handelt werden. £5 beliebt die Absicht, den Vorschlag deS KLHere.- Tirektor- der Berliner Sternwarte, FLrüer, anzunebmen -nd Ostern auf den dritten Sonntag nach dem Fiühiahrs-Aeaiunoktinm, dem 21. März, fefUuleaen.
Zusammen st ob-wischenTeutschenundTschechen. In Henffchau kam eS gestern nacht *u einem blutigen Streit zwischen tschechischen So tollsten uno Deutschen. Iie Tschechen überfielen die n^s Witkonntz iurüdtebrer.c--:-. Deutschen, die dem gegen sie eröffneten furchtbaren Steinbombardement unterlegen träten, wenn nicht Al Gendarmen mrt gefälltem Saionett gegen die Angreifer loSgenangen wären, <6troa 30 Deutsche sind verletzt, darunter 10 sttzver
Tschechen und Franzosen Auf Grund einer Einladung bet traget StadtratS ha: juh eine Deputation des Pariser Stadtrate- tunt Besuch an gemeldet, und dürste in dieser Bvche in Prag eintreffen.
Heiligsprechung Pius IX. Dor der Kongregation der Riten wird gegenwärtig der Prozest wegen Heiligsprechung deS Papstes Pius IX. verhandelt. G«en dir Heilig, orochung trat nun die Homilie ryalcanieri beim Präsidenten der Kvngregatwn in aller ?ronn Widerspruch erhoben, weil angeblich Pius IX. „unter Mitwirkung de- Kardinais Antonelli uno anderer Untergebener \id, in ioiderrechtlichcr und verbrecherischer Weise die «rideikommi-gütcr der Familie angeeignet habe". Diese Besitzungen haben einen Wert von 30 Millionen Lire. Die angebliche Beraubung soll in die Jahre 1849 bi- 1865 fallen. Dor den bür- gewichen t Berichten Rom- ist diese Angelegenheit bereits seit 1900 anhängig gemacht.
Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland sind gestern mit ihren Kindern an- Pelcrhof auf der Pacht „Alexandra" nach Kronstadt abgercut 3n mxmuaht gingen sie an Bord der Pacht „Standart", um die Reise nach dem iinnländischeu Meerbusen aniu treten.
Die Unabhängigkeit Aegyptens. Dem „Daily Ex« Drei/' wird ouj» Alexandrien gemeldet: Askhooke, der Führer b.r koptischen Nationalisten, veoösfenllicht ein Parteiprogramm, in dem die Unabhang ig keil Aegypten- unter britischem Schub verlangt wird. ES wra zu erwarten, baß die Vorgänge in der Türkei un nahen Orient nicht ohnoWirkung bleiben würden. (Droste überraschende Umwälzungen erschnnen durchaus nicht ausgeschlossen.
An» Stadt und Land.
Gießen, 2. September 1908.
* * StaatSminister Dr. Ewald ist von seinem Sommerurlaud auS der Schweiz znrückgekehrt und hat die Leitung der Staatsgeschäfte wieder übernommen.
• • LandeSauSschuß der hessischen Zentrumspartei. Morgen, 8. Sept., findet in Mainz eine Sitzung des Landesausschusses statt, in der über den Wahlaufruf und den bevorstehenden Parteitag beraten werden soll. Eine LandeSkomitec-Sitzung findet am Parteitag, den 20. September, vormittags 11 Uhr statt.
• • Pfarrpersonalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den evang. Pfarrer Ioh. Schneider zu Neckarsteinach auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen, treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt.
"Uebertragen wurde dem Lehrer Hch. Kiefer zu Klem-Welzheim eine Lehrerstellc an der Gen,cindeschule zu Hechtsheim: dem Lehrer Johs. Wachter zu Finthen eine Lehrerstelle an der Gemeindcschule zu Ober-Olm.
