aus
schließlich in den Händen der Verantwortlichen Beamten liegt.
Arbeitslast gerecht zu werden. DaS erklärt die Vorgänge, ändert aber nichts an der Beurteilung der Sachlage. Vor dem Lande ! müssen wir uns daran halte«, daß der Reichskanzler der verant- ! wörtliche Staatsmann ist und Vorsorge dafür treffen, daß er die
Verantwortung überall boll tragen kann, nicht durch Erklärungen
gen sind, dem ernsten Wunsche Ausdruck verleihen, daß der K'ab
Das ist die einmütige Meinung der nationalliberalen Partei
wir haben die düstersten Prophezeihungen gehört. Ich glaube,
diplomatischen Vertreter haben sich durch die Ereignisse überraschen
dern mit der Regieru.ig auch die Umgebung des Monarchen wech. | der Heilungsprozeß jetzt e.ngeleitet wird. Wir wünschen,' dag diplomatischen Vertreter haben sich durch die Ereignisse überraschen 1 Ärthf don einem kon,ervativcn dieser heutige Tag zu einer einmütigen Kundgebung des Reichs. Ia^e"- . . ., . , ...... ... . . .v.
Politiker, dem ö-rbrn. ^Zedlitz im ,.^.ag . Er ipudit von „einer taacs werden möchte, zu einer Kundgebung, daß nur einer die Wie nur scheint, auch bei den lungnen Balkanwirren, nicht treibhausarugen Entwicklung autokratischer Triebe mit der G i f t° G?schäfw verantwortlich leiten kann, der Reichskanzler lSehr <*um Vorteil der deutjckcn Politik, die dadurch in eine schwierige 5 1 pAaIl* °J1 \5> 43an U §.mru Vi S!an be31 richtig!) Möge das aus allen Sieben herausklmgen. Wenn diesen I Lage geraten ist. (Lebhafte Zustimmung.) Die Mängel rühren hauptet, daß Scheu vor Widerspruch gegen die kaiserliche Meinung unseren Vorstellungen Rechnung getragen wird, dann wird dieser unitreitig daher, baß bei der Auswahl unserer Diplomaten wenc- nft iebe freie mann!iche Aeunerung AuaidbeänaL Los niui< vcr- ___n»r nur hi* hnrinnfirFi* s;« .^»nNnaa.
oft jede freie männliche Aeugerung zinuctdrängt. Das muß Der»
Der ver- war Die
Seiner Maiesiät dem Kaiser. Ich schließe mit dem Wnn'che, daß dies das letzte Mal sein möge, daß wir uns mit solchen Vor. stellunaen an Seine Majestät den Kaiser wenden müssen. (Großer Beifall.)
vorübcrgehen, und ich bin beauftragt worden, die Beschlußfassung des Zentralvorstandes hier mitzuteilen. Er hat folgende einmütige Erklärung beschlossen:
ordneten aber erwarten wir, daß sie jeder die verfassungsmäßig " ' ?n Einwirkung auf
(Sehr wahr!)
Was nun den Reichstag anlangt, so iss die vielleicht ungewollte Folge solcher Vorfälle eine gewisse Machterweiterung des .... „ -
Reichstages. Ungewollt, aber durch die Gewalt der Tatsachen her- i Mitteln zur Abb nie zu suchen, beigeführtl Er muß infolge solcher Vorfälle einen "s nL hnn 1p1
auf die auswärtige Politik gewinnen, seine Kontrolle muß verstärkt werden, vor allem durch eine fortlaufende Information. Zur Ver
ger auf die persönliche Tüchtiakeit, als auf die soziale Stellung, die Herkunft .unb das Repräsentationsvermögen gesehen wird. Unserer Diplomatie tut eine gründliche Blut« auffrischung not Ter Gedanke muß beseirigt werden, daß
Wandel eintritt, so erleben wir ein zweites Olmütz. Wir wünschen Zusicherungen, daß wir der Sorge für die Zukunft enthoben fein können Das würde zur Beruhigung im Lande beitragen. Ich möchte noch ein weiteres erörtern. Dos bezieht sich auf die Information der aller Höch st en Stelle.
