schrieben, daß er mt feiner bona fideS nicht zweifle. Auf eine V'<mrvrfung d^"S ObersttMtSamvalts Jsenbiel erklärt Harden, er habe in dem Brief an Sello darauf 'hin gewiesen, daß sich die Entscheidung zu einem großen politischen Skandal au-wachsen konnte. Hinaus iverben noch zwei Artikel.der „Zukunft" Vev- lesen, in denen der Aiigellagte auf die Motive und die Bedeutung der früheren Artikel zurückgekommen war. Auf eine Anfrage deS Vorsitzenden erklärt Sello, er könne auf keinen der Zeugen verüchlen, die bekunden sollten, das; die Aussagen der ,3rau v. Elbe d,aS Gegenteil der Walwheit sind. Jsenbiel hat nichts dagegen, wenn auch der Vorwurf der Homosexualität, der dem Nebenklüger gemacht worden sei, schon zur Genüge widerlegt sei. Bernstein weist darauf hin, daß in den Artikeln nichts von dem Eheleben MoltkeS stehe.
Tas Gericht beschließt die Vernehmung der noch geladenen Zeugen. Tie frühere Kammerfrau der Gräfin, Fräulein Maner, erklärt, daß sie sehr unter der Launenhaftigkeit der Gräfin zu leiden hatte. Die Angestellten hätten alle den Grasen bedauert. Frau v. der Marwitz, eine Nichte Moltkes, erllärt, die Mutter der Gräfin fabc ilyre Tochter als ungeraten und ver- Logen bezeichnet. Trotz des Hinweises des Vorsitzenden, daß Frau v. Heyden di s bestritten habe, erhielt die Zeugin ihre Behauptung ausrecht. Frau v. Elbe h-abe guch ihr gegenüber zugegeben, daß sie an allem Schuld lei; ihr Gatte sei immer sehr- lieb zu ihr gewesen.
Tie frühere Gesellschafterin Baronesse Sassen schildert F'rau v. Elbe als leichtfertig und nicht wahrheitsliebend. Sello bemerkt, die frühere Frau v. Kruse habe vor der Verlobung mit Moltke glühende Liebesbriefe an diesen geschrieben. Gräfin Dankelmann, eine Schwester des Grasen Moltke, erllärt ihr Bruder habe ihr 1892 den tiefen Eindruck geschildert, bcu ^•rau v. Kruse auf ihn gemacht habe. Als sie ihren schwerkranken Mann pflegte, habe er ihr seine Verlobung mit dem Bemerke» mitgeteilt, „etwas des Glücks zuviel für einen alten Knaben wie ich' . Mein Bruder war begeistert von der Frau. — Tie Zeugin schildert, wie die Gräfin immer launischer wurde und eifersüchtig auf si. und alle Freunde ihres Bruders war, sodaß dieser ihr schrieb, daß es wohl besser sei, die Verlobung zu losen. Frau v. Krusi kam dann zu der Zeugin und erklärte, sie tonne ohne den Grase, nickst leben. Auf den Hinweis der Zeugin, sie solle doch auch an die Erziehung ihres Lohnes denken, erklärte jene, ich liebe fmt Kuno, ich will ihn besitzen, was ist mir der Sohn. Tic Zeugin bat darauf ihren Bruder, sich wieoer zu versöhnen Die Launenhaftigkeit dec Frau v. Kruse habe immer mehr zuge nourmen. Vor der Nordlandsreise 1897, von der sie Moltke m halten wollte, gab es hier furchtbare Szene. Sie forderte Moltk zum Spaziergang im Garten Tankelmanus auf. Nach 20 Mi nuten tarn dieser zurück, bleich und aufgeregt, und bat den Soh. der Zeugin, im Garten nach seiner Frau zu suchen. Die ganz Var zweifelt sei. Nach langem Suchen kam diese auf Taulelman. zu und sagte, rette mich vor ihm und kehrte schreiend ino Schloß zuruck, wo sie sich gegen die Tür mit dem Kvpf und bc Rücken warf. Tie Zeugin verbat sich solche Szenen und brau-» jene zu Bett. Graf Eulenburg schrieb später nach der Hochzer an die Zeugin, die Sache müsse zu Emde gebracht werden, foni gehe Küno zugrunde. Er habe ein geschwollenes Auge. Ach. Tage später sei ihr Bruder gekommen, den sie kaum wiedererkannte. Er habe ihr das Elend seiner Ehe erzählt und hall' am linken Arm wohl zwanzig Wunden, wie von einem Raubvogc mit den Krallen gehackt und sagte, diese hätte ihm seine Frar beigebracht. Ter Graf fuhr sodann zum Anwalt, um sich über Scheidungsgründe zu erkundigen. Die Gräfin bat dann dir Zengin um- einen Versöhnungsversuch. Auf Befragen des Oberstaatsanwalts Jsenbiel und des Justizrats Sello bekundete bit Zeugin, daß Moltke viele J-rauensreundschasten hatte.
