stattfindenden BeiftMKg des Grafen Arthur zu Erbach-Erb ach.
* * Landes Universität. Professor Dr. Frank hat den von München an ihn ergangenen Ruf angenommen und wird am Schluß des Sommersemesters seine hiesige Lehrtätigkeit einstellen.
* * An der juristiscken FakultätsPrüfung im Frühjahr 1908 nahmen 22 Kandidaten teil. Von ihnen Erhielten die Rote „gut" vier Kandidaten, „im ganzen gut" sechs Kandidaten, „genügend" fünf Kandidaten. Fünf Kandidaten wurden für nicht bestanden erklärt; zwei waren nach der schriftlichen Prüfung zurückgetreten.
* * Großh. Pvlizciamt. Durch Entschließung des Großh. Ministeriums des Innern wurde Regierungsassessor Froelich mit der Vertretung des auf oie Dauer von zwei Monaten zu einer militärischen Hebung cingezogenen Vorstandes des Großh. Polizeiamts, Regierungsassessors Reinhart, beauftragt.
AuS dem Militär-Wochenblatt, v. Eichhorn, Gen. der Inf. und kommandierender General des 18. Armeekorps, ä la suite des Leib-Gren.-Regts. König Friedrich Wilhelm III. (1. Brandenb.) Nr. 8 gestellt.
* * Ernannt wurde der Gesangenaufseher an der Zellenstrafanstalt Butzbach Friedrich Kohlmeyer zum Gesangenaufseher am Provinzialarresthaus in Gießen.
* * Neue Krekisgeometer. Uebertragen wurden dem Kreisgeometer Treu sch das Kreisvermessungsamt Hungen, dem Kreisgeometer Ferd. Bischoff das Kreisvermessungsamt Schotten II, dem Kreisgeometer Wall- m an ad) das Kreisvermessungsamt Lauterbach, dem Kreisgeometer Heiß das Kreisvermessungsamt Wollstein und dem Kreisgeometer Wie gand das Kreisvermessungsamt Homberg.
z " Ordensverleihung. Se. Kgl. Hoh. der Groß- Herzog haben dem Oberst v. Bernuth, beauftragt mit der Führung der 29. Kavallerie-Brigade, seither Kommandeur des Garde-Dragoner-Regiments (1. Großh. Hess.) Nr. 23, das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
• • Toden wart-Stiftung. Gestern in aller Frühe, der Morgen graute kaum, öffneten sich die Pforten der Stadtkirche. Bald nach 1/2b Uhr erschienen der Oberbürgermeister, der Stadtrechner (der gleichzeitig Einnehmer für die Kirchensteuer ist) und zwei der Pfarrer und begaben sich in die Sakristei. Vor der Kirche hatten sich die Spendenempfänger angesammelt und mit dein Glockenschlage 5 Uhr wurden sie in diese eingelassen. 60 Personen hatten sich zu der Verteilung eingefunden, mit einer Ausnahme lauter Frauen und in der überwiegenden Mehrzahl Witwen. Die Verteilung ging nach dem Namensaufruf der Beteiligten sehr schnell vor sich und ebenso schnell leerte sich das Gotteshaus wieder. Von den erschienenen Armen erhielt jede 1 Mk. 50 Pfg.
• • Taubstummengottesdienst für erwachsene Taubstumme finden fortan regelmäßig in Bensheim, Frankfurt, Gießen und Worms statt. In Gießen im Lukassaal (Liebigstraße 56) werden die Gottesdienste nachmittags 2 Uhr am 14. Juni, am 13. September (Feier des heiligen Abend- mahls) und 15. November gehalten. Alle erwachsenen evangelischen Taubstummen in der Nähe der genannten Städte werden zu den Gottesdiensten herzlich eingeladen. Leser dieser Zeilen werden gebeten, ihnen bekannten Taubstummen hiervon Mitteilung zu machen. Die Taubstummen, die die Eisenbahn, ^benutzen müssen, um am Gottesdienst teilnehmen zu können, erhalten durch die Geistlichen, die die Gottesdienste abhalteu, Fahrtausweise zur Erlangung ermäßigter Fahrkartenpreise. (Bensheim und Worms Pfarrer Zaubitz-Bensheim; Frankfurt und Offenbach Pfarrer Hofmeper-Offenbach; Gießen Pfarrer Bechto ls Heime r-Gießen.) Diese Ausweise gelten aber nur für den Tag, für den fie ausgestellt sind und sind nur zur Fahrt an den eingeschriebenen Ort des Gottesdienstes gültig. Im Anschluß an alle Gottesdienste findet ein geselliges Zusammensein statt.