Mancher?), so ist das jedenfalls in ....
Volkes nicht begründet. (Sehr wahr!) Wenn wir auf den Siege>
archen. Keine persönlichen Stimmungen durch Jmvulse, keine
. Wir haben in dieser recht schwierigen Zeit in den verantwort. ,------Ultu |l4lvc„ f t H WVUII1|; UIUfi ----------
lrchen Stellungen Manner norwendig mit feticr Meinung und festem > wir uns mit Ehrfurcht aber auch mit Nachdruck wenden, bei diese Stellen mit einer besonderen Exklusivität besetzt werden
nicht ausbleiben. Du» gui jul um ^r.ieuiutmiiieu, ful ulu Patriotischsten, es gilt auch für den Höchstslehendsteu, für den Mon- 1 ’
Ich habe den Standpunti meiner Partei dargelegt. Zentralvorstand der uationalliberalen Partei hat sich am gcmgenen Sonntag versammelt; die Zusammenberufung nicht zu diesem Zwecke, sondern bereits früher erfolgt. Sitzung war aus allen Teilen des Landes beschickt, und es Ware« tvohl hundert Personen hier anwesend. Wir konnten an dieser die Gemüter des deutschen Volkes bewegenden Angelegenheit nicht
des persönliche« Regiments hingewiese«, wie «ur möglich war. Die Gefahr dieser Regiererei ist aber noch niemals so augenscheinlich geworden wie setzt. (Sehr richtig!) Eine offene Aussprache kann am ehesten noch zur Besserung fuhren. Sm will mit der Frage beginnen: Wer trägt d i e Sckul d und wer ist verantwortlich» Der Reichskanzler hat in der ..Norbbeuticken Allgemeinen Zeitung" erklärt, er betrachte sich allein als verantwortlich und decke die Ressorts und die Beamten. Er hat fein Entlassungsgesuch eingereicht Tas ist formell, aber sachlich nicht genügend. Die erste Frage ist: Warum bat der Reichskanzler nicht verhüten könne«, daß uns dieser Vorgang, den der Vorredner als eine Komödie bezeichnet hat, erspart blieb. Der Reick»» tangier ist nicht frei von Schuld. Gewisse Fehler können im Ge. schäftsbetnebe Vorkommen. Der Reichskanzler hat viel zu tun, aber er mußte doch unbedingt Vorsorge treuen, daß Veröffentlichungen. die sich mit Aeußerunge« des Kaisers beschäftigen, von ihm selbst gelesen werden. (Sehr wahr!) Er mußte zum min-
auftut. Wir sind vollerfüllt von der Liebe zu dem Monarchen und von der Ueberzeugmig, daß alles, was er tut, geleitet ist von dem Wunsche, dem Vaterlande zu nützen. Aber weil wir nicht wünschen, daß Mißstimmungen auftrete« zwischen der Nation und,dem Kaiser, müssen wir wünschen, daß die Verwaltung des Reiche"
RaTft et e9 gelesen hätte, hatte er die Veröffentlichung inhibiert tzch wende mich zu dem Serrn Reichskanzler. Dir sind weit davon entfernt, die vollen Verdienste des Herrn Reichskanzlers nicbt anzuerkennen, die er feit 1897 in der auswärtigen Politik und seit 1900 auch in de« Geschäften des Reiches überhaupt, als Reichskanzler gehabt bat. Schwere Aufgaben sind ihm gestellt worden (Sehr richtig! rechts), und er hat schwere 2luf gaben ge« lö st. (Sehr wahr!) Er ist berufen worden, in einer schwierigen Zeit die Geschäfte de? auswärtige« Amtes und auch als Reichs- kanzler zu führen, in einer schwierige« Zeit, in der sich eine Neu- gruvpierung der Mächte in dem europäische« Konzert vollzog. Seine Stellung war erschwert dadurch, daß er,, wie das wool notorisch ist, da und dort persönlichen, nicht zu beseitigenden Einflüsse« weiche« mußte. Diese volle Anerkennung der bisherigen Tätigkeit des Herrn Reichskanzlers darf uns nickt hindern, die Art der Behandlung, dieses Manuskript für verfehlt und der Wichtigkeit der Sache nicht entsprechend zu erachten, (-sehr wahr!) Entweder mußte der Herr Reichskanzler das Manuskmvt sekbss