Ausgabe 
31.1.1907 Zweites Blatt
 
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Dünebusch abzufassen, sei bemerkt, tag bei Deydorf ebenfallss die Äldgcrm den sicheren ZugaugSsteg, der mit Platten belegt ein Mann verhaft t wurde, den man b^rmmt für den Tfiter war, nach der onagc hinübergelrcn konnte, anfUtt den Dorrlatz

scunmen.

Wetter

Höchste Temperatur am 29.30. Januar

Niedrigste

29.30.

Die Schulsteuern sind dadurch auf

Unter den hier gewähl-

Petersburg, 31. Ian.

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Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Sicligionsacsellschaft.

Sabbatleier am 2. Februar 1907:

Freitag abend 4.50 Uhr.

fcamsiaq vornuiing 8.30 Uhr.

Nachmulag 3.30 Uhr.

Labbat-Ausgaug 0.10 Uhr.

Wochengotlcsdiensl: morgens 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

hält. In Berleburg brach eine ti-oa 50 I hre alte Log. lohrerSsrau auf dem Wege zur KalsergeburiLragSfeier tot zu-

,nj.".) Amtliche Dlotierunflcn der heutigen Viehmarkl- vreiie. Zum '^eilaufc standen: 13 Ochsen, 0 aus Oesterreich 2 Bullen, 0 aus Oesterreich, 40 Rühe, Fersen, Stiere und 'Jxinbcr 0 ans Rumänien, 697 Kälber, 193 Schafe und Hammel, 10 Ziegen,

Kleine Tageschronik. Ein schrecklicher Un­fall ereignete sich in der e l e k t r. Zentrale in Königs- Hütte. Zehn Arbeiter waren in unmittelbarer Nähe der Kessel­anlage beschäftigt, als plötzlich eine heftige Explosion erfolgte. Ein Tampsstrahl unter dem Drucke von zehn Atmosphären traf die ahnungslosen Arbeiter. Dem grüneren Teile derselben gelang eS, sich in Sicherheit zu bringen: vier blieben besinnungslos an der Unsallstelle liegen. Troy sofortiger ärztlicher Behandlung ver- ßarben sie unter entsetