schlüssel überließ und dadurch natürlich ungewollt deinen an Depotunterschlagllng begünstigte. Das Urteil des Gerichts-1 bürg, Hofes lautete auf Dienstentlassung, da Herr Knaf gärti
auf
betrug die Zahl
1828
1871
1905
angelegt.
x Rockenberg, 11. Okt. In der neuen evang. Kirche wurde heute die Weihe der Glocken vollzogen. Die Glocken führen die Namen Lutherglockc, Gustav Adolf- Glocke und Gebetsglocke. Die Lulhcrglocke wiegt 5^i Zentner und ist gestiftet von den Gemeinden des Dekanats Hungen.
□ Friedberg, 10. Okt. Ein Vermächtnis von 7 0 000 Mk. nahm gestern die Stadtverordneten-Versamm- lung von dem verstorbenen Fabrikanten Leonhardt für Errichtung eines Krematoriums entgegen. — Zum Direktor der Gewerbe-Akademie wurde unter 60 Bewerbern der Stellvertreter des Direktors vom Technikum Ilmenau Jansen gewählt. Er erhält ein Gehalt von 4500 Mk. — Gegen den Fiskus hat jetzt die Stadt Klage erhoben, weil er das Wasfcrholen am Ludwigs- brunnen nicht dulden will.
/\ Burg-Gräfenrode, 10. Okt. Der Nestor der hessischeu Geistlichen, Geheimer Kirchcnrat D. Knlb- henn hier, feierte seine goldene Hochzeit und seinen 81. Geburtstag. Zahlreiche Geistliche und Freunde fanden sich zu der Feier des sehr geachteten und beliebten Pfarrers ein. Aus allen Teilen Hessens und der Nachbargebiete trafen Glückwünsche und Telegramme ein. Der Grobherzog ließ dem Jubelpaar sein Bild überreichen, die Gemeinde übergab durch Bürgermeister Moscherosch einen Sessel, das Obcr- konsislorium sandte seine Glückwünsche. Der Jubilar ist bereits 54 Jahre als Pfarrer tätig, davon 32 Jahre in Burg-Grüfenrodc.
Ans Stadt nnd Land.
Gießen, 12. Oktober 1908.
•» Lehrerpersonalien. Ucbertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Adolf Wall aus Holzhausen v. d. H. die zwecke Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lindhcim. — Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schwalheim. Mit der Stelle ist die Hälfte des Organisten- und Lektordienstes ver-
Dazu hat jedermann Zutritt.
** V o n der M a i n z e r H e b a m in e n l e h r a u st a l t. S K H. der Großherzog haben den Direktor der Heb- ammenlchranstalt in Mainz, Geh. Mediziualrat Dr. Jak. Krug, auf sein Nachsuchen unter Anerkeunung seiner langjährigen, treuen und sehr ersprießlichen Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen, sowie den praktischen Arzt und Frauenarzt Dr. Hch. Kupfer berg in Mainz zum Direktor der Hebammenlehranstalt zu Mainz ernannt. ,,
•• Stadttheater. Die morgige zwecke Dlenstags- Abonnements-Vorstellung bringt eine Novität: Henry Bernsteins „Sirnson". Der bekannte Verfasser des .Diebes" hat wiederilm ein überaus spannendes Stück geschaffen, das seine Bühnenwirksamkeit bereits an einer Anzahl größerer Theater, u. a. auch in Frankfurt a. M., erwiesen hat. Die Vorstellung ist mit den ersten Schaiispielkräften besetzt und unter Leitung des Oberregisseurs Hermann Bakof auf das Sorgfältigste vorbereitet. — Das Sacchetto-Ga stspiel erregt nun immer lebhafteres Interesse, und alle Reflektanten auf diese ganz eigenartige und hochinteressante Vorstellung werden gut tun, sich vor der letzten Stunde Plätze zu
die Pflichten verletz! habe, die feilt Amt ihm auf er legt c._
** Die Kuninchenaussteklung auf der ^.icbigv- höhe nahm einen schönen Verlauf und wurde vorgestern und gestern gut besucht. Wir werden noch naher aus sie
Kunden.
** Gerichtspersoualien. Ernannt wurden der Aktuariatsassistenl bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht der Prov. Rheinhessen Hch. Merfcl zum Aktuarmts- assistenten bei dem Amtsgericht Darmstadt II, der Gerichts- schreibergehilfe Karl Allendörfer in Büdingen zunt Atz- tuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Mainz und der Gerichtsschreibergehilfe Wilh. Neff in Wimpfen zum At- tuariatsassiftenten bet dem Amtsgericht Langen.
•» Der jungliberale Verein Gießen war
dem Elberfelder Parteitag durch Herrn O. Riedel vertreten, der heute abend d1/^ Uhr im „Kaiferhof" Bericht über die wichtigen Beschlüsse und Beratungen erstatten wird.
die Herren August Jochem, Otto Diehl aus Rupperts- uula Lehrer Jakob in Wetterfeld (Obstbauverem), Hof- gärtner Buchholz (Gräfl. Gartcnverwaltung), Straßenmelster Sommerkorn (Straßenverwaltung). Zur Verteilung kamen weiter 12 erste Preise, diese erhielt einmal Oekonom Jochem hier und Gastwirt Walter Hechler (für eine Sammlung Obstkonserven), Otto Diehl aus Ruppertsburg, zweimal der Obst, bauverein Wetterfeld, dreimal die Gräfliche Gartenverwaltung, viermal Gutspächter Fischer von Hof Zwiefalten; jeder erste Preis betrug 10 Mk. Außerdem wurden eine größere Anzahl von zweiten (je 5 Mk.) und dritten Preisen (je 3 Mk.). sowie von Diplomen verteilt. Für den heutigen Mittag ist ein Vorteag des Herrn Dr. Hoffmann aus Friedberg vorgesehen über: „Die Grundbedingungen für einen erfolgreichen Obsthandel". Ein starker Besiich von auswärts steht zu er»
kohle verliehen.
O Laubach, 11. Okl. Die von dem Oberhesstschen Obstbauverein hier veranstaltete Obstbauausstellung, verbunden mit einem Obst- und Saatgiltmarkt, die am 10. und 11. Oktober im .Schützenhof stattfand, war namentlich von den Nachbarorten, wie Ruppertsburg und Wetterfeld gut beschickt und in geschmackvoller Weise von Obstbautechnlker Koch aus Alsfeld arrangiert war. Die Begrüßungsansprache hielt Bürgermeister Jochem, die Festrede Hofapotheker Roßbach, der sich über Entwicklung des Obstbaues und Bekämpfung des starken Imports aus Amerika verbreitete. Bei der Eröffnungsfeier, die gestern um 3 Uhr mittags begann, waren die Gräfin - Mutter und Geheimrat Schönfeld aus Schotten, und der Stadtoorstand anwesend. Als Preisrichter fungierten Oekonom Bähr aus Herrnhaag und Qbstbautechniker John aus Friedberg. Die Wahl war unter den mehr als 100 Ausstellern und der vielfach sehr schönen Ausstellungsobjekte keine leichte. 5 Ehrenpreise waren gestiftet von der Stadt, von Forstmeister Andre, Kammer- direktor Birnbaum, Buchbinder Göbel und Hofapotheker Roßbach. Sie fielen den besten Gesamtleistungen zu und zwar
Die Verteilung der ttonftijionen im Grohherzogtum Hessen.
Das rasche Anwachsen unseres Volkes kann nicht vor sich gehen, ohne daß erhebliche Verschiebungen und Gleichgewichts Verlegungen in seiner ganzen Struktur eintreten. Xa5 seigt ftch nicht nur in der beruflichen und sozialen Gliederung: fortfchreitende Industrialisierung und Vermehrung der Ävhängigkeitsverholt- nisse, das tritt noch augenfälliger zu Tage in der Veränderung der Besiedelungsweise. Eine Unruhe ist in die Maste gekommen und hat eine Wanderbewegung von ungeahnter Ausdehnung, gezeitigt, eine Bewegung, die im einzelnen völlig unorgamjicrt ist, und die in ihrem gesamten Verkauf doch so klare und einfache Ziele aufweist. Mit den beiden Schlagworten „Landflucht' und Zug nach der Stadt" werden diese Vorgänge, wenn auch nicht ganz präzis, so doch in der Hauptsache richtig gekennzeichnet. Stabilität oder sogar Rückgang der Bevölkerung in ländlichen Gegenden auf der einen Seite, und immer größere Zusammenballung und Zusammenpserchung von Menschenmassen in Großstädten und Industriezentren auf der anderen Seite sind in der ^at die wichtigsten Folgeerscheinungen der Binnenwanderungen des IV. Jahrhunderts. Daneben aber zeigt sich eine andere Begleiterscheinung von nicht zu unterschätzender kultureller Tragweite, die deshalb ebenso sehr unsere Aufmerksamkeit beanspruchen darf: es ist die Verschiebung, die die gleichen Wandervorgänge in dem Verhältnis der Konfessionen zu einander Hervorrufen.
Die Umwälzungen nach dieser Richtung und an manclM Orten so bedeutend, daß es scheinen möchte, als ob in unferdnft Vaterland der alte Kampf der beiden christlichen Konfessimienl um den Besitz einzelner Gebiete von neuem auf eine Weise seine Fortsetzung fände. Der Charakter reut loiiscyionelü r Gegendrn beginnt U zu verwischen Mte Majoritäten, langsam durch Minoritäten zurnckgedrangt und dav mit einer lolchen Regelmäßigkeit, daß man angesichts dreier Erscheinung g =• glaubt hat, von einem „Gesetz der Minoritäten frechen. zu dürfen. Das ist natürlich falsch. Von einem Gesetz kann ferne Rede feilt, wo es s.ck), wie hier, nur um einen häufig, aber keineswegs mit Notwendigkeit wiederkehrenden Vorgang ha.ndett, und wo bei gleichen Voraussetzungendas genaue Gegentnl Ickes einiretcii kann. Es ist deshalb auch ferne -Begründung dieses Gesetzes nötig, sondern nur die Häufigkeit dieser Erfchernung bleibt zu erklären übrig. Gründe dafür aber drangen fich ohne weiteres aus, loeuit man bedenkt, daß alle diese Wanderungen in erster und letzter Linie auf wirtschaftliche Motive zuruckzumhren sind. Jedes einzelne Individuum, das fernen Wohnort verlaßt, strebt dahin, wo sich ihm bessere Daseinsbedingungen zu ervsfnvi scheinen und fragt wenig nach dem religiösen, politischen ptxr sonstigen Charakter seiner neuen Heimat. Die Folge davon ist, daß Gegenden, zwischen denen ein lebhafter Bevölkerung^aus- tausch besteht, ihre etwaigen konfessionellen Gegenfatze abmrldern und ausgleichend aufeinander Wirkern Je werter aber tnö Land hinein eilt Zuzugsgebiet seine Anziehungskraft erstreckt, ü mehr Länder und Gegenden und damit je gleichmäßiger die Vorkommen- den Konfessionen an dein Aufbau seiner Bevölkerung ftch bt> teiligeit, desto rascher und gründlicher wrrd frch diese nrvellrerenoe
Scherslern bettragem^,^^ bß§ Aussichtsratsmitgliedes Stadtv. ' Helm begann dann der Kommers. In seinem Verlaiife nahm Direktor Loos das Wort, um in längeren Ausführungen einen • interessanten Rückblick aus die Entwicklung der Bank tn den o0 Jahren ihres Bestehens zu werfen. Es würde an dtefer Stelle zu weit iühren, den Inhalt der trefflichen Ansprache wiederzugeben, zrunal die Festschrift den Werdegang der Genossenschaft m ähnlicher Weise ; schildert. Nur sei noch erwähnt, daß Herr Loos auch der beiden noch lebenden Mitgründer der Bank gedachte, der Herren August Haubach und Sattler Mann.
Prokurist Will feierte in glanzenden Worten die Mitglieder des Vorstands. Er führte etwa aus, aus dem vor 50 Jahren ge- vflanzten Reis sei ein stattlicher Baum geworden, in des,en Schatten sich schon so mancher Erholungsbedüritige erquickt hat und dem die Frucht dieses Baumes neue Lebenskrast gegeben hat. Nach den goldenen und silbernen Blättern und Blüten unseres Baumes greifen heutzutage viele, da gelte es für die -ickglteder des Vorstands, recht acht zu geben, daß der Baum nicht zerzaust und abgernpft wird, damit er nicht eines Tages kahl dasteht. Das nicht leichte Amt des Hüters und Pf egers des Baumes unserer Gewerbebank habe der Vorstand zu allen Zeilen gut und gewissenhaft versehen. Lange Jahre stehen die fetzigen Inhaber der Aemter schon auf ihrem Posten, mögen sie noch lange Jahre in gleicher Weise zum Wohl der Bank tätig ein Darum wollen wir ihnen dadurch danken, daß wir auf ihr Woh trinken. In das Hoch auf den Gewerbebankvorstand wurde lebhaft ein- ^Kontrolleur Möser sprach in tiefgefühlten Worten den Dank der Beamten für die ihnen gewordene Anerkennung aus -Lev größere Teil dieser Anerkennung ist aber auf den Aufftchtvrat zu übertragen, dem in erster Linie das Blüheii der Bank zu veidanken ist. Mit der Tätigkeit des Aufsichtsrats ivar es der gute Geist der Mitglieder, der zum Gedeihen des Instituts beitrug. Er trank auf das Wohl des Aufsichtsrates.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Petri dankte für die freundliche Anerkennung. Der Aussichtsrat fei sich seiner großen Verantwortlichkeit bewußt mid werde auch lernerhin seine Psnckft tun. Er schloß mit den besten Wünschen für die fernere Zukunft der Bank. t e .
