Frankfurter Börse. 15. Oktober, 1.15 Uhr.
Prince-Henri-Eisenbabu . 124.00
Berliner Börse, 15. Oktober. Anfangskurse.
174.50
. 220.25
. 111.50
22.60
147 30
. 238.50
. 58.50
. 146.50
Harpener Bergwerk Laurahütte . . Lombarden E. B.
Nordd. Lloyd . .
Türkenlose . . .
Berliner Handelsges. Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kommandit Dresdner Bank . . Kreditaktieu . . . Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn . . . Gotthardbahn . . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn .
Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .
Tendenz: träge.
59 60
61.10
96 50
90.60
90.20
140.00
49.20
85.20
63.90
97.00
. 126.40 . 238.30 . 137.60 . 177.10 . 146.50 . 198.90
. 99.20
. . 200.25
. . 22.50
. . 85.60 . . 140.50
Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paket! Harpener Bergwerk. . . Laurahütte Sordd. Lloyd . . . .
Obeischles. Eisen-Industrie
Märkte.
§ Grünberg, 14. Oft. So wunderschönes „Galluswetter" wie beute hat unseren (Sallusmarkt seit einem Menschenalter nicht begleitet. Die Schar der Marktgäste mar denn auch ungemein groü. Tie Etsenbahnznge waren vollgepsropst und brachten stets neue Ströme von 'Marktbesuchern. Das war ein .(Sallmarkt", wie (l)ii Glaubrecht in seinem „Kalendermann vom Deitsberg" so wundervoll geschildert hat. Der Diehmarkt hatte eine riesige Ausdehnung , die Auffahrt an Schweinen war außerordentlich stark. Trotz dem großen Angebot ging der Handel flott bet nicht hohen Preisen. Bezahlt wurde für das Paar Ferkel geringster Güte
3% 3^°/( *6%
3%°A
UiriverjrLats-Nachrrchterr.
2larb u r g. Ernannt wurde der Privatdozent an der Berliner Universität und erste Assistent bei Geh. Rat Engler am botanischen Dluseum, Proiesjor Dr. Diels zum außerordentlichen Professor der Botanik an der hiesigen Universität als Nachfolger von Pros. G. Koh l. Pros. Diels war bereits seit 1906 mit der Vertretung des Pro,. Kohl betraut. .
hc. Marburg, 14. Okt. Der bisherige Prwatdvzent Prof. Dr Phil- Herm. Schwarz zu üallc a. S. wurde zum außer- ^ordentlichen Professor der Philosophie au der hiesigen Unwersttat ernannt. Er tritt dort an Stelle von Prof. Paul Menzer.
2Iusftinftsämter für dos vottrhttdungswesen^
Tie nordanicrikanische Regierung besitzt schon seit dem Jahre 1867 ein Bildungsamt, das als eine besondere Abteilung dem Reichsamt des Innern in Washington zu gehört. Wer rn Nordamerika eine Au sinnst über irgend eine Frage des Budungs- wesens braucht, gleichgültig, ob sie sunt Bereiche des Bolksschul- wesens oder des Mittelschul- oder des Bildungsweseus stir Erwachsene gehört, erhält von dem Bureau of Edueation die liebenswürdigste und beste Auskunft. Tas Llmt wird von den Amerikanern gern mit einem banktechnischen Ausdruck als „Clearing House" für das Bildunoswesen bezeichnet und l)at int Laufe der Jahrzehnte eine Fülle weitschichtigen, aber übersichtlich geord- geteu Materials gesammelt. Jahr für Jahr gibt es Berösfntt- lichungen über einzelne Fragen heraus, die am Schlune des Jahres zu Jahresberichten zusammeugesteltt werden. ,
Das nordamerikanische Bildungswesen gehört versa„ungs- mäßig, ganz wie in Deutschland, nicht zu der Machtvollkommenheit des Bundes, sondern zu der der Einzelstaaten, und diese wachen eifersüchtig über ihre Rechte. Aber durch die Tatsache, daß das Bildung Samt auch statistische Erhebungen etwa über Schulpflicht in den einzelnen Staaten der Union veröffentlicht, ist doch ein großer Einfluß gegeben. Denn es kann den Bewohnern eines Staates nicht gleichgültig sein, wenn in einer amtlichen Veröffentlichung der Bundesregierung festgesteslt wird, daß dieser Staat auf einem so wichtigen Gebiete des öffentlichen Lebens hinter den anderen Staaten der Union allzuweit zurücksteht, lieber die Nützlichkeit des Bureau of Edueation ist daher in den Bereinigten Staaten nur eine Stimme.
