Ausgabe 
5.9.1907 Zweites Blatt
 
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Foulard ° Seide 95 n.

Zollfrei! Muster an Jedermann!

Seidenfabrikt. Hciineben-g, Zürich. söniT-

unsere Bitte hm sind uns für die Brandbe- schädigten zu Herbstein von allen Seiten, von Bchördev und Privatpersonen, Korporationen und Vereinen Kirche - mit Gemeindevorstanden so viele Gaben an Geld und NatnraUen Lebensmitteln, Kleidern und Bettwäsche usw, zugegangen das wir uns dadurch instand gesetzt sehen, der dringendsten Not steuern Indem wer deshalb von weiteren Zusendungen ar ^nEuralien, Stabern und dgl. abzusehen bitten, danken wir aller giitigen Spendern herzlichst für die uns bewiesene freundliche RrnnM &erelt§ bezw, unseren bedürftigen

Brandbeschadigten noch zugedachten Geldspenden bitten wir bald­möglichst an unsere Adresse gelangen zu lassen

Sei^eV"rt(aDB^Menk °ni 3. September 1907.

Ter ^^^usschust für tue Brandbeschädigten.

Bon Bechtold Großh. Kreisrat (Lauterbach), Cramer, Großh. Amtsrichter.

Taus, kathol. Pfarrer.

Säbel, Gemeinderat.

;=5- ' u d " ger, Gemeinderat.

v- Ji u b I, Beigeordneter.

Schneider, Bürgermeister.

Z r n n, evang. Pfarrer.

H. W.

Liv An trog ar'N?" Mch heit äbgelehnt-

Beichsanleihe

92.95

3

3 X7<

96

141.40

92.5(

Tendenz: schwächer.

4 4'

4

4

3

114.5t

100.9(

82.50

61.90

94.90

. 195.6(

. 220.2t

. 151.2.

. 126.31 f;

. 223.8* |

. 140 5t |

. 168.3t

. 137.51

. 199.2; 8

. 195.0(

. 220.3C

. 31.10

. 112.90

. 140.71

do. Konsols do. Hessen Oberhessen

4^°/0 russ.Staatsanl. 1905 4^ü/0 japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose......

4% Gricch. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . « .

4J^°/O Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss.....

Buderus E. W. . . .

Tendenz : schwächer.

Elektriz. Lahmeyer Elektriz. Schnckert

, ZuTode hat der Bergmann Stemler in K l e i n -N o s s e l n bet Wen sein eigenes erst einige Monate altes Kind rniß- ?^.ub,elt Er war kürzlich verhaftet worden, weil er seine Isiahrlge Frau sehr schlecht behandelt hatte. Während seiner Haft lief nun eine anonyme Anzeige ein, daß er auch sein Kind, das im Juli gestorben war, zu Tode gemartert habe Daraufhin wurde die kleine Leiche ausgegraben, und die Unter­suchung ergab, daß dem Kinde vier Nippen, das linke Bein zweimal und das rechte einmal infolge von Mißhandlungen gebrochen waren.

66.00

66.50

91.30

89.40

Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat. Bank .

Diskonto-Koinmandit. .

Dresdner Bank . .

Kreditaktien.....

Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn .....

Gottbardbahn . . , Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staats bahn . . * Pnncc-Henri-Eisenbahn .

207.20 114,80

Börse,

. 165.40 . 126.20 . 223.40 . 66.60

137.50

5. Sept. Anlangskurse Harptmer Bergwerk. Laurahütte . . Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd . . , Türkenlose . . . .

3131

140.3t

126,5t.

Berliner

Canada E. B.....

Darmstädter Bank . .

Deutsche Bank . . .

Dortmunder-Union C. .

Dresdner Bank . . .

rittst nnd wis?en?ch<ast.

