Ausgabe 
14.2.1908 Erstes Blatt
 
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den Dienst großer neuer sozialer und wirtschaftlicher Auf­gaben zu stellen, ist dafür mein beiter Lohn und zeigt mir aufs neue, daß ich auf dem rechten Wege bin. Reichskanzler Fürst Bülow." .

Am gestrigen Abend waren die Mitglieder der mit der Vorarbeiten des Projekts für eine Automobil- rennbahn imTaunus betrauten Kommission vom Kaiser empfangen worden. Ter Monarch erteilte der vorgeschlagenen Strecke O b e r u r s c l G r ä f e n w i e s b a ch seine Zustimmung.

Wie aus parlamentarischen Kreisen berichtet wird, dürfte auch die R c i ch sb e a m t e n-V or l ag e in etwa drei bis vier Wochen fertig gestellt sein und dann dem Reichstage zugehen. Ueber die Art, wie die Mittel für diese Gehaltsauf­besserungen aufFubringen sind, soll zwischen den verbündeten Regierungen und den Parteien eine Vereinbarung be­reits getroffen worden sein. Tie Vert.agung der Reichsfinanzreforni bis auf den nächften Derbst soll endgültig beschlossen worden sein.

Frankfurt a. M., 13. Febr. M i t t e l d e u t > ch e r Ar­beitgeber-Verband fürdasBaugewerbe. Am Mon- tag, Tienstag und Mittwoch die,er Woche haben zwischen dem Mitteldeutschen Arbeitgeberverbande für das Baugewerbe und dem Zentralverband der Maurer Deutschlands, dem ^entralver- band christlicher Bauhandwerker und Bauhülfsarbeiter Zeutsch- laiids, dem Zentralverband der Zimmerleute und verwandter Berufsgenossen Teutschlands, dem Verbände baugewerblicher Dülfsarbeiter Teutschlands Verhandlungen betr. Ab­schluß ei ne s n eue n T a r if-V er tr ag s stattgefunden. ane Verhandlungen wurden am Mittwoch mittag abgebrochen, um Mitte Äiärz roieber ausgenommen zu werden.

Ausianv.

Wien, 14. Febr. Zu der Reise Kaiser Wilhelms nach Korfu, die im nächsten Frühjahr stattfuidet, meldet dieZeit", der Kaiser werde die R e i s e in W i e n a u f k u r z e Zeit unterbrechen, um dem Kaiser Franz Josef zu sei­nem Regierungs-Jubiläum persönlich seine Glückivünsche aus- ^^P^ersburg, 13. Febr. Der Gehilfe des Ministers des Auswärtigen, G u b a sr o w, ist verabschiedet worden. An seine Stelle tritt der russische Gesandte im Haag, Kammerherr Tscha - r h k o to.

Aus s.asr utio &ano.

Gießen, 14. Febr. 1908.

Aus der Sitzung der Stadtverordneten.

