Ausgabe 
28.3.1907 Erstes Blatt
 
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fiWen. VetDer gelangten diese Dwrvnungen nur teilweise nnr Ausführung und wurden bereits im Juli desselben Jahres wieder ausgehoben. Als Erfinder des Kraukcntransvortwagcns ist der geniale französische Chirurg Larrey zu bezeichnen, der auch um 1800 die sog. fliegenden FeldlaMrette einführte. Von den unter Friedrich Wilhelm IL angcsä-afjtcn 12 Krankenwagen be- Ben sich 1813 bei der gnnzen Armee nur 3 Stück, jedes, ende Feldlazarett hatte außerdem 3 Tragen. Das war Alles!

wenden nur den Blick ab von den früheren traurigen Ver­hältnissen, die so manchem tapferen Streiter das Leben, so manchem Verioundeten Arm oder Bein gekostet haben. Himmel­weit ist der Unterschied zwischen einst und jetzt. Gut geschultes Sanitätspetsonial, tadelloses Sanitätsmalcrial steht reichlich zur Verfügung. Ein Heer von Krankenträgern bringt die Verwundeten >u den Verbandplätzen. Gut eingerichtete, federnde Wagen, zweck­mäßig hergcrichtcte Bauernwagen ermöglichen einen schonenden Transport der Verwundeten. Lazarett- und Kranleuzuge, Lazarctt- und Krankenschifse führen Stalle und Verwundete baldig>t der Heimat zu und zerstreuen sie über das ganze Land, um die so ge­fährliche Anhäufung von Verwundeten in der Nahe des Schlacht­feldes zu vermeiden. Mustergültig ist das Feldsanitätswefen or­ganisiert und gegliedert. An der ^>aud einer großen schematischen Darstellung wird die Orgianisation ttes Felosanitätsweiens im Kriege eingehend besprochen. Die Sanitätskolonnen können im srötialle an L»ie Sanitätskompagnien der mobilen Truppe ange­gliedert werden. Ihre eigentlich Tätigkeit aber finden sie im Rücken 4»er Armee im Bereiche der Etappenbehörden und im Jnlande. Sie können das Begleit- und Transiwrtperfonal stellen für Lazarettzüge und HülfSlazarettzüge, Tür Lazarettschisse und Hülsslazaretlschiffe, für den Transport aus den Kriegslazaretten zur Eisenbahn, von der Eisenbahn in die Reserve- und Vereins­lazarette; sie können werter den Dienst übernehmen aus den Erfrrschungs-, Verpslegungs- und Uebernachtungsilationen. Sie stellen ferner Lias Personal für die Verwaltung dec zahlreickpm Depots der freüviUigen Krankenpflege. Die Sanitatslolonnen bilden einen so wichtigen Faktor im Feldianitätswe>en, daß ein geschicht­licher Rückblick auf die Entstehung und Entwicklung der sreuviltigen Kolonnen wohl ihr Interesse zu erwecken vermag.

Heilig sei der Kranke! Heftig der Beriountete! Heilig sei er! Und menschlich der Krieg!

Der entwaffnete, gefangene, verwundete Mann ter feindlichen Armee ist lein Feind ist nur ein Mensch."

