** KrcislchrerbibIio'thck. Tie weitere Ausgestaltung der Kreislehrerbibliothek wurde auf der letzten Lehrerkonferenz eingehend besprochen und bestimmt, daß von jetzt ab die Bücher ut einzelnen Orten zirkulieren und unter den Lehrern wechseln sollen. Wertvolle und lesenswerte Werke auf dem Büchermarkt sollen auf diese Weise jedem Lehrer zugängig gemacht werden. Zwecks einheitlichen Ausbaues der Bücherei soll ein Katalog hergestellt werden. Die Versammlung beauftragt den Vorsitzenden, Schulrat Kleinschmidt, die Sache mit der Kreisschul- kommission zu regeln. Geheimerat Dr. Breidert machte auf das neue Werk von Sohnrey: ..Wegweiser für ländliche Wohlfahrts- und Heimatpsleae" aufmerksam. Eine gemeinsame Beschaffung für die Volksbibliotheken der Orte des Kreises wurden angeregt. Der Vorsitzende des Lehrervereins Gießen-Land, Weil-Wieseck, teilt mit, daß der Verein seit einigen Tagen dem Verein sür Verbreitung von Volksbildung beigetreten ist und Dort dem Verein eine Wanderbibliothek beziehen will.
"Konzertverein. Die Besucher des Konzertvereins wachen wir darauf aufmerksam, daß das Konzert am Sonntag, 15. November, nicht, wie sonst üblich, 51/« Uhr, sondern pünktlich 5 Uhr beginnt, mit Rücksicht auf die Abend- Vorstellung des Theaters. Ein rechtzeitiges Erscheinen ist daher dringend erwünscht! Die öffentliche Haupt- probe (Preis 1,50 Mk., für Mitglieder 1 Mk., für Schüler 0,50 Mk.) findet 11 Uhr vormittags im Stadttheater statt. Kleine Partiturausgaben und Musikführer zur Symphonie, zu dec Ouvertüre und dem Brahms'schen Violinkonzert sind in der Musikalienhandlung Ernst Challier zu haben.
" Stadttheater. Die französische Gesellschaft des Mr. A. Roubeaud, die am nächsten Montag, den 16. November, hier mit Moliöres „malad© imaginaire“ gastieren wird, erzielte überall auf ihrer Gastspielreise außerordentlichen Erfolg. Dies wird uns auch aus Bonn gemeldet, wo die Schwester des Kaisers, die Prinzessin Schanm- burg-Lippe mit Gefolge der Vorstellung beiwohnte. — Für die Vorstellung des Ensembles, die am 24 November in Dresden stattfindet, ist der Besuch dcS Königs von Sachs^i angesagt.
" Der Turnverein veranstaltet morgen SamS- kag sein herkömmliches Winterfest, für das ein recht reichhaltiges Programm ausgestellt ist. Reben turnerischen Darbietungen, bei denen auch die Damen- und die Männer- Abteilung beteiligt sind und für die tetlweise neue interessante Hebungen vorgesehen sind, giebt es Theater, Liedervorlrägc deS Sängerchors und Konzert. Den Schloß bildet der übliche Turnerball, so daß Jung und Alt bei diesem beliebten Hauptfest des Turnvereins auf ihre Rechnung kommen werben.
* Eine Ente. Durch die Presse geht seit einigen Tagen unter der Spitzmarte „Eine deutsche Prinzessin in Amerika" ein Artikel, wonach die Tochter des Fürsten zu Asenburg und Büdingen, die Prinzessin Maria zu Pfeuburg und Büdingen in Wächtersbach sich mit Herrn Admor Robinson verlobt haben soll. Wie der „Darmst. Ztg." mitgeteilt w-ird, ist an diesem Artikel kein wahres Wort.