,TerMünchener Post" zufolge hat Kaiser Wilhelm den architektonischen Entwurf des ausgezeichneten Münchener Bild­hauers Professor Hildebrand für den Neubau der Schack- l- l ie* unk des daranstoßenden preußischen Gesandtschafts- gebaudes kurzerhand zurückgewiesen und auch das Gesuch des Künstlers rim eine Audienz zur Erläuterung seiner Pläne Ü & Tie Wahl des Kaisers sei auf einen Architekten

der Münchener Bauflrma Heilmann u. Littmann gefallen, dessen : xC.a er .ö0,m Kaiser und der Kaiserin noch viel- 1 a ch korrigiert ivorden seien.

82.25

93.40

82.30 91.30

89.50 98.20

98 00 92.85

In Stuttgart war der Besitzer der WirtschaftZum Bubenbad zur Reinigung in eine Abortgrube gestiegen: er wurde von Gasen betäubt. Sein Schwager wollte ihn retten und wurde ebenfalls betäubt. Beide wurden durch die Berufs- Feuerwehr als Leichen aus dem Schacht gezogen.

Em schwerer Nadunfall ereignete sich bei Aachen infolge der Fahrlässigkeit eines Fuhrmanns. In Weismes fuhren auf der Landstraße zwei Brüder mit ihren Rädern in ern Fuhrwerk, das ohne Beleuchtung die Chaussee entlang fuhr Der lungere, eui Student, wurde sofort getötet, der ältere erlitt schwere innere Verletzungeü.

Bei Arnstein (Hannover) stürzte ein Ulan durch einen unglücklichen Zufall in seine eigene Lanze und war sofort t o t.

96 Gestern Goldrente

*/6 % Oesterr. Silberrente 96 Ungar. Goldrente . . 96 Italien. Bente . . .

Tie letzte Abteilung bestand in einem wundervoll mit Gemüse und Früchten arrangierten Geschäftswagen des Herrn Joh. Hankel, der von dem Sohn des Eigentümers gelenkt wurde, während dessen Töchterchen als Dame der Halle gekleidet, neben dem Bruder aus dem Bock Platz ge- nommcn hatte. Bäckermeister Georg Forbach zeigte seinen GejchaftSwagen, der von einem flotten Braunen gezogen wurde. Tie Eigentümer der Fuhrwerke und Pferde erhielten lamtlra) Ehrenpreise, ausgenommen Herr Georg Bichler, der seine Pferd? und Gespanne außer Konkurrenz hatte vor­fuhren lassen.

Am Schluß des Marktes sprach sich der Preisrichter Oekonomierat Müller-Neuhof dahin aus, daß man der Stadt Gießen Gluck wünschen müsse, daß sie es fertig bringe ^.uen , solchen Markt abzuhalten. Er müsse gestehen, daß die Händler und die Landwirte, die ihre Pjerde zum Markt gebracht haben, durchschnittlich gutes, ja hervorragendes Pserdematerial den Preisrichtern vorgesührt bätten. Ten Pferdezuchtern aber sei er besonders die Anerkennung schul­dig, daß auch züchterisch ein Fortschritt gemacht sei. Er wolle wunscyen und hoffen, daß dies in der Provinz so weiter geht und daß man sich im Frühjahr beim Pferdemarkt rn gleicher Weise wieder treffen werde.

a) Wagen schlage: Will). Weit, Lang-Göns, 1., Konrad Anton Wagner, Lang-Göns, 2., G. Diedrich, Langd, 3., H. W. Straßheim, 9iieder-Weisel, 4., Will). Göbel, Pohl-GönS, 5., Konrad Volp, Nieder-Weiset, 6. Preis:

Portugiesen Serie I .

Portugiesen III

. Suloczow Bvlkusch (Polen) wurden bei einem Ge­witter sieben auf dem Felde arbeitende Personen durch den Blitz getötet.