Im übrigen nahin der Kommers den besten Verlauf. Konzertstücke unserer Regimentsmusik wechselten mit Gesangsvorträgen des Gesangvereins „Liederkranz". Der gutgeschulte stattliche Sanger- chor sang unter Musikdirektor Bauers temperamentvoller Leitung eine Anzahl prächtiger Ehöre und Volkslieder, von denen außer den Volksliedern namentlich der Chor mit Orchesterbegleitung „Des Liedes Heimat" einen durchschlagenden Erfolg zu verzeichnen hatte. Einige gemeinschaftliche Lieder, die eigens am die Gewerbebank gedichtet worden ivareiT, bildeten den übrigen Inhalt der Feier, tue verlief, wie auch die übrigen Veranstaltungen, in denkbar schönster Weise, wozu die umsichtige Vorbereitung des ganzen Festes, bei der sich namentlich das Aiftsichtsratsmitglied Stadtv. Helm betätigte, hervorragend beitrug. t ... . . . .
Der schöne Festtag ist vorüber, an seine Stelle tritt ,wieder die Atttagsarbeit der Bank zum Wohle ihrer Mitglieder. Möge fte mich fernerhin getragen fein von dem großen Gedanken Schulze-Delitzsch dann wird es auch in Zukunft der Bank nicht an Enolg fehlem
'△ Helpersh<r iu, 11. Okt. Wegen Baufälligkeit der mitten im Dorfe gelegenen alten Kapelle hat sich die Gemeinde entschlossen, auf dem alten Friedhöfe ein neues Gotteshaus zn erbauen. Der Kircheilbau ist soweit fortgeschritten, daß der Ztohbau noch vor Eintritt des Winters vollendet sein wird. Mit dem Ausbau im Innern wird im nächsten Frühjahr begonnen. Die Einweihung der Kirche ist im Sommer 1909 vorgesehen.
^Ober-Seibertenrod, 11. Okt. In diesem Jahre können wir mit einer vollen Obsternte rechnen. Dre Zwetschen sind so reichlich gediehen, daß ganze Waggon- ladungen von hier nach Station Mcke ansgeführt werden. Händler bezahlen für den Zentner 3.50 Mk., wozu noch 30 Pfg. Transportkosten kommen.
O Groß-Eichen, 11. Okt. In der hiesigen Gemeinde geht man mit dem Gedanken um, am Elektrizitätswerk Li ß b er g A n s ch lu ß zu nehmen.
fc. Büdingen, 11. Okt. Der vor einigen ^agen verhaftete Schreiber Käuper, der bei der Fürstlichen Rent- kammer in Diensten stand, hat seit einem Jahre nach und „ach 2000 Mark unterschlagen. K. hatte zwei kleine Kuponskassen zu verwalten und hat aus diesen die Gelder entwendet. Er besaß bei seinen Vorgesetzten das größte Vertrauen. Er stammt aus dem nahen Wolf.
fc Nidda, 11. Okt. Dem Kaufmann W. Moll hier wurde unter dem Namen „Harras" das Bergwerks- eiqcntum in den Gemeinden Kerbersdorf, Eckardroth und Romsthal im Kreise Schlüchtern 2 188 622 Quadratmeter groß, zur Geivinnung der in dem Felde vorkommenden Brann-
Resonanzbodcn finde in der Bürgerschaft. Er trinke aus dasl Wohl der verständigen Gießener Bürgerschaft, die dem Gemeinwohl biene.