-r. Leihgestern, 11. Nov. Die Leitung des Wetterau- Lahngau - Sängerbundes hielt dieser Tage int Gasthaus zur Krone eine Sitzung ab. Der Vorsitzende Lehrer Buß (Leih- gestern) stellte die befriedigende Tatsache fest, daß alle Bundesvereine vertreten waren. Die „Eintracht Leihgestern stimmte hierauf das Mozartsche Bundeslied an und verschönte die Zusammenkunft auch weiter mit vorzüglichen Gesangsvorträgen. Da sich kein Verein zur Uebernahme des Bundes-Wettstreits gemeldet hatte, wurde beschlossen, den Meldetermin bis Weihnachten zu verschieben und gleichzeitig den Vereinen die Meldung zur Uebernahme eines Bundes^Waldfestes anheimzustelleit. Falls kein Verein den Wettstreit übernehmen will, soll das Bundesfest in Form eines Konzertes mit geselligem Zusammensein int Freien gefeiert werden. Allgemein herrschte mehr Stimmung sür Abhaltung des Festes in der zuletzt genannten Art, wie sür Veranstaltung eines Konkurrenzsingens. Bemerkenswert ist hierbei, daß auch die verschiedenen Bundesvereine, die in der letzten Zeit mehrfach preisgekrönt wurden, die allgemeine Wettstteitsmüdigkeit teilten, obgleich es sich hier ja um ein Wettsingen innerhalb des Bundes handelt. Man darf hieraus schließen, daß das Wettstreitwesen als solches in unserer Gegend seine Mission erfüllt hat und nun für die Vereine eine Zeit ruhiger Arbeit beginnt, gegenüber dem entarteten Gesangs-„S p o r t" der letzten Jahre. Sache der Sängerbünde muß es sein, den Vereinen Ansporn und wirklich erstrebenswerte Ziele zu geben. Da aber ein Preis im bisherigen Sinne, und sei es auch der schönste „Humpen", kein erstrebenswertes Objekt für die Bemühungen langer Wochen, Monate, ja Jahre bildet (wo der Zufall ost oder sogar meist maßgebender Faktor ist, scheidet der Begriff „Ehre" von selbst aus- darüber sind sich die Sänger anscheinend nunmehr klar geworden. Bei her Wahl der Massenchöre für kommendes Jahr schlug der Bundesdirigent Musiklehrer Gernhardt (Gießen) vor, zunächst nochmals „Bundeslied von Mozart" und „Jäger Abschied" aus dem letzten Programme zu übernehmen und hierzu zwei neue hinzuzuwählen. Als geeignet hierfür erklärte er einen im Manuskript vorliegenden Chor „Daheim" von Leopold Geller (Gießen'», sowie „Krieger-Abschied" von Glück. Der Bundesvorsitzende schlägt vor, diesem Antrag im wesentlichen zuzustimmen, da aber der letztgenannte Chor bereits durch Bundesmittel für die Vereine an- geschafst werden soll, um ihn denselben zur Einstudierung zu empfehlen (der Chor ist dem Bunde gewidmet), so wäre er von den zwei neuanzuschaffenden auszuschalten, wodurch sich eine willkommene Gelegenheit finde, einen Chor des Bundesdirigenten zur Ausführung zu bringen. Nach einer weiteren Beratung, die sich auf das Bundesorgan, sowie auf die offizielle Mitteilung des Beitritts zum „Mitteldeutschen Sängerbund^ und dergleichen mehr bezog, schloß der Vorsitzende die Tagung mit einem Hoch auf den deutschen Männergesang und das deutsche Lied. Der Rest des Nachmittags wurde dann der Geselligkeit gewidmet.
