-erborgen geblieben, welche unlauteren Mittel ihr Gießener Blättchen benutzt, um Stimmung gegen den liberalen .Gieß. Anz.E zu machen. Eie wird unserem vorgestrigen Leit- artikel entnommen haben, daß die uns am Montag drahtlich übermittelte Meldung von der Stichwahlparole des »Vor- wärts* * unvollkonunen war, und daß wir das vorgestern bereits feststellten und berichtigten, während gestern, also 24 Stunden nach unserer öffentlichen Richtigstellung in einem nicht zu übersehenden Leitartikel, noch auf jene unsere leider unvollständige, drahtlich verstümmelte Nachricht in der jenem Blatte eigenen Ooanrbo-Tonart heiilend hergefallen luirb. Eine solche alle Grenzen der Vernunft wie des Anstandes überschreitende Kampfesart, die die offenkundig erwiesene Ehrlichkeit des Gegners in das Gegenteil zu verkehren sich dreist bemüht, uiid deffen unzweideutige Aufklärungen absichtlich totschioeigt, richtet sich von selbst und muß und wird doh der gesamten Arbeiterschaft deS Wahlkreises verdammt werden.
Wie man es gemacht htt seitens der Köhlerianer, um Stimmen einzusangen, zeigt eine rroch kurz vor der Wahl in dem Crte N. abgehaltene Wählerversammlung. Der Rbdner, der dort auftrat, war alles andere als gewandt, aber die Verdienste Köh.crs verstand er doch in den glänzendsten Farben zu malen. „Er hat", um einzelne Stellen dieser Rednerleistung zu markieren, bie Hirten Hunde steuerfrei gemacht, er hat gemacht, daß die Spinn st üben nicht aufgehoben wurden, er hat gesorgt, daß die Polizeidiener ausgebessert werben" u. s. f. u. s. f. „Also", so fuhr der Agitator fort, „ist er der Mann, wie Ihr Laridleute ih>l Haven mußt; nur er vertritt Euere Interessen 1" Die wenigsten Zuhörer mußten, daß der Redner hier nur Anträge Köhlers im Landtage vorbrachte, nicht aber Verdienste als Reichstagsabgeordneter. Aber die Wchl erg^b hernach, das der Redner nicht vergeblich gesprochen Hütte. So beicht läßt sich mancher betören!
Wahlhumor.
In dem Orte F. bebeideie man in dein Wahllokal einem Wähler, er möge hinter den Vorhang treten und dort semen Zeltet Ijmem tun — man meinte in den Umschlag, den man »hin reichte — und sodann das Kuvert abgeben. Man horte, während der Wähler hinter dem Vorhang weilte, ein Aechzen des Tisches, dachte aber nicht weiter darüber nach, da jetzt der Wähler den tlmjchlag abgab. Beim Schluß der Wahl fanb man em leeres Kuvert. Gleich dachte man an jenen Wähler und untersuchte den hinter dem Vorhang befindlichen Tisch. Hieran halte der Mann die Plane gehoben und seinen 3 e 11 e 1 in den verschlossenen Tisch- tasten g e id o r f e n.
In Orten des Wahlkreises kursierte bei der Wahl der Vers unter den Wählern:
„Wähle m'r d' Krumm — so sein m'r dumm, Wähle m'r d' K o h l e r — so inache m'r 'n Fehler, Wähle m'r d' H e h l i g e n st a e d t — der macht uns aach nitt fett."
Besser hieße wohl die letzte Zeile: das wäre nett.
In einem Torfe des Krems Wetzlar wurde — wie uns ein Leser schreibt — bei der Reichstagswahl in dem vorgeschriebenen Briefumschlag ein Zettel in die Urne gelegt, der den Namen der O rtsxanthippe trug und darunkcr stand: „Wenn die des Ria ul au flut, dann sch iveige se all im Reichstag."
Aus dem Wahlkreis Friedberg-Biidingen wird uns geschrieben:
Die Aussichten der Stichwahl zwischen dem bürgerlichen Kandidaten Graicn Oriola und dem Sozialdemokraten Busolb sind hh Onola außerordentlich günstig, sodaß die W t e d e r w a h t des seitherigen Abg. Grasen Oriola als vollständig gesichert erscheint. Zu den bereits in der Hauptwahl ei- Hal lenen 8500 Stimmen wird er auch die 3200 Stimmen des Antisemiten Bahr falt ausnahmslos erhalten, nachdem sich hauptsächlich Landwirlschait treibenden ca. 2000 katholischen Wähler sürOriola erklärt haben. Einige Wähler Tr. Streckers treten für Busold em, doch soll sich Dr. Street er lelbjt nebst seinem Nauheimer Freunde für Oriola erklärt haben. Bemerkenswert ist, baß die Stiinmenzahl Busolds gegen 190J nur um ca. 400, bie der drei bürgerlichen Kaudlbaten dagegen um mehrere Tausend zunahm.
Ter Parteiausschuß der vereinigten Links- liberalen beschloß am 29. b§. Bits., in Bad-Nauheim, für die Stichwahl den Wählern freie Hand zu lassen. Auch hat der liberale Landesausschuß soeben von Frankfurt a. M. aus für alle anderen in Betracht kommenden Wahlkreise des Großherzogtums eine Parole in diesem Sinne ausgegebcii.
Neuester Trick Pindewalds.
AuS dem Kreise Lauterbach wird uns geschrieben:
Mit den unglaublichsten Mitteln sucht der Berliner 'Maler Bmbewalb das Reichstagsmandat zu ergattern. Achtung, ihr Bauern, Berliner Antisemitffche Zeltungs- rebafteure sind ba 1 Was bringen euch bieje für seltsame Mär, um Stimmenfang zu treiben! Dec Berliner Redakteur Bruhn hat soeben in einer antisemitischen Versammlung in Maar erklärt: „Mein Freund Alnbewald tritt ein für Aufteilung bes Großgrundbesitzes!!!" Diese Erklärung sei festgenagelt, Bauern, merkt auf, diese Erklärung ist wiederum ein plumper, widerlicher Wahlschwiu - bei. Denn im Reichstag wird der Großgrundbesitz durch bie konservative Partei vertreten und gerade die Antisemiten hängen zu allen Zeiten fest im Schlepptau der Konservativen. Bauern, durch diesen unerhörten Wahlschwindel will man euch ködern, diese Berliner halten euch für so dumm und glauben euch bannt fangen zu können. Da lob ich mir die Sozialdemokraten. Sie bekennen offen Farbe in der Agrarpolitik. Kein Sozialdemokrat würde einen fo tölpelhaften Wahl- schwindel verüben, dafür ist der Sozialist beim doch zu ehrlich. Bauern, gebt am 5. Februar die richtige Antwort auf biese Berliner Wahllüge!
In ber gleichen Angelegenheit wirb un§ noch aus Lauterbach geschrieben:
Tie in der Versammlung zu Maar am Montag anwesenden Freiherrlich Riedesel'ichen Beamien werden wohl sehr ersiannl iiber bie Stellungnahme ihres Parteifreundes Bruhn gewesen sem. Doch ist niemand von ihnen Bruhn entgegengeiteieiL Tie Freiherren Ricdeiel zu Eisenbach als Beiitzer von ausgedehnten Gütern müssen jedenfalls den Standpunkt der Rejormpartei auis schär'sle verurteilen. Ter nanonalüberale Rechtsanwalt Scheer aus Vaulerbach trat den Ausführungen BruhnS energisch entgegen.
Tas Zentrum.
Rach einer Meldung bet .Köln. VolkSz.« ist in einer in Köln abgehaltenen Besprechung über die Stichwahlen, an ber bie Vorsitzenden der Landesausschüffe, bezw. der Provinzialausschüsse, ber ZentriunSpartei bet Rheinproomz, Westfalen, Hessen-Nassau, deS Gr oghet z ogtums Hessen, der Rheinpsalz sowie einer Anzahl weiterer Vertrauensmänner der Zentrunispartei teiluahmen, nach eingehender Beratung beschlossen worden, dem Wahlkomitee der ZentruiuS- parlei zu empfehlen, nur diejenigen Kandidaten zu unterstützen, die sich verpflichten elnzutreten: 1. für bie Aufrechterhaltung des geltenden Reichstagswahl.
rechts, gegen je be Beschränkung des K^alitionS- rechtes für die Fortsetzung der sozialen Reform» gefetzgebun -, sowie gegen jede Ausnahme des Gesetzes auf politischem Gebiete, 2. für bie Sicherung bet vollen Religionsfreiheit in allen beulschen Bundesstaaten im Sinne deS Toleranzantrages, sowie gegen jedes Ausnahmegesetz auf religiösem Gebiet.
