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Verantwortlich für den polmldien teil, für .Feuilleton* und .Bernnjchtese: Ernst Anderton, für »Stadt u. VanD- und.Gerichts«
Nr. 2V8 Erstes Blatt 158. Jahrgang Freitag 13. November 1VV8
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sBietzemr Anzeiger ML General-Anzeiger für Gberheffen b!- oommaflrro'ut)" klotatlonrdruck und Verlag 6er vrilhllchen Univ.-Vuch- und Steinöruderei R. Cange. Redaktion, Expedition und Driidercf: Stzulftrahe r.
Die heutige Nummer umfabt 12 Seiten.
Nach der Debatte.
Immer unabweislicher drängt sich einem die Frage auf, krie denn der Kaiser selbst zu den jüngsten Vorkommnissen steht. Im Reichstage ist daraus hingewiesen worden, daß es doch wohl besser gewesen wäre, wenn der Kaiser in so ernsten Tagen in Berlin geweilt hätte, anstatt in Oesterreich und Donaueschingen seinem Vergnügen nachzugehcn. Man gewinnt unwillkürlich den Eindruck, als wenn der Kaiser selbst den Erklärunaen Bülows gänzlich fern stände, und so könnte man sich dann allein das Schweigen deS Reichskanzlers auf viele Fragen der Abgeordneten erklären. Zu einer Meldung der „F. Z." über eine beabsichtigte Begegnung des Kaisers mit dem Fürsten Bülow bemerkt denn auch die „Tägl. Rdsch.": „Diese Nachrichten decken sich mit uns gemachten Mitteilungen, wonach der Kanzler gestern eine erneute telegraphische Anfrage nach Donaueschingen richtete, aber leincausreichendeAnt' wort zu erhalten vermochte. Fürst Bülow hat nunmehr das dringende Verlangen, möglichst bald mit dem Kaiser zu sprechen und ihm über das Ergebnis der Reichs- tagsverhanalungen persönlich Bericht zu erstatten. Es scheint fast, als ob die Kanzlerkrisis abermals akut zu werden droht." In politischen Kreisen Berlins herrscht daher die Auffassung vor, daß Fürst Bülow tatsächlich noch vor Ablauf des Jahres aus seinem Amte scheiden wird. Als Nachfolger werden verschiedene Persönlichkeiten genannt, darunter auch die Herren v. Bethmann-Hollweg und d. Rheinbaben. Man spricht auch von einer Teilung des Reichskanzleramtes und von einer Auflösung der bisherigen Personalunion für innere und auswärtige Politik.
Die „Deutsche Tagesztg." sieht in c.nein Artikel „Kaiser und Reichstag" den Schwerpunkt der Lage darin, ob es dem Reichskanzler gelingt, den Kaiser von der B-rüüsicbti- gung der Reichstagswünsche zu überzeugen. Tas Blatt mag die Besorgnis nicht teilen, daß die Umgebung des Monarchen verhindern könnte, daß er die ganze Wahrheit erfährt.
Da nun nach dem allen der Reichskanzler offenbar keinen Einfluß auf den Monarchen mehr hat, kann man nur noch hoffen, daß der Bundesrat geeignete Schritte beim Kaiser unternehmen wird. Wie das „Berl. Tgbl." aus Hamburg meldet, ist bei dem Präsidenten der Bürgerschaft auch schon ein Antrag eingegangen, der Senat möge im Bundesrat geeignete Schrilir tun, um dem Kaiser klarzulegen, daß man auch in Hamburg das persönliche Ein- areifen in die amtliche Politik bedaure und sichere Bürgschaften gegen eine Wiederholung derartiger Vorgänge erwarte.
Im Auslande beurteilt man die augenblickliche Lage im Deutschen Reiche und die Stimmung der Bevölkerung nicht immer ganz richtig. Die russische Presse verfolgt die Verhandlungen des Reichstags mit lebhaftem Interesse. Die „Börsenzeitung" weist auf ein angebliches Wied.r rwa.i en i_e.> jüdd.u.s.hen Partikular.smus hin und hebt dessen Gefährlichkeit für die Einheit des Reiches hervor. Der „Rjetsch" findet die Rede des Fürsten Bülow ausgezeichnet durch ihre Würde und schreibt: Tie Zuschauer auf den Tribünen des Reichstags, die etwa einer Verwirrung des Fürsten Bülow zusehen wollten, müssen anerkennen, bay er so gut wie möglich aus einer sehr schwierigen Lage hervorging. Der „Rußj" sieht eine Revision der Reichsverfassung
Gedenksefte!