k. G r o ß e n - L i n d e n , 10. Nov. Ein seltener Genuß wurde itnS am letzten Sonntag durch die Abhaltung eines Kirchenkonzerts bereitet. Das Konzert war veranstaltet von dem Organisten P. von der Au zu Gustavsburg unter Mitwirkung der Herren Otto Weinmann aus Mainz (Violine) und Ernst, Becker zu Darmstadt (Cello). Die Darbietungen bewegten sich im Rahmen unserer Klassiker und enthielt das Programm außer Bach, Händel, Beethoven, Mozart, Mendelsohn auch die weniger oft gehörten aber entschieden sehr hörenswerten Tonsetzer Dancla (mit seinem ausgezeichneten Trio für Orgel, Violine und Cellos Elgard, Bar narb, Callaerts (Orgel-Toecata) u. a. m., die den oben angedeuteten. Rahmen in vorzüglichster Weise inne- halten, welch letzterer Umstand eingedenk der Tatsache, daß auch die Kirchenmusik bisweilen (man begegnet sogar der Meinung „sehr ost") Werke geringeren künstlerychen Wertes bringt, besondere Erwähnung.verdient. Tie trefflichen Darbietungen hatten einen noch weit besseren Besuch verdient. Nachmittags fand das gleiche Konzert in der Kirche zu Leihgestern statt, das einen ebenso fdjönen Verlauf nahm.
-m. Ober-Wöll st adt, 12. Nov. Hier wurden in der vergangenen Nacht in 3 Hofreiten 2 0 g e ni ä st e t e Gänse vermittels Einbruchs gestohlen. Ter oder die Diebe müssen lotälkundig und gleichzeitig Spezialisten in ihrem Fach gewesen sein. Die letztere Annahme geht daraus hervor, daß die Tat so leise ausgeführt wurde, daß niemand
etwas merkte, selbst ein Hofhund meldete nichts. Von den Tätern fehlt jede Spur. — In Ockstadt wurden dem Landwirt Jean Gröninger in derselben Nacht seine sämtlichen Kühe gemolken, nachdein vorher der Hofhund vergiftet rourbe. Man bringt beide Diebstähle in Verbindiing.
R. B. Darmstadt, 12. Nov. Verhaftet wurde in Neiv-Pork der frühere Bierbraiiereibefitzer Jean Gehrig aus Bensheim, der nach Unterschlagungen in Höhe von 10 000 Mark flüchtig ging.
X. Offenbach a. M., 12. Nov. Ein Schmerzenskind für die hiesigen Verkehrsverhältnisse ist die Lage des Ha up t b a h n h o f s. In einer vor etwa 6 Monaten abgehaltenen Sitzung der Handelskammer Osfenbach wurde bereits eine Eingabe an die Eisenbahnverwaltung be- schlosjen, die eine Verlegung des Hauptbahnhvfs ettva 1000 Meter nach Süden zu befürwortete und dabei gleichzeitig die Beseitigung aller Mvcauübergänge forderte. Heute lag nun der StÄrtverordnetenversammlung ein Antrag des Dauausschusses vor, der dahin ging, die Eisenbahnverwaltung um Mitteilung zu ersuchen, was sie zur Beseitigung der unhaltbaren Zu'tände bezüglich des Hauptbahnhofs zu tun gedenke. Dieser Antrag wurde abaelehnt und dafür ein Antrag angenommen, der die Eisenbahnverwaltung dringend ersucht, eine Verlegung des Hauptbahnhofs etwa 1000 Meter weiter nach^Süden in die Wege zu leiten. Die Debatte war lebhaft und eingehend, da auch Meinungen geltend gemacht wurden sür ein Verbleiben des Bahnhofs an der jetzigen Stelle mit Höherlegung des Bahndammes.
8 Marburg, 12. Nov. Es ist bestimmt Hoffnung vorhanden, daß die Frage des Weiterbeslehens des hiesigen zahnärztlichen Universitäts-Instituts in einer für die Stadt und Universität wünschens werten Weise geregelt wird. — Die gesamte Marburger Studentenschaft bringt heute Abend dem vorjährigen Rektor der Universität, Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Tuczek einen Fackelzug. In ihm wirken 8 Musikkorps mit.
w. Schlüchtern, 12. Nov. Nach vorausgegangenem Wirtshausstreit tuurbe der Schiffsschaukelbesitzerssohn Jak. Käst en st ein von bem Arbeiter Weinert auf offener Straße erstochen. Der Täter würbe verhaftet.