* • Eine Sitzung des Provinzial-AuSschusses findet am Samstag, 13. d. Mts. mit folgender Tages-Ordnung statt: 1. Antrag auf Entziehung des Prüflmgszeug- nisseS der Hebamme Dickel zu Romrod. 2. Bauverbot gegen Adolf Allendorf zu Grünberg. 3. Unterhaltung der La h n auf der preußisch-hessischen Landesgrenze bei F r i e d e l h a n s e n.
Hess. Erste Kammer. Der Finanz-Ausschuß der ersten Kammer hielt ain Mittwoch vormittag und nachmittag Beratungen ab, an denen auch Staatsminister Ewald, Finanzminister Dr. Gnanth, Minister des Innern Dr. Braun und mehrere Ministerialräte teilnahmen. Es wurde eine große Reihe von aus der zweiten Kammer überwiesenen Beratungsgegenständen erledigt. Der Gesetzentwurf betr. die Fürsorgekasse für Beanite und Bedienstete der Landgemeinden nnd weiteren Kommunalverbände wnrde mit mehreren Abänderungen angenommen, die im Wesentlichen redaktioneller sind. Auch das Gesetz betr. die Abänderung der ^trafanteile, ferner der Gesetzentwurf betr. die oberhessischen Nebenbahnen iind eine Reihe kleinerer Vorlagen nahm der Ausschilß an, darunter die Hundesteuervorlage und inehrere Vorstellungen. — Der vierte Ausschuß tagte gleichfalls am Nachmittag und auch bei seinen Beratungen waren teilweise die vorgenannten Regierungsvertreter zugegen. Tie Beratungen dieses Ausschusses, der noch eine Reihe von der zweiten Kammer erledigter Anträge und Vorstellungen durchzuberaten hatte, dehnten sich bis in die achte Abendstunde on§.
• * Stadttheater. Operetten-Gastspiel „Lustige Witwe". Die Aufführung der „Lustigen Witwe" im Stadttheater mußte vom Montag, 15., auf Dienstag, 16. Juni verlegt werden. Auch für die weiteren Operetten - Gastspiele wird nach Möglichkeit der Dienstag als eingeführter Theatertag beibehalten werden.
Besitz wechsel. Weißbindernieister PH. Schäfer verkaufte sein Anwesen Schillerstraße 11 für Alk. 40000 an t>en Backofenbauer Georg Martiny hierselbst.
** Landwirisch. Studienreise nach Holland. Tie Anmeldungen zu der von der Laiidwirtschaftskaniiner m ber Zeit vom 7.—14. Juli veranstalteten Studienreise nach Holland sind bereits zahlreich eingegangen. Um die für einen glatten Verlauf der Reise in jeder Beziehung notwendigen Vorbereitiingen treffen zu können, iväre es erwünscht, wenn die Landwirte, welche sich an der Reise 511 beteiligen beab- sichtigen, ihre Amneldiing alsbald bei der Landivirlschafts- kammer für das Großherzogtum Hessen, Darmstadt, Rhein
straße 34 I, einfenden wollten. Die Reise wird tn der ersten Hälfte ausgefüllt mit der Besichtigung von Viehzucht, Ackerbau, Getreidezuchtwirtschaften und in der ziveiten Hälfte werden die interessantesten und wichtigsten Orte Nordhollands mit feldmäßigem Gemüsebau, foivie später des Gartenbaues und Obstbaues besucht.