Es läge also nichts ber Wahl Heyligenstaebts durch die Mitglieder ber Zentrumspartei in unserem Wahlkreise entgegen. Köhler dagegen steht bekanntlich dem Reichstagswahlrechte wie der 'volkstümlichen Reform unseres Laudtags- wahlrcchtes mit gemischten Gefühlen recht bedenklich gegenüber. Seine Stellung zum Koalilionsrechte ist ebenso zweifelhaft, und von sozialen Reformen will feine Partei überhaupt nichts wissen.
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Das badischeZentral-Wahlkomiteedersozial» demokratischen Partei fordert die Partei in Stichwahlen zwischen Liberalen und Zentrum zur strengsten Wa b le nt ha ltun g auf.
Tie liberale Vereinigung in Hanau hat den Beschluß gefaßt, bei bet Stichwahl tatkräftig für den nationalliberalen Kandidaten Amtsrichter Tr. Lucas einzutreten.
Eine Vertrauensmänner-Versammlung ber Zentrums- Partei des Wahlkreises Bochum beschloß bie energische Unterstützung ber nationalliberalen Kandidatur Haar- manu unter ber Bedingung, daß sich bie National- liberalen bindend verpflichten, in Köln energisch für die Wabl Tr im b orn s ei nzutre t e n.
Aom U dener Krubenung ück.
Im Beisein des Prinzen Friedrich Leopold, deS Ministers Delbrück rc. fand am 30. Jan. auf der Grube Reden die Trauer feier für bie Opfer ber Katastrophe statt. Die Toten waren in Särgen aufgebahrt. Prinz Friedrich Leopold ergriff das Wort und sagte etwa folgendes:
Im Austrage S. Al. des Keifers stehe ich hier, um den Hinterbliebenen aufrichtiges Beileid auszusprechen und um nachzusehen, ob hilfreich eiugegrisseu werden kann uuh ob hilfreich ein- gegrissen Worten ist. Angesichts des schmerzlichen Vermstes, ber nicht nur die Bergleute, sondern das ganze Vaterland betrauen hat, spreche ich Ihnen ba5 innigste Beileid S. M. des Kaisers aus. Ein Trost möge es sein, daß jeder Mann seine Pflicht getan hat, wie es jedem Deutschen geziemt und wie es nicht anders erwartet werden kann.
Hierauf hielten Geistliche beider Konfessionen Trauerreden. Sodann ergriff Staatsminister Del brück das Wort und sagte etiva folgendes:
Ich kann Ihnen sagen, daß S. Mstf. ber Kaiser am liebsten selbst hierher geeilt wäre, uni im Kreise der Bergleute sein Bcileid auszusprechen. Ich steh: hier als erster Beamter der Kgl. ©rußen. S. Maj. hat bereits S. Kgl. H. den Prinzen Friedrich Leopold mit reichen Mitteln zur ersten Linderung der Not ausgerüstet. Es haben ferner reiche Mittel zur Verfügung gestellt, bie Großherzogin von Baden, ber Erbgroßherzog von Baben, der beutjd.c itronprinj und die deutsche Krouprin- zessin. Leider ist es trotz aller Mühe den Rettungsmannschaften nicht gelungen, mehr Menschenleben zu retten. Alle Beamten vom Steiger bis zum ersten Minister haben bie Pflicht, nach besten Äräflen dafür zu sorgen, daß es ben Untergebenen gut gehe, wie auch ich es tun werde. Ich sage den Toten als letzten ©rüg bie Worte, die ihnen auch zugerusen wurden, als ber Schacht eröffnet würbe: Glück auf!
Ehoratinusik beendete die Feier, die eine halbe Stund gebauert hatie.
Tie Leichen sind von der Staatsanwaltschaft freigegeben worden. (Stimmt sind 110 Leichen, 149 sind geborgen, 9 liegen noch in der Grube.
Tes Verwesungsgeruches wegen können die AnfräurnungS- und Bergungsarbeiten, obgleich die Witterung der Grube lüieber normal ist, nur mit Drägerschen Apparaten ausgeführt werden. — 21 ch t Mann sollen in der Grube n o ch leben und machen sich durch Klopfen in der Richtling nach dem Hemitzschachle zu wahruehmbar. Von dort sind zivci Fahrsteiger mit Rettungsmannschaften zur näheren Feststellung eingefallen.