Den letzten Trinfspruch brachte Stadtv. .Helm aus aus den gewissenhaften Berater der Bank in manchen Angelegenheiten, Herxn Andreas K'eller.
Telegraphische und briefliche Beglückwünschungen, waren nock) eingelauftn von Verbandsdirektor Har ni er-Kassel, der Ge- nossenschaftsabteiliing der Dresdener Bank, dem GenosfeMchafts- anwalt Dr. Crüger, dem Kreditverein Kassel und Herrn Henkel- Kassel.
Der FestkommerS
am Mend führte die Genossenschafter der Gewerbebank in sehr stattlicher Anzahl zusammen. Äluch die , Ehrengäste vom -tÄ>r- mittag waren zum großen Teil wieder erschienen, auBcrbent ^i» gcorbn. K'eller und zahlreiche Stadtverordnete, •'ter Ausficms- rakvorsitzende Stadtv. Petri begrüßte alle Festgaste in herzlicher Weiset Die Gründung der Bank, deren 50. Wiederkehr man heute feiere, falle in eine Zeit politischer Bevormundung: umso großer sei die Tat abzumessen. Ehrend müsse man vor allem heute des Gründers der Genossenscksaften, Schulze-Delitzsch, gebenfen, M|ai 100jährigen Geburtsgedenktag vor kurzem die Vertreter des Genossenschaftswesens im In- undAusland zu Frankfurt a. JL feierten. Bald werde ein Denkmal, des verdienten Volksmamies errichtet werden und auch die Gießener Gewerbebank werde ihr
sichern.
** Nicht n a ch Butzbach, sondern in das Landeszuchthaus Marienscyloß wurde am Samstag Hosrat Rothschild zur Verbüßung seiner Strafe gebracht. Ter Roth- child'sche Zufammenbruch beschäftigte nm Samstag auch den Verwaltungsgerichtsyos zu Darmstadt, vor dem der Bürgermeister K'ua f von Büdingen ftand, der, wie erüiun- lich, in feinem Vertrauen &u Rothschild diesem die Depot-
zurückkommen. . . .. _
** Verhaftet wurde heute ein hiesiger ^aglohncr wegen Sittlichkeitsverbrechens. Er hat sich au seiner 12 jährigen Stieftochter vergmigen.
" Abgeschubt. Am Samstag abend gegen 6 Uhr erregte die Verhaftung einer Bärentreiber-Karawane großes Ailfsehen und einen nach Hunderten zählenden Menschenauflauf am Justizgebäude. Die Häupter der Familien wurden dem Gericht vorgeführt, mit Geldstrafen belegt, die sie sofort bezahlen mußten, und alsdann unter einer Eskorte reitender Gendarmen nach der preußischen Grenze abgeschubt. Die Karawane, eine große Anzahl von Menschen, führte 3 Wagen und etwa 10 Bären mit fich.
** Meteor. Zu der Notiz in Nr. 238 über den Niedergang eines Meteors bei Atzbach teilt man uns vmr geschätzter Seite mit, daß das Meteor am Donnerstag abend punkt i/27 Uhr in nordwestlicher Richtung über Gründ erg flog. Es hob sich sehr hell am dunklen Abendhimmel ab. ,
** Kriegs spiel. Buben aus Wieseck und Gießen treiben Sonntags wieder auf dem Trieb Kriegs Spiele, die manchmal tn arge Tätlichkeiten ausarten. Gefrern erhielt ein hiesiger Junge einen Schuß ins Bein, angeblich soll ein Wiesecter Junge geschossen haben. Tie Angelegenheit bedarf noch näherer Aufklärung. , m
q> Burckhardsfeldeu, 11. Okt. Unsere Wasserleitung ist jetzt mit einem Kostenaufwand von rund 5u000 Mark' vollendet und funktioniert vorzüglich. Das Maschinenbaus mit Pumpwerk befindet sich direkt am Torf.
qj Kirch-Göns, 11. Okt. Große Sicherungsarbeiten werden gegenwärtig in dem Bahneinschnitt zwischen hiesiger Station und Butzbach ausgeführt. Die hier befindlichen Erdmaffeu, die meist aus Sand und Lett bestehen, kommen fast in jedem Winker und Frühjahr bei anhaltender 4rässe in Bewegung und bedrohen den Bahnkörper. Auf einer Strecke von ettva 300 Metern werden jetzt starke Bafalt- mauern errichtet und an der Böschung hinauf Rieselkanäle
warten. . .
