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20.1.1908 Erstes Blatt
 
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3ie Erweiterung des städtischen Elektrizitätswerks. ®»t?or^°rnta9C ^er ueuen Dampfmaschinen und ineye fl? a^A. toar so weit vorgeschritten, daß vom ^Ezemver v. ab, also an den Tagen der größten Be­kannt^ an der Stromerzeugung teilnehmen

rung, SystemDoerfcl", in Verbindung mit einem äußerst empfindlichen Regulator, welcher die Füllung selbsttätig verstellt. Der Niederdmckzhlinder hat gleichfalls Ventil­steuerung, jedoch mit fixer während des Stillstandes von Hand nachstellbarer Expansion. Beide Zylinder sind mit walzblankem Stahlblech umhüllt. Die Dampfkolben haben gußeiserne selbstspannende Dichtungsringe. Der kräftige Bajonettrahmen hat ausgcbohrte Geradführung und ein eingebautes Kurbelwellenlager. Die Schwungradwelle, Kur­bel, Pleuelstange, Kolbenstange, der Kreuzkopf, alle Zapfen, sowie sämtliche Neuerungsteile sind aus bestem Stahl her­gestellt- letztere sind glashart eingesetzt. Die Kurbel ist zur Aufnahme einer Dynamomaschine ° eingerichtet. Das Schwungrad ist zweiteilig und mit einem Zahnkranz ver­sehen, in welchen die Schaltvorrichtung zum Bewegen der oampflosen Maschine eingreift. Das Schwungrad hat zur Erreichung eines Ungleichförmigkeitsgrades von 1:150 ein Gewicht von 15 960 Kilo. Der Durchmesser beträgt 4000 mm. Der Regulator ist mit einer Vorrichtung versehen^ mittels welcher man die Tourenzahl der Maschine während des Betriebes von Hand aus um 5 Prozent verändern kann.

Die Schmierung ist besonders sorgfältig und sparsam eingerichtet. Die Dampfzylinder haben einen automatisch wirtenden Dampfölungsapparat, die Kurbelzapfen Zentri- sugalschmierung, der Kreuzkopfzapfen Abstreichschmierung. Sonst sind Büchsen mit verstellbarer Tropfenölung an- geordnet.

Zur Maschinenanlage gehört ferner ein Kondensa­tor, welcher vom Kurbelzapfen aus angetrieben wird. Die Bedienung des Wechsel- und Einspritzventils erfolgt vom Maschinenhausflur aus. Des ferneren sind Mano- und Vakuum-Meter angebracht, um jederzeit den richtigen Gang der Maschine kontrollieren zu können.

Die Dynamomaschine mit einer normalen Pistung von 400 Kilowatt, entsprechend 600 Pferdekräflen, ist von den Siemens-Schuckert-Werken geliefert. Die Dynamo ist eine Neben schlußmas chin e mit einer erhöhbaren Spannung bis 500 Volt.

Die äußerst schwierigen Fundamentierarbeiten der Dampf- und Dynamomaschine wurden unter ^Leitung des städt. Elektrizitätswerkes vom hiesigen llnternehmer Bender ausgeführt.

Die Dampfkesselanlage, für die ein Neubau er­richtet werden mußte, besteht vorläufig aus einem Kessel von 222 qm Heizfläche und 12 atm. Ueberdruck. Derselbe genügt zur Dampfcrzeugung für die zur Aufstellung gelangte Dampfmaschine. Der Kessel erzeugt bei Verwendung guter Kohle von ',200 Kolorien Heizwert maximal 28 Kilo Dampf Per qm Heizfläche und Stunde, entsprechend einer Gesamt­erzeugung von maximal 6216 Kilo Dampf.

