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Ter rote Bart.
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äng-Göns.
kretion als Leutnant.
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Gießener Strafkamnier.
)( Gießen, 7. Jan. Wegen Richterbeleidigllng.
Das hiesige Schösfengericht hatte den S ch r i f t st e l l e r E L von Heidelberg wegen Beleidigung des Amtsgerichtsrats Dr. Sch. zu Marburg in eine Geldstrafe von 100 Mk verurteilt. Infolge Berufung des Angeklagten, deren sich die Staatsanwaltschaft vorsorglich anschloß, hatte sich die Strafkammer mit der Sache zu beschäftigen. Nach den Feststellungen hatte der Angeklagte gegen den Marburger Borschußverein wegen einer lleinen Forderung einen Prozeß gefüllt und sich durch einen hiesigen Anwalt vertreten lassen, der seinerseits einen Saarburger Anwalt substituierte. Der Prozeß wurde nicht ganz nach einem Wunsch entschieden und so kam es, daß er die Kostenforderung seines Anwalts nicht anerkannte, was einen weiteren Prozeß zwischen seinem Anwalt und ihm zur Folge hatte, der
zu behende, fand den treffenden herb verschlossenen Ton und eine halb abwesende Haltung für die Daisy. Dieses tief- düstere Stücklein wirkte von allen am stärksten, nicht zum wenigsten infolge der in der Hauptsache durchaus einheitlich gestimmten Darstellung. Auch die hier sehr nette, einfache Frau BonL und die Herren Sachs und Gsell, dieser als Fachmann in Leichenbestattuug freilich noch ohne genügende Beherrschung seines Textes, fügten sich mit Verständnis in das Milieu.
hiesigen Obstbaumanlagen aufgehängt. Auch fanden zwei Futterhäuschen dahier Aufstellung, in denen die gefiederten Sänger in diesem Winter gefüttert werden. Der rührige Verein geht mit dem Gedanken um, mit Beginn des Frühjahrs größere Vogelherbergen zu errichten.
r. Steinheim b. Hungen, 7. Jau. Hier wurde heute einer Frau von einer Kuh ein Auge ausgestoßen, Als die Frau dem Tier einen Eimer vorstellen wollte, erhob die Ki?h den Kopf und stieß ihr ins Auge. Die verletzte Frau wurde in die Klinik nach Gießen verbracht.
= Homberg a. d. Ohm, 7. Jan. Die hiesige ge- meinnützige Baugenossenschaft wird in diesem Jahr vier einstöckige Wohnhäuser errichten.
tf) Alsfeld, 7. Jan. Heute wurden die neugewählten Stadtvorstandsmitglieder im Beisein des Kreisrats eingewiesen und verpflichtet. Auch wurde die Errichtung eines neuen Lehrerseminars vom Stadt-! rat erörtert; man steht dem Projekt sehr sympathisch gegenüber, doch dürfte unsere Stadt wenig Aussicht haben, Seminarort zu tperden, zumal sie erst voriges Jahr die Oberrealschule erhielt. — Die Spar- und Leihkasse zu Deckenbach hat sich aufgelöst, der über der Kasse schwebende Genossenschaftsprozeß ist noch nicht zu Ende. — Ein gemeinsames Telephonnetz soll für die Orte
hanH« damit wird neuerdings von einer Begegnungdes Zaren mit dem Könige von Italien gesprochen.
Sofia, 7. Jan. Der wegen Beteiligung an der Ermordung Sarafows in Untersuchung befindliche Führer der Sandanski-Äruppe, Wasiljew, beging S e l b st m o r d.
Dem Landwirt Gg. P. III. von Ruppertsburg waren letzten Herbst Dickwurz von seinem Acker gestohlen ivorden. äußerte deshalb eines Tages, die dicken Acuckenbauern, die ihre Mucken nichts zu fressen hätten, seien die Diebe; dem ~ dem roten Bart traue er nicht. Der rotbärtige A. H., der Schweinezüchter ist, fühlte sich beleidigt, da nach feiner Ansicht er der einzige Muckenbauer in Ruppertsburg ist, der einen roten Bart trägt. Am Schöffengericht sagten aber verschiedene Zeugen aus, daß noch mehrere Schweinezüchter in Rupperts- burg existierten, die rote Bärte tragen, und da aus nichts weiterem zu erkennen war, daß der Kläger gemeint sei, erging Freispruch. In der Berufungsinstanz wies aber der Kläger nach, daß er der einzige Muckenbauer in Ruppertsburg ist, der einen roten Bart trägt; die anderen hatten zwar früher auch rote Bärte, diese sind aber jetzt grau. Seine Berufung hatte den Erfolg, daß der Angeklagte zu 10 Mk. Geldstrafe verurteilt wurde.