Wir leben in Zeiten niU|ituLju)er Gedenkfeiern! Rüstet sich doch der akademische Verein, in wenigen Monaten sein 90. Geburtsfest würdig zu begehen! Während man aber in unserem Gießen auf ein lokales Musikfest hinarbeitet, bereitet sich die internationale Musii'welt zu den Zentenarfeiern der Meister Haydn und Mendelssohn vor. Zum Gedächtnis von Haydns Tod plant man in Wien ein mehrtägiges Musikfest, verbunden mit einem internationalen Kongreß; — in Berlin und Leipzig dagegen gedenkt man zur lOOsten Wiederkehr von Mendelssohns Geburtstage größere Aufführungen zu veranstalten.
Auch der Gießener Konzertverein, der im letzten Zahrzehnt kaum ein orchestrales Werk des letztgenannten Meisters zu Gehör brachte, hat zur Erinnerung an den großen Tonsetzer und zur Vorfeier eines seiner besten und genialsten Werke für Orchester: die ewig jugendfrische .,S o m m e r n a ch t s t r a u m - T u v e r t ü r e" in das Programm ausgenommen. Als ein auf das Shakespearesche Elfenmärchen vorbereitendes Sonderstück gedacht, gehört die graziöse, seinzifelierte Tondichtung zum Besten, was wir in Tonmalerei besitzen. Mit sicherer Hand hatte sie der geniale Jüngling im Jahre 1826 in kürzester Zeit entworfen und vollendet, während er sich erst 17 Jahre später dazu verstand, die uns bekannten übrigen Stücke zu dem Märchen zu schreiben.
Wenn wir diese leichtflüssige, zierliche Ouvertüre mit der im gleichen Programm gebotenen, 40 Jahre früher verfaßten Ddur-Symphonie von Mozart vergleichen, sehen wir, in wie entlegene Bahnen die Musik in dieser verhältnismäßig kurzen Spanne Zeit geeilt war! — Bereits in dem breitausladenden Einleitungs-Lldagio der Symphonie ^eigt sich oer gereiste Meister der klassischen Periode; 2>er sich anschließende Allegrosatz erscheint motivisch direkt Die eine Vorstudie zur Zauberslöten-Ouvertüre. Aon wunderbarem Wohllaut ist das durchsichtig klare Andante, dem sogleich als „Finale" ein außeroroentlich lebhafter, in seiner übermütigen Laune an Haydn erinnernder Satz folgt. So, wie diese dreisätzige Symphonie (zugleich die viertletzte des Meisters) die Nähe des gewal- iigen LrahmskonzerteS nicht zu scheuen braucht, so werden mr aus die Klänge dieses modernen Tonwerkes würdig Lurch Beethovens Fidelio-Ouvertüre vorbereitet. Mit ihren uns wohlvertrauten Melodien bleibt dieses Stück
in konstitutionellem Sinne voraus und glaubt, das Prinzip! der Ministerverantwortlichkeit werde die Dynastie der Hohen-! zollern stärken. Der „Slowo" vergleicht die Zustände der deutschen Verfassung mit denen der russischen, erinnert an die Unterdrückung Der öffentlichen Meinung in Rußland und vergleicht damit den vollen Akkord, in den die Stimme des deutschen Volkes selbst bei einem so heiklen Thema aus klang.
In Paris tritt der Eindruck klar hervor, daß sich in der Volksstimmung Deutschlands allmählich ein ft ar ter Wechsel vollzogen habe, der auch für die Zutunst Bedeutung erhalte. Ter Kanzler hat eine befere Preße als der Kaiser.
