ctneS wirklichen kolonialen Vecnntenstandes in Die Wege geleitet werden, der der Aufgabe ein ganzes Leben widmet und demgegenüber die Heimat ihrerseits ihre Pflicht tut. _
Besonders in der Kolonie, in der Deutsche in größerer An, zahl sich bereits niedergelassen haben und wo viel deutsches Blut geflossen ist, ist das eine Hauptaufgabe. Aber auch in den andern Kolonien, wo cs heute noch nicht feststeht, ob. Deutsche in größerer Anzahl ohne Schaden für ihre Gesundheit sich ansiedeln tonnen, muß der Gesichtspunkt, daß die deutsche Herrschaft auf dem Ansehen der weißen Rasse beruht, beobachtet werden. _ Diese Frage nötigt zur. Aufrechterhaltung einer Ras sensu st iz und zu Schritten, die das Arischen der weißen Rane aufrecht zu erhalten geeignet sind. Ich kann von Ihnen wesentlich unterstützt werden durch die Ausmerzung solcher Elemente, welche diese- einsehen gegenüber den Eingeborenen durch Brutalität U"0 Ungerechtigkeit auszurotten sucken. Sollen die Kvlomen ihre wirtschaftliche Aufgabe erfüllen, die Heimat mit Rohstofsen zu versehen, dann muß die Regierung auch dafür sorgen, daß. die notwendigen Hilfsmittel angeschafft werden, deren die Kolonie dazu bedarf. Dies nur in den Grenzen, welche die Machtmittel des Deutschen Reiches erlauben, und loelche nicht die unveraußernibcn Rechte der Eingeborenen unterdrücken oder ihre körperliche Wohlfahrt und wirtschaftliche Entfaltung auf dem Boden einer bestimminig unterbirrden. Dahin gehört vor allem eine Regelung der Arbeiterfrage, eine Unterstützung des Handels und in Citi afrika auch die Erhaltung des I n d c r c l e m c n t s in begrenz, tem Umfange. Vor allem aber gehört dazu die Eröffnung vonVerkehrswegen, welche die Kräfte freimachen zu einer wirtschaftlichen Betätigung und der Wissenschaft und Technik reiche Arbeit zuführen. Die Einschränkung, die ich gemacht habe, Hai zu einem Konflikt mit den Pflanzern und Ansiedlern in Ostafrika geführt, der auch in einer Petition zum Ausdruck gekommen ist. Gleichviel wie sich das Hohe Haus gegenüber dieser Petition stellen möge, des mögen die deutschenPflanzer m Ostafrika versichert sein, ihr Wohl liegt der Kolonialverwalrung mindestens ebenso sehr am Herzen, als das der Beamten, der Offiziere, Missionare, Kaufleute, Farmer usw. Der freie Entschluß Der Regierung, den Pflanzern in der Arckeiterfrage soweit wie möglich zu helfen, bedeutet einen großen Fortschritt.
Die Regierung muß über allen Parteien stehen. Sie muß sie mit gleicher Fürsorge und Gerechtigkeit behandeln, sic wird sich auch durch Angriffe von ihren Aufgaben nicht abhalten lassen. Sie erkennt in der Petition den Ausdruck berechtigter Interessen an, denen aber onberc berechtigte Interessen gegenüberstehen, die sie zu einem Ausgleich bringen muß Diesen Ausgleich betrachtet sie als ihre Aufgabe, und sie glaubt diese Aufgabe auch ohne Verletzung anderer Interessen lösen zu können. Wir erkennen den wichtigen Faktor der Pflanzer in unseren Kolonien au. Wir sind deshalb bereit, den Farmern zu einer Verständigung wohlwollend uni) loyal die Hand zu bieten. (Beifall.) Mögen sie sie ergreifen und mit uns an der großen nationalen Aufgabe mitarbeiten zum Wohle des Reiches. (Lebhafter Beifall.)