So schrieb schon im Jahre 180ö ter Vorkämpfer für die edlen Bestrebungen des roten Kreuzes, Dr. Christian Faust in Bückeburg, bet schon Danin ls mit Begeisterung für die Heiligkeit und Unver­letzlichkeit ter Lazarette eintrat. Tie Geschichte Der Befreiungs­kriege 18131815 berichtet uns, daß zahlreiche Männer, die das Schwert nicht zu führen vermochten, mit den mobilen Truppen als Krankenträger in ten Krieg zogen. Auch organisierte Man schon UamalS den freiwilligen Transpvrtdienst. denn nach teil Schlachten bei Ligny und Waterloo bildeten sich in Brüssel Genossenschaften, um die an den Wegen zerstreuten Kranken und Verwundeten auf Tragbahren in die Stadt zu bringen. Tie nächsten Nachrichten über Sanitätskolonnen bringt uns nach 50- jäliriger Frieduszeit itfer Krieg von 1864 gegen Dänemark, aus welchem die freiwilligen Hüljskräfte vom preußischen Johunnitcr- orten und die evangelischen Dvakoncn des Rauhen Hauses zu Hamburg als Kriegskrankenträger besonders zu erwähnen sind. Sn das Jähr 1864 Hüllt auch ein epochemachendes Ereignis ui der Eniwicklung des europäischen Völkerrechts, die sog. Genfer Kvnvention. Das Abzeichen ter Genfer Konvention, das rote Kreuz auf weißem Grunde, das Zeichen, unter dem auch sie sich ver- einigt haben, versinnbildlicht eine der schönsten Betätigungen des menschlichen Geistes, des menschlichen Herzens, nämlich diejenige der werktätigen Nächstenliebe.. Dem Grund zu teefcm .System der Privathülse hatte schon ein Jahrzehnt vorher Miß Florence Nightingale gelegt, lvelche sich im orientalischen Kriege 185456 als Vorsteherin ter englischen Hospitäler in Skutari und Balaklawa ten schönen BeinamenSchutzengel der Blessierten" erworben halte. Dieses System enveiterte ter edle Genfer Arzt Henri Dunant zur internationalen Genfer Kvnvention. In einer Schrift Souvenir te Solferino" schilderte er in ergreifender Weise den Jammer und das Elend der Verwundeten, ten trostlosen Zustand ter Lazarette, die gänzlich ^unzureichenden Mittel und Kräfte ter staatlichen Krankenpflege. Und so wuchs denn aus dem blut­getränkten und mit den Leichen ter Gefallenen gedüngten Boden des Schlachtseldes von Loljaier siegreich das Zeick-en des roten 'Kreuzes hervor, welches sich in raschem Fluge alle zivilisierten Völker eroberte. Leiter hatte ter etee Menschenfreund in seinem Alter mit Stet und Sorgen zu kämpfen, fast vergessen fristete er seine Tage, bis endlich lauch in sein einsames Leben em Sonnenstrahl des Glückes siel, indem ihm vor wenigen Jahren ter Friedens­preis der ^Nobel-Stiftung im Betrage von 70 000 Franks verliehen wurde und die Universität Heidelberg ihn bei ihrer Jubelfeier 1903 zum Ehrendoktor ernannte.

Die Bestimmungen ter Genfer Konvention kamen jüngst zur Anwendung im Kriege 1866. Unter ihrem Schutze wirkten die Kolonnen ter Johanniter, der Diukoncn aus Berlin, Breslau, Hamburg, die katl)vlifchen Maltheserritter, Studenten- und Turner­kolonnen aus Breslau und Darmstadt, das Frankfurter Sanitäts- korps u. <l Allein es fehlte noch immev an einer festen Organisation, welche auch noch nicht volleütet war, als' unerwartet der große Krieg 1870/71 entbrannte. Zahlreiche Kolonnen aus allen größeren Städten unseres Vaterlandes steUten sich zur Verfügung. Auf den Schlachtfeldern bewährten sich wach dem Berichte des Königlichen Militär-Inspekteurs vorzüglich: die Johanniter-Kvlonne Der 8. Armee, i*ie Maltheser-Kvkönne, das Mainzer Sanitätskorps bei Saarbrücken und Rietz, das Bonner Arthel,enkorps bei Mars la Tour und Gravelotte, die Karlsruher Kolonnen und das Hamburger Krankenträgerkorps. Im Bahnhofs- und Transportdienst leisteten Hervorragendes die süddeutschen Staaten. Nicht minder wie für ihre großartigen Leistungen im Kriege müssen wir ten Süddeutschen dafür dankbar sein, daß die Begeisterung für die gute Sache nicht wieder einschlief wie nach den Befreiungskriegen, sondern das Interesse für das Kvlonnenwesen mehr und mehr erstarkte. Nach ten Kriegserfahrungen war es unbedingt notwendig, eme organische Verbindung mit Der Armee zu schaffen. Die freiwilligen Helfer hatten hier Ueberiluü an gutem Willen, indessen entsprach diesem .sticht immer das Wissen und Können. Man hatte es vielfach mit körperlich, geistig und technisch unzulänglichen Kräften zu tun. Auch trieben sich vielfach Aventeurer und zweii^hafte Frauen­zimmer unter dem Schutz des roten Kreuzes im Fe^tesiand umher, die das Ansehen des roten Kreuzes schwer schädigten. Der Schlachtenbummelei hat die Kriegs-Sanitäts-Ordnung von 18 <8 ten Todesstoß versetzt. Sie bestimmt nämlich, daß bei ter frei­willigen Krankenpflege nur noch solche Kräfte Verwendung finden können, die schon im Frieden einer staatlich anerkannten Organisation angehören. Einen großen Aufschwung nahm Dann bas Kvlonnenwesen seit 1882 infolge einer Anregung Ihrer Maje­stät ter Kaiserin und Königin Augustp, daß vor ackern Die Krieger­vereine zur Bildung von Kvlonnen berufen seien, da ein Teil ihrer Mitglieder die Kriegsverhättnisse «aus eigener Erfahrung kenne. Eine weitere Förderung erhielten die Kolonnen, als man mehr Mud mehr zu ter Erkenntnis kam, daß dieselben auch in Frictenszeften eine außerordentlich segensreick-e Tätigkeit ent­falten können. Welche grvßrtigen Enttoiacklungen die Sanittfts-Kvl- nen genommen haben geht daraus hervor, daß wir heute üoer 1000 Kolonnen mit weit über 30 000 Mitgliedern zählt.

