckschriften zeigt, die längst die Aufmerksamkeit der Katholiken Deutschlands erregt haben. Die Versammlung verweist auf die Bestrebungen und bie erfolgreidjc Tätigkeit des Verbandes der Männervereine zur Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit hin und besürwortet wärmstens für alle größeren Städte die Gründung oen solchen Vereinen und deren Anschluß an den Verband- Insbesondere weist sie aus die überhandnehmenden skandalösen B ü h n e n a u f f ü h r u n g e n und die Kinematogra- phendarstellungen hin, welche eine sehr große Gefälirdnng der Tugend des ganzen Volles, namentlich der Jugend, mit sich bringen, und gegen welche nur ein energischer Zusammenschluß aller Gutgesinnten schützen kann- Sie empslehlt die Unterstützung und Verbreitung der von dem genannten Verbände gegründeten Monatsschrift „Volkswart"-" — Die Generalversammlung ftimmte dem Anträge einstimmig zu-
Weiterhin nahm die 55. Generalversammlung einen Antrag an, in dem mit allem Nachdruck au, die furchtbaren Schäden hingewiesen wird, die sür unsere Heranwachsende Jugend beiderlei Geschlechts durch das L e s e n schlechter S ch r i j t e n herbeigeführt werden. Der Antrag warnt eindringlich vor der Lettüre litten» gefährdender Broschüren uni» Zeitschriften, die von Kolporteuren katholischen Eltern angeboten werden, und empfiehlt, Bücher unb Zeitschriften nur von solchen Kolporteuren zu beziehen, die den Ausweis erbringen, daß sie im Auftrage der überall in Deutschland bestehenden Katholischen Kolportage tätig find- — Auch dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. — Man wandte sich bann
Nr. 19« Erstes Blatt 158. Jahrgang Freitag 21. August 1908
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