Ausgabe 
16.1.1908 Zweites Blatt
 
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eine solch Abmachung ohne die Hinzuziehung Deutsch­lands ein Affront für uns. Daß Verhandlungen nach irgend einer Richtung hin zwischen den nordischen Staaten und den Großmächten schweben, steht fest. Einzelheiten hier­über sind aber nicht genau bekannt, und so haben wohl englische und französische Blätter etwas läuten hören, aber nur nicht das rechte Glöcklcin. Denn jetzt kommt ein offiziöses Dementi, wonach die Verhandlungen zwischen den Mächten keineswegs darauf abzielten, den Grundsatz zu verletzen, daß die Ostsee ein offenes Meer fei; gleich­zeitig wird aber ob absichtlich oder unabsichtlich sei dahingestellt zugegeben, daß die eingeleiteten Besprech­ungen eine Entente der beteiligten Mächte über die Er­haltung des Status quo an der Ostsee in die Wege leiten sollen. Dadurch gewinnt die ganze Angelegenheit ein völlig verändertes Gesicht, denn die Erhaltung des Status quo ist ein Ziel, dem alle Staaten ohne weiteres mit vollster Sympathie zustimmen können. Das erwähnte, aus Stockholm datierte Dementi findet zur selben Zeit noch eine wertvolle Ergänzung in einem Artikel der einfluß­reichen Kopenhagener Berlingski Tidende, worin betont wird, daß zu derartigen Besprechungen auch Dänemark wegen seiner großen Interessen am Eingänge der Ostsee binzugezogen werden müsse; des weiteren tvird sehr ent­schieden erklärt, daß Dänemark sich in dieser Sache nicht mit einzelnen Mächten in Uebereinkommen einlassen würde, sondern nur in ein solches willigen würde, das alle an der Ostseefrage interessierten Mächte billigten. Es scheint demnach bei den nordischen Staaten allenthalben der Wunsch rege zu sein, sich den augenblicklichen Besitz­stand durch die Großmächte garantieren zu lassen, even­tuell einen Neutralitätsvertrag abzuschließen, wie er be­reits von Norwegen vor einigen Monaten angestrebt wor­den ist. Ein derartiges Abkommen würde nicht nur für die nordischen Staaten von weittragender Bedeutung sein, sondern für die Großmächte überhaupt, weil dadurch wiederum ein Herd für eventuelle internationale Verwick­lungen beseitigt und damit ein weiteres wertvolles Unter­pfand des Weltfriedens gewonnen ist. Die eingeleiteten Verhandlungen sind ein gutes Zeichen für den friedlichen Geist, der jetzt die gesamte Weltpolitik erfüllt, und es zeigt sich, daß die Friedensidee in vernünftigen Grenzen weiter Fortschritte macht, auch ohne Friedenskonferenzen, Ab­rüstungsvorschlägen und den Phantastereien der bekann­ten theoretischen Friedensapostel.

parlamentarisch.

Die Wahl Prüfungskommission des Rcichs- tages beanstandete die Wahl des lothringischen Abg. Labroise (Saarburg-Salzburg), der mit nur 4 Stimmen Mehrheit gewählt wurde. Die Beweiserhebung wird vermutlich zur Ungültigkeit der Wahl führen. Tie Wahl des Abg. Pauli Ober-Barnim (Rp.) wurde einstimmig für gültig erklärt. Die Prüfung der Wahl des Arbeitersekretärs Becker-Arns­berg (Ztr.) wurde nicht zu Ende geführt. Der Protest behauptet bei seiner Wahl, die gegen den früheren Zen- trumsabg. Fusangel erfolgte, außerordentliche Beeinslusjun- gen der Geistlichkeit. So haben Pfarrer die Schulkinder während des Religionsunterrichts zum Zetlelaustragen für Becker kommandiert.

