temer, sowie jedem Beteiligten mich nach Beginn oder Beendigung der Arbeiten zu.
Außerhalb der Tagesordnung bespricht dann Abg. Erk das Wiehseuchengesctz und beantragt, den Ausschußantrag, welcher mildere Bestimmungen inbetress der Vieheinführung beantragt, ab- ^ulebnen. Dagegen bringt Redner einen neuen Eintrag ein, die ^Regierung möge die Viehhändler veranlassen, genau Buch zu /führen über die An- und Verkäufe von Vieh. — Das Haus stimmt 'diesem Antrag zu.
' Präsident Haas teilt nun mit, daß ihm soeben ein Antrag des Gesetzgebungsausschusses über die
Wahlrechtsvorlage zugegangen sei und verliest diesen Antrag.
Llbg. Dr. David stellt darauf den Antrag, die Regierung ,$u ersuchen, „im nächsten Landtag a l s b a l d e i n c neue Wahlrechtsvorlagc einzubringcn und sofort bei Beginn des nächsten Landtags den Landständcn eine Gesetzesvorlage zugehen zu lassen, welche die Einführung des allgemeinen gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts unter aller Wahrung der verfassungsmäßigen Rechte der Aveiten Kammer vorsieht." Der -Antrag ist außer von den Sozialdemokraten von den Abgg. Dr. Gutfleisch, Reh und Wolf unterzeichnet. Abg. Dr. David beantragt, den Antrag für dringlich zu erklären.
Abg. Dr. Osann erklärt sich gegen diesen Antrag, weil doch die ganze Wahlrechtsfrage zu wichtig sei, um in der kurzen Zeit, die der Kammer noch zur Verfügung stehe, noch gründlich behandelt zu werde::.
Abg. Ulrich hält es für notwendig, das Land nicht im Unklaren zu lassen über die Stellung der Zweiten Kammer. Tas Land müsse erfahren, daß die Erste Kanrmer wieder die Wahlrechtsvorlage zu Fall gebracht habe.
! Abg. Köhler betont namens seiner Parteifreunde, sic erachteten eine Besprechung bei der jetzigen Sachlage nicht für erwünscht, da sie ja doch zwecklos sein würde.
Abg. v. Brentano erklärt, daß er dem Antrag David zusammen werde.
Abg. Dr. Osann betont, es könne sich bei dem jetzigen Antrag Dr. David nur um einen Dcnlonstrationsantrag haiu- deln. Eine Spezialdebatte über die Wahlrechtsvorlage könne doch jetzt unmöglich noch herbeigeführt werden.
Slbg. Dr. Gut fleisch gibt zu, daß der Antrag den Charakter einer Demonstration trage; aber eine solche Demonstration sei notwendig, um den: Lande zu beweisen, daß die Kammer immer noch ernsthaft bestrebt sei, dem Volke das direkte Wahlrecht zu verschaffen.
Das Haus nimmt darauf den Antrag Dr. Da- öid auf Dringlichkeit mit großer Mehrheit an und beschließt, daß der Antrag auf die morgige Tagesordnung gesetzt wird.
Verschiedene Anträge und Vorstellungen.
Zur Beratung gelangt darauf die Vorstellung, des sozialen Ausschusses des verbündeten Privatbcamtcnvereins von Mainz und Umgegend, betr. die Errichtung von Handümgsgehilfen-Kämmern. Die Vorstellung wird dem Ausschußantrag entsprechend für erledigt erklärt.
Die Vorstellung des Winzervereins Gau-Bickelheim und der /Winzergenossenschaften zu Wolssheirn und Vendersheim, betr. Darlehen aus der Hauptstaatslässe werden zusammen beraten. Die Petenten ersuchen, ihnen das vom Staate gewährte Darlehen noch einige Jahre länger unverzinslich zu belassen.
Ter Ausschußantrag geht dahin, die Vorstellungen von Gau- /Bickelheim und Vendersheim der Regierung zur Berücksichtigung zu empfehlen, die Vorstellung von Wolfsheim dagegen für erledigt zu erklären. Ter Ausschußantrag wird nach kurzer Debatte angenommen.,
Ein Antrag Dr. Weber und Gen. geht dahin, die Regierung zu ersuchen, die Bestimmungen des Art. 226 des Polizei- strasgesetzbuchs dahin abzuänderri, daß der Wcidegang des Viehes in den klimatisch ungünstigen Lagen auch an Sonntagen allgemein gestattet wird und nur das Aus- und Eintreiben während des Gottesdienstes verboten bleibt. Tas Haus stimmt dem Antrag des Ausschusses zu, nachdem Abg. Dr. Weber seine Wünsche noch näher begründet hat.