Auf weitere Beweisaufnahme wird allseitig verzichtet. Es folgen die Gutachten der.Sachverständigen. Medizinalrat Hofsmann erllärt, er habe keinen Anhaltsyunl. dafür, daß Moltke homosexuell sei. Tie einzige Quelle für eine Anschuldigung sei Frau v. Elbe, die nach ihrer schweren Trionatvergistuirg keine klare Erinnerung haben konnte.. Bei einer solchen Patientin kämen Phantasiezeichen zu Tage, die der Wahrheit nicht entsprächen.
Hoffmann bezieht sich auf die Aussage Dr. Freys, der sagte, Frau v. Elbe sei schwer hysterisch. Tre Moltke vor den Mund gelegten Aeußerungen hatten sich nicht auf die Ehe im allgemeinen, sondern auf diese Ehe bezogen. Es möge fein, daß bei Verkehr Moltas und Eulenburgs ^twas-schwärmend war,, aber es handle sich immer nur um ideale Schwärmerei. Auf eine Anfrage Jsenbiels erllärt Dr. Hoffmann ausdrücklich, daß nicht der leiseste Grund zu der Annahme vorliege, Moltke sei homosexuell. Ebenso bestätigt er die Tatsache, daß Hysterische ihre Gefühle sehr leicht wechseln und leicht den Gegenstand früherer Liebe später mit glühendem Haß verfolgen,, ferner, daß Harden nach dem Eindruck, den Frau v. Elbe auf ihn machte, diese für völlig gesuich halten konnte und auch, daß er, wenn er ihre Mitteilungen xür wahr ' hielt, zur Annahme der Homosexualität Moltkes .gelangen konnte. Ter Sachverständige fügt aber hinzu, daß der Angeklagte, wenn er Gutachten in Ehescheidungssachen gelesen .hätte, sehr vorsichtig sein mußte. Aus eine Anfrage des Verteidigers Bernstein wiederholt der^ Sachverständige, er sei überzeugt, daß Fran v. Elbe auf Harden den Eindruck völliger Glaubhaftigkeit gemacht habe. Weiter erklärt Hoffmann, daß er lediglich auf Aeußerungen, wie sie Moltke über die Ehe getan haben solle, die Annahme abnormer sexueller Veranlagung nicht stützen würde. Bernstein bittet, festzustellen, daß das Schöffengericht dem Zeugnis der Frau v. Elbe vollen Glauben geschenkt habe. .Moltke stellt fest, er habe nie gesagt, daß er feine Frau hasse.