aber als armer Student wohltuenden burschikosen Humor. In der Staffage waren namentlich Marie Lautermann ilnd Frieda Haas famos als Liiidenwirtin und Kellnerin.
So ward denn dem so ungleichwectigen Abend zu einem befriedigenden Abschluß verholfen.
Kein Zweifel: alle diese unechten „Rosen" Sudermanns werden früher welken, als es dem Autor lieb sein kann! Roch sind die Tage der „Rosen", aber wie lange noch!
P. W.
Höingen, Haanhausen, Gontershausen und Deckenbach errichtet werden. Die meisten Orte des Kreises besitzen bereits Fernsprechleitungen.
R. B. Darmstadt, 7. Jan. Das heute morgen plötzlich eingetretene Glatteis verursachte im Laufe des Tages hier eine ganze Reihe von Unfällen, zum Teil sehr schwerer Art. So stürzte am Vormittag der frühere Rektor der Technischen Hochschule, Geh. Hofrat Prof. Dr. Friedrich Dingeldey, als er sich auf dem Wege zur Hochschule befand, so unglücklich zur Erde, daß er sich eine ernste Gehirnerschütterung zuzog. Nach der heute abend abgegebenen Erklärung des Arztes soll glücklicherweise eine Lebensgefahr nicht mehr vorhanden sein. Auch der frühere Musikalienhändler, jetzige Rentner Georg Thies, glitt, als er sich aus seiner Wohnung zu einer Gerichtssitzung als Schöffe begeben wollte, in der Elisa- bethenstraße aus und schlug mit dem Kopf so schwer auf das Straßenpflaster, daß er eine stark blutende Wunde sowie einen Schädelbruch und wahrscheinlich auch noch eine Gehirnerschütterung davontrug.
+ Fellingshausen, 6. Jan. Im Laufe des nächsten Sommers feiert der hiesige Turn-Verein sein 2 5jähriges Stiftungsfest, verbunden mit Fahnenweihe. Die Lieferung der Fahne die in künstlerischer Weise hergestellt werden soll; wurde der Fahnenfirma Hisgen, Lich übertragen.
w. Frankfurt a. jL, 7. Jan. Die Stadtverordnetenversammlung trat heute in die allgemeine Besprechung des Haushaltsplanes ein. Dabei fprachen sich die Redner aller Parteien g e g e n den Plan aus, die Au t o - mobilrennbahn im Taunus aus städtischen Mitteln zu unterstützen. Die Besprechung des Haushaltungs- plaues wurde in vierstündiger Sitzung zu Ende geführt. — In der H o h e u st a u s e n ft r a ß e wuroe gestern abend durch den 30 Jähre alten, mit Zuchthaus bestraften Otto Beudig aus Marienwerder an zwei Damen ein frecher Raubanfall verübt. Er warf die eine Dame zur Erde und suchte ihr das Portemonnaie zu entreißen. Die andere Dame schlug mit dem Schirm auf den Räuber ein. Ter Täter, der flüchtig ging, konnte verhaftet werden.