Der Staatssekretär macht eine Bemerkung über die Missionen. Er stellt freudig ihre erfolgreiche Tätigtest fest zur Hebung des sittlichen und körperlichen Zustandes der Eingeborenen. Ter Kulturzustand der Neger ist natürlich kein hoher, die Fähigkeit der Assimilisation ist nicht sehr stark. Er hat ein gewisses Rechtsbewußrsein, er kennt die Grenzen des Eigentums und erhebt Anspruch auf gewisse Selbstbestimmung; aber er ist weder dankbar, noch undankbar. Mit seiner Wahrhaftigkeit ist es nicht weit her. Er hat nicht nur einen ausgesprochenen Erwerbssinn, sondern geradezu eine Begehrlichkeit. Wer die Ackerbaukultur im. Inneren gese^n hat, farm nicht daran zweifeln, daß er einer steigenden Kultur fähig ist, vorausgesetzt, daß er seine Produkte absetzen kann und einen angemessenen Lohn erhätt. Aus dieser Eharafteristik ergeben sich die Aufgaben der Verwaltung. Der Neger soll zu einem nützlichen und gehorsamen Bewohner unserer Schutzgebiete gemacht werden. Die Mittel dazu bestehen in einer scharfe n Strenge gegenüber Un bot Mäßigkeit und leidenschaftslosen Gerechtigkeitspflege. Ohne das werden die afrikanischen Kolonien auf die, Darier nur ein unüchc- rer Besitz bleiben. Das ist umso rrotwendiger, als die Jttrchtinittel über die wir verfügen, sehr gering sind, und ein Zwang gegenüber den sehr zahlreichen Eingeborenen uns auf eine sehr harte Probe stellen würde. Der Neger muß einsehen, daß er, der die Lasten für das Schutzgebiet trägt, auch auf das Wohlwollen der Regierung rechnen kann. Neben der genauen intimen Kenntnis des Negercharatters und der Negergewohnheiten erfordern auch ethische Grundsätze die größte Aufmerksamkeit auf Gesundheit. Fortpflanzung, Leistungsfähigkeit des Negers. Der gesunde Neger ist für den Plantagenbau ein guter Produzent. Es muß aber materiell vorgesorgt werden und zwar dadurch, daß die Erfahrungen der weißen Nasie in der Bekämpfung der Viehseucheii und den Wafferverhältnissen usw. Üjm zu nutze gemacht und die Kon'um- krast gesteigert wttd. Die Produktion der Eingeborenen ist zur Zeit das Rückgrat des oslafrikanischen wirt- schastliäten Lebens und kann durch Plantagenbau nicht ersetzt werden. Machen wir aus dem Neger einen gerecht behandelten bodenständigen und gesunden Schutzbefohlenen, so werden uns manche un- produttwe Ausgaben erspart bleiben. Diese Sätze gelten für alle Neger ohne Unterschied sti den deutschen Schutzgebieten. Einsetzung von Eingeborenenkommissaren, ein Landeskulturamt, ein Landes- sanüätSam:, wirtschaftliche Vorbildung der zu emsen- benben Beamten, ist weiter dazu erforderlich. Diese Politik ist bte Politik aller erfolgreichen koloni
sierenden Nationen. Man hat mir in der Presse öfter vorgeworfen, ich sei mit meinen Ansichten schroff hervorgetreten. Ich meine, diese Sätze sind so einfach und so selbstverständlich, daß ich auf einen Widerspruch gar nicht gefaßt sein konnte. Aber nachdem er hervorgetreten war, konnten sie auch nicht scharf genug ausgesprochen tverden. Meines Erachtens liegen sie in der Brust jedes kolonialfreundlichen, humanen Menschen tote in Erz geschnitten. Es ist nicht uninteressant, und ich führe das zur Unterstützung dieser Polttik an, wie sich die anderen kolonisierenden Natwnen gerade diesen Fragen gegenüber verhalten haben. Der Staatssekretär verliest eine Stelle aus dem Referat der Budgetkommission der französischen Kammer. Es heißt darin — es handelt sich inn eine tropische Kolonie — 7 „Allein vermögen wir nichts, mit den Eingeborenen können wir alles. Als Teilhaber, nicht als Unterdrücker, können wir verfahren. Wir können nicht an die Stelle der mühevollen Arbeit unmittelbare Bewirtschaftung setzen. Was wir tun können, das ist, daß wir ihn beraten, führen unb zur Betätigung anleiten. Die Eingeborenen werden unsere Macht erst von dem Tage an achten und sich danach verhaften, an dem ihnen durch eine folgerichtige und menschliche Politik mehr Wohlfahrt verschafft ist. Der Engländer begreift von dem Augenblick seiner Ankunft auf der neuen E"de als letzter Ankömmling sofort, daß nicht die neuen Zustände sich ihm anzupassen haben, sondern daß er sich bestreben muß, sich ihnen zu nähern. Gerade darin ist bei uns sehr gefehlt worden." (Bewegung.) Diese Sache gebe ich als eine Bestätigung meiner programmatischen Erklärungen. Mese ganze Diktion ist mehr unseren französischen Nac^arn angepaßt, wir würden uns etwas anders ausdrücken. Wer ich entnehme auch ihr die Ueberzeugung, daß ich mit dem, waS ich Ihnen vorzutragen die Ehre gehabt habe, mich auf dem richtigen Wege besinde.