Nach Meldungen aus Petersburg wurde der Psychiater- mplan zur Beruhigung revoltierender Arrestanten, die zu ihrer Beobachtung in der Landschaftsirrenanstalt in Ufa interniert Iff/'. Jltnäugesogen. Die Exzedenten zerhackten ihn buch- stablich. ____________________

Uttiversitäts-Nachrichten.

, , "D Tie Alma Mater Berolinensis tritt jetzt in ionn A^.re-r Hundertjahrfeier. Am 4. September 1807 erließ König Friedrich Wilhelm III. in Memel die erste aus .Errichtung der Berliner Universität gerichtete Kabinett Vorher.

b) A r b e i l t s s ch l ä g e: Bergmeister Krcuder II., Vaden­rod, 1., Jakob Reuter V., Nieder-Weisel, 2., Joh. Hrch. Heinz, Nieder-Weisel, 3., Lndw. Halm, Nieder-Weisel, 4., frour. 5irans- grill V., fstieder-Weisel, 5., ST. Häuser XX., Nieder-Weisel, 6. Preis; ST. Hofmann, Wetterield, Jakob Klippel, Nieder-Weisel, Gg. Bill I., Nieder-Weisel, Konrad Schimpf I., Nieder-Weisel, nnd Konr. Alles I., Eberstadt, je eine Anerkennung.

3" der gestrigen Prämiierungslistc ist zuzusetzen: Schwere belgische Pferde: S. Michel, Gießen, 1. Preis; ferner muß es unter Wagenschläge (paarivcise) heißen: S. Michel, Gießen, 2. (nicht 3.) Preis.

sich int Laufe des Erteilungsverfahrens die Uebereinstimmung einer Anmeldung mit einer älteren Anmeldung herausstellt.

wer erste Wunsch wurde zum Beschluß erhoben, der zweite, der ine ckenderung der ursprünglichen Beschreibung und Zeich- nung zur-^orausfetzung hat, zurückgezogen.

Hierauf wurde die Wirkung des Patents besprochen- , Schluß, der heutigen Verhandlungen wurde zur Frage der Nichtigkeit eines Patents eine Resolution er­örtert, wonach die Nichtigkeit des Patents stets' vorliegt, wenn die Erfindung uit Sinne des Patentgesetzes nicht patentfähig ist, oder wenn das Patent den Vorschriften des Patenlgel-tzeA zu­wider erteilt wird-

Esch weil er Bergwerk . . 212.51 Gelsenkirchen Bergwerk . 190.01 Hamburg-Amerik. Paketf. 128.7( Harpener Bergwerk Laurahütte . . .

Hierauf folgte der Glanzpunkt der Veranstaltung, zu dem sich ein wohl Lausendköpfiges Publikum aus Stadt und Land um den Vorsühruugsring herum drängte. Tie Tribüne, die für bevorzugte Besucher des Marktes bestimmt war, war besonders von Damen überfüllt.

Es handelte sich um dieBorführungvonPferden und Geschirren im P r i v a t b c s i tz. Zuerst wurden ein edler Rappe des Herrn Bichler, eine Fuchsstute des Herrn Wilh. Tribus und ein Brauner des Herrn Universi­täts-Stallmeisters Creutzöurg von Gendarmen in allen Gangarten vorgeritten. Es folgte die Vorführung von zwei belgischen Fohlen (gezüchtet auf dem Hardthof), eine schwarze Stute, eine rote Stute und ein Grauschimmel, sämtlich schwere belgische Tiere im Besitz von Hch. Winu u. Co. Ein allgemeines Ah ging durch die schaulustige Menge, als die nächste Abteilung in den Ring fuhr: Elegaut fuhr das dem Hoflohukutscher .Huhn gehörige Gespann, Fuchs und Schimmel, ein Tandem (hintereinander gespannt), um das Preisrichterzelt, gefolgt von einem Gig, bespannt rnit einem Schimmel, der von Herrn Huhn jun. gelenkt wurde. Ein geschmackvoll angebrachtes Chryfanthemum- Arrangcment erhöhte den Reiz des Gespanns. Den Schluß dieser Abteilung machte ein Gig des Herrn Zahnarzt Gräf, von einem flotten Ponny (Fuchs) gezogen. Zwei Chaisen des Herrn Dichter und des Herrn Heinrich Winn, die letztere mit einem Paar prächtigen Rotschimmeln, die Aufsehen erregten, führten über zu zwei eleganten Gespannen des Hof­lohnkutschers Huhn, beide hochherrschaftliches Pserdematerial edelster Art, Geschirre hochnobel, Wagen, ein Coupe und ein Selbstfahrer auf Gummi; ihnen gesellte sich als drittes Ge­spann Wagen und Pferde des Universitäts-Stallmeisters Creutzburg zu. Auch dieses zeigte, daß der Besitzer mit seinem Fuhrpark auf der Höhe ist.