. Zu Bristol in England ist eine ähnliche Einrichtung int Anschluß au Vie dort entstehende Boll-Universität geplant. Sie wird u. a. ihr Augeimrerk aus Förderungen des Bildungswesens durch den persönlichen Austausch von Meimnigeii und Erfahrungen richten. Schon haben einige Schulen in England begonnen, sich mit Schulen in den englischen Kolonien in Verbindung zu setzen, um einen regelrechten Austausch von Schülerbriefen ins Werk zu setzen. Die League of the Empire, die von politischer Bedeutung ist, ist in gleicher Richtung tätig gewesen. Englische Schuljungen schreiben an ihre australischen Kollegen und tauschen ihre Gedanken, ihre Erlebnisse, wohl auch ihre Photographien aus. Das Edueatio- nal Bureau in Bristol wird die Anregung ähnlicher Verbindungen und wohl auch den Austausch von Professoren imb Studenten -zwischen England und den Kvlonicu aus sein Programm setzen. Die Ideen von Cecil Rhooes werden dadurch zu neuem Leben erweckt werden, und das Bildungsamt wird nicht nur dem Volks- bildungSwesen selbst, sondern auch dem politischen Leben Eng-
Reichsanleihe do.
Konsols . . do.
Hessen . .
Oberhessen
92.12
83.05
92.10
83.00
91.00
90.10
97 85
98.95
92.40
120.50
122.5
195.50
188.30
106.50
200.40
200.00
86.00
98.00
167.70
Ausland.
Wien und der Quirin al. Der vor bald 30 Jahren erfolgte Besuch des Großvaters des jetzigen Wnigs von Italien in Wien, der aus Rücksicht auf den Papst bisher unerwidert blieb, wird jetzt durch deu Thronfolger Franz Ferdinand erwidert werden. Die Zustimmung des Papstes ist bereits erfolgt. Die freundliche Haltung Italiens in der bosnischen Mnektionsfrage bot die Ver- atrlassung zu diesem Besuch. , .
Gegen das Spielunwe, cn m aa hat die beig. Regierung wieder einmal Schritte unternommen. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte im bortigen Kasino die Spieltische, zog die Einsätze ein und verbot die Wiedereröffnung des Sviel- salons. ~
Der Kriegszustand ist in den Gouvernements ^ru- walki, Lomscha, Plock, Siedlee, Ljublin und Kalisch mit Ausnahme des Bezirks Olkurg durch den verstärkten schütz und in den Gouvernements Radom und Warschau durch den außerordentlichen Schutz ersetzt worden. , _ <.
Die Anertennung Bi u l c Y ö a 11 d s. Wie die „Agence Havas" offiziös mitteilt, wird die französisck>-spanische Rote betr. die Garantien, von denen die Anerkeniiung ?Ruley Hafids abhängen soll, am 19. Oktober durch die Vertreter Frankreichs und Spaniens den Signatarmächten der Algeeirasakte überreicht werden. . , .
Die japanischen Besatz ungstruppen m China werden um drei Fünftel ihrer bisherigen Stärke vermindert werden. _____
4°z Oesterr Goldrente. .
4*/6 % Oesterr. Silberreute 4 Jo Ungar Goldrente . .
4% Italien. Rente . . .
3% Portugiesen Serie I .
3% Portugiesen „ III 4>4o(6 russ.Staatsanl. 1905 4>^°/o japan. Staatsanleihe 4% Conv. Türken von 1903 Türkenlose .....
4% Griech. Monopol-Anl..
4% äussere Argentinier .
3°/0 Mexikaner . . . 4>5°/o Chinesen . . . .
Aktien:
Bochum Guss Buderus E. W
Tendenz: fest.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Nur echt mit dies« Marke—dem Fischer — dem Garantie* zeichen des Scott» lchea Verfahrens!
Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.
in Sprendlingen gesagt wär, da er, ,,der bc—rühmte Steuer doktor aus Sprendlingen", hier im bürgerlichen Wahlbureau tätig sei, könne man sich auf die brutalste Kanipfesweise gefaßt wachen. Dr. Becker strengte daher eine Beleidigungsklage gegen den vcr- anttvortlichen Redakteur des „Abendblattes',J0( • X Ö 1* Hb' Die Angelegenheit wurde heute vor dem Schönengericht verhandelt. Das Urteil lautete auf 100 Mark Geldstrafe und Prägung der Kosten. Außerdem steht dem .Kläger, das Recht zu, das Urteil einmal innerhalb acht Tagen iw „Ostenbacher Abendblatt und in der „Offenbacher Zeitung" zu verösfentlichen.
Lingesan-s.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Beranttvortung.)
Lehrerheim Vogelsberg. Man schreibt uns: In Nr. 237 Ihres „Gießener Anzeiger" vom 8. Oktober bringen Sie unter dem Zeichen „3 Schotten, 7. Okt." eine Mitteilung, wonach das Lehrerheim als eine Unternehmung des Hessischen Landeslehrervereins betrachtet und also auch von letzterem unterstützt werden muß. Dem ist aber nicht so! Ich bin zur Zeit mit Ab- iassung einer Abhandlung beschäftigt: „Wie entstand das Lehrer- heim?", worin ich auf Grund urkundlicher Forschung dre völlige Unabhängigkeit beider Vereine (nämlich des Vereins „Lehrerheun' imd des „Landeslchrcrvereins") von einander Nachweisen werde. Bis zur Vollendung der Abhandlung bitte ich um einige Geduld und zeichne hochachtend ~ e ,
Büttelborn I. F e i ck, Lehrer.
Airchttche Nachrichte«.
Israelitische Religionsgememde.
Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).
Samstaq den 17. und Sonntag deu 18. Oktober 1908: Laubhüttenfest-Eudc.
8. Tag: Vorabend 5.15. Morgens 8.30. Predigt. Nachmittags 4.00.
9. Tag: Vorabend 6.15.
Jrrgcudgottcsdienst.
Morgen? 8.30. Nachmittags 4.00.
Festesausgang 6.15 Uhr.
NB. Während der Wintermonate beginnt der Mo rg c n g o t t e s d i e n st am S a b b a t h um 9 Uhr.
Israelitische Religionsgesellschaft.
Gottesdienst.
Freitag morgen 6.00.
Samstag den 17. und Sonntag den 18. Oktober 1908: Schlußfest und Gcsetzesfrcnde.
1. Tag: Vorabend 5.00. Morgens 8.00, nachmittags 4.00.
2. Tag: Vorabend 6.15. Jugendfeier!!
Morgens 8.00, nachmittags 4.00.
Festesausgang 6.15.
Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Uhr, abends 7.00 Uhr.
weine freundin beneidet mied
um meine Lackschuhe und merkt dabei gar nicht, dass es gar keine Lackschuhe sind; ich trage dieselben Schuhe wie sie, nur dass ich die meinigen mit Erdal behandle — das ist das ganze Geheimnis! - Erdal überall erhält* lieh - ab - 4 ■ :’:-h Erdal verlangen!
General-Vertreter: Fritz Jullmann, Bahnhofstraße 52.
Gerichtsdaal.
Darmstadt, 14. Okt. Tie Strafkammer verhandelte 'heute gegen den Postassistenten Hans Deppe wegen Verletzung des DepeschengeheimnisseS. Er hat int August eine telephonische ,91nd)rid)t, die ein Frankfurter Depeschenbureau nach Worms gab, ltn Groß-Gerau abgehört und an eine dortige Zeitung weiter - kjeqcbcn Der Staatsanwalt beantragte drei Monate Gefängnis, während der Gerichtshof ihn frcisprach, weil gegen,das W e 11 ergeben von T e l e p h o n n a ch r i ch t e n S t r a 1 b e st i m m u n. sgen bisher nicht bestehen.