Die „Westminster Gazette" bezeichnet die Reichstags- debatte vom 10. November als einen Markstein in Deutschlands politischer Geschichte. Ebenso wie in England die freundliche Absicht in den kaiserlichen Aeußerungen anerkannt werde, so werde auch einstimmig das Jnabrede- stellen der deutschen Feindseligkeit gegen England durch den Reichskanzler und den Reichstag bewillkommnet. Es sei ernsllick) zu hoffen, daß gutgesinnte Leute beider Länder sich durch Die jüngsten Ereigni.se im Widerstand gegen das Anwachsen des verhängnisvollen Mißtrauens zusammen finden würden. Nach Den „Times" ist die unumwundene Strenge der allgemeinen Verurteilung Der kaiserlichen Handlungsweise außerordentlich bedeutsam. Tie Forderung einer wirtlichen ministeriellen Verantwortlichkeit und einer wirksamen Beteiligung der Volksveriretung an der Leitung der auswärtigen Politik werde schwerlich sofort zugesianden werden, doch sei schließlich eine Unterwerfung unvermeidlich. „Daily Nervs" sieht eine Kluft zwischen Dem deutschen Volt und feinem Kaiser gähnen. Tes Kaisers Wille sei nicht mehr ausschlaggebend. Das Volt scheine p.ötziich den Zauber oes Monarchen abzuschütteln. Der kaiserliche Einfluß bleibe jedoch so lange, als Der Kanzler vom Kaiser statt von Der Mehrheit Der Voltsvertretung ernannt werde. Bis dahin habe oas Volk keine Bürgschaft gegen die Einmischung des Herrschers in Staatsangelegenheiten.
Neben mancher rilligen Beovachtung mischt sich, wie man sieht, in diese Preß stimmen des Auslandes auch viel Schiefes oder gar Falsches ein. Zu hoffen und zu wünschen wäre es, daß Der Kaiser aus Der inländischen Presst ein unverfälschtes Bild von Der augenblicklichen Lage erhalt. Diese Lage erscheint so trostlos, unD Die Gefahren, Die sie birgt, sind so furchtbar. Daß es geradezu ein Verbrechen wäre, am Kaiser und am deutschen Vvlke, wenn man noch versuchen wollte, zu beschönigen, zu verwischen und zu vertuschen, wo Doch nur die nackte Wahrheit allein heiham ist.
Aus Stabt und Land.
(Siegen, 13. November 1908. Aus der Sitzung der Stadtverordneten.
Die gestrige Sitzung unserer Stadtväter wies hin- sichtlick) des Besuches manche Lucken auf, was wohl Darin seinen Grund hatte, daß eigentlich wichtige Fragen, namentlich solche, die zu wesentlichen Meinungsverschiedenheiten führen konnten, überhaupt nicht auf der Tagesordnung standen. Friedlich, wie die Sitzung mit der Auslosung von Schuldverschreibungen anfing, ging sie auch zu Ende und als ein Ausfluß dieser friedlichen, teilweise recht gemütlichen und heiteren Stimmung ist es wohl anzusehen, daß der Redestrom in breiter Behaglichkeit dahmfloß und alle möglichen Gegenstände mit in den Kreis der Beratungen
in Edur, — die erst im Jahre 1814 komponierte vierte der Leonoren-Ouvertüren, — für uns eine unversiegbare Quelle reinen Genusses, zugleich aber ein ehrfurchtgebietendes Beispiel eisernen Fleißes und nie erlahmender Arbeitskraft des genialen Tonsetzers Beethoven!
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— Jo Hannes Trojan schreibt dem Berl. Tagbl. in Ieiner humoristischen Art folgende Berichtigung, die den greifen Poeten wieder einmal so recht kennzeichnet: „In der vorigen Woche wurde im „B. T." über mein Ergehen berichtet uno dabei gesägt, mir wären zwei Zehen amputiert worden. Dem ist nicht >o. Don Amputation zweier Zehen konnte gar nicht die Rede sein, weil die sämtlichen Zehen des Fußes auf dem Bahnhof von Storkow liegen blieben. Tie Hälfte des Fußes uno etwas Darüber noch war aogeauetscht. Als ich auf dem Bahnsteig liegend, mir den Stumpf mit dem Auge des ehemaligen Mediziners ansah, sagte ich mir, daß es eine sehr schwere Verletzung sei. Die nicht leicht zu heilen sein werde. So war es denn auch. Ich liege hier feit Dem 6. August, und Die Heilung ist noch nicht vollendet. Ist alles geheilr, Dann muß ich, um auf die Beine zu kommen, mit dem verkürzten Fuß gehen lernen, wozu ein eigenes, dazu eingerichtetes Schuhwerk gehört."