Berginipektor Müller erhielt durch den Prinzen Friedrich Leopold den roten Adlerorden IV. Klasse; bie Steiger Groß und Bartsch erhielten den Kgl. Kronenordeii IV. Klasse, sechs Bergleute bas 2iügemeine Ehrenzeichen für Rettungsleislungen. Weitere Auszeichnungen stehen bevor.
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In der Budgctkommission deS preuß. 9tbgeorbneten- hauses teilte der Unterstaatsselretär des Hanbelsministerinms eine vom Handelsminister auS Saarbrücken eingegangene Depesche mit, nach welcher bie vermutliche Ursache beS Unglücks eine Schlagwetterexplosion mit folgenbet Kohlenstaubexplosion lit. Bisher würben 62 Tote unb 25 Verletzte über Tage geschafft. Letztere sind außer Lebensgefahr. Vermißt werben 8 6, bie vermutlich tot linb. Tie mit verunglückten Wettermänner sollen vorher bie Arbeitspunkte wettet frei gemelbet haben. Eine weitere Depesche des Hanbelsmiilisters besagt, bie Grube sei allenthatben tüiebcr befahrbar. Daß bie Arbcitspunkte vor Beginn bet Schicht wetterfrei gemeldet wurden, wird durch bie zusiäubigen Steiger bestätigt. Die Ermittelungen über bie Ursache ber Katastrophe sind noch im Gange.
In ber Bubgetkommission teilte ber Finanzminister mit, der Kaiser habe ben Prinzen Leopolb von Preußen mit 20,000 Hl a r f ans bem Dispositioiissonds nach Reben gesanbt, um ber bringenben Not vorläufig abzuhelfen.
Der Prinzregent von Bayern spendete den Leid- tragenden 5000 Alk.
Tie Berliner Stadtverordneten beabsichtigen 10 000 Mk., der Wiener ©ein ein berat zur Linderung der Not der von dem Grubenunglück betroffenen Familien 10 000 Kronen zu spenden.
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Infolge einer Kohlenstau bexplosion auf ber Kohlengrube Stuart bei Fayetteville im noröamerifan. Staate Westvltgmia sind 80 Bergleute, bie 500 Fuß unter ber Erbe arbeiteten, verschüttet worben. Bon ben Verschütteten ist bis jetzt noch niemanb gerettet worben.
Die Kohlengtiide Stuart bet Fayetteville ist durch die Kohlenstaubexplosion vernichtet worben. Der VeutilcillonS- apparat ist gleichfalls zeritört. Einer Rettungsabtc'.lnug gelang es, bis auf 150 Fuß Entfermmg von ber Schacht- sohle, wo bie 80 Bergleute arbeiteten, vorziibrmgcn. Wetter kam sie jedoch nicht, da Trümmer ihr den Weg versperrten.
AUS Staot NNS ltano.
Gießen, ben 31. Januar 1907
* * Geschworenen» Au Slosung. Zu ber am 4. März 1907 beginnenden Sitzungsperiode des Schwurgerichts wurden Li: Namen nachstehender Hauptgeschworenen aus ber Jahresliste 1907 behufs Bildung der Spruchliste gezogen: Kausmann Philipp Kraus- grill XI. in Nieder-Weiscl, Landwirt Heinrich Schäfer IL in Eschenrod, Landwirt Heinrich Lenz III. in Atzenhain, Schlosser- mci|"ter Edmund Nagel in Gießen, Fabrikant Heinrich M y l i u s in Gießen, Aeig. Daniel Jung IV. in Freieuseen, Landwirt Johs. Alt in Eichelsdorf, Professor Tr. Christian Bartholom Le in Gießen, Müller Julius Zimmer in Lauter, Landwirt Heinrich Ernst Schmand in Holzheim, Bauunternehmer Martin A ßermann in Gießen, Rentner Otto Horos in Echzell, Müller Ludw. Bräuning in Lindenstruth, Kaufmann Rudolf Gutermut inGroßen- Linden, Mühlenßesitzer Jakoß Wilhelm Phllippi in Büdesheim, Landwirt Georg Gonkrum VII. in Münster (Kr. Gießen), Faßrikant Leonhard Hoos in Lauterbach, Landwirt Heinrich Franz in Gedern, Landwirt Karl Heß in Petterweil, Landwirt 2ldam Lachmann in Henimen, Kaufmann Louis Möller II. in Lauterbach, Landwirt Wilhelm Müller I. in Odenhausen, Landwirt Konrad Karl Stroh in Eifa, Landwirt Louis Widdersheim I. in Borsdorf, Pachter Friedrich Brückmann in Birklar, Stadtverordneter Jean Kirch in Gießen, Landwirt August Psannstiel in Hainbach, Landwirt Karl Seum in Wallernhausen, Fabrikant Lolprecht Struth HL in Lauterbach, Landwirt Joseph Anton Wiegand in Herbstein.
* * Zum Groß-Karbener Eisenbahnunglück. Der Führer des Güt.rzuges Georg Gernant aus Gießen, ber sich int Franst urter srudrrsdien zirankeuhaus beraub, wurde geilem, da seine Verletzungen unbedeutender Natur sind, entlassen. Das Befinden der beiden anderen Verletzten ist uiiDeraiiOert, beide schweben immer noch in Lebensgeiahr. (Danach Hal sich das gestern erwähnte Gerücht, daß Lokomotivführer Papperl ge» swrben sei, nicht bestätigt.)
* * Dern bürg in Frankfurt. Auf Einladung der Handelstammer Frankfurt a. M. wird, wie wir bereits nut» teilten, ber Koloniaidireltor Exzellenz Dernburg am Sonntag, den 3. Februar, nachmittags 5 llyr, im Hippodrom in Frank,uvt sprechen. 9cad) dem Vortrag findet ein gemeinsames Abendesfen statt. Der hiesigen Handelskammer sind ca. 50 Eintriltstarien zum Vortrag zur Veriügung gestellt worden, welche von Inter- essenten auf dem Bureau ber Handelstammer, Norbanlage 50, wahrend ber Geschäftsstunden in Empfang genommen werden tonnen, Eßendasettst loerben Anmeldungen zum Aßendeffen, welche int Lause des Freitag Vormittag erfolgen müssen, entgegengenommen.
* * ©in Wahlflugßlatt der liberalen Parteien liegt der heutigen Ausgaße des Gießener Anzeigers ßei.
* * D i e Porzellan-Einrichtung für das neu ev- ßaute Ver ß indungshaus ber Landsnrannichait Sarin- stadtia, das am 16. Feßruar eingeweiht werden wird, ist zurzeit int Scl>aufenster der Firma Lang u. Wiederstein, Alarlt- straße, ausgestellt.
* * Aus dem Bureau bes Stadttheaters. Noch, mals sei auf bas morgige Benefiz bes verdieniwviien Dßenegihcurä Bakvs hingewiesen. In dem Vollsstück „Else vom Enenhos" wird ber Beneiiziant die Prachtsigux des Erlenhofßauem verkörpern «und bau sie als Prachtsigur auf die Bühne kommt, dafür bürgt die gediegene Gestaltungskunst Aakofs. Die Titelrolle der „Else" wird von einem Gaste Fräulein Marie Lauter manu aus Darmstadt gegeben. Wir werden in der Dame eine liebenswürdige, hochtalenrierte Nrnve kennen lernen, die in diesem Jahre durch eine Reihe von Gastspielersolgen an größeren Buhnen iljrcn Ruf befestigt M. Hermann Bato,s Benesizaßend verspricht also sehr interessant zu werden.
r. R u d o i n g s h a u s e n, 30. Jan. Dec Steinhauer Diel von hier stürzte gestern im Steinbruch zu Londorf miolge eines Fehltrittes eine Hohe Felswand hinunter und zog jich dabet schwere Verletzungen zu. Ob fie lebensgefährlich sind, tumue der Arzt noch nicht konstatieren.
