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politische TagLsschcE.
Zwubermärchen em ^auch von Weu/nachtsstrmmulig ver-lFr. L. noch anoere unserer sympathiichen
puren; freundliche überirdische Gewalten greifen in das gesetzt sind, hemmen natürlich uubarmher,
Schicksal des Helden hinein und ihm wird am Schlüsse die Lwru.ni aber ließ sich nur Fr. S. durch i
Belohnung für die Freude am Geben zuteil, die ja den stören? Acuß man denn gerade „wca
Grundzug der eben betätigten Weihuachisfrende wie auch es nicht kamt? Viel richtiger handelte da der acstriaen Neujahrswünsche bildet. Und es steckt neben nel, der, von langer Krankheit Wiede
Wennern", wenn man
n Künstlerinnen aus- _,_v. v__________ ____ , :zig alle Entfaltung.
Äörun! aber ließ sich nur Fr. L. durch den Wiener Dialekt
es nicht kamt ? Viel richtiger handelte da Reimer-Schle- gel, der, von langer Krankheit wieder genesen und bei seinem ersten Auftreten darnach lebhaft begrüßt, den Valentln darstellte. Er verfügt nicht über das Charakteristische des
Aus Sta-t und Land.
12 b c h, 2. Fan. 1908.
Rcchtsschutzstelle für Frauen und Mädchen.
Es wnd und geschrieben: Am 8. Januar roirö in Gießen eine Rechtsfchutzüeüe für Frauen und Mädchen eröffnet werden. Gießen folgt damit dem Beispiel von 54 anderen deutschen Städten, m denen solche Rechtsschutzüellen mit Erfolg tätig sind. In der Rcchisschutznelle wird Frauen und Mädchen durch Frauen unentgeltlich Rat und Auskunft in Rechtssachen erteilt werden. Tenn man hat allseitig die Erfahrung gemacht, daß unbemittelte Frauen sich scheuen, zum Rechts- anwalt zu gehen, teils wegen der hohen Kosten, teils weil sie befürchten, daß ein vielbeschäftigter Anwalt nicht Zeit und Geduld haben wird, ihre umständlichen und vielleicht unklaren Auseinandersetzungen anzuhören. In vielen rechtlichen Fragen wendet sich die Frau auch naturgemäß lieber an eine Frau, bei der sie mehr als bei Männern mitfühlendes Verständnis erwarten kann. Zahlreiche einsichtsvolle und sachverständige Männer, VormundjchaftSrichter, höhere Polizeibeanue u. s. w. rühmen die RechtSschutzsteü als eine segensreiche Einrichtung, die geeignet sei, hilflose Frauen vor den traurigen Folgen der Rechtsuilkenntnis und damit oft vor Elend zu bewahren. Eine vorbeugende und vorsorgende Tätigkeit also wird die Rechtsschutzstelle vor allem entfalten. Immer aber wird ihre Tätigten eine vermittelnde und ausgleichende sein. Die Rechtsschutzstelle befindet sich im Thaer'schen Hause Neuen Baue 25 II. Ihre Sprechstunden werden zunächst wöchentlich einmal, und zwar Mittwochs von 5—7 Uhr, abgehallen werden. .
•• Ueber das Befinden des Großherzogs veröffentlicht die Darmst. Ztg. folgendes Bulletm:
D a r m st a d t, 31. Dezember.
