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31.7.1907 Erstes Blatt
 
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Oberheistsche Geschichtsmuseuin etnnuuniL Sowohl bte Pro- Ihr entspricht auf ber anderen rrimmerscite eine vlausckuae' mifprfpr (Änvvn» __r.Y. 1.^ . , ? - - - , 11 ich einen Wandschirm abgettilie Teeecke mit Ottoinan/

Luterter Damen und Herren aus verichiedenen oberhessischen Auch die Dibbel sind von besonderer Schönheit Sie sind

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Zur HtniversträLsfeier. Auszeichnungen.

..... v----- T.,.~ et jur. Dem ord. Professor in der evaug.-thc.^

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Und mir beobachten und bewundern die opferwillige und ersprießliche Tätigkeit der Groß Herzogin Eleonore im Dienste der Nächstenliebe.

Das anschließende Wohnzimmer ist wohl bas schönste bes ganzen Schlosses. Wundervoll ist hier die Gleichheit voll Farben und Formen und apart zusammengefügten mannigfacheii Stoffen. Es hat seine stärksten Töne unten im schwellenden prachtvollen rostbraunen Teppich, lost sich bann in feines zartes Hellbraun auf, um schließlich ins blenbeitbe leicht gelb ornamentierte Weiß der von braunen

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£cn BahnhvsSplatz umrhamen hochragende, durch Grv landen, oe.rbimbcne LMeMuaA^ ziM ÜkiM

Auch die dibbel sind von besonderer Schönheit. Sie sind wahre Prunkstücke. Der Dvppelschreibtisch, der Konversations- tisch sowie der in seinem oberen Teile drehbare Bücherschrank sür den der Besitzer des Juselverlagcs, Heimel in Leipzig, seine besten Berlagswerke spendete, ec. sind sämtlich aus naturfarbenem Ahornholz und tragen leichten linearen Jutarsienschmuck, der der edlen schlichten Formen vornehme Wirkung wohltuend unter­stützt. Die Schönheit der glatten glänzenden Flächen tritt im­ponierend in den Bordergrund. Man hat den Eindruck der Eleganz und Delikatesse des Empires, lieber das ganze Zimmer ist der eigentümliche Schmelz der hellbraunen Grund­farbe gebreitet. Drei geschickt im Raume verteilte weiße Wandkandelaber, die gleich Hellebardieren an zwei Türen Postiert sind, und eine originelle Deckenbeleuchtung, deren mattglasige Leuchtkugeln durch schifschensörmige Ausbuch­tungen mit einander verbunden sind, spenden dem Saale das Licht. Sehr hübsch ist auch die diskrete, geradlinig lich schachtelnde Ornamentik der zum Schlafzimmer führen­den Tür, reizend der Fenstererkdr mit seiner zierlichen Täfelung, dem Blattgrün des Fensterglases, dem duftigen Weiß der Gardine. Stifter dieses Zimmers ist Kommer­zienrat Heichelheim, Ausführer der* * Olbrich'schen Entwürfe die Darmstädter Hosmöbelfabrik Joseph Trier.

Das Schlafzimmer endlich ist im wesentlichen in Grün und Weiß gehalten. Die Bettstatt nimmt eine große, durch einen Vorhang abteilbare Nische ein. Die kostbare grüne Bettdecke ist ein Geschenk der Damen Friedbergs. Ueber den Betten sieht man die gestickten Initialen der Namen des hohen Paares in einander verschlungen. Zn beiden Seiten der Betten sind in kleinen Wandvertiefungen reizende elektrische Lampen angebracht, unter denen sich niedliche praktische Klappbrettchen befinden. Sehr graziös sind die sonstigen cremesarbigen Möbel dieses intimen Gemaches, bie aus Ahornholz mit Emaillelack von der Friedberger ilsirma Bindewald ausgeführt sind. Sehr elegant ist der Toilettentisch mit dreiteiligem SpiegÄaufsatz, allerliebst das ovale Tischchen in der Fensternische. Mit den hell bläulich- grün gemusterten Stühlen und dem gleichfarbigen Divan bildeii die im Zimmer vielfach verteilten Kissen, sowie dem gleichfalls von Friedberger Damen gespendeten, mit reicher eilberftirfcrei versehenen Ofenschirm eine nüanzenreiche grüne Farbensymphonie. Eine Wand wird von einer Reihe weißer Wandschränke eingenommen. Die mittelste Schranktür aber öffnet sich nicht gleich den anderen zu eichenen Fächern, son­dern zum Badezimmer, an das sich ein schmuckes, kleines gan^ in Weiß gehaltenes Gemach für die Kammerfrau 39rcr König!. Hoheit der Großherzogin schließt. Auf der anderen Seite der Etage entspricht diesem Zimmer eine jelji* hübsch sich ausnehmende Kammerdienerstube, deren hclle, in Naturfarbe gehaltene Möbel aus amerikanischem Kiefernholz einen anheimelnden Eindruck machen.