** G eschwo re n e n l i ste. Zu der am 28. September beginnenden SitzimgöpcrivDc dcS Schwurgerichts wurden nachstehende Lanptgeschwvvcnen auSgelost: 1. Dr. Emil Heuser, Obcrbib- liothckar in Gießen, 2. Karl Adolf Möhl, Mevger in Gießen, 3. Gustav Schwarz, Kaufmann in Gießen, 4. Karl Fromme, Professor in Wic&cn, 5 Ernst Ludwig Sack, NLetzger in Gießen, 6. 3obannet Bindenwlo, Landtvirt in Kestrich, 7. Phllipp Leopold Ramspeck, Knusmann ui Alsfeld, 8. Ioh. Fricdr. Helm, Wein- Händler in Gießen, 9. Philipp Heinrich äwnrad Aindccker, Metzger in Friedberg, 10. Jakob Schimpf, fitiufmann in Butzbach, 11. Georg Heil IIL, Landwirt in Hartershausen, 12. 3cbann Karl Simon, । Landwirt in Zell, 13. Wilhelm M engel, StationS^Assistent a. D. in Gießen, 14 Zol>mineS Heinrich Schäfer, Müller in Burkhards, 15. Otto Hohenodel, Uhrniacher in Bilbcl, 16. Wolfgang '.Witter- maier, Professor in Gießen, 17. Hennann Wießlcr, Kaufmann in Butzbach, 18. Johannes Fiscl-er III., Landwirt in Nieder-Mörlen, I 19. Dr. Adolf Hansen, Professor in Gießen, 20. Kvnrad Swing III, Landwirt in Burg-Gemünden, 21. Heinrich Engelbert Emil Schneider, lianDttnrt in Herbstein, 22. Hermann Heller, Landwirt in Llch, 23. Johannes Tränker, Landwirt und Roämer in Cucrf, 24. Heinrich Psasf, X'anbivirt in 86eitcrsham, 25. Hein rid) Zwicker I., Rccluter in Rinderbügen, 26. Wilhelm Bollmüller, Skinbanblcr in Lauterbach, 27. Georg Otto Herbst, Landwirt in Altenburg, 28. Eleorg Reckenter, Kuufmann in Schotten, 29. Philipp Dirlamm, tianbivirt in Kuichen, 30. August Kilbinger, Sattler In Gießen
Der Verband der Krankenkassen und der Gemeinden als Träger der Krankenversicherung im Groß- herzogtilm Hessen hält nm 20. September seine dritte ordentliche Mitglieder-Versammlung im Hotel ,zur Krone* in Al »seid ab. Auf der Tagesordnung steht neben Geschäftsbericht und RechnungSablage, sowie der Vorstandswahl ein Eintrag auf anderweitige Regelung der Hebegebühr für die Einziehung der Beiträge für die Invalidenversicherung (Res. Harth-Darmstadt), ferner die Jürsorgekasse für die Beamten und Bediensteten der Landgemeinden und flommunaloerbände (Ref. Klappner-Darmstadt) unb: die Gebührenordnung für Aerzte (Res. M ü n ch-WormS). .Nach der Beratung findet un Hotel ,jiir Kroneein gemeinschaftliches Essen statt, zu dem Stadtrechner Bing-AlSfeld Anmeldungen entgegen- nimmt.
