fcujamnten daran zu arbeiten, das; da:- Luftschiff dem praf* xi scheu Leben dienstbar gemacht wird.
Bon besonderer Bedeutung ist ein überaus herzliches und anerkennende: Telegramm ces Erbauersdcsfr an- -üsischenLuftl'chi'feS „Ville dePans"Henrv Stapfe* rer, das in deutscher lieben- ung rote folgt lautet ..Gestatten Sie mir, Ihnen die .'fühle lebhafter Bewunderung Uber Ihre stolze fahr: und Ihre bedeutsam c; r ,ic dar- zubringen. Ich verbinde damit inetn tiefstes Mitgefühl mit dem verhängnisvollen Zufall und wünschSie mochten bald den Erfolg in der friedlichen Eroberung finden, welche wir alle anstreben." vftcht minder beriltd) ist das Telegramm des 'Präsidenten Jacob vom oelgi scheu Aeroklub. Zu den wärmsten Dorten bekundet er feine Teilnahme an dem traurigen Ereignis und sagt, der Graf möge sich nicht entmutigen lassen. TaS Luftschiff habe die Beweise der Vollkommenheit in weitestem Maße erbracht. Er hoffe, daß dem (Grafen die Mittel zur Verfügung gestellt werden, die chm die Weiterführung Der Versuche in weitestem Um* fange ermöglichen.
Gegenüber diesen Kundgebungen des zum Teil „feinb* lichen" Auslandes, macht einen seltsamen Eindruck, ein „Sachversländiacn-«Gutachten" des vauptmannS a. D. Krogh tm „Derl Lokalanz.", das in Friedrichshafen unbändige Heiterkeit hervorgerufen hat.
Komitees nab Aufrufe.
Ein deutsches Reichskomitee für Aufbringung einer Ehrengabe des gesamten deutschen Volkes für den «Grafen Zeppelin zum Bau eines neuen Luftschiffes erlaßt einen vom Kr o nprinze n als Ehrenpräfidenten unterzeichneten Aufruf zur Einsendung von Beiträgen nach Berlin, Alsen^Straße 10.
In dem Aufruf heißt eS: „Jeder Deutsche trägt zu möglichst schneller Beschaffung eines deutschen Luftschiffes bei, indem er einen Betrag an die Sammelstelle des deutschen Reichs-.'iomitees in Berlin sendet Wir müssen den einmal gewonnenen Borsprung im Kampfe um die Beherrschung des Luftmeeres unter allen Umständen behaupten"
Einen Aufruf an Deutschland veröffentlicht ferner Ernst v. Wildenbruch Es heißt darin: ,Laßt uns zusammenstehen, alle Deutsche, Alt und Jung, Groß und Klein und Mann und Weid zu einer großen, gemeinsamen nationalen Tat. Laßt uns Zeppelin helfen! Freude wird ausgehen von dein freudigen Tun, lvieder in die Lufle steigen das lenkbare Schiff, und das Land, tn dem heute Seufzen und Klagen herrscht, wird widerhallen von dem Fubel eines einmütigen Volkes, das sich selber el/rte, indem eS seinem großen Sohn Ehre erwies."
Die vereinigte Schuljugend der Stadt Konstanz erläßt einen Aufruf an die gesamte Schuljugend Süddeutschlands mit der Bitte um Beiträge für Zeppelin.
Spenden und Ehrungen.
Die Sammlungen vcrsorectien ein wohl nie vorher erreichte Resultat Diele Betrage fonunen von Deutschen im Auslande. Der König von Württemberg hat der Rationalspendc 20000 Mk. KUwcisen Urifen-
Tie Sammlung des Gießener Anzeigers.
Bücher quittiert 257.50. L Friedrich, Darmstadt 2 Mk., eine Lehrerin 10 Mk., Dr. P. 20 Mk., G. Brucl 10 Mk., DirrNvr Eluaitrll 10 Mk, A. Quentcll 2 Mk., von Gästen im Schipka- paß gesammelt 7 Mk., 'IL 3 Mk., Sammlung in Reichelsheim rScttermi) durch 'Avvthcker Henipel, 1. Rate 1835 Mk, Pft. S. in W. 5 Mk., Professor Dr. P. Utetschmar 10 Mk., „Illtro fliwiitan- Iiidisch-Evang Vereinigung" 5 Mk», Dr. R. 2 Mk, L. Schubaker 1 Mk-, £). Sch. 3 Mk., Ungenannt 2 Mk., L. ft. 2 Mk-, Dr Z. 10 Mk., L. Kämm ich 10 Mk., A. Tr. 5 Mk., »Professor W. SieverS 10 Mk , Prv' Dr. König 100 Mk., £>ili» gnrb König 10 Mk, Wolfgang König 10 Mk- Zusammen »54 85 Mk.