Sachverständiger Moll 'hat aus der Verhandlung keine homosexuelle Veranlagung Moltkes entnehmen können , Ebensowenig sei ihm etwas von femininen Einschlägen aufgefallen. Auch in dem Benehmen Moltkes gegenüber seiner Fran sei nichts homosexuelles zu bemerken, ebensowenig in seinem Verhalten gegenüber dem weiblichen Geschlecht. Nach der Darstellung der Gräfin Dankelmann würde er der Frau von Elbe so leicht nicht glauben, wenn es auch 'wahrheitsliebende Hysterische gebe. Moll gibt zu, daß Harden Veranlassung haben mochte, an der Glaubwürdigkeit der Frau von Elbe nicht zu zweifeln; er hält es auch für möglich, haß Harden ihr glauben mußte, nachdem sie ihm von Schwenninger vot/eskellt Ivar, zu dessen Menschen- kenrctnis er ^>as größte Vertrauen hatte. . Ebenso erklärt er, daß an der Ueberzeugungstreue Hardens bei deut, was er sage, kaum §u zweifeln sei. Harden betont, er habe niemals eine Homosexualität Motkes behauptet, sondern nur eine erotisch betonte Freundschaft, und weist auf die Aeußerungen Bismarcks hin. Auf eine s2lnfrage des Oberstaatsanwalts, ob nach der Beweisaufnahme doch von erotischer Freundschaft die Rede sein tonne, erwiedert Moll „nein!"
Sachverständiger Eulenburg schließt sich den beiden vorhergehenden Gutachten an, und gibt auch zu, daß Harden der Frau von Elbe glauben konnte. Er kenne Harden seit Jahren und würde ihm niemals unlautere Motive zutrauen. Moltke erklärt die Laschentuchaffäre. Als er das Tuch fand, ivvllte er kurz vor dem Zusammenbruch der Ehe einen gewissen Fühler ausstrecken, ob dies eine Brandfackel bilde ober harmlos hin- genommen werde. Sachverständiger Magnus Hirschfeld erklärt, sein Gutachten in der Schöffengerichtssitzung fei durch die neue Beweisaufnahme wesentlich erschüttert worden, nament* lich dadurch, daß Frau von Elbe ihre Aussagen abschwächte, und daß Ätoltke eingehende Erklärungen zu den Behauptungen der Zeugin abgegeben hat. Der Sachverständige gibt schließlich sein Gutachten dahin ab, daß aus den Grundlagen, wie sie die Verhandlung vor der Strafkammer ergab, sich ein Schluß auf homosexuelle Veranlagung des Grafen Moltke nicht mehr ziehen läßt. Auf eine Frage des Oberstaatsanwalts erwidert Hirschfeld, er trete vollständig von feinem Gutachten vor dem Schöffengericht zurück. Die Grundlage für sein damaliges Gutachten sei völlig beseitigt.
Als letzter Sachverständiger wird bann Geh. Sanitätsrat Zwingenberg vernommen, der aussagt, er sei 37 Jahre in der Familie Moltke ärztlich tätig, Niemals seien ihm auch nur die aeringften Andeutungen auf Schwächen, wie sie dem Grafen
Moltke vorgeworfen wurden, gemacht worden oder habe er selbst etwas derartiges bemerkt. Er müsse sich durchaus dem Gutachten der drei anderen Sachverständigen anschließen. Er erflärc also: Graf Moltke ist nicht homosexuell und war es nie.
Der nochmals als Zeuge vernommene Dr. Liman sagt aus, mit dem von Bismarck gebrauchten Ausdruck „Kamarilla der Kynäden" sei ein geschlechtlicher Beigeschmack nach seiner Ansicht nicht verbunden gewesen. Auf eine Frage des Ober* laatsanwalts erllärt der Zeuge, Bismarck habe das Wort „Hintermänner" nicht im physischen Sinne gebraucht. Danach trat um i/44 Uhr eine kurze Pause ein. Als die Verhandlung nach ünf Minuten wieder ausgenommen wurde, erllärte der Vor- itzende, daß auf alle weiteren Beweisanträge verzichtet worden sei.
Tie nächste Verhandlung findet morgen, Dienstag, um 10 Uhr takt. Es erfolgen die Plaidohers des Staatsanwalts und der Verteidiger. Am Donnerstag wird Harden Gelegenheit zu einem Schlußworte erhalten.
