Ausgabe 
5.9.1907 Erstes Blatt
 
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NusLarsH.

J-Kcr und Flotte.

I Berlin, 4. ^>ept. DasMilitür-Wochenbl." meldet: Ge- ® x!» Präsident des Ingenieur-Komitees und Genera.maior Kopka von Lossow, Kommandeur der 10. Jw- wurden in Genehmigung ihrer Abschiedsgesuche zur Trsposr11vn gestellt.

, Ein Achtzigjähriger. Wie wir bereits mit- terlten, beging gestern der Universitäts-Sekretär Geh. Kanzierrat Schäffer seinen achtzigsten Geburtstag. Aus Kulas; dieser seltenen Feier des noch von früh bis spät nn Dienste befindlichen Beamten begab sich der stellver- tretende Rektor Geh. Justizrat Professor Dr. Schmidt mit fast sämtlichen zurzeit hier noch anwesenden Dozenten und Beamten der Universität gestern mittag in die Wohnung des ^ubrlars, um ihm die Glückwünsche der Landesuniver- s .r-S1 u6lförinöen; Der Prorektor überreichte ihm mit -erzlichen Worten eine künstlerisch ausgestattete Glück- wun sch ad resse und ein prachtvolles Blumenarranae-

Sichtlich gerührt dankte der Jubilar für diese herz­liche Kundgebung. Bon den meisten in den Ferien weilenden Dozenten sowie von vielen anderen Freunden und Bekannten waren Glückwunschschreiben ilnd Telegramme eingeaanaen. Dem verehrten Jubilar wünschen wir, daß er noch manche Jahre in geistiger und körperlicher Frische in seinem Beruf tätig fein kann.

r. Schotten, 5. Sept. Heute feiert Herr Jakob Bauer hier seinen 100. Geburtstag. Der Greis ist noch rüstig, raucht sein Pfeifchen und geht an Sonntagen in sein gewohntes Stammlokal.

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H Belastungszeugen aufgetreten und beschworen, die Tat gesehen zu haben. Aus einer Reihe anderer 0t?r9 ?0CXc hervor, daß dies nicht möglich war, ^r Angeklagte freigesprochen wurde. Dagegen wurde Perhandlung, dem Antrag des Staats­anwaltes folgend, der Belastungszeuge F. mit seiner Frau vor­gerufen und eindringlich aufgefordert, ihre eidlichen Aussagen zu ergänzen, was sie noch vor Schluß der Verhandlung Kütten machen können. Sie blieben aber starrköpfig, weshalb der Ebe- mann festgenommen, die Frau über mit Rücksicht auf ihr vier Wochen altes Kind, das sie noch zu stillen hat, vorerst freigelassen - Von emcm jungen Menschen anaefallen wurde Nähe dec Böll,keiner Höhe im Mnnn Mühlenbesitzer Klinger^ ein nahezu 70 Jahre alter bec von einer Beerdigung nach seiner Heimat Ober- Kainsbach gehen wollte. Der tteberfallene wehrte sich und rief wt®11Wn°no!f ^cu.tcf5e^eieUtcn und der Räuber das Weite ,n 0 7 man den Burschen erkannt hat

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x Großen-Llnden, 4. Sept. Die Mitglieder des hiesigen Krieg erve re ins sammelten gelegentlich der Sedanfeier f ü r H e r b st e i n 11.55 Mk. Der Betrag wurde direkt nach Herbstein abgesandt, mit der Weisung, ilm an bte vom Brandungliick betroffenen Veteranen zu verteilen

Kn ütteb. Alle an Ort und Stelle angewandten Mittel Äfilfc6 baS K"'d i» die Klinik nach ließen -er-

nnh?1 feiler war in der Scheuer entstanden

bramite_ mit den gesamten Stroh- und Futtervorraten nieder. Die herbeieilende Feuerwehr hatte große Mühe ein

Es haben sich mehrere Zeugen gemeldet, bie einen jungen Mann ^5achtet haben, der die Laschen an der Schiene entfernte Ter Tater ist vielleicht ein entlassener Bahn arb eiter, der oie Tat aus 8i a ch e begangen haben mag.

.Der Materialschaden wird auf anderthalb Millionen Mk geschätzt. Die Wagen sind derart demoliert, daß sie nicht mehr verwendet werden können.

Auf dem Batznhofe Landes Hut i.' Schles. entgleiste am 4- September ein Güterzug durch Ueberspringen der Loko­motive über eine Weiche. Sechs Wagen sprangen aus dem Gleise und ,md stark beschädigt. Drei Wagen wurden total zertrümmert Ter Materialschaden ist bedeutend.

