Ausgabe 
14.11.1908 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

in in in in

*' Von der Technischen Hochschule. Im Stu­dienjahr 1907-08 wurde der Grad eines Diplom-In­genieurs erteilt: im Hochbaufach 44 Studierenden (11 Hessen), im Bauingenieurfach 78 (27), im Kulturingcnieursach 3 (1), im Maschinenbaufach 168 (14), im elektrotechnischen Fach 88 (3), im chemischen Fach 29 (11), im elektrochemischen Fach 10 Studierenden. Ueberhaupt wurde der Grad eines

Nach den Tarifsätzen sollen erhalten: Unterbearnte Klasse B 360, C 290, D 220, E 150; weibliche Beamte Klasse B 480, C 400, D 320, E 250; mittlere Beamte Zlasse B 650, C 540, D 450, E 330; höhere Beamte Klasse B 990, C 810, D 720, E 630 Mk.

verein wurde gestern abend vom Rhein-Main'schen Ver­bandstheater GutzkowsKönigsleutnant" aufgeführt. Es ist bereits die 3. Theatervorstellung, die genannter Verein seinen Mitgliedern und Freunden gibt. Alle er­freuten sich eines außerordentlich starken Besuchs aus allen Bevölkerungskreisen. Der Vortragsverein ver­anstaltete am Sonntag sein zweites Winterkonzert. Wahrscheinlich wird der Komponist Hans Hermann von Berlin selbst erscheinen, um von ihm komponierte Lieder,! die Kammersänger Fahr in Darmstadt -vorträgt, zu be- oleiten. Das Konzert beginnt um 7i/2 Uhr im Sprudel-Hotel.

-m. Ockstadt, 14. Nov. (Del.) Schon wieder ist hier ein Verbrechen vorgelommen. Dem Landwirt Johs. Weid-1 mann V. wurden 530 ML mittelst Einbruch gestohlen. ES scheint, daß hier und in der Umgegend eine größere Diebesbande ihr Unwesen treibt.

-rl. Büdingen, 12. Nov. Die Bürgermeister- wähl findet voraussichtlich am 24. Noo. statt. Als Wahl-! I kommissär wurden Gemeinderat Treser und als Beisitzer die Gemcinderäte Dotter und Methfessel bestimmt. Man sieht der Bürgermeisterwahl mit großer Spannung entgegen, allem Anschein nach wohl deshalb, weil ein Teil der Bürger einen Berufsbürgermeister, der andere Teil aber diese Angelegenheit nach dem seitherigen Verfahren erledigen will. Eine Aus-' spräche in einer öffentlichen Bürgerversammlung könnte zur Klärung dieser wichtigen Angelegenheit vieles beitragen.

Herbstein, 13. Noo. Die Stadt Herbstein bcab- fichtigt, den Hofreitegrund de§ früheren, durch den vorjährigen großen Brand eingeäschcrten Stadtwirtshauses und Rathauses zu verkaufen. Es ist der schönstgelegene Platz am Markt, in der unmittelbaren Nähe des Großh. Amts­gerichts und der Apotheke. Der Käufer muß sich verpflichten, an dem Platze ein Gebäude mit Metzgerei und Gastwirtschafts.

I betrieb zu errichten.

R.-B. Darmstadt, 13. Novbr. Bei den heutigen

schlichte Einfachheit und wahre Güte erwarb er sich schnell die Liebe der Eingeborenen. Die Besucher fanden ihn immer in einem groben Drillichanzug, der ehemals weiß gewesen sein mochte. Er erklärte, das sei die einzige Methode, sich mit den gewöhn­lichen Leuten auf guten Fuß zu stellen; zu einem Herrn in seinem Anzug würden sie kein Zutrauen haben. Bald fühlte sich Taft mit seiner neuen Aufgabe und seiner neuen Umgebung so innig verknüpft, daß er eine zweimalige Berufung an das Obergericht ablehnte. Er folgte erst dem Ruf Roosevelts, der ihn zum Kriegssekretär berief.