FC. Darmstadt, 11. Okt. Gestern früh wurde das kriegsstarke Refervc-Jnfanteric-Regiment, dasaus Reservisten unb Landwehrlcuten, 3000 Mann stark, des 14. Armeekorps vierzehn Tage auf dem Trilppenübungsplatz bei Darmstadt zusammen gezogen war, entlassen. Tags zuvor fand eine Besichtigung des Regiments durch den komman» dierenden General des 14. Korps von Höningen gen. Hucne statt. Die Besichtigung, die in der Frühe angesetzt war, mußte infolge des undurchdringlichen Slebels abgebrochen und gegen 11 Uhr, nachdem der Nebel sich zerteilt, erst wieder fortgesetzt werden. Nach der Besichtigung hielt der Kommandierende 1 eine Ansprache an die Mannschaften, in der er hervorhob, ] daß das Regiment, obwohl es überwiegend aus Mannschaften ? der Landwehr bestände, auf derselben Höhe der militärischen Ausbildung sich befinde, wie die aktive Truppe. Mit einem Hurra auf Kaiser und Großherzog Friedrich schloß die An- spräche. Bemerkt sei, daß während der Hebung nicht em einziger Mann des Regiments hat bestraft werden müssen.
Ebenso wie das Großherzogtum im ganzen zeigen eine raschere Zunahme der Katholiken auch bie beiden Provinzen Starkenburg und Oberhessen. Letztere hat aber ihren jahrein ebangei Charakter trotzdessen noch immer gewahrt (190o waren nur 8.3 Proz. Katholiken vorhanden). In Starkenburg ist das zahlenmäßige Verhältnis der beiden christlichen Konfessionen zueinanver fast das gleiche wie im Großherzogtum, ungefähr 2 zu 1.
In Rheinhessen dagegen halten sich beide ^Konfessionen das Gleichgewicht (47.5 Proz. Evangelisck-e und 48.8 Proz. Katho liken) und hier, wo feine Majorität unb Minorität vor Händen ist, wird nun abermals, wenn auch im negativem Sinn, die oben aiisgesprochene Beachtung bestätigt: Von flemin Schwankungen abgesehen hat das Verhältnis der beiden Kvm fessionen im Laufe des 19. Jahrhunderts keine nennenswertc Älenderungcn erfahren, 1828 machten die Evangelischen 4«.-, die Katholiken 48.4 Proz. der Bevölkerung aus. Diese merkwürdig« Stabilität muß immerhiil ivundernehmen in einer Provinz, deren Bevölkerung in diesem Zeitraum nicht stehen geblieben, Iwwern rasch gewachsen ist (feit 1871 hat sich diese um 47.8 gegenüber 47.7 Proz, des. MichsduxchsMittS yw W
Auch für das Großherzogkum Hessen läßt sich eine Verfchie^nE zugunsten der konfessionellen Riinderheik beobachtni auf Gnuw einer statistischen Zusammenstellung, die für die Neuauflage des Statistischen Handbuchs bestinunt und zmn erstenmal in Nr. der Mitteilungen der Großh. Hessischen Zentralstelle für die^an- desstakistik veröffenllicht ist. Diese Ueberficht über die LTttoi^ lung der größeren Konfessionen ist int wefentlichen ein Auszug einer uiiisangreichen bisl)er noch unveröffentlichten urb.eit von Regierungsrat Knöpfel. _ .
Für das heutige Gebiet des Großherzögtums mft Berück- sichkigung seiner gegenwärtigen Verwaltungseinteilung ist die sammeiisetzung der Bevölkerung nach dem GlaubenSbekennttits Tut die Jahre 1828,1871 u. 1905, also ungefähr für das 19. ^alrrljunö., gegeben. Im ersten Drittel desselben bildeten die .Katholiken etwas über 26 v. H. der Bevölkerung, 1871 war ihr Jnteu bereite auf 28, bei der letzten Volkszählung 1905 ftüZar auf nahezu 31 Proz. angestiegen. Dieser Ausweg ist um so hoher einzuschätzen, als auch die Konfesswn der ^Mehrheit, die mxw gelischc, die im gleichen Zeitraum von <0.5 aus, 66.4 W- gefallen ist, absolut eine starke Zunahme aufzuweisen Hatz
' • - " der Evangelischen der KathoIckw
484 547 179 757
583 510 239 084
803 195 371 680