*
Berlin, 30. Dez. Einer der Sachverständigen aus bem ersten Harden-Prozeß, Herr Tr. Merzbach, der sein Gutachten über Frau von Elbe in einer Broschüre nieder- gelegt hat, erhielt von dem G a 11 e n der Dame einePistolen- f 0 r d e r u n g. Tas Ebrengericht, dem der Fall _ unterbreitet wurde, erkannte nach sechsstündiger Verhandlung einstimmig, daß Tr. Merzbach die Person der Frau von Elbe nur in wifienschaft- !icher Weise beleuchtet, daß ihm jedoch eine beleidigende Ab- ficht fern gelegen habe. Ta die Gegner sich beide mit dieser Erklärung zufrieden gaben, so kam auf dieser Grundlage ein Der leid) zustande.
-sä. Darmstadt, 31. Dez. (Tel.) Ter Haupllebrer A11 .11 Alsielb, der doii der Gießener Straüammer vor einiger Zeil von der Anklage ’reigefproeben worben war, an seinem Tienst- mäbeben em SittlichkeitSvergeyen begangen zu haben, würbe heute Dom Tisziplinargerichlsyos zur Entlassung aus dem Amte jerurteilt.
verinißchtr».
*Zur Erm0rdung desMajors v.Schönebeck. Ter verhaftete Allenfteiner S^auptinaiin v. (Soeben füll Ultimen Verkehr mit Frau v. Schönebeck unterhalten yaben. Es bestand, wie man erzählt, ein außerordentlich .i.efes Freundschaftsverhältnis, ob es aber die erlaubten Grenzen ub-erschritt, ist nicht erwiesen. Jedenfalls hat man .ebtzall über Die Beziehungen uec beiden geuischelr. Auch or den Divisionskommandeur Scott», waren die Gerüchte ,eorungen, uno der "Negimentskommandeur deo Hauptmanns .aar angewiesen worden, diesen aus die Gefahr seiner Beziehungen aufmerksam zu machen. Es sei nicht zulässig, ?aß mW erheiratete Offiziere in dem Hause eines Kameraden verkehrten, wenn dieser nicht zu Hause sei. Das Verhältnis zwischen dem Ermordeten und dem verhafteten Hauptmann war gleichfalls sehr intim. Sch. lud G. oft jU sich und ging auch häufig mit ihm auf die Jagd. — Der Verhaftete leugnet alles. Er kam am Morgen jer Xat um 1/28 Ui;r vor dem Mord hause vorgefahren, um Schönebeck zur Jagd abzuholen. Als er von der Tal erfuhr, warf er einen Blick auf die Leiche, gebrauchte einen sehr kühlen Ausdruck und ging dann nach oben, um Die Majorin zu trösten und ihr zu versichern, er werde alles arrangieren. Die Majorin wurde darauf vom Hauptmann in die Ob Hut des Nittmeisters Grae^ gebracht. Daraus übersiedelte sie in ein Hotel. Auch sie bestreitet jede Kenntnis der Tat und jedes Einverständnis mit Go eben. — Es wird ununterbrochen Tag und Nacht an der 'Mordaffüre gearbeitet, man verfolgt eine neue Spur, die in einigen ä,agen wahrscheinlich ein neues Moment ergeben dürste. Go eben hat nach feiner letzten Vernehmung sein Abschiedsgesuch eingereicht, das bewilligt wer- oen wird. Zur Verhaftung des Hauptmanns soll übrigens ein Srtej geführt haben, den dieser an die Frau des Ermordeten geschrieben hatte, und der bei der Haussuchung aufgefunden wurde. Als auffällig wird bezeichnet, daß Der Verhaftete bald nach Auffinden des Körpers um einen Urlaub gebeten habe, der nicht bewilligt wurde. Der, Frau v. Schönebeck, die angeblich zu ihrer Vdutter reifen wollte, ist vom Kriegsgericht nahegelegt worden, die Stadi Lieber nicht zu verlassen. Sie befindet sich also noch in Allenstein.
"-EinesSozialistenführersTochterimKlpster. In Frankreich hat sich die Nachricht verbreitet, daß die Tochter von Jean Jaures den Einschluß gefaßt habe, in_ ein Kloster zu gehen. Für Jauräs ist dies ein tiefer Schmerz. Seit drei Wochen weilt die Familie auf ihrem kleinen Landgute Bessoulet im südlichen Frankreich. Wie es hieß, wolle Jaures sich ausruhen. Aber man weiß, daß die ganze Familie sich dort versammelt hat, um in der Stille des ländlichen Aufenthaltes Rat zu halten und den Entschluß des Fräulein Jaures zu erwägen. Alle Versuche, auf Jaurss Tochter in anderem Sinne einzuwirten, toeinen jedoch vergeblich zu sein, der Entschluß von Jaures Tochter soll unumstößlich fein.
