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20/06/1908 Erstes Blatt
 
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Nr. 143 Erstes Blatt 158. Jahrgang Samstag ZO. Juni 1^08

Der ©leßcntt »nzeiaer _ __ __

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für dr« Redaktion 112, twF _ atetan!1Ht0*t t h-

S~ General-Anzeiger für Oberhessen WZZ flnnahmt von Anzeigen W " i I u. Land- undGerichtS*

irii ©omTttttgFiouo? Rotationsdruck und Verlag dervrüh?fchen Univ.-Vuch- und Steindruckerei. R. Lange. Redattion. Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Aiueigente?!^ H^Äck!

Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten.

den Uhr un-

j)oNtische Tagesschare.

Zur Lage.

Die ,Norddeutsche Allgemeine Zeitung' beschäftigte sich in einem Leitartikel mit der Ueberschrift:3ur Lage^ mit den vielfachen Gerüchten der letzten Zeit. Unter Anderem wird die Nachricht über die angeblich bevorstehende Abberufung deS Botschafters Freiherrn von Mar­schall als unrichtig bezeichnet und ferner zu den Döberitzer Aeußerungen des Kaisers mitgeteilt, daß eS sich um die Be­sprechung handelt, die der Monarch am 29. Mai nach dem Exerzieren der Kaiser-Brigade abgehalten hat und die nur taktische und militärische Angelegenheiten zum Gegenstände gehabt habe. Sie habe sich nicht auf politische TageSfragen bezogen und es sei darin auch nicht von ,Ein- kreisen" und von runB stellen" die Rede gewesen, wohl aber habe der Kaiser der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß die Armee dem Geiste Friedrichs des Großen getreu ihrer Aufgabe gewachsen bleiben werde. Der Artikel schließt wie folgt: Gewiß wollen wir Alle unsere Augen gegenüber mög­lichen Gefahren nicht verschließen. Unsere Soldaten tragen nicht an der Mütze den unkriegerischen Sinnspruch deS Hildes­heimer Kontingents der ehemaligen Reichs-Armee: Da paoem Domine in rebus nostris. Das Bewußtsein unserer Kraft darf unS die Zuversicht und die Ruhe geben, die allein eineS großen friedlichen Volkes würdig ist. Gegen den Ur­heber der Indiskretion über die Döberitzer Kaiserrede ist übrigens das Ermittlungsverfahren eingelcitet worden und wird energisch betrieben.

Professor Bernhard in Kiel.

Den Berliner Morgenblättern zufolge richtete Profesior Bernhard-Kiel an den Dekan der philosophischen Fakultät in Berlin ein Schreiben, demzufolge er nicht gewillt sei, den Korporationsgrundsätzen zuwiderzuhandeln, weshalb er aus freien Stücken bereit sei, die Entscheidung über seinen Eintritt in die Berliner Fakultät noch nachträglich in die Hände der Fakultät zu legen und, falls die Entscheidung gegen ihn aus- falle, beim Minister um seinen Abschied einzukommen.

*

Tie buntbemalten Holztaseln für Kindergraber und Die schmiedeeisernen Entwürfe haben meinen Beifall nicht ge­funden: ich finde, sie wirken immer unruhig und bunt.

Im Lichthof sind dann noch viele Abbildungen, aus Antike, Mittelalter, Barock und aus klassischer Zeit bis zu den modernsten von lebenden Meutern aus JJien, München, Dresden, Berlin zusammengestellt.

Ich wünschte, die ganze Ausstellung wirkte ebenso an­regend und auch laufrüttelnd, wie auf mich, im Publikum, damit es die unschönen, ewig gleichen Formen der Fabriten verschmähen lernte und den künstlerischen Beihrebungen unserer Zeit näher trete. Der Besuch war leider sehr minimal und 1000 Schritte davon Tausende, die da in der Sonnenhitze standen, um ein paar Fürstlichkeiten vorüberfahren zu sehen!! _

Als ich aus die Straße trat, fuhr gerade die Kron- vrinzcssin liebenswürdig lächelnd und grüßend vor­über, während Tücher geschwenkt und Hoch gerufen wurde.

L. Sch.

für dieselben Zwecke gearbeitet und stets dasselbe. Schicksal gehabt haben. Ich glaube nicht, daß im gaiizen Lande ein Mann gefun­den werden kann, der sich besser zum Präsidenten eignet, als Herr Taft. Er besitzt nicht nur großen Mut und ist nicht an finan­ziellen Unternehmungen beteiligt, sondern er besitzt auch m enormem Grade tnc Eigenschaft, die Bedürfnisse des Vaterlandes zu erfüllen. Außerdem Ijat er die Hochachtung jedes seiner Mu- bürger. Er ist mit Lincoln zu vergleichen, obschon er nicht im geringsten demagogischer Ansichten verdächtigt werden kann.

.Das Kongreßmitglied Same Sherman ist im ersten Wahlgang -um Kandidaten für die V i z e prä s i d e n t s ch a s t nominiert worden. Der republikanische Konvent hat sich Vertagt

trifft Art. 6 des Gesetzes und lautet: Of _

Ter Grundeigentümer ist verpflichtet, vor Beginn der Auv- fübrung einer der im Abs. 1 des Art. 6a erwähnten Handlungen dem zuständigen Kreisamt Anzeige zu machen. Tas gleiche Recht steht auch jedem Beteiligten zu. Die Erste Kammer hat weiter den Schlußsatz des ersten Absatzes gestrichen und statt depen die Worte hrnzugefügt:Die Befugnis zur Anzeige steht dem Eigen- Aufgabe längst gelöst. Er hq» wacker mitgeholfen, das in blöder Devotion besangen gewesene Deutschland auszurnt-- teln zu kritischer Umsicht im Vaterlande, er hat jahrzehnte­lang auf manche schlimme Eiterbeule am Staatstvrper wie am Lotterleibe derGesellschaft" mit nimmermüder Hand gewiesen, und daher seine unbestreitbaren Verdienste. Diese Aufrüttelung des deutschen Geistes ist aber im wesentlichen vollzogen, und um bloßer Existenzfristung willen ist jetzt seine Tätigkeit darauf gerichtet, alles zu verhöhnen und alles zu begeifern, alle im Reiche bestehenden Zustanve und maßgebenden Personen und Stä-rde frivol zu verspotten und Deutschland zum Gelächter des Auslandes zu machen, in dem er heute eich, größere Verbreitung besitzt als rm Heimatlande. . , .. ,

Solche Ueberzeugung darf aber nicht irgendwie^die ob­jektive Betrachtung des rein künstlerischen Standes dieses gefährlichen Blattes beeinflussen. Ter Verleger des Simplizissimus hat vermöge seiner Millionen eine Anzahl ungewöhnlich talentvoller Künstler um sich zu scharen ver­mocht, die, wohl zum Teile politisch ziemlich indifferent, den Wünschen von Verlag und Redaktion sich unterordnen lind dem Blatte unvergleichliche künstlerische Werte ver­leihen. Zweifellos sind die Simplizissimus-Zeichner gegen­wärtig die hervorragendsten Karikaturisten der Welt: W). Th Heine, der unbarmherzige Spötter, der in ieinen halb japanischen, halb possierlich biedermaierischen steifen Linien mit schallendem Hohngelächter über manche wirklich er­bärmliche Torheit der Gegenwart die Zuchtrute schwingt: Bruno Paul und E. Heilemann, diese Künstler von echt deutscher gesunder Kraft und derbem Humor, von denen der erstere freilich dem Simplizissimus untreu geworden ist, als er einen ehrenvollen kaiserlichen Rus nach Berlin erhielt- Reznicek, der übermütige, vor keiner zeichneri- scheu Keckheit und Pikanterie zurückjchteckendeTcnnmondamh. Wer es versteht, mit der Seele auch eines solchen Künstlers in Zwiesprache zu treten, dem bereiten auch die jetzt im ^urm- hause am Brand sich darbietenden zumeist.fabelhaft slott hinaeworfenen Zeichnungen Genuß. Freilich Wilta und Konsorten sind zu roh, um irgendwie das Anrecht aus Beachtung erheben zu können.