Der Staatssekretär wendet sich nunmehr der Bahnvorlage zu. Wenn die deutsche Nation große Opfer, besonders in Südwestafrika gebracht hat, ohne durch die wirtschaftliche Entwicklung der Kolonie bisher entschädigt zu werden, so liegt das neben der geringen Spanne, in der wir überhaupt kolonisieren, nur daran, daß wir äu ängstlich gewesen sind in der Schäftung der Verkehrswege uno uns darin von unseren Nachbarn gaben schlagen lassen. Als ich vor anderthalb Jahren zum ersten Male vor Ihnen hier erschien, habe ich Ihnen zwei Denkschriften vorgelegt. Die Ansichten, die darin vorgetragen wurden, sind jetzt, was die Verkehrswege anlangt, Gemeingut geworden. Was die
erste Denkschrift betrifft, so kann ich wiederholen, wrr haben im tropischen Afrika so gute Kolonien, wiesie dort überhaupt erhältlich gewesen sind. (Heiterkeit, Lachen und Gelächter.) Die zweite Denkschrift behandelte die Bahnftage. Der Staatssekretär verliest längere Stücke aus dieser Denkschrift und fügt daran eine Wiederholung seiner Erklärung aus der Kommission, die er gleichfalls zu einem großen Teil nach dem Kommissionsprotokoll verlieft. Die Erfahrungen, die ich in der Denkschrift niedergelegt habe, haben seitdem eine erhebliche Verstärkung und Bestätigung erfahren durch die Eisenbahnbauten, die im Laufe dieses Jahres erfolgt sind, und die bereits mehr als die Hälfte der gesamten Kosten an Fracht ersparen.
Der Staatssekretär läßt sich über die Magerkeit der ost- afrikanischen Bahndenkschrift aus, die im auffallenden Gegensatz zur Ausführlichkeit der Togo-Denkschrift steht. Ich habe dem Hause eine Denkschrift über Ostafrika überhaupt zugehen lassen, außerdem eine Veröffentlichung des Reichs am ts des Inneren über den Handelsverkehr in Ostafrika, die alles das enthalten, was über dies Land zu wissen notwendig ist. Ich habe diesen Weg gewählt, weil ich nicht wußte, in welchem Moment ich mit der Bahndenkschrift an Sie herantreten würde, und ob Sie noch Zeit haben würden, sie für die erste Beratung zu studieren.