Die Bereitschaft für ten Krieg erfordert aber eine ernste Friedaestattgkeit. Gerade im Frieden aber finden sie ein reiches Feld für ihre gemeinnützige Tätigkeit. Denn in unserer Zeit des Hastens und Drängens, des großartigen Au.schwungs ter Industrie und der eiwrm entwickelten Verkehrsmittel ist tee Ja hl Der Unglücks­fälle, Die sich alltäglich im Hiause und auf der Straße, in Den Fabriken stund in Der .Werkstatt des Handwerkers ereignen, eine erschreckend große. Sie sollen bei diesen Unglücks,äcken Die erste sachgemäße Hülfe in Abwesenl-eit eines Arztes leisten Die Kenntnifse, Die sie sich erworben haben, sind so wichtig für das Allgemeinwohl, Daß man nicht genug zur Verbreitung ihrer Bestrebungen beitragen Bann. Die Lehre ter ersten Hülseleistung Müßte in den Lehrplan Der oberen Schulklassen und Die Fort­bildungsschulen ausgenommen werben Es muß soweit kommen, baß in jedem Dor,e, in jeder Fabrik Männer vorl^iwen sind, welche über Die nötigen Kenntnisse verfügen. Jedes Dorf und

}ebe Fabrik muß einen Verbandkasten und eine Tragbahre, wenn möglich eine fahrbare Trage haben.

Die Anforderungen, welche an die Mitglieder ter Kvlonnen gestellt werden, sind nicht geringe; sie verlangen einen ganzen Mann, einen Mann von tadellosem Charakter, einen Mann mit klarem Kvpf, geschickter Hand und mitfühlendem Herzen. Klingen­der Lohn wird ihnen nicht zuteil. Den Lohn finden sie aber in sich selbst, in ter inneren Befriedigung, . wenn es, ihnen vergönnt war, einem Verunglückten beizustehen oder dem sicheren Tote ein Menschenleben abzuringen.

Welcher Wertschätzung an Allerhöchster Stelle die edlen Be­strebungen des roten Kreuzes sich erfreuen, das ^beweisen die herrlichen Worte unseres Kaisers am 15. Juni 1896:

Möge die Dantuare Erinnerung an die zahlreichen leuch­tenden Beispiele aufopserungsvoller Treue und Barmherzigkeit die fcgcn5reiu)en Bestrebungen Der deutschen Vereine vom roten kreuz befruchten und Den Vereinen tieue G. jeder zuführen. Die schon in Frietenszeiten bereit sind, ihre Kräfte im Dienste Der Humanität zu üben, um in ernster, wie ich vertraue, ferner Zeit auch ersten Anforderungen gerecht werden zu können."