Unter den Oelgemälden befindet sich eine Landschaft de-> Karlsruher Prof. Hans v. Volkmann, des Lohnes des berühmten Halleschen Chirurgen, ein kräftig empiuudenes tüchtiges Werk. Tie Natürlichkeit seiner Kunst und die schlichte, jeder Effektmalcrei aus dem Wege gehende Ausdruckweise sichern diesem Meister der Landschaft stets neues .^nter-

3m Turmhause am Brand.

Gießen, 20. Juni.

Der Hauptzweck der Kunst ist, daß die Seele des Künst­lers in Zwiesprache mit der Seele dev Beschauers tritt. Diesen Ausspruch eines französischen Malers sollte reder Betrachter von Kunstwerken stets beherzigen. Die be­scheidenen Räume unseres Turmhauses geben dazu allmonat­lich günstige Gelegenheit. Alles lärmende Zuviel, das in den vielsäligen Ausstellungen der Großstädte, das .jetzt auch in nicht abzuleugnender Weise in einzelnen Abteilungen des Gebäudes für freie Kunst in Darmstadt zerstreuend zu Tage tritt, ist hier von vornherein ausgeschlossen, hier ^""FrEch^m^ die Seele des Beschauers nicht mit vor­gefaßten Meinungen Dritter belastet sein, wenn sie Kunst innerlich empfangen will.

Es ist in der letzten Zeit besonders viel gegen denSim- vlicissimus" gewettert worden, nicht nur von prüden Erbpächtern eines vom Orthodoxismus L^estempelten, bis an den Hals zugeknöpften Altentanten-Littlichkeitssanatis- mus. Mit Recht haben sich freie leister von ethischer und ästhetischer Weitherzigkeit entrüstet über den mittlerweile geradezu infam gewordenen destruktiven Ton dieses emst ganz gewiß leider notwendig gewesenen satirischen Blattes. Der KmAizissim^ hat a«e? inzwischen' feine wertvolle

schaftsdiencr, der als Zeuge zur Hauptverhandlung gegen Eulen­burg geladen ist und der auch in der Moltke-Affäre genannt wurde, Plötzlich verschwunden.

Mazedonien.

Evening Standard berichtet über den englisch-russischen Vor­schlag bezüglich Mazedoniens, daß dieser von Frankreich bereits gebilligt worden ist, desgleichen von Italien und Oesterreich. Es wird kein General-Gouverneur ernannt werden, sondern ein General-Inspektor und die Beamten der Zivilver­waltung werden den Beratungen des Füianz-Ausschusses beiwohnen. Dieser Finanz-Ausschuß wird die für die Zivilverwaltung not­wendigen Summen von dem Generaleinkommen erheben. Der Uebcrfchuß wird den Lokal-Verwaltungen zu Gute kommen. Viel­leicht wird die Pforte aufgefordert werden, die Zahl ihrer Truppen in drei Vilajeis herabzusetzen. Tie Gendarmerie wird bedeutend verstärkt. Die Oberhoheit des Sultans soll gewahrt werden, in­dem die europäischen Offiziere gezwungen werben, in ottomanischcn Dienst zu treten. Dagegen werden es die Mächte sein, die die be­treffenden Offiziere bezeichnen. Man hofft, diesen Vorschlag der Pforte bald zu unterbreiten.

Wer ist Sultan in Marokko?

Tie feierliche Proklamation Muley Hafids zum Sultan von Marokko steht bevor, trotzdem haben die Mächte sich noch nicht entschließen können, für Muley Hafid Partei zu ergreifen. Tie Berliner Gesandtschaft Muley Hafids hat nun, wie die Deutsche Marokko-Korrespondenz erfährt, nach dem Einzug. Muley Hafids in Fex ein erneutes Schreiben an den Reichskanzler gerichtet. In diesem wird auf die Tatsache des Einzuges hingewiesen, und daran die Bitte geknüpft, daß die deutsche Regierung mit der Regierung Muley Hafids in völkerrechtlichen Verkehr trete, denn dieser sei jetzt nicht nur rechtlicher, sondern auch tatsächlicher Sul­tan von Marokko. Diesem Verlangen wird der deutsche Reichs­kanzler nun wohl schwerlich nachkommen, nachdem man sich jetzt in der französischen Kammer noch so ausdrücklich für Abdul Asis ausgesprochen hat. Minister Pichon führte hierbei u. a. folgendes aus: Abdul Asis ist noch immer der einzige legitime Sultan von Marokko: bei ihm sind unsere Vertreter beglaubigt. Die Abgeordneten Muley Hasids wurden nirgends in den Kanz­leien empfangen. Wenn die Marokkaner Abdul Asis verließen, so geschah dies nicht aus dem Grunde, weil er sich für Frank­reich bloßstellte, sondern weil er vor Europa versprochen hatte, die Reformen durchzuführen. So lange Muley Hafid den Heiligen Krieg gegen die Europäer auf seine Fahne schreibt, wlange wird er von Europa nicht an erkannt werden können. Muley Hafid oder jeder andere müßte vor seiner An­erkennung alle Verträge Marokkos mit Frankreich oder Europa unterzeichnen. Niemals hatte Frankreich die Mission, dem Sul- .an von Marokko ein Investitur zu erteilen, das gebührt allen Signatarmächten der Algecirasakte. Keme Macht kann allein handeln. (Beifall.) Die Lage Marokkos ist die beste.