Zur Verringerung des Tampfverbrauchs und der Kon- deiisverluste ist in dem Kessel ein Ueberhitzer von 132 qm Heizfläche eingebaut, welcher imstande ist, den im Kessel erzeugten Dampf bis auf 350 Grad zu überhitzen. Der Obertesseli st 6-00 mm lang und hat einen Durchmesser von 1500 mm. Der Kessel ist in einem Trägergerüst derartig aufgehängt, daß derselbe vom Mauerwert unabhängig und sich ungehindert ausdehnen kann. Die .Heizgeschränke sind mit Luftkühlung versehen. Zur Speisung des Essels dient eine Dampfpurnpe und als Reserve ein Injektor. Kessel und Ueberhitzer sind von der Firma A. Borsia-, Berlin geliefert.

Die Aufnahmeversuche der maschinellen Anlagen sollen im März d. I. stattfinden.

am nächsten Freitag beginnt nicht nm 8 Uhr, sondern um 7 U h r.

** Aus dem Bureau des S t a d t t h c a t e r s wird uns geschrieben: Am Montag d. 27. Januar findet als Fest­vorstellung zu Kaisers Geburtstag eine Aufführung von Gutzkows historischem Lustspiel »Zopf und Schwert" statt. Um weitesten Kreisen die Teilnahme zu ermöglichen sind kleine Preise festgesetzt worden. Im Abonnement wird diese Vorstellung nicht wiederholt werden. Es sei bei dieser Gelegenheit schon darauf hingewiesen, daß am Diens­tag d. 28. Januar die Abonnementsvorstellung ausfällt und dafür eine Volksoorstellung stattfindet.

** Der vom hiesigen Zweigverein des Ev. Bundes gestern abend im Neuen Saalbau veranstaltete Familienabend war außerordentlich gut besucht. Der große, vom Abend vorher noch festlich geschmückte Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, Nach einer kurzen Be­grüßung durch den Vorsitzenden Landgerichtsrat Schmecken­becher, erfreute der Gemischte Chor des Ev. Arbeiter- Vereins die Anwesenden durch Vortrag zweier Lieder: ,Lobt den Herrn" undGott ist mein Lied". Anschließend hielt Geh. Kirchenrat Prof. Dr. Krüger einen äußerst inter­essanten Vortrag überIndex, Syllabus, Enzyklika". Die flaren Ausführungen des Referenten, die auch für den Laien leicht verständlich waren, sanden allgemeinen Bei­fall. Im weiteren Verlauf des Abends bereitete Musik­lehrer Gernhardt den Anwesenden einen besonderen Genuß durch ein Violinsolo: Ballade a. d. Trio opus 100 von Schubert, der dem Vortragenden alle Ehre machte. All­gemein gefiel der von den Damen des Gern. Chors des Ev. Arbeitervereins zu Gehör gebrachte Frauenchor. Den Schluß des Programms bildete das vom. Gern. Chor des borgen. Vereins vorgetragene Lied:Schon die Abend­glocken Hangen". Nach einem kurzen Schlußwort durch den Vorsitzenden wurde der offizielle Teil des schön verlaufenen Abends geschlossen.

- Ali ec -Sch ule. Da fast an allen Mädchenschulen unseres Landes bei Anstellung einer Handarbeitslehrerin ge­fordert wird, daß dieselbe auch in der Lage sei Turnunterricht zu erteilen, beabsichtigt man in den Lehrplan der Aliee-Schule einen TurnkursuS auszunehmen. Fräulein Vaubel, bic geprüfte Turnlehrerin ist und als Leiterin eines Prioatkursus für Damen bekannt sein dürfte, wird den betreffenden Unter­richt übernehmen. Selbstverständlich können an ihm auch Damen und junge Mädchen teilnehmen, die nicht als Turn­lehrerinnen sich auszubilden beabsichtigen, sondern nur ihrer Gesundheit und ihres Vergnügens wegen turnen möchten. Näheres über Beginn des Unterrichtes wird un Inseratenteile verkündigt werden. Außerdem sind Fräulein Möser, Ober» lehrerin der Alicc-Schule und Fräulein Vaubel zu näherer Auskunft bereit.