Bezügl. des Antrags N o a ck und Gen., betr. gewerbliche Un- iterrichtsanstalten, konnte sich der Ausschuß nach den Ausführungen der Regierung nicht von der absoluten Notwendigkeit der vom ,Abg. Noack geforderten neuen Stellen in Darmstadt und Bingen überzeugen, wenn er auch die eingehende Darstellung des Abgeordneten für berechtigt erachtet. Der Ausschuß glaubt, daß den Wünschen vielleicht int nächsten Etat Rechnung getragen werden Tonne, und beantragt, den Antrag Noack für erledigt zu erklären. Das geschieht.
Betr. der Stellung dc,r Kreisveterinär- und Kreisveterinär- 'ässistenzärzte wegen Neuregelung ihrer Gehaltsverhältnisse beschließt das Haus dem Ausschußantrag gemäß: Die Regierung zu ersuchen bei der in Aussicht stehenden Neuregelung der Gehalts- ,Verhältnisse der Kreisärzte und Krcisassistenzärzte, die Gehalts- uerhältnisse der Petenten ins Auge zu fassen und darnach die Vorstellung für erledigt zu erklären.
Ter Antrag Köhler betr. Errichtung einer Wandeeschulc 'für Ausbildung von Laien-Geburtshelfcrn bei landwirtschaftlichen
esse, neue Freunde. Seine Kunst ist klar, herzlich, gesund und frisch und spricht in ihrer ungewollten Art ehrlich und wohltuend zu ttnvcrbildeten Beschauern.
S. Corrodi in Rom ist zweifellos ein Künstler von starkem Können. Er zeigt in seinen großen südländischen Landschastsstücken, aus Dalmatien u. a. weltfernen Gegenden geholten Motiven ein sehr sorgsames, doch ein lvenig pedantisches, gar sehr die saubere Glätte liebendes Studium der Natur, das von fern nach akademischer Theorie schmeckt. -Aber man erkennt an der Gegenüberstellung seiner Gemälde mit seinen Studien, wie er klug und klar die unverbildete Natur schaut, wie stark persönlich seine Naturbe- 'trachtung doch ist. Durch lüftelndes Komponieren gelangt cr schließlich zur Unpersönlichkeit im großen Bilde, die er im Gegensatz zur impressionistischen Malerei als eines vollendeten Gemäldes oberste Bedingung anzusehen scheint.
Die Landschaften von G. I. M o h r in Frankfurt sind durchaus verschiedenwertig. Einige, wie „Ameisenberg" und namentlich das „Motiv aus dem östlichen Taunus", jedenfalls Werke der neuesten Zeit, sind in ihren duftigen Farbentönen vortreffliche Arbeiten; andere dagegen,'wohl aus des Künstlers Frühzeit, kann man heute gewissermaßen nur mit „historischem" Auge betrachten als Werke einer längst glücklich überwundenen, rein zeichnerisch korrekten, weder Licht- noch Luftwirlungen kennenden Zeit, in der man alles nur einfarbig sah. Wir Heutigen sind doch bessere Schauer; auch Mohr aus Frankfurt, der heute anders, erheblich reizvoller seine malerische Schuldigkeit tut. Der Mohr kann bleiben! P. W.
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— Der „Simplizis simus" wird, wie uns aus Budapest berichtet wird, wegen einer in seiner letzten 9cum- mer veröffentlichten Karikatur aus Ungarn verwiesen werden. Tie tingarische Negierung hat beschlossen, ihm die Postversand-Erlaubnis zu entziehen. Die Ursache ist folgende: Aus Anlaß des Kaiserjubiläums in Wien brachte der Simplizissimus eine Abbildung, betitelt: „Der Wiener Festzug". In dieser Karikattlr werden die Ungarn mit Mastelbindern, Mausefallenhändlern, Hanaken, Scherenschleifern und Bethären, die vor dem Kaiser defilieren, in eine Kategorie gestellt. Darob große Empörung im ganzen Magyarenlande. Sofort wurde gegen das boshafte deutsche Witzblatt der Bannfluch ausgesprochen. Vorläufig haben sämtliche Budapester Eafähäuier den Simplizissimus abbe- Mlt und nun sollen noch strengere Maßnahmen folgen,
Nutztieren erklärt der Ausschuß, daß er die Frage noch nicht für spruchreif halte und beantragt Ablehnung des Antrags. Nach > kurzer Debatte beschließt der Ausschuß jedoch, dem abgeändcrtcn ; Antrag, dem Antrag Köhler, zuzustimmen, und das Hans bc- 1 schließt demgemäß.