T Offenbach, 14. Ott. Im „Onenbachcr Abendblatt war fcnt September ein Artikel erschienen, in dem von Dr. Becker
Scftanbtcilc: Feinster Medizinal» Sebcitran 150,0, prima Glyzerin 50.0, untcrpbospboriglaurer Kalt 4,3, unter» pdacPlnRi^sanrco Natron 2,o, pulv. Lraaant 3,o, seinster arab. Gummi pulv. 3,0, beftit/. Wasser 129,0. Alkohol 11,0. Hierzu aromatische Emulsion mit Aimt-, Dlandcl» und Gaultheriaöl je 2 Tropfe».
lamds Dienste leisten. „ .
Dr. Ernst Schultze (.vamburg-Großborstel > beklagt in dar „Soz. Praxis", daß wir in Deutschland kein Bildungsamt, das mit diesen Einrichtungen verglichen werden konnte, besitzen. Unser deutsches Volksbibliothelswesen entbehrt einer Auskunftsstelle, in der fick die bcftcljenbeit oder neu zu gründenden Volksbüchereien Rat holen könnten. In zahlreichen anderen Fällen der Volksbildung zerbricht man sich verschiedene Köpfe, ohne doch auf die richtige Lösung zu kommen, die anderswo schon längst gefunden ist: und erst wenn man 5 «bei* 10 Jahre lang sich mit der unpraktischen Lösung beholfen hat, wird die praktischere zufällig bekannt. Dr. Schultze meint daher, mau werde es den Fachmännern des Volksbildungswesens nachfühlen können, wenn sie den dringenden Wunsch haben, daß auch bei uns ein allgemeines Ausrunfts- amt stir das BildungSwesen geschaffen werde, Itrie cs die Bereinigten Staaten schon seit langem besitzen. Man, werde eines sclwnen Tages den Plan ausführen müssen, den besonders Professor Ziehen im Auftrage der Eomenius-Gesellschaft angeregt und empfohlen habe: den Plan nämlich, ein Reichsbildimgsamt Ku schaffen.
der Ballon geborgen.
* „I m Orient kommt alles immer anders!" schreibt Paul Ginisty in der „Etoile belge". „Wer kann wissen, ob „König" Ferdinand, dem heute ganz Bulgarien zujubelt, nicht morgen schon bei seinem Volke in Ungnade gefallen ist? Man hört in diesen Tagen jo viel von den kommenden Ereignissen auf dem Balkan erzählen, und dabei vermöchte auch nicht einer zu sagen, was für Ereignisse eigentlich kommen werden. Die Zukunft, die ja überall mnkcl ist, ist in orientalischen Landen immer noch um einige Nuancen dunkler, aber klar und hell liegt die Vergangenheit da, und darum laßt uns von der Vergangenheit reden, zumal da man daraus auch ein wenig auf die Zukunft schließen kann. Ein Ingenieur, den ich zu meinen Freunden zähle, erzählte mir gestern: „An einem Augustabend des Jahres 1886 befand ich mich in Wnatza in Bulgarien. Plötzlich war es mir, als ob ich auf der holperigen, bergigen Landstraße eine Reihe von Mietskutschen — ich zählte neun — sähe. Städtische Droschken mitten im Gebirge — so was sieht' man nicht alle Tage! Ich holte mein Fernglas, sah mir die Gruppe an und bemerkte, daß einem der Wagen ein stattlicher Herr entstieg, der, von mehreren Soldaten begleitet, zu Fuß weiterging, offenbar weil der Abhang des Berges etwas steil war und das Fahren unter solchen Umständen leinen Spaß machte. Die Männer näherten sich der Stadt, und ich wußte bald, daß der stattliche .Herr der Ex-Fürst Alexander war, dem eine unerwartete — wenigstens von ihm selbst nicht erwartete — von „etlichen Offizieren und fast noch knabenhaften Zöglingen der Kriegsschule „arrangierte" Revolution die Krone vem Haupte gerissen hatte. Der Fürst schien sehr müde und abgespannt zu fein: hatte er doch in den zwei Tagen, die seit seiner gewaltsamen Entfernung aus Sofia vergangen waren, auch nicht einen Augenblick ausruhen dürfen. Man wollte möglichst rasch die Donau erreichen, um den entthronten Herrscher auf einen Dampfer zu setzen und ihn an das russische Ufer zu bringen. An der Straße lag ein Gasthaus, und der Fürst fragte seine Begleiter, ob er nicht hier wenigstens ein paar Stunden sich erholen dürfe. Man hielt Rat und gab ihm gnädigst die erbetene Erlaubnis zum Ausruhen. Alexander ging ins Haus, trat aber schon einen Augenblick später wieder ins Freie; er, der bis dahin stolz und würdevoll seine Fassung bewahrt hatte, hatte jetzt Tränen in den Augen. Der Wirt hatte sich geweigert, ihm ein Nachtquartier zu gewähren. „Es könnte mir Unglück bringen," sagte er, „wenn mau erführe, daß er unter meinem Dache geschlafen hat." Auf der Straße hatte sich inzwischen eine Menschenmenge angesammelt, die den Fürsten von gestern mit feindlichen Blicken maß; es fand sich auch nicht einer, der den Verfemten lstitte aufnehmen wollen. Aus der Stadt waren Beamte und Gendarmen gekommen,
Landwirtsebaft.