** Die Erhebung von Mahngebühren bei den staatlichen Kassestellen. Der Großh. Kontroll­beamte der Lokalkaffestellen des Bezirks Gießen schreibt uns: Mit Rücklicht auf die Ausführungen, mit denen Sie die Mil- teuung der Großh. Bezirkskasse Gießen I. begleiten, beehre ich nud) Ihnen ergeben ft milzuteilen, daß die zur Erhebung fommenbe Mahngebühr nicht nur eine Gebühr für die Zustellung des Mahn- sondern auch für die Feststellung der Rückstände sowie die Ausfertigung des Mahnbeiehls und des Mahnzettels ist. Die Be- stiminung, daß die Erhebung der Mahngebühr von dem Augen­blicke an, m welchem Mahnbefehl und Mahnzettel an den Steuer- boten abgegeben werden, erfolgt, hat überdies auch ihren Grund c Schwierigkeit der Kontrolle bezw. darin, daß es nicht aus­führbar ist, nach Abgabe des Mahnbefehls und der Mahnzettel an ben ©tcuerboicn diesem beständig Benachrichtigungen wegen der nachträglich eingegangenen Posten und Weisungen behufs Unter- lassung der Dlahnzeltelzuftellung an die betreffenden Schuldner xn- kommen zu taffen. 0

Wir wollen mit der Wiedergabe dieser Zuschrift die Sache auf sich beruhen lassen, müssen aber trotz allen amt­lichen Erklärungen unserem Einsender nach wie vor insofern zustimmen, als dem Volke die Erhebung einer Mahngebühr ohne tatsächlich erfolgte Mahnung stets als unverständliche fiskalische Maßnahme erscheinen wird.

._ Server ordnet en-Sitzungsber

ift zu den Ausführungen des Stadtv. Grünewald über die Jagd mitzuteilen, daß nicht, wie es infolge eines Schreib­fehlers heißt, der Iltis, sondern das Wiesel dem freien Tier fang unterliegt. Der städtische Uhu soll nur den Krähen und anderem gefiederten Raubzeug gefährlich werden, nicht dem Wiesel. 1

+ Klein- Linden, 19. Jan. Die Kleinkinder­schule, die vor l?/2 Jahren ein eigenes Gebäude erhielt, erfreut sich innerhalb der Bevölkerung fortgesetzt lebhafter Sympathie und eines starken Besuchs. Hiesige und aus- wartige Gönner machen es dem Institut durch reichliche Unterstützung möglich, ohne Inanspruchnahme der Ge- ' merndekasse zum Segen des Ortes zu wirken.

Watzenborn, 19. Jan. Der Gesangverein ;

Estrigen Sonntag sein 1. Stif- tun g s fest. Der geräumige ^aal des Ätstwirts Gilber> ?estlerlnehmer kaum fassen. Die von Mitgliedern des Vereins gehaltenen komischen Vorträge, sowie die Ge sangsvortrage, die unter der bewährten veihlng des Dtti- : jenten Schäfer aus Garbenteich standen, wurden mit (^fjem SxifaH auf genommen. Auch die hiesige DhrV- Apelle trug dazu bei, daß sich der Abend recht schön gestaltete .Es fand auch eine Gabenverlojimg start und viele der Fest­

r . sUe?£ die Erweiterung und Einrichtung selbst das Nachstehende erwähnt. Die Maschine wurde von der Dmglerschen Maschiuenjabrtl A-G. Zweibrücken geliefert, w^^^plmaße sind folgende: Ho chdrnckzy linder-Turch- Ntederdruckzylinder-Turchmesser 900 mm genieinjchastlicher Hub 1000 mm. Die Maschine macht 125 rn der Minute Die Leistung beträgt bei 12 atm Mcrbrud und einer 23 o/o Füllung un Hochdruckzylinder