In der Nähe von Gy ul av ar (Ungarn) versuchten Bauern

Eisenbahn-Attentat. Sie entfernten aus der Eisen Konstruktion einer Brücke zahlreiche Nägel. Jedoch wurde die Tat noch rechtzeitig entdeckt und es gelang der Gendarmerie, sechs Schuldige zu verhaften.

Dei Kralovac (Kroatien) entgleiste ein Personen- ä u g. Em Bahn- und ein Postbeamter wurden schwer, mehrere Per,onen leichter verletzt. ________

Kandel.

Beleidigung des Dr. Peters mangels eines öffent­lichen Interesses ab gelehnt hat, hat nun Dr. Peters Privatklage und Strafantrag wegen Beleidigung gegen Major v. Donat eingeleitet.

, Bremen, 4. Sept. Der P r o t e st d c r No r d deut­sch e n S e e k a b e l w e r k e gegen die Errichtung der Metall- ^erke an der Unterweser wurde in zweiter Instanz ab­gewiesen und die Konzession unter verschärften Beding­ungen und Verlegung der Zinkhütte 300 Meter nördlicher erteilt. '

Tabora, 4. Sept. Staatssekretär Dernburg trat den Rückmarsch nach Muansa an, wo er voraussichtlich 'am 18. September eintresfen wird. Sein nächstes Reiseziel ist Tanga.

, o 1 c' 5- Sept. Von besonderer Seite verlautet, daß da^ Rei,e-Programm König Eduards für den Herbst bereits fertig gestellt sei, ohne daß eine Be- 6bgnung mit dem Zaren darin vorgesehen Ware. Es mußte, falls eine Begegnung wirklich vorgesehen em sollte was immerhin möglich sei, erst Raum für sw geschaffen werden. In Petersburger informierten Kreisen glaubt man, wie von dort gemeldet wird, überhaupt nicht an dm Wahrscheinlichkeit einer Zusammenkunft der beiden Monarchen in diesem Jahre.

c_ Dublin, 4. Sept. H o m e r u l e. Unter dem Vorsitze Des Lordmayors fand heute eine Knndgebung für Hom erule statt. Ter Jrensührer Redmond sagte in emer Rede, keine Reformen würden Irland befriedigen, ehe nicht irische Gesetze und eigene irische Verwaltung habe Ter größere Teil des irischen Volkes wäre gegeuwür- up i n tCi, V' 111W n & c r r fa f t gänzlich abge- PiL 9? bMtrCa?Ov Nevmoud empfahl schließlich dringend eme energische Agitation in Irland.

Ein neuer Pogrom in Rußland. DieVoss. Ztg. melde, aus Tiflis: Kosaken veranstalteten in Elisa- beS°^Cinen 9r Dln- Vier Armenier lvurden getötet zahlreiche wurden verwundet. '

DerJntransigeant" behauptet, er- p5rU ^aBen' £a6 ei,te Zusammenkunft Kaiser Wilhelms und des Präsidenten Falliöres vwischen den Diplomaten beider Länder beschlossene

V/T' Zie Zusammenkunft lverde voraussichtlich im Mai nächsten Jahres auf neutralem Boden statt- sinden und einen improvisierten Charakter tragen. '

Pekin g, 4. Sept. Pers onaln achrich ten Ein Heute abend veröffentlichtes k a i se r l i ch e s D e kr e t gibt ^Ernennung von Yuauschikai zum Präsidenten oes efQn?r unt) die Ernennung von Luachuan M Zollkontrolleur. Außerdem sind Yuanschitai und ^I^^uls^itiing zu Staatsräten ernannt worden.

Betrügerische Mariipulatiouen.

^^^lersburg, 4. Sept. Betrügerische Mani- fi(? seinerzeit der Getreidelieferant

1 schulden tommen lassen, sind jetzt bei der Werpslegung der von einer Hungersnot heimgesuchten Be­völkerung des Gouvernements Kasan sestgestellt worden, dortigen Gutsbesitzer Kasem Beck wurde von dem Ka- sanschen Landschaftsrat eine Getreidelieferung für eine Ätil- übertragen. 300 000 Rubel wurden ihm soforr

Vorschuß ausbezahlt. Gleich Lidwal lieferte Kasem

^bu^9 .und dazu schlechtes Getreide. Schließlich Ersuchte er das Getreide, anstatt es an die Landschaft