Die Sammlungen in Darmstadt haben bereits über 25 000 Mark ergeben Die Bank für Haiid.'l und Industrie zeichnete 10 000 Mk, ihr Direktor 1000 Mk Die Grotzh. Bürgermeisterei erließ einen allgemeinen Ausruf zur sofortigen Sammlung von Beiträgen. Die Wormser Sladtverordnetenversanimlung bt> ivifligte <5000 Mk zur Errichtung eines neuen Luftschiffes- Ferner wurde dem Grafen Zeppelin telegraphisch von seiner Er- öienmnig -um Ehrenbürger der Stadt Worms Mitteilung gemacht. An privaten Spenden gingen dort bisher 3500 Mk- ein, weitere 3000 Mk. wurden dort in einer Volksversammlung gesammelt.
An der Berliner Börse bat die Sammlung bisher 155 000 <DloH ergeben. Von den Dresdener Banken gingen rund 40 000 Mk ein, im Königreich Sachsen insgesamt 100000 Mk. lIn Baden-Baden hat eine zur ürut iveilendc Dame 50000 Mk. gespendet. In Speyer wurden in einer Volksversammlung 1400 Mk. gesammelt- Der in Nürnberg erscheinende „F-ränk. Kurier" spendete 2000 Mk, die Bonner Stadtverordneten be>- mjilligten 5000 Mk. Ter Breslauer Magistrat befduloß, 10 000 Äiark *u stiften. Bei der Geschäftsstelle ber „Schles- Zlg." sind 7800 Mark eingegangen. Der Magistrat der Stadt Bochum biiöilhgte 15(MX) Mark. Tie Firma Rudolf Hcrtzog in Berlin übergab dem Bürgermeister Reiche für Die große Zemxlin-Svende 10(XK) Mark. Krupp von Bohlen-Halbach in Efsen Ixit 100 000 Mark gestiftet. Die Stadtverordneten Essens bewilligten 10 000 Mark.
Dom Luflstottenvereio.
Mannheim, 7. August Für die große Sammlung, wclclK alS Nationalspcnde für den Grasen Zeppelin geplant ist, laufen bei dem Deutschen Luftflottenverein, Zentrale Mannheim, fortwährend aus allen Gauen Deutschlands Beträge ein. Zn vielen Städten sind Ortsgruppen des Deutschen Luftflotte «Vereins entstanden oder int Entstehen begriffen, die mit Begeisterung an dem großen nationalen Werk mitarbeiten Der Deutsche Luftslotten- vcrein beabsichtigt, nachdem die Sammlung geschlossen und du-.- Gesamtergebnis jeder ein Btzuh in
künstlerisch hübscher Ausführung anzulegen, in welcl-er die einzelnen Städte alphabetisch geordnet aufgeführt und für jede Stabt entweder die einzelnen Spender mit den Beträgen oder die Gesamtsummen der einzelnen Zeichnungs- fteTlcn eingegangenen Beträge angegeben werden. Dieses Buch soll dann mit der ?kttionalspende zusammen dem Grafen Zeppelin überreicht werden. Der Deutsche Lufd- flottenverein bat ein Komitee ins Leben gerufen, dem bis jetzt bereits beigetreten sind: Prinz Maz von Baden, Prinz Wilhelm von Sachsen-Weimar, Prinz Viktor Salvator von Isenburg, ferner die babrieben E-zeUenzen Mtni- sterialPräsident v Marschall, v. Brauer, Staatsminister v. Bodman, Staat smtnister v. Dusch, v. Bado, Dr. 'Jäcolai und v Neusser, Regierungspräsident der Pfalz.