Die gestrige Sitzung unserer Stadwerorüneten-Ver- samntlung wies wiederum eine recht reichhaltige Tages­ordnung auf, trotzdem die sonst den breitesten Raum^ein- nehmenden Bauangelegenheiten diesmal ganz fehlten. Statt dessen standen heute hauptsächlich Schula n gelegen- heiten auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung. Von dem erfreulichen Wachstum unserer Stadt legt der Umstand Zeugnis ab, daß alljährlich neue Klassen geschaffen werden müssen, um der wachsenden Schülerzahl oerecht zu werden. Diesmal wurden nicht weniger als s e ch s K l a s s e n neu geschaffen; an der höheren Mädchenschule wurden zwei, an der erweiterten Mädchenschule eine und an der Volksschule je eine Knaben- und Mädchenklasse geteilt. Much die Hilfsklasse, die jetzt von 42 Kindern besucht wird, soll in zwei Klassen geteilt werden. Erfreulich war die Einmütigkeit, mit der diese Aenderungcn gutgeheißen und die dafür erforderlichen immerhin nicht uuoeträchtlichen Mittel bewilligt wurden, denn die Aufwendungen für die Schule gehören zu dem wertvollsten, was die Stadt ihren künftigen Bürgern und Bürgerinnen bieten kann. Daß aber nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch die Bewohner unserer Universitätsstadt den Wert einer guten Schulbil­dung zu schätzen wissen, beweist die Mitteilung des Ober­bürgermeisters, daß trotz der beträchtlichen Erhöhung des Schulgeldes die Schülermnenzahl in der höheren und er­weiterten Ätädchenschule sich für da-> kommende Schuljahr abermals wesentlich erhöhen wird. Die Beratung der neuen Satzung über die Dienstverhältnisse der städtischen Beamten, 'die in der nichtöffentlichen Sitzung erfolgte, führte in der öffentlichen Sitzung zu einer lebhaften Be­sprechung über die Beteiligung der unmittelbaren städt. Be­amten an den Kommunalwahlen. Stadtv. Dr.Bier- mer führte dazu aus, daß in den mit der Vorberatung der Ord­nung beauftragten Kommissionen die Anregung gegeben worden sei, eine Bestimmung aufzunehmen, die diesen Be­amten mehr Zurückhaltung in der Ausübung ihres aktiven Wahlrechts auferlegc. Er glaubt nicht, daß eine juristische Form zu finden möglich wäre, die diesem Wunsch ent­spreche, ohne die Rechte der Beamten zu kürzen, hakt cs aber für selbstverständlich, daß sie sich von fe!6)t die dieser- halb wünschenswerte Zurückhaltung auserlegten. In sehr temperamentvoller Weise trat Stadtv. Grünewald für die unbedingte Wahlfreiyeit der städtischen Beamten ein, ebenso nach ihm die Stadtvv. Dr. Ebel, Troß, Krumm und Eichenauer, während von anderer Seite Stadtv. Dr. Biermer verschiedentlich Unterstützung fand. Aus den unbefangenen Zuhörer machte die ganze, ziemlich lebhafte Erörterung übrigens, den Eindruck, daß im Grunde genommen der beiderseitige Standpunkt in dieser Frage ziemlick) der gleiche ist, denn niemand wollte die Wahlfreiyeit der Beamten antasten. Diese Stellungnahme entspricht wohl auch der Ansicht der im großen und ganzen liberalen Gießener Bürgerschaft. Tag überhaupt über die Sache gesprochen wurde, hat feinen Grund in einzelnen unerfreulichen Er­scheinungen des Wahlkampfes bei den Stadtverordneten- wahlen. Wenn weiter die beabsichtigt gewesene Begründung eines Beamtentonsumvereins nachträglich von verschie­denen Seiten abfällig beurteilt wnroe, insbesondere von den Stadtvv. Eichenauer und Löber, so ist das nur be­greiflich zu finden. Denn auch hier muß der Grundsatz gelten:Leben und leben lassen." UebrigenS sind die Beam­ten, die eine solche Gründung ins Auge gefaßt hatten, in­zwischen selbst wieder von dieser Absicht abgetommen und es ist zu hoffen, daß die Debatte über diefe Angelegenheit dazu Beitragen wird, das gute hier bestehende Verhältnis zwischen Beamten und Bürgerschaft auch für die Zukunft zu erhalten. Schließlich ,ei noch erwähnt, daß für die Ausstellung des Gast w ir tev er eins 100 Mk. für Ehrenpreise bewilligt wurden. Weshalb der weiteren Aw- regnng des Gastwirtevereins, daß die städtische Haushal- tnngsfchule sich an der Kochkunstausftellung beteiligen möge, keine Folge gegeben luuröe, ist uns nicht recht ver­ständlich. Es hatte der Volkstümlichkeit dieser nützlichen Einrichtung nichts geschadet, wenn sie bei der Gelegenheit weiteren Kreisen einen Einblick in ihren Betrieb gewährt hätte.

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Aus dem städtischen Vermattungsbericht für 1906. IV.

Ter Krci^-Arbeitsnachweis führte im Jahre 1906 ein ziemlich beichauiichss Dasein, cs war nur ein Angebot von dem lurocitsnachweis Hungen zu verzeichnen, das eine Stellen­vermittelung nicht zur Folge hatte. Dagegen hat der stadtiiche ArbLitsnachweis eine reajt segensreich hnt>ii entwickelt ' ic Zahl der angebotenen ctdicn rst gegen das 2 .-rjahr um 2~1 die Zahl der Arbeitsuchenden um 14b uiu die Zahl u.c u. mutt len Stecken um 78 gelegen. Tas Baugewerbe wt m Angedol,