** Frachtgut!» e »ettelung. Die übeisäbligen und fehlenden Güter hüben schon voil jeher eine große Belästigung jur die Eisenbahndienstitetten nne für Die Verkel-rireibenden. 5iqcr liebetstmid, der hauucsöchtlch äno der mangelhaften '^eichiuing der Güter bertvrgebt, erreuUt gen ähnlich während des gesteigerten Herbstverkedrs seinen Höhepunkt Konnte man sich daran gewe.men, bte allen Becetletungen sauber -u entfernen und die neue Be- »eitel img vonchrift-n^ißig autruilcn, so wäre viel unnötige Arbeit und Schreiberei eriuxit Tie iLiseiwahndirektionen haben daher zur (ünid)r.:nfung dieser Unzuträglichke'.len ihre Beamten angewiesen. schlecht Ober man.ielb'iil bezeichnete Guter »uniduiipfifcn, oder bte vor beschrieb, iie Bezeichnung gegen Erhebung der tartr- mäßigen t'^bubr mudzuloten Ber manchen Ci nenl'abnbtrcftion»- begirfen sind nencrbtngö sogenannte Signierfahnen einge- fubrt wvrven, die zum Selbftfoftenprvi? abgegeben locrben Sie sind besonder» .ui Beieichnung Der »"üter geeignet, an Denen |id) n.rch tbrer Beschaffend :t ote Sigiü rang ulst echt anonngen laßt
' Beft tjivechsel. Das Etabltsicment .Windhof 11 für 110 000 Mk. an den Restaurateur Loeberv aus Horst in Westfalen verkauft toorden. Die Uebernahme soll sehr bald erfolgen.
•• Inserate sind nicht an die Redaktion, sondern an bte Expedition zu richten. Die Redaltivn Hal nut dem rAuzeigenletl nichts iujuu. Tggcgcu wolle mau redaktionelle
Mitteilungen nicht an die Expedition, sondern an die Redaktion schicken, damit unliebsame Verzö .erungen vermieden werben. Alle für die Zeitung bestimmten Manuskripte müssen au8 technischen Gründen nur auf emer Seite des Papier- beschrieben sein. Tie Schritt muß deutlich fein; besonders deutlich müssen Namen und Zahlen geschrieben sein.
" Kolosseum Eine ..broedxlung in Dem uollch n Ba- rieteprogramm bietet du-mal ba? .notosseurn mit brinet englischen Seniatwl'^Trtcktip-Burleske „Eine Nacht trn Selb nm Order kl ub" von Tr. Fr. Feroinand, Die Gütern abeno vor sehr gut besuchtem Haufe »um erstenmal aufgc'übrt wurde Zn der trotz ihrer offenbaren Geschmacklosigkeit immerhin mit Ec schick unb Humor Der fertigten, manchmal etwaS^ schalen unb auch veralteten Satire finden sich einig: gelungene Szenen unb gangbare Schlager, Die von dem Publikum mit starkem Beifall aus- Qcnomnu n wurden. Die Typen Der freiwilligen und unfreiwilligen LelbstmordkanDioaten sind mitunter recht gut gezeichnet und Die verschiedenen „Ehrenmänner tragen manchen gut beobachteten Zug Tie Vorführung sstbst kann man als recht gelungen bezeichnen, wenn auch l/rcr unb da ellvas gar zu dick ausgetragen wurb: Ihn*- sehr lobenswerte Leistung zeigt: uns Dr. Ferdinand selber als Sherlock Holmer. Den wir als tuten sehr guten Schauspieler schätzen (er gastierte hier vor ein paar Fahren mit einem allerdings recht mangelhaften kleinen Ensemble in Steina Saalbau mit Sven Langes Drama „Der Verbrecher", er scheim also besondere- krinnncllcs Interesse zu haben, nnb der wirklich großartige MomeMe hatte, die vom Publikum stürmisch applaudiert wurden. Nächst ihm ist Angelo Höf le al» Bankier ivibson erwähnenswert, der in spiel und Mimik eine durchaus angenehme unb zutreffende Note aufwies. Seniger geltet uns Herr Adalbert (4 a r e i d als Präfiocnt deS Selbst- uurocrfüibd, der mit einziger Ausnahme des 3. Aktes recht matt blieb und feine ganze, kühl überlegene Rolle zu sehr ins stvnvcntionell-Spicßbürgcrlichc zog. EtivaS mehr <^or,che und Sllbstübcrhebung durfte wohl am Platze fein. Tie Gbargen waren durchweg gut besetzt, und auch das Enschuble'piel ließ nichts zu wünschen übrig, wenn man von einigen Uebertreibungcn, die sich aus der ganzen Art des SnlckcS aber leicht erklären unb entschuldigen lassen, absieht und nur den Gesamteinoruck un Auge bebält Air sind überzeugt, daß weitere Ausführiingen lcbhast.il Zuspruch finden Dürften, umsomehr, da Sherlock Holm« leider immer noch aktuell ist. -h.