— D i c neue K a r t o f f e l k r a n k h e i t. Man schreibt uns: In Nr. 239 Ihres geschätzten Blattes berichteten Sie über eine neue Kartoffelkrankheil, welche lt. „Köln. Ztg." durch die Vermittlung des WinterfchuldircklorS Jösttng in Kronenberg festgestellt morden sei. Dieselben Kranlheitserscheinungen — ob es sich hierbei um eine absolut neue, bisher nur in Ungarn und England beobachtete, aber noch nicht untersuchte Krankheit handelt, mag dahingestellt sei — wurden m diesem Herbste and) bei uns wahr- genommen. Schreiber dieses erntete in seinem Garten 9)1 a g n u m b o n u m , die durch beulenartige Neubildungen diö zur Unkenntlichkeit verstümmelt waren. Zahlreiche Würmer, denen der nasse jSommer besonders günstige Lebcnsbedingimgen bot, bevölkerten die Oberfläche der angei'milteu Knollen. Sollte ihr Zerstörungswerk .in den Geweben nicht den Boden für die Kraickhett ebnen ? Im 'übrigen stimmen die hier gemachten Erfahrungen mit denen Jostings überein. Die Güte der Saatkartoffel schützt vor An- iftcdung nicht. Dieselbe erfolgt, wie richtig beobachtet worden ist, vorn Boden ans, besonders wenn Steinkohlenasche zur Verwendung kam. Doch leiden nicht alle Sorten. Rotschalige (Weltwunder, Prof. Wolthmaim), welche unter denselben Bedingungen mi gleichen Boden gepflanzt luurbcn, blieben im angeführten Falle fast völlig gesund.
und diesen gelang es endlich, dem Fürsten in einer Mühle ein Zimmer zu verschaffen. Vor den F-enstern dieses Zimmers sah man die ganze Nacht Gaffer und Schreier, die sich in Verwünschungen gegen den Fürsten ergingen und sogar sein Leben bedrohten. Und ein Jahr vorher war derselbe Alexander, als er aus dem siegreichen Feldzuge gegen die Serben heimkehrte, von seinem Volk wie ein Jool umjubclt worden; man hatie ihm Triumphpforten errichtet und ihm Blumen gestreut, als er in Sofia einzog. Vor der Kathedrale aber stand der Metropolit und hielt eine feierliche Ansprache, in der er ihn den Retter des Vaterlandes nannte. Und diesen Retter des Vaterlandes wollte jetzt nicht einmal ein einfacher Bauer in sein Haus nehmen! Wie gesagt: im Orient kommr alles immer anders!"
DcrmiW«.