Nachfrage und VermitteUing am stärksten beteiligt. Tie stärkste Inanspruchnahme fand im Monat Mai statt (102 Vermittelungen). Mangel war hauptsächlich an guten häuslichen Dienstboten, doch ist auch hier eine Besserung eingetreten. Nach wie vor läßt die Lehrlingsvermittelung zu wünschen übrig. Tie Lohnbewegung der Schneider hat auf den Arbeitsnachweis einen nennenswerten Einfluß nicht gehabt. Auf 100 Arbeitssuchende kamen 165 (1905: 161) offene Stellen, von 100 Arbeitssuchenden wurden 60 (61) in Stellen gebracht intb von 100 offenen Stellen wurden 37 (38) besetzt. Gemeldete Arbeitsstellen waren 1731 (1460) vorhanden. Nachfragen nach Stellen gab es 1050 (902). Besetzt wurden 634 (556) Stellen.

Beim Wohnungsnachweis gab es 100 Angebote, 165 Nachfragen und 25 Vermittelungen für Wohnungen und zehn Angebote, 8 Nachfragen und eine Vermittelung für unmöblierte Wohnungen. Gegen 1905 gab cs insgesamt 10 Angebote, 17 Nach­fragen und 13 Vermittelungen mehr als im Vorjahr.

Tie Zahl der von der Stadt zu verwaltenden Stiftungen hat sich erireulicherweise um 2 vermehrt: Tie Kommerzienrat Wilhelm Gail'sche Stiftung des Feidel'schen Hauses, das als Nebengebäude für das Grofch. Absteigequartier im Alten Schloß dienen soll, im Wirte von oOOO Mk. und die Rentner Ludwig Bücking'fche Stillung von 50000 Mk. für die Unterhaltung der Büamg'ichen Grabfrcktte und Unterstützung einer armen wür- d.gen Famllie. ,

Die hie, igen Krankenkassen (Ottskrankenkasse, 12 Be- triebsiranientckisen uni) eine Jnnungsttaliteiiiasie) Ijatien am 1. ^anuar ö40u männliche und 2ou2 lveiolutze, äulammen 8298 Niit- gueber, sie stiegen aus 99,3 Mitglieder am 1. Juni und hat.en am 1. Dezember deren 8634. Es tarnen 4128 Ertrankungsiaile mit 81 663 Kraucheitsiagen, sowie 66 Sterbe^alle vor. Die u.in- nahm-en betrugen 2ola93,7u 9Jit, iXirant^r 203Ul/,02 Mk. Beitrage. Die Ausgaoen beliefen sich aus 233 0d8,24 Mk., dar- unitr iur ärztlia-L ioeyQitbtuug 41 < 1<,29 Mk., für Arznei und sonitige Heilmittel 2.2 oUa,7d Mk., |ür ^iraniengetoer 10/ 866.94 Mk., für Unterstützungen an Wöchnerinnen 9486,07 Mk., für >steraegr£1>ee ub29,42 Mk., ]ür KUr- und Vcrpikgungswiien an Kranienanstallen 9233,05 Drk., für Eriatzleistungen an Tritte, iur gewährte Krankenunterstützungen 23/2,42 Mk. und für Ver- waltungsausgaorn 2L-32<,6Ü luit. Tas Vermogeii lämtlny-.r Kasien betrugt 2a< uUl,18 Mk. Tie Beitruge stecken iay für das yjtitgiieö aus 22,1/ Mk. dura/schniittich, die urziiioL Dvyandliiiig^aus 4,ab Mk., Arznei aus 2,46 Mk., Krankengeld aus 11,<8 Mk., Sterbegeld aus 0,b4 Mk., Kur- und Verpuegnugsiosten au, 1,01 Mk. und d.e Vcrioalwngskdsiien aus 2,33 Mr.

* * Tageskalender litt Freitag, 14. Febr.: Stadt­theater: Die Zwillings)u.)we',rer. Strang 8 Uhr. Flott en verein: Lichibttder-Vortrag des Herrn M. Liebscher aus Siegen: Deutschland über See. Avenos 8V2 Uhr im Hotel Einhorn.

* * Nach" dem Orient. Major Heuer vom In­fanterie-Regiment Küiser Wilhelm nimmt auf persönliche Einladung S. M. des Kaisers an der am 19. Febr. in Genua beginnenden Orten kreise des DampfersMoltke" der Hamburg-Amerika-Linie teil.

* * Dem Landestulturrat Dr. Klaas, dcssetl Ruhestandsversetzung wir in der Donnerstagsnummer meldeten, widmet dieDarmst. Ztg." folgende anerkennen- beit Worte: Landeskulkurrat Dr. Adolf Klaas wurde im Jahre 1880 in hessische Dienste berufen, um aus Grund der in seiner vorhergegangenen Tätigkeit gemachten Er­fahrungen an der Verbesserung der Landesknlturverhält- nisse Mitzuarbeiten. Auf Grund der von Dr. Klaas damals gemachten Vorschläge sind eine Reihe gesetzgeberischer und verwaltungsrechtlicher Maßnahmen, vorab auf dem Gebiet des Feldber ei uigungs wesens getroffen worben, die in ganz hervorragender Weise den Interessen der Landes­kultur dienten und insbesondere der Lanowirtschaft trei­benden Bevölteruiig reiche Vorteile brachten. Durch wissen­schaftliche und prakttsche unermüdliche Mitarbeit an dem Verfolg der gesteckten Ziele hat er sich ganz hervorragende Verdienste erworben. Wenn Dr. Klaas jetzt, nach einer in Hessen verbrachten Dienstzeit von beinahe 28 Jahren im Atter von 72 Jahren in den verdienten Ruhestand tritt, so darf er, der mit einem großen Teil unseres hessischen Bauernstandes jahraus jahrein in persönliche Berührung gekommen ist, die Ueberzeugung mitnehmen, daß ihm auch fernerhin die Wertschätzung aller derer erhalten bleiben wird, die mit ihm zusammen gearbeitet haben und bei dieser Gelegenhett Einblick in den reichen Schatz an Kenntnissen und Wohlwollen nehmen konnten, womit er allen an ihn heranirereuden Anforderungen gerecht zu werden verstand."

** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Es sei darauf aufmerksam gemacht, baß die Vorstellung vonDieb" am nächsten Sonntag nachmittag, die zu kleinen Preisen ftattfinbet, die letzte des spannenden Werkes ist. Die Aufführung des Werkes hatte sich bis jetzt nach Darstellung wie Ausstattung allgemeinsten Beifalls zu er­freuen. Auch für die bekannte Rädersche Gesangsposse Robert und Bertram", die am Sonntag abend in Szene geht, ist besonderes an Ausstattung geschehen, z. B. der dreistöckige Gefängnisbau, die Flucht derlustigen Vagabunden" im Luftballon auf dem Volksfest u. a. m., sind eben nur int Rahmen des neuen Hauses zu arrangieren.

* * Kolosseum. Eine besondere Ueberrasck/ung bietet das Kolosseum vom 17. Februar ab, nämlich eine inter­nationale Damen-Ringkampf-Konkurrenz um eine Prämie von 1000 Mk., zu der sich eine bedeutende Anzahl Ver­treterinnen des schwachen Geschlechts gemeldet haben. Die Direktion teilt mit, daß das Sporlskleid der Ringerinnen bequem und durchaus dezent ist. Als Ringerweste ist die griechisch-römische bestimmt und bei der größeren Beweg­lichkeit und Gewandtheit der Damen dürsten sich bei dem Kampfe ungleich interessantere Momente ergeben, als bei dem hier bekannten Herren-Rmgsport. Vor Beginn der Kämpfe treten hervorragende Künstler auf. Das Resultat der Kämpfe geben wir täglich bekannt.

* * Die Taunus-Ä uto mo bilrennstrecke ist vorn Kai­ser genehmigt too-tiben. Am Mittlvoch waren die Mitglieder der mit den Vorarbeiten des Projektes für eine Automobilrennstrecke im Taunus betrauten Kommission vom Kaiser empfangen worden. Ter Monarch erteilte der vorgeschlagenen Strecke Oberursel» Gräfenwiesbach seine Zustimmung. An der Besprechung nahmen teil der Minister des Innern von Moltke, der Minister für die öffentlichen Arbeiten Breitenbach, der Chef des General­stabes v. Moltke, Regierungspräsident v. Meister-Wiesoaden, Land­rat v. Marx-Homburg, Geh. Kommerzienrat v. Friedländer-Fuld, Gras Sierpswrff und Dr. Levin-Stölping. Der Vorsitzende der Kommission, Geh. Kommerzienrat v. Friedländer-Fuld, hielt einen Vortrag über die vorliegeiwen Pläiie und kam schließlich aus das ausiichtsvollste Projekt zur Rennstraße, die sich bon Oberursel nach Gräfenwiesbach erstrecken soll, in ausführlicher Weise zu spreck)LN. Ter Kaiser entschied sich denn auch für dieses Projett. Die Ausführung wird nun in erster Linie von den in Betracht kommenden städtischen und Probinzialbehördcn abhängig fein.

