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im Krieg und Frieden. Der Jahresbericht zeigte, daß die Ortsgruppe nicht müßig gewesen ist; u. a. wurde wieder ein Doppel-BügelkursuS abgehalten, ferner, wurde ein sehr bequemer Krankenfahrstuhl angeschafft. Die Wirksamkeit unserer Gemeindeschwester erfreut sich allgemeiner dankbarer Anerkennung und Mithilfe, besonders auch der hiesigen Sparkaffe sowie dec Gewerkschaften ,Gebr. Stumm" und .Gießener Braunsteinwerke". — Nach Erstattung des Jahresberichtes gab Pfarrer Vömel einen interessanten Ueberblick über das Leben und den Bildungsgang der blinden und taubstummen Helene Keller in Nordamerika. — Wir wünschen dem Verein weiteres ersprießliches und gesegnetes Wirken.
(fc.) Oberursel, 30. 2-ez. In Paris starb im 45. Lebensjahre der Bekleidungskünstler Jaquin mit Hinter- lassung eines Vermögens von ca. 50 Millionen. Jaquin war ein geborener Oberurseler und hieß eigentlich Isidor Jacob. Als junger Bursch ist er mit dem Ranzel au: dem Rücken von hier fortgewandert. Damals besaß er nicht den geringsten Anfang auch nur von einer Million.
wohl, du Erdenland, nun muß ich wandern, Sternenflug verweh ich lebenssatt, folgt mir einst und leise schließt mit Tränen Tod des LebenZbuches letztes Blatt.
Neujahr.
Das alte Jahr hebt leise seine Schwingen Zum letzten Flug ins Reich der Ewigkeit, So wandermüde von des Lebens Stürmen, So tiefgebeugt von allem Erdenleid.
Karden.
Berlin, 30. Dez.
Die Verhandlung beginnt mit der Verlesung der Vernehmung Schwenningers und dessen Gattin. Schwenninger erklärte, er habe Moltke anfangs der 80 er Jahre beim Obertribunalrat Halberger kennen gelernt und ihn seitdem sehr selten gesehen. Er stehe mit ihm auf dem Höflichkeitsstandpunkt. Auch eine Verstimmung bestehe seinerseits nicht. Harden glaube er 1892 in Varzin kennen gelernt zu haben, wo er ihm von Bismarck
Und viele schaut es mit verhärmten Zügen, Darin des Lebens Hand die Runen schrieb, Die wandermüde, stumpf und hart geworden, Für die das Glück ein holdes Märchen blieb.
tn unseren Bergen der Schnee sehr hoch und bietet für den Wintersport günstige Gelegenheit. Und so treffen denn auch täglich zahlreiche Skiläufer ein, die cm den Berg- abhängen des Oberwaldes ihrem Sport huldigen, besonders ist dies am Hoherodskopf der Fall. Hier hat man auch eine Rodelbahn angelegt. Die Wirtschaft auf dem Klubhaus bleibt den ganzen Winter über geöffnet.
R.B. Darmstadt, 30. Dez. Der Fürst zu Erbach-Schönberg, der während der Wintermonate mit Familie im alten Palais wohnt, ist schon seit Wochen nicht unbedenklich erkrankt. Bor vier Wochen erkrankte auch die Prinzessin Edda am Scharlach sieb er. Während in dem Zustand der Prinzessin nunmehr eine Wendung zum Besseren eingetreten ist, ist das Befinden des Fürsten besorgniserregend.
-d Darmstadt, 30. Dez. Zu dem Mord in Babenhausen, wo der 28jährige Schuhmachermeister Heinrich Ohl 1L seine 20 Jahre alte Ehefrau in bestialischer Weise ermordete, wird noch gemeldet, daß der Mörder bei seiner Vernehmung alle Einzelheiten seiner Bluttat ruhig erörterte und sich dann ab führen ließ. Nach der Tat hat er sein einziges, etwa zwei Jahre altes Kind zu seiner Mutter gebracht. Man glaubt, daß er den Mord aus Eifersucht begangen hat.