lesen; konnte er das nicht, bann mußte unbedingt dafür sorge getragen werden, daß eine absolut zuverlässige Persönlichkeit es las und ihm genau Bericht erstattete. Die Fehler, die in dieser Richtung gemacht worden sind, sind vspchologisch nicht ganz erklärlich. Bei der imvulssven Natur des Kaisers, von der fa sehr oft gesprochen wird Bei der Möglichkeit, daß aus Stimmungen des Moments heraus Aeußerunge« erfolgen, erachte ich eine genaue Prüfung von Schriftstücken, die sich mit der Person oder mit Aeuße- nmgen Sr. Majestät befassen, selbstverständlich als ^absolut^^notwendig — wenn Schaden vermieden werden soll. (Sehr richtig! und Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Auf diese Schwierigkeiten bat der Reichskanzler Fürst Bülow schon früher einmal hingewiesen. Er bat ausgeführt: „Es ist nötig, mit der Individual'.- tat des Monarchen zu rechnen. Wie unter uns, so gibt es auch unter den Fürsten schwächere und Härtere Individualitäten. Je starker und ausgeprägter die Individualität eines Monarchen ist. Umso eher wird er geneigt sein, teilzunehmen an der Politik und einzugreisen in den Gang des Staatsbetriebes. Daß dadurch einem verantwortlichen Minister seine Ausgabe nicht immer erleichtert wird, darin hat der Abg. Richter vollkommen recht." Hier sind die Schwierigkeiten für die Stellung des Reichskanzlers aufge- treten. Die Behandlung der Ang-legenheit war erschwert durch — sagen wir — eine reichliche Urlaubs Politik. Die Politik muß erschwert werden, wenn die maßgebenden Faktoren in aller Welt zerstreut sind. (Sehr richtig!) Ich halte es nament. lich für unrichtig, daß in einer derartigen Wuse das Auswärtige Amt von den berantivortlichen Faktoren entblößt wird. Ich sollte meinen, daß diese Zustände der gleichzeitigen Beurlaubung unter allen Umständen geändert werden müßten. (Lebhafte Zustimmung.) Im übrigen erkennen wir an, daß d"r Reichskanzler in diesen Tagen vollauf in Anspruch genommen sein mag durch die Orientwirren. Das waren schwere Ausgaben, und wir erkennen auch an, daß eL dem Reichskanzler wohl gelungen iss, in dem Augenblick, in dem er zurückkehrte, den Hebel herumzuwerfen und die deutsche Politik in die Bahnen zu steuern, die wir für die richtigen erachten. Wir erkennen auch an, daß angesichts der eigenartigen Personalverhälinisse irn Auswärtigen Amt die Hauptlast in schweren Zeiten auf dem Reichskanzler ruht. Das alles kann uns aber nicht hindern, das Eine zu fordern, daß bei tatsächlicher Behinderung des Reichskanzlers für ein absolut zuverlässiges Personal im Auswärtigen Amt gesorgt werde« muß. (Sehr
Tausende von Meinungsäußerungen aus dem Lande. Diese Kritik kann erfolgen in einer ruhigen, festen und mutigen Beurteilung der heutigen Lage und getragen von dem Selbstbewußtsein unserer Krast und von dem festen Willen, soweit es an uns liegt, zu bessern. Wir wollen nicht, daß zwischen Kaiser und Nation sich eine Kluft
des Landes. Wir legen Wert darauf, als Partei diese Erklä-
Abg. Dr. SPicmcr (frei,. Vp.):
Der Vorredner hat die Wirkung der Veröffentlichungen zutreffend geschildert. Für die U e b e r r a s ck « n g u« d Bestürzung. die im ganzen deutsche« Volke durch die VerL-fwut» lickungen hervorgeru'cn ist, ist nichts so bezeichnend, als die ^at- sache, daß man in tveiten Kreisen an die Richtigkeit der Mitteilungen nicht hat glai'ben woll-rn. lSehr richtig!) Sie erlognen so unaeh"uerUch, daß man sich lange gescheut bat. ier iari.cl.nug der Presse Glauben zu schenken. Tiefgehende Erbiiwrung, «De.