Ter heutige Bericht des Leibarztes Dr. Happel über S. K. H. den Grobherzog lautet: Wundverlaui und Allgemeillbeftuden nach jeder Richlung b e i r i e d i g e n d. Der Reujahrsempsang am 1. Januar 1908 wird wie ungesagt slattstndeu. _____
süddeutschen Humors, der unter Tränen lächelt. Darum ließ er es hübsch bei Seite und blieb merklich seinem sächsischen Stammlande treu; und gab zudem traulich täppische Diener- treue, muntere Einfalt mit all seiner bekannten komischen Beweglichkeit. Sem Humor belebte erfrischend das Emgangs- kouplet, die Szene des berauschten .NächcrS seiner Ehre* war köstlich, das Hobellied rührte die mitempfindenden Hörer aufs Tiefste, und der Augenblick des Wiedersehens nut Flottwell war leicht und glücklich angesetzt, um dann stark und innig zu werden in durchbrechendem Gefühl. Nur hätte, entsprechend den Raimundschen Intentionen, ein bisehen mehr an lauterer Herzensgute und reiner Menschlichkeit auf Kosten der ja äußerst wirksamen Komik tiefere Rührung hervorgerufen. Luise Bons bot als ,altes Weib" ein Meisterstück, das mit Recht stürmischen Beifall auf offener Szene fand. Wie ich höre, soll diese ganz vortreffliche, ja in gewisser Hinsicht geradezu erstklassige konilsche Alte für nächsten Wmter nicht reengagiert worden sein. Läßt sich das vlelleicht^nicht doch noch machen? Den französischen Chevalier gab Schmidt- Pauly, den man noch garmcht so recht kannte, mit prächtigem, feinem Humor, namentlich sehr wohlgelungen im stummen Spiel während des Konzertes. Der junge Herr hatte sich bisher meist nur in recht undankbaren Aufgaben zu versuchen. Gestern sah man, wie er .der Natur bewanderte^, sein freilich noch des letzten, .natürlichen" Schliffes ermangelndes, in der Entwickelung begriffenes hübsches Talent. Ebenso erweckte zum erslenmale Gare iS in der kleinen, aber ganz wohlgelungenen Charge des Baumeisters Jntereffe. Bei konsequenter Selbstzucht vermöchte er wohl ein recht tüchtiger Charalteristiker zu werden. Von eindringlicher und abgerundeter Charakteristik war der Kammerdiener GsellS, der auch den reichen armen Mann aus dem Bereiche des Theaterbösewichts in die lebendige Wirklichkeit zog.
Der verschwimmenden, verfliegenden Feengeslall der Cherislane gab Helene Achterberg ihre auSdruckSfähige, volltöiiige Sprache und ihr starkes Hochgefühl. Roden sprach und sang auch den Azur mit seriöser Diskretion.
Tie Neujayrsfeier im Königlichen Schloße zu Berlin begann, wie üblich, mit dem großen Wecken. In der Schloßkapelle versammelten sich die Fürstlichkeiten, Bevollmäch- tigten des Bnndesrats, bic Generalität, die Minister, Staatssekretäre, Präsidien der Parlamente usw. Um halb 10 Uhr trafen die Majestäten von Potsdam ein, nahmen die Glückwünsche entgegen nnd begaben sich zur Schloßkapclle. Der Kaiser, in großer Gcneralsunisorm, fül-rte die Kaiserin, Prinz Rupprecht von Bayern die Kronprinzessin, der Kronprinz die Prinzessin Eitel Friedrich; andere Fürstlichkeiten, darunter Herzog Albrecht von Württemberg, folgten. Dem Altäre zunächst saßen der Reichskanzler und die Feldmarschälle. D. Dryauder predigte. Nach Schluß des Gottesdienstes begab sich der Hof in den w e i ß e n S a a L Dort fand die Gr a tula t io ns-De s i l ier c o u r vor den Majestäten unter dem Donner eines Saluts im Lustgarten statt. Der Kaiser und die Kaiserin reichten dem Fürsten Bülow die Sxntb. Der Kaiser begrüßte auch die Präsidien der Parlamente. Die Kronprinzessin wohnte der Cour nicht bei. ' Nach der Cour empfing der Kaiser die Botschafter, den Reichskanzler, die Minister, die kommandierenden Genc-
Die Feueressen glühten zwar noch durch Monate in unverminderter Helle sozusagen über den ganzen Erdball, aber es bildete sich eine Preissteigerung erst der Rohmaterialien und schließlich aller Lebensbedürfnisse heraus, daß zuletzt eine Verteuerung der Lebenshaltung sich geltend machte, wie wir sie in diesem Maße selten, wenn überl-aupt je in den letzten 30 Jahren in Deutsch- laitb gesehen haben. Auf diese Weise hat sich in den Monaten Glitte März bis Mitte Oktober auch ein internationaler Konjunkturumschwmig vollzogen, der eben jetzt erst recht in vollster Entwicklung begriffen ist, in den wir mit aller Kraft hineinge^ogen und gerüttelt wurden, ohne jedoch von unserer Stärke allzuviel zu verlieren, von unserer Widerstandsfähigveit das Beste, die Zähigkeit, einzubüßen. Die Warnung, die im März die Deutsche Bank in ihrer ordentlichen Generalversammlung ergehen ließ und die auf „Einschränkung und Sparsamkeit" hinauslief, ist beherzigt worden und hatte zur Folge, daß die deutsche Kapital- kraft den schweren Stürmen des Herbstes und Winters besseren Widerstand zu leisten vermochte. Allerdings haben Kurskorrekturen nach unten stattgesunden, wie wir sie bis jetzt nur in der Zeit der schweren Krisis von 1901 gesehen haben, wo Ueberspekülation und Ueberproduktion ihre Ursachen waren. In der diesmaligen kritischen Zeit, die ja auch heute noch besteht, kann von beiden feine Rede sein. Wir haben teilgenommen an der Weltwirtschaft, wir haben daraus den Gewinn gezogen und haben nun auch mit den Schaden zu erleiden. Es hat eine Ueberanspannung der Kräfte, der Kapitalien und der Kredite stattgesunden. Diese Ueberanipannung mußte in dem Lande der ungeordneten Geld Verhältnisse zur vorübergehenden Zersetzung aller Handelsgepflogenheiten führen und so ist Amerika wieder einmal zu einer Gefahr für Europa geworden. Die rapiden Goldentziehungen durch Amerika haben in allenHauptiändern Europas heillose Verwirrung an- gerichlet und speziell Deutschland wäre wahrscheinlich jetzt schon mit der geübten Sparsamkeit und Einschränkung
GLetzener StcrdtLheater.