** Auswärtige Lotterien. In letzter Zeit werden ivieder hier und in der Umgegend durch die Post Offerten der Hamburger, Braunschweiger, Sächsischen und Ungarischen Klassenlotterie versandt. Wir warnen vor dem in Hessen streng verbotenen Spiel dieser Lose und führen nachstehend die hierüber erlassenen Straf b e ft immun gen' an: Wer in außerhessischen Lotterien, die nicht mi staatlicher Genehmigung im Großherzogtum zugelassen sind, spielt, wird mit Geldstrafe bis zu 600 Mk. bestraft, die event. in Haft umzuwandeln ist. Wer sich dem Verkauf oder der sonstigen Veräußerung eines Loses, eines Loseabschnittes oder eines Anteils an einem Lose oder Loseabschnitte der oben bezeichneten Lotterien unterzieht, insbes. auch, wer ein Los, einen Losabschnitt oder einen Losanteil dieser Art zum Erwerb anbietct, oder zur Veräußerung bereithält, wird mit Geldstrafe bis zu 1000 Mk. bestraft. Die gleiche Strafe trifft den, der bei einem solchen Geschäft oder einer solchen Handlung als Mittelsperson mitwirkt. Bei wiederholter Bestrafung wird die Geldstrafe von 300 bis zu 3000 Mk. erhöht. Von Staatslotterien ist in Hessen allem zngelassen die Preußische Klasse nlotterie.
** I n Amerika verstorbene Hessen. Wirt Kaspar Brück ans Leihgestern, zn Brooklyn.
g;. Bad-Nauheim, 10. Juni. Die hiesige Kur- Verwaltung, an der Spitze Kurdirektor Freiherr von Stark ist auch in diesem Jahre auf das eifrigste bemüht, den anwesenden Gästen für reichliche Unterhaltung zu sorgen. So fanden zu Pfingsten mittags und abends auf der Kurterrasse Militärkonzerte statt, während im Kurhanse selbst Theater war. Heute abend ist wieder Militärkonzert am großen Teich geplant und dabei wird das erste große Feuerwerk in dieser Saison abgebrannt. Sonntag den 14. Juni findet ein Doppelkonzert auf der Terrasse statt, ausgeführt von der Kurkapelle und dem Gesangverein „Frohsinn"-Bab-Ncucheim. ES ist für diese Saison schon das zweite Mal, daß der Verein unter der Leitung seines langjährigen Dirigenten BechtolS- heiiuer gebeten wurde, unseren Kurgästen ein Konzert zu veranstalten. Wie wir erfuhren, weist das reichhaltige Programm auch diesmal wieder Kunstchöre und Volkslieder auf.
? Friedberg, 10. Juni. Die Han de Iskanimer Friedberg beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung auch mit der Frage der Eriveiterun g und des Neubaues des Bahnhofes Friedberg. Nach dem Bericht des Vorsitzenden wird der neue Bahnhof etwa 600 Meter entfernt südlich vorn jetzigen Bahnhof zu liegen kommen, Personen- und Güterbahnhof werden getrennt werden. Die Baukosten werden etwa 6,5 Millionen Mark betragen. Las Projekt bedeutet zweifellos eine bedeutende Verbesserung und Vervollkonnnnung gegenüber den derzeitigen Zuständen, wenn auch zugegeben werden muß, daß noch manche Verbesserungen vorzusehen sind, so z. B. inuß unbedingt Darauf bestanden werden, daß die Einmündung der Linie Ranstadt—Friedberg zugestanden wird, daß für die Strecken Nidda—Friedberg und Hungen—Friedberg getrennte Bahnsteige angelegt werden 2c. Die Versammlung erklärte sich mit dem Referat des Vorsitzenden einverstanden. #
—t— Friedberg, 9. Juni. Gerichtsschreiberaspirant L a n b a ch von hier ist in den Reichsdienst über» getreten und zwar ist er zum Sekretär beim deutschen Konsulat in Antwerpen ernannt wordem Da in letzter Zeit zwei weitere Gerichtsschreiberbeamten (1 von Gießen, 1 von Lampertheim) in den Reichskolonialdienst übernommen worden sind, so hat sich damit den Angehörigen des Gerichtsschreiberdienstes ein weites und günstiges Anstellungsgebiet eröffnet.
O Laub ach, 9. Juni. Am letzten Freitag abend tagte im Solrnser Hof die Hauptversammlung des hiesigen Zweigvereins vom Vogelsberger Hoheiiklub, die von 20 Mitgliedern besucht war. Man gedenkt das korporative Leben des jetzt 73 Mitglieder zählenden Vereins in diesem Jahre mehr auszugestalten, was man durch allmonatliche Zusammenkünfte im Klublokal, öftere Sommer» ansflüge, im Winter durch Theater, Vorträge mit Lichtbildern zu erreichen gebeult. Der Vorstand wurde durch Wahl eines Schriftführers und eines besonderen Tvuren- warts vergrößert. Eine neue eiserne Bank soll auf der Bellevue, sowie mehrere Holzbänte sollen auf dem Rams- berg und an der Straße nach dem Jägerhaus Aufstellung finden. Für die durchgehende Marlierung werden vier neue Schtlder in der Nähe des Bahnhofs angebracht werden.
x Nidda, 10. Juni. Die regnerische Witterung des Monats Mai hat mancherlei Schaden gebracht. Tie Blüten des Steinobstes würben verregnet unb sielen ab. Während in anderen Jahren der Maifrost Schaden brachte, war es in diesem Jahre Der Regen. Sodann haben die Schnecken in den Gärten derart gekauft, daß Mangel an Gemüsepflanzen eingetreten ist. Viele Leute haben kein Blättchen Salat, weil eben alles weggefressen wurde. Die Aepfel haben teiliveise sehr gut angesetzt, die Früchte und Fiitterkräiiter stehen gut.
§ Ulrichstein, 10. Juni. Geheimerat Dr. Breibert- Gießen, Geheimerat Schömeld-Schotten und Kreisrat Höl- zinger-Alsfeld weilten dieser Tage hier zwecks Erbauung der Ohmtalbahn und Begutachtung der neuesten Pro- jekte. Daß man von dem ursprünglichen und wieder zu ihm zurückgekommenen Projekt der Ohmtalführung ohne Abschweifung über seitwärts gelegene Orte Abstand genommen, wird in letzterer Zeit wieder bezweifelt. Die Vermessung der Stichbahn von dem Ohmtal nach Groß-Felda ergab wohl Schwierigkeiten, die aber nicht unüberwindlich sein sollen.
xNeu-Ulrichsteiu, iinJuni. Die Ar b e i ter ko lo- n i c, die am 1. Mai einen Bestand von 79 Stellenlosen verzeichnete, hatte int Lause des Monats 42 Zugänge und 44 Abgänge, so daß am Schluß des Monats noch 77 Mann anwesend waren. Von den Entlassenen gingen auf eigenen ^'unsch 38, Arbeit durch die Kolonie erhielt einer, durch eigene» Bemühen 3 und als arbeitsunfähig mußten zwei entlassen werden. Von den am Schluß de» Monats vorhandenen Insassen Waren 17 aus Hessen, 12 aus der Provinz Hessen-Nassau, 11 aus Bayern und lu ans der Rheinprovinz, lieber ein Viertel, nämlich 20, machten feine näheren Angaben über ihren Berus, während nahezu ebensoviel, nämlich 19 der Landwirtschaft ap geh orten. •
+' Gont e r s kirchen, 9. Juni. Am zweiten Pfingstl feiertage saßen abends zwei 19 fahrige Burschen zusammen: wovon der eine, Wilhelm Rohn, mit einem Revolver spielte. Plötzlich ging ein Schuß los und die Kugel drang dem gegenübersitzenden Heinrich Graf in den Hals. Der Getroffene begab sich sofort in die Klinik nach Gießen, wo es bis jetzt nicht gelungen ist, die Kugel auf operativem Wege zu entfernen.