W Frankfurt a. 9)1, 15. Nov. Bei den gestrigen Stab tvero rbnetenwa hlen siegten in zwei Bezirken die Kanbidaten der vereinigten Demokraten unb Liberalen, in zwei Bezirken (Bockenheim und 9heberrob) die Kandidaten der Sozialdemokraten. In fünf Bezirken ist Stichwahl erforderlich und zwar in einem Bezirke zwischen Liberalen und Mittelstänblern, in den übrigen zwischen den Liberalen unb den Sozialdemokraten. ___________________________________
Sitzung der Stadtverordneten.
Gießen, 12. November.
Anwesend: Oberbürgermeister Mecum: die Beigeordneten Keller, Georgi, Heyligenstaedt; die Stadtverordneten Brück, Dr. Ebel, Eichenauer, Emmelius, Faber, Habenicht, Heichelheim, Helm, Huhn, Jann, Jughardt, Krumm, Leib, Löber, Loos, Petri, Plank, Schafsstaedt, Dr. Wimmenaner, Winn.
Mitteilungen.
Ter Verkehrsverein hat seinen Tank für die lieber- lassnng des Platzes am Bahnhof, auf dem der Orientierungsplan von Gießen aufgestellt wurde, ausgesprochen. Der Vorsitzende gibt seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Plan in so schöner unb Übersielstiger Weise ausgeführt wurde, so daß er feinem' Zweck vollauf entspreche.
Die Waldschule und andere Schulfragen.
Der Vorsitzende führt ans, er habe seit Jahren daran gedacht, eine Einrichtung zu treffen, daß kränkliche Schulkinder in den Sommermonaten entweder den ganzen Tag oder aber mindestens an den Nachmittagen int Freien sich aufhalten könnten, um dort unterrichtet zu werden ober wenigstens ihre Aufgaben zu machen usw. Im Frühjahr bestand bie Hoffnung, daß die drei vorhandenen Schulbaracken für diesen Zweck verwendet und im Stadtwald nächst der Licher Straße aufgestellt werden könnten. Tie Versammlung war damit einverstanden unb bewilligte die Mittel, daß der für die Leitung in Aussicht genommene Lehrer ähnliche Anstalten besichtigen konnte. Der betr. Lehrer hat einen ausführlichen Bericht erstattet, der z. Zt. dem Schularzt vorliegt. Es hat sich nunmehr herausgestellt, daß zu^Ostern die Schulbaracken gebraucht werden, um die vermehrte Schülerzahl unterbringen zu können. Sie sollen ev. auf dem Schulgrundstück an der Schillersttaße Aufstellung finden. Für das in den nächsten Jahren nötig werdende 4. Volksschulhaus, das in der Gegend der Frankfurter Straße oder der Crednerstraße gebaut werden soll, wird z. Zt. ein umfassendes Bauprogramm aufgestellt. Die Frage der Waldschule soll vorläufig in der Schwee bleiben.
Stadw. Jann bedauert, daß die Verhältnisse gegenlvärtig nicht gestatten, daß das Projett der Waldschule zur Ausführung gelangt. Es sei eine wichtige soziale Aufgabe, kränk- liche Kinder gesundheitlich und geistig so zu kräfttgen, daß sie später selbst ihren Unterhalt verdienen können und nicht der Allgemeinheit zur Last fallen. Er freue sich deshalb, daß das Projekt nicht entgiltig gefallen sein sollte.
Stadtv. Eichenauer führt aus, die Lehrer der Bezirksschule an der West-Anlage führten darüber Klage, daß es an notwendigen Anschauungsmitteln fehle. Sie müßten von den anderen Schulen geholt werden, was zu Mißlichkeiten führen kann, namentlich wenn der Schuldiener dienstlich verhindert ist. Dagegen wurde in der letzten Zeit eine Landkarte für 29 Mk. ange- schast, in der die Stellung der deutschen und französischen Truppen am 2. September 1870 angegeben war, ebenso eine Karte der Völkerwanderung. Bei den Lehrern wurde über diese Anschaffungen lebhaft mit dem Kopf geschüttelt, denn solche Karten gehörten in eine Kriegs-, aber nicht in eine Volksschule. Man solle für die Volksschule einen Betrag bewilligen, damit die notwendigsten Lehrmittel angeschasft werden könnten.
