Ausgabe 
2.1.1908 Zweites Blatt
 
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* Von der Großh. Keramischen Manufaktur. Die ^Frankfurter 3cihmg* läßt sich von Darmstadt melden, den Standen solle demnächst ein Gesetzentwurf unterbreitet werden, der die Uebernahme der Großh. Keramischen Manufaktur auf den Staat zum Gegenstand habe. Die Darmst. Ztg." kann dem entgegen feststellen, daß diese Mel­dung jeder tatsächlichen Unterlage entbehrt.

* Ordensverleihung. S. K. H. der Großherzog haben dem Handelsrichter bei der Kammer für Handelssachen am Landgericht der Provinz Rheinhessen Karl Andreas Probst in Mainz zum 31. Dezember 1907 die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstorden? Philipps des Groß­mütigen verliehen.

* Die Maul- und Klauenseuche hat in jüngster Zeit im südwestlichen Teil von Bayern und im südöstlichen Teil von Württemberg an Verbreitung zugenommen und ist durch Schlachtvieh aus diesen Gebietsteilen wiederholt nach Schlachthöfen verschleppt worden. Das Großh. Miniiterium des Innern hat daher die Kreisämter auf die Gefahr der Einschleppung aufnierksam gemacht und ihnen dre Einordnung der Quarantäne für das aus den verseuchten Gebiets­teilen eingeführte Vieh, sowie dessen Ausschluß von den Vieh­märkten anempfohlen.

<) Grüningen, 30. Dez. In unserem Städtchen wurde vor einigen Wochen die 2. Sch ulst eile zur Be­setzung ausgeschrieben. Obwohl vorigen Herbst erst ein stattliches Schulhaus eingeweiht worden ist, meldeten sich nur zwei jüngere Lehrer, so daß die Konkurrenz verlängert werdet: mußte.

Butzbach, 30.De;. Ein italienischer Erdarbeiter, der von seinen Kollegen verlassen worden war, trieb sieb in halb erfrorenem Zustande in der Stadt und deren Nabe herum. Ein hiesiger mitleidiger Herr nahm sich, u. d.Butzd. Ztg", des braunen Gesellen an und gab ihm Quartier.

f Lardenbach, 30. Dez. Einem vielseitigen Bedürfnisse dürfte geeigneten OrteS naher getreten werden. Der Abends um 6,45 Uhr auf Station Mücke cintreffcnde, von Gießen kommende Personenzug Nr. 529 nötigt so manchen Fahrgast, der int An­schluß die Nebenbahn MückeLaubachHungen benutzen muß, bis zum nächsten Zuge, der erst 10,10 Uhr auf Mücke abgeht also über 3 Stunden daselbst zu warten oder, seine Heimreise zu Fuß anzntreten, welch letzttrcs im Winter, resp. bei schlechtem Wetter auch nicht gerade zu den größten Vergnügen gehört. Ta dieser Zug (Nr. 529) von vielen Arbeitern hierorts und Umgegend und auch von denjenigen Seiden, welche in Grünberg ihre Einkäufe .besorgen, meistens benutzt wird, so dürfte cs im allgemeinen Interesse angebracht sein, einen Anschlußzug ein­zulegen. Tiefer gönnte eventuell den Zug Nr. 530, von Fulda kommend, (in Mücke 7,16 Uhr) noch abwartm und so die Passa­giere von diesen zwei Zügen weiter befördern. Vielleicht finden diese Zeilen bei den zuständigen Behörden Gehör, diesem Uebelstand abzuhelfen, welches ihnen sicher den Tank der hiesigen Bevölkerung cinbringen würde.

bundeS, die auch heute noch in engerer Fühlung miteinander stehen und schon einigemal mit den übrigen Mitgliedern des Bundes der Landwirte in Gegensätze geraten sind, z. B. bei den Landwirtschaftskammerwahlen. Uebrigens heißt die Fraktion, der die betr. Abgeordneten emqehören, offiziell Fraktion des Bauernbunde S (Hess. Volkspartei). Die weitere Richtigstel­lung, daß nicht Ockonomierat Lucke, sondern Graf Oriola Vor­sitzender deS Bundes in Hessen ist, ist für die Beurteilung der neuerlichen Differenzen unerheblich. Das in dem oben er­wähnten Artickel abgedruckte Schreiben der Landtagsabgeord­neten fand vom B. d. L. folgende Erwiderung:

Frankfurt a. M., 28. Dez.