Rückgrat, die auch auf die Gefahr her Ungnade !jin frei fijrc Meinung ausdiücken. (Sehr wahr!) Tas zweite ist die Reorganisation des Auswärtigen Amtes. Heute morgen noch habe ich wieder einen Hinweis darauf bekommen, toictiiel bcger organisiert in Frankreich das Auswärtige Amt ist. Mir ist mitgeteilt worden, daß es eine besondere Abt"ilung für Nachrichten mit 6 Beamten, eine besondere Abteilung für Politik und $anoel mit 2o Beamten hat. Wir haben eine politische Abteilung mit 6, eine Handelsabteilung mit 12 Beamten. Dort 29, hier IS, ba§ mutz unter Umständen zur Ueberlasrung unserer Beamten i.uhren und eine schädliche Wirkung haben. Aber die Hauptfachs ist doch ue richtige Auswahl der Persönlichkeiten. ^>ck kann nur wiederholen, daß die Tüchtigsten und Intelligentesten gefunden
Wir haben aus Anlaß der Kritik der deutschen Stimmung über England den Eindruck, daß die Information eine zutreffende nicht wahr. Es ist in diesen Tagen auf offizielle Informationsquellen hingewiesen worden. Eine dieser Zeitungen hat in diesen Tagen gesagt: Der Eindruck der kaiserlichen Ae.ißerungen ist ein ganz vorzüglicher, die Worte des Kaisers werden in allen maß- gebenden politischen Kreisen mit Freuden begrüßt, sie werden zu einer erheblichen Umwandlung der Stimmung zu Gunsten dcS Kaisers beitragen. (Allgem. Gelächter.) Die zweite Art der Information ist die durch die Umgcuung. Die llmgeuung euies Mon- archen ist ein wichtiger Faktor, so wichtig, daß in manchen Ländern mit der Regierung auch die Umpeoung des Monaru,en wech-
unterstellten Beamten die Hauptschuld trägt. Denn der Reichskanzler hat ja die Deckung übernommen. Aber auch ich muß doch die Frage aufwerfen, wie es kommt, daß sich so viel ungeeignete Elemente im Dienst unseres Auswärtigen Amtes befunden haben. Herr San ermann bat, um dieser Erscheinung abzuhelfen, vorgeschlagen, auch Ofsiziere auS der Armee oder dem Generalstab in das Auswärtige Amt zu kommandieren und die Erwartung ausgesprochen, daß sie ihrer Aufgabe besser gewachsen fern würden wie die Zivilisten. Ich muß mir erlauben, gegen diese Auffassung Einspruch zu erheben. (Lebhafte Zustimmung links.) DaS ist nicht der richtige Weg, Besserung zu schaffen! (Sehr wahr!) Alle Achtung vor der Bildung und Einsicht unserer Offiziere, besonders im Generalstab, aber naturgemäß würden sie auch in ihrem neuen Dienst das Gefühl der Subordination gegenüber dem obersten Kriegsherrn haben. Wir würden dann noch mehr eine Politik des Stramm stehens bekommen, als heute schon. (Heiterkeit und Sehr gut!) Auch die Vertretung des Deutschen Reiche- in den anderen Staaten ist mangelhaft und keineswegs überall den Aufgaben gewachsen, die an sie heran treten. Manche unterer
geschlossene Front bilde«. (Lebhafter Beifall.) Und ich glaube auch, das Ausland wird dem seit 1870 mächtig gewachsenen deutschen Nationalgefühl nicht zu nahe treten. W i r fühlen uns stark genug, diese offene Aussprache im Reichstage führe« zu können und den Finger auf die Wundezu legen. (Lebhafte Zustimmung.) Wir wollen hoffen und wünschen, daß