Herrlichsten Naturfchrnuck aber liefert zu dem Ganzen 1 das prächtige Sonimergrün des Botanischen Gartens, aus j

dem einzelne Baumriesen freilich nur allzu neugierig bUtrf. die wenigen Fenster hineinlugen. Eine bequeme Verbindiw zwischen Schloß unb Garten ward auf die einfachste hergestellt durch Einbeziehung eines bisher von einem Iste silienschuppen bestandenen, ziemlich wüsten Stückchen Land s in die Parkpartien des Gartens. Rosen wurden da Q, Pflanzt, der nahe Graben entwäsiert und mit Farrenkräutern reich besetzt unb durch dieses mit so geringen Mitteln reuen! gestaltete Fleckchen Erde der Botanische Garten gewisse, maßen in einen großherzoglichen tzchloßpark verwandelt

So dürfen wir denn hoffen, daß dem Großherzoalich-n Paare dieses ihm von Stadt und Provinz mit gleiche Gebefreudigkeit schmuck hergerichtete Gießener Heim gefallen wird. In dieser Hoffnung aber liege zugleich der freubin Wunsch, daß Gießens Willkommengruß öfter als bisher er klingen möge in den kommenden Zeiten. Denn es ist % uns ein Festtag, wenn wir dem geliebten Fürstenpaare'n. die Augen schauen dürfen, wie es für das hohe Paar ein Gefühl der Freude werden mag, wenn es in der Stäi^ der 300jährigen Hochburg hessischen Geistes weilt, p. \\

In der letzten Zeit l'iat unser liebes Gießen des öfteren Gelegenheit gehabt, sich in ein festliches Kiew zu Hullen, aber nod) nie ist die Schmückung der Skadt so allgemein, gi" ichnmavoll und reichlich gewesen, wie zum EhreUfcüe der Alin-* mater Lubovwnma, nicht bei dem Empfang des Reichsoberhauptes und nicht bei den. Festen der Sänger, Turner und Schüben ufro., Ole Eie gen in den letzten Jahren gefeiert hat. eries fprich- ant, für die Bedeutung, die die Bürg-erschaft Gießens du Universität und dem Univerfitätsfest entgegeribringt. Jhrei

Universität und ihrem Feste, denn in den Tagen der Festvou bare nun gen hac es sich aufs neue so recht gezeigt, wie eng die Beziehungen zwischen _ Universität und Sltadt, Universitätsan- gehörigen und Bürgerschaft sind, und wie sich jeder Einmohim fozuiageii als ein Angehöriger der Universität fühlte und ihr Abst- Mitfeiern wollte. Leider ließen Raum-, Zeit- und andere -berf>altni|je eine uneingesch!ränkle allgemeine Beteiligung da >. GwHten Ernwohnerschaft an deni Feste nicht zu und um fr L großer diars deshalb jetzt die Genugtuung und Freude darüber I Jein, daß ganz Gießen an der Ausschmückung der Stadt zur E umt)er)itutSjeier teilgeuommen hat. Tenn wohl kein Haus i|> ! °W o*esteSschmuck geblieben und in vielen Geaenden der Stad! ' I einen sich der natürliche Schmuck der Anlagen, Alleen und härter I mit der künstlichen Feste saus schmückuug zu einem so Wirkung^ | üollen maleri)chen Gesamtbild, wie es schöner und farbenprächtiger 6 tuol;t kauin gedacht werden kann. Ta ist vor allem die pc.iHligc I Feststväße, die vonr Bahuhos Pis zürn alten Schloß hinzieht uni L dein erlauchten Rektor Magnifizentissimus und seiner Hohen || malstiii als Einzugsstuaße in die Räume dient, durch deren 2^ f ^flönahme sie gewrsieriilaßen zu Mitbürgern ihrer gmen Sli.iu | Gießen werden.

Orten, vornehmlich natürlich aus Gießen selber, haben es üch angelegen sein lassen, das Schloß so behaglich, geschmackvoll und künstlerisch vornehm auszustatten, daß man sich ivohl der Hoffnung hingeben darf, es werde das Gießener Schloß selbst den Beifall unseres in künstlerischen und kunstgewerblichen Dingen ungemein subtilen Herrscherpaares finden.

Gleich der ganz inittelalterlich uns onmutenbe Burghof Hat etwas außerordentlich Anmutendes. Trutzig reckt sich der* altersgraue massige Turm, dec sog. Heidenturm/ empor. Ihm zur Seite windet sich eine überdachte Treppe, wie sie manchen alten Schlössern eigen ist, in die Höhe. Em Ziehbrunnen aus Urväter Zeiten lagert sich nut spitzem Dache davor. Die an ben andern drei Seiten den Hof umzlckenden Schloßstugel sind von dem bekannten und verblenslvvllen Architekten Hofniann in Herborn geschickt renoviert unter pietät­voller Bewahriing der ursprünglichen Fornien. Die ge­samte Jnnen-Ausstattung ist getragen von den bebend (amen Grundsätzen ber mobeiT.cn Kunst in Hinsicht auf dekorative Farbenwirkung. In allen Räumlichkeiten rebet zu uns dec Gedanke von dec hohen Bedeutung dec Hacnionie dec Formen und der biskceten Vecbinbilng einander ähnlicher in feinen Nuaiicen ecgänzenbec Töne zu einer befHmmten har­monischen Wirkung auf unsere Sehnerven unb bamit nur unfic ästhetisches Wohlbehagen. Von biesec dekorativen normen- und Farbenkunst hatte man bis vor wenigen Jahren in weiteren Kreisen noch kaum eine Ahnung. Erst die mit Recht iveltberühmt gemorbene, unter Ernst Lubwigs Ailspizieii empocgewachsene^Dnrinstäbtec Kirnst hat die allgemeine An- erkennuiig dec ö'vcnien- unb Farbenharmonie als obersten Grunbsatz in ber Innenausstattung zu Wege gebracht. So wäre denn das Gießener Schloß in seinem Inneren ein über­aus nützliches Belehriingsmittel für bie Kultivierung des Formen- unb Farbengeschmackes bes Publikums, unb be- fonbers erfreulich wäre es, wenn es ihm zugänglich bliebe zu bestimmten Zetten unter sachkunbigec Führung .unb Beauf­sichtigung.

S. K. H. der Groß her zog haben aus Anlaß des 300 lüljngen Jubiläums der Großh Landcsuniversität verliehen-

Tie Golbene Verdienstmedaille für Wissen schäft und Kunst: dem Ministewialcat im Ministerium bf.- hetten^' 'tX ^U0 bber, Referent für Universitätsangelegen-

Tas Kommandeur kreuz II. Klasse desLudewi^- dem derzeitigen Neüorder Landesunivcrsität m ord. Proieüor tn der philos. Fakultät Geh. Hofrat Tr. Otto De Hag Hel.

TjaS Ritterkreuz I. Klasse des Ludewigs-Or- h ens : Lent Tekan der ev.-theol. Fakultät und ord. Prosesso- m bte,er, Geh. 5iwchenrat D. theol. et. Phil. Gust. Krüger

Das Ritterkreuz II. Klasse des Ludewigs-Or. ^ns: dem DeAn und ord. Professor der juristischen Fakuli-. ^r. Will), van E a l k e r, dem Dekan und ord. Professor b*r medizinischen Fakultät Tr. Otto Frank, dem Dekan und ou> Pro.eiior ber philosophischen Fakultät Tr. Walter König . Tias Komtur kreuz II. Klasse des B c rd i e n iloi. b e Hy -d h il i p p s des Großmütigen: dem Prorektor dkl Landesuniverjität und ord. Professor in der medizinischen kultat Geheimen Medizinalrat Tr. Eng. Boüroem, dem tretcr der Landesuniversität in der Ersten Kammer der Ständr ord. Profepor tu der juristischen Fakultät Geh. Justizrat Tr. Arth^ Benno e ch ni i d t