Lich, 1. Sept. Die seit einigen Togen vermißte Kunigunde Konrad ist heute als Leiche aus der Wetter gezogen worden. Die Unglückliche, die das elterliche HouS nach vorauSgegaugenen Zerwürfnissen verließ, wird als braocS, fleißiges Mädchen geschildert.
X Treis a. d. Lda., 30. Aug. Ein einem hiesigen Händler gehöriges Rind, das heule morgen mü ber Eisenbahn nach Giet>n zum Bichmarkt befördert werden sollte, bekam unterwegs Frci- heitsgelüste und sprang kurz hinter unserem Torf, gewiß auch angczogen von der bei dem nassen fetter üppig oa'tcbjnocn Weide, seiner Fesseln, die offenbar nicht besonders fest waren, nicht achtend, aus dem in voller Fahrt begriffenen Zuge. Zu feinem Unglück oder auch Glück blieb es in einem Stachelürahtzaun bangen, wo cs von binjukommcndcn Landleutcn befreit unb feinem Eigentümer ,ugeführl werden konnte. Äußer einigen vom Stachel- draht herrühreiiden kleineren 28undcn trug e.- b inerlei Verletzungen davon. Nächsten Sonntag, dem Sonntag nach dem 2. Scptnnber, wird hier, schönes Wetter vorausgesetzt, das herkömmliche Z u- a c n b f c ft unter ber üblichen Beteiligung der Schuljugend, aller Vereine ber ganzen Bevölkerung am Fuge des TotenvergcS auf dem sog. „Busch" gefeiert.
B. Ällendors a. d. Lumda, 1. September. Am Sonntag nachmittag wurde m unserer Kirche cm Mission 8 - Fest gefeiert, das von NtissionSfreundcn von Nah und Fern so zahlreich besucht war, daß unsere gewiß geräumige Kirche die Menge der Andächtigen kaum zu fassen vermochte, und noch aus den benachbarten Häusern Stühle und Bänke geholt werden mußten, um den Erschienenen für Sitzgelegenheit zu sorgen. Pünktlich um 2 Uhr begann der Gottesdienst, in welchem Pfarrer Ehringst a u S - Bielefeld bte eindrucksvolle Festpredigt hielt, die den Zuhörern die Pflicht zur MissionSarbcit ans Herz legte, weil die Not der Heidenwelt es erfordere, die Liebe der Christen cS verlange und die Stärkung des eigenen Glaubens cS erheische. Nach ihm berichtete Pfarrer Fliedner- Marburg, der lange Jahre Pastor an dem deutschevangelischen , sogenannten Syrischen Waisenhause in Jerusalem war, über die EoangelifationSarbeit im heiligen Lande. Als dritter Redner sprach Missionar Judt-Barmeu. Ec gab interessante Schilderungen auS seiner 30jährigen VlissionStätigkeit im jetzigen Teutsch-Südwestafnka, besonders verbreitete er sich über Land und Leute des südlichen Teiles unserer Kolonie, die Hottentotten. Tie am Schlusie des Festes für die Heidenmission erhobene Kollekte betrug ungefähr 115 Mk. Auch wurden für etwa 30 Mk. Missionsschriften verbreitet.
FC. Butzbach, 1. Sept. Ter sumpfige Teil des hie- sigen Exerzierplatzes wird focbcn durch Strafgefangene aus der Zellenstrafanstalt entwässert. Tie Arbeiten dauern ca. 3 Wochen.
R.-B. Tarrn ft abt, 1. Sept. Heute wurde das Jubiläum der Chemischen Fabrik von E. Merck festlich begangen. Bei der akademischen Feier am Vormittag waren neben dem Personal atich d.e auswärtigen Vertreter der Firma aus Berlin, Hamburg, Wien, Brüflel, London, Paris, Alailand, Petersburg, Moskau, Vkexiko :c. zugegen. 9iamenS der Großst. Regierung überbrachte Dtinister Tr. Braun herzliche Glückwünsche, wöbe» er darauf hinwieS, daß Geh. Kommerzienrat Dr. Louis Vlerck bereits zum lebenslänglichen Mitglied der Ersten flammet berufen worden sei, während der Grobherzog Med.-Rot Tr. E. Merck das Ehrenkreuz deS Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen habe. Ramenü der Stadt gratulierte Oberbürgermeister Morneweg, namens der Technischen Hochschule Rektor Prof. Walde, namens der Handelskamnicr Bankdirektor ParkuS, namens des VeicmS deutscher Cbennker Prof. Dr. LepsiuS u. s. f. Eme Abordnung der Arbeiterschaft überreichte den Jubilaren prächtig auSgestaricte Adressen. Rach ber Feier sand unter großen Zelten eine Bewirtung deS gesamten, zirka 1500 Köpfe starken Personals statt. Am Abend veranstalteten die Beamten noch einen FestkommerS.
sd. Tann Habt, 1. Sept. Von den fünf auS ber Landesirrenanstalt Philipphospital bet Hofheim auSge- brochenen Verbrechern wurde schon am 2lachmittag einer in dem Anstalt-'sttüni un Felde bei WolfSkehlen von Landleuten entdeckt und m die Anitalt zurückgebracht. Es ift ein gewisser Lhltg, der strafrechtlich nicht venolgt roub und auS anderen Gründen zur Becbachtung feiiKö GeisteSzustandeL m der Anstalt anfgenommen war. Er war nur mit H^mo und Hose bekleidet und hatte außer den Hausschuhen den üblichen langen, blau und weiß gestreiften Krankenmantel an, der fast bis zur Eide reicht. .Wahrscheinlich haben die andern Audbreche. auch feine andere Kleidung nnd n..d ohne Kopfbedeckung. Aus, Rosenberger und Haawig i;i noch cm
gewisser Leiser flüchtig, der von der Staatsanwaltschaft Gießen verfolgt wird, sowie endlich der Schlosser Becker au- TamifiaM, der vor einiger Zeil in einer Wirtschaft <mem Bekannten einen Stich beibrachte. Er leidet an (tpi- lepsie und soll die Tot un Dämmerzustände au-geführt L aben. Er ift aus Beranlafiung der hiesigen Polizei in Hof» renn ausgenommen worden, eine Anklage gegen ihn war n cht erhoben. Wie eS den Ausbrechern möglich wurde, ^urch bte verschlossenen Türen zu entrinnen, ist nicht sestge- stellt. Tatfache ist. daß eS ihnen möglich war. durch oer-i 'chiedeue verichloflene Türen dnrchznkoninien, ohne daß die schlosser beschädigt wurden. Jedenfalls haben Hartwig, der Monteur ift, und ber Schlößer Becker Gelegenheit gehabt^ sich die nötigen Werkzeuge anzufenigen oder zu verschafien.
-a. Rodheim a. d. Bieber. Äiachdem die Genehmigung erteilt worden, daß der für Rodheini geplante SchulhauS- '?l e u b a u direkt hinter der alten Schule aufgeführt werden kann, sanden ge :em durch KreiSbaumeister Achenbach-Biedenkopf die ersten Verhandlungen über den Bau statt. DaS bisherige beengte Schulgehöst wird durch Ankauf in der Weise erweitert, daß der gesammte Plag etioa die Größe von 2000 Ouadratmeter erhält. Der AuSführungSplan, mit uachftem Frühjahr in Angriff genommen, ist in folgender Weise gedacht: Ter '.Neubau erhält in seinem unteren Geichoß vier geräumige Lehrsäle mit dem Eingang von de'r Mitte bei HauseS. Der zweite Stock wirb zwei verheirateten Lehrern als Wohnung Dienen, bestchenb aus |e vier Zimmern, Küche und Vorratskammer. Auch für die im Aufblühen begriffene Gewerbeschule gedenkt mau einen Raum herzurichten, ivie auch un Anschlug an unsere CueUroaficroerforgung eine Bade»! cinnchtling für die Kinder geplant ist. Mit Vollendung deck neuen Schule verschwindet die alte von der Bildfläche, indem an ihre Stelle direkt an bte Straße der Spielplatz zu liegens kommt. Tic Schuljcheuer muß schon mit Beginn Der Erdarbeiten weichen; nut ihr verschwindet em Stück , Alt-Rod- heim*, denn sie gehört wie auch die alte Schule zu den ältesten Gebäuden unseres >,OrteS. Die neue Schule ist zu 70- bis 80 000 Mk. veranschlagt.
)( Aus dem Streife Marburg, 1. Sept Infolge des unnufbörlitbtu Aegenwctters find die Landwirte ün b.eugcn sirci'c in arge Bedrangm- geraten Hafer und Ae»ze» ftebt überreif auf Dem Felde unb kann nicht geerntet werden Vielfach hort man, baß der Hafer wieder und) zu wachsen beginnt. Auch für di^ Grummeternte ivärc fchones sonniger Wetter erwünscht, ebenso für bte S pä tkar tof sctn, die KBt Feuchtigkest genug haben. Die Gemüsefelder baden, sehr unter ber Raupenplage ui leiden Tic A e p f c l e r n t e- lallt in buiem Zähre verhältnismäßig gut auS, in Den A»cde- rungcn gibt» auch tüchtig Zwetschen, doch hat der sturnuvmb in den letzten Tagen in Den Obstpflanzungen oftmals Schaden angerichtet
X Schlüchtern, 1. Sept. Am vergangenen Sonntag, wurde dahier ein Kaiser WilHelm- und Krieger- Denkmal feierlich eingeweiht. dtachmlttag« 2 Uhr sandi em Feslzug, an dem sich 33 Kriegervereine, die hiesigem Schulen und Behörden rc. beteiligten, statt. Am Denkmal hielt der Vorsitzende deS KreiS-flricgeroerbandeü, Amtsrichter; HengSdergcr, die Festrede. Das Denkmal besteht au« einer Bronzebüste deS Kaisers Wilhelm L, die auf einem einfachen, ober künstlerisch hervorragend gestalteten Gramt- sockel ruht. Schöpfer des Denkmals ist der Bildhauer (iiml Caner in Berlin, em Sohn unserer Stabt. Eine nn TenM mal angebrachte Tafel zeigt folgende Inschrift: .Dem An-, denken an feine 1870/71 zur Verteidigung bet Vaterlandes auSgezogenen Kameraden, gewidmet vom Kriegerverein. Schlüchtern, 30. August 1908.'
fc. Frankfurt o. Di., 1. Sept. Ein Transport von» Ochsen, der auf dem hiesigen Schlacht- und Viehhof emtras, wurde beanstandet, da von Seiten deS Tierarzte» bei einem Stück Maul- und Klauenseuche konstatiert loorbea war. Um der Ausbreitung der Seuche entgegenzutreten,, wurde polizeilich bie Abschlachtung des Transporte», un ganzen tki Stück Großvieh verfügt und die Absperrung^ eines Teils des Viehhofs für das Publikum angeordnet. Der Transport kam aus Württemberg.
X Hanau, 2. Sept. Im Schloßgarien schoß sich gestern abend ber wegen Unterschlagung von 600 Mark steckbrieflich verfolgte 22 jährige Kaufmann Scheffer au» Stuttgart zwei Kugeln in den Kops und wurde schwer verletzt m das Krankenhaus gebracht.
tc. Fulda, 1. Sept Drei Zigeuner, von denen einer dringend Dtrbäditig ut, den Gendarmerie Wachtmeister Schenk aus Flieden durch einen Schuß tödlich verletzt zu beben, sind iu bat Anit-gcrichtSgesängnis in Neuhof eingeliefert »vorden. Be» denl einen. Den man als Den Täter im Verdacht hat, lanö man zwei Revolver, zahlreiche Patronen, einen Hirschfänger, zwei Messer unt einen Legitimatwntzjchein, auf den uordmachcr und IN unter Fran^ Lsagncr, wohnhaft in Emuiekhosen, laut mb.
Aus Nassau, 1 Sept. Das Dispertal, das mit zu den lanCidMitliü) schönsteii liiert bev iaunu» gehört, ift finfihd) gefährdet Es sott dort eine Talsperre errichte» werden, die Vorarbeiten sind so u>nt gediehen, daß eine Wasseruhr aufgefielt, werden konnte, die bte Wasser der Wisper un» feiner Nebenbäche registriert. Ta- Wispertal wird im Sommer von Taufenden von Fremden besucht. Auch die Kurgäste von Wie-baden, Langenschivalbach und Schlangenbad unternehmen gen 3pa.uetgängc in das ronianti'che Wispertal. Tie Industrie aber bat bekanntlich für Romantik kein Interesse, sie fordert schon seit Zadrcn die Wifpertallperre, Die nunmehr infolge bei Binder Wiesbadener Handelskammer zur Tatsache
Line „gctraumt€" Näudcrgejchichte.
Heber eine seltsame Begebenheit, die einen interessanten Fall au- dem Reiche des lieber)umlidm behandett, beruhtet da- Sturtganer Neue Tagblatt:
Jim 15. 'Jtuguft wurde uns auS Dem 'Xm:.vbcramVbc|trf Stuttgart von einem UebcdaU gemeldet, den gpu ün i’bebüidl lauernde Spießgesellen auf einen achstäprigen Knaben nach beiiea Liigabe am dein Wege uir Schule au^ubetrn. Die Cfbdroen Haden sofort teengfir Untersuchung tinaeleiiet. liefe Nachforschungen haben nunmehr ein große Wahrscheinlichkeit dafür erqeben, daß der Knabe, dec adui-.brigc Psarr.-rsohu Max Teufel von fcemnai, die ganje ilLniL>ergeid tih.c munden oe>n-. geträumt hat Der mit der Untenuchuni ovtraute 5-tationofjmmanbaMl hatte -unächst die Mutter des Knaben tKninruncn und diese erklärte bei dem Bertzor etwa folg ndeS: Am 14 Jul: nachmitlag» l^i Uhr ia ihr Sodn auf dem ^8egc zur Schule noch Hohenheim unirrbalb xemnat Ix. der Rarn-bachvruckc von >roet bundxu in daB Ge'. u ch geschleppt, dort entkleidet und dann ,nr.e ü.ftbct unb den Schulranzen bur.j v.in. Der Jbiabe habe aber km Geld bei sich gebaut, auch nichts zu essen nnb nur feine Bücher im Schutwn>en getragen. Tu- Burschen Hillen den lieberallracn ein«- Lrunde It-gcn lassen, unb ihn dann durchgevrügelt und schließlich nielK-i -r.-..rlafj.ii. so Dau ter ÄT.atf rft um 3», Ut: m die «bj.. kam. Ter Knabe haoe Hauiabschüriungen an den .Armen und an tzen o.-MSgi gctzgbt, Vevouich^^n, bte IcrcherW