U|i Jtve ““*‘‘"7 .'""v vch. i schwarze Tag, an dem wir Kenntnis erhielten von dem Inhalt
derblich wirken, weil dadurch der Kaiser eine durchaus falsche <Keu des englischen Manuskripts, zum Nutzen Deutschlands ausfallen uung bekommt von der raub.n Wuiliclsseit. unb weitere Schädigungen hintanhalten. Mögen unsere Vor-
Ww haben m dieser recht fchwicrigcn Zeit in den verantwort- stellv «gen Widerhall und Gehör finden an der Stelle, an die
hinterher, sondern durch Vorsorge, daß es auf allen Gebieten des öffentlichen Sehen» auch wirklich nach seinem Willen geht. Wenn auch an den letzten Vorgängen des öffentliche« Lebens nicht der Reichskanzler die Hauptschuld trägt, sondern die ihm unterstellten Ressorts und Beamte«, so bleibt er doch verantwortlich für die Gesamtpolitik, die seit Jahren geführt wird, und für die Zustände, die wir alle beklagen. (Lebhafte Zustimmung.) Deshalb müssen wir unsere Kritik gegen den richten, der als verantwortlicher Leiter au der Spitze der Geschäfte steht. Mit dem Vorredner stimme ich überein in der Verurteilung der schweren Mängel, die sich int Geschäftsgänge des auswärtigen Amtes, herausgestellt haben. Eine solche Unzulänglichkeit hätte man bei der straffen Organisation unserer Behörde« nicht für möglich gehalten. . (Sehr wahr!) Ich kann mir schwer vorstelle«, daß ein wichtiges Schriftstück vom Träger der Krone dem Reichskanzler, zugeht und von diesem über das Auswärtige Amt an den Staatssekretär, den Uiitcrstaatssekrctär, de« Referenten und zurückgeschickt wird, ohne daß jemand de« Reichskanzler auf die Tragweite der Veröffentlichung aufmerksam macht. Hier Haupt etwas nicht im auswärtigen Dienst,_unb der Reichskanzler sollte schleunigst für Ordnung sorgen. (Sehr gut! bei den Freisinnigen.) Ich will nicht untersuchen, welcher von den einzelnen dein Reichskanzler
der an ihn zurückgelangt war, sich mit dem Inhalte beschäftigen. Fürst Bülow ist lange genug im Amt und weiß aus eigener tagtäglicher Erfahrung, das; gerade in diesem Punkte die größte Wachsamkeit geboten ist. r. , ,
Es genügt auch nicht, daß der Herr Reichskanzler husterher formell die Verantwortung übernimmt. Damit ist uns nicht geholfen; wir verlangen, daß der leitende Staatsmann vorher dafür sorgt, daß seine Politik auch in den Kundgebungen und Aeußerunge« des Kaisers zum Ausdruck kommt. (Sehr richtig! links.) In der Behandlung dieser ganzen Angelegenheit zeigt sich eine goto ij s e P a s s i v i t ä t, die auch sonst in dem Verhalten des Reichskanzlers bcrvorgetrcten ist Der Vorredner bat die Wirksamkeit des Reichskanzlers geschildert, und ich kann vieles von dem unterschreiben, was er gesagt hat. Ich kann auch anerkennen, daß Fürst Bülow in schwieriger Lage sich als begabter und geschickter Staatsmann erwiese« hat. (Vielfache Zustimmung, Lachen bei den Sozdem.) Aber er hat auch gezeigt, daß er zeitweilig die Zügel schleifen und die Dinge so gehen läßt, wie sie halt