Im Hinblick auf teese Worte kann ich ihnen nur ans Herz legen, in ihrer Samariteitatigkeck nicht zu erlaginen, das Panier ter Menschlichkeit und ÄNächstenliebe, das rote Kreuz auf weigern ^iuntez allezeit hochzuhalten, und wenn das Vaterland ruft, ihr Bestes einzusetzen.

Arft Goll für Kaiser und Reich!

Tr. Siegert.

fein werden. Viklinqen, Utphe, TreiS-Horloff, Nonnenroth, Ober-Bessingen und Wölfersheim erbauen ebenfalls Wasser­leitungen im Anschluß an das staatliche Wasserwerk.

llj Friedberg, 27. März. Welch großer Sym­pathien sich das Projekt des Volksbades erfreut, ersieht man daraus, daß nunmehr die fehlende Summe von 80 000 M. durch freiwillige Zeichnungen von der Bürger­schaft bis auf etwa 17 000 M. aufgebracht ist. Tas Volks- bad ist gesichert, die Erbauung beginnt jedenfalls noch dies Jahr. 50 000 SJ)L bat ein Wohltäter, 30000 Bk. die Stadt gestiftet. Herr Albert Gennes, Besitzer der Hof-Apotheke, kaufte daS an der Kaiserstraße 91 r. 104 gelegene Hans der Heinrich Schleuning Witwe, für den Preis von 23 000 Mark zum Abbruch. An Der Stelle soll em Sieubau zur Errichtung einer Apotheke errichtet werden, und wird bei Fertigstellung die Apotheke von Der seitherigen Stelle nach der Kaiserstraße 104 verlegt werden.

§ M ü cke, 27. 2)kürz. 9kach dem lebhaften Jnteressen- spiel der Eisenbahnprojekte, die von hier aus die Hauptader des westlichen Vogelsbergs bilden sollen, ist jetzt volliländig Ruhe emgclreten, so daß auch ruhige Erwägungen zur Geltung kommen können. Vielerseits gibt man Der An­

Aus Stadt und Land.

Gießen, 28. Marz.

Auszeichnung eines K"nstlers. S. K. H. der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 23. März dem Lehrer an den Ateliers für angewandte Kunst Ernst Wiegel zu Darmstadt den Charakter als Professor zu erteilen.

** Personalien. S. K. H. ter Großherzog haben ten Kanzlisten bei Der Oberrechnungstammer Adam Wahl auf sein Naastuchcn unter Anerkennung seiner 50 jährigen treugeleiste­ten Dienste in Den Ruhestand versetzt und ihm ten Charakter als Kanzleirat verliehen; Den Kanzleidiener i. P. Nebhuth zu Durmstadt zum Kanzlisten bei Der Oberrechnungskammer er­nannt; Den Steucrkommifs>ar Des Steuerkoommstiariats Höchst LinDenstruth in gleicher Diensteigeliscyaft in Dps Steuer» Lommifsariat Offenbach verietzt; ten HauptsteueramtsrenDanten bei Dem Hauptsteuerttmt Worms, Rechnungsrat Balzer zu Worms auf sein Nachsuchen unD unter Anerkennung seiner mehr als 50 jährigen, stets mit Treue und Eifer geleisteten Dienste in Den RuhestanD versetzt unh Den Finanzaspiranten Adam Jost aus Ebcrstadt bei Darmstadt zum Mininerialrevisor bei Der Buch­haltung Des Ministeriums Der Finanzen ernannt. Ernannt wurde ter Gerichtsschreiberaspirant Jakob Steckenreiter aus Schotten zum Aktuariatsassislenten bei Dem Amtsgericht Neinheim.