R.B. Darmstadt, 10. Juni. Der Deutsche Verein für Schulgesundheitspflege hielt heute vormittag zuerst eine geschäftliche Sitzung ab, in der der Vorsitzende, Prof. Griesbach, den Jahresbericht erstattete. Als Ort der nächsten Jahresversammlung wurde Dessau bestimmt. Daraus sprach der Vorsitzende über das Thema: „Einheitliche Gestaltung des höheren Unterrichts von hygienischen Gesichtspunkten aus betrachtet". Im Laufe des Tages wurden verschiedene Musterinstitute besichtigt.
Mainz, 10. Juni. Bei der Stadtverordnetenwahl im Stadtbezirk Kastel haben die vier Kandidaten der vereinigten Liberalen und des Zentrums gegen die Sozialdemokraten gesiegt.
h. Frankfurt a. 9)1., 9. Juni. Ein tätlicher Unglücksfall ereignete sich heute vormittag auf dein mittleren Hasenpfad. Die Pferde eines Postwagens warben scheu, der Postillon nainens Hall stürzte vom Bock und wurde so unglücklich überfahren, daß der Tod auf der Stelle ein» trat. — Der bei der Speditionsfirma Tänbner in Diensten stehende 42jährige Arbeiter Jäger alls Rödelheim verunglückte in der vergangenen Nacht schwer beinr Ueber st eigen des verschlossenen Tores; er spießte sich förmlich auf. Jäger starb bald nach seiner Einlieferung ins Hospital an innerer Verblutung. Auch die Eltern und zwei Geschwister Jägers sind auf tragische Weise ums Leben gekoinmen.
X Gclnhallsen, 10. Juni. Die weithin bekannte L0hrhaliptener Mästerei unb Bauanstalt für Geflügelzucht-Gerätschaften, Ges. m. beschr. H. in Lohrhaupten, geriet in K0nknrs.
fc. Frankfurt a. M., 10. Juni. Vorn 1. internationalen Kongreß für Rettungswesen. Bei der heute früh 9 Uhr in der Aula der Akademie für Sozial- unb Handelswissenschaften offiziellen Erö,stnung des Kongresses heben wir aus der Ansprache des Vortragenden Rats im Preuß. Kultusministerium Dr. Dietrich, der den Kongreß namens der preußischen Regierung im preußischen Staatsgebiete begrüßte, folgendes hervor: In der Bergbau- und Eisen- balmberivaltung in Preußen spielt das Rettungswesen eine große Rolle, besonders die Verwaltung der Preußisch- Hessische n Eisenbahngemeinschaft organisiert in unablässiger Arbeit. Hier ist es am besten entwickelt. So befindet sich in jedem Zuge ein Behälter mit Rettuugsuten- filien, äuf jedem Bahnhf wird ein Rettungskasten mit Verbandmaterial, Tragbahre usw. bereit gehalten. Auf 80 Stationen stehen Züge jederzeit bereit, in möglichst kurzer Zeit an die Unglüct»|telle zu gelangen. Von jeder Station kann der Hilfszug telephonisch uerbeigerufen Werden. Salonwagen 1. Klasse für Schwerverletzte, Wagen 3. Klasse für Leichtverwundete, mit Tragbahren versehen, dienen zur Beförderung. Damit der Samariterdienst in weite Kreise dringe, hat die preußische Staatsbehörde beschlossen, in Fortbildungs- und Fachschulen, an Lehrerseminaren, sowie an den Hochschulen für Studierende aller Fakultäten ärztlich geleitete Unterrichtskurse über Rettungswesen einzuführen. Ein Leitfaden für die „Erste Hilfe" werde für den Unterricht eben borbereitet. — Der Vertreter Englands, Hilfsunterstaatssekretär im Home Departement B. Cunyng- hame, hob prononciert hervor: „Dieser Kongreß eint mehr Wie alles andere die Rationen unb versöhnt sie, da er sich auf bem Gebiete ebelfter Humanität bewegt. Er ruft uns zu: Wir wollen nicht Feinde, sondern Brüder sein!" (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)
B a ch a, 9. Juni. An der in Helmers bei Wernshausen aushängenden Gemeindetafel prangte dieser Tage folgender originelle Ukas: „Es wirb hiermit bekannt gemacht, baß niemand etwas ins Wasser macht. Morgen wirb gebraut."