Nebel und Hitze! Fast das ganze westliche und südliche Europa ist z. Zt. zumeist in Winternebel gehüllt. In einem Oertchen bei Paris z. B. stießen am Sonntag nachm. infolge Nebels zwei Wagen der elektrischen Straßenbahn zu­sammen, wobei 40 Personen verletzt wurden, darunter mehrere schwer. Am Sonntag abend herrschte in Paris dichtester Nebel, der sich um so unangenehmer fühlbar machte, als in­folge einer Störung an einer Maschine des Elektrizitätswerkes ein Teil der Stadt ohne elektrische Beleuchtung war. An der holländ. Küste kamen mehrere Schiffs- unsälle im Nebel vor. Bei Florenz fand infolge starken Nebels ein Zusammenstoß zwischen einem Rangierzuge und einem mit Arbeitern dicht besetzten Zuge statt. Zahlreiche Personen wurden verletzt, darunter drei lebensgefährlich. Gleichzeitig kommt aus der auslral. Stadt Melbourne, vom 19. Januar die Meldung, daß dort so starke Hitze herrscht, daß zahlreiche Fälle von Hitzschlag vorkamen Im ganzen Staale Victoria nahmen 32 Fülle von Hitzschlag einen tödlichen Ausgang.

* Auf der Bühne erschossen. Ein bellagens- werter Vorgang spielte sich aus offener Szene eines Theaters in Plamfamg tu den Vogesen ab. Der dortige katholische Maurer- und Junglingsverein führte ein Theaterstück auf, das dieFranktireurs von Straßburg" betitelt war. Bei einem Zusammenstoß zwischen Franktireurs und Ulanen follte auch von der Schußwaffe Gebrauch gemacht wer­den. Aus»i nerllärlicher Unachtsamkeit fand fich in einem

~ine «Harfe Patrone; einer der Mitspieler, der 20xahrige CH. Masson, erhielt die Kugel in den Kopf und fiel auf offener ^>zene sofort tot nieder. Der unglückliche Schütze wurde bald darauf in der Person eines 36jährigen, Der-, Lei^t^^11 ^anneö ermittelt. Die Untersuchung ist einge*

* ®\n geohrfeigter Rechtsanwalt. Dieser ^.age spielte fich in einem Berliner Gerichtsgebäude eine eigeuarti3e Szene ab. Vor der 32. Zivilkammer des 2and- gericyts I wurde ein Prozeß verhandelt, in den auch eine den beferen kreisen angehörende Frau verwickelt war. Wahrend der Verhandlung verließ der in dieser Klagesache

ü.a 1 £ das Gerichtszimmer auf einen Augen- t>ltcL Als er auf dem Korridor unvermutet jene Dame stehen sah, machte er die Bemerkung:Da ist ja diese Person." Ajn diesem Augenblick sprang die Frau vor und versetzte dem verblüfften Anwalt einige kräftige Ohrfeigen. Das von dem peinlichen Vorfall in Kenntnis gesetzte Gericht verhängte über Die schlagfertige Dame sofort 24 Stunden Haft.

t r*,S V?k 1 ft eic: "?a9.inaI' Eduard, der Rechtsanwall . ^ust feit Drei -lagen mit w einem verblüfften Gesicht herum.

weißt du, der hat neulich einL greiTcn!,,9eto n' Ub ba5 Innn n ^tzt selbst noch nicht be-

fl(eilte Tageschrouik.

c ^uf Antrag der Verteidigung ist heute die Uebersührung jiknhrPU'?\n Scho Nb eck zur Untersuchung ihres Geistes- "t roorben K°rt°u bei Wnfhin

fc. Mainz, 19. Jan. Auch hier soll demnächst ein Ju­gendgerichtshof eingerichtet werden. Ein lljähr. Junge fiel auf dem Eise auf den Kopf und erlitt eine so starke Gehirnerschütterung, daß er sofort st arb.

Rodheim a. d. Bieber, 19. Jan. Die vor zwei Jahren gegründete freiwillige Feuerwehr hielt gestern Abend unter großer Beteiligung ihr erstes Familienfest ab. Kommandant Bender hieß die Erschienenen will­kommen und gedachte der Gönner und Förderer unserer jungen Wehr. Im Anschluß hieran wurden von jüngeren Mitgliedern wohl gelungene lebende Bilder aus dem Feuer­wehrleben gegeben, die gleich den gebotenen Couplets großen Beifall fanden. Ein Tänzchen beschloß die schöne Feier.