Die sogenannte Eisenbahnvorlage enthält aber erheblich mehr als bloß den Bau von Bahnen. Sie enthält den Versuch, die Kolonialbilanz auf eigenen Fuß z u setzen, der die Lasten der Heimat in Zukunft in ihrer Maximalhöhe limitierten und beschränken soll. Im vorigen Jahre ist in der Budgetkommission diese Frage ausführlich erörtert worden und gerade das hier vorgeschlagene Schema gebilligt, auch von einem Mitglied bei Mitte, was ich gegenüber einem heutigen Artikel der „Germania" bemerke. Die Limitierung der Maximalhöhe des Reichszusckußes ist ein großer fundamentaler Fortschritt. Er enthält die Mahnung an die Schutzgebietsverwaltungen, sparsamer zu wirtschaften und nicht ohne Rücksicht aut die eigenen Einnahmen, wie es jetzt vielfach geschieht, große Ford^ rungen zu stellen unb im Interesse der kolonialen Ausgaben auch auf Erschließung entsprechender Einnahmequellen bedacht zu sein. Es liegt auf der Hand daß, solange die Heimat wie ein guter Vater für den kolonialen Sohn sorgt, die Gouverneure und Beamten nicht Schwierigkeiten haben, neue und größere Mittel her. beizuschaffen. Sie verlaßen sich dann lieber auf den hohen Reichstag und die Kolonialverwaltung. Das liegt aber nicht im Interesse einer sparsamen Wirtschaft
Ebenso ist der Anfang gemacht worden mit einem A u s - gleich sfonds, zunächst für Togo. Auch das entspricht einem Beschlüsse der Budgetkommifsion vom vorigen Jahre, unb es wird die Frage sein, ob nicht auch für die anderen Kolonien ein solcher Fonds geschaffen wird, zunächst für Ostafrika. Frankreich hat nicht allein 27 Millionen Francs jährliche Rente nach Algier gegeben — das entspricht einem Kapital von 900 Millionen Francs — sondern auch 700 Millionen Kolonialeisenbahnanleihen aufgenommen. Tas sind ungefähr IVe Milliarden. Bei der ersten Lesung des Reichsetats ist hier darüber geklagt worden, in welch' ungeheurem Maße die Reichsschulden sich vermehren: Frankreich habe seit 1870 keine weiteren schulden gemacht. Gewiß nicht — wenn Sie diese IV2 Milliarden nicht rechnen und nicht rechnen, waS die Engländer in die Kolonien stecken. Sie aber haben hier über 400 Millionen für den Feldzug in Südwest auf die Rticks- schuld genommen, da dürfen Sie sich ftcilich nickt wundern I Die Sckutzgebiete haben ibr eigenes Vermögen, es ist nur recht und billig, daß sie auch ihre eigenen Schulden haben. (Abg. Dr. Südekum (Soz.) ruft: Ausgezeichnet!)
Der Staatssekretär streift dann kurz die Frage des fiskalischen Bahnbaues. Die Gründe dafür werden am besten in der Kommission auseinandergesetzt werden und sind ja auch in der Denkschrift im wesentlichen enthalten. Die Bahnunternehmungen müssen in der Hand des Fiskus bleiben, weil sie nicht nur Erwerbs-, sondern auch staatlichen Zwecken dienen.
Ostafrikan kann nun natürlich nickt von einem Punkt aus erschlossen werden. Je nach dem Gesichtspunkte, je nach dem Wohnorte kommt die Vorlegung des einen ober anderen Wunsches. Wer in Tanga wohnt, will natürlich eine Bahn nach Tanga haben. Darauf kann die Kolonialverwaltung sich natürlich nicht einlassen. Sie steht auf dem Standpunkt, daß jeder entwicklungsfähige Teil, sobald die Kolonie dazu imstande ist die Zinsen dafür aufzubringen, durch Eisenbahnen erschlossen werden muß, und daß das nur immer eine Frage der Zeit ist und der ganze Streitpunkt nur darin besteht, wer kommt zuerst? Ich habe die folgende Methode verfolgt. Bei den kolonialen Eisenbahnen kommt es gar nicht darauf an, von wo die Güter aus dem Innern heraus- kommen. Das wissen wir ganz genau, daß Gummi und Elfenbein ebenso wie auf dem Rücken der Träger auch auf der Eisenbahn befördert werden tonn. Es handelt sich aber darum, festzustellen, welche Maßen von geringwertigen Massengütern können für eine Eisenbahn erzielt werden unb wie weit ist bet Wirkungskreis einer jeben solchen Eisenbahn mit Rücksicht auf solche Güter?