anftalteten, seitdem sich der Akademische Gesangverein und die Trautmann'sche Kammermusikvereinigung mit uns zusammengeschlossen haben, ein Konzert weniger als früher, näm- lich 10 statt deren früher 11. Unter den 10 Konzerten befinden sich in der Regel 4 Konzerte mit Orchester, deren Unkosten fo erheblich sind, daß int Durchschnitt der letzten 3 Jahre an jedem Orchesterkonzert ca. 835 Mk. als Fehlbetrag zu decken bleiben, muckst an vier solchen Konzerten 3840 Mk. f.eniger als zwei Orchester- und zwei Chor-Orchesterkonzerte im Fahre kann man füglich nicht veranstalten; unser Pnbtikum beweist damit schon eine Genügsamkeit, unser Verein eine Selbstbeschränkung, die an der äußersten Grenze stehen. Um den Fehlbetrag einigermaßen zur Deckung zu bringen — ganz gelingt dies nur durch außergewöhnliche Zuwendungen oder ungewöhnlich günstige Zufälligkeiten — reickien die sechs anderen Konzerte nicht einmal hin, obwohl an jedem Ueberschnsse erzielt iverden und zwar an den Solistenabenden im Durchschnitt der letzten drei Jahre je 509 Mk., an den Kammennusikabenden je 37V Mk. Hieraus kann Jedermann ersehen, daß wir an der Minimalzahl Don 10 Konzerten festhalten müssen und wir dürfen erwarten, daß jeder einsichtige F-reund guter Musik uns unterstützen wird. Es kommt hinzu, daß sich die von uns veranstalteten Konzerte über den Zeitraum von % Jahren verteilen, denn wir haben z. B. jetzt un laufenden Winterhalbjahr nur noch drei Konzerte (12. Jan. eine Kammermusik, an der als Solist Herr Otto Schwendh, ein Bruder des Herrn Oberleutnants Schwendh, mitwirkt; 2. Febr. Liederabend des wohlbekannten Dr. L. Wülluer und 23. Febr. Or- chelterkonzert unter Mitwirkung des Herrn Wilhelm Backhaus, der mit sensationellem Erfolge vor zwei Jahren bei uns konzertierte). Die letzten beiden Konzerte werden erst im Mai 1908 stattfinden. — Es ist ferner das unbegründete Gerücht verbreitet, daß für unsere Konzerte nur noch wenige Plätze frei feien; wäre dieses Gerücht wahr, so wären wir in der Lage, un- sere Unfo|ten zu decken, da unsere Platzpreise so kalkuliert sind, daß wir gerade auskämen, wenn etwa alle Plätze im Abonnement vergeben wären. Es ist dies jedoch mit noch nicht der Hälfte der Plätze der Fäll. Da unsere Mitglieder in dankenswertester Weise gerade die teuersten Plätze vorzugsweise belegt haben, so sind unsere Preise im Durchsainitt etwa drei Mark für den Platz, numeriert und außer Abonnement. Im Abonnement haben wir in diesem Jahr sogar Plätze numeriert in allerdings beschränkter Zahl zum Einheitssatz von nur 1 Mk. verabfolgt. Es stehen somit noch reichlich Plätze zu mäßigen Preisen zur Verfügung, so daß wir für unsere wahrhast erst- tlaisigen Konzerte berechtigter Weise erwarten können, von allen Seiten unterstützt zu werden. Wir bitten um dm Zuspruch, den untere Konzerte im vollsten Maße verdienen.
** Nachdem die h e s s iscye Z e n t r u m s p a r t e i in den einzelnen Wahlkreisen ihre Neuorganisation durchge- sührt hat, findet am Donnerstag, 9. Jan., nachm. 2 Uhr, in M a i n z eine Sitzungdesr:andeskomitees statt. Dre Tagesordnung lautet: Konstituierung des Landes- komttees. Erläuterung zum § 13 der Statuten. Wahl des Landesausschusses. Beratung über anderweitige Ausgestaltung des Generalsekretariats. Beschaffung der Mittel für die Landesorganisation. Verschiedenes.
**Der Verkauf des Gasthauses zum Löwen, über den wir in Nr. 300 vom 21. Dez. berichteten, erfolgte nicht, wie infolge eines Schreibfehlers berichtet wurde, an die Spar- und Leihkasse Lei die Spar- und Darlehenskasse zu ___________
Kirch-Göns, 7. Jan. Auf Veranlassung des hiesigen Vogelschutz-, Gartenball- und Blumenschmuckvereins wurden kurz vor Weihnachten 6 0 Nist käst en, die nach Anleitung des Freiherrn v. Berlepsch gefertigt morden sind, in den
Aus StuSt un- Land.
Gießen, 8. Januar.
*• Die letzte Opernvorstellung ist für Freitag den 24. Jan. in Aussicht genommen. Zur Alifführung gelangt durch die Darmstädter Hofoper und Hofmusik ,Fra Diavolo*, komische Oper von Aliber. Zu den Festlichkeiten, die am 11. Jan. anläßlich der Einweihung des neuen Hoftheaters in Weimar stattfinden, hat der Großherzog von Weimar auch den Direktor unseres Stadttheaters mit einer Einladung beehrt. Herr Steingoetter wird der Einladung Folge leisten.
** Der Gießener Ko^zertverein schreibt uns: Es ist dem Verein der gänzlich unbegründete Vorwurf gemacht worden, daß er zu viel Konzerte veranstalte. Es muß diesem Vorwurfe einmal öffentlich entgegengetreten iverden. Wir ver-
schuldigung zu, daß er von einer an sein Eigentum grenzenden iskalischen Wiese das Gras von 100 Quadratmetern gemäht und entwendet habe. Da er die Tat leugnete und es nicht ausge- chlossen erschien, daß ein anderer die Tat verübt hat, wurde einem Einspruch stattgegeben und er vom Forstgericht freigesprochen. Auf Betreiben der Forstbehörde erhob die Staatsanwaltschaft Berufung, die sich hauptsächlich darauf stützte, daß der Sohn des Angeklagten dem Forstwart zugestanden hatte, ein Vater habe das Gras gemäht. Da dieser aber angab, die erteilte Auskunft habe sich nicht auf das Mähen der fiskalischen Wiese, sondern auf das der Wiese seines Vaters bezogen, blieb auch in der Berufungsinstanz beim Freispruch.
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_ .** .Der frühere Gießener Theaterdirektor
x 1 e<T* . . s Großenhain int Könige. Sachsen kommt heute die Kunde, baß dort an den Folgen des im dortigen Theaier aus- gebrochenen Brandunglücks, von dem loir seinerzeit berichteten, mifer iruherer -Lheaierdireklor Kr.he, der dort als Kapellmeister Mngierte, ums lieben gekommen ist. Das Großenhainer Stadt- iheaker ist bekanntlich durch eine Explosion vollfommeii zerstört worden. Mit zwei Trompetern des dortigen Husarenregnnents war, nDolC|öb?ma §s9emC n^l!röc' auch der Kapellmeister Kruse schwer m hTm ~ie ^tüdung gab indeß keinerlei Anhalt dazu,
in dem Verletzten unseren irtiheren Theaterleiter zu vermuten, oiel- ntuBter mau (i|mel)mcii, der dort verwundete Kruse {et üUiU- enähü murhp6^lick) heraus, was damals hier gleich
V ba|3 row m bem nuu Verstorbenen den Tod des r9 är innrlipn9nom5 uou Dwettor Helm zu betrauern haben. Gemütsart „nn ^°nn S°n x*r' schlichter Denk- und Geb un? X angenehmen formen und freundlicher, humaner chara^ttervoller ^eaterkapellmeisler, em gesetzter und
öclms Sw Ä lemeni Theatervollchen. Wad) dem Fortgänge ftch nnb & nfi?h?leV -enU9C allein die Tirektion mu Um- arkerer nnh Jmb ^cmd, um alsdann einem Manne von buehor den Thealerkultur, unserem jetzigen Theater-
imipron.' s ■ äst raumen. Er verband sich mit Gerlach ^"m damaligen Heldendarsteller, und bildete mit ihm eine Wohnsitzwahrend Frau und Tochter hier ihren Unh-rnp^hn.on °U de" heutigen Tag behalten haben. Doch diesem
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Nahezu vollkommen erfaßt waren auch die Hauptrollen der „Slargot*. Aber Toni Sy 1 va vermochte uns hier doch nicht so ganz von dem restlosen Verstehen ihrer Aufgabe zu überzeugen. Die Margot ist doch noch nicht die zur vollen Erkenntnis ihrer selbst Gereifte; es steckt vielmehr noch viel ihr nur halb Bewußtes m ihrem dämmernden Intellekt, -sie tastete noch nach ihrer Seele. Und sie ward auch noch nicht ganz zur Reinkultur der schrankenlosen femininen Sexua- Utäi. Frl. S. gab, namentlich nn müden Tonfall, viel Lelbstbeivußtes, ja weltkluq Ueberlegenes, was doch nicht ganz zu diesem immerhin doch, trotz aller Erfahrung, jungen und nicht gar so schlimmen Dmge paßte. Doch erhielt, wcks viel wert ist, die doch nur konstruierte Gestalt Leben'durch sie, und manche innere Dissonanz wurde von ihr gelöst — Goll hatte hier das Prototyp edler Männlichkeit zu repräsentieren. Er tat das mit Anstand und Würde. Helene Schumann dagegen wußte mit ihrer Aufgabe als bekümmerte Mutter nicht den rechten schlichten innigen Ton zu treffen. Sie sprach zumeist - wie Frl. Syloa bisweilen — trotz hörbaren Bemühens darum, ohne den rechten Widerhall seelischen Empsindens, so daß man den Eindruck des Theatralischen nicht los wurde.
Ton- Sylvas .ferne Prinzessin' war weit gelungener Hier war sie von entzückender schlichter Anmut, dabei rührend resigniert. Rur m ihrer Toilette nichts weniger als ein „armes Hascherl'. Lmdermann schreibt ein .sehr einfaches ^ockcnkle.d" vor! Ihr hochelegantes Kostüm wirft ja das ganze Mißverständnis über den Haufen! Das Schleppende war bet dieser schwächlichen Prinzeß ja wohl beabsichtigt. Immerhin ist ihr zu raten, ihrer Gangart be-
ab wie der Mensch seine Handschuhe. Das rosa angestrichene Geplauder der Hochgeborenen mit dem niederen Staubgeborenen ist recht niedlich und schließlich will sie ihm zur Erinnerung an die so unhöfisch zwanglos nette Stunde eine Nose schenken. Doch nur eine künstliche ist da, an ihrem Hute. Sie kann nur diese reichen, als ein Symbol dafür, baß nur das Unechte nicht welkt, weil es nur aus der Ein- bildung erwächst. Er aber verschmäht sie.....
Die Darstellung der drei Stücke bot viel Lobenswertes, -owohl in der ganzen Auffassung von feiten der Spielleitung,' aiS in mancher Emzelleistung. Nur durch die zuweilen allzu diskrete Behandlung des Dialogs in den Einführungsszenen ber beiben ersten Stücke ging manches verloren, was zum Verständnis des folgenden unbedingt vom Auditorium gehört werben muß. Ein so geschickter Techniker auf dramatischem Gebiete wie S. läßt seine Figuren nichts sprechen, was überflüssig sein könnte. Nun war es ja zweifellos von der Spielleitung, die Dir. Steingoetter in Händen hatte, ganz fein gedacht, daß die delikaten Enthüllungen über Margot im Anwaltszimmer nicht für die Ohren der im Nebenzunmer zu denkenden Schreiber bestimmt und obendrein die Geständnisse einer schmerzgeprüften Mutter nicht hinauszuschreien sind; daß ferner die Unterhaltungen in einem Trauerhaufe mit gedampfter Stimme gepflogen werden. Rian hatte wohl so etwas rote hingehauchte Seelengespräche im Sinne. Doch war andererseits hmioieberum mit dem ausgesprochen katarhalischen Abend zu rechnen, der eine üble Unruhe ins Publikum brachte, von der vieles hinroeggehustet und -geräuspert wurde Jedenfalls wurde das so bisweilen bis zur Unoer,ländlichkeit gesteigerte Geflüster vielfach recht unliebfam empfunden und gab sogar zu lautem Unwillensrufe Älnlaß.
Fein temperierte Seelenenthüllungen diskretester Art zu geben, ohne unverständlich zu werde.., gelang gestern weitaus am besten State Car düng. Sie war beim „letzten Bc'Mch" am Sarge des verbotener Liebe zum Opfer ae- faUenen Offiziers wer dachte dabei gestern nicht an das entsetzliche Drama von Aüenstein! — von feinster Distinktion und fesselndster Zurückhaltung. Hier zeigte sie, die sonst zu übelsten Aufgaben Verurteilte, ihr ganzes, starkes Können ihren Geist, ihre Klugheit. Roden war von nobler TlS-1
Dora O r m o nt, die gar so selten sondere Aufmerksamkeit zu schenken. Roben hätte auch noch v mehr den „schlechten Schnetber" markieren können, entfaltete
hier verhanbelt wurde. Im Verlaufe dieses Prozesses machte er wiederholt Eingaben und schrieb im Hinblick auf die in Marburg erlassene Entscheidung u. a.: „Es erging ein Urteil, welches geradezu einen Schandfleck für die deutsche Rechtsprechung bedeutet. Es enthält neben einer direkten Unwahrheit eine ganze Reihe von Verdrehungen und Entstellungen der Wahrheit. Dazu ist noch eine gefälschte Urkunde als Beweismittel zugelassen worden. Ucbcr 100 Mark sind mir seitdem für dieses Rechtsbeugungsurteil von der Justiz erpreßt worden." In einer anderen Eingabe kommt die Stelle vor: „Dieses Marburger Urteil ist für meine Person gleichbedeutend mit einem moralischen Mord gegenüber der beklagten Partei." Am Schöfsengericht brachte er wie in der Berufungsinstanz vor, die Aeiißerungen hätten sich nicht auf den Richter, sondern auf die Gegenpartei und ihren Anwalt bezogen. Diese hätten Tatsachen verdreht und bewußte Unwahrheiten ausgestellt, durch die der Richter irregeleitet worden sei. Beide Instanzen waren einig, daß die Aeußerungen des Angeklagten die schwersten Beleidigungen, die einem Richter gemach! werden können, enthalten. Er sollte aber trotzdem milde behandelt werden, da er die Eingaben in großer Aufregung verfaßt hat, und er sich durch Schicksalsschläge überall zurückgesetzt, gekränkt und beleidigt fühlt. Es wurde ihm deshalb die Alöglichkeit gelassen, seine Handlung mit einer Geldstrafe zu sühnen. Vor dem Berufungsgericht wurde ihm noch vorgehalten, es könne kein Zweifel daran bestehen, daß er mit feiner Äeußerrmg Sen Richter treffen wollte. Nachdem die Staatsanwaltschaft erklärt hatte, sie wolle von ihrer Berufung feinen Gebrauch machen, bestätigte die Strafkammer das Urteil unter Verwerfung der Berufung des Angeklagten.
Em netter Mieter.
Der Erdarbeiter &. V. aus Mailand, der bei Anlegung der Soll ar er Wasserleitung beschäftigt war, hat sich cyt drei Kindern des Wirts, bei dein er wobitte, in unsittlicher Weise vergangen, nachdem er sie unter Anbieten von Süßigkeiten auf fein Zimmer gelockt hatte. Wegen seines eigentümlichen Benehmens nahm die Untersuchungsbehörde Veranlassung, den wegen Sittlichkeitsverbrechens bereits vorbestraften Angeklagten auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. Der «Sachverständige bezeichnete ihn als einen durch Trunksucht heruntergekommenen Willensschwächen Menschen, der aber doch für seine Handlungen verantwortlich zu machen ist. Es wurden ihm mildernde Umstände zugebilligt und wegen eines vollendeten Sittlichkeitsverbrechens auf 6, wegen eines Versuchs auf 4 und wegen eines Falles, in dem nur eine Beleidigung erblickt wurde, auf 2 Monate Gefängnis erkannt. Diese Strafen wurden auf eine Gesamtstrafe von 9 Monaten Gefängnis reduziert und dem Angeklagten 2 Monate Untersuchungshaft angerechnet.
Diebslablsvirsuch.
Nach Verbüßung einer längeren Strafe kam der Tag- löhner W. W. von hier aus der Strafanstalt Preungesheim durch hiesige Stadt und begab sich nach Geilshausen in die Wohnung seines Onkels. Während sich die Bewohner beim Viehfüttern befanden, gelangte er unbemerkt in das im 2. Stock liegende Wohnzimmer, in dem sich ein Schrank, in dem Geld aufbewahrt wurde, befand. Mit einem vorgefundenen Bügelrost zwängte er die Schranktüre auf. Er wurde bei feiner Arbeit zweimal gestört und flüchtete sich jedesmal unter ein Bett. Schließlich wurde er bemerkt und verhaftet. Er wurde wegen D i e b - stahlsversuchs zu 9 Monaten Gesän gnis verurteilt.
Eine Freisprechung.
Dem 3 immer m elfter Hch. Sch. von Ulfa ging. ein Strafbefehl über 6 Mk. und 3 Mk. Schadenersatz unter der An-