Elegischen Bank zu verpfänden. pie,e Manipulation wurde schließlich ruchbar unü der ge- [a^e ^andfchastsrat wird nunmehr gerichtlich zur Ver- Kntwortung gezogen werden. °

an ö ü e r. Die Truppen hatten gestern g oßtenteils Ruhetag und heute beginnen die Brigade- ;^JoöeQr; Dienstag hatte die 42. Infanterie-Brigade (80 er, 81 er und 166 er) Besichtigung. Die 81 er und 166 er Ratten auf der AnhöheSteinen" Aufstellung genommen, die 80 er entwickelten sich im Glauberger Wald. Heute ^egann die 21. Artillerie-Brigade ihr Scharfschießen im ^eemental, oen Kanonendonner hörte man in der gesamten ^eUeran. Tie große Feldbäckerei bei Ranstadt beginnt ihre ^atigkett, ebeiiso die dortige Schlächterei. Bei Fried­as Automobilfabrik ein großes Proviantlager

haA nr ^0- ^nfanterie-Brigade ist auf dem Marsch nach Oberhessen, sie liegt bei Frankfurt und Offenbach im quartier, bte 61 er Artillerie liegt in Bürgel und Offenbach. Morgen trifft auch das Pionierbataillon aus 5vastel in Oberhessen ein. Bei den bisherigen Besichtigungen der Reguneiiter und Brigaden Ivurde das Gewicht auf das Gefecht, die Entwicklung zum Gefecht, das Heraufchleichen an den Fernd und die Feuerausbildung des einzelnen Mannes gelegt, während Paradeaufstellung und Parade- mar,ch nicht wie früher die erste Stelle einnahmen; viel­fach fielen sie sogar aus, so auch bei der 49. Brigade. Den beiden Divisionen werden Telegraphenabteilungen zugeteilt. Wahrend der Korpsmanöver werden besonders bei Büdingen Feldtelegraphenleitungen gelegt. Massen- und Notquartiere sind am 16., 17 und 18. Sept, für bie Orte um Nidda, Ranstadt, Stockheim, Büdingen, Selters, Bleichenbach, Ortenberg, Borsdorf und Fauerbach amtlich angemeldet. Hier wird sich also das Korpsmanöver abwickeln.

ü b l i ch e Feste, sen der Mitglieder der Pferdemarrtkommisfion, der Preisrichter usw. sand nach

dem Sa)luß des Pferoemarktes gestern nachmittag unter Teilnahme zahlreicher Gäste im Hotel Prinz Karl statt. Im ^bI?^^^^^Mahles, das allgemein sehr befriedigte, c\^ dachte der Vor.itzende der städtischen Pferdemarlt-Kom- mission, Brauereibesitzer Bich ler, in einer herzlichen An- SttiÄn L-s verstorbenen Vorgängers in diesem Amt, ^.tadtv. Hean K t r ch , in oer er der hervorragenden Ver- ^rchs um die Wiederbelebung und Organisation ^dachte. Zu Ehren des Verstorbenen erhoben sich die Anwe,enden von den Sitzen.

Spr ^?^u kb are. Die mehrfach vorbestrafte und der Arbeit abholde Christine Bambey aus Gettenau hatte vor acht Tagen hier bei einer Frau ein Asyl gefunden unter der Angabe, sie wolle sich in Gießen eine Stelle suchen. Gestern morgen, als die Logisgeberin zur Arbeit gegangen war, packte auch die Bambey ihren Bündel und verfchwand, nachdem sie sich aus dem Kleiderbestand der Quartiergeberin einen Rock, Taille, Strümpfe usw., sowie ein Paar Gold-Ohrringe ungeeignet hatte. Auch etwas Bargeld yatte sie sich aus dem Portemonnaie der Frau zu verschaffen gewußt. Auf die alsbald erstattete An­zeige hin wurde nach der Diebin recherchiert und sie wurde verhaftet. Einen Teil der gestohlenen Sachen fand man noch Bei ihr vor und konnte der Geschädigten zurück- gegeben werden.

® eich sh a nk au sweiI. Der neueste Ausweis ist vor- . 'ür bie Börse, bann aber auch für bie gesamte Ge-

1 orc eine recht unangenehme Ueberraschnng gewesen, da die Anforderungen in den letzten Wochen des August bedeutend größer waren, a.s in ber gleichen Zeit des Vorjahres- Tie Folge davon war, daß bie Bank wieder mit 19,46 Mill- Mk. ui die Notensteuer kam, während sie in der gleichen Zeit des Vorjahres noch über eine steuerfreie Notenreserve von 42,49 Mi'l- und vor zwei Jahren über eine solche von 129,11 Mill- Mk.

Wech, eleinreichungen sind auf 59,78 Mill, ge-

164° 5?T<fb W^°rACfCUt C r bSc ^uk in gegenwärtig uni . r" ^der als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Diese Weaiie.einreichnngen sind sehr aufsallend, schon deshalb, weil TVrA<,HCn .^brsenpmtzen Berlin und Frankfurt in den letzten wfn-thiSmTf 2tCmV5 ftarFc5 Eeldaugebot hervortrat und der Trivutdiäkont zurüagegangen ist, Die F. Z. glaubt, daß die Reichbbank besonder! stark an den Jndustrieplätzen in Anspruch Uark^Aniü!-^' M) Tjt blC ?anf leitens des Reichs wieder {% ?o^-<P'enoninten worden und der Effektenbestand hat lch um 42,93 Mill, gegen 25,27 Mill. Mi', i. V er«t Jrnniei-

ca. TO/62 & L

d° 924il^inO8Ä Milk Ä

^Fcht ttch hieraus, daß bie Bank für bie Anforderungen bUtd,aUd "icht in nrim

GeftllschastÄfbÄ*'i'ls SchlmCwI- 385 L^nt

einen ülStrieb 'üonVeoo Schweimn? von denen gut"/ lnh UaiMeute df*«

Wer von bcii Handelslemen seine Ware los e<?) n ri* biliige Preise mochen. besonders bei ßerte(WJ

Mann zn bringen waren. Die Preise r * s ?

Ferkel 5 - 8 Wochen alt, 26^ sl'wr z A f,r,v 6,Ü.S ?aa lebettb

Schwnn'emästkr fange,? wkbn'fi,tbe benS

verfallen, sich abivebrend < nItcu Fehler zn

«sÄWÄsSTr*-- ä "

Aus Stadt und Land.

Gießen, 5. Sept. 1907

"Hülfe für Herbstein. Bis heute vormittag ginnen Bei uns ein: I. H. 2 Mk., Heinrich Boller 5 Mk., Professor Soimneriab 3 Mk., H. 1 Mk., Gemeinde Trohe, von Büraer. meiner Schmidt gesammelt, 16 Mk., von der sächsisch.ihürma. Landsmannschaft bei einer Abendsitzung gesammelt 12 Alk. 35 Mk "2 ? M^rer Engel, Obbornhofen, eingegangen 3o.o0 Mk. Zusammen jcljt mit den bereits früher qulttterten 4511,38 Mk. bis jetzt 4 58 6,8 8 Mk.

zu nehme" ^bschaftsstelle ist Bereit, weitere Gaben in Empfang

Bei dec Sammelstetle des Hülfsausschusses für Herbsteur gingen ferner ein: Direktor Nappmann hier 25 Mk Cammrnnß ui der Geutenide Treis a. d. Lumda durch Burgermetster Benner 54 Alk., Sammlung in der Gemeinde Daubrmgen durch Bürgermeister Walter VI. 55 60 Mk

fD«!ig. Pi.rrstcllc zu Obec.RoSü.ch uud htm Pzurcc^Hcuu

ble °v°ng. Pfarrstelle z Nieder- Modau übertragen; den Pfarrer und früheren Dekan üerm Sartorius zu Grost-Karben unter Anerkennung seiner lang.' ahrtgen treu geleisteten Dienste und unter gleichreitiaer Er teckung des Charakters als ttuchenrat, sowie den Pfader Nuhestand versetzt Ndchsuchm in den

** -i eue r Adel. Dem Major a. D. Paul Back- wordembnedberg ist dec erbliche preußifche Adel verliehen

Spionage.

rJ i, 4. Sept.. Tie Verhaftung des F e l b to e B p f« (T1 \ ; n baynschen Infanterieregiment soll doch, wie die Loth- mger Leitung mittei.t, wegen Spionage erfolgt sein- Er fnff mit einem in Herbesthal im Manoverfelde wegen Verback's

feÄÄÄä U? eenen Brienchaften, sowohl als auch solche, bie bei dem Ser- »

M fitere »erTXngln

wejia.e hcn^es Spion« g e s» st e m d-mdr'n ' E e,n

Rüdes hei m eine Jahreshauplversamn,tun» Les Mitt.

1U e 9 b c u 1 f Ci) e n -stenographe n b u » d e s c

Ingen, nut der ein öffentliches W-Nschreiben verbu'chen HfC Bund hat ganz vorzügliche SchuellschreibkräÜe bio hi?4' 300 Silben leisten. - In W o l! s h a E nin ' ?'S, > dcr Blitz m die gefüllte Scheune des 2nnbiviri§Ö ticnbei b s votlltaudig uiederbramue. Ter 'Arbeiter Rov e rb in i h t' ° Nieder j c() elderh litte wurde in, "0(l n"

ttnücnischen Arbeiter durch einen Rcvo vcrichug ud verlünr^' -A-Arrmme sclnoer oeUept uud !eu,er B « o sm n i! Pc r nn p t "

Tas Eisenbahnunglück vci Rehfelde. *

Die Entgleisung des Zuges Nr. 6 Evbtkul>nen-N?i-si» urfolge Bahnfrevels entstanden. An einer 15 Meter lanae Schiene |mb an dem einen Stoß die Laschen und 's ä m t l i n n e r e n, S ch r a u b e n g e l ö st vorgefundcn tvoeden ^ie letzungen sind sämtlich leichterer Natur, so daß die Berle'pt.ni i, in ihre Wohnungen begeben konnten. An der Stelle wo h Zug entgleiste, sind auf einer Strecke von 15 Meter 'sämtlich Schienenschrauben aus dem Bahnkörper herausgeschraubt wordci Auch die Laschen, welche die Schienen zusaniinenhalten fm auf einer Seite abgeschraubt. Tie Folge davon war, daß di ttnie Schiene, die nicht mehr befestigt loar, um einen halbe F'uh nach innen geschoben wurde. Als ber Zug an diese Stelle gerieten die linken Räder der Lokomotive und der einzelne- Wagen außerhalb der Schiene und liefen auf den Schwellcu die noch die schweren Eindrücke zeigen. Tie Folge davon war baß der Zug entgleisen mußte. Daß kein größeres Unglück a Ichehen ist, ist nur darauf zurückzuführen, daß bei der Em gleisung die Wagen stehen blieben und auf die linke Seite fielen Kurz nach der Entgleisung entstaub im Speisewagen, der nn gefahr der fünfte Wagen war, ein Brand, ber dadurch hervor gerufen wurde, daß die Beleuchtung des Wagens die Holzteili in Brand setzte. Durch das Feuer wurde der Wagen vottstandi« vernichtet, ebenso verbrannte der folgende Wagen vollständig Dei Wagen vor dem Speisewagerc ist nur zum Teil verbrannt Ganzen sind 9 Wagen entgleist.

Die Zahl ber Verwundeten beläuft sich auf acht, getote 1P1l r .niemand. Der Lokomotivführer, zwei Postoeamii und 5 Passagiere erlitten Verletzungen.

Ter Bankdirektor Kraschutschki von der Ostbank in Königsberg i Pr. wird aber noch vermißt. Kraschutschki wollt, sich zum Bankiertag nach Hamburg begeben und hatte mit eininen Herren m Berlin ein Rendezvous verabredet. Er ist aber b'ishei noch nicht nl Berlin eingetroffen und war trotz aller Nach^ sorjchungen nicht zu fiuden. ;

^oltwageu ist übel mitgespielt worden. Es ist sicherlich eine Menge Briefscha ften verloren gegangen. Da-- Verbrechen i)t zwtzcheu 11 und W Uhr nachts geschehen ' ^1\®trail§b(2rg zirkuliert das Gerücht, daß das Eisenbahn- ittteiltat v o n A n a r ch i st e n verübt worden sei, die ver- mutet haben, daß in dem Schnellzuge ein hoher russischer 77/ ^0 c r nach Berlin fahren würde. Ob das Gerücki

auf Wahrheit beruht, konnte noch nicht ermittelt werden. Tat

b,er verunglückte Zug Fahrgäste aus Petersbare brachte. Es ist aber nicht anzunehmcu, daß er von hohen Personen auf die es abgelehen sein mußte, benutzt war. Jedenfalls steht Jeu, daß mehrere Komplizen zusammen gearbeitet haben müssen. ~ie gnuse Art und Weise, wie die Schrauben herausgezogen worden waren, laßt darauf schließen, daß das Attentat von Leuten verübt worden ist, die mit den einzelnen Teilen des Elienbahnkorpers genau vertraut sind. Auf die Ergreifung d-r Tater sind von der Behörde 2000 M k. als Belohnung ausgesetzt. Ter Etzenbahnminister verständigte sofort bie Staatt anwattlchaft beim Landgericht 3, die einen Vertreter zur ersten .ftst^rsuchuug entsandte. Ebenso hat sich eine Kommission des Eifenbahnnimisteriums zur Untersuchung an Ort und Stelle be'- geben.