Die Kommission des Reichstages für die Siche­rung der Bau so r der un gen beschloß unter lebhaftem Widerspruch der Regierung die Streichung des § 2, der den fiskalischen Verwaltungen und öffentlichen Körperschaften eine Ausnahmestellung gibt. Sie sollen auch in den Rah­men des Gesetzes mit embezogen werden. Die Erörterung über die sachliche Ausdehnung der jetzigen Bestimmungen wird an: Freitag fortgesetzt.

Ans S«aot unc tano.

Gießen, 16. Jan. 1908.

Förderung der Volksbibliotheken.

Ein Antrag der Abgeordneten Hauck und Hirschel, zum Hauptvoranschlag für 1908 erstrebt: Hinter Kap. 46 Hofbibliothek" Kap. 46 aVolksbibliothek" mit 5000 Mark in Ausgabe einzustellen, dem Fonds füröffentliche und gemeinnützige Zwecke", Kap. 65 des .Hauptvoranschlags für 1908, 5000 Mk. zu entnehmen und anstatt 147 200 Mark 142 200 Mark in Ausgabe zu stellen und Volksbibliotheken, die in der Gründung begriffen sind und nach Vorlage ihres Bücherverzeichnisses keine politischen Schriften halten, eine einmalige entsprechende Unterstützung zu gewähren.

In der Begründung des Antrags wird ausgeführt:

Wir weisen in der Begründung darauf hin, daß Großher- zoglrche Regierung bei Beratung des Hauptvoranschlags 1903/04 auf dem 32. Landtage schon erklärt hat, daß sic in einer An­zahl von Fällen bereits Unterstützungen bei Gründungen von Volksbibliotheken gewährt habe und diese auch ferner betätigen wolle, ob aber die Einstellung einer gewissen Summe in dem demnächstigen Hauptvoranschlage zu diesem Zwecke erfolgen könne, sei Großherzogliche Regierung jetzt noch nicht in der Lage, darüber Auskunft geben können. Den Antragstellern pt bekannt, daß die hierzu flüssigen Mittel aus dein Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke entnommen werden. Dieser -öonte ift nun sehr stark belastet, daß vielleicht trotz des guten Willens der Regierung sehr wenig für diesen hochkul­turellen Zweck der Volksbildung getan wird. Es wird durch den von uns gestellten Antrag der Zweck erstrebt, die Mittel zur Förderung dieses wichtigen Volksbildungsinstituts in greif­barer rz-orm feftzulegen, ohne eine finanzielle Belastung des «Ltaatsvoranschlags herbeizuführen.

Man wird der Tendenz dieses Antrages, der eine wirksame staatliche Förderung des Volksbibliothekwesens erstrebt, allseitig durchaus zustimmen. Ob aber sein Zweck durchaus auf Kosten des Fonds für öffentliche und gemein­nützige Zwecke erreicht werden muß, erscheint uns sehr fraglich. Man könnte u. E. noch die 5000 Mark in den Staatshaushalt einstellen, ohne deshalb die an sich schon nicht übermäßig hohen Mittel für öffentliche und gemein» nützige Zwecke beschneiden zu müssen.

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t ** Die Großherzoglichen Herrschaften be­gaben srch gestern abend nach Frankfurt a. M um einer Einladung des Prinzen und der Prinzessin Fried­rich Karl von Hessen zum Ball im Frankfurter Hof Folge zu leisten. Die Rückkehr nach Darmstadt erfolgt heute vor­mittag.

** Unser Großherzog ist zum zweiten Male als Firmen-Jnhaber in das Darmstadter Firmenregister eingetragen worden. Die, neue Eintragung lautet: Groß­

herzogliche Edelglas-Mauufaktur Darmstadt: Inhaber Ernst Ludwig, Großherzog, Sitz Darmstadt. Prokurist: Jo­seph Emil Schnecken dorff.