Spekulierende Amerikaner
Dem verdicnstvoll.il Mitaio.. i rivlm £ beringe- uinir Dürr, ist aus Amerika ein verlock, ndes Angebot gemacht luctbOL Eine Gruppe von Kapualiftcn hat ihm
2 Millionen Mark an geboten (!!), nxntn er nach New- ftd kommen will, um dort den Ban eines Luftschiffes zu leiten. Dürr, der mit Zeppelins Unternehmen auf bar- engste verwachsen ist, hat die Offerte nicht akzeptiert. Alpeostag.
Mit der Absicht, die geiamicn Alpen zu überfliegen, wird, wie aus Innsbruck gemeldet wird, am IQ. August von Tr. Brockelrnann und Hauptmann Härtel ein Baslonauf stieg unternommen. Für diesen Aufstieg wird der 1700 Kbm. große Ballon der Firma A ‘ttebinger zur Verfügung stehen Die Fahrt soll lfauptfächlich zum Zwecke photographischer Aufnahmen unternommen werden.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 8. August 1908.
— Auszeichnung. Ter Großherzog hat dem Ober- briefträger Ludwig KnauS in Büdingen zum 1. August das Allgemeine Ehrenzeichen mit dec Inschrift „Für langjährige treue Dienste* verliehen. — Ucbertcag en wurde am 4. August d. I. dem SchulamtSasprranten Adolf Schlierbach auS Roth (TillkreiS) die Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu M'.tterShausen, KreiS Heppenheim. — Ucberiragen wurde am 5. August d. I. dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Heldmann auS Affolterbach, KreiS Heppenheim, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Siedelsbrunn, KreiS Heppenheim.
— Von derBadenburg. Ter Personenzng 1039a, der abends 6 Uhr 15 Mm. in Lollar abgeht und 6 Uhr 28 Mm. in Gießen ankommt, hält ab Sonntag den 9. d. M. nach Bedarf an der Badenburg. Besuchern der letzteren ist hierdurch Gelegenheit gegeben, zur Rückkehr die Bahn zu benutzen. Zum Hinweg kann der Pcrsonenzug 795, der 2 Uhr 3 Min. nachmittags in Gießen abgeht und ebenfalls nach Bedarf an der Badenburg hält, benutzt werden.
-TaS Fest der goldenen Hochzeit feiern heute der Bahnschloffer Konrad Breitstadt und seine Iran, Anna Elisabeth, geb. Weber, wohnhaft Wctzstcinstraße 46. Im Namen der Stadt überreichte Herr Beigeordneter Keller dem Jubelpaare bie Summe von 150 Mk. auS decStistung der Stadt Gießen vom 15. Juni 1879 zur Erinnerung an die goldene Hochzeit des ersten deutschen KaiferpaareS. Vorn KreiSanite wurde dem Jubelpaare cm Bild des Groß- Herzogs überreicht.
— Anlagemuslk am Sonntag, 9. Aug., 11.30 Uhr oorm. in der Süd-Anlage. Spielplan: 1. Öuoerture zur Oper „Die Felscninühle*, von Reißiger. 2. Küsten ist feine Sünb! Walzerlied von EySler. 3. Phantasie a. d. Ballet- Pantomime „In der Waldschenke* von Förster. 4. Jubiläums« Marsch von Strauße.
•• Kolosseum. Tie Direktion teilt unS soeben mit, daß sie bei dem Gastspiel Mizi-Gizi, vielen Wünschen entsprechend, keine erhöhten Preise nimmt. Mizi-Gizi wird, wie überall, so auch hier schnell die Gunst deS Publikums erobern. Tie „Düsseldorfer Zeitung* fchreibt über Mizi-Gizi wie wlgl: Aber so recht zur Apollothealerslnninnng kam c» erst, alS Alizi-Gizi, die unübertreffliche Vorlragskünstlerm, in einem famosen politischen Stimmungsbild erklärte, daß sie Schwarzleher nicht dulde. Und dieser liebenswürdige und humorsprnhende Schalk brachte eS im Handumdrehen fertig, daß, wer noch eben .schwarz gesehen', nun allcfl im rofuifien Lichte erblickte. Ter nicht endende Applaus zwang Fräulein Mizi, noch zwei Lieder als Zugabe zu fingen und schließlich auch noch eine schaurigschöne Ballade von der Schwiegermutter zu deklamieren. ES war ein wirtlicher Genuß.