Offenbach, 30. Dez. Wie die „Off. Ztg." meldet, ist von der Stadt Ende voriger Woche gegen die Inhaber der Firma Jacob Wolff u. Co. Strafanzeige bei der Königl. Staatsanwaltschaft in Frankfurt a. M. erstattet worden. Einer weiteren Meldung aus Frankfurt Zufolge soll von der Staatsanwaltschaft die Beschlagnahme der Korrespondenz und Handelsbücher der Firma, insoweit sie als Beweismittel in Frage kommen, angeordnet worden sein. Auch soll von der Frankfurter Handelskammer als zuständige Behörde gegen die Firma Wolff u. Co. ein ehrengerichtliches Verfahren eingeleitet worden sein. Der zur Führung der Voruntersuchung bestellte Kommissar war bereits in Offenbach, um die Akten der Bürgermeisterei einzusehem Man versichert, daß gegen Jacob Wolfs bereits wiederholt Anzeigen ' beim Ehrengericht erstattet worden sind, daß es diesem aber bis jetzt infolge seiner „geschäftlichen Gewandtheit"" stets gelungen ist, den Konsequenzen zu entgehen. Bemerkt sei, oaß der städtischerseits gegen die Firma Jacob Wolfs u. Co. gestellte Strafantrag auf Betrug, Unterschlagung, event. Untreue lautet; auch dürfte eine Verletzung des Börsengesetzes vorliegen. Eberbach gegenüber kommt außerdem noch der Tatbestand des Wuchers in Betracht.
Er erinnere sich ferner her Aeußerung Bismarcks, daß ein kaiserlicher Adjutant, der sich offiziell gar nicht mit Politik : beschäftige, auf politische Entschlüsse mehr Einfluß haben könne ; als der Reichskanzler, schon weil er den Herrn öfter sehe' und sich dessen Stimmungen anpasse. Bezüglich der Kamarilla- , Politik habe Bismarck geäußert, wenn solche Sachen so dumm
: gemacht würden, daß der regierende Herr die Llbsicht merkt
' oder daß sie von draußen haarscharf nachweisbar sind, so könnt!
: sich die Kamarilla nirgends halten. Er, Zeuge, habe diese Aeuße,
' rringen Harden mitgeteilt. Er erinnere sich, daß in seiner
Gegenwart und der von Frau von Elbe davon gesprochen wurde daß Moltke, solange er dem Hofe nahestand, Eulenburg über politische Vorgänge und Stimmungen berichtet habe. Er erinnere sich indessen nicht, daß er Zweifel in diese Aeuße- rungen gesetzt habe. Er glaube sich auch der Aeußerung Frau von Elbes zu entsinnen, sie sei von ihrem Gatten in ihr Zimmer eingeschlossen und von ihm entlassen worden. Er glaube sich auch zu entsinnen, daß Frau von Elbe sagte, das Schlimmste sei, daß niemand glauben werde, wie gewaltsam der Graf, den die Welt nur als einen sanften, sentimentalen öerrn kenne, gegen sie gewesen sei. Er könne nicht sagen, ob Iran von Elbe in diesem Zusammenhänge Moltke ironisch drn „Süßen Kuno" oder „Tütü" genannt habe. Diese Ausdrücte seien ihm seit langer Zeit bekannt und auf den Grafen Moltke angewendet worden. Ob Harden von Frau von Elbe außer ben Ehe-Akten Material zur Verfügung hatte und ob Frau von Elbe bei der Weitergabe dieses Materials Verwertung wünschte, wisse er nicht. Er vermute, daß sie durch Harden eine Beschleunigung des Eheprozesses wünschte. Wenn er Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Fran von Elbe gehabt hätte, würde er Harden, dessen schlechten Gesundheitszustand und Ueberbürdung mit Arbeit er kannte, nicht gebeten haben, Zeit an der Sache der Gräfin zu verwenden. Seiner Ueberzeugung nach habe Harden bei der Abfassung der inkriminierten Artikel sich weder von Haß, noch von unlauteren Motiven leiten lassen und auch Graf Moltke nicht als einen unehrenhaften Mann, sondern als das schädliche Werkzeug eines andern bezeichnen wollen und habe dabei als Politiker diese Erwähnung im Interesse des Reichs ■ für nötig gehalten. Er halte Harden für unfähig, sich von anderen als sachlichen Beweggründen leiten zu lassen. Harden )ei auch da. wo er manchem objektiv irrend zu sein scheine, von dem Wunsche erfüllt, nach bestem Wissen dem Vaterland zu dienen. Von dem Erscheinen der Artikel wußte er öorljer nichts. I Bei dem Letzten Besuch Hardens in Schwaneck habe er gesagt, ■ nxe kommen die Leute nach monatelangem Schweigen dazu, plötzlich in den Artikeln etwas zu suchen. Die Gerüchte über ben Grafen Moltke in silllicher Beziehung seien ihm insoferu ■ ZU Ohren gekommen, als er gelegentlich über ihn und seine ' Freunde den Ausdruck „Frontverwechslung" gehört habe. M dieser Ausdruck gefallen sei, könne er nicht sagen, liebet fren schwebenden Prozeß habe er mit Harden nicht korrespondiert Mit dessen Aeußerung, er gehe lieber ins Zuchthaus, als daß er sich mit dem Grafen Moltke versöhne, habe er wohl sagen moHen, es gebe für ihn keine Versöhnung, nachdem ihn Graf Molcke verklagt habe.