Die Nomination Tafts-

ßrredhoss?Mst.

Aus Berlin schreibt uns eine Dume: Neulich besuchte ich eine eigenartig schone Ausstellung Berliner Kunstgewerbe-Museum. Es war ein wunder­voller, sonniger Vormittag. Vor dem Abgeordnetenhause drängten sich Hunderte von Menschen. Die Kronprin­zessin wurde erwartet. Ich trat m ben Garten Kunstaewerbe-Museums, der einen «einen ,ertubpof mar^ HetL ©ine andere Welt! Schöne, alte, schattige Baume^ blühende Akazien, Ruhe, Stille, wenig Menschen. durchwanderte erst flüchtig die ganze Anlage - wie ichs immer tue, um einen Ueberblick zu brh?lten und s^g - eiaentlich ist doch nichts besonderes Schönes, Apartes oa. M %*äSÄ ® WSSii: SS iitMÄS «ÄH*

niederen, immergrünen PMnzchen "wAbben.

Doch die Denkmäler. Bei näherer Betrachtung fand ich denn doch viel Schönes, und alles originell, nichts an unsere jetziaen Obelisken und Tafeln erinnernd K^m schwarzer Granit oder Syenit, keine goldenen, häßlich und M wirkenden' Buchstaän. Alles oder do ch M a lev (Snnhffpin alle in weiNgrauer, oder öuiueigiauer ^aroe, oft ganz '.ailt und schon verwittert aussehend, mit Epheu umrankt stimmungsvoll, ernst und doch sreundlich. aac jÄmZ? 3=ff=«, ««nouthfinb bar. unter Die ganze Anlage hat etwas Friedliches, Stim- ÄÄ'Ä-sr »' R .s

VOllSo0toieSbOTt in ber Ausstellung mochte man Wohl einmal ruhen in ubgeschlosl-ner Ruhe und 3-rreben, m ^^ÄttsMbkeknLches Liebchen bon Rackemann -in Die LaVIm,,Balb will ich begraben se,m wohl Unte$er ^Ibjrkbljo'f in Hamburg muß schön unb em- ladend sein---

den neuen Gießener Friedhof motze man sA Wesentlich Anders, vornehmlich p a r k a r t i g e r wünschen- A.

Die Verhandlung gegen Eulenburg.

In der am 29. Ium ftatlfindenden Strafsache gegen Fürsten Eulenburg ist der Beginn der Verhandlung auf 11 festgesetzt. Das ist bei einer Schwuvgerichtsverhandlung em gewöhnlich später Zeitpunkt, der, wie dieB. Z. er^hrt. Mit Rücksicht auf die Krankheit des Fürsten gewählt wurde. Cs soll auch täglich nur drei Stunden verhandelt werden, so datz die Hanptverhandlung sich mindestens eine Wocye hinziehen wird, irotzdem von der Staatsanwaltschaft nur etwa ^0 Zeugen geladen sind, was in Anbetracht der vielen Zeugenvernehmungen in der Voruntersuchung sehr gering erscheint. Tw Anklage wil-d wahr­scheinlich Oberstaatsanwalt Jsenbiel selbst: vertreten, dem ww üb­lich ein Staatsanwalt assistieren dürste. Man rechnet daran, daß