** Lehrer Personalien. Ernannt wurde der Schulamtsaspirant Rich. O ß w a l d aus Maibach zum Lehrer an der Präparandenanstalt zu Lich. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Friedr. Berg aus Worms eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Urberach. In den Ruhestand versetzt wurde der Oberlehrer an der Gemeinde­schule zu König Johann Philipp Sch m u n ck auf sein Nach­suchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste.

** Zweiter Hessischer Handwerkertag. Kom­menden Montag, 20. d. M., findet, wie bereits mitgeteilt, der zweite Hessische Handwerkertag in Steins Garten statt. Die Teilnahme daran wird eine sehr rege werden, es haben sich bereits über 300 Teilnehmer gemeldet, außer­dem dürfte noch eine größere Anzahl sonstiger Inter­essenten erscheinen. Die Verhandlungen werden punkt 11 Uhr ihren Anfang nehmen, sie versprechen sehr inter­essant zu werden, da außer den verschiedenen Referaten der Handwerkskammer noch eine Reihe von Anträgen aus gewerblichen Kreisen zur Diskussion kommt. Sie behan­deln Gegenstände aus den verschiedensten Gebieten gewerb^ kicher und sonstiger Tagesfragen (u. a. auch das Sub- mifsionswesen) und sind deshalb allseitigen Jnteresfes sicher. Nach Beendigung der Verhandlungen findet ein gemeinsames Mittagsmahl statt; die gesamten Veranstal­tungen werden so zeitig beendet sein, daß jeder Teilnehmer noch am gleichen Tage wieder in feine Heimat gelangen kann.

** I n der freien l a n d e s k i r ch l i ch e n Ver­einigung sprach am Dienstag abend Pfarrer Lie. Fuchs aus Rüsselsheim vor sehr zahlreichen Zuhörern über das ThemaBrauchen wir eine Kirche?" Er kam in seinen Ausführungen zur Bejahung der Frage, trotzdem er die schweren Mängel der bestehenden Kirchen vollauf als solche kennzeichnete, insbes. ihr starres Festhalten an den alten überlieferten Formen, sowie die Tatsache, daß sie vielfach nicht durch Mahrheilsmut, sondern durch Klug­heit geleitet werden. Dies tritt so recl)t in die Erscheinung, wenn wir die Kirche vergleichen mit den gewaltigen Men­schen der Religion, z. B. Jesus und Luther, an denen man sieht, daß die Religion von den Einzelnen erlebt werden muß. Wir brauchen die Kirche, weil sie uns den Glauben dieser großen Männer des Glaubens vermittelt und damit wir das, was wir religiös erleben, mit anderen austauschen können. Die alten Formen werden immer wiederkehren, aber mit neuem Leben erfüllt werden müssen. Schön durch das Vorhandensein der kirchlichen Gemein­schaft werden die Menschen gezwungen, darüber nachzu- denken, daß es einen Gott gibt, der das Leben gestaltet. Alle Richtungen, Orthodoxe und Liberale, sollen in der Kirche mit gleichem Recht vertreten sein und im freien Kampf der Geister sich betätigen. Sodann schilderte der Redner die Bedeutung der evangelischen Kirche, die die Bibel in den Mittelpunkt des religiösen Lebens gestellt und dadurch dafür gesorgt hat, daß es nicht erstarrt. Nicht an Buchstaben und Bekenntnis solle man glauben, sondern an Gottes Wort und diesen Glauben solle die Kirche uns vermllteln. Mit einer Kennzeichnung der Ziele der freien landeskirchlichen Vereinigung schloß der Redner seine mit lebhaftem Beifall aufgeuommenen gedankenreichen Ausführungen, an die sich eine lebhafte Disrussion knüpfte.