gehen wolle«. (Sehr wahr! li«ks.) Ich denke auch an die Erfahrungen aus bet jüngsten Zeit in der inneren Politik des Reiches und Preußens. Da ist vieles geschehen, was gegen den Kurs deö leitenden Staats- manneS geht. (Sebr wahr! links ) Bei der letzten Landtagswahl hatte der Reichskanzler absolute Unparteilichkeit der Behörden proklamiert, aber die unteren Behörden haben sich vielfach gar nicht darum gekümmert. (Vielfache Zustimmung.) Der Rc-cks- kanzlet hat viel zu tun, eine Ucberfülle von Geschäften bringt fein Amt mit sich, und eine starke Arbeitskraft ist notwendig, um der
mit Unbefangenheit an die Dinge heran geht, muß ausw^ckeii, daß schwere Fehler gemacht worben sind. (5m <xhabcn ist eingerichtet an nationalem Wert und an Imponderabilien, bet kaum wieder gut zu machen ist. Der Vorredner sprach mit Recht davon, daß die Hoffnung des deutschen Volkes heute auf den Reichstag gerichtet ist. Mit ihm bin ich der Meinung, daß die i deutsche Volksvertretung die Pflicht hat. mit aller Offenheit und mit allem Nachdruck zu kritisieren, was zu tadel« ist, und «ach :tn zur ribbüfe zu suche«. In gewißem Sinne kann man größeren Einfluß ' sagen, daß ?S gut ist, daß jetzt die Größe der Gefahr so grell olle muß verstärkt beleuchtet ist. (Sehr wahr!) Von uns ist fo oft auf dw Schaden
wir haben keine Veranlassung, bezüglich der auswärtigen Lage uns solchen anzuschließen; im Gefühl unserer Stärke fühlen wir> uns jeder Gefahr gewachsen (Lebhafter Beifall), aber wir müssen den bringenden Wunsch aussprechen, daß nicht durch Fehler die an sich ernste Lage gefährdet wird. (Lebhafte Zustimmung.) Wenn das Ausland der Meinung fein sollte, daß für Deutschland eine Zeit des Wirrwarr» und des Verfalls gekommen sei, eine Zeit, in der wir Uebergriffe und Verletzungen unserer nationalen Würde dulden, so würde das ein Irrtum sein (Lebhafte Zustimmung.) Gegen Angriffe des Auslandes werden wir alle eine
..Tie Veröffentlichungen der ausländische« Presse bestätige« die schwere« Bedenke«, die unsere Abgeordneten schon_ früher gegen die dienstliche« und persönlichen Zustände im Ressort des auswärtigen Amtes geäußert haben — Aber nicht diese Unzulänglichkeiten sind es, welche gegenwärtig die tiefgehende Erregung unseres Volkes hervorgerufen haben, sonder« die Tatsachen, die durch jene Verösfentlichungeii bekannt geworden sind. Die persönlichen Eingriffe tu die auswärtige Politik, wie sie aus den mitgeteilten Gesprächen und Maßnahmen Seiner Majestät des Kaisers hervorgerufen werden, erscheinen weder der Wohlfahrt des Reich s zuträglich, noch im Einklang mit seinen verfassungS-- mäßigcn Grundlagen. Deshalb müssen wir, obwohl durchdrungen von der Ueberzcugung, daß auch diese Aeußeruugen unseres Kaisers der tiefen Sorge um das Wohl seines Volkes emsprun-
nur wiederholen, daß die Tüchtigsten unv ^nteuigcnrejicn gcjunutui Oer Prepe oiauocn f.u imcnu-n.
werden müssen für das Amt und die Botschaften, und daß gänzlich sturzung und Zorn erfüllt da? ganze deutsche Volk.