Der Vorsitzende teilt mit, daß sich die Lehrer zuirächst an die Hauptlehrer gewendet und beide Hauptlehrer erklärt hätten, daß ein Mangel an Lehrmitteln nicht vorhanden sei. Was etwa noch fehle, könne aus den lausenden Mitteln ergänzt werden. Die größeren Anschauungsmittel, die nicht ständig gebrauch werden, brauchten übrigens nicht in jedem Schulhaus vorhanden zu sein, man müsse für sie eine Zentralstelle schassen, von der sie entnommen werden könnten. Die beiden von Stadw. Eichenauer erwähnten Karten halte er auch für überflüssig, schon weil sic über das Verständnis der Kinder hinausgingen.
Stadtv. Dr. Ebel bemcrlt, daß er die Sache bereits im Schulvorstand zur Sprache gebrackü habe. Abhilfe könne zum Teil durch Begründung eines Schulmuseums erfolgen, aber es eigne sich nicht für alle Sachen.
Stadtv. Jann meint, es sei bei den Anschaffungen planlos vorgegangen worden. Er hätte gewünscht, daß man darüber in einer stonferenj beraten hätte. Auch ans anderen Gebieten sei ähnliches vorgekommen, so sei z. B. in der Turnhalle ein eisernes Reck, mit dem man nichts ansangen könne.
Beig. Georgi hat ans dem hier Gehörten den Eindruck ge- ivomten, daß etwas nicht in Ordnung ist. Was an Lehrmitteln fehle, müsse angeschafft werden. Er hätte gewünscht, daß sich die Lehrer an den Schulvorstand gewendet hätten, aber er könne cd verstehen, daß sie sich an einzelne Stadtverordnete gewandt hätten, nachdem sie zunächst bei den Haupllehrern vorstellig geworden seien, aber nichts erreicht hätten.
Stadw. K r u ni m meint, man solle im nächsten Etat Wittel
für einen besonderen Hauptlehrer für die Schule an der West- Anlage einstellen.
Der Vorsitzende meint, damit werde btc erst vor kurzem entschiedene Frage wieder ausgerollt, ob man das Rektor- oder das Hauvtlehrerchstem haben wolle. Mit der besprochenen Angelegenheit werde sich jetzt zunächst der Schulvorstand besassen.
(Wie uns auf unsere Anfrage bei der Bürgermeisterei mir geteilt wurde, sind bei der Einrichtung der Bezirksschule für die Beschaffung von Lehrmitteln 1750 Mark einmalig bewilligt worden. Außerdem standen für Anschaffung von Lehrmitteln 2400 Mk. zur Verfügung, im ganzen sonach 4150 Mk. für das Jahr 1907/08. Tatsächlich verausgabt wurden über 4300 Mk. Im Voranschlag für 1908/09 sind für Beschaffung von Lehrmitteln 2950 Mk. und für die Fortbildungsschule weitere 150 Mk. vorgesehen. Red.»
Aus eine Anfrage des Stadtv. Habenicht erllärt der Vor-, s i fee n b c noch, baß die Pläne für eine Zentralheizungsanlage im Schulhaus an der West-Anlage z. Zt. ausgearbeitet würden.
Heber dem Kesselraum an der höheren Mädchenschule befindet sich der Physiksaal, der dadurch zu warm ist. „ Es soll eine Zwischendecke hergestellt werden, die dafür nötigen 650 Mk. können bem noch verfügbaren Baukredit entnommen werden. Die Versammlung ist damit einverstanden.