/Vrau Schwenninger bekundete, sie sei eine Nichte des Grafen Moltke. Seit kr Trennung ihrer ersten Ehe mit Lenbach sei zwischen ihren Verwandten und ihr eine Entfremdung ein getreten. I Eine feindliche Stimmung gegen ihren Onkel habe sie nicht , Mit Frau v. Elbe sei'sie seit 1900 bekannt, als sie in Scheidung mit dem Grafen Moltke lag; sie habe ihr leid getan. Seit I ihrer neuen Ge habe der Verkehr mit Frau v. Elbe fast ganz aufgehört. Sie glaube, daß Frau v. Elbe mit Harden zur Be- . schleunigung ihres Eheprozesses bekannt zu werden wünschte.; Es Tonne sein, daß sie und ihr Mann Harden Einzelheiten.■ aus dem Eheleben der Gräsin Mollke erzählt habe. Bei der ersten Begegnung der Gräfin mit Harden war die Zeugin zugegen. ? iie Gräfin sprach über ihr Eheleben und erzählte im wesent-- lichen dasselbe, was sie vor dem Schöffengerichte aussagte und machte auf die Zeugin einen glaubwürdigen Eindruck. Aus ihrer .^uderzeit habe sie die Erinnerung, daß Kuno Moltke ein etwas ußlicher weibischer Mann war. Seine Freundschaft mit Graf Eulenburg sei ihr unsymphatisch ausgefallen, ohne daß sie an pett)erie Neigungen dachte. Tie Zeugin erklärt, daß Frau v. • zu Harden über Mißhandlungen durch ihren Gatten ge- prvchen und ihm alleinige Schuld an den ehelichen Zwistigkeiten, gegeben habe. Sie glaube auch, daß Fwau v. Elbe Harden Schil-\ bH'rcrS611 ■ Ehelebens mackste. Sie glaube nicht, daß Frau; ot r« publizistisches Einschreiten Hardens erwartet habe.« Od ste Harden außer den Scheidungsakten anderes Material ge- ß geben habe,- wisse sie nicht. Sie sei gleich ihrem Gatten über-S Harden lediglich politische Motive dazu hatte. Harden? habe ihnen gegenüber geäußert, er begreife nicht, wie man glauben könne, daß er den Grafen Moltke beleidigen wollte. Harden habe der Gräfin ebenso geglaubt, wie der Zeugin. Sie könne
-b,a& Partien sich sehr ungern mit der Scheidungs- gejchichte besaßt hat.
c - Anschluß an die Verlesung des Protokolls betonte Harden- die er der Gräfin leisten sollte, sollte darin bestehen, nthp/cs Ä Talkes Anwalt Sello in Verbindung setzte.