— Tie Operation Des Verbrechens. Aus New- Aork wird berichtet: Tem Dekan des Hahnemann Medical College in Philadelphia, Dr. Northrop, ist es gelungen, durch eine Gehirnoperation einen Gewohnheitsverbrecher zu heilen. Es handelt sich um einen einst angesehenen Bürger, der im Jabre 1891 durch einen herah sollenden Balken am Kopfe verletzt wurde und von diesem Tage an die typischen Degenerationsmerkmale des Verbrechers zeigt. Er begann zu trinken, er stahl und wurde schließlich wegen eines Diebstahls von 16 000 Mark entlassen. Im Januar 1907 nahm Dr. Northrups mit ihm seine Gchirnoperation vor. Er sand, daß Die harte Hirnhaut mit der Schädeldecke verwachsen war; die Membrane waren zu einer festen Masse zusammengeschmolzen. Nach der Gene,ung waren Die verbrecherischen Neigungen des Operierten verschwunden. Er ist heute Abstinenzler, hat seine alte Stellung wieder angetreten und durch rüchtige Leistungen auf Dem Gebiete der Industrie sogar öffentliche Auszeichnungen erworben.
— Kleine Chronik aus Kunn und Wissenschaft. 255 000 Mark i ü r Rassaels ,M adonna mit Dem Kind e", das aus der berühmten Galerie des Kardinals Fesch, des Oheims Napoleons L stammt, wurden bei einer Auktion m Berlin erzielt. — Tas Befinden des Dichters F r L d e r i c M i st r a hat sich erheblich gebessert. — Sven Hedin ist iu Tokiol angekommen.
gezogen wurden. Und da die Arbeit munter sortfließk, .wenn gute Reden sie begleiten — Stadtväter halten stets gute Reden — so war Die Sitzung trotz aller Gesprächigkeit früh zu Ende und alle Gegenstände der nicht allzu kleinen Tagesordnung konnten erledigt lüerDcn. Der wichtigste Beschluß, der gefaßt wurde, betraf die Waldschule. Da die hierfür in Aussicht genommenen Schulbaracken zu Ostern für neue Volksschulklassen Verwendung finden sollen, wurde die Angelegenheit einstweilen zurückgestellt; man will aber der Sache wieder näher treten, wenn das vierte Volksschulhaus, dessen Bauprogramm zurzeit ausgearbeitet wird, fertiggestellt ist. Bei der Gelegenheit wurde aus Stadt- verordnetenkreisen gerügt, daß in Der Volksschule an Der West-Anlage manche notwenDige Lehrmittel nicht vorhanDen sind, dagegen andere, sehr leicht entbehrliche oder gar unnötige, wie z. B. eine Karte über die Stellung der Deutschen und Franzosen am 2. Sept. 1870 und eine Karte der Völkerwanderung, in letzter Zeit beschafft wurden. Ein sozusagen stehender Beratungsgegenstand, nämlich die .Verbreiterung der vorderen Tammstraße, wurde wiederum eingehend besprochen, da die recht hohen Forderungen der in Frage kommenden Hausbesitzer nunmehr Vorlagen. Danach würde Die Verbreiterung Der Straße allein für Grunderwerb 132 000 Mk. kosten. Hoffentlich gelingt eS Der Baudeputation, an die die Sache verwiesen wurde, günstigere Kaufangebote zu erzielen, darpit die an sich gewiß wünschenswerte Verbreiterung ausgeführt werden kann. Auch ein anderes Schmerzenskind, die Nord-Anlage, beschäftigte zuguterletzt die Versammlung, und es ist nur zu wünschen, daß infolge der Debatte hierüber die Beseitigung des jetzigen unwürdigen Zustandes endlich erreicht wird.