Städtische Atbetten und Lieferungeu. *
Im Hause Sonnenstraße 2 (ehemals Fcidelsch'es Haus) soll int Kellergeschoß eine Waschküche eingerichtet werden. Die dafür erforderlichen 130 Mk. werden bewilligt.
Tas Haus Dammstraße 26, in bem sich eine Schuldienerwohnung befindet, erhält mit einem Kostenaufwand von 120 Mk. Gasleitung für Kvchzwecke, was bewilligt wird.
Anlage-Fragen.
Das durch das Zuschutten des Schoorgrabens an der Cfb» Anlage gewonnene Gelände soll nach einem früheren Beschluß an das Garnisonlazaret abgetreten werden. Es soll 15 Mk. für den Quadratmeter kosten und die Lazarettverwaltung will es mit Buschwerk bepflanzen.
Stadtv. Krumm bittet, das Kaufgesuch abzulehnen. Man solle grilubsätzlich nichts von dem Gelände der Anlagen verkaufen. Die Militärverwaltung habe übrigens genug Platz für die Anlage eines Vorgartens unb wenn man ihr bas fragliche Gelände einräume, verleide man leicht den Spaziergängern ihre Erholung durch ben Anblick von Kranken.
Der Vorsitzende meint, bie Abtretung solle hauptsächlich nur deshalb erfolgen, weil den Kranken sonst von der Anlage aus Schnaps usw. zugesteckt werben könne.
Beig. Georgi betont, daß in der Bürgerschaft viele Stimmen gegen den Verlaus sich ausgesprochen hätten.
Der Vorsitzende vemertt, durch ben Verkauf werde die Anlage nickst verkleinert. Im übrigen ist er auch dagegen, irgend etwas von der Anlage zu verkleinern.
Nach weiterer Debatte, an der sich die Stadtvv. Winn, Schafsstaedt, Plank, Emmelius unb Dr. Ebel beteiligen, wird eine Loialbesichtigung beschlossen unb die eigentliche Beschlußfassung ausgesetzt.
Stadtv. Löber bringt das schlechte Aussehen der Nord- Anlage zur Sprache. Tas Geld für ihre Instandsetzung sei bewilligt, aber es geschehe nichts.
Ter Vorsitzende teilt hierzu mit, der Stadtgärtner wolle die Sache in Ordnung zu bringen, sowie die Jahreszeit dafür günstig sei. Jedenfalls werde die Arbeit bis nächsten Mai fertig sein.
Beig. Georgi hat als Anwohner der Nord-Anlage es bisher vermieden, über die Sachte zu sprechen. Nachdem dies aber von anderer Seite geschehen sei, tönne er nur sagen, daß bis jetzt die Nord-Anlage stiefmütterlich behandelt worden sei. Jedenfalls solle der Oberbürgermeister einmal ein ernstliches Wort mit dem Stadtgärlner reden.
Nachdem iwch Stadtv. Plank gerade bie jetzige Jahreszeit als günstig für Anpflanzungen bezeichnet hat, sagt ber Vorsitz e n b e energische Betreibung der Angelegenheit zu.
Stadtv. EmmelinS ersucht um baldige Ausführung der vorgesehenen Bepflanzung der Wieseckböschung.
Auch dies sagt ccr Vorsitzende zu. Es sei außerdem die Ersetzung ber jetzt die Mieseck aoschließenden Hecke durch eine andere Einfriedigung vorgesehen, worüber die Baudeputation z. Z. berate. ...
Stadtv. Winn regt an, die ganze Anlage in ähnlicher Weise, wie dies beim Stadttheater geschelxn sei, mit englischem Pflaster zu versehen. >
Der Vorsitzende bemerkt, e5 werde dies nach uni> nach geschehen, wenn der Etat Mittel für solche Sachen übrig lasse, llebrigens glaube er nicht, daß der nächste Etat günstig abschließen werde.
Auch Beig. Georgi mahnt zu langsamem Vorgehen und bittet mit Ruaficist auf nie Finanzen um Zurullhaltung in Wünschen unb Anregungen.