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a d) b a v |t a a t e n. In B 0 rsd 0 rf scheuten die Pferde des Beigeordileten Wlddersheiin vor einem Automobil und gingen durck;. Mit Mühe wurde das Gespann eingefangen. Der Wagen wurde zertrümmert.
GevLchtsßaal.
Berlin, 9. Juni. Jll dem Prozeß gegen den aus 9logent in Frankreich gebürtigen Ingenieur Henri B 0 i n v i l l e wegen M ü n z v e r b r e ch e n s wurde klirz vor 12 Uhr nach fast lö- stülldiger Verhandlung das Urteil gesprochen. Es lautet auf vier Jahre Zuchthalls, fünf Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Ter Angeklagte erklärte Revision einlegen 311 wollen. Die Verhandlung wurde, da der Angeklagte nur der fran» zösischen Sprache mächtig ist, mit Hilfe eines Dolmetschers geführt. Gegen die drei nntangeklagten, nur der spanisd)en Sprache iilächtigerl Äiünzverbred)er ivivö am Donnerstag verhandelt werden.
Die Prinz heinrich-Zahrt.
IL
Schwerin, 10. Juni. Zwischen 11'/, unb 12 Uhr traf das Gros der Wageil, 110, ein. Nach dem Frühstück der Insassen unb dar Einnahme von Benziil, der nicht in genügendem Quantum vorhanden war, wurde die Fahrt durck) die Stadt Schwerin über Lankow nach Gadebusch usw. fortgesetzt. Unfälle sind nicht vor* gekommen.
Kiel, 10. Juni. Von den an der Prinz Heinrich-Fahrt teilnehmenden Wagen traf als erster Nr. 6 (Gustav Langen-Köln) um 2 Uhr 10 Minuten am Ziel Kiel-Garden ein; innerhalb 10 Minuten folgten 22 Wagen. Bis 2 Uhr 45 Minuten halten 44 Automobile das Ziel passiert. Schweren Defekt hatte der Hansa- wagen von A. Sporkhorst, der dadurch m Brand geriet, daß die Auspuffgase ein Segeltuch entzündeten, daß unvorsichtiger Weise in ihren Bereich gebracht worden war. 9iach drelstündigem Pannen gelangte der Wagen mit eigener Kraft ans Ziel. Er wird ine Reise außer Konkurrenz fortsetzen. Ter Neckarulmwagen von Emil Lausche erlitt Achsenbruch infolge zu starken Bremsens. Arn Abend 10 Uhr fehlten noch der Dnerkoppwagen von Deulrnann, der wegen eines Defektes die Fahrt ausgeben mußte, unb der Taurin- und Klementwagen des Grafen Kolowrat, von dein Nachrichten nicht eingegangen sind. Der Schlußivagen passierte das Ziel gegen 7 Uhr. Prinz unb Prinzessin Heinrich waren in ber Garage unb bei ber Einstellung der Wagen anwesenb.
Vcrmiychtes.
* Eisenach, 9. Juni. Der diesjährige Burschen tag hat wieder zahlreiche aktive und inaktive Burfchenschaster in ber Äartbuvgstadt zusammengeftihrt. Sämtliche 65 deutsche Burschenschaften sind durch Delegierte vertreten. Die V.rlxrndlungen des Bnrschentages leitet Dr. jur. Schneider-M ain; (Ger- m a itia-G i e ß en . Sie bc.reffen zumeist imcruc Angelegenheiten. Die Bewindung F r a n ko n i a - Gc e ße il wurde definitiv in den buri^enick^aicliAen Vccvand auigeuommeu. Zer ^ju, eine#