' Ein schweres Grubenunglück. Wie wir in einem Teile unserer gestrigen Auflage schon mitteilten und durch Anschlag verkündeten, ereignete sich gestern vormittag in der fiskalischen Königs grübe bei Königs Hütte infolge einer Entzündung von Grubengasen eine heftige Explosion. — Heute stellt es sich nun heraus, daß man in der ersten Llufregung das Unheil bedeutend überschätzt hatte. Eine große Anzahl von Bergleuten hatte man für tot gehalten, während sie nur schwer betäubt waren. Die ganze 100 Mann starke Belegschaft befindet sich in Sicherheit, da sie sich noch rechtzeitig durch Nebenschächte retten konnte. Die Aufregung war naturgemäß ungeheuer. Tot find nach einer Mitteilung der Königl. Bergwerksdircktion der Steiger Nother und zwei Häuer, betäubt sind etwa 20 Mann. Die Entstehung des Feuers ist noch nicht aufgeklärt. Aus noch nicht festgeslellter Ursache sind die Wetter von dem gewöhnlichen Wege abgewichen. Der Brand ist tm wesentlichen abgcdämmt.
* Ballonunfälle. Tie Mehrzahl der an dem Berliner Gordon-Bennett-Fliegen und an der Fernfahrt^ beteiligten Ballone find infolge der ungünstigen Winde der Nordsee ^igetrieben, und schwebten in großer Gefahr. Mehrere Ballone sind untergegangen. Zum Absuchen der Nordsee sind weitere 14 große ^or- pedoboote in See gegangen. Der spanische Ballon „Eaftilla ist sechs Meilen nördlich von 5)elgoland untergegangen. Die Insassen wurden von einem Fischerboot gerettet, nachdem sie feit gestern morgen auf dem Meere umhergeirrt waren.— Bei Ershvlmeiiik, in der Nähe von Bud. Fislerleie (Norwegen» hat ein Fischer einen deutschen Luftballon a u s g e- fischt. Die beiden Luftschisfer konnten im letzten Augenblick gerettet werden. Der Ballon wurde gelandet.. —• Aer vermißte Schweizer Ballon „Helvetia" ist bei Borgiet Bud, Norwegen, nach zweistündiger Schleppfahrt glüMch gelandet.
Edinburg, 15. Oki. Der Ballon Busley erlangte Dienstag früh 5 Uhr nordwestlich von Helgoland Verständigung mit einem nach Edinburg gehenden Koh len dampf er. Ter durch ziehendes Ventil aufs Wasser gebrachte Ballon wurde durch den starken Wind von dem Schiff weggetrieben, so daß der Reißbahnzug nötig war zu dem gefahrvollen Rettungswerk. Die Insassen des Balkons Niemeyer u. Hiedemann wurden von dem Kapitän des Dampfers fast entkleidet aufgefischt und
30—40 Mk., mittlerer 40—50 Mk. und bester 50—6y Mr. Läufer aalten das Paar 70-80 Mk. Der Rindoiehmarkt zeigte schwache Auffahrt Die Preise bewegten sich auf der seitherigen Stuie bei etwa?» mehr Anzug. Ter heutige erste Marktag war ein Gallinarkt nach dem Herzen unserer Geschästsleute. Auch für den morgigen zweiten Markttag stud die 2liisstchten die günstigsten.
MUnzend bewahrt unv erprobt hat sich Scotts Gmulfion. nun fefoon feit über 30 Jahren und Werd nod) immer von den Ärzten alö die bestgeeianele a°rm ongefeben, in der man Lebertran unter Voller ztudnuflung seiner Eigenschalien verabreichen kann.
$COtt$ Emulsion
Ist völlig frei von den bekannten unonae» nehmen Nachwirkungen gewdmiUchen TranS, die dessen Eiuuehmen Jur bte weiften Menschen unmöglich machen, und Wirkt autzerdem anerkanntermatzen rascher und sicherer ale dieser.
SeottS Emulsion wird von unS auS- schliehlich im otogen verlauft, und zwar „le lose nach Gewicht oder Mah, sondern nur in versiegelten Lriamalslaschen in Karton mit unserer Schutzmarke (mscher mit dein Dorfch'. Scott & Lowne, © m. b. H„ Frankfurt n. M.
Oktober
1908
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur der Lust
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
14. 2“
750,8
15,4
10.9
84
8
2
Sonnenschein
14. 9’s
751,1
9,2
8,3
96
8
2
Klarer Himmel
12. 7"
751,6
8,2
7,9
98
still
still
Nebel
Höchste
Temp
ralur
tm 13
.-14.
Oktobe
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4- 15,6 0 C.
Niedrigste
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8,8 0 C.