** Oesfentliche Versammlung. Man schreibt uns von deutsch-sozialer Seite: Der aus den Reichstags­verhandlungen als gewandter Redner bekannt gewordene Abg. Amtsgerichtsrat Lattmann spricht nächsten Sonn­tag, 19. d. M., nachm. 31/2 Uhr, in Steins Garten dahier über das Thema:Was wollen die Deutsch- Sozialen?" Auch Reichstagsabg. Köhler wird in dieser 23er|anrmüing anwesend sein. Es sei hiermit nochmals auf diese Versammlung hingewiesen. (S. a. Inserat.)

** Diebe. Zwei Handwerksburschen hatten gestern nachmittag bei. einem Althändler ein Paar neue Damen-Schnür stiefel unter der Angabe für 3 Mk. abgesetzt, sie hätten sie bereits vor drei Wochen gesunden und seitdem nachgetragen. Die Polizei sah sich die Bur­schen etwas näher an und stellte fest, daß die Stiefel kurz vorher aus einem Schuhwarenladen gestohlen worden waren. Der eine, ein wegen Diebstahls mehrfach bestrafter Mensch, hatte in dem Laden gebettelt und hierbei die Stiefel mitgehen heißen, während der Komplize auf der StraßeSchmiere" stand. Die Ladeninhaberin war nicht wenig überrascht, als ein Kriminalbeamter erschien, ihr die Stiefel übergab mit dem Bemerken, sie seien aus ihrem Laden gestohlen. Der Diebstahl war von ihr gar nicht bemerkt worden.

** Queckborn machte infolge dort herrschender Par­teileidenschaften bei den Gemeindewahlen in letzter Zeit wiederholt von sich reden. Nicht immer konnte man an den dortigen Vorkommnissen achtlos vorübergehen und eine der letzten Mitteilungen hat uns eine Zuschrift ein­getragen, die wir aus Gründen der Loyalität vollinhalt­lich zum Abdruck bringen.

Zu dem Bericht wegengemeiner Belästigung" eines Mädchens ist folgendes zu berichtigen: 1. Ter Fall erweist sich bei kri­tisch er Beleuchtung als ein harmloser Irrtum und gelangte nur durch Ortsparteifanatismus zu gegenwärtiger Blüte. 2. Herrschte am Abend des 7. Januar eine solche Dunkelheit, daß man kaum seine Hand vor den Augen sah. 3. Hielt derBelästiger" die betr. junge Tarne für eine andere Persönlichkeit, welche er an* zusprechen beabsichtigte und sich infolge der Finsternis täuschte. 4. Weil der Vorfall aus offener verkehrsreicher Straße um 10 Uhr geschah, wo sämtliche Spinnslubenbesuchcr nach Hause gehen, entzieht sich ihm der ganze Nimbus, wie ihnchristliche Nächsten­liebe" so gern deuten möchte. 5. Kann vongemeiner Weise"- nur von denen geredet werden, welckie es sich nach ihrer Weise auslegen. 6. Wird derbetr. Sünder"" mit voller Seelenruhe alle Folgerungen aus diesem Fall zu tragen wissen. 7. Enthielt ein anonymes Schmähblatt aus gegnerischem Lager, welches gleichfalls zur Staatsanwaltschaft wanderte, nebenbei die Be­hauptung, wie solche in Punkt 3 ausgestellt ist. 8. Wünscht der dergemeinen Belästigung"" Bezichtigte nichts sehnlicher, als Klärung des Falles an Gerichtsstätte im Hinblick seiner eigenen gefährdeten Ehre. 9. Werden die Verbreiter schrift­licher oder mündlicher unwahrer, wider besseres Wissen ge­schehener Behauptungen sich gegen die §§ 186 und 187 des Straf­gesetzbuches zu entschuldigen haben.