Ich habe die Verhältnisse der Taborabahn genauer geprüft. Auf dem Wege haben wir jede uns entgegenkommende Karawane angehalten unb uns erkundigt, was sie mit sich führte. Besonders wurde die Oelfrucht transportiert, die ein gutes Massenprodukt ist, das keinen Wert hat. Wenn man den Wirkungskreis einer Eisenbahn auf etwa 150 Kilometer im Umkreise schätzt, dann liegen 34 Prozent des Interessengebietes dieser Bahn in unserem Schutzgebiet. Die Bahn wird sich also wirtschaftlich rentieren. Als seinerzeit die englische Ugandabahn gebaut wurde, erhoben sich ©tipimen, die behaupteten, die Bahn würde uns das Geschäft wegziehen. Ich habe gefunden, daß diese englische Bahn das Schutzgebiet gar nicht schädigt. Sie hat im Gegenteil einen großen Teil des Schutzgebietes erschloßen unb ist ein Segen für unseren Besitz geworden. Als Geschäft an und für sich ist sie aber nicht von Bedeutung. Sie bezahlt sich zwar vollständig, das liegt aber daran, daß sowohl die Steuern als auch die Zölle einen derartigen Aufschwung genommen haben, daß die Einnahmen des Fiskus daraus sehr bedeutend sind. Würden wir eine Konkurrenzbahn bauen, so würden wir ein an und für sich schlechtes Geschäft machen, denn da die Ugandabahn nur 1 % Prozent lieber- schuß hat, so wurden wir bei der Teilung der Frachten gar nur auf Prozent kommen. Warum sollen wir also eine Konkurrenzbahn für diese Ugandabahn bauen, wenn wir noch reichlich an anderen Bahnen in unserem Schutzgebiet zu tun haben? Es ist nicht Aufgabe der kolonisatorisch tätigen Nationen, sich gegenseitig das Wasser abzugraben. Wir müßen uns freuen, wenn einer dem anderen die Schultern etwas erleichtert. (Beifall.) Alle die Babnen, die angefordert werden, machen im ganzen keine überaus große Summe aus. In den nächsten 20 Jahren und auch bereits vorher wird bas Schutzgebiet sicher in der Sage sein, die Kosten aufzubringen. Wir werden eine der Bahnen nach der anderen bauen können, unb ich kann allen, die für unsere Kolonien Interesse haben, nur die Bitte ans Herz legen, ihre Spezialwünsche nunmehr zurückzustellen unb der Regierung zu folgen. (Sehr richtig!) An der bisherigen Verzögerung des Ausbaues ist nicht die Regierung schuld, fonbern manche Freunde der Kolonien, die zunächst ihre eigenen Wünsche berücksichtigt haben wollten. (Sehr richtig!) Die Taborabahn ist von großer Be- beutimg. Denn Tabora ist die einzige wichtige Stadt im Innern. Sie bat 40 000 Einwohner, intelligente, arbeitsfähige und auch selbstbewußte Leute. Tie Wirkung eines Aufttandes im Innern würbe gar nicht abzusehen sein, wenn dieses Gebiet davon ergriffen würde unb wir ohne jegliche Verkehrsmittel bastehen würden. Die Regierung wird sich in ihrem Eisenbahnprogramm darauf beschräilken, nur wirtschaftlich rentable Bahnen vorzuschlagen. so daß eine Belastung des Reiches ausgeschlossen ist. Das au.gearbeitete Programm Herfahrt auch nach diesem Grundsatz. Alle diese Bahnen, die Usambarabahn, die Togobahn usw., werden | in absehbarer Zeit in irgend einer Weise rentabel sein.
Wenn Sie bic Vorlage annehmen, so werben Sie damtt erreichen, daß Deutschland mit seinen Kolonien nicht mehr so
wesentlich hinter den onDcrn zurücksteht. Sie werden eine große Entwicklung unserer sämtlichen Kolonien in die Wege leiten. Sie werden die Sicherheit des Besitzstandes des Deutschen Reiches, der sonst noch sehr problematisch ist, erhöhen, ohne Erhöhung der militärischen Kosten, ja sogar bei einer Verminderung der militärischen Macht. Sie werden die Früchte ernten, die mit Schwierigkeiten erworben sind. Sie werden das tun ohne Schaden für die gesamte Finanzlage des Reiches und mit der sicheren Aus- sicht, daß die Opfer, die bisher gebracht sind, zwar nicht ausgeglichen, aber doch nicht umsonst gebracht sind. (Lebhafter Beifall.)