Außerhalb der Schranke ertönte ein langgezogenes Trompetensignal, aller Augen waren nach dorthin gerichtet und zu aller Ueberraschung fuhr ein hocheleganter Gesell­schaftswagen (eine Mailkutsche), bespannt mit den Apfel­schimmeln des Lohnkutschers Junker, in den Ring. Aus dem Break saßen Kutscher und Diener, während auf dem hinteren Tienersitz der Signalist saß, der eine silberne Trom­pete blies. Tadellos war d>ie Livree der Insassen des sWagens. Immer wieder wußte der Mann sein Horn er­tönen lassen und die Zuschauer waren sich einig, daß Herr Funker mit dieser Leistung diesmal den Vogel abgeschossen habe. Tie Preisrichter nahmen keinen Anstand, dem Aus­druck zu geben, indem sie Herrn Junker zu dem Erfolg gratu­lierten. i

Esrrgesanve.

®ftr 0'0rm und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artik, übernimmt die Redaktwn dem Publikum gegenüber feineff1 Verantwortung.)

Achtuhr-Ladenschluß und Sonntagsruhe^ Entgegen meiner vrinzitziellen Absicht, mich nicht zum Voi trag oder zu den Eingesandts zu äußern, werde ich durch d i wiederholte Nennung memcs Namens ini Zusammenhang m Aus,uhrungen, btc einenvornehmen Ton" nicht erkennen laiftr l gezwungen, doch ein paar Worte zu sagen.

Das Thema des öffentlichen Vortrages am 21 Aug Ci '< lautete:Achtuhr-Ladenschluß und Sonntagsruhe im SmnbeL gewerbe", nichts weiter, was ich betone; und was ich zum Theni I und Vortrag sagte, war, das muß ich wiederholt mit t deutlich ste hervorheben, meine eigene persönliche Mei I nung, nicht die des Verbandes Deutscher Handlungsgehilfen Der war nicht vertreten, denn er weiß, daß parteiliche 9tcibc reten mchts mit einem öfsentlichen Vortrag zu tun habet Der behält und bewahrt seine bekannte Mäßigung. Ausdrück wie kolossale Dummheit, fürchterliche Blamage weiß er vor neh m zu würdigen. Wie sinnlos und unbegründet übriaeu dtew Ausdrücke sind, sagte Herr Rechtsanwalt K. gleich Un treibt Herr S. im Eingesandt in Nr. 200, sowie Herr gestern recht drastisch. Lr 6

tuhr-Ladenschluß ist hier für den weitau größten ^eil der Ladengeschäfte bereits obligatorisch, und de Rest der Ladeninhaber wird sich kaum sträuben, früher ol bisher zu schließen. Es kann mithin der Grund, weshalb Vortrag zum größten Teil diesem Punkt des Themas zuge schntUen war, nur in der Unkenntnis der hiesigen VerbäU nisse seitens des Vortragenden gesucht werden.