* Kunstverei n. Nunmehr tonnen wir den Mit­glieder Des Kimstvercins mitteilen, Daß als Ve r e in § bl a 11, eine Radierung von Professor Carl Schmoll von Eisen-

stcht Raum, daß eine Kleinbahn überhaupt nicht Das Wichtige sei, sondern vielmehr die Zeit abzmvarten bleibe, bis float* licherseits eine Vollbahn gebaut werde als Fortsetzung der Lime MarburgMücke. Zweifellos liegt hierin em richtiger Hern. Eine A u t o m o b i l v e r b ln du n g Mücke Ulrich- stein Schotten würde bis dahm am besten Den Inter­essen des Verkehrs dienen.

Offenbach, 27. März. Tie Anarchisten Imhof von hier und Tranbösc von Berlin hatten gegen den Polizeibefehl, der die Abhaltung des geplanten Anarchisten­kongresses zu Offenbach unterjagte, Beschwerde erhoben (!) Der KreiSauSschuß des Kreises Offenbach oerioarf diese Beschwerde und verurteilte die Retlamanten zu einer Konventionalstrafe von 5 M.

Mainz, 26. März. Ter Schulkonflikt am Oster- Gy mnasium ist gütlich betgeleg t worden. TaS Ministerium ist in der Sache von keiner Seite angerufen worden. Tie Reifezeugnisse sind allen Abiturienten eingehändigt ivorden. 9lur fünf von ihnen, die an der Abfassung Der Kommerszeitung beteiligt waren, haben im Zeugnis zu Der Rote im Betragen einen Zusatz erhalten, in dem der Vorfall kurz dargestellt wird. Ter Direktor des Oster-GymnasiumS Tr. Helm ist nur gegen anstößige und verletzende Aeußerungen

werth-Rlünchen, ^Steinbruch" betitelt, gewählt worden ift. Ter Probedruck hat m Der letzten Ausschubsitzung vorgelegen und fand allgemeinen Beifall. Tie Verteilung der Bildei an die Mitglieder wird Ende Slpril erfolgen. Ferner sei

in der Komlnerszeltung eingeschrckten. Sännliche Abllurienlen haben n. d. Fkf. Ztg. freiwillig eine von verständigen Vätern aufgesetzte Erklärung unterschrieben, in der sie ihr aufrichtiges Bedauern über das Vorkommnis aussprechen. Tie hiesige

auch noch Darauf hingewiesen, daß Die gegenwärtige Aus- Heilung, Die feit Sonntag vollständig neu ist, morgen (Charfreitag) von 11 bis 3 Uhr geöffnet ist.

** Verhaftet wurden Die Arbeiter Daniel Seiler und Karl Weller von Wieseck wegen Diebstahls und ein Alt- Händler von hier wegen Hehlerei. Die beiden Erstgenannten haben in letzter Zeit mehrfach Diebstähle ausgeführt in Haus­gärten und auf Arbeitsstellen, und in Den letzten acht Tagen entwendeten sie aus einer Waschküche der Ludwigsstraße und aus zwei solchen in Der Grünberger Straße Die kupfernen Wasch­kessel. Sie verkauften Die Drei Kupferkessel Das Pfund für 50 Psg. an Den AlthänDler, brachten sie Diesem morgens in Der Frühe gegen 5 Uhr zu und Dieser setzte sie Dann für 85 Psg. Das Pfund an einen Großhändler ab. Alle Drei Kessel. wurden von der Polizei beschlagnahmt.

** Wegen Unterschlagung einer Damenuhr wurde eine Frau zur Anzeig s gebracht. Sie sand Die Uhr im November v. I. in Der Grünberger Straße und behielt sie für sich. Die Eigentümerin Der Uhr kann diese bei der Kriminal­polizei .zurückerhalten.