(!) Kinzenbach, 19. Jan. Daß die Kaninchenzucht sehr nutzbringend sem kann, davon haben wir hier wieder den Be- we^. Der Vorsitzende unseres Kaninchenzuchtvereins Werkführer Schmidt verkaufte einen belgischen Riesen R. an einen Frank- surker für OQ Mk. Auch andere Rassen dieser Kleintiere, wie Velgifch-Land, Ruffen, Holländer und vor allem Silberkaninchen werden von hiesigen Züchtern mit gutem Erfolg gehallen.

. . Vom Bieb ertal, 19. Jan. Heute nachmittag gegen 4br wurde m den Lüften ein großer Ballon bemerkt, der aus -Luden kam und hinter dem Dünsberg verschwand. Tas Schau­spiel hatte all und jung auf die Beine gebracht.

rburg, 19. Jan. Aus Anlaß der kürzlich crfolg- tm ^1^^113 ber bieugenFreien Studentenschaft" ift letzt unter dem ^litclTer Freiheitskampf an der füiarburgex SSrÄrL ?5re- fci1? Broschüre erschienen. Tie hiesigen Vuchhundler erklären h.erzu, daß uc fich mit d.nn ihnen ange­botenen Vertrieb Dieter Broschüre nichr befassen. Tie Freie Studenten! chafr habe befanntlich cm eigenesAkademisches Vncheramt- _ gegründet und fich selbst mit dem Verkauf von Vucherm besaßt. Es müsse ihr balj-er jetzt auch der Vertrieb ihrer Vrofchure uberlaftcn bleiben.

fe. Frankfurt a. M., 19. Jan. Die hiesige G a st w i r ts- Innung plant angesichts der vom Brauerring beabsichtigteii BierpreiSerhohung die Errichtung einer eigenen Brauerei auf genoncnidjaitlidjer Grundlage, ähnlich der von den Flaschen- bierhändlern mit ;o gutem Erfolge geführten Genossenschafts- brauerei ^ie Gastwirte haben bereits ein Kapital von 150 000 -Utarf ru.ammen. Die konstituierende Versammlung soll bereits in uen nächsten -lagen stattfinden. Ferner wurde in der letzten tür^F-lL^fich ^ngcTegt1 ° Gründung einer Einkaufsgenossenschaft

7= 6 u lda, 19. Januar. Gestern mittag warf sich ein Artillerist namens Stern aus Hersfeld, der im 2. Jahre beim 47. Artillerieregiment in der I. Batterie zu Fulda diente, unmittelbar vor der Einfahrt des Personenzuges Nr. 230 BebraFrankfurt, gegenüber der Kaserne, vor die Maschine und ließ sich überfahren. Er wurde zermalmt. Furcht vor Strafe soll das Motiv gewesen sein.

teilnehmer, denen die Glücksgöttin Amor besonders hold war, wurden mit schönem Gewinn beglückt. Erst gegen 1 Uhr war der erste Teil des sehr reichhaltigen Programms zu Ende und es wurde nun dem Tanze gehuldigt, an dem die Jugend bis in die frühen Morgenstunden regen Anteil nahm.

X Großen-Buseck, 20. Jan. Am 20., 21. und 22. Juni l. Js. feiert der hiesige Turnverein sein neun­jähriges Stiftungsfest, verbunden mit Fahnenweihe. Die Lieferung der Fahne ist der Firma Hermann Hisgen zu Lich übertragen worden.

X Nosbach bei Friedberg, 19. Jan. Das Forst- hans auf dem Winterstein, das von jeher von Touristen und Nauheimer Kurgästen gern und zahlreich besucht wird, hat jetzt Telephonanschluß erhalten. Auch die Straße, die von Nauheim durch den Hochwald führt, ist jetzt bis zum Forsthaus fertig gestellt.

ist Romrod, 18. Jan. In der Oberförsterei er­eignete sich beim Holzfällen ein schrecklicher Unglücks­fall. Ein umstürzender Baum traf mit solcher Wucht den Rottenführer Johannes Rau, Landwirt und Gemeinde­einnehmer aus Liederbach, daß die Hirnschale verletzt wurde. Seine Mitarbeiter legten ihm einen Notverband an und mittelst Wagen brachte man den Bewußtlosen nach Hause. Zwei Aerzte ordneten seine Uebersührung in die Klinik nach Gießen an. Diese sollte auch morgens mit dem Frühzuge erfolgen; aber der Mann starb, bevor sie erfolgte. Die ganze Gemeinde nimmt innigen Anteil av dem herben Geschick der Familie.