Damit schließen wir die Diskussion über die Queck- bomer Vorkommnisse und geben gleichzeitig der Hoffnung Ausdruck, daß bald Ruhe und Frieden, in dem idyllischen Dörfchen wieder eintieten werden.

x Niederbessingen, 14. Jan. Heute feierte! Landwirt Heinrich Haas mit seiner Ehefrau im Beisein seiner Kinder, Enkel und Urenkel das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich noch der besten Gesunoheit und wir wünschen ihm, daß es auch die diamantene ebenso feiern möge.

ch Griedel, 15. Jan. Wie gut sich die im Kreise Friedberg gegründete Wander-Haushaltungs» schule eingebürgert hat, sieht man daraus, daß sich hier zum 1. Kursus, der anfangs Dezember begann, so viel Frauen und Midchen meldeten, daß nur die Hälfte der An« gemeldeten zum 1. Kursus angenommen werden konnte, es mußte deshalb ein 2. Kursus angeschlossen werden. Dies ist ein Beweis dafür, welchen Anklang die Neu-» einrichtung bei der ländlichen Bevölkerung findet.

ch Aus der Wetterau, 15. Jan. Die Wasserleitung für die Gemeinde Melbach, die an das staatliche Gruppenwasserwerk Lauter angeschlossen worden ist, ist jetzt mit einem Kostenaufwand von 28000 Mk. vollendet. Sie wurde von Kulturinspektor Heil abgenommen. In Ilbenstadt stürzte der Maurer K. Haas bei Landwirt Kaiser vom Gerüst in die Tenne und blieb mit gebrochenem Genick liegen; er ist unverheiratet.

XNidda, 15. Jan. Der am Sonntag auf der Neben­bahn NiddaSchotten verunglückte Bahnarbeiter Berk ist feinen Verletzungen erlegen. Er hatte außer der Ver­letzung am Fuß noch innere Schädigung erfahren durch den Stoß der Maschine. Die Sache geschah folgender­maßen : In Kohden (Haltestelle) ist kein Warteraum; Reisende und der Bedienstete müssen den Zug auf offener Straße erwarten. Berk hatte den Dienst an der Halle­ftelle. Wegen der scharfen Kälte hatte er sich in dem in der Nähe stehenden Wirtshaus aufgehalten und wollte beim Herannahen des Zuges noch rasch das Geleise Über­springen, wobei er von der Maschine erfaßt und nieder­geworfen wurde. Hoffentlich wird Kohden und Unter» Schmitten mit der Zeit einen Warteraum erhalten.

§ Aus dem Vogelsberg, 15. Jan. In diesem strengen Winter, in dem allmählich das Thermometer unter 10 Grad N. fällt, wird dem Wilde die N a h r u n g knapp. In dieser Not richtet das Wild öfters Schaden an. So wird Mel geklagt über Hasenfraß an jungen, ungeschützten Obstbäumchen. Nicht selten haben die Hasen an den Stämm­chen die Rinde ringsum abgeschält. Solche Bäumchen sind rettungslos verloren. Ta der Schnee keinesfalls dick liegt, ja das Feld teilweise schneefrei ist, so nimmt der Hasen fraß au den Bäumen eigentlich Wunder. Jedenfalls treibt der strenge Frost die Ha,en zur Baumrinde. Ta die Kälte noch weiter anzuhalten scheint, ist ein Schutz der jungen Bäum­chen vor Hasen fraß durchaus geboten.

X Aus dem Kreis Lauterbach, 13. Jan. Die Viehzählung vom 2. Dez. v. I. hatte in den 67 Ge- metnben des Kreises Lauterbach folgendes Ergebnis: Pferde 1997 (am 1. Dez. 1901: 2029), Rindvieh 25169 (23 478), Schafe 6065 (4508), Schweine 17 821 (15 510), Ziegen 2841 (2757), Federvieh 47 298, Bienenstöcke 1585 Stück. Alle Tiergattungen waren in allen Orten vertreten, während Esel und Maulesel überall fehlten. Nur die Zahl der Pferde ist um ein geringes, zurückgegangen, während sonst überall Zunahmen zu verzeichnen sind. Der Mehrbestand ist besonders ausfallend bei den Schafen, denn während im allgemeinen die Schafzucht ständig zurückgeht, ist sie in unserem Kreise in den letzten drei Jahren um ein volles Drittel des Bestands von 1904 gestiegen.