bet Sello enilspinnt sich eine Kvntreverse ittnufceti den beiden, wobei Harden erwähnt, Sello habe ihm
verantworten könne. Er halte sie deshalb noch nicht für hysterisch Ihre Darstellung sei llar, ruhig und gehalten gewesen wnk für eine in einen so schweren Prozeß verwickelte Frau soaar ungewöhnlich verständig und sicher abgegeben worden weit er sich erinnere, habe Frau von Elbe ihm gelegentlich sma- teilungen über das Eheleben gemacht. Sie habe erzählt ihr Gatte sie gekniffen habe. Sie könne auch gesagt haben daß er sie geschlagen habe. Sie habe ihm die Streitigkeiten mit ihrem Gatten stets in der Weise dargestellt, daß er daraus schließen mußte, ihr Gatte trage allein die Schuld. Er wiss- genau, daß die Gräfin sich ihm gegenüber über blaue Stellen beklagte, die von Mißhandlungen ihres Gatten herrühren fDrf ten. Betreffs der Verhältnisse des Grasen zum Fürsten Eulen bürg habe sie gesagt: Der Graf hat den Fürsten mehr wie mich. Im übrigen seien ihm Gerüchte über perverse qT schlechtliche Neigungen im Kreise des Fürsten.Eulenburg schon'n Lebzeiten Bismarcks zu Ohren gelommen. Der Name Moltö sei bei diesen Gerüchten nicht erwähnt worden. Tatsachen dieser Richtung wisse er nicht. Er hatte den Eindruck, Mollke ein süßlicher, weibischer Mann sei; ein Eindruck, seines Wissens in Schlesien und in der Bekanntschaft Cj Schwenningers Frau geteilt wurde. Er könne sich erinnern daß die Gräsin in seiner Gegenwart von den angeblichen Aeukp rungen ihres Gatten: „Frauen find Klosetts" und „er nX sie als Märchen haben", erzählt habe. Auch Kosenamen ih™ Gatten gegenüber Eulenburg habe sie ihm genannt. Die Tasche^ tuchasfäre habe er erst aus den Zeitungen erfahren. Den Wunsch, Harden kennen zu lernen, habe die Gräfin ihm unk feiner Frau gegenüber geäußert. Sie habe gesagt, vielleiLt
könne ihr Harden einen Rat geben. Auf Grund dieses Wunsch^ hätten sie die Gräfin mit Harden bekannt gemacht, das Gespräch zwischen beiden habe er mit angehört. Er entsinne sich auch nicht, daß Harden und Frau von Elbe noch einmal in seiner Wohnung zusammen gesprochen hätten. Es fei möglich, daß er Harden Mitteilungen über das von Frau von Elbe ihm und feiner Frau Mitgeteilte gemacht habe. Es sei auch möglich, daß er Harden, der nach seiner Meinung an der Sach« keine Freude hatte, gebeten habe, sich Frau von Elbe's anzu- nehmen. In Gesprächen mit Harden habe er erwähnt, dak Moltke zwar nicht selbst Politik treibe; aber für Eulenburg als Beobachter sehr wichtig sei. Woher er dies wisse, könne er nicht mehr sagen.habe Harden auch Bismarcks Urteil über Eulenburg erzählt; chesonders, daß Bismarck das Wirken Eulenburgs, namentlich auf dem Gebiete der Personalien und in der Rolle des befreundeten und unverantwortlichen Ratgebers für unheilvoll gehalten habe; lviederholt auch von geschlechtlich abnormer Veranlagung Eulenburgs gesprochen habe die, verbunden mit einer Neigung ins Mystische, den Fürsten nicht zum Verttauten des regierenden Herren qualifiziere. Woher die Ansicht Msmarcks über die geschlechtliche Abnormität Eulen, burgs stamme, könne er nicht sagen.
vorgestellt wurde. Aus der ersten Begegnung entwickelte sich ein noch heute bestehender, sehr freundschaftlicher Verkehr. <5cit drei bis vier Jahren duzte er sich mit Harden. Während seines Münchener Aufenthaltes sei Harden nur bei zwei Gelegenheiten bei ihm gewesen, zuletzt im Herbst, vor der schöffengerichtlichen Verhandlung. Schwenninger erllärte weiter, bei dieser Gelegenheit sei Harden zweimal in Schwaneck gewesen. Bei beiden Besuchen sei die Erbprinzessin von Meiningen zugegen gewesen. Harden sei bis 10 Uhr abends mit Schwenninger und der Erbprinzessin zusammen gewesen. Ob an diesem Abend über den Prozeß gesprochen worden sei, könne er nicht sagen. Bei dem zweiten Besuche Hardens am folgenden Tage sei zwischen Harden unb der Erbprinzessin über Hohenau gesprochen worden. Die Erbprinzessin habe ihr Bedauern