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** Der Verkaufstag Der Großherzogin. Auf dem am morgigen Samstag um 3 Uhr nachmittags beginnenden Vertaufstage I. K. H. Der Großherzogin zum Bestenarmerlungenkrankerundtuberkulöser Personen (Eintritt 1 Mark) werden an 10 Verkaufsständen unter anderem zum Verkauf geboten: Eine reiche Auswahl von Ansichtspostkarten (zum Teil mit bisher unveröffentlichten Ausnahmen des Großberzogs, der Großherzogin, des Srbgroßherzogs, sowie oer Schwestern des Großyerzogs mit ihren Familien), ferner Gebrauchs- und Toilettengegenstände aller Art, Puppen, Kinderpielzeug, Erzeugnisse Der russischen kunstgewerblichen Industrie (Geschenke I. M. der Kaiserin von Rußland) und die verschiedensten sonstigen Gegenstände, die zu % von den Inhaberinnen der Siände selbst angefertigt, gearbeitet oder ausge- üattet find. Die Preise gehen von 20 Ag. auswärts. Außer- oem werden Lebens- und Genußmittet in hübscher Verpackung zum Mitnehmen feilgeboten. Einer der größeren Räume ist als Er.riichungsraiim ausgestattet, wo Tee, Gebäck, Kuchen, Butterbrote und Champagner zu haben find. Hier kann mau sich auch an kleinen Tischen niederlassen, während von Der Galerie ein Streichquartett dazu au,spielt. Tes weiteren ist eine Vietliebchenbude vorhanden. Hier gewinnt jeder glückliche Käufer einer Doppetmandel einen geschmackvollen Preis. Tie Inhaberinnen der Verkaufs- ,lande find, wie bekannt, I. K. H. die Großberzogin und die Gemahlinnen der Hofchargen, welche in inrer Ausgabe von einer größeren Zahl junger Damen und Herren unterstützt werden. Am Stand Der Groß Herzog in werden unter anderen zur Seite der Großh. Herrschaften verkaufen: Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, Prinzessin Ludwig von Battenberg mit ihrer Tochter, der Prinzessin Luise, Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, Prinz und Prinzessin Franz Josef von Battenberg, Fürst und Fürstin Lich, rZürst und Fürstin Jsenburg-Birstein, Prinz und Prinzessin Leopold von Jsenburg-Birstein und die beiden Prinzessinnen zu Solms-Braunsels. Tie Stände sind nach Farben verteilt (blau, gelb, rot, grün); einige Räume sind diesen Farben entsprechend, andere mit Teppichen und Wandgobelins durch hie.ige erste Firmen dekoriert. Grüne Girlanden, Strauchgewächse und Epheu-Ranken schmücken die Galerien und Fensternischen. Im Eingangszimmer, in dem Garderobe abgegeben werden lann, beendet sich ein Packstand, an welchem |iüi die Besucher ihre Einkäufe verpacken und adressieren lassen können; auf Wunsch werden Die eingekauften Gegen- ftänDe im Schloß aufbewahrt und können am nächsten Morgen abgeholt werden. Die Einrichtung Der elektrischen Beleuchtung für sämtliche Räume ist durch das städtische Elektrizitätswerk erfolgt; in danlenswerter Weise hat hierzu Die StaDt Dann stabt den größeren Teil der stojten übernommen. Der Zugang zu den Räumen des Verraufstages befindet sich neben der Schloßwache und geht über Die Treppe zur Hofbibliothek. Weitgehende Vorsorge gegen Feuersgesahr ^Notausgänge ufw.) ist getroffen. Der Ver- raufstag soll pünktlich um 9 Uhr abends schließen.
** Staatliche Medizinalkasse. Durch Entschließung des Ministeriums des Innern wurde der ständige Hilfsarbeiter in diesem Atimsterium, NegierungSrat Graes, zum Voc- sitzenden des VerwallungsratS der Fürforgekasse für Beamte und Bedienstete der Landgemeinden und Kommunaloerbande, durch Entschließung des RtimsteriumS der Finanzen wurde der Sekretär der Landeskommisston für Steuersachen, Fmanz- amlmann Kuhn, zum weiteren Mitglied und stellvertretenden Vorsitzenden des VerioallungSrates nebenamtlich ernannt.
*• Lehrerperfonallen. Uebertragcn wurde dem Lehrer Gg. Wagner zu Wahlen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Roßdorf.
" Das Eh rcnzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung Sr. Kgl. Hoh. des Groß Herzogs dem Wllh^ Hars und Abraham Münz, beide in Büdingen.