Sehr geehrter Herr!

Das von mir an Sie namens des Bundes der Landwirte gerichtete Schreiben vom 14. ds. Mts., welches sich mit der Stellungnahme der Herren Abgeordneten im hessischen Land- ,tagc betreffend Anträge der Sozialdemokraten befchafttgt hat, hat ein Schreiben ausgelöst, welches imter dem 19. Dezember an mich gerichtet worden ist mit der Namensunterschrift von elf Herren Abgeordneten. Tein Inhalte entnimmt der Bund mit Tank und Genugtuung, daß in diesem Schreiben vom 14 ds. Mts. Gesichtspunkte entwickelt sind, welche die Herren als durchaus berechtigt und beachtenswert finden.

Fern gelegen hat es dem Bunde, in dem Schreiben vom 14 ds Mts. den Herren Abgeordneten Vorschriften machen zu wollen, Im Schlußsätze ist ausdrücklich gebeten, daß der In­halt des Schreibens vom 14. ds. Mts. als Anregung zu be­trachten und deshalb in freundliche Erwägung gezogen wer­den möge. Tas Schreiben vom 14. ist der Ausfluß freund­licher. fürsoraendcr Gesinnung zu den Herren Abgeordneten, die ihm a'ngchören, und er bedauert, daß der Inhalt des Schreibens vom 14. anscheinend von Ihnen unliebsam empfun­den ist. Wenn Sie erwägen, daß der Bund durch seine Or­gane und vielfach durch die Aufwendung bedeutsamer Mittel die ihm angehörigen Mitglieder, die sich als treu und zuver­lässig bisher bewährten, zu ihren Mandaten verhalfen und da­her ' auf Gefahren, die ihren Mandaten drohen, aufmerksam macht und sich bemüht, die Mittel und Wege anzugeben, wie diesen Gefahren zu begegnen ist, so ist es eine irrtümliche Un­terstellung, wenn heraus gelesen wird, der Bund wolle den Herren Vorschriften machen. Es ist doch nicht abzuleugnen, daß die Vorgänge im Landtage sehr wohl von den Gegnern, seien sie von links oder rechts kommend, gegen die Herren ausgcnützt werden können, um sie aus ihren Mandaten zu verdräng-'n. Tas kann aber dem Bund nicht gleichgültig sein. Er hält es für seine Pflicht, alles zu tun, um die Herren in ihren Mandaten zu erhalten, und aus diesem Gesichts­punkte heraus ist das Schreiben entstanden.

In vorzüglicher Hochachtung! Carl Lucke.

Diese Stellungnahme des B. d. L. ist den Verhältnissen entsprechend und es liegt durchaus im Interesse der betr. Abgeordneten, daß ihr Verhältnis zum Bund öffentlich klar­gestellt wurde.

Gießener Strafkammer.

= Büdingen, 30. Dez. Zu Gemein derats--

X Gießen, 31. Dez.

Mitgliedern wurden gewählt in Rodenbach: Phil. Heinr. Herrmann, Jakob Berg und Heinr. Hammel. In Hain ch en: Jak. Dillcmuth III., Hrch. Meißner II., Hrch. Dillemuth XIII., Gg- Schäfer II. In Dauernhei m: Gg. Kraft, Hrch. Kvnr. Lehmann und Hrch. Volbrecht. In Oberau: Joh. Konr. Wilh. Wenzel, Johs. Christian Käutz und Joh. Jakob Schäfer. In Illnhausen: Johs. Amend IV., Johs. Müller und Hrch. Spielmann. In Liß- berg: Wilh. Mann, Hrch. Donhof und Hrch. Vogel IV.

0 Marburg, 30. Dez. Im benachbarten Dorfe Wehrda sprang gestern die in den 40er Jahren stehende geistesgestörte Försters Witwe Ling in die dort sehr tiefe Lahn. Die Leiche ist noch nicht gelandet.

Kessilch r Maurrnbnnd und ILund der Landwirte.