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Volkes nicht begründet. (Sehr wahr!) Wenn wir auf den Sieges- ^^ußerungen/die bereits in Satz geacben sind, nicht doch zug der deutschen Industrie blicken, wenn ivir fehen, welch glanzende । ß(,jann| Jcpefccn werden? Der bürgt dafür, daß nicht andere Entwickelung der deutsche Handel genommen hat, wenn wir erkcn- «leußerunaen demnächst die Oeffentlich'eit beschäftigen? Wahrlich n^n, wie es der deutschen Landwirtschaft gelungen ist, durch Imel- > traurig, aber es ist wahr: lfute wird schon jeder Tag vom ligenz und durch Einsetzung ihres besten Könnens mis schwieriger ^olke als Gewinn betrachtet, an dem .5 sich nicht mit solchen Zeit herauszukommen (Lachen bei den Soz.), so müfie« wir sage«, sßeröffcntlicfiunoen zu beschäftigen braucht. (Sehr wahr!) Wer daß in Deutschland zweifellos eine Reihe der besten Elemente vor- - - - • - ~ ' --Ci —=-
Händen ist. Mittelmäßigkeit darf im harten Kampfe der Konkurrenz auch im Staatsleben keinen Platz haben. Eine Fülle von Talent und Intelligenz steckt im deutschen Beamtentum, in den Ein- zcl'taaten und im Reiche und brauchte nur berufen zu werden.
stärkung der Rechte des Parlaments sind eine Reihe bon_ Maßnahmen vorgefchlagen worden, wie die Schaffung eines Ministerver- antwortlichkeitsgesetzes, die Einführung von Reichsministerien oder euch, daß man dem Reichstage bei der Ernennung des Reichskanzlers ein gewisses Slimmrecht einräumen sollte. Alle diese Vorschläge mögen ja an sich etwas für sich haben. Tas wesentliche dieser Angelegenheit treffen sie aber nicht, weil, tuen« die Beauftragten des Ressorts so gearbeitet hätten, wie der Reichskanzler sie anwies, die Veröffentlichung hätte gehindert werden müssen.
Tie Geschäftsordnung verbietet eZ, daß eine Interpellation mit Anträgen und Beschlüssen verbunden wird. Es ist der Gedanke einer Adresse aufgetaucht und ich kann sagen, daß wir uns von einer gemeinsamen Aktion der bürgerlichen Parteien in dieser Richtung eine Wirkung versprachen und bereit waren und sind, hierin mitzu- gehe«. Ich meine aber andererseits, daß die heutige und wohl auch |V.. ... .
noch die morgige Verhandlung an sich ihre starke Wirkung nicht ver- besten, nachdem das Manuskript durch der Hände lange Kette wie. fehlen wird. (Lachen bei der Soz.) Es ist der Wunsch meiner *- ' ------------ • r:^
Freunde, daß der Kaiser über diese Verhandlungen eine genaue Information erhält. (Lebhafte Zustimmung.) Im Reichstage muß das Wort zu einer offenen Aussprache und freimütigen Kritik ergriffen werde«, auch wenn diese Kritik nicht gefällt. Tas fordern
richtia!) . . . ...