Zur Beratung gelangt alsdann der dringende Antrag Finger, betr. die Hagelbeschädigten vom 5. Juni. Als mündlicher Berichterstatter hebt Abg. B e st hervor, daß die vorläufige Festsetzung des Schadens den enormen Betrag von 1355 OOO Mk. ergebe. Die Regierung habe in den letzten Jahren wiederholt auf die Wichtigkeit der Hagelversicherung hingewiesen, aber leider ohne Erfolg. Der Redner stellt sodann den Antrag: 1. einen Steuererlaß für die vom Hagel betroffenen Grundeigentümer zu gewähren, weiter den Pächtern von Domanialgütcrn einen Pachtnachlaß oder eine Stundung ihrer Pacht zu bewilligen. Mit dem Steuererlaß von 1908 sollte eine Neueinschätzung für das nächste Jahr erfolgen^ Ferner sollte die Landeshopothekenbank ersucht werden, ihren Schuldnern in den geschädigten Kreisen in möglichst liberaler Weise cntgegenzukommen und darnach den Antrag Finger für erledigt zu erklären.
Abg. Fin g er führt aus, daß dieser Antrag nicht weit genug gehe, er müsse die Regierung ersuchen, den notleidenden Landwirten auch von Staatswegen entgegenzukommen und beantragt die Bewilligung eines größeren Geldbetrags.
Abg. Molthan empfiehlt dem Vorredner, dem Ausschußantrag zuzustimmen, weil die Ueberlassung von Staatszuschüssen auf große Schwierigkeiten stoßen würde.
Abg. Seelinger dankt dem Abg. Best für seinen Bericht und erklärt sich für die Annahme des Antrags, wobei cr wiederholt die Bewilligung von Mitteln aus dem Ueberschwemmungs- fonds anregt.
Ministerialrat Dr. Usinger spricht mit dem Minister Braun sein lebhaftes Bedauern über das neue schwere Unglück der rheinhessischen Lairdwirte aus. Die Regierung habe jedoch schon ganz horrende Summen zur Hagelversicherung beigesteuert und könne deshalb dem Antrag Finger nicht zustimmen. Tie Betroffenen hätten ihr Unglück selbst mit verschuldet, weil sic trotz aller Aufforderungen und Ermahnungen nicht der Hagelversicherung beigetreteu seien.
Abg. Wolf »erlangt u. a. wiederholt eine obligatorische 'Hagelversicherung für Hessen, worauf nach einigen weiteren Erörterungen der Ausschußantrag angenommen wird.
Darauf schließt die Sitzung 2 Uhr.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 20. Juni 1908.
Gießen-Nord.
Zur Frage der Haltestelle Gießen-9rord wird uns geschrieben:
P r e u ß is ch e Rü ck s i ch t S l oZ i g ke it!
Da haben wir die Bescherung! Äeit vielen Jahren petitioniert und verhandelt die Stadt Gießen über einen oas Interesse ihrer Bürgerschaft auf das innigste berührenden Punkt mit der Bahnbehördc, deren rasch wechselnde Tirektionsbeamten einen, dem jeweiligen Grade ihrer Volks- sreundlichkeit entsprechenden, mehr oder minder wohlwollenden Standpunkt einzunehmen schienen, um schließlich, wie ein armer Waisenknabe von der allgewaltigen Behörde abgefertigt zu werden.
Und die Gründe? Daß man nicht viel Witz aufbieten würde, die ablehnende Haltung gegenüber den Wünschen der Bürgerschaft einer nichtpreußischen Stadt zu begründen, war für den Kenner des rigorosen Verwaltungssystems, um das es sich hier handelt, von vornherein klar.