Zu dem unter dieser Ueberschrift in Nr. 304 veröffent­lichten Artikel schreibt uns der Bund der Landwirte (Geschäftsstelle Frankfurt), daß es keinen hessischen Bauern­bund gebe. Das ist richtig und auch uns bekannt, es han­delt sich um die Mitglieder des früheren hessischen Bauern-

Als Konzertsängerin entzückte Frau Schlegel-Lutter. Sie sah reizend aus in ihrem Rokokokleidchen, und was sie sang, u. a. das Mignon-Lied, war von weicher und warmer Farbe. Frau Golldini erfreute das Auge durch brillante Tänze.

Die opulente Ausstattung zeigte manches überraschende hübsche Bild, wie Cheristanes erstes Erscheinen vor ihrem Feenschlosse, und die folgende Bergszenerie mitsamt den Nebel­gestalten und dem übrigen wohlgelungenen Kulissenzauber dieser Szene. So ziemlich das Rechte traf man auch in jener blitzerhellten Märchennacht, in der zwei Liebende durch Sturm und Ungewitter und grollende Flut ins Ungewisse fahren; ihrem schwankenden Kahne folgt aber in sicherem Boote notdürftige Armut. Das umspielte Konradin Kreutzers klassische Musik (von unserer Regimentskapelle unter Kapell­meister Weinacks Szepter sehr hübsch ausgeführt) und wenn Rodens schmelzreiche Stimme noch Azurs Lied sang, bann lag man in Banden des Melodrams.

Das Publikum unterhielt sich aufs beste. Ward doch im großen und ganzen unter der Leitung Ba kofs der rechte leichte Ton angeschlagen, wenn auch das österreichische Kolorit nur in den zwei vorzüglichen Chargen von Frau Bons und Gar eis zum Ausdruck kam. Einige kleine Gedächtnis- trübungen und Ungeschicklichkeiten der Statisterie machten sich nicht allzu störend bemerkbar.

Erfolglose Berufung.

Als im letzten Herbst einige Arbeiter damit beschäftigt waren, im Auftrag der Kulturiuspektion an der Wißmarerstraße einen Weg herzustellen, sah der Gärtner I. K. von hier, daß die Ein­friedigung von seinem in der Nähe liegenden Pachtgrundstück be­schädigt war und Pfähle davon aus dem Wege lagen. Da er der Ansicht war, die Arbeiter hätten die Beschädigung angerichtet, schimpfte er auf diese und drohte mit einer Anzeige wegen Sach­beschädigung und Diebstahl. Tie Arbeiter wollten sich dies nicht gefallen lassen und der Arbeiter W. K. von Wiescck sah sich veranlaßt, den Gärtner zur Rede zu stellen. Es entsvann sich ein Wortwechsel, in dessen Verlauf der Gärtner dem Arbeiter mit einer Peitsche mehrmals über den Kopf schlug, waS dieser mit einem Schlag mit einer Flasche auf den Kovf seines Gegners erwiedrte. Ter Gärtner erhob Anzeige bei der Polizei und die Folge davon war, daß eine Anklage wegen gegenseitiger Korververletzung erfolgte, die die Bestrafung des Gärtners mit einer Geldstrafe von 30 Mark und die des Arbeiters zu einer Geldstrafe von 5 Mark nach sich zog. Der Gärtner erhob Berufung, die er mit Notwehr zu begründen suchte. Wie das Schöffengericht, so gelangte auch die Strafkammer zu der Ueberzeugung, daß er die alleinige Ursache an dem Streit war und daß von Notwehr keine Rede sein kann, weshalb das Urteil bestätigt wurde.

Teure Schuhe.

Ter Dienstknecht G. L. aus Ober-Widdersheim war im letzten Herbst einige Tage bei einem Landwirt zu Dortelweil beschäftigt. Er verließ heimlich seinen Dienst und nahm einem -Mitknecht ein paar Schuhe mit. Nachdem er in Wölfersheim wieder Arbeit gefunden hatte, bat er eines Sonntags einen Mitknecht um verschiedene Kleidungsstücke, da er mit solchen schlecht bestellt ivar, indem er angab, er wollte nach Friedberg fahren, um sich Ver­schiedenes einzukaufen. Sein Mitknecht war bereit und bot ihm auch noch seinen Stock, sowie die Taschenuhr mit Kette an, da es sich so besser ausnähme. Dieses war dem rückfälligen Dieb und Betrüger eine erwünschte Gelegenheit. Er verschwand ohne wieder etwas von sich hören zu lassen. Bei der Verhandlmig gab er an, daß ihm sein Dienstherr ein Paar Schuhe angeschafft habe, die er noch abverbienen sollte, er zog es aber vor, die Schuhe seines Muknechls zu nehmen und die neuen zu verkaufen, wie er es auch mit der Uhr und dem Stock getan hat. Er wurde zu 6 Tlonaten Gefängnis abzüglich eines Monats Untersuchungshaft verurteilt.

Ein polnischer Bettler.

Ter Arbeiter I. L. aus Wieluu kRuss.-Polen) bettelte Ende vorigen Monats. Bei dieser Gelegenheit nahm er in einem Hause der Frankfurter straße aus einem offenstehenden Korridor einen Ueber- sieher und einen Hut. Ter Dieb wurde noch am nämlichen Abend in der Herberge festgenommen, wo man Ueberzieher und Hut, sowie sehr viel Bettelgeld bei ihm vor and. Er berief sich auf Trunkenheit m welchem Zustand er auch feine sämtlichen früheren Straftaten verübt haben will und bat um Freisprechung, in dem er sich ver­schwor, daß fein Tropfen Alkohol seine Zunge mehr berühren soll Tie Trunkenheit war aber nicht derart, daß angenommen werden konnte, seine freie Willensbestimmung wäre ausgeschlossen, zumal er einen Fluchtversuch unternahm. Er wurde wegen Diebstahls zu 1 I a h r Gefängnis und wegen Bettelns zu 4 W o ch e n Haft verurteilt.

Dermifdytes.

Su Le." - zuructzusuhren, so werde er demLos Angelos-

-- feüu »mübTungmnfte" nichts Meta'S

Unser kostbares neues Stadttheater zeigte also zu Be­ginn des neuen Jahres denVerschwender". Hoffentlich hat bie größte Verschwenderin, die Zukunft, für unseren Musen- iempel wie für uns noch viele gleich freundliche Ueber- raschungen vorbehalten. p. w.

Öeinrtdj Silienfein : Der große Tag. Schau­spiel m fünf Akten. Verlag von Egon Fleischel u. Co., Berlin k^ge Dichter, denen dramatisches Erstlingswerk Marte Friedhammer" wie über die meisten Bichnen Teutschlands bt£ un,clie gegangen ist, führt uns in diesem neu.sten W.rle hinter die Kulissen der politischen Welt Fm .eines, hohen Regierungsbeamten, ^cr. c*nc Versanungvrewriü in der Suammcr zu vertreten

und durch-ubringen hat. Vor der entscheibenden Debatte, bereit ex^g if)m ba| M?"sterpvrtefeuille sichert, wird seine Position durch private Entlmllungen eines Pa.-.eisrrcbers bedroht; wider seinen Witten aus dem Bereich des kühlen politische:! Kalküls auf sich selbst und ferne wahre Natur zurückgeworfen, kämpft er den Kamps nrn.ch.n a'.^.-.c u>,, C ^.lvstleh'rcschunq zugunsten der letzteren. Tas stofflich, wie man steht, recht feneinte Wert soll demnächst iM Gte^.uer Stadttheatre zur A ' lührung gelangen. ö

* Der Führer der kurhessischen Schwärmer­bewegung, die sich tm Frühjahr und Sommer über Kur- Hessen und die angrenzenden waldeckischen und thüringischen Gebiete verbreitete, der Prediger Heinrich Dail meyer, der auch,um sich eines göttlichen Auftrages zu entledigen", eine Broschüre über jene Bewegung schrieb, erläßt jetzt eineöffentlickse Erklärung m der er u. a. sagt, daß jene religiöse Bewegung von Los Angelos m Kalifornien über Norwegen in Kürhessen ein- aeschleppt worden sei. TerLos Angelos-Geist" sei aber ein Lügengeist, vor dem man ernstlich warnen müsse. Er (Tallmever) sei schuldig daß er dem Zungenrednergeist gegenüber nicht von vornherein die rechte Wachsamkeit besessen und ihn nicht nach J- 4 1 geprüft habe. Nachdem er selbst durch Beugung vor Gott dem Lugengeist entsagt, bittet er alle Seelen, sich dessen Einflüssen gänzlich zu entziehen usw. Er gebe diese Erklärung ohne memchliche Beeinflussung, gewissenshalber, ab, schließt Toll- meher feine Erklärung, und ziehe auch die von ihm zu dieser Sache seinerzeit verfaßten Schriften zurück. Sollte jedoch seine ^reichen, die verirrten Seelen auf den Weg der Wahrheit zuruckzufuhren, >o werde er demLos Anaelos-