In leitenden politischen Kreisen Amerikas ist man ebenso wie in den führenden Kreisen der Finanz- und Handelswelt von der Nominatiorl Tasts aufs höchste befriedigt. Man ist einstimmig der Meinung, daß der Parteitag in Chicago feine zweckmäßigere Wahl hätte treffen können. In Wallstreet ist man überzeugt, daß die weiteren Kandidaten für die Republikaner keme Schwierig­keit mehr bieten unb daß Die Erwählung Tafts zum Prastdenten als gesichert gelten könne. Man erwartet von dieser Tat ache bereils eilte beruhigende Wirkung auf die allgemeine Geschäftslage. Präsident Roosevelt äußerle sich nach Enipiang des Telegramms, in dem Taft als republikanischer Kandidat lur die Pnäsidentenschaft bezeichnet wird, wie folgt:Das Lano muß zu dieser Wahl beglückwünscht werden. Ich kenne Herrn Tast fest I lanaeii Slabreit unb habe für ihn die größte Achtung, da wir stets

Zwette Aammer.

Am Ministertisch: Minister des Innern Braun, Ministerial- räte"Dr. Using er, Best. _ m

Präs. Haas eröffnet die Sitzung um 10 Vd Uhr Vor Ein­tritt in die Tagesordnung wird auf Antrag des Abg. Erk der Antrag Köhler, betr. Viehseuchen, für dringlich erklärt.

Zur Beratung gelangt zunächst die Rückäußerung oer Ersten Kammer über den Gesetzentwurf, betr.

die Fürsorgekasse für die Beamten der Landgemeinden und weiteren Kommunalverbändc. In Verbindung damit wird auch die dringende Anfrage der Abgg. Leun u. Gen. in dem­selben Betreff beraten. Die Erste Kammer beschloß, Ab­änderungen in den Art. 2, 7, 10, 34, 36, 41 c, 42 und 43 des Gesetzentwurfs und der Ausschußreferent, Abg. Tr. Osann, be­antragt Zustimmung zu allen von der ersten Kammer getränkten Abänderungen. , .

Abg. Leun erklärt, daß er sich mit der von der Regierung auf feine dringliche Anfrage erteilten Antwort nicht zufrieden geben könne: das sei überhaupt keine präzise Antwort- auf lerne Frage. Er müsse bedauern, daß die Fürsorgekassc dadurch ge­schädigt wird, daß die Jnvalidenversicherungskasse nicht zur Zah­lung verpslichtet werden kann. Der Redner beantragt schließlich eine Resolution, dahingehend, daß die Polizeidiener, Flurschützen unb Gemeindeeinnehmer, von dem Gesetz ausgenommen werden und für dieselben eine besondere Kasse geschaffen werde.

Minister Braun erwidert, daß Die Beiträge der zur Für- sorgekasse übertretenden Mitglieder ber Invalidenversicherung zwar verloren gingen, denn man könne landesgesetzlich nicht die Reichs- invalidenverficherung zur Herauszahlung zwingen. ;>bie Ver­sicherten würden indessen unter keinen Umständen geschädigt wer- 'Ministerialrat Best geht noch näher auf den Antrag Leun ein; nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Uebel, Ulrich, L e u n, F i n g e r und Tr. F v e n a y erllärt Minister Braun, wenn die Kammer heute dem Antrag Leun zustimme, 1 o w erde die Regierung das ganzeGesetz zurückziehen. Nach weiterer kurzer Debatte, an der sich noch die Abgg. Mols, .ll l l- mann, Min.-Rat B e st und Abg. Schönberger beteiligen, zieht Abg. Leun seinen Antrag und die Reiolutwn zuruck.

Darauf stimmt das Haus, nachdem Abg. Dr. Osann noch eindringlich namens des Ausschusses die Annahme besurwortet, sämtlichen Abänderungsbeschlüsscn der Ersten Kammer einstimmig zu.

Tas Fürsorgekassengesetz ist damit endgültig angenommen.

Die Novelle zum Bachgesetz.

Tie Kammer nimmt darauf ohne Debatte die Rückäußerung der Ersten Kammer über die Novelle z um Bachgesetz an. Tie von der Ersten Kammer beMossene Abänderung be-