Daß aber die vorgebrachten Gründe der Verweigerung so fadenscheinig ausfallen würden, daß sie saft wie eine Verhöhnung wirken, das hat doch viele überrascht.
Also, was in Hunderten von Fällen anderen und kleineren totäbten an gleich stark mit Zugverkehr belasteten Linien bewilligt worden ist, hier wird es versagt.
Warum auch viel Umstände machen, mit der hessischen Provinzialhauptstadt, ihrer Bürgerschaft und Handelskammer!
Trotz der die Intensität des Wunsches auf das Ernsteste beweisenden, vpfcrmütigen Selbstbesteuerung in Gestalt von 60 000 Mk., welche sich Stadt und Anlieger aufcrlcgt habenbefindet die erleuchtete Behörde kaltlächelnd, es liege kein Bedürfnis vor.
Was bedeutet Wieseck, nebenbei gesagt die größte oberhessische Landgemeinde?
Was bedeuten dem preußischen Fiskus die Arbeiter der 6 bis 7 Fabriken des nördlichen Stadtteils und dieser selbst?
H e k u b a!
Der mögliche F-ahrgcldentgang von ganzen 5 Pfennigen ist genügend für die Ablehnung, die Frage der Verkehrserleichterung Nebensache!
damit die Münchener Spötter ihre gerechte Strafe treffe. Eine solche Verhöhnung können die Ungarn nicht so leicht verzeihen; man erinnert sich noch, als vor einigen Jahren wegen eines ähnlichen Falles die Münchener „Jugend" auf offener Straße in Ungarn verbrannt wurde.
— FürdicEingabedesVolksbundeszurBe- kämpfung des Schmutzes in Wort und Bild an die deutschen Regierungen nub Parlamente sind schon tausende von eigenhändige'.: Unterschriften von Männern und Frauen aller Stände, von Gelehrten, hohen Beamten sowohl lute von Arbeitern, eingelaufen. Diele Zuschriften enthalten den Ausdruck des Unwillens über die Unhaltbarkeit der bestehenden Zustände. Der Wortlaut der Eingabe ist fest- flelegt, damit jeder weiß, was er unterschreibt. Wir lassen rhn folgen:
Eingabe des Volksbundes
an, die deutschen Regierungen und Parlamente.
„Tie Gefährdung unserer Jugend und damit des ganzen deutschen Voltes durch den Schmutz in Wort und Bild wird nach den Ereignissen der letzten Zeit auch von betten anerkannt, bie der Gefahr früher gespottet haben. Manches ist zwar erreicht. Mit dankenswerter Unterstützung der Behörden und der Presse ist es gelungen, gewisse Witzblätter vott den schmutzigsten Anzeigen zu säubern. Aber viel mehr bleibt noch zu tun. Im Interesse der deutschen Jugend fordert: wir, daß die Regierungen gegen die öffentliche Ausleguitg von Bildern und Schriften: einschreiten, die weit entfernt der Kunst oder der Wissenschaft zu bienen, lebiglich darauf berechnet sind, in schamloser Weise die Sinnlichkeit zu reifen, sowie gegen Kinematographen und Mutoskope, die denselben Zwecken dienen."
Man erkläre aus einer Postkarte seine Zustimmung oder erbitte zur Sammlung vot: Unterschriften Einzeichnungs- liften von der Geschäftsstelle des Volksbundes, Berlin NW. 87, Beusselbrücke. Tie Sammlung vot: Unterschriften soll bis Anfang des Jahres 1909 fortgesetzt werden.
— Eine Bravourleistung der österr. Polizei. Aus Wien wird gemeldet: Als der Komponist Mascagni seine neue Oper dirigierte, ivurde ihn: ein Lorbeerkranz mit einer Schleife in der italienischen Trikolore mit der Aufschrift: „Dem verehrtet: Meisterkom- ponisten Italiens" überreicht. Während des zweiter: Aktes sistierte die Polizei in der Garderobe den Krat^ (!!) trotz des Protestes Maseagnis und der andern Künstler.
So unverhüllt bat sich der berühmte preußische Fis. kalistnus selten gezeigt.
Nun die betroffenen Kreise werden die Antwort nicht schuldig bleiben und nicht eher ruhen, bis ihre berechtigten Wünsche und Interessen respektiert werden, darauf kann man sich in Frankfurt verlassen.
" T a g e >3 f a I e n b e r. Zirkus Schumann: Samstag abend Eröffnungsvorstellung, Sonntags 2 Vorstellungen (Oswalds Garten).
Kolosseum: Täglich Dameu-Ringkamps-Konkurrenz.
K i u e m a t o g r a p h e n - T h e a l e r: Samstag Programmwechsel.
Anlagemusik am Soimtag vormittag 11'/. Uhr in der Süd-Anlage. Epielplan: 1. Ouvertüre zu „Der Freischütz" von Weber; 2. Marttana-Walzer von Tellmger;. 3. Chevalier et Cha- telaine aus Bal costuine von Rubinslem; 4. „Der Rhemströmer" Armeemarsch Nr. I d.
*
'* * Aus bem Militär - Wochenblatt. Der Charakter als Ober st lt. verliehen: dem Major z. D.: Brockhaus, Vorstand des Art.-Depots in Darmstadt. — Versetzt: Major Thiehsen, aggregiert dem 5. Großh. Hess. Jnft-Regt. Nr. 168, als aggregiert zum 3. Lothr. Inf.« Negt. Nr. 135. — Zum überzähl. Major befördert: v. Baumbach, Nittm. und Adjutant des Generalkommandos des 18. Armeekorps.— Versetzt: Major z. D. und Bezirksoffizier Solms beim Landw.-Bezirk Worms zum Landw.- Bezirk III Berlin. — Zu Bezirks Offizieren ernannt: der Major z. D. Hausmann im Landw.-Bezirk Kiel, zuletzt Komp.-Ehef im Jnf.-Regt. Herzog von Holstein Nr. 85, beim Landw.-Bezirk Worms, der Hauptmann und Komp.- Chef v. Bennigsen im 8. Thüring. Jnf.-Regt. Nr. 153, beim Landw.-Bezirk Mainz (Meldeamt Bingen). — Zum Oberlt. befördert: Lt. Lorenz im Jnf.-Leib-Negt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, Lt. v. Gorrissen ((Sibert) im Garde-Drag.-Negt. (1. Großh. Hess.) Nr. 23.— R'o galla v. Bieberstein, Oberlt. im Leib-Drag.-Regt. (2. Großh. Hess.) Nr. 24, zum überzähl. Rittm. befördert. — Die Oberlts.: v. Pentz (Ernst), v. Boeltzig in: Jnf.- Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zum Luft- schiffer-Bat. zur Dienstleistung kommandiert. — Oberl. Frh r. o. Gienauth in: Garde-Trag.-Regt. (1. Großh. Hess.) Nr. 23 nach Sachsen komntandiert behufs Dienstleistung dein: 1. Feldart.-Regt. Nr. 112. — Ans der Schutztruppe für Südwestafrika scheidet aus und wird mit dein 1. Jul: 1908 im Heere angestellt: Oberlt. Raus ch im Jnf.-Leib-Regt. (3. Großh. Hess.) Nr. 117. — Befördert zum Lt.: Müller, Fähnrich im 5. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168. — In: B e u rla u b t e n st a n d e: Befördert zum Oberarzt D r. V o g e l (I Darnistadt).
* * Von der h c s s. L a n d c s a u § st e l l u n g. Tic Ai i t - g lieber der beiden Kammern, zusammen ungefähr 60 Herren, machten an: Freitag nachmittag au; Einladung des Ministers Braun der Landesausstellung in drei Gruppen unter Führung des Ministers, des Geh. Kabinettsrat R ö m h e l d, sowie des Leiters der, Ausstellung, Oberregierungsrats Wagner, einen Besuch. Minister Brau i: hielt vor dem Rundgang eine kurze erläuternde Ansprache, worauf Landeswohnungsinspcktor Grctz- s ch e l, als Geschäftsführer des Zentralvercins zur Errichtung billiger Wohnungen, die Zwecke und Ziele des Verbandes erklärte. Herr Gretzschel hatte auch die Führung durch die Arbeiter- Häuser übernommen. Tie Abgeordneten, die sich nach Schluß der über zwei Stunden dauernden Besichtigung im Ausstellungs- stellungsrestaurani zu gemütlichem Beisammensein vereinigten, sprachen ihre große Befriedigung über die meisten gebotenen Leistungen und über daS Geiamt-Arrangement aus. Am Abend fand sich auch daS Gr o ß h e r z o g s pa a r mit einer kleineren Hofgesellschaft, zusammen 10 Personen, int Restaurant ein und nahm dort das Souper ein.
* * Von d em O b e r h e s s i s ch c i: A u S ste l lu n g s h a u se auf der Tarmstädtcr Ausstellung können wir heute mit- teiien, daß das reizende E l t e r n s ch l a f z i m m c r, welches das besondere Wohlgefallen dcS Großherzogspaarcs erregte, zun: Preise von 1700 Mk. verkauft worden ist, und zwar an einen Pfarrer aus der Wetterau. Selbstvcrstäirdlich sind die Aussteller dieses Zimmers bereit, in genau derselben Weise es so oft zu reproduzieren, als cs von Kauflustigen gewünscht wird. — Im Anschlüsse daran fei noch mit Aberkennung der Schreinermeister Rausch in Schadges erwähnt, der, von Meister Zinn in Grebenhain fleißig unterstützt, die Möbel für das niedliche, vom jungen Gießener Architetkei: H. Burg mit erlesenem Gcschmacke entworfene graziöse Tochterzimmerchen ichuj; ferner der Sattler Döll in Grebenhain als Fertiger der Polsterungen und der Bildhauer Friese in Friedberg als Künstler der anmutsvollen Schmuekkassettc in demselben Räumlein.
** Konzert der R egimentskap elle „Kaiser Wilhelm II. Nr. 116". Recht zahlreich hatte sich das Pnblckum an: Freitag abend in dem schönen schattigen Konzert-Garten des 9teuen Saalbans (Steins Garten) eingefunden. Das sorgfältig zusammengestellte Programm brachte als erste Nummer den Kriegsmarsch der Priester aus Athalia. Im weiteren folgte der Einzug der Gäste auf der Wartburg. Die Kapelle spielte unter trefflicher Leitung ihres Dirigenten, Herrn E. Kraußc, • flott und den Zuhörern zu Danke. Einige Novitäten enthielt der II. Teil des Spielplans. So als erste die Ouvertüre z. Op. „Donna Diana" und weiter aus der populären Operette „Walzertraum" ein melodicnweiches und hübsches Potpourri. Es wurde lebhaft applaudiert, so daß Herr Krauße in: Laufe des Abends einige Zugaben folgen lassen mußte. Auf die lustigen Weisen aus „Der Zigeimerbaron"-Ouverture des III. Teils folgte das eigenartige, prickelnde Musikstück ,,K leopatra", dessen Kastagneten-Einlagen das Publlkun: besonders fesselten. Der Schluß brachte neckische Landkncchts- und Alt-Nürnberger Trinklieder und manche altbekannten Klänge in den „Berliner Plaudereien". Sichtlich befriedigt und froh gestimmt verließ das Publikum nach Schluß des Konzerts allmählich den Garten.
* • Unsere Regiments musik konzertiert morgen in Bad-Nauheim.
* * Sonntagsdienst der Apotheken in Gießen. Gegenüber wiederholt geäußerten Zweifeln sei darauf hingewiesen, daß an den Sonn- und Feiertagen bis 4 Uhr nachmittags sämtliche hiesige Apotheken geöffnet sind; v o n 4 b i s 9 U h r nachmittags ist dagegen nur die jeweils durch Bekanntmachung im Inseratenteil dieses Blattes, und Aushang in den geschlossener: Apotheken, bezeichnete Apotheke geöffnet.
* * Unfall. Gestern nachmittag gegen ^3 Uhr passierte ein sichtlich den besseren Ständen angehörender junger, anscheinend unerfahrener Motor fahr er auf einem Zweirade die um diese Zeit sehr belebte Ecke der Schulstraße und des Marktplatzes. Der junge Mann nahm die Ecke zu scharf und zu schnell, glitt auf der zufällig frisch besprengten Straße aus, kam zu Fall und zog sich mehrere nicht unempfindliche Verletzungen zu. Zum Glück ereignete sich der Unfall gerade vor der Engelapotheke, die chm in menschenfreundlichster Weise die erste Hülfe angedeihen ließ, so daß der junge Sportsmann sein stark lädiertes Jiad binnen kurzem nach Hause — drücken konnte.