Einen modernen Falstaff" hat ein englischer Journalist den neuen Präsidenten genannt, und wirklich mag diese ungeschlachte und doch bewegliche, gcmüllich-joviale Erscheinung im ersten Augen­blick an Shakespeares unsterbliche Gestalt erinnern. Aber ist es ein Falstaff, der mit seinem Urbild nur des Leibes Rund- gestall und des Geistes nimmermüde Beweglichkeit, die uner­schütterliche^ Gleichmütigkeit in schweren Lebenslagen und den sieg- hast sttahlenden Humor gemein hat. Der neue Falstaff sitzt nicht im Wirtshaus, sondern lebt im gemütlichen Heim als bester' Familienvater unter den Seinen. In Tast verbindet sich mit der offenen Herzlichkeit und dem schallenden Gelächter eines good fellow", die planvolle Stetigkeit und der selbstbeherrschte Ernst des modernen Arbeitsmenschen. Er isteine schwere Maschine", aber so wuchtig und unermüdlich, wie er mit feinen Riesenfüßen daherstampft, bei aller Dicke beweglich und ge­schickt, so unaufhaltsam und gründlich arbeitet sein Geist. Seme Ausdauer im Arbeiten wird als ganz erstaunlich gerühmt, und hat er sich einmal mit aller Wucht auf seinen Arbeitssessel fallen lassen, dann steht er nicht eher auf, als bis die anfge-

Dwlsin Ingenieurs 420 Mal erteilt, davon 67 Mal in I Hessen.

Der hessische Lehrerverein für Naturkunde! blickt jetzt auf sein erstes Vereinsjahr zurück, das recht günstig! war. Bei der Gründung waren eS nur 622 Mitglieder, I heute sind eS schon rund 800 und zwar 700 Mitglieder, die iu Bezirke gegliedert find und 100 Einzelmitglieder. Der I deutsche Gesamtoerein zählt 30000 Mitglieder. Zweck des Vereins ist die Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse! und Einwirkung auf die Ausgestaltung naturkundlichen Unter­richts in der Schule, Beteiligung an der Erforschung der natürlichen Verhältniffe der Heimat, sowie Eintreten für den Schutz ihrer Naturdenkmäler. Der hessische Landesverein be­absichtigt die Gründung einer Landesbibliothek.

- Stadttheater. Nochmals sei darauf hingewiesen, !daß die morgige Sonntags-Vorstellung von ,Äcan* aus- ! nahmSweise um acht Uhr beginnt wegen deS Konzertes des Konzertvereins, das nachmittags im Stadttheater statt­findet. Wie groß der Erfolg der Pariser Gesellschaft, die am Montag vle malade imaginaire- hier spielen wird, überall gewesen ist, geht daraus hervor, daß von Marburg, wo dasselbe Stück am vergangenen Montag vor ausverkauftem Hause gespielt worden war, wiederum eine größere Anzahl Bestellungen für hier vorliegt. Die Volks- vorstellung von ,Jungfrau non Orleans' am nächsten Dienstag ist die letzte Aufführung des Schillerschen Werkes.

"Unsere RegimentSmusik konzertiert morgen in «Limburg.

Spielteufel. Durch Vernehmungen, die das I Polizeiamt vornahm, hat sich ergeben, daß zurzeit der Spiel- teufet in weiten Kreisen unserer Bevölkerung grassiert. Es ist festgestellt, daß in einer ganzen Reihe von Wirtschaftrn in der' Stadt die ,Wutz" und andere verbotene Kartenspiele fast täglich gespielt worden sind. Ter Behörde, die etwa hundert Personen in der Sache vernommen hat, soll eS darauf an­kommen, festzustellen, ob nicht unter den zahlreichen Spielern sich solche befinden, die die Sache gewerbsmäßig betrieben haben. Den Wirten, die die verbotenen Spiele geduldet haben, ist die Untersuchung höchst unangenehm, da sie wissen, daß sie dieserhalb strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

"Die Maul- und Klauenseuche ist ausge- br och en in Brzosken, Kreis JohanniSburg (Reg.-Bez. Allenstein) am 12. November.