Der Verschwender.
Zaubermärchen in 3 Aufzügen von F. Raimund.
Als erste Vorstellung im neuen Jahre ging Raimunds „Verschwender"" über die Bretter unseres neuen Stadttheaters. „Der Verschwender" ist die letzte und beste Schöpfung des österreichischen Volksdichters Raimund, der vom Konditorlehrling zum Poeten und Liebling des Volkes avancierte. Dieser in gewisser Weise seinem größeren Lands- manne Grillparzer fast ebenbürtige Dichter gehört, wie Prof. Rich. M. Meyer in seiner „Deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts" sehr richtig sagt, zu der geringen Zahl naiver Genies der deutschen Literatur. Wie Grillparzers, so lebte auch sein cdles Herz außerhalb der realen Welt. In seinem eigentlichen Meisterwerke, dem Bühnenmärchen „Mpeukönig und Menschenfeind", zeichnete er sein eigenes Ebenbild, den menschenseindliä)en Baron Rappelkopf, der aus der ^.bgrundtiefen Verderbtheit der „Gesellschaft" in die Zauberwelt der Berge flüchtet. Und schließlich ward tu ihm, dem empfindsam gütigen und schüchternen Lebens- slüchtling, der „Rappelkopf" so mächtig, daß er, der Tau- sende tausendmal herzlich erheitert hatte, durch den Weib gleichstrebender Spötter, namentlich Nestroys, verbittert, auf der Höhe seines Ruhmes in einer grausig en Gewitternacht fern von der Welt sich selber den Tod gab ... .
Raimunds Werke atmen unverwüstlichen Humor und — wenigstens teilweise — unbestreitbare Lebenswahrheit. Er kannte die deutsche Volksseele und weiß sie heute noch, 75 Jahre nach dem Erscheinen seiner berühmtesten Dichtung, zu paaen. Seiner phantastischen Laune ist ebenso das sichere Auge für das szenisch Wirksame (war er doch viele Jahre Mitglied und schließlich Leiter einer Wiener Volksbühne), wie der tiefe Blick in das Menschenherz gepaart. Deshalb zählten die Raimundschen Stücke früher zu den beliebtesten eines Theaterrepertoires. Wenn sie heutzutage zu- , weilen wieder der Vergessenheit entrissen werden, so ist das ein Zeichen dafür, daß das Volk immer noch Freude hat an tuidlicher Reinheit, daß der Geschmack für naive Phantastik immer noch eine außerordentliche Leb entkräft besitzt. Immer noch besteht der „Verschwender , um mit Kleist zu reden, die Feuerprobe (Kleist gab )einem raum minder phantastischen, aber dichterisch turmhoch derber stehenden „Kätchen" diesen Untertitel). Sieht man sich die Erscheinungen des Bühnenmarktes unserer Tage an, so erblickt man wahrlich nicht viele darunter, denen man eine Lebensdauer von drei Vierteljahrhunderten veryeißeu möchte. _ , ,
Zum Beschlüsse dieser Reihe festlicher Tage eignet sich jedensalls dieses Stück nicht übel. Läßt sich doch M diesem
Aus MrLschiftsjahr 1907.
Reich wie iuchige an Ereignissen und an Enttäuschungen ist daS Jahr 1907 gewesen. Mit der vollen Zuversicht oer Fortdauer der glänzenden Konjunktur trat der größte Teil der Geschäftswelt in das neue Jahr, zumal ziemlich allgemein erwartet mürbe, bas außerordentliche Anziehen des Diskontsatzes — Reichsbanldiskont 7 Proz., Darlehenszinsfuß 8 Proz. — würde rasch wieder einem flüssigeren Geldstand weichen. Dies war nun schon einmal nicht der Fall, beim unter 5y3 Proz. ist ber Wechselzins in biefem Jahre überhaupt nicht gegangen und unter einem normalen Zinsfuß versteht ber deutsche Geschäftsmann 4 Proz. Sehr selten zwar gebraucht, aber doch schon gepräg. war in den letzten Monaten hc? Jahres 1906 das Wort: „U e b e r a n s P an - nun g". Und als sich im ersten Monat des Berichtsjahres die Zinsrate nur sehr zögernd nach abwärts bewegte, die Kurse ber tonangebenden Jndustriepapiere on den Hauptbörsen an manchen Lagen bedenkliche Rückgänge erfuhren, auch die deutschen Staatsfonds eine Steigung nach abwärts zeigten, die dem Finanzmann als ein Zeichen der Zeit galt, den mittleren und kleineren Kapitalisten aber sehr erschreckte, da galt es fast überall außer in den Fabrikanten- treijen als sicher, daß der Gipfel der Hrchkonjunktur über» fchruten sei, wenn sich auch fürs erste der Kamps aus der Oberfläche halten würde.
ber gestrigen Neujahrswünsche bildet, aller fabelhaften Romantik vornehmlich in den prächtigen Volksszenen des Stückes doch viel echte Poesie und ein kräftiger dramatischer Kern.
Die Technik ist ja da und dort zeitlich recht verblichen. Aber man suhlt doch immer noch die sein umflorten Reize ber Raimundschen Kunst und ihre resignierte Fröhlichkeit, ihr hold bescheidenes Sachen. Außerdem gibt das Stück, in dem Wort und Ton und Ausstattung so wie so schon zu einem reizvollen Ganzen, einer Art Gesamtkunstwerk im kleinen, zusammenwirken, noch besondere Gelegenheit, daß alle Kunstgattungen der Bühne vereint in Tätigkeit treten können. An manchen Bühnen zieht die grande töte illustre in Flottweils Schlosse durch das reiche Programm einer eingeschobenen Konzertsoiröe sogar mehr als die Origmal- teile des „Verschwenders".
Das soll trotz des recht liebevoll behandelten musikalisch- balettistischen Intermezzos von ber gestrigen Aufführung nicht gesagt sein; das zahlreiche Publikum ermüdete den ganzen Abend nicht in seinen Beifallsbezeigungen, obwohl „der Verschwender" über 3y2 Stunden seine Gaben verstreute! Eine etwas überreichliche Kunstverabreichung!
Der Eigenart der Raimundschen Bühnenfiguren steht die gegenwärtige Schauspielkunst in gewisser Weise entfremdet gegenüber. Das zeigt sich heute namentlich bei den Darstellern der steifleinenen Raimundschen Gesellschafts- nienschen. Die Dramatiker unserer Lage charakterijieren ja ganz unverhältnismäßig eindringlicher. Zu Raimunds Zeiten war man, was die Charakteristik au betrifft, weil anspruchsloser, hielt sich an eine oder em paar hervorstechende Eigenschaften und blieb sonst ganz an ber Oberfläche haften. Dem Darsteller lag es ob, reifere Atenschlich- teit daraus erst zu gestalten. Mit nur einer oder ein paar Eigenschaften aber wissen unsere heutigen Darsteller nichts Rechtes anzusangen. So kam es auch, daß cm so trefflicher ilüuftter wie Goll selbst nicht fteudetrunkenen Leichtsinn, den schwärmerischen Taumel des genießend beglüdenben Verschwenders traf. Er war ein sehr liebenswürdiger mo- berner Lebemann im Kostüm der Biebermaler, freilich ein wenig schlver, aber von guter Haltung und vieler Wärme. Im 3. Akte traf er die Intentionen des Dichters aufs beste. Auch Marie Lauter mann fand sich nickst recht in den breiten, derben Humor ber öiosel ein. Daran mag freilich zu nicht kleinern Teile ihre bisher außerordentlich seltene Beschäfligniig jchuw. 1cm. Lüüge, dEU äußer
Paroleausgabe stattsand. Es folgten militärifche Meldungen. Der St1 r i e g § m i n i ft e r erhielt bas Großkreuz des Roten Adlerordens. Nach einem Vorbeimarsch ber Ehrenkompagnie kehrte der Kaiser ins Schloß zurück, wo Frühstückstafel stattfand.
Personalnachrichten.