Tlas Ehrenkreuz des Verdienstordens Phj- beS Großmütigen: dem orb. Professor in philolophischen Fakultät Geh. Hofcat Tr. Alex. Raumann

Tre Krone zum Ritterkreuz I. Klasse bes Bei, dienstordens Philipps d e s G r o ß m ü t i g e n : demVor. tragenden Rat in der Abteilung für Baivvesen des Ministerium der Fi wanden. Geh. Oberbaurat Reinh. Kl i n g e l f fe r, tec^ m)cher Referent für dias Universitäts-Bauwesen int Ministerium des Innern, dem Tirektoc der Universttäts-Bibliothek Geh. Hm r!at Dc. Herrn. Haupt.

So erfüllt es niis Gießener denn mit freudiger Genug­tuung, in diesen Tagen das Großherzogspaac in unseren Manern sehen und ihm unsere EhrerbieUmg dardringen zu können. Wir sprechen aber dessen sind wir gewiß im 'ma'r unserer Bevölkerung, wenn wir unserem ........... ytlu vtlluultmlcuc

oßHerzog und seiner edlen Gemahlin heute ein besonders Naturpfeilern gestützten Decke überzugchen. Den schmucksten freudiges und herzliches Willkommen entgegen^und lebhaftesten Teil des Zimmers bildet die vornehmlich

-basS ^ol)e öicSinaC doch nicht zu abendlicher Plauderei lockende anheimelnde Kaminecke ohne Gegengabe. Uin würdig es zu Herbergen, würbe das, mit dem Glqsur-Blau unb Grün der Ka^ln der ent-

Ten Charakter alsGr h e im e r a t" : dem ord. Professor in der phtto)ophischen Fakultät Geh. Hosrat Tr. Rich. Heß. . . Charakter alsGe Heimer Hofrat": dem ord. Pro- leisor tu der philosophischen Faknltät Tr. Aböls Hansen.

Ten Charakter alsG c he i m er K i r ch e n r a t": bemerk Prvfeffor tn ber evang.-theol. Fakultät Tr. Will). Salben-- sper ger. .

Kauz lei rat": dem Uniüerfr tats-^ekretar Kanzletrat Friedr. Schäffer.

Gießen im Festkleid.

Tas Ritterkreuz II. Klasse des Verdienstorden-' Philipps des Grvßniütigen: dem Mitglied ber Stall' Verordnetenversammlung der Stadt Gießen Kaufmann Frickr Helm, dem^Univerittätsgartner Garrenulspeitor Friedr. Reh« ^kretariats-Assistentcn bei dem Univcrsitäissekre- tanat Wtth. Er le.

Bon den unteren Räumlichkeiten ist bereits im zweiten B-atte unserer Nummer vom 17. Mai bie Rede gewesen. Sie würben da von berufener Seite alsem Kleinod hejfi« Wen KunslgewerbeZ' bezeichnet. Zu den Fürstenziinmern ist neuerdings noch^ em Adjutantenzimmer getreten. Es lieot nach der Ltraßensront, zu erreiche» aber ist es von dem dein Hostore gegenüber liegenden Eingänge aus, der zu einem von bet Straße aus unzugänglichen Altane führt. Zn Rot und Braun gehalten bilden seinen Hauptschmuck zwei einander gegenüber gehende Aitrinen, von denen bte eine verziert ist mit bem schon geschnitzten hessischen Wappen, während die andere in ihrer vorderen Schmalseite einer Uhr al« (Lehüuse dient, etc, sowie das rote Lebergestühl nebst Arbeitstisch jind aus dunkel gebeiztem Eichenholz gefertigt. Der ans gitterartigen Metallzylmbein sich mastig zusammensetzenbe Lüfter tji ein tüchtiges Erzeugnis des Etegener Üuuftjchmiedes

Das Silberme Kreuz des Verbieustorbens Philipps bti Großmütigen: dem Diener am anatomischen Institut H. B a l ser, bem Maschinenmeister bei der Verwaltung ber medizinischen uni' gynäkologischen Klinik Gg. A l b c e ch t.

Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift. "Ont langjährige treue Tieniie" am Bande des Berdienstordent- Pyttipps des Großmütigen: dem 1. Tiener an der chirurgischen Untverrttüts-Vetertnär-Klinik Jak. S ch m i t t g a l l, dem Tientt ant pl)ystolog!)chen Jn)titut Joh. Möser, dem 'Diener an bei UnwerittalS-Z-rauenlliuik Gg. Mandler

Aus demselben Anlaß haben S. K. H. der Großherzog ei- teilt:

Ritterkreuz I. K lasse des Verdienstorden- PI) i ltp Ps des Großmütigen : dem ord. Professor in bei lurt,tischen Fakultät Tr. Joh. Bi ermann, dem ord. Pa- se,)oc tn der medizinischen Fakultät Dr. niet), et phil. Roben Sommer, dem ord. Professor in dec philosophischen FakuliL ~r. jlljrtjiüan B ar t ho lo nt a e, bem ord. Professor in bei pytto)ophi)chen Fakultät Tr. Karl Grvos, dein ord. Prosesm m ber philojophtschen F^kuckät Tr. Bruno Sa nur, Professor in der philofvphischen Fakultät Dr. phil. MiagnuS Biermer, uru. Prosessor in d Ö^ultat Tr. Paul Drew §, bem ord. Professor in ucr pmwio- Mschen Mkwltät Tr. Herrn. Oncken, dem Vorstand des Hoch- vauautts Gießen und der Baubehörde für bie Universitätsneu­bauten Vaurat Aug. Becker, dem außerocd. Professor bei bcc evapg.-tyeol. Fakultät Tr. Osk. Holtzmann, dem Oberbibllo- thekar an der Universitäts-Bibliothek Tr. Enril Heuser

Tie Silberne Verdienst-Medaille für Wissen- 1 chaft und Kunst: dem Oberlehrer am Realgymnasium w . Darmstadt Dr. Wilh. Becker. 1

Die Tage, an denen wir feiernd einer großen Tat der! Franz Wieganbt, der auch sonst noch manches schöne Stuck Vergangenheit gedenken, sind Lichtblicke im Dunkel einer dem Schlosse lieferte. Auch in bet schweren dunkel gebeizten verworrenen Gegemvart. Ein solcher Sonnenblick im Eingangstür findet sich außen als Metalleinlage bas hessische dunkeln Ungeroilfen ber Gegenwart ybie Gegenwart weiß Wappen, eine kostbare Originalarbeit von Prof. Olbrich, keiner recht zu leben", sagt Grillparzer sind die bevor- von dessen genialer Künstlerhand übrigens die ganze Ein- siehenden Jubeltage der Lubovieiana. ! cichiung ber oberen Räumd bes Schlosses entworfen ist. Die

Gießen, dec alte Sitz ber Landesunivecsttät, die Haupt- Ausführung dieses Zimmers geschah durch die Möbelsirma stadt ber räumlich größten Provinz des Großherzogtums, Binbewalb in Friedberg. Eine Spitzbogcnöffnung, bie einen lüirb bie seltenen Gebeuktage m gebührenber festlicher unb roten Vorhang, mit golbenen Kronen geschmückt, erhalten hat, feierlicher Art begehen. Es prangt in Festesglanz.Unb I führt aus diefem Raum übet ben mit Fernsprecher versehenen Pforten bauen sich aus grünen Zweigen unb um bie Säule Treppenabsatz zu bem von Glückert in Darmstadt aus-! windet sich der Kranz." Die Sladt will sich der Ehre des geführten Audienzsaale, an den sich bet* imposante Speisesaal des Besitzes ber hessischen Alma mater roürbig erweisen, der Hebst bem reizenb intimen Rauchzimmerchen und dec in Ehre beö Besuches seiner zahlreichen gelehrten Gäste, insonder- üppiger Vornehmheit pcängenbe Salon schließen, beffen Heck der Ehre des Besuches seines erlauchten Fürstenpaares, prunkvollstes Stück ein von Gießener Damen gestifteter Golb-

An derselben Stätte, wo er vor 17 Jahren als flotter dcokatvochang ist.