* * Prämiierung. Bei der hiesigen Berbands-Aus- stellung des Verbandes oberhessischer Geflügelzuchtvereine hat Aktuar Pfaff in Lauterbach für einen Zuchtstamm Brahma-Hühner einen 4. Preis erhalten.

- -- W i e s e ck, 13. Febr. Alljährlich mit dem Frühling nimmt auch der vor drei Jahren gegründete Lahn- Dün sberg-Turnerbund erneut seine Tätigkeit auf. 12er diesialwige Bundestag führt die Vereine Sonntag,

23. Februar, nach Bieber. Daselbst wird u. a. auch der Tag der Bundesfahrt bestimmt, die nach dem am Fuße des Dünsbergs gelegenen Fellingshausen gelegt wurde. Gleichzeitig gedenkt der dortige Turnverein sein Fahnen- weihfest zu feiern. Das Bundesfest sindet am ersten Juli- Sonntag zu Rodheim a. d. Bieber statt.

-er. Hlein-ßinben, 12. Febr. Der Gabelsberger S t e n 0 g r a p h e n - V e r e i n hat auch in diesem Winter wieder rege Tätigkeit entfaltet. Der nn Oktober v. Js. begonnene Unter- ridjtsfurfus geht jetzt seinem Ende zu, doch wird beabsichtigt, auch in den ©onunevmonaien durch von Zeit zu Zeit abzuhaltende Llebungsfiunben den Teilnehmern die ivcitevc Ausbildung zu ermög­lichen.' Nächsten Sonntag ocvanftaUet der Verein im Saale der Deutschen Eiche" eine Kappetisitzimg mit Preisschleßen und Tanz, die nach den getroffenen Vorbereitungen einen schonen Verlauf zu nehmen verspricht. (S. heutiges Inserat.)

1. Allend 0 rf a. d. Lahn, 12. Febr. Bei der am Montag hier vorgeuornrnenen Jagdverpachtung fiel die hiesige Jagd wieder au den früheren Pächter, Herrn Groß aus Gießen. Es wurde ein Mehrerlös von 85 Mk. gegen den seitherigen Ertrag erzielt.

? W a tz e n b 0 r n, 14. Feör. Der im verflossenen Juhre gegründete TurnvereinGut Heil" hält morgen Samstag abend in seinem Vereinslokal, zum goldenen Löwen, sein erstes Vergnügen ab, bestehend in komi­schen Vonrägen, Konzert und Tanz.

X H 0 l z h e i m, 11. Febr. Für unsere Jagd, die seither zum Prei,e von sechshuuoert Mark im Besitz einer hiesigen Jagdgesellschaft war, wurde von einem .Herrn aus Frank­furt, der schon ein angrenzendes Gebiet gepachtet hat, 1400 Mk. geboten. Die Genehmigung ist noch nicht erfolgt. Dem Schulamtsaspirant K. März von hier, der int vorigen Monat die Abgangsprüfung zu Friedberg bestand, wurde die Verwaltung einer Lehrerstelle zu Brauer- schwend übertragen.

ctz Friedberg, 13. Febr. Der Seminarlehrer i. P. Will). Schwarz ist vorgestern in Frankfurt a. M. ge­storben. Er hat lange Jahre am hiesigen Lehrerseminar gewirkt und trat 1896 in den Ruhestand, worauf er nach Frankfurt verzog. Sein Geburtsort ist Büdingen.

Gambau), 12. Febr. Gestern abend gegen 11 Uhr brach bei Joy. Sommer (Uutergasse) Feuer aus, dem durch rasches Eingreifen der Feuerwehr glücklicherweise nur die Scheuer des Genannten zum Opfer fiel. Heute vor­mittag weilte 11. d. Butzb. Ztg. bereits der Untersuchungs­richter hier. Unter dem dringenden Verdacht der Brand- sti|tung wurde Maurermeister Balth. Sommer (der Sohn des Obigen) verhaftet und in das Butzbacher Haft- lokal abgeführt.

Nieder-Ofleiden, 12. Febr. Das hiesige jahre­lang gutgehende Bergwerk, das unserer Arbeiterbevöl­kerung gute Verdienste brachte, arbeitet zurzeit den Tag nur noch vier Stunden. Statt seither 34 Mk. den Tag, werden nur noch 1.20 Mk. verdient, was bei den teueren Zeiten recht bitter empfunden wird.