-t- Friedberg, 18. Jan. Zu der Mitteilung aus Rendel, nach der dort am 16. Januar der Jagdaufseher Moxter sich erschoß, nachdem er vorher den ihm verfein­deten Georg Geibel von da erschossen hatte, ift bemerkens­wert, daß dies das siebente Menschenleben ist, welches innerhalb eines verhältnismäßig kleinen Bezirk im Verlauf der letzten elf Wochen gewaltsam, durch Erschießen, geende^worden ist. Bon diesen sieben Fällen lag in einem Fall (Stoll zu Vilbel) fahrlässige Tötung vor. In den Übrigen sechs Fällen handelt es sich um vorsätzliche Tötung und zwar um Mord und Selbstmord. Die Annahme, daß hier geistige Ansteckung und ein abnormer Dauerzustand (psychopathische Epidemie) vorliegt, ist nicht von der Hand hu weisen. Tie Vorgänge, gleichartig im Tatsächlichen und in den Motiven, spielen sich in rascher Auseinanderfolge in drei nahe beisammen gelegenen, in regem Verkehr stehen­den Orten (Friedberg, Vilbel und Rendel) ab; der Herd und die fortschreitende Ausbreitung, das mittelbare Miterleben durch die einzelnen in Betracht tömmenden Personen ist hier nachweisbar. Ausschreitungen so schwerer Art sind seit Menschengedenken an den bezeichneten Orten nicht vorge­kommen, fic sind auch der Charatteranlage der Bevölkerung sonst durchaus fremd. Die ^llinahme, daß das gehäufte Zusammentreffen bis in die gleichen Einzelheiten rein zu­fällig sein könne, entbehrt der Wahrscheinlichkeit. Ueb- rigens war seinerzeit die gleiche Wahrnehmung zu machen bei dem nächtlichen Einbruchsdiebstahl im Pfarrhause zu Heldenbergen; bekanntlich war dieser alsball) von mehreren Nachahmungen gefolgt, so in unserer Nähe in Dortelweil und in Petterweil.

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Rückerstattung der Hälfte der gezahlten Beiträge (es han­delt sich in den meisten Fällen um 25- bis 30 Mk.) und macht dadurch, daß sie alle fünf Wochen eine Marke zu 14 Pfg. llebt, von dem Rechte der Weiterversicherung Ge­brauch, so bezieht sie im Falle dauernder Erwerbsunfähig­keit eine Rente von mindestens 116 Mk. jährlich. Es sollte deshalb jede junge Frau, welche sich verheiratet, ruhig weiter kleben, damit sie bei vorkommenden Krank­heitsfällen die Vorteile der Invalidenversicherung voll und ganz genießen kann.

Ordensverleihungen zum Ordensfest 1908 Es erhielten: den Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub: Gen.-Major o. Nieber, Koininandeur der 25. Feldart.-Brig. (Gr. Hess.); den Roten Adlerorden 3. Klaffe mit der Schleife: die Obersten v. Bernuty, Kommandeur des Garde-Drag.-Rgts. (1. Gr. Hess.) Nr. 23, v. Bo eck mann, Kommandeur des Jnf.-Rgts. Prinz Karl (4. Gr. Hess.) Nr. 118; Nie del, Kommandeur des 5. Gr. Hess. Jnf.-Rgts. 9tr. 168; Gen.-Arzt Dr. Schmie dicke, Korpsarzt des 18. Armeekorps.

Vom Stadttheater. Die O p e r n v o r st e l l u n g