Kleine Tagcschronik.
Der von der Strafkammer zu Karlsruhe zu drei Jahren Gefängnis verurteilte Agent v. L i n d e n a u hat auf die Revision verzichtet. Infolgedessen hat auch der Verteidiger von einer solchen Abstand genommen.
Der itmrtcnu „Slaatsanz." meldet, daß das Ministerium des Innern wegen der Ai a u l - und Klauenseuche m Stuttgart die Einfuhr und Durchfuhr von Rindvieh und Ziegen aus oer Schweiz nut sofortiger Wirkung verboten habe.
Der Präsident des Landtages von Waldeck-Pyrmoirt Geh. Instizrat Tr. Waldeck ist in A r 0 l s e n infolge von Glatte gestürzt und hat einen komplizierten Armbruch erlitten.
Der 53 Jahre alte Past 0 r Moritz Kern tu Ober-Ullersdorf hat am zweiteit Weihltachtsfeiertage feinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. Pastor Kern, der feit 2ö Jahren in «einer Gemeinde amtiert hat, tvar seit dem Tode seuier Fran schwermütig geworden.
MriginaL-Drahttnel-un-e».
Berlitt, 31. Dezbr. Im Harderr-Prozeß beantragte ver StaatSattivalt 4 Monate Gefängnis.
Berlin, 31. Dez. Ter Vorsitzende der 14=8. Abteilung des Amtsgerichts Berlin 'Mitte, Amtsrichter D r. Korn, der durch den ersten H a r d e n - P r 0 z e ß vor dein Schösfeiiaericht bekannt gewordeti ist, trat hiesigen Blättern zuiolge nach Versügimg des Landgerichtspräsidenten z ii r Z i v i l v e r w a 11 u n g über. Die Versetzung soll aus dessen Wutifch erfolgt feilt.
Allenstein, 31. Dez. Hauptmann v. Gäben befindet sich nach wie vor 'in Untersuchungshaft. Seine Wohnung ist versiegelt worden. In der Bürgerschaft finden fortgesetzt Vernehmungen statt, die sich in erster Linie auf die Frage erftredeu, ob die Gattin des Majors zu anderen Männern in Beziehungen stand. Im Hause des Majors von Schönebeck fand im Beisein des ersten Staatsanwalts ein Lokaltermin statt.
Allenstein, 31. Dez. Es ist erwiesen, daß der Mörder des Majors v. Schönebeck kein gewöhnlicher Verbrecher gewesen sein kann; auch steht es fest, daß zurzeit der Tat Licht im Zimmer der Frau v. Schönebeck gefehen worden ist. Amhentifch ist es ferner, daß
Der ermordete Major zu schießen versucht und daß sein Revolver versagt hat. lieber den Inhalt des Briefes, der zur Verhaftung des Hauptmanns v. Goeben geführt hat, be* tehen -wer Versionen. Nach der einen hat Frau v. Schönesi,-ck in Goeben geschrieben und ihm ihre traurige Lage gt> childert, worauf Goeben ihr jede erforderliche Unterstützung zugesagt habe. Die andere Version besagt, daß v. Goeben Der Frau v. Sch. in den beschlagnahmten Briefen gewisse Berhaltungsmaßnahmen nahegelegt habe.
Straßburg, 31. Dez. Großes Aussehen erregt die tn Hüningen erfolgte Verhaftung des Arztes T r. Rausch, der des Verbreche ns gegen das keimende Leben bezichtigt wird. Diese polizeiliche 'Maßnahme steht in Zusammenhang mit der in Basel erfolgten Verhaitung des Arztes Dr. Halif wegen derselben Straftat. Dr. Halsf hat sich m der Gefängniszelle erhängt.