Drei fürchterliche Explosionen

haben sich um die Jahreswende zugetragen. In Rom er­folgte am 31. Dezember in dem wegen ber Ultirnoliguidation sehr besuchten Börsengebäude nach offizieller Tarftellung eine heftige Gas-Explosion. Die Glasdecke des Hauptsaalcs wurde zertrümmert. Von den herabftürzenden Trümmern wurden 13 Personen mehr oder weniger schwer verletzt. Auch das.Glasdach des Ncbensaales der Haupthalle wurde zertrümmert;. die Türen wurden herausgerissen, eine Ecke des Saales droht einzustürzen. Ta die Abrechnungszimmer unversehrt sind, wurden Wertstücke nicht beschädigt. Römischen Blättern zufolge handelt es sich um ein A t f c n t a t. Tie Gasleitung war in voller Ordnung, während eine Frau erklärte, kurz vor der Explosion. einen Mann beobachtet zu haben, welcher sich in verdächtiger Weise mit einem Paket int Hintergründe beschäftigte. Die Polizei glaubt, daß dieser Mann der Täter ist. Drei Sch wervcrwundete sind ihren Verletzungen erlegen.

Von privater Seite wird mitgeteilt: ©'gen 4 Uhr nach­mittags, wo zur Winterszeit die Straßen Roms von Spaz'er- gängcrit wimmeln, erdröhnte plötzlich ein furchtbarer Knall, der bis in die fernsten Stadtviertel hörbar war. Gleich estig stieg eine Rauchsäule auf, die den Ort der Katastrophe bezeichnete. Im Nu war die Börse, wo die Explosion stattgefunden hatte, von einer ungeheuren Volksmenge umlagert. Polizei uitb Feuer­wehr drangen in die Säle ein. die gänzlich verwüstet sind. Die Zahl der Verletzten beträgt. 20. Zum Glück sind nur ,die modernen Teile des Gebäudes beschädigt. Tic herrliche Fassade des antiken Neptuntemvlls mit tfir-m 11 g'gant'schen Marmor­säulen, hinter denen sich die moderne Börse verbirgt, ist voll­ständig unversehrt.

In Barcelona ereignete sich am 31. Dezember vor dem Hause San Pabloftraße 40 eine Bomben ex plosion, durch die ein Schutzmann getötet und ein Händler schwer ver­wundet wurde. Tie explodierte Bombe ist eine Art'lteriegranatc und richtete bedeutenden Schaden an. Im nahegelegenen Ly- ceumtheater, wo gerate eine Tannhäuseraufsühmng statt­fand, zerspränge n alle Fensterscheiben , so daß die Vorstellung abgebrochen werden mußte.

Am 31. Dezember hat ans der Carthago-Zeche bci St. Antonie in Neu-Mexiko eine Explosion stattgefunden, bei der 30 Bergleute verschüttet wurden. Man bcfür'tet, daß alle tot sind.

Verlobte: Fräulein Marie Frank in Gießen mit Herrn Christian Günther in Schellnhaufen. Fräulein Lottchen Holl in Stadecken mit Herrn Heinrich Nahrgaug in Ruvvertenrod. Fräulein Emilie Nos in Wolf mit Herrn Nudoss Messer in Büches. Fräulein Anna Bocher in Utphe nvt Herrn Rudolf Harllvich in Bad Salzhaufen. Fräulein Kälcheu Kaltenschnee mit Herrn Richard «Schramm, beide in Büdingen. Fräulein Elfe Niemeyer in Lauterbach mit Herrn Johannes Reith in Fulda. Fräulein Marie Kling in Butzbach nut Herrn Franz Lüft in Frankfurt a. M. Fräulein Karoltne Richter in Butzbach mit Herrn Otto Koch in Leihe,eflerit. Fräulein Margarethe Hanl) mit Herrn Heinrich Häuf er, beide in Nieter-Weisel. Fräulein Emilie Leonhard mit Herrn August Bleugen, beide in Nidda. Fräulein Minna Schuchtzardt mit Herrn Konrad Hermann, beide in Marburg. Fräulein Elssabeth Trettau in Wilhelmsburg mit Herrn Tr. Karl Becker in Harburg b. Hamburg.