)( Klein-Linden, 7. Aug. Die Vorbereitungen zu der am 9. August ftattfinbenbeii 1. Ober hessischen Bezirk s k a n i n ch c u s ch a u sind in Dollem Gange. Rach den eingelausciicn Anmeldungen ber 6 hessischen Vereine, welche bem Mittelbcutschcn Kaninchen-Züchter Verbanb angehören, verspricht bie Ausstellung etwas für Ldcrhessen einzigartiges zu werben. Kauflicbhaber werben in jeber Weise befriebigt werben. Ten geehrten Tanten sei bie Abteilung Pelzwaren, gefertigt von An ton Weber, Aue (Erzgebirge), sowie Züchter Sonimerlab, Grvßcn-Linben, zur Bejichtigung empfohlen. Alles Mhere im Heuligen Inserat.
(?) Trais-Horloff, 6. Aug. Als Direktor ber hiesigen Brikett fabrik „Fr iebr ich" ist Herr Berg- Ingenieur W, Schissmann aus Hungen angeftellt worben und ist bereits in seinem Amte tätig.
(?) Nieder-Bessingcn, L. Ang. Der am vorigen Freitag in bie Gießener Klinik verbrachte Sohn bes Forst- warts Bley von hier, dem burch unvorsichtiAcs Umgehen mit einem Flobertgewehr eine Stugel in bie Seite ging, ist bort seiner schweren Verletzung erlegen. Allgemein ist bie Teilnahme, bie man ber Familie bes auf so traurige Weise aus bem Leden Gelchiedenen entgegenbringt..
Laubach, 7. Ang. Bei einer Probe deS hiesigen Turnvereins brach die gestellte vierstöckige Pyramide zusammen, so daß die Teilnehmer übereinander kugelten. Dabet zog sich der Turner F. D. eine Verletzung an ber Stirn zu, so daß er nach Hause getragen und mehrere Tage daS Bett hüten mußte. Die am letzten Sonntag geplante Aufführung auf bem Ramberg mußte daher verschoben werden.
Schotten, 7. Aug. In dieser Woche weilte hier ein russischer Lehrer, deffen Urgroßeltern auS Schotten flammen, der Vater ein Kromm, die Mutter eine geb. JlgeS. Dieselben sind unter der Kaiserin Katharina II., reg. von 1762 bis 1796, geb. Prinzessin von Anhalt-Zerbst, nach Rußland auSgewandert und ließen sich im Gouvernement Saratow an der Wolga nieder. Mit jenen wanderten damals noch viele auS hiesiger Gegend und von Schotten auS und cS entstand dort eine Kolonie, welche den Namen Jagod- naya Polyana, auf Deutsch Erdbeerenfeld, erhielt. Außer oben genannten gibt eS dort noch eine Menge von Namen, die auf Echottener, refp. deutsche Abstammung führen, z. B. Weitz, Schmidt, Fuchs, Spamer, Lautenschläger, AßmuS, Kornschuh, Meute!, Müller. Der Ort zählt 10 000 Ein- wohner, welche alle deutsch sind und unter sich den Schottener Dialekt sprechen. Lehrer Theophil Kromm macht emen fünf« wöchigen Kursus m Witzenhausen bei Kastel mit noch sechs russisch-deutichen Lehrern durch, um sich tm Deutschen noch bester ouSzubrloen. tLchott. KrciSbl.)
R.-B. Darmstadt, 7. Aug. Prof. Jos. M. Olbrich, der sich seit einigen Wochen zu seiner Erholung im „Weißen Hirsch* dc. Dresden befand, ist dort anfangs der Woche nicht unbedenklich erkrankt und mußte sich vorgestern einer schweren l peration unterziehen, die >edoch, wie hierher gelangte Mitteilungen besagen, einen glücklichen Verlauf ge- nommen haben soll.
ei x fl r m fto b *, 7. Aug Einem Schlaganfall erleg c u ui DtuL mtj 0>,, Uhr der Staiuinrvorüchei 1. kiaiie, Rechi.uugsra: Jakob Heuß, ein in roeüen nrriien brlanutct und bt-Lu-bta Bcamtcr.