Bursch hoffnungsfceudig und lernbegierig an bie Quellen bet* Im oberen Stockwerk befinden sich gleichfalls drei Wissenschaft trat, gedenkt Gcoßheczvg Ernst Ludwig Fürstenzirnrner. '.n Gesellschafts-ober Empfangs-

auch in diesen Tagen 311 weilen, um Glückwünsche für bic raum, zeigt fofot * das Ent'scheidenbe bei Olbrich der obec,te Pfiegeitätte bet* Kultur in feinem Laube baczubringeu! farbige Eindruck Wände tragen eine leuchtende wie auch entgegenzunehmeu. Alte Erinnerungen au ent- orangefarbene L1 ' -sWU^-ung. Des Künstlers Phantasie schwundene Zeiten, in Vergessenheit versunkene Gedanken, aber zeigt sich an-. - -mbne. ,' wo er aus einer Notwendig- Einbrücke unb Empsinbuiigen an bie selige BucschenzcitIkeck eine Schönheit >. ui/., jen läßt. Um die nur durch werben wohl in feinet* Seele wieder empoctauchen, unb nicht das auffallend grelle Gelb des massigen Ofens und den ohne ein leifes Gefühl dec Wehmut werben Bilder froher! einer Riefenblume ähnlichen Lüster unterbrochene Einförmig- Tage unb manche liebe Schatten auffteigen. feit des Zimmers zu beleben, krönte er die Balkontür mit

See Strom dec ereignisreichen Zeit, dec seitdem vor-1 einer an exotische Ornamentik erinnernden Stickerei, einem ubeccauschte, hat vieles geändert, bie Menschen unb bie Erzeugnis der Darmstädter Alieeschule. Sie nimmt den -tinge. Die Stadt Gießen hat ihr Weichbild ausgebehnt.! Blick des Eintretenden sofort gefangen, sie gibt dem Raume 5bre Bürgerschaft ist gewachsen an^ Zahl, Schaffenskraft unb feine geschmackvoll bizarre Schönheit. Ein reiches Blitten- Untecnehmungsgel)t. Reue Jnleceffeii finb erftnnben, neue gewinde, in dessen buntem Gewirr grüne Vögel sich schaukeln Ziele, mit regerem Bilbungstneb, mit reicherem Schönheits- umsängt es den Beschauer trotz seines Biedermeiermusters gesühl. Aber emes qt geblieben die treue Anhänglichkeit doch gleich den Seltsamkeiten einer türkischen Mosckee. Die bes Gemeinwesens an den erlauchten Herrscher, bie Verehrung Wände werden im übrigen von mehreren für bie Uniformen unb Liebe unserer Bürgerschaft für Ernst Ludwig von Hessen Sr. Kgl. Hoheit bestimmten Wandschränken aus Kirschbaum- und sein hohes Haus holz eingenommen. Von einem zum gemächlichen Verweilen

Jeboch aiich sie hat sich em wenig geändert. Sie hat lockenden breiten Ledersessel hat man eine entzückende Aus- Sabc ju gabt an ©tärfe unb Siefe sugenommen. Ist sicht auf ein intimes Gießenor Städtebild, die unqeinein

e§ uns doch fett anbertbalb Jahrzehnten vergönnt des Groß- inalerisch sich ausnehmende Schloßgasse mit ihren schiefen Herzogs Wirken für des Volkes Glück unb Wohlfahrt zu alten Häusern unb dem sich darüber erhebenden alters- sehen. ^eitbem erleben wir es mit, wie er ohne Eugherzigkell, grauen Stadtkirchturme, sowie auf die säulenreichen Markt- ^^^enommenhett und Kurzsichtigkeit für seines Volkes lauben. Eine bequeme Lederottomane, ein paar Leder- und und wirtschaftliches E-nporbluhen, für bas Ec- Korbstlühle und Tische bilden den sonstigen Inhalt des -^U;FrfCa? m,emem ßnribc. ^rgt, wie Künste Zimmers. Stifter dieses Raumes ist Kommerzienrat Gail, und Wlffenfchaft m ihm einen unermublichen Förbercc und Ausführer die Firma Biudewald in Friedberg. Ein kleines Oönnec besitzen, wie suc jedermann fein Herz sich öffnet. Nebengemach dient als Baderaum für Sr. Kgl. Hoheit den Unb wir benbomtert mth hpmntihorn Si» AnfafmiriiA» I (x)^oßher*og /