Amsterdam, 3L Dez. Der Führer der Cakvi- nisten, Dr. Heemsker, wurde von der Königin der Niederlande mit der Bildung des neuen Ministeriums beauftragll
Paris, 31. Tez. Hier hielt Ingenieur Berjonneau einen Vortrag über den von ihm er,unvenen Apparat zur telegraphischen Uebertragung von Photographien und Holzschnitten. Im Anschluß an feinen Vortrag gab er eine Landschaft auf 30 Meter Entfernung in vorzüglicher Weise wieder.
Oran, 31. Dez. Nach einem Telegramm aus Udschda haben alle Stämme der Beni Snafsen ihre Unterwerfung vollzogen und danllt begonnen, die ihnen auf- erlegien Strafen zu zahlen. 9Zur der Stamm der Beni Kaled hat sich bisher geweigert, sich zu unterwerfen.
Gießener Wetterdienft.
Voranssichtliche Svittcrnng für Hesse« am Mittwoch den 1. Januar 1908: Fortdauer der trockenen, mein trüben Frost- luiiuuung.
Die nach- Ä p r 7 I £> 8’n l den 1. Januar
-lebenden ÄUl Zu l v vou 12 Lhr mittag» bi» 12 Lhr nacht» on* tür di iahende Fälle sicher auzuli eilen. s
Dr. <jieyer, Seltersweg 64. — Dr. K.iein, Ost-Anlage 37. —
Dr. Ziits-er, Goetbestiasse 10._______________
Jlorgen von 4—9 Lhr
Nur PeSikan-Apotheke offen. |
Wlischer Arbeitsnachweis Kietzen.
Gartcustraße 2, Zimmer,2.
Es können eingestellt werden:
a. bei biefigen Arbeitgebern:
1 Eisendreuer, 40 Zmarremuacher bezw. Wickelmacher, 1 Haus- DuLiuje, 1 ütiuibuncljc, 2 Dienumadcheu, 5 Labateturipperinnen, 2 LagtÜynerinuen.
Lenrunge: 1 Schmied, 1 Installateur, 1 Buchbinder gegen Vergütung.
b. bet auswärtigen Arbeitgebern:
1 lauuwirtfchaitl. Arbeiter, 1 Schuhmacher, 2 Dienstmädchen. Lehrlinge: 1 Schlößer.
Es suchen 'Arbeit:
1 Emchbiuder, 1 Schuhmacher, 1 Schlosser, 1 Schreiner, 2 Spengler, 2 ynitauateme, 2 Zigarremuacher, 1 Maler, 16 Arbeiter, 4 -vausvurfchen, 1 Auslauier, 1 Vertuuser, 2 Fitckirauen, 1 Putz- u. Waschfrau, 2 Lauuraueu.
Holzversteigerung
im Gießeuer Sr^otwaid.
Montag, den 6. Januar 1908, vormittags 9V2 Ubr beginnend werden in bett Waldungen der Stadt Gießen m den Distrikten LLaldshnte und Cbcrbag versteigert:
1066 LZichienderbftcuigeu mit 41,/7 Fstm.
677 „ reisftangen „ 5,55 „
28,2 Rün. Eichen-Scheitholz
2 „ Birken- „
27,8 „ Eichen-Knüppelholz
37L „ „ -Stockyolz
3L „ Nadel- «
165o Wellen Buchen-Reisig
5300 n Eichen- w
200 n Erlen- **
2530 n Nadel- „
Die Zusammenkunft ist auf der Licher Straße an der ersten Schneise.
Gießen, den 3L Dezember 1907.
Größh. Bürgermeifterei Gießen.