Klein-Linden, 13. Nov. Der Kriegerverein feiert am 21. d. Mts. imBernhardtshäuser Hof" den Ge­burtstag des Großherzogs. Der Verein zählt jetzt etwa 110 Mitglieder. Am 28. ds. MtS. veranstaltet die ! H e i m a t v e r e i n i g u n g ihren ersten Volks Unterhaltung §- abend in derDeutschen Eche". Es wird ein Lichtbilder- Bortrag über Deulsch-Süd-Westafiika geboten. Der Gesang- ! vereinEintracht* trägt dabei Volkslieder vor.

d. Bad-Nauheim, 13. Nov. Iw Bildungs-

Ha ndelSka mm erwählen wurden als Vertreter für die Industrie die Herren Geh. Kommerzienrat Dr. Louis Merck, Kommerzienrat Fröhlich, Kommerzienrat Schlager, Wilhelm Rummel, Kommerzienrat Roeder, Karl Wittich, Kommerzien- rat Jacobi und Eisenbahndirektor Wolf auf die Dauer von sechs Jahren gewählt.

** Darmstadt, 13. 4dov. Einige der Arveiter- häuser der Landesausstellung werden erhalten | bleiben, da die Eigentümer Freiherr v. Heyl, Reinhart, Dyckerhoff-Amöneburg und Clos-Nidda die Bauten dem Großherzog kostenfrei zur Verfügung gestellt haben, der sie auf seinem "Terrain nächst der Hofmeierei an der Rosen­höhe in gleicher Ausführung wieder errichten wird. In den vom Großherzog errichteten Häusern sollen Woh­nungen für Hofbedienstete hergerichtet werden.

h. Offenbach, 13. Nov. Die Stadtverord­netenversammlung nahm gestern bei vier Enthal­tungen mit allen übrigen Stimmen den Dringlichkeitsantrag bürgerlicher Stadtverordneter an, die Bürgermeisterei möge die hessische Regierung ersuchen, im Burrdesrat dahin zu ivirten, daß künftighin Borkommnisse wie die Ver­öffentlichungen imDaily Telegraph" unter- ! b l e i b e n. Auch die Sozialdemokraten stimmten für den Antrag unter der Bedingung, and) künftig die politische Frage vorbringen zu dürfen. Der Bürgermeister Dullo erklärte, daß die Versammlung hierfür nicht zuständig sei, «und daß er den Beschluß anfechten müsse, wenn er auch I seine Tendenz als. Staatsbürger billig^.

Das UnglüS aus Seche Radbod.

In der Nacht vom Donnerstag auf Freitag wurden zwei neue Explosionen festgestellt, denen in den Mittagsstunden eure dritte folgte. Jede Hoffnung, die in der Grube ernge- schlossenen Bergleute retten zu können, ift vergeblich. Sic Bergpolizei ordnete deshalb die Schließung der Brand­türen, an, um das Feuer zu ersticken. Die Bevölkerung ist des­halb überaus erregt, und stellenweise kommt es zu erschütternden Austritten. Eine Frau wurde wahnsinnig, zwet andere stritten sich um den verkohlten Körper eines Mannes. AnS einer Familie sind der Vater, drei Söhne und der Schwie­gersohn verunglückt. In den Querschlägen liegen noch Dutzende von Leichen, die nicht mehr nach oben gebracht werden können. Ein zweiter Versuch auf der zweiten Sohle, 770 Meter ttef, zu bert Verunglückten zu gelangen, mißlang, da der L>chachtzugang g e s p e r r t und die Querschläge eingestürzt waren. Dw Rettungsmannschaften von Herne, Börne, Kamen und anderen Bergwerksortschasten wurden fast alle besumungslos zutage ge- bracht und crtlärten, eine Rettung der in der Grube verschütteten Belegschaft für völlig ausgeschlossen. Auch die emge- fahrene Feuerwehrmannschaft mußte unvemchteter Sache , mietet herausgebracht werden. Das Feuer nahm von Minute zu Minute zu. 30 Totc wurden geborgen. Die Leichenhallen lsind überfüllt. .. - , r.

lieber die Ursache der Katastrophe verlautet, dte Explofwn sei dadurch entstanden, daß die Nachtschicht in einem Querschlage Sprengdynamit gelegt, dieses jedoch nicht genügend berieselt hätte. Andererseits sollen auch dte unzuläng­lichen Sicherheitsmaßregeln das Unglück verschuldet haben. Fachleute erklären, weniv in genügender Weise für Be­rieselung gesorgt wäre, dann hätte das Unglück nicht diesen Um­fang annehmen können. , _

Der Handelsminister Delbrück ist gestern nachmittag emgc- I troffen und begab sich sogleich an die Uuglücksstelle.