Klrd>!id>e Uad?rid>tcne

Israelitische Religiousgemeinde.

Holtesdteml in der Synagoge (Südanlage).

Samstag den 4. Januar 1908;

Vorabend 4.30 Uhr.

Morgens 9.00 Uhr.

Nachmittags 3.30 Uhr.

Sabbatausgang 5.30 Uhr.

Israelitische Religiottsgesellschaft.

Gottesdienst.

Sabbatfeier am 4. Januar 1908:

Freitag abend 4.15 Uhr.

Samstag oormittag 8.30 Uhr. Predigt. 6

Nachmittags 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 5.30 Uhr.

Wochenaottesdienst: morgens 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr.

Meteororo^ische Beobirchtnugen der Station Gießen.

Januar

1908

1.

1. o

2

749,2

5,4

9"

752,7

-6,3

725

756,4

9,7

Höchste Temperatur Niedrigste

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

1

2,2

73

E

4

Bew. Himmel

2,3

82

ENE

4

Klarer Himmel

1,7

77

E

4

"

am 1.2. Januar 5,1 ' C.

1.2. -- 9.6 0 C.

des

Handel

Frankfurter üörse, 2. Januar. 1.15 Uhr.

Beichsanleihe

Nordd. Lloyd

. 104.20

Obeiscliles. Eisen-Industrie 97.00

3% Portugiesen

111

82.50

189 40

115.00

3

121.80 100 90

203 50 184 90 116.70 194.00 217.50

. 154.50

. 126.10

. 228 60 . 137.50 . 170.80 . 138 00 . 199.00

27 75 144.00 117.00

9345

89.50

94.50

143 40

50.90

85.00

62.25

95.30

vro Klasse l7

27.50 -

104.30

143.80

do. Konsols do. Hessen . . Oberbessen

liörse, 2 . . 153 30 . . 125.20 . . 228 20 . . 55.00

137.60

4 >3 °/o russ.Staatsanl. 1905 4^°/0 Japan. Staatsanleihe 1 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose......

1% Griech. Monopol-Aul. . 1% äussere Argentinier .

3°/0 Mexikaner . . . .

4>4o/o Chinesen .

Aktien:

Bochum Guss . .

Buderus E. W. .

Tendenz: schwächer.

Elektnz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schlickert . . . Eschweiler Bergwerk . , Gelsenkirchen Bergwerk Hamburg-Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurabütte ......

Berliner

Canada E. B. . Darmstädter Bank Deutsche Bank Dortmunder-Union C* Dresdner Bank

Tendenz: träge.

Berliner Handelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kominaudit. . Dresdner Bank . Kreditaktieu . . . Baltimore- und Oliio-

Eiseulahu . . . . Gottnardbahn . . . Louiuarü. Eisenbahn Uesterr. Btaatsuuiin . Pnnce-Henn-Eisenbabn

TeSefomscfoe Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgeteüt von der Bank für und Industrie, Giessen.

1 % Öesterr. Goldrente.

41/» % Gesten. Silberrente 4% Ungar Goldrente . . 4?6 Italien. Reute . . , 3% Portugiesen Serie I .

Januar. Anfangskurse, llurpener Berg werk. « Daurahütte . . . . .uinbardeu E. B- . .

Nordd. Lloyd . . . . l'ürkeiüose.....

93.80

82.85

93.95

82.85

92 50

92 00

97 50

98.70

93 65

103.30

63.50

Köniqliche PreüMchUlü^en-Lotterie

Siebung I. Klasse 218. Lotterie am 10. und 11. Januar.

KVmEXmETIO, Mk)20, Mk74Ö-

sind zu berieten durch den

^reukrii.ebcn Lytteier Einnehmer

Buchacker, liessen, Neuen Baue 11