Die Dammstraße.
Bezüglich der recht wünschenswerten Verbreiterung der vorderen Dammstraße war früher beschlossen worden, von den Besitzern der hierzu notwendigen Hosrciren Verkaufsangebote anzu- fordern. Ties ist geschehen und das Ergebnis liegt jetzt vor. Danach wird für die 6 .Hosreiten ein Gesamtbetrag von 132 000 Mk. verlangt. Es handelt sich im ganzen um 745 Quadratmeter, so daß der Quadratmeter durchschnittlich auf 177,18 Mk. käme. Tie einzelnen Forderungen schwanken zwischen 112 und 456 Mk. für den Quadratmeter. Unter diesen Umständen wirb von dec Batcheputarion beantragt, die Sache beruhen zu lassen.
Es entspinnt sich darüber eine lebhafte Tebatte, in der die Stadtvv. Löber, Jughardt, Krumm, Huhn, Plank, Winn, Beig. Georgi, Stadtvv. Habenicht unb Schaffst a e d t sprechen. Es fommr dabei allseitig zum Ausdruck, daß bei der Höhe dieser Summe die Verbreiterung nicht möglich ist und bie Besitzer ihre Forderungen bedeutend ermäßigen müssen, wenit der Sache ernstlich nähergetreten werden soll.
Schließlich wird die Angelegenheit an die Baudeputation zurück- I verwiesen.
Für die von der Versammlung angeregte Polizeiverorbnung wegen des Fährverkehrs in der D amm str aße hat das Kreisamt einen, anderen Wortlaut als ursprünglich beschlossen war, gewünscht. Die Versammlung hat dagegen nichts einzu« wenden.
Verschiedenes.
Die St e nogr aphe ng ese 11schaft Gabelsberaet hat im vorigen Jahre einen Schulsaal für Unterrichtszwecke benutzt, wofür für den Abend 1.50 Mk. Miete zu entridjten waren (1 Mk. Miete einschl. Heizung und Beleuchtung, 50 Pfg. Vergütung an den Sckmldiener für die Reinigung). Die Gesell- jd>aft ersucht nun mit Rücksicht auf das entstandene Defiztt bet dem Kurs um Erlaß ober wenigstens Ermäßigung des 42 Mk. hohen Mietvertrags. Die Versammlung lehnt ans prinzipiellen Gründen das Gesuch ab.
Dem Gabelsberger Stenographenverein wird ein Unterrichtsraum in bem Schulhaus an der Schillerstraße gegen eine Vergütung von 1.50 Mk. für den Abend überlassen.
Dem Kron bauer scheu Quartettverein wird die Turnhalle der höheren Mädchenschule für etwa 6 Abende ein» geräumt, mit Rücksicht auf die gemeinnützigen Bestrebungen des Vereins unentgeltlich.
Die ftühcre Pumpstation ber Bahn an der Lahn wurde zu einer Beamtenwohnung eingeridstet, deren Inhaber gezwungen ist, beim Wasserholen ein städtisches Grundstück zu betreten. Ties wird gegen Zahlung von jährlich einer Mark Anerkennungsgebühr gestattet.
Am Riegelpsad find 5 Laternen neu aufgestellt worden, dch auf dem Gelände der Bahnverwaltung stehen. Hierüber wurde em Vertrag abgeschlossen, der eine Anerkennungsgebühr von 1 Mk. jährlich Vorsicht. Tie Bersammlunq ist damit einverstanden.
Für das K i e f e r n n u tz h o l z hat sür 1908/09 das Gießener Braunsteinbergwert das Höchstgebot mit 13.50 Mk. für den 3e|t> meter cingereicht, womit die Versammlung ihr Einverständmq erklärt. ... _
Tie Verlagsbuchhandlung Roth hat die zum UniversitätsfesL erschienenen Wegweiser dnrck) Gießen der Htadt zum Kauf am