Eitel Friedrich traf um 6 Uhr 16 Mm. hier ein und begab sich N" Unglücksstätte. .

Als Prinz Eitel Friedrich emttar wurden erbitterte Ruse I laut und schließlich die Marseillaise angestimmt. Der Regie­rungspräsident wollte eine Ansprache halten, wurde aber üb er johlt. Die Menge verlangte, daß die schwarze Fahno I ausgehängt werde. Die Polizei verhinderte durch ihr be- l sonn en es Vorgehen den Ausbruch einer Revolte, du zuweilen unvermeidlich schien. Prinz Eitel Friedrich empfing I eine Abordnung von drei Bergleuten, die ihre Wünsche ausspracv, I und er versprach ihnen, dem Kaiser Bericht zu erstatten.. Bei der Abreise des Prinzen brach die Menge abermals in erbitterte I Kundgebungen aus. Der Prinz fuhr in die Stadt zurück und be­gab sich in die beiden Krankenhäuser, wo er über eine stunde I verweilre. . ,

Wie uns aus Hamm telegraphisch mitgeieilt wird, hat es I sich als notivendig herausgeftellt, die ganze Grube unter Wasser z u setzen, da eine andere Bekämpfung des Feuers nicht möglich ist. Die Beerdigilng der bis jetzt geborgenen Leichen findet am Montag statt.

Präsident Falliöres richtete aus Anlaß_des Grubenun­glücks folgendes Telegramm an den deutschen Kaiser :F r a n k- I reich hat die Sympathie, die die deutschen Grubeiigesellschasten Iden französischen Bergleuten bei dem Unglück von Courriöres bezeugt haben, und den Heldenmut der westfälischen Bergleute, die zur Rettung ihrer fianzösischen Kameraden herbeieilten, nicht vergessen. Um io tiefer war unsere Ergriffenheit, als wir von Idem furchtbaren Unglück vernahmen, das sich auf Zeche Rad- bo d zugetragen hat. Wir nehmen von ganzem Herzen an dec Trauer teil, die bai> Deutsche Reich in so schrecklicher Weise bc» I troffen hat. Ich bitte Eure Kaiserliche Majestät, den Llusdrua I unseres aufrichtigen Beileids entgegenzunehmen.

Der französische Minister des Auswärtigen, Pichou, über* I niittclte dem deutschen Botschafter Fürsten Radolin im Namen der Regierung persönlich die Teilnahme. Tie Blätter geben gleich- I falls ihrem Mitgefühl Ausdruck. DerTemps" erinnert art die Hilfe, die Frankreich nach dem Unglück in Eourrieres I von Deutschland erhalten hat. und sagt, die französische öffentliche «Meinung wende sich an das durch die Kalasttoyi)e schwer geprüfte I deutsche Volk mit dem lief bewegten Ausdruck lebhaftester Teil- I nähme.

Die parlamentarische G r il p p e für das intet* 'Nationale .Schiedsgericht der Kämmer hat der deutsche»

häuften Aktenmassen durchgenommen, die Eingaben und Vor-! lagen erledigt undreiner Tisch gemacht ist". Der erste Ein­druck, den man von ihm erhält, ist der einer gutmütigen Ehrlich­keit, eines heiteren Kindergemüts, wie es Riesen nicht selten ausstrahlen. Sein Gang und seine Bewegung sind nur mit Denen eines Elefanten zu vergleichen. Er geht nicht mit den Füßen allein, sondern mit dem ganzen Körper bewegt er sich imb die Schultern arbeiten dabei ebenso wie die Beine. Sein Grtächter Hingt dröhnend; seine Gesten sind rasch und von ge-j ttnnncnber Offenheit. Ein Mann spricht hier ohne allen Arg im Gefühl seiner Kraft, das Bedenken und Befürchtungen über Schwierigkeiten aller Art garnicht aufkommen läßt. Setzt er sich bann nieder, schlägt die Beine übereinander und plaudert mit dem Besucher in aller Lebendigkeit. Wer aber viel mit ihm zusammen gewesen ist, der wird in ihm vor allem den immer regen Jnstinlr für das Richtige bewundern, die außer orbentlidje Feinfühligkeit und gültige Beweglichkeit trotz des an­scheinenden Phlegmas und der Innigen Haltung. Unb von d fern unteren Feuer, das die schwere Mape seiner )dörperlichs.tt brr - wärmt und durchleuchtet, geht der Zauber 1 einer Ersel v, kuic Macht übiw Pik Menschen ans.