Wir hab'« mit Staune« gelesen, daß vier Personen dwies Manuskript gelesen und nicht beanstandet haben. (Hört! hört!) Das ist unglaublich, denn man kann ja ohne weiteres aussprechen, Laß ein gewöhnlicher Kanzleibeamter die internationale Tragweite dieses Manvskr'pts zu beurteilen in der Lage war. (Lebh. Zu- ffimmung u. Hcit'rkeit) Man kann auch nicht von schlechter Schrift sprechen. Dafür gibt es ja Schreibmaschinen, um solche Schriftstücke in eine lesbare Form zu bringen. Es hat also offenbar an den richtige« P?iso«e« in diesem Falle gefehlt. Tie Persönlichkeiten, die ber Reimskanzler beauftragt hatte, waren offenbar nicht die richtigen, wobei ich offen lasse, ob man Unfähigkeit. Pflichtverletzung oder I vielleicht Scheu vor der Kritik von AeußerungSn des Kaisers in den Vordergrund stellt. (Zustimmung u. Heiterkeit.) Hier hat sich ein System der Mittelmäßigkeit gezeigt, und ich hoffe, daß darin künftig eine Besserung -Antritt. Darüber habe ich nicht den geringsten Zweifel, daß. wenn diese Prüfung tüchtigen Offizieren im deutschen Generalstabe ober im brutschen Admiralstabe übertragen worden wäre, derartige Ding.- nickt passiert wären. (Sehr ricktig! rechts u. b. d. Natl.; Ack-Rufe u. Widerspr. b. d. Soz.) Ich habe im vollsten Umfange die Verdienste des Reichskanzlers um die Führung ber Geschäfte bes Reiches in schwierigen Zeiten anerkannt. Namens meiner politischen Freunbe habe ich auszusprechen. baß wir eine Amtsniederlegung des Fürsten Bülow nicht wünschen. Wir wünschen sie nickt angesichts der schweren Aufgaben ber inneren unb äußeren Politik Es ist für jeden Deutscke« klar, daß die Fragen, die mit einem Schlage im Orient aufgerollt sind, einer geschickten unb energische« Hand bedürfen, wenn sie günstig für"Deutschland gelöst werden sollen. Ich m-irie auch, daß c5 dem Reichskanzler gelingen möchte, die Marokkofrage, deren Erledigung bas beutscke Volk wirklich dringend wünscht (Zust. (inf§\ in eiuer^ Weise selbst, verständlich, die ber Ehre des deutschen Volkes Genüge leistet, zu einem guten Ende zu führen. Was die innere Politik anlangt, fo bedarf es nur des Hinweises auf die große unb wichtige Frage Ser Finanzreform Die Regelung der Finanzen des Reiches ist ucul LLll|luu WU11|U)U «USU1UU VUD
eine bringende und notwendige Nu« fragt man im Lande. Was i« seiner politischen Betätigung sich die dem konstitutionellen soll nun gcfchehen? Und da kann nur das Eine gesagt toerben: I £crrfd)er obliegenbe Zurückhaltung auferlegt. Von unseren Ab. Wir wünschen, soweit irgend möglich, 11 ch e r e G a r an t i e« ^^dneten aber erwarten wir, daß sie jeder Vv - " "ri
gegen b a 3 0? i n g r e i f e n deS p er sv n l ich e n e g i ° ^stellten Ratgeber ausschaltenden persönliche« «...uumuny uu, ment S. Nach den Erfahrungen, die wir in dieser Sache, zu unfcre äußere oder innere Politik nachdrücklich und rückhaltlos sammln in der Lage waren, sovten wir meinen, bab das perion- j ^tgegentrete«. (Lebhafter anhaltender Beifall.) Liehe Regiment auszuschalten ist. Wer aus momentanen Um- «-• «« • - - —
ständen hervoigehenbc« Eingebungen in die auswärtige Politik'
.taBrrnt. M mufc Enttäuschung kam. Ben. Zch darf »ieberßolen, datz di° Kritik, bi. in
? ? b h8 s» 'ch Oft ausgeibrorficn worden, daß es schmerzlich unb erfüllt uns mit Trauer. Alle Ueberrreibungen hnhinweisen wir ab. Es sind die stärksten Worte gebraucht worben, v>e|anute tnacnoau oayi« gefennzeicynet. Da« er jagte: xbenn kein . <_-------- . <»• . ,