Z Deckenbach, 13. Febr. Gestern machte der ledige Ortsbürger und Schlossermcister Linker durch Er^ hängen seinem Leben ein Ende. Er ist erst 36 Jahre alt und war früher ein tüchtiger und fleißiger Geschäfts-« mann, hat sich aber leider seit einigen Jahren dem Trünke ergeben und sein Geschäft vernachlässigt.

ctz Alsfeld, 13. Fevr. Freudig vegrüßt wird es hier und in den Nachbarorten, daß jetzt endlich das langLige- ftrebte B a h n p r 0 j e k t A l s f c l d - N i e d e r - A u l a greif­bare Gestalt angenommen hat. Das Eisenbahnkomitee für den Bahnbau hielt unter dem Vorsitzenden Grünewald hier eine Versammlung ab, nachdem wenige Tage vorher eine Zusammenkunft der Gemeindeverkreier der in Betracht kom­menden Orte stattgefunden hatte, an der auch Vertreter des hessischen Ministeriums tcilnahmen. Staat und Ge­meinden erklärten sich bereit, das Gelände kostenlos zu stellen, der Forstsiskus will außerdem zum Bahnbau 100000 Mk. zahlen, weil er großen Wert auf die Durch- fchneidung des Waldgeländes oei Schwarz legt, Hier zwi­schen Schivarz und dem Auerberg östlich von Alsfeld ist die Erbauung eines 300 Mder Hingen Tunnels erforderlich, um vorn Jossa tat in das Schwalmtal bei Berfa zu gelangen. Die neue Bahn führt 22 Kilometer durch yessisches und 11 Kilometer durch preußisches Gebiet; sie führt von Alsfeld ins Tälchen der Eifa nach dem Dorfe Eifa bis zum Auerberg, dieser Höheuzug erfordert einen Tunnelbau und bei Schlvarz tritt die Bahn ins Jossatal, von hier führt sie nach Eulersdorf, Grebenau, H a t t e n r 0 d e, B r e i t e n ü a ch, 9t i e d e r -> I 0 s s a O ber- Jossa, H 0 f S 0 l m s bis N i e d. - A u l a und H e r s f e l d. Man hofft, daß schon im Sommer mit dem Bahn bau be­gonnen werden kann.

§ Gedern, 13. Febr. Der hiesige Kriegerverein führte unter Direktors Fiori bewährter Leitung im Saale des Gasthauseszum Löiven" das vaterländische FestspielDer deutsch-französische Krieg von 1870/71" mit Dichtung und Wttisik auf. Es waren 27 Bilder in vier Ab­teilungen, die dem zahlreich erschienenen Publikum vor Augen traten, und die Darsteller etwa 60 an der Zahl ernteten ungeteiltes Lob.

x O r t e n b e r g, 12. Febr. Zu unserer größten Freude findet der Delegiertentag der Kriegerkamerad­schaft H a s s i a den 20. und 21. Juni d. I. in unserem Städtchen statt, und es wird alles aufgeboten, um den Delegierten und sonstigen Freunden der Kriegervereins- fache den Aufenthalt hier so angenehm als möglich zu machen. Auch für Gasthofs- und Freiquartiere wird in ausgiebiger Weise Sorge getragen.

(sd.) D a r m st a d t, 14. Febr. (Tel.) In der gesttigen nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung wurde das Gesuch der hiesigen so­zialdemokratischen Zeitung wegen Ueberlassung der städtischen Inserate nach längerer Debatte mit 21 gegen 13 Stimmen abgelehnt. In der Debatte wurde lebhafte Klage über die verletzende Tonart des Blattes geführt. Am 1. April soll eine Neuregelung des städtischen Jnseratenwesens erfolgen.

h- Biebrich, 13. Febr. Hier wurde der Referendar Freiherr von Zedlitz aus Wiesbaden unter der Beschul­digung, sich gegen Kinder vergangen zu haben, verhaftet, aber nach näherer Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt.

Braunfels, 13. Febr. Der Dachdecker Friedrich Menzinger hier hat eine Flugmaschine erfun­den, die eine epochemachende Neuheit sein soll. Das Pateitt der Maschine ist bereits anerkannt, die Detail^läne. liegen dem Kriegsministerium vor.