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Danteinschnitten ähnlich sahen. — Daraufhin würde der in Stonqat bei seinem Großvater weilende, angeblich überfallene Schüler Max Teufel verhört. Er hat dabei unter anderem ausgesagt: Als er vor etwa vier Wochen, es werde der 14. Juli gewesen sein, nachmittags zwischen l\x und 2 Uhr zum Besuch der Realschule von Kemnat nach .Hohenheim gegangen sei, seien nach Ueberschreilen der Ramsbachbrücke zwei Handwerksburschen an ihn herangekommen. Der eme habe ihn gefragt, wem er gehöre, der andere, wohin er gehe. Er habe den beiden Personen Auskunft gegeben, dann sei er an den Armen ergriffen und in das etwa 50 Meter weit entfernte Weidengesträuch an dem Nams bachuser gezerrt worden. Dort hätten die Burschen ibn niedergeworfen, mit einem Strick die Füße und mit einer zwmlich ftorten Schnur die Ipänbe bezw. die Arme gebunoen. Während er in dieser Zeit geknebelt und auf dem Boden ^gelegen habe, durch- suchten die beiden Leute seine sämtlichen Taschen und den aus dem Rücken besindlichen Schulranzen. Da er auster Lehrbücher und einem Taschentuch weder (Veld noch andere (vegenst.rnde besessen habe, so hätten ihm die Burschen nichts weggenommen. Während die beiden Angreiser ihn durchsucht l aben, sei der Ober förster von Hohenheim mit einem Hund aus ber Richtung von Hohenheim gekommen. Als die Burschen diesen sahen, hätten sic den Knaben geknebelt liegen lassen und seien in der Richtung gegen den Plieninger Wald geflüchtet. Der Oberförster habe den Fliehenden seinen Hund nachgehetzt und dieser soll, wie der Obcrsörstcr sagte, vtnem der Burschen die Hose zerrissen Ijabcn. Der Oberförster habe dein Knaben die Stricte und die Schnur gelöst und ihn srcigelasscn. Ter Knabe konnte nur eine mangelhafte Beschreibung her Angreifer geben. Er schätzte sie auf 20 bis 25 Jahre alt und hielt sie für Handwerksvurfchcn.
Der gleichfalls vernommene Oberförster von Hohenheim sagte Lus, baß ihm von dem ganzen Vorfall niäü das Geringste bekannt sei und er könne sich nickst denken, wie der Knabe dazu komme, zu sagen, er habe ihm die Fesseln an den fänden und Hüben gelöst. Wenn er die beiden Burschen überrascht hätte, so hätte er zrvciscllos seinen Hund auf sie gehetzt: und dann sofort der Staatsanwaltschaft bezw. der Polizei Bericht erstattet. Der Knabe habe zu ihm kein Wort von der ganzen Angelegenheit gesprochen. Auch zwei Lehrer machten die Aussage, daß der Zlnabc weder zu spät in die Schule gekommen sei, noch den Vorfall ihnen gegenüber erwähnt habe. Ein Landjäger fragte dann den Knaben selbst, ob er die ganze Sache nickst etwa nachts geträumt habe und den Traum dann den anderen Schülern erzählte, worauf der Knabe erwiderte, daß dieses wohl der Full sein werde. Ter verhörende Landjäger erklärte es sür unmöglich, auf den Knaben einzuwirken, die Wahrheit zu sagen, da dieser bald weine, bald lache. — (Der kleine Herr scheint in früher Jugend schon das £>eer der psychologischen Rätsel vermehren zu wollen.)