. Die Sonntagsruhe wünschte ich reichsgesetzlich gerege! zu sehen und zwar aus einfachen Gründen. Doch weitere^ hierzu nicht Ich muß nur meine zuerst geäußerten Gesichts punkte oder Bedenken, die mir so sehr verübelt wurden, hervo holen.. Ich vermißte im Vortrage irgendwelche p r a k t i s ch e i Vorschläge. Und deshalb richte ich nun nach Verlauf de Abends an Sie, meine Herren Teilnehmer, die Frage: Was ton das Ergebnis der öffentlichen Versammlung am Abend selbst?- Es war nicht etwa eine Resolution oder sonstiges, was un I '"gen könnte, w i e man die Sonntagsruhe zu erreichen gedenk, ! nem, nichts dergleichen, sondern sechs neue Mitglieder'^ ! Za krage ich denn doch sämtliche Interessenten, was hat di Diskussion für einen Wert, wenn man zusehends vom Them abschwenkt und nach und nach nur Agitation und Parteilich reiten zum Hauptunterhaltungspunkt emporhebt?! Der Ersol mag der Organisation ja genügen, einem Auditorium aber, toi es der Vortragsabend aufwies, nicht. Die Herren erwarten einei idealeren Nachklang als den der Werbetrommel. Bebauer licherwerse verwischte schon der Schluß des Vortrage- durch seine offene Werbung seinen guten Eindruck sehr, dod auffallend erscholl nun das Lob auf den T. H. V bei ied- seitens der Mitglieder immer lauter, bis der Schlui des Abends uns den Zweck deutlich sagte. Tie drei Schlußrede, galten nur der Agitation, aber dennoch glaubte in eine derselben em Herr W. denn doch noch einen besonderen Glorien über den D H. V. breiten zu müssen, er erklomm bet ßupfel der Lobsprechnng, bie mir fast wie L ... i klang - Hoffentlich erscheint Herr W. als Nichtkaufmann allen kauf mannischen Verbanden kompetent, ein Urteil, wie das seine abgeben zu können. Alle Freunde aber weise ich auf di Berichte über den in Berlin Anfayg dieser Woche stattge undenen Verbandstag des Leipziger Verbandes hin. Nach dieset chemt dieser Verband doch nicht ganz so unscheinbar zu sein wie man ihn hinzustellen versuchte. Dies meine Erklärungen

/(ra. f M. Blau.

(Wir glaubten Herrn Blau zu der bereits genügend erörtertet Angelegenheit das Wort nicht versagen zu dürfen, ha er vot anderer Seite unter Namensnennung in die öffentliche Er örterung gezogen wurde. Im übrigen wird es für die Er reichung des erstrebten Achtuhr-Ladenschlusses und der Ein - der Verkaufszeit an Sonntagen besser itub zweck I

dienlicher fein, wenn wir die Diskussion über den Wert uni Unwert der kaufmännischen Gehilfen-Organisationen jetzt schließen xJ. ul LU.)

10) Zweijährige Fohlen (geb. 1905), A r v e i t s s ch l ä g e: Gg. Bill, Nieder-Weisel, 1., Chr. Häuser IV. Wtw., N^der- Weisel, 2., Anton Volk III., Pohl-Göns, 3. Preis.

11) Znchtstnte n mit Fohlen ober nachweislich gedeckt:

Für inländische Züchter, welche Mitglied des Landespferdezucht­pereins sind:

Gc^chtssasl.

Freiberg (Sachsen), 3. Sept. Der aus der Sieben- su d st i f ter a f f ä r e bekatmte ehemalige Bürger- s , a rs eJ. ruou Siebenlehn wurde von der ersten Ferien- h'estgen Königlichen Landgerichts wegen Betruges

Phwn? * ®c«ntc»ibericff)u,ifl in 6 Fällen und Untreue im Amt e i1 . t^nHe zu 2 /. I ahren Zuchthaus und 5 Jahre» verurteilt, ^n Sachen der Brandstisteraffäre hat sich BaUhel noch vor dem Schwurgericht zu verantworten.