___________________I. Keller. _______________B31/^ Zur Enthcbitüg non Ntrijühts-ißlülkMüiiilheli iwrih Lefitche unö Karten - Neujahr 1M
haben weiter bis jetzt nachverzeichnete Herren und Damen der Kleinkinder-Bewaliranstalt Galwn gespendet:
44. Apotheker vr. Julius Caesar; 45. Medizinalrat vr. Haber- fom; 46. Belrtebsingenieur Klose: 47. Lehrer Trautmann: 48. Rentner Adolf Lyncker: 49. Bahnspediteur Adolf Lyncker: 50. Bahn- spediteur Wilhelm Lyncker: 51. Stadtrat Brück und Frau: 52. Weißbinderuieifter Christoph Schmidt und Familie; 53. Architekt Heinrich dtieoiauo und Familie; 54. Stadtrat Iughard; 55. Frau Z. Thörner Ww.; 56. Direktor Bergen; 57. Bergwerks-Direktor a. D. Pascoe; 58. Kommerzienrat Georgi; 59. äJtaler Groß und Frau; 60. Rentner Julius Suittmann; GL Fabrikant Julius 'Nattmann;. 62. Obermgenieur Aöuller unb Frau; 63. Wemhandler Küchel und Frau; 64. Oskar Gutmann uktd Frau; 65. Dr. Karl Bruck und Frau; 66. Adolf Möhl und Fanutie; 67. Schlosiermeisier Stohr Ww.; 68. Stadtrat Loder und Frau; 69. Pmr'rer Scriba itnd Frau; 70. Gyimtasiallehrer Eduard Hartmann; 7L Kommerzienrat Heichelheim und Frau; 72. P. W. Wilson unb Frau: 73. Wilhelm Kaufmann und Frau; 74. Hauptlehrer Knauß; 75. Georg Becker unb Frau; 76. Frau Jütte Bückirtg; 77. Beigeordneter Keller; 78. Rentner Louis Äattrem und Frau; 79. Großh. Regiernngsrat Weicker; 80. Familie Karl Reiber; 8L HutmachLr Rudolf Richter unb Frau; Kaufmann Otto Rarhschlag; So. Jakob Helfenbein Ww. unb Kinder, Cisgefchaft; 84. Bergwerksbeauuer Horft unb Frau; tS. Sl auf mann Fritz Nayauer unb Frau; 86. Heinrich Hettler; 8/. Bauunternehmer Betiber; 88. Kaufmann Louis Sundheim^ 89. Weitzbinbermetfter Schäfer unb Großer; 90. Georg Wtssig unb Frau; 91. Louis Lotz unb Familie.; 92. Lerlagsbuchhänbler Emil Roch; 93. Architekt Meyer unb Frau; 94. I. Happel unb Frau; 9b. Rentner Philipp Schäfer; 96. Weitzbinbermeister Karl Schäfer; 97. Oberlehrer Boeck unb Fran; 98. Stabtrat Theobor Hauvach unb Frau; 99. Agent Jean Boeck; 100. Kauzielrat Demuth; 101. Aktuar Bühner; 102. Melchior Schäfer Ww.; 1(8. Stabtrat Helfrich; 104. Karl Zülch unb Frau; 10o. I. I. Sauer unb Frau; 106. Kaufmann Benner unb Krumm; 107. Lubwtg Albach, Wäscherei; 108. PhotoiN'apb Lubwig Uhl; 109. Fabrikant Emil Hom unb Fran; 110. Instizrat Metz; 111. Zahnarzt Metz. [v31/^
Bon ben 111 Gebern würben insgesamt 310,50 Mk. ge- spenbet. Deii freunbltdjen Gebern sei herzlicher Dank gesagt.
Mitgtteber ber Loge Ludewig zur Drcnc dahier, der Begründerin unserer KleinUnder-Bewahransialt, haben auch in diesem Jahre unserer Anstalt ein NeujahrSgeschent von 50 Mk. gespendet. Auch für diese Gabe banken wir aufs herzlichste.
Gießen, den 31 Dezember 1907.
Der Vorstand der Kletnkinder-Bcwabranstalt.
Dr. Naumann, Kirchenrat.
von Sri. LMmnn
Süd-Aulage 7
Beginn des Unterrichts in allen weiblichen Handarbeiten loiotc Lluustardciten, Brandmalerei. Tiesbrand, Schuitzcrei, ^cderplastik usw. 790g
MF Montag den 6. Faituar 1908.
Linswärtiae aaiue oder tellweiie Pension im Hause.