und ihre Ungläubigkeit über dessen angebliche Verfehlungen geäußert und ungefähr hinzugefügt, daß solche Dinge wohl bis in die höchsten Kreise hinein vorkämen. Sell der Zeit, wo er in Schwaneck wohne, habe er mit Harden im Briefwechsel gestanden. Er glaube aber, daß über die inkriminierten Artikel hierin kaum etwas erhebliches vorkam. Ueber Sinn und Zweck der Artikel habe Harden ihm nichts erhebliches mitgeteilt. Er sei erstaunt gewesen, als im,Mai die Hetze gegen Harden begonnen habe, und er habe sich gefragt, wo Harden beleidigt haben sollte, als er den Artikel nochmals gelesen habe. Zur Freisprechung habe er ihn telegraphisch beglückwünscht. Auch aus Anlaß der letzten Erkrankung und des Weihnachtsfestes habe er ihm seine Wünsche geschickt. Frau v. Elbe habe er 1900 in Lichterfelde kennen gelernt, wohin sie auf Einladung von Schwenningers Frau gekommen sei. 1902 und 1903 sei sie öfter gekommen eingeladen und uneingeladen. Seitdem habe er sie wenig gesehen, glaube sie aber während seines Verkehrs ziemlich genau kennen gelernt zu haben. Die Gespräche seien allmählich sehr vertraulich geworden und hätten ärztliche Fragen, wie ehelickfe Zerwürfnisse, betroffen. Von Trionalvergiftung habe er nichts bemerkt, hätte sie aber beobachten müssen, falls ihre Wirkung noch vorhanden gewesen wäre. Bon einer schweren Erkrankung der Gräfin in den Jahren 1898 und 1899 habe er aus ihren Erzählungen Kenntnis erhalten. Seiner Ueberzeugung nach habe Frau von Elbe zu viel gebuttert. Als er sie kennen lernte, hielt er ihre Gesundheit für fest. Die Ursache der von ihr mitgetedten Erkrankung könne teilweise die eheliche Nichtbe- fnebtgung gewesen sein, nicht lediglich Trionalvergiftung. In diesem Sinne glaube er sich zu Harden geäußert zu haben. Im übrigen gebe er zu, daß seine Erfahrungen über Trionalvergif- hing gering seien. Ob Frau von Elbe, während sie bei ^^nninger verkehrte, über fieberische Erregungen, Nervenzustande il bergt klagte, könne er nicht sagen, doch könne er bestimmt sagen, daß sie von den Suchen, die sie während des Zusammenseins mit Moltke erlebt hat, erzählt hat Wahrend der Zett der Bekanntschaft mit Frau von Elbe habe n sie für eine ziemlich gesunde Frau gehalten. Er habe die Ueberzeugung und habe sie auch in häufigeren, 1900 bis 1906 entweder tm Beisein der Gräfin oder über sie geführten Ge- prachen ausgedrückt, daß ihm die Gräfin durchaus iwrmal er- cheine und nicht zu phantastischen Uebertreibungen geneigt sei, wenn er auch Harden gegenüber erklärt haben könne, daß sie in der Erregung einmal etwas mehr gesagt habe, als sie
Da hallt es silberhell von allen Türmen: Glückauf, Neujahr, zu deinem Siegeslauf, Glückauf, 9leujahr! selbst aus den müden Augen Blitzt sonnenhell der Hoffnung Sternlein auf.
Und Millionen jubeln ihm entgegen:
Heil, neues Jahr, du bringst des Glücks genug Und taufend Wünsche und Gebete dringen Zum Himmel auf im dunkeln Wolkenflug.
Ein neues Jahr, ein neues reiches Leben Schenk euch des enTgen Gottes Baterhand, Aus Kreuzesdornen werden Rosen sprießen, Sie blühn am Weg ms ew'ge Heimatland.
Clara Schöbeß.*)
*) Aus „Ein Leilchenkranz", Heimatlieder von Clara Schobeß, Verlag von R. Zacharias m Vtagdeburg. Wir kommen auf diese "eme niedliche Gedichtsammlung noch zurück. D. Red.
Ma i nie r St ab ttfyeater gelangte „Hugdietrichs Brautfahrt , komische Marchen-Opcrette in 3 Akten von Ri- deamus, Mu,ik von Oskar Strauß zur Uraufführung. Nach vem JJc. x>. war ihr ein „vollendetes Begräbnis erster Güte zuteil. gVMtW franb. Die langweilige ^ebrt bei Originalität und besitzt weder tme Gedanken, noch einen flotten Zug. Selbst der Versuch, die
derbe Handlung etwas 'zu mildern, hat die Bühnenwirksam kett oes Stückes nicht erhöht. Als ein Teil des Sonntag-Publikums rmch den Aktenichlüssen sowohl wie nach beendigter Vorstellung Beifall spenden wollte, remonstrierte die übrige Schar der Zuhörer durch heftige Opposition."