X. O ff en d a cd a. M., 8. Aug. Tas hier vom 5. bis 12 Juli stattgefundene 23. Bcrbandssckießen des babifd-en Landes - Sck'ü envere.ns, des pfälzischen und minelrheinischen Sctnri. .nbunbes schloß mi: einem Fehlbeträge von etwa 8000 Mark ab. Tie Garanticfonbs- zeichner werden mit 10 Prozent berangc ogen.
a. Krofdorf, 6. Aug. Wie überall m der Umgegend der Landwirt dieses Jahr eine reiche Getreideernte macht, M so ist'S auch hier. Tagtäglich sieht man viele schwere Lener- I wagen mit dem Getreide z» den beiden Dreschmaschinen fahren, wo eS in dem weiten Rachen deS TreichivagenS verschwindet und als gedroschenes Stroh auS dem Selbstbinder abgenommen wird. Heutzutage läßt auch jeder kleine Landwirt sein ganzes Getreide auf der Maschine dreschen. Mußte doch der Bauer in früheren Jahren, wo alles mit bem Flegel gedroschen wurde, sich b:S um die Weihnachten herum daran zu schaffen machen, 'Arbeit, die heute in wenigen Stunden gemacht ist. Die andern Feldsrüchte, Kartoffeln, Tickwurz usw. fallen zum Teil auch sehr gut auS. Auch die Obsternte liefert in manchen Bereichen ganz schöne Ertrage, nur die Zwetschen fallen sehr gering aus, so daß die so sehr degehnen Zwetschenkuchen in mancher Familie ganz fehlen werden. — Für den nächsten Sonntag hat der Turnverein in Gießen einen AuSslug nach Burg Gleiberg geplant, wo von 4 Uhr ab Konzert, Turnuoungen, Kinderspiele usw. uattfinben sollen und am Abend Tanz. Bei em» tretender Dunkelheit soll die Rurne bengalisch beleuchtet werden. — Kürzlich wurde hier eine Bekanntmachung erlassen, wonach alle tn diesem Herbst und Winter Dorgenommcnen HauSschlachtungen die betreffenden Trere vom Fletschbeschaner untersucht werden müffen, eine Einrichtung, die nur begrüßt werden kann.
sfc. Biedenkopf', 7. Aug. T<r Kreistag hat für < den hiesigen iirciS die Uinsa 7 - und Wertzuwachs- j ftcuer beschlossen.
4- Frankfurt a. TI., 7. Aug. Gestern abend stießen auf dem Hauptbahnhose zwei Leerwagenzüge zusammen. Zwei Wagen entgleisten, vier Wagen und eine Rangier-Lokomotive wurden beschädigt. Verletzt ist niemand, Materialschaden gering. — Aus einem Spazierritt Bürgte gestern vormittag Jntendanturrat Münch so unglücklich vom Pferde, daß er eine Gehirnerschütterung und äußere Kops- Verletzungen erlitt. Münch wurde m die Borkenheimerfch« Klinik gebracht.
(fc.) Frankfurt a. M., 7. Aug. Im Alter von 74 Jahren verstarb gestern abend kur; nach 9 Uhr ganz unerwartet Ldcrkonsiswrialrat Pfarrer i. P D. Ehlers, einer der beliebtesten und angesehensten t^istlichen Frankfurts. Rudolf Ehlers war am 30. März 1834 in Hamburg geboren, studierte in Heidelberg, Berlin und Göttingen und übernahm 1859 gleichzeitig die Pfarrftellen der lmlferischen । und reformierten Gemeinde zu Stolberg bei Aachen mit bem Auftrage, beibe Gemeinben ber Union zuzusühren. 1864 folgte er, ber aus ber lutherischen Kirche jur rheinischen Union gegangen, einem Rufe an bie evangelisclf-reformierte Gemeinbe zu Frankfurt a. M., ber einstiyen Fluchtlings- gemeinbe, die mit ganzer Entschiedenheit sich feit 1617 auf den Boden der evangelischen Union gestellt. 1878 wurde er als Mitglied des reformierten Ä'onmionumS zum Kvn- fiftorialrat, 1903 zum Stellvertreter des ILonsistvrialpräfie deuten ernannt. Die Universität Jena verlieh ihm den theologischen Doktorhut.
(fc.) Eassel, 7. Aug. Die Weilse der neuen Fahn« für bas 15. und 16. Armeekorps findet am Sonntag den 23. August hier in Ämvesenheit des SfaiferS, ber Kaiserin, bes Großherzogs von Baben, bc? Königs von Württemberg unb bc*3 Prinzen Lubwig von Bayern auf bem Friedrichs- Platz statt.