Abg. Frhr. v. Nichthosen (kons.):
Wenn man bis nach Mitternacht in diesem hohen Hause gesessen hat und von 10 Uhr an schon ivieber eine Kommissionssitzung mitmachen muß, bann bleibt einem nicht die Zeit, sich auf eine Rebe zum Kolonialetat angemessen vor- zubereiten. Ich werbe baher mich heute auf wenige Ausführungen beschränken. Die Budgetkommission hat sich, solange ich ihr angehöre, noch nie so gründlich mit den Schutzgebieten beichäf- tigt, wie diesmal, und dabei trugen die Verhandlungen diesmal einen durchaus ernsten Charakter. Die Kommission hat die Vorlage daher gut vorbereitet unb auch bet Chef der Kolo» nialbertoaltung hat gezeigt, daß er den besten Willen bat, die Sache zu fördern, daß er ein Mann von Initiative ist. Er ist auch gewillt, Handel, Landwirtschaft unb Industrie in gleicher Weise in unseren Schutzgebieten ^u fördern unb will auch kulturelle und nationale Gesickts- punkte zur Geltung bringen. Die Kolonisation ohne die Mission ist nicht denkbar. Aber die Mission hat vollkommen erkannt, daß sie nicht bloß christianisieren, sondern auch kultivieren muß. Im letzteren Puntte geht es nickt ohne Reibung ab, weil auch der Staat dieses Ziel verfolgt. Ich weise hier auf das Gebiet der (schule hin. Die staatliche wie die Reli. gionsschule haben ihre Berechtigung, wir müssen nur fordern, daß in den Kolonien jede Schule die deutsche Sprache und das deutsche Nationalbewußtsein pflegt. Oft genug wird d i e Mission zum Anwalt der Eingeborenen, und daher werden 'immer Fälle vorkommen, die zu Konflikten führen. Die Finanzen unb die Verwaltung der Mission müssen von den Staatsfinanzen unb der Staatsverwaltung getrennt werden, sonst kann die Mission, ber wir ei <en großen Erfolg wünschen, nicht bas leisten, was von ihr gefordert werden muß.
Durch die Verhandlungen der Kommission hat ßch ein Stichwort hingezogen: der Eingeborene ist der wertvollste Besitz der Kolonie. Dieses Stichwort ist durchaus richtig. UeberaH ist es die erste Aufgabe vom rechtlichen, menschlichen und nationalen Standpunkte aus, den Eingeborenen zu erziehen und zu erhalten, i In den meisten Kolonien können wir nur wirtschaften, wenn wir die Eingeborenen aus Wilden zu Menschen niachen. Das wesentlichste Mittel dazu ist, daß wir sie vor dem Alkoholgift bewahren. Ich hoffe, daß internationale Verhandlungen noch wehr als bisher zur Eindämmung des Alkoholgenusses führen. Viel läßt sich erreichen durch Zölle, Eisenbahntarife usw. Auch die Unterdrückung ber ansteckenden Krankheiten müssen wir uns angelegen sein laßen, und ich freue mich, daß es ein Deutscher ist, der sich bei der Bekämpfung ber Schlafkrankheit unvergängliche Verdienste erworben hat. (Beifall.) Die Erziehung der Eingeborenen zur Arbeit ist eine sehr schwierige Frage, muß aber unter allen Umständen gelöst werben. Ganz ohne Zwang wird eS da nicht gehen. Es gibt einen indirekten Zwang, ber sich in Heranziehung zu kommunalen Leistungen, insbesondere Steuern, dartut, unb auch einen direkten Zwang, der allerdings nur in verein« zelten Fällen wirksam sein wird. Wir müssen eben den Eingeborenen zeigen, daß ihr eigenes Interesse mit ber Arbeit verknüpft ist. Das setzt voraus eine gründliche Ausbildung insbesondere ber Arbeiterkommißariate. Diese dürften Arbeit nur dort vermitteln, wo seitens ber Unternehmer eine angemessene Arbeiterordnung geachtet wird. Auf diesem Gebiete haben wir schon Fortschritte zu verzeichnen und werden auch hoffentlich noch weitem kommen.
Es freut mich, daß es uns in Togo und in Ostaftika gchut' gen ist, den Neger zum kleinen selbstänbigen Unternehmer zu machen, unb bic Ansieblung der Neger müssen wir uns in jeder Weise angelegen fein lassen. Ich weise hier besonders auf die Behandlung hin, bic wir den Plantagengesellschasten haben zuteil werden laßen. Durch eine verfehlte Kolomalpolitik war Jahre hindurch ein großer Teil des Grund unb Bodens in fremde Hände gekommen, unb ich sehe es als einen Triumph der Kolo, n i a l p 0 l i t i k an, baß j e tz t 1ü i c b c r ein größerer Teil des den Siedlungsgesevschaften zustehenden Landes freigemacht wirb. In der Kommission trat das Bestreben zutage, bic deutschen kleinen Ansiedler noch mehr zu fördern, unb ich hoffe, daß diesem Wunsche seitens ber Kolonialverwaltung in jeder Weise Rechnung getragen wird. Gerade hierdurch wird das Nationalgefühl der dortigen deutscheii Farmer wachsen. Auch der Anfang von Großgrundbesitz ist schon in den Kolonien vorhanden, und die richtige Mischung von Klein, und Großgrundbesitz wird reiche Früchte tragen. Vor einem Heber maß des Plantagenwesens freilich ist zu warnen, wenn ich auch bic Plantagengesellschaften nicht überhaupt beseitigen will, denn manches kann der einzelne Farmer gar nicht allein anbauen. Die dortige Schafzucht kann sehr stark durch die Gewährung von Prämien gefördert werden. Die Prämien sind aber noch zu gering; in diesem Jahre «Derben sie freilich kaum noch erhöht werben können.