sd. Darmstadt, ÖU. Jan. Der Studentenvcrband an der Technija-en Hochsämie Darmstadt feierte heule den Geburtstag des Kaisers im Orpheum. Bon ber Pro- fessorenschafl war anwesend ber Prorellor Prof. Dingeidep und Prof. Dr. Schesfers. Den Vorsitz sühtte Stud. Kern (Scizze), ber den Kommers mit einem Salamander eröflnete unb bann buit Kaiser a.s Vertreter von Kunst unb Wissemchaft feierte, sowie auf den guten Ausfall der Wah.en, die das beste Ge- burtstagsgefchenk seien, himvtes. In das Hoch auf den Katfer wurde begeistert eingestimmt. Es loutoen hierauf Depescl)en an S. M. ben Kaiser unb S. K. H. den Großhorzog aogefanbt. Stud. Harms (Akad. Chor) feierte ö. K. H. den Grogherzog und brachte ein breilad)€5 Hoch auj ihn aus. Die Rede au, ben Rektor und bid Pco,essoren hielt Stud. Vollert, worauf Prorekwr Professor Tr. Dingeldey dankte und einen Salamander aus das gute Einvernehmen zwischen Professoren unb Studentenschaft kommandierte. Sind. Bon Hardt hielt eine Rede au, bie er)a;ienencn Gäste und bie Stadt Darmstadt, worauf Berg. Baurat Jäger bin tu unb ein Hoch auf die Stadenun- scha,t ausbrachte. Stud. Meschke kommandierte einen Sala, mander auf bie Damen. Zum Schluß wies ber Vorsitzende sS-tub. Kern daraus hin, daß der anwesende Pro,. Schessers nach el,jähriger Tütigtett demnächst du Techn. HodMale Deriaut, woraus sich bet ©eieierte vor seiner Abreise nach Eharlottenourg ojffzittl verabschiedete.
H.ö. Darmstadt, 30. Jan. Der unter dem Protektorat I. K, H. der Großherzogin stehende Frau en verein der hiesigen Martinsgcmeinde hat heute eine Klc inkinder« schule etngcmeiht, die ganz aus Rtitteln der Gemeinde nut einem Kostenaufwand von 46,000 Mark ernchtet wurde. Der Einweihungsfeier wohnten viele Gcmeindeglieder und geladene Gäste, darunter Oberbürgermeister Riornewcg bei, der nach Ansprachen der Pfarrer W e t tz und Do g g a u jede Gründung einer solchen Schule als eine rettende Tat bezeichnete. Die Schule zählt 125 Pfleglinge, kann aber noch bedeutend vergrößert werben unb ist für Pfleglinge aller Konfessionen zugänglich. Im selben Haase soll später eine Krippe errichtet werden. Die neue Schule wurde mit Genehmigung I. K. H. der Großherzogin nach bem Erbgroßherzog Georgevich u l e getauft
sd. Darmstadt, 31. Jan. (Drahtbeticht.) Ein in bet Altstadt wohnender, 27 Jahre alter Sd>ursscrgc,elle O. wurde heute in deml Wald westlich der Heidelbergerstraße tot aup gesuiiden. Er hatte sich durch einen Revolver,chug entleibt
h. Frankfurt a. M., 31. Jan. Ter 28 Jahre alte Arbeiter Josef Scheina erstach gestern nachmittag nach kurzem Wortwec.)sel auf offener Straße den gleichalterigen ©elegenheits- arociter Andreas Wityelm Sechting. Der Taler wurde sofort verhaltet Tie Leiche wurde nach der Halle des Franksurler Fried- hojes verbradst, wo bie Seklion erfolgen wird.
X. Gelnhausen, 30. Jan. Der seit 33 Jahren in bet hiesigen ©umnu,aßrit tätige Werkmeister Fritz Popve hat sich in seiner Wohnung erschossen. Der Beweggrund ist noch unbeUiuit
[l Marburg, 30. Jan. Zu den Meldungen auswärtiger Blätter, daß ber berühmte Marourger Gelehrte Pros. v. Behring an gLiundheittiipcai Störungen leibe, fei leitgeitellt, daß diese Nachriihtcn jeoct Begründung entbehren. Herr v. Bchnng weilt hier und liegt bei vorzüglichem Be,inden rührig |einen minemu>ü|tliQ)eu Arveiten ob. — gegenwärtig werden oie h^eugen ©eioeroetieioeuheii au,geordert, sich zur r>cage der Ein,uchiung öes 8 ll h r - L a d e u s ch 1 u s s e s zu erklären.
U Laasphe, 50. Jan. Za der 'jJeeiOung aus Wolshagen, baß eS dort gelungen sei, den Mordender Luise Becker auS