'Ter Köpenkck-R i e l. Wegen des ,T>nurtmann§ von Köpenick* ist es in der A : e r n a t i o n a l e n 21 r t i ft c n - löge zu scharfen AuScinandc. . gungen gekommen. Tas polizeiliche Verbot des öffentlichen Au'tretens Wilhelm Voigts m Berlin und Budapest wurde durchaus gebilligt. Jeder elnliche Artist muffe sich weigern, mit einem alten Zuchthäusler gemeinsam auszutreten. ES setze daS Ansehen der VarlStöbühnen nur herab, wenn man unsaubere Elemenle zu Sensalionsnummeni mache und als Lockspeise sür das Publikum benütze. Es set lies bedauerlich, das; ein alter Logenbruder, der (Äatte der Sa- Ha re t, sich nicht schäme, den .Impresario' des Hauptmanns von Köpenick zu spielen. Infolge dieser Vorwürie ist dieser Herr, namens Jka Rose, aus der Internationalen Artistenloge ausgetreten. — Wilhelm Voigt hat sich ;etzt einen Sekretär zugelegt, durch den erden Blättern Mitteilen lagt, erstens, das; er schon wieder 1200 Bettelbriefe bekommen habe, zweitens, daß er nut einem amerikanischen Impresario einen Vertrag abgeschloffen habe, wonach er gegen ein Honorar von 50 000 Mk. eine aus 6 Monate berechnete Tournee durch die Vereinigten Staaten antreten werde. (Es ist wirklich bedauerlich, daß der Rummel immer noch kein Ende erreicht hat, und das Vorgeheit der Internationalen Artistenloge mutz mit aufrichtiger Genugtuung bemerkt werden. D. Red.)
Kleine Tageschrontt.
In Treptow-Tollensee bei Berlin bedrohten zwei Schwerzer den Gutsbesitzer Laue mit einer Axt, worauf dreier den einer' durch einen Schutz niederstreckte. Der andere wurde leicht verletzt.
Jr» Lands berg a. d. W. warfen sich vor einen Aug ein allerer und ein jüngerer Mann, anscheinend Vater und Sohn. Beide wurden von dem Zuge furchtbar verstümmelt.
In Wiesloch (Baden- wurde ein Landwirt bei Berührung eines herabhängenden Drahtes der Cberftromleitung getötet. Leine Iran erlitt erhebliche Brandwunden.
Zwei Kellnerlelirlinge, die seit einigen Tagen verschwunden waren, brachen in das Geschäftslokal chres Hotels in Gera ein und stahlen 500 Mk. Als die Verbrecher sahen, daß sie verfolgt wurden, jagte sich jeder eine Kugel in den Kopf. Schwer verletzt wurden beide ins Krankenhaus gebracht.
Der wegen Unterschlagung von 15000 Mk. steckbrieflich verfolgte Bankbeamte Meier aus Hamburg erschoß sich nach seiner Verhaftung auf dem Bahnhose Eutin.
Der Zahlmersterafpirant Schnackenburg vom 31. Inf.-Regt. Altona erschoß sich. Er soll umfangreiche Unterschlagungen begangen haben.
Der 19jährige Mediziner Robert Ehrhart, Sohn des Reichsrates Ehrhart aus Ansbach, wird seit der Hochtour, die er über das Kaiserjoch-lÄrieskops unternahm, vermißt. Eine ausgesandte Rettungsexpedilion kehrte erfolglos heim. Es besteht keine Hoffnung, Ehrhart, der wahrscheinlich während des letzten Hochgewitters abgestürzt ist, lebendig aufzufinden. Zahlreiche Lawinenstürze erschweren die Rettungsarbeiten.
Vor Preiskretscham (Oberschlesien) stürzte ein Automobil, in dem sich der Ingenieur Mildner und drei veislliche befanden, eine Straßenböschung hinab. Alle Insassen wurden erheblich verletzt, der Chauffeur lebensgefährlich.
In Mailand entdeckte die Polizeibehörde in der lithographischen Anstalt Cartocchnica Jtaliana eine großartig eingerichtete Banknotensäls cherwerkstätte. Die Direktoren, der Werkmeister und 40 Arbeiter wurden feftgenommen. Weitere Verhaftungen stehen bevor.
Ter neue belgische Gesandte am persischen Hose Emanuel Caweiiit wurde aui der Reise nach Teheran in Baku (Kaukasien) beraubt. Aus dem Wege durch die Stadt zum Schiffe wurden er und seine Familie von mehreren Räubern überfallen. Mehrere Schüsse wurden abgegeben, und c5 brach eine Panik unter den Passanten aus. Während dieses Tumultes wurde ein Teil des Handgepäcks des Gesandten geraubt.
In V l a z n i (Kroatien) überfielen mehrere Serben den Steuerexekutor Alekadie, zerhackten seinen Körper und warfen die Leichenteile auf den Bahnkörper.
In Serajewo wurden bei einer großen Feuersbrunst tuns Wohuhäiiser und mehrere Nebengebäude eingeäschert. Vier Personen sind dabei tätlich verunglückt. Mehrere Feuerwehrleute und und Polizeibeamte erlitten bei den Rettungsarbeiten Verletzungen.