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R. B- Tarmstadl, 7. Aua. Die Fcrienstrafkammer hatte sich heute, wie bereits lelegraphiich gemeldet, unter Vorsitz bei Herrn Landgericbtsdirckior Dr. 3 immer mann mit jener Säbel- affaire zu beschäftigen, bie der Schutzmann Schmunk gelegentlich des Offenbacher Schützenjesbs anstiftete. Der AngcNagic Friedrich Schmunk, geb. 17. August 187a ui Roßdorf, batte in der 'Jladn jinn 11. Juli bis Mitternacht auf dem Festplatz Dienst und bo- schloß dann, sich zu mmijicren. Er trank versänedene Gläser Wein und Bier und belästigte im angetrunkenen Zustand in un- sfttlicher Weise einige Damen. Als die Begleiter der Damen, die Lehrer Lang und Schuch und Kaufmann Braß den Schutzmann zur Rede stellten unb mb seine Unverschämtheiten verbaten, wg derselbe seinen Säbel unb schlug ohne weiteres auf bie Rächst- stehenden ein. Herr Braß erlitt dabei eine schrvere Berletzuna an der Hand, indem ihni zivei Finger zerschlagen rouroen unb eine Wunde am linken Ohr und auch zwei Damen wurden durch Säbelhiebe am Kops und Ohr erheblich verletzt. Der Schutzmann flüchtete nach der Tat in die Groß'sche Wirtschaft, wo er von dem Bruder der einen beleidigten Damen zur Rede gt» stellt wurde, und, nach seiner Runnner gefragt, eine falsche Stn» gäbe machte Zu der heutigen Verhandlung ivanm 22 Zeug« geladen, von denen indes nur die HÄfte Dcmommcn wurde. Durch die ZeiigenauSsagen wurde der vorstehend geschilderte Sachverhalt im vollen Umfang bestätigt- Der Angeklagte, der uch früher mit sinnloser Trunkenheit entschuldigte, stellte heute die Bedmlptung auf, daß er von allen Seilen mnbnmgt worden sei und in 9Lotwehr gehandelt habe. Staatsanwaltsvertreter De- Eallmann führte als besonders stvaferschwcrend für ben 'Jingo- Nagten aus, daß derselbe '.Rann, der zum Schutze des Publikum» Mid zur ÄufrrdxierbaUung der Ordnung berufen gcnvfai sei. sich in so unerhörter Weise gegen das Publikum benahm, daß e» vor ihm Schutz suchen muß. Ferner habe der AngeNagte auch versucht, feine Straftaten auf einen anderen abzuwälzen, vor allem aber falle dos unglaublich rohe und >reche Benehmen dev Schitz- manneS anständigcn Damen gegenüber in» Gewicht. E» käme» im ganzen drei verschiedene vanblungen von oorjatzlich schierer Körperverletzung m Berracln, für welche er «ne Gesamtstrafe von einem Jahr Gefängnis, sowie eine cnritncdxntx Buße für die Verletzten beantrage Der GerichtSho' erkannte den Angv- Nagten der vorsätzlichen schweren Körperverletzung nach z 223a. jK 23 l u. a für fdjulbig und verurteilte ihn bem Äiurag bei SraaiSanwallS gemäß zu einem Jahr Gefängnis sowie zur Tragung der Kvsten. Ferner wurde der AnzeNagte verurteilt, bem Kaufmann Braß eine Buße von 300 Mk. unb brr Witwe Börner eine solche von 60 Mk zu zahlen Taö ebafalll verletzte Frl. Lang pcriubtae auf eine Budzahlung Der An- geNagtc erkannte da» Urteil an
Pcrmikltis.
• Vergiftungen Im Aknen Hotel „Harzburger Hof" zu Harzburg sind etwa 40 Personen des P<-rsonal» unter schweren Vergismngserscheniungen erkrankt M^rere schweben m Lebensgefahr Von den zur Jtur im Hotel wohnenden Personen ist niemand in Mitleidenschaft gezogen Die Erkrankungen sind daraus zurückzufiihren, daß eine Fleischmasse, vermischt mit Geslugelleber, schon am Vormittag jur das Personal hergerichtet »var. Es wurde jc st gestellt, daß die Leder tm Laufe bes Tages infolge bet
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