** Darmstadt, 13. Jan. Zu der gestern hier ab» gehaltenen Sitzung des geschäftsführenden Ausschusses des Mittelrhcin. Turnt re lses waren sämtliche Mitglieder desselben erschienen. Für das Jahr 1908 wird folgender Arbeitsplan festgestellt: 2. Febr.: Sitzung des TurnausschusseS in Mainz; 15. Mürz: Kreisoorturncrstunde in Aschaffen­burg; 4. April: Sitzung des Kreisausschusses in Wiesbaden nachm. 2 Uhr; 5. April: Kreisturntag daselbst morgens 10 Uhr; 3. Mai: Kreisvorfechterschule m Frankfurt a. 2)1. in der Halle des Turn- und Fechtklub; 28. Juni: Probe- wetturnen für das Deutsche Turnfest; 30. Aug.: Zusammcn- kunst der Leiter und Leiterinnen von Frauenabtellungen in Groß-Gerau; 27. Sept.: Kreisvorturnerstunde in Homburg u. d. H. Zum 50jährigen Bestehen des Kreises am 27. März 1909 soll eme Denkschrift ausgcarbeitet werden, die Mittel dafür werden beim Kreisturntag beantragt. Der Feldberg­gau wird in den Kreis aufgenommen. Der Kreis zählt jetzt 25 Gaue. Für den 9. Kreis wird beim Deutschen Turnfest für Dienstag abend ein Festabend vorgesehen. Beim nächsten Kreisturntag wird beantragt, daß neu aufzunehmende Gaue in Zukunft mindestens 2000 steuerzahlende Mitglieder zählen müssen.

(fe.) Mainz, 15. Jan. Die am 17. Dezember 1907 gewählte Bürgerkommission in Kastel überreichte dem Vorsitzenden des Kreisausschusses, Regierungsrat Dr. Krug von Nidda eine Eingabe gegen die Eingemein­dung. Die Eingabe haben von 1242 Gemeinderatswählern 900 unterschrieben.

? R 0 dhei m a. d. Bieber, 14. Jan. Der hiesige Kriegerverein trifft eifrig Vorbereitungen für den dies­jährigen Delegiertentag, der nächsten Monat hier tagen wird. Es werden etwa 100 Abgeordnete dazu er­wartet. Unser Kriegerverein wird am Abend des Vei> bandstages sein Stiftungsfest begehen.

r. Wißmar, 15. Jan. Am 13. d. M. fand hier die erste diesjährige Holzversteigerung statt und kam vor­wiegend Buchen-Scheitholz von vorzüglicher Qualität zum Ausgebot; es wurden für den Meter 11 und 12 Mk. bezahlt. Reiser wurden mit I Mk. pro Meter im Durchschn. bewertet; eine große Nachfrage war nach den, nur in geringer Menge 5um Verkauf gestellten Fichten-Stangen, infolgedessen stellte sich der Preis auf 2 Mk. pro Stück erster und 1 Mk. 50 Pfg. pro Stück 510eiter Klasse; um die Nachfrage nach diesen Stangensorten zu befriedigen, wird beabsichtigt, noch mehr davon zu fällen und sie demnächst zur Versteigerung zu bringen.

() Marburg, 15. Jan. Gestern abend wurde eilt Student beim Rodeln gegen einen Baurn geschleu­dert und brach ein Bein. Ein aiföerer Mann erlitt auf der Rodelbahn dadurch eine schwere Verletzung am Auge, daß cm über das Rodeln wütender Fuhrknecht mit der Peitsche auf ihn einschlug.

() Biedenkopf, 14. Jan. Gestern nachmittag mürbe im nahen Laasphe die Trikotagen- und Moll-