Nun zu den finanziellen Verhältnissen. Die Neger müßen lernen, daß sie zu den Vorteilen, die ihnen geboten werden, nuch beizutragen haben. Offen ist allerdings bisher noch die Frage, ob dies durch eine Hüttensteuer ober durch eine modifizierte Kops, steuer erreicht werven könne. Eine Wertzuwachs st euer hätte ihre Berechtigung. Sie ist aber im wesentlichen eine Steuer für kommunale Zwecke und darf nur ausnahmsweise zu Staats- Zwecken erhoben werden. Jedenfalls ist an ihre Einführung Wohl vorläufig noch nicht zu denken. Man verlangt für die Kolonien, in denen die Verhältnisse besonders günstig liegen, eine Kodifikation des Eingeborenenrechts, nicht in der Form von Weißbüchern, sondern durck geschriebene Gesetze. Aus diesem Gebiete mutz eine allmähliche Umänderung nach modernen Grundsätzen erfolgen. Eine andere Frage ist bic nach einer Besserung in der Beamtenhirarchi. Eine Trennung zwischen admiliistrativen und richterlichen Beamten ist nicht absolut durchführbar, denn zuni Teil find die Verhältnisse halb administrativ, halb juristisch. Di« Aenderungen, die man hinsichtlich der Ausbildung der Kolonial- beamten plant, gewähren alle Aussicht auf einen tüchtigen Ersatz und so wird es kommen, daß der deutsche Kolonial« beamte, wie cs so schon der inländische ist, ein Muster für die ganze Welt wird. (Beifall.) Unsere Kolonien haben schon manchen Erfolg gebracht und werden auch weiter reüssieren. Hinsichtlich ber Beschaffung der Mittel für die Kolonien stehen wir an einem Wendepunkt der ganzen Finanztechnik, und ich glaube, wir haben hier den richtigen Weg eingeschlagen. (Beifall.) Der Redner bespricht die Bahnvorlage, ist aber in seinen Einzelheiten, da er sich dabei ganz ausschließlich dem Staatssekretär zuwendet, völlig unverständlich. Er spricht im allgemeinen feine Zustimmung and und beantragt Vorprüfung der Bahnprojekte in der Budgetkoni- Mission. (Beifall.)
Abg. Dr. Arning (nl.)
beginnt mit dem Ausdruck der Befriedigung über die Besserung ber Kolonialbilanz in unseren Schutzgebieten: in Togo, in Kamerun, den erheblichen Rückgang des Reichszuschusses in Ostafrika, die außerordentliche Zunahme des Handels, woran insbesondere auch die Sinncnftationen sehr erheblich beteiligt sind. Wir beginnen die Früchte zu ernten. In Sübwfttasrika liegen ja die Verhältnisse weniger angenehm. Die Besserung beginnt auch ba mit ber Zurückziehung ber Truppen, die gewiß nicht, wie bas Zentrum meint, ein Canossagang ist. (Beifall.) Wir stehen lelbstver- siändlich auf dem Standpunkt, daß die vorgeschlagenen Bahnen,
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Vic Kolonie k g(n Seg CiWIa, sonst!-'" po-hlnnde ßing.ev vor lv b1 micfetuH? und die 2 Singebore eingef"^ so me! 1 Sanz ver> LolkSze'tu »gud-lent daß der- beim s it au-ü 1« Redner st bängmövo SneArb Die englu iDflte es f lönncn km sollen bai doch nicht tzingebore jache erst haben, öl Hauptsache strabe lieg Das zwer Hütteust
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