Xordd. Lloyd . ... 112.6«

Obeischles. Eisen-Industrie Ivo'bl Berliner Handelsgcs.

Darmstädter Bank . .

Telelo^ssche K^rsberächte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Bande und Industrie. Giessen.

Frankfartor ßtörse, 5. Sept.. 1.15 Uhr.

A u s bem loyalen Amerika. Newyorker Blätter be­richten, daß mährend der Anwesenheit der Pacht des Herzogs der Abruzzen in Neioyork fast alles an Bord befindliche be­wegliche Eigentum des Herzogs von bcu amerikanischen Besuchern der Yachtz u in Andenke n" mitgenomme n wurde!

Klclne Tageschronik.

Korrgretz für gewerblichen Rechtsschutz.

(Unberechtigter Nachdruck verboten.)

S. u. H. Düsseldorf, 3. Sept.

_ Unter Beteiligung von etiun 300 Vertretern der Großin- duittie der großen industriellen Verbände, Volkswirtschaftlern, Patent auwalten, Abgeordneten uiw- nahm heute in ber städtischen ^n^He ber fron (jre{j für gewerblichen Rechts­schutz feinen Anfang.

An die.Begrüßungsversammlung schloß sich sofort die erste ArbeitSf itzung an, die sich mit der Frage der Einzel- prufe r beschäftigt. Die Jnduftrie hofft bekanntlich durch Ein- Nlhrung der Emzelprüfer im Patentamt statt der kollegialen Prüfung eine Beschleunigung der Patenterteilung oder Ablehnung zu erreichen. ,

Präsident Hauß vom ReichSpatentamt sprach sich für Bei­behaltung oer kollegialen Behandlung aus-

Nach langer Debatte wurde schließlich solgender An t r a q an­genommen. ,,^ie Prüfung der Erfindung erfolgt dnreh ein tech- miches Mitg'iev des Patentamts. Dasselbe entscheidet in erster ^uuanz. ^m Emfpruchverfahren ist die Anmeldeahteilnng in erster Instanz zuitaudig." .

Nachmittage stand die Schaffung einer dritten Instanz im Pateutveriahren zur Befprechnng. Die Forderung, im Patentcrlcckung?verfahren eine weitere Instanz zu schaffen, ist ein n^ier Wun,ch der Interessenten und Fachkreise Nach

Pb' e wurde ein Antrag des Patentanwalts Dr. 2r V V3 -r Q 111' ? c.t a- M. angenommen, der es als wünschens­wert bezeichnet, daß im Patenterteckungsversahren drei getrennte Instanzen bestehen, lleocr die Frage des ^iatentsonderg"richts

Hierauf wurden verschiedene Wünsche und Anreaunaen be- iLr'L O^iiaillsation undBetrieb des P a cke n t 7m t;

Dann brachte Patentanwalt Dr. Wirth Wünsche zum Er- l.lu n S lahren zur Sprache. Er fordert in den Patent^- schriften Angabe des Datums der Veröffenckichung im Reichsan­zeiger, Vor.age der Patentschrift vor Aussertigung an den An- me ver, falls o^s Patentamt eine- Aenderung dec ursprünglichen Beschreibung und Zeichnung vornehmen will, Mitteilung an beide Anmelder und nötigenfalls kontradiktorisches Verfahren, wenn

Vermachtes.

. r * J? st ck)'i nach Prügeln. Eine Diebin, die por Gc- ricl]t die Vollziehung einer Prügelstrafe an sich selbst beantragt, durste, wohl selten vorfommen. Vor Der Strafkammer der Uni­versitätsstadt T ü b i ug e u hatte sieh die 34 Jahre alte Dieust- magd liebele, die schon 13 Jahre hinter Gefängnismauern zilgebracht hat, wegen Diebstahls zu peraiitworten. Tie Angeklagte entschuldigte sich den Richtern gegenüber damit, daß sie immer wieder einem innerlichen Drang, zu stehlen, zum Opfer falle. Man möge ihr ziir Bcsseriing dadiirch oerhelfen, daß man ihr jeden Monat fünfundzwanzig Prügel verabreiche. Tas Gericht trug natürlich diesem sonderbaren Wiinsche keine Rcchmuig unb verurteilte bie riickfällige Diebin zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis.