Der „Reichsan^r-cr" meidet: Dem Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts Dr. Peters wurde die nachgesuchte Entlassung ans dem Staatsdienste mit Pension unter Verleihung £ne3 Charakters als wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Erzellenz erteilt. Der Präsident der Hauptverivaltung der Staatsschulden v. Bitter wurde zumPräsidenten des Oberverwaltungsgerichts, Unterstaatssekretär des Ministeriums des Innern v. D i s ch o f f s h a u s e n wurde zum Präsidenten der Hauptverwaltung der Staatsschulden, Regierungsvräsident Ho l tz- Oppeln zum Unterstaat;sekretär des Mmifteriums des Innern und zum wirklichen Geheimen OberregierungSrat mit dem Range eines Rats erster Klasse ernannt — Die Karlsruher Zeitung" veröffentlicht die Ernennung des Grafen And la w zum Obersthofmeister der Großherzogin Luise, des Hofuiarfckstills Freiherrn v. Freysteot zum Oberhofmarschall, der Oberhofmeister in Freifrau von La Roche-Starkenfels zur Oberhofmeisterin ber Groß- herzogin Hilda.
<ms den Kalamitäten herauch die durch eine etwas zu ra[e und bic Admirale mit Prinz Heinrich an der Spitze, weit gegangene Expansion auf industriellem Gebiete hervor- um i Uhr begab sich der Kaiser, vom Publikum lebhaft gerufen wurde, wenn der amerikanische Kupserschwindel,, begrüßt, mit den Söhnen zu Fuß ins Z e u g h a u s, wo
die leichtsinnige Wirtschaft vieler Lrustgesellschaften, kurz, die echt amerikanische Gewissenlosigkeit nicht den tnter= nationalen Geldmarkt aufs äußerste irritiert hätte.
Eine wirkliche Wendung zum bessern wird in Amerika wie überall erst dann eintreten können, wenn noch für einige Zeit, auch im Weltverkehr, Enthaltsamkeit und Sparsamkeit geübt wird. Bei uns hat man den Sturm, der über das Wirtschaftsleben hereinbrauste, sehr ernst genommen und deshalb sind wir der Ueberzeugung, daß eine Klärung der Verhältnisse jetzt schon in voller Vorbereitung ist. In der Hüttenindi'strie narb durch Preisabschläge der beränScrten Lage Rechnung zu tragen gesucht. Es sind, zum Teil wenigstens, bereits jetzt Pre-.sgrundlagen geschaffen, auf denen sich wieder eine Belebung des Geschäfts entwickeln kann. In den letzten Tagen des alten Jabres zeigte sich bereits auch, daß der Geldmarkt einer Erleichterung entgegengeht, ober man wird trotzdem nicht ,ungeduldig werden dürfen. Wir haben es ja weniger mit einer Spetulationskrise als mit einer Art Vertrauenskrise zu tun. DaS Vertrauen sehlt und aus diesem Grunde wird sich der Geldmarkt auch nur langsam erholen, zumal zu befürchten steht, daß die amerikanische Konsolibierung noch manche Rückfälle, wenn auck) nicht mehr sehr schlimmer Art, durchzumacheii haben wirb. Was würde die Welt dazu sagen, wenn an ber Börse von London oder Berlin Bargeld ein Spezialagio behänge und reguläre Zinsen mit Schuldverschreibungen bezahlt würden!
Also niuß man immerhin zugeben, daß die Krankheit, die den Körper der Börse heimsuchte, sehr schwerer Art war und ihre Teilung Zeit erfordert. Und wir in Deutschland haben zu ermanen, daß das Jal)r 1908 voraussichtlich weitweniger glänzend au-Sjalten wird, als das Jahr 1907 trotz allem immerhin noch ausgefallen ist. Wir werden weniger einzunehmen, aber auch weniger auszugeben haben. Die Wechselkredite werben elngeschräntt werden und Geld wird sich wieder ansammeln, zumal es ja nicht vom Erdboden verschwunden ist, auch in Amerika nicht. Die bedeutenden Summen, die hinübergegangen find, werden zum Teil ihren Weg wieder nach Europa und somit neue fruchtbringende Verwertung finden.
Zweites
Blatt
158. Jahrgang
Nr. 1
Erscheint IStzNch mit Ausnahme de? Sonntags.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Sckml- stratze 7. Expedition und Verlag: 5£
Redaktion: E-E112. Tel.-AdmAnzeigerGieben.
Die „Siehener §ami!iendlätter- werden dem „Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Areirdlatt für den Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Selb fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Donnersrag 2. Jamrar 1908
<#^6. /fis AA Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schm Tt * Universums - Buch- und Steindruckerei.
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