-d. Mainz, 13. Nov. Zu der Schmuggelaffäre in Höchst wird noch qemelbef: Hier wurde heute früh ein Schiffer und ein Kapitän in Haft genommen, letzterer aber nach einigen Stunden wieder freigelassen. Der Sch'ffer blieb in Haft zurück. Es war der 30jährige Mackey aus Höchst. Ein Ballen Tabak und Zigarren, welche sich bei ihm vor­fanden, wurden von der Behörde beschlagnahmt.

u. Dutenhofen, 13. Nov. Auch hier, un benach- barten Münchholzhausen und in Groß-Rechtenbach sind Fort­bildungsschulen gegründet worden. Hier haben sich 26 junoe Leute angemeldet.

--- Atzb ach, 13. Nov. Die Errichtung der dritten Lehrerstelle macht auch die Beschaffung eines weiteren Unterrichtsraumes erforderlich. Während man sich anfäng» !lich mit dem Gedanken trug, auch noch die andere Hälfte des AmtShanses zu erwerben und für Schulzwecke einzunchten, hat man nunmehr die Errichtung eines Neubaues auf dem Schulgrundstück beschlossen. .

sj Marburg, 13. In der heutigen Stadtver­ordneten sitzung wurde beschlossen, einen Ernhettsprers für Leucht-, Ko ch-und Heizgas sestzusetzen und dresen auf 15 Pfg. pro Kubikmeter zu normieren. Ferner wurde mitgeteilt, daß die projektierten Arbeiten zur Vergrößerung unserer Gasanstalt ettva 170000 Mk. Kosten verursachen. In der Nähe des Dorfes Qckershausen stieß man beim Suchen nach einer Quelle auf einen gut erhaltenen mit einem großen Wassertrog versehenen Brunnen, der reich­lich Wasser spendet. Man glaubt, daß hier einmal eine menschliche Niederlassung gewesen ist, die wahrend der ! Kriegswirren zerstört tonrbc. F-rüher hat man hier auch schon Kanonenkugeln in der Erde gefunden.

I ** Kleine Mitteilung c ü a » .v essen und den Nachbarstaaten. Zur Erweiterung des Bahnhofes ! R e i ch e l s h e i m i. d. W. werden eine Anzahl ©rimöitude be­nötigt, die auf dein Wege des Enteignungsoersahrcu erworben werden sollen. - Sein 40jähriges Bestehen feierte das Landwirtschaftliche Kränzchen zu A l s i e 1 d. An der Feier nahmen zahlreiche Landlvirte, ferner Vertreter des Kreises und der Stadl teil.

Scho ffengericht Gießen vom 13. Nov. 19 08.

Tierquälerei. Der Vichttansporteur A. F. zu Kointz transportierte im Juni l. I. vom hiesigen Bahnhof nach den Stallungen mehrere Kühe und Kälber (Westpreußiick)es Werde- vielff, wobei er sie in ärgerniserregender Weise mitzhanoelte. ^pas Gericht verurteilte denselben zu 10 Mark Geldstrafe ev. 2 Tage

ÜebcrtretuHg "ber Feierabend st u nde. 2)er SSirt E. D. dahier, duldete in der Nacht vom 9. aus 10. August l.J. das Verweilen der Gäste in seinem Lokale und verabrcrchtc diesen noch Getränke bis diacküs über 2 Uhr, ttotzdem um IV- Uhr Feier-ch-nd geboten war. Das Urteil lautete auf 3 Mark Geld­strafe ev. 1 Tag Haft.