irr ZI-® eL Ein künstliches Gesicht $ bas Meisterstück des ftanzösischen Chirurgen Dr. Delaire. Er hat es fertig gebracht, das Kinn, einen Teil des Unter» Utters und den ganzen Oberllefer, ein Stück der Zunge und die ganze Nafe bei einem Menschen künstlich zu ersetzen, dem diese Telle durch eme Pulverexplosion weggesprengt waren. Der Mann mit dem künstlichen Gesicht wurde der Pariser Akademie der Medizin vorgeftellt unb die „Restaurierungsarbeiten" waren so gut gelungen, daß das Gesicht auf drei Meter Abstand einen DoIIEommen natürlichen Eindruck machte. Ter geheilte Patient ist ^imftande zu kauen und spricht ohne jede Schwierigkeit; nur sich täglich der Mühe unterziehen, sein künstliches Gesicht „abzubauen , um es zu reinigen. Das künstliche Gesicht besteht aus vier Tellern Ein Silber stück ist dazu bestimmt, die Untergibne halten; etn zweiter Teil, der aus Gold und Kchlffchuk gearbeitet ist dient zur Befestigung der Oberzähne und wird durch Haken feftgehalten, die im Nasenraum befestigt sind gleichzeitig an der Rückseite ein Mechanismus aus Sr -r Verbindung mit dem Gesichtsteil herstellt. Der dritte UTtb >e Unterlippe und ist mit einem falfdjen Bart befleibet; zwei kleine Bolzen befestigen dieses Stuck an dem künstlichem Unterkiefer. Das letzte Stück schließ- N der Oberlippe unb der Nase ein; es
angebracht^^ Gummi, an bem ein falscher Schnurrbart ibr ik s ^unfl unb Wissenschaft.
Ein KoPer nikus-Denkmal soll zu Allen stein in Ost- Achtet werden zur Erinnerung daran, daß der welt- Vedes sog. Köpernikanischen Systems mehrere ^zahre fernes wechselvollen Lebens dort zugebracht hat.
Glück zum neuen Jahre!" Lassen Sie ^fcpnßen, wie wir die vorigen geendet haben, mit ^chselsersiger Teilnahme an bem, was wir lieben und treiben kte. Gleichgesinnten nicht erfassen, was sott aus der Gefellschaft und der Geselligkett werden.
Goethe an Schiller 1795.
Selbst manchem Rechtskundigen bleibt es aani unbp- TCDie Mechch an Bosheit und Grobheit und Dummheit Anderer, ohne zu sterben, Vertragen kann Er weist ^ch d? Men ich gar nickst daran stirbt, sondern vielmehr starker unb gesünder davon wird.
-- Dritz Fischer.
Osfenvach, 30. Dez. In der Kunstgewerbe- schule am Mathildcnplatz entstand heute nachmittag ein Schadenfeuer. Passanten bemerkten um 2 Uhr, daß 'aus dem Dachstuhl im Mittelbau Flammen herausschlugen. Die Fr-eiwlllige Feuerwehr war rasch zur Stelle und bekämpfte das Feuer mit vier Rohrleitungen. Gegen 4y2 Uhr war der Brand, der vom Schornstein aus entstanden war Und wahrscheinlich schon Kivei dis drei Tage geglommen hat, gelöschtt Die Aufräumungsarbeiten dürften noch einige Stunden dauern; der Dachstuhl muß zum größten Teil abgebrochen werden. Ausgebrannt sind der im Dachstuhl liegende Zeichensaal und ein Nebenraum. Der Schaden wird aus 10000 bis 15 000 Mk. geschätzt. Der Betrieb der Schule, die am 3. Januar wieder beginnt, erleidet keine Störung.
tu Mainz, 30. Dez. Dec 35jährige Fuhrmann Joses Andreas Klein aus Bretzenheim, der am Samstag abend in schnellem Tempo durch die Straßen nach dem Hose seines Arbeitgebers fuhr, wurde von dem 28jährigen verheirateten Schutzmann August Weber aufgefordert, in der sehr belebten Straße langsamer zu fahren. Klein sprang von seinem Wagen herab und mißhandelte den Schutzmann in so roher Weise, daß dieser tödliche Verletzungen erlitt. Klein wurde verhaftet.
Rod he im a. d. Bieber, 29. Dez. Heute nachmittag um 2 Uhr sand unter guter Beteiligung trotz des tiefen Schnees in der hiesigen Kirche die Jahresversammlung der Ortsgruppe Biebertal des Vaterl. Frauenvereins statt. Im Anschluß an em Schriftwort gab Pfarrer Vömel einen Ueberblick über die notwendige, wichtige und segensreiche Tätigkeit des Vaterl. Frauenvereins