Ein R e k o r d d u e l l. Man schreibt uns ans Neapel: Vor etwa 14 Tagen sollte in dem Wald bei Porliei ein Duell auf Säbel zwischeii zwei Herren der Aristokratie ftnttfinbcn. Auf dem Terrain bereits mit den Waffen in der Hand, versöhnten sich die beiden Gegner und der Zweikampf fand infolgedessen nicht statt. Bei der Versohulingsseier entftnnb aber ein Streit zwischen dem einen der Duellanten, Cav. San Malato, und einem Sekundanten seines Gegners, Cav. Raffaele Basilone, die beide bekannte Fechter sind. Vorgestern fand der ZwischeiisaN in einem Duell zwischen San Malato und Basilone seine Lösung. Piinkt 12 Uhr wurden den beideii Duellanten die Pistolen übergeben, und der erste Schuß ab- geseuert. Tie öebingungen des Zweikampfes waren recht schwer. Sie lauteten: Kugelwechsel bis zur Abfuhr. Die beiden Herren, die als ^echter befnnnt sind, erwiesen sich aber als sehr schlechte Schutzen Bei einer Distanz von 20 Nietern wurden 41 Schüsse gewechselt ohne daß ein Tropfen Blut geflossen war. Ter 42. Schuß wurde von Nialato abgesellert, und die frugel streifte seinen Gegner an der Wange, ihm eine leicht Hautverletzung zufügend. Jetzt inter­venierten die Eekundaiiten und die Ehre des Beleidigten wurde als wiederhergestelt angesehen. Die beiden Gegner umarmten sich und feierten eine rührende Versöhnung. Das Duell hatte genau @tunben gebauert und war jeweils nur uliterbrochen worden, um bie Waffen neu zu laden. Die Sekiindanten beglückwünschten die beiden Herren lebhaft zu dem glücklichen Ausgang der Affäre und bewunderten die Unerschrockenheit unb Kaltblütigkeit, bie sie in demKugelregen" bewahrt hatten.

*$n ^ssen wurde in das Garnison-Lazarett ein Unter­offizier vom 59. Feldartillerie-Regiment eingeliefert, der im .Vt a nöD e r von einem plötzlich losgehenden Kanonenschuß ins Vein getroffen wurde. Sein Pferd wurde gleichfalls schwer verletzt und mußte erschosseii werden.

In die Wohnung des seit 8 Monaten in Venedig wohn­haften russischen Grafen Kamarowski drang ein anderer Russe ein, der sich Naulnow nannte und gab f ü n f R e v o l v e r - schlisse auf den Grafen ab, durch welche dieser schwer ver- loundet wurde. Im Hospital, wohin er alsbald gebracht wurde erklärte der Graf dem russischen Konsul, er sei brieflich davon in Kenntnis gesetzt worden, daß ein Russe nach Venedig kommen werde, um ihn zu ermorden. Die Polizei fahndet auf 'den Tater, der die Stadt verlassen haben soll.

Ein b l u t i g e s R e n k o n t r e zwischen einem Haupkmaun und einem E i n j ä b r i g e n hat sich beim Jäger-Bataillon m H er rin annftabt in Ungarn zugetragen. Hauptmann Klempa erteilte bem Eiuiähng-Freiwilligen (5$abo einen Ver­wes. Dieser griff ben Offizier an, der den Angreifer mit ber Reitpeitsche am Auge schwer verletzte. In höchster Erregung rannte nun Szabo bem Hauptmann sein Bajonett in den Unterleib. Beibe mußten schwerverletzt ins Spital geschasst werden.