Schleswig, 13.Nov. In dem Diszipltnarversahren gegen Bürgermeister Dr. Schückin g von Husum wurde auf 500 Ä Geldstrafe erkannt. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der gestrigen Auflage enthalten.)

ter testiert werden dürfen. Die Verwendung von Koristtlxn fritr ] Versüßung des Weines wird verboten. Die Strafbestimmungen beziehen fick auch auf gefälschten Wein, der vom Ausland im-1 $S?ieVet£rt der englischen Flotte. Im englischen! Unterhause richtete Lee an Asquith die Frage, ob die Regrernng den Zwei ?Rächts-Standard der Flotte in dem Sinne auffaffe, daß die englische Flotte stets den Flotten der beiden Trächstnärtsten Seemächte um zehn Prozent überlegen sein rnirsfe. Asquith jagte I weiter nichts, als daß er die Frage mit Ja beantworten könne. I (Allgemeiner Beifall.) ,

Die englij che Regierung hat das serbische Kabmett > wissen lassen, daß das Auftreten des serbischen Kronprinz sie sehr befremde und daß sie besonders dessen jüngste 'Jiebe entschieden I mißbillige.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 14. 3tooember 1908.

- Tageskalender. Stadttheater: Samstag nach- Mtttag 37, Uhr: Schülervorstellung: Jungfrau von Orleans.'I

Sonntag abend 8 Uhr:Scan/

Konzertverein. Sonntag abend 5 Uhr tm Ltadttheater: I 2. Orchester-Abend. Sollst: Pros. Henn Marteau. (Hauptprobe vormlliags 11 Uhr.)

Kolosseum: Täglich Vorstellung.

Kinematographen-Theater: Programmwechiel. Kalserpanorama: Programmwechsel: Thüringen.

Anlage musik (bei günstiger Witterung) findet am Sonntag sdrmittag 11*/» Uhr in der Süd-Anlage nut folgendem Spielplan statt: 1. Ouvertüre zur Oper ,Norma' von Bellmi. 2. Dalse bleue I von Margis. 3. finale aus ,Arda" von Verdi. 4* Armee-! marsch Nr. 10.

** Vorn Großh. Hofe. Prinzessin Ludwig von Battenberg nebst Prinzessin Louise und dem Prinzen Ludwig Franz sind nach der Darmstädter Ztg. am Donners-1 tag vormittag in Begleitung der Hofdame Miß Kerr im Neuen Palais eingetroffen und haben daselbst Wohnung genommen. Die Gro ß herzo glich en Herrschaf­ten, sowie Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen und Prinzessin Ludwig von Battenberg nebst Prinzessin Louise folgten am Donnerstag einer Einladung des Prinzen Franz Josef von Battenberg zum Abendessen. Fürst und Fürstin zu Solms-Hohensolms-Lich sind Donners­tag abend im Neuen Palais cingetroffen und haben daselbst Wohnung genommen.

* Die Wohnungsgeldzuschüsse in Hessen. Mit dem Entwurf eines Besoldungsgesetzes für die Reichs- beamten ist dem Reichstage auch die Vorlage über die neue | Regelung des Wohnungsgeldzuschusses für die Reichs- und; König!. Preußischen Staatsbeamten §ugegangen. Von hessi-1 scheu Städten und Orten sind zugeteilt: der Klasse B Mainz und Ofsenbach; der Klasse C Bad-Nauheim, Bingen, Darm­stadt, Friedberg, Gießen, Kastel und Worms; der KlasseD Alsfeld, Alzey, Babenhausen, Benscheim, Buden­heim, Bürgel, Butzbach, Meburg, Gau-Algesheim, Gerns­heim, Gonsenheim, Griesheim, Groß-Gerau, Heppenheim, Jugenheim, Kostheim, Lampertheim, Langen, Lauterbach, Lich, Lorsch, Viombach, Neu-Isenburg, Nierstein, Nieder- und Ober-Ingelheim, Oppenheim, Osthofen, Pfungstadt, Rüsselsheim, Schotten, Seligenstadt, Viernheim, Vilbel und Weisenau; der Klasse E alle übrigen Orte des Landes. Auffällig ist, daß die inzwischen eingemeindeten Orte 51'astel, Mombach und Bürgel noch als selbständige Ortschaften in niedrigeren Klassen als die Hauptorte erscheinen, während bisher bei Eingemeindungen ohne werteres der Tarif des­jenigen Ortes galt, in dem die Eingemeindung erfolgt war.