In Wen Ham in Massachusetts wurde bei dem General- poftineifter und ehemaligen amerikanischen Bolschaster in Petersburg, Meyer, eingebrochen und Schmucksachen, Geld und Wertpapiere in Höhe von über einer Million ge ft ob len. Die
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Brest, 2. Sept. Trotz der Anwesenheit von Gendarmen ans Bord des deutschen TampscrS ,Tom Eorpitz" bauern; die Unruhen fort. Es kam sogar zu einem Messerkampst zwischen Meutereril und dem dem Kapitän treu gebliebenen Teil dec Viaunschafteii. Jnfolgedcsscii beschloß der Aiariitepräsekt, der Sache enp Ende zu machen, indem 12 Meuterer zwangsweise gelandet wurdeii/ — An der Küste ivic auch im Innern des Festlandes herrscht ein furchtbarer Sturm. Zahlreiche Telegraphenleitungen sind zerstört, viele Dächer abgcdeckt ober beschädigt. Im Hafen lausen viele Fahrzeuge, Schiit; siichend, ein. Rian ist auch ohne Nachricht über den Dampfer der Polarexpeditiori Ehareots.
Paris, 2. Sept, lieber die Unterhandlungen zwischen F-rank- rcid) und Spanien hinsichtlich ber Bedingungen für eine eventuelle Anerkennung Mnley Hafids teilt der Petit Parifien mit, daß die Anerkennung bereite im Prinzip außer Frage stehe. In Tanger fall ein Brief eingecrossen fein, der einen Ausruf des neuen Sultans an Europa enthält, worin Muley Hafid ausführliche Erklürungen über den LUgeciras-Vertrag abgibt. Diese Erklärung Muleh Hafids hätte unbcrEcnnbar einen großen Werl, leider habe aber weder die französische noch die spanische Gesandtsck;ast bisher offiziell von dem Jmhalt des Schreibens Sfcmitnte erl-alten. Die sranzösifck)-spanisck>en Besprechungen würden in kürzester Zeit beendet sein. Es sei keineswegs davon die Rede, daß die Kabinette von Paris und Madrid als Mandatar Europas auftreten. Beide Reichte würden sich darauf be- schränlen, das Programm der Garantien festMlegen, die Rtuley Hafid zur Unterzeichnung vorgelegt werden sollen. Dieses Programm werde aber erst gültig fein, wenn es durch die übrigen 3igimtarmäd)te genehmigt ist.
Paris, 2. Sept. France Militaire meldet, durch die Trnppenführer sei bekannt gemacht worden, daß Freiwillige sich für Casablanca melden könnten, die dort als Backer, Schmiede usw. Vettvendung finden könnten. In Udscha ist M u -* l c y Hafid als Sultan proklamiert worden, ohne daß die französischen Autoritäten dagegen ciitgcfd)ritten wären; cä‘ war nur verboten, daß Europäer sich an dieser Proklamierung beteiligten.
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in Portsmouth eintreffen sollte, war zwölf Stunbcn überfällig, was große Beunruhigung hervorries und veranlaßte, daß mehrere Schiffe zur Hilfeleistung ausgesandt wurden. Inzwischen hat ber Dampfer seine Passagiere gelandet. — Auch auf dein Kontinent hat das Unwetter mannigfachen Sckzaden angerichtet. In Brüssel herrscht seit zwei Tagen ein orkanartiger Sturm, der zahlreickse Betriebsstörungen verursackst hat. Die telegraphischen und telephonischen Leitungen haben schover gelitten. Auf den Boulevards uiü> im Stadtparke sind zahlreiche Bäume etlüvurzelt worden.
* Der F-ischermeister Ernst, der befturnte Hcutptbe- lastungszengc im Prozeß Eulenburg, soll, nach der „Deutsch Ztg.", infolge der Auftegungen, die ihm der Prozeß bereitete, vom Verfolgungswahnsinn befallen worden sein. Jede Aussicht auf eine Wiedergenesung des bedauernswerten ALannes sei ausgeschlossen. Ernst sei nach Ueberzeugung der Aer^te unheilbar wahnsinnig, und tönne auch für einen nochmaligen Eulenburg- Prozeß nicht mehr in Betracht kommen. Ob die Meldung richtig ist, lassen wir dahingestellt.
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