** Die Delegiertenversammlung der Sterbekasse des hessischen Landesgewerbevereins und Verbandes deutscher Ge­werbevereine findet Dienstag, 2. April, zu Darmstadt statt. Die im Jahre 1897 ins Leben gerufene Sterbekasse, Die eine segensreiche Tätigkeit in den Kreisen der Gewerbevereinsmit­glieder entfaltet hat und insbesondere für den Kleingewerbetrei­benden von hoher Bedeutung ist, darf auf eine durchaus gün­stige Entwicklung zurückblicken. Das finanzielle Ergebnis für 1906 ist so günstig, daß der Vorstand, wie im Vorjahre, in die Lage versetzt ist, eine Dividendenverteilung in Der Höhe des Beitrags für zwei Monate vorzuschlagen. Die Jahresrechnung für 1906 schließt ab mit einer Gesamteinnahme von 31 292.96 Mk. und einer Gesamtausgabe von 30 116.76 Mk., mithin verbleibt ein Barbestand von 1176.20 Mk. Der Vermögensstand hat sich im Berichtsjahre um 12 665.50 Mk. erhöht. Neben Dem günstigen finanziellen Resultate, ist für 1906 auch ein nicht unbedeutender Mitgliederzugang zu verzeichnen. 74 Mitglieder und 6 Erhö­hungen mit zusammen 59 800 Mk. Versicherungskapital sind der Kasse neu hinzugekommen. Die Kasse ist auf versicherungstech- nifcher Grundlage aufgebaut. Dem Kais. Aufsichtsamt für Privat- versicherunH in Berlin unterstellt unh muß als sicherste und vorteilhafteste Versicherungsgelegenheft für Gewerbevereinsmitglie- der angesehen werden.

*"'2er Landesobstbauverband für das Großherzog­tum Hessen konstituierte sich am Dienstag in Frankfurt in Anwesenheit des Landesökonomierates Mueller. Den Vorsitz führte zunächst Graf Oriola. Bei Der Vorstandswahl wurde Kreis­amtmann Steeg-Oppenheim zum ersten Vorsitzenden gewählt; weiter kamen in den Vorsstand: Kreisamtmann v. Hahn-Heppen- heim, Graf Oriola, Dr. v. Peter, Monomierat G^cche-Darm- stadt und Landtagsabg. Breidenbach-Dorheim. Es fand bann Besprechung über die Ausgaben und Ziele des Verbandes, sowie besonders über die Beteiligung an der großen Obstausstellung in Mannheim statt.

+ Leihgestern, 28. März. Heute nacht wurde der Rentner G. V. erhängt in seiner Wohnung aufgefunden. Als Ursache der Tat kann man Lebensüberdruß annehmen. Seine Frau und fünf Kinder starben ihm und schon eine Reihe von Jahren wohnt er vereinsamt in seinem Hause. Wahrscheinlich haben ihn diese Schicksalsschläge zu der unglück- seligen Tat gebracht.

X Saasen, 26. März. Der Landwirt Koller im benachbarten Bollnbach geriet heute beim Baumfällen so unglücklich unter einen fallenden Baum, daß ihm beide Beine entzwei gedrückt wurden. Außerdem soll er so schwere innere Verletzungen davongetragen haben, daß an seinem Auskommen gezweifelt wird.

Hungen, 27. März. Die Wasserleitungs­arbeiten Der Gemeinden in der nördlichen und mittleren Wetterau schreiten rüstig fort. Tie Leitungen weiden sämtlich an den Hauptrohrftrang des staatlichen Wasseriverks Lauter angeschlossen. Für Die Orte Der Gruppe B, Assen- beim, Reichelsheim, Ossenheim, Banernheim u. a. sind Die

freireligiöse Gemeind e feiert, wie bereits mitgeteilt, am 6. April d. I. das Fest ihres vierzigjährigen Bestehens.

sd. Mainz, 27. März. Der Provinzialausschuß Der Landwirtschastskammer für Die Provinz Rhein­hessen konstituierte sich gestern hier in Anwesenheit der drei Präsidenten der Kammer: Haas, Bähr und Lichtensteim Die Vorstandswahl ergab: 1. Vorsitzender: Bürgermeister Römer- Erbes-Büdenheim, Stellvertreter: Oekonomierat H. Dettweiler- Kl.-Winternheim, weitere VorstandsmilglieDer: F. Mayer Vlll.- Gau-Algesheim, K. Hembes-Ober-Olm, K. F. Graef-Monsheim. Dann wurde Der Voranschlag besprochen und der Vorstand mit dessen Ausarbeitung beauftragt. U. a. wurde weiter befchloffen, die seither von dem Provinzialverein beschäftigten Beanrten in den Provinzialausschuß zu übernehmen.

Worms, 27. Rlärz. Bei lebendigem Leibe verbrannt ist gestern nachmittag in ihrem Wohnzimmer Die 74 Jahre alte Witwe des Postschaffners Georg Seifert. Die Genannte kam am ganzen Körper lichterloh brennend aus ihrer Wohnung, verschiedene 9iachbarSleute kamen ihr zu Hülfe und erstickten die Flammen. Inzwischen war ein Arzt herbeigeeilt, der ihre Ucberführung in das städt. Kran­kenhaus veranlaßte. Bereits gegen 7 Uhr abends war noch gräßlichen Schmetzen der Tod eingetreten. Stach den im Zimmer Vorgefundenen Spuren liegt Der Verdacht nahe, daß Die Frau in selbstmörderischer Absicht gehandelt hat.

(Worms. Ztg.) ,

h Frankfurt a. M., 27. März. Vier rumäni* sche Torpedoboote haben im Anhang des Schlepp­dampfersRheinische Schiffahrts-Gesellschaft Nr. 1' Das' Hafengebiet von Duisburg-Ruhrort verlaffen, also einen großen Teil der Strecke Rotterdam-Mainz schon zurückgelegt. Auf den vier Booten befindet sich unter dem Kommando deS rumänischen Fürsten Costiesco Ghyka eine rumänische Rlarine- Truppen-Abteilung. Die Boote werden wohl biß Ende del Woche in Mainz eintreffen.

Frankfurt a. M., 27. Mäi^. Oberbürgermeister Dr. Adickes hat die Uebernahme eines Minister-Porte­feuilles endgültig abgelehnt.

Wiesbaden, 27. März. Die Einweihung deS neuen Kurhauses ist auf Den 11. Mai festgesetzt. Der Kaiser hat Die Einladung der Stadt angenommen.

+ Ehringshausen (Dill), 26. März. Dr. med. R. Schneider, Der sich als Assistenzarzt unseres Saniläts- rats Dr. Stein das Vertrauen der Bevölkerung in hohem Blaße erworben, verläßt Ehringshausen, um vom 1. April ab als praktischer Arzt in Gönnern (Kreis Biedenkopf) tätig zu sein.

(I Erda, 26. März. Mit dem bevorstehenden Schluß deS Schuljahres scheiden unsere beiden jüngeren Lehrer, Vogelsang und Blech aus dem hiesigen Schuldienste. Die Schulamtskandidaten Medebach aus Kinzenbach und 91 eu h a ns-Wetzlar wurden zu ihren Nachfolgern bestimmt.

A Laasphe, 27. März. Heute früh gegen 8 Uhr wurde auf dem Bahn Hofe Cre uzthal von Der Bahn Marburg-Creuzlhal Der 24 Jahre alte Rangierer Born aus Aiie-W>ngeshausen vom Zuge erfaßt und auf der Stelle getötet. Dem jungen Mann war der Kopf glatt vom Rumpfe getrennt. Am Hohenseelbachs- köpf wurde ein 13 jähriges Mädchen von einem junger 'Mann, anscheinend einem kroatischen Arbeiter, in schändlicher Weise mißhandelt. Das ohnmächtige Kind ivurde später gefunden, während der rohe Täter entkam.

Kassel, 27. Nlärz. Eine Vertrauensmännerversamm^ hing des Bundes der Landwirte des Kasseler BezilkS

beschloß, den Abg. Lattmann zu bitten, aus taktischen Arbeiten erst vor einigen Wochen begonnen worden, während und praktischen Gründen wenigstens bis zum Schluß De( Die Leitungen für die Gruppe A, Dorheim, Schwalheim, Session sein Landtagsmandat be izubehalten. Lott- JJlelbad), Södel und Berstadt schon in etwa 4 Wochen vollendet mann soll nämlich beabsichtigt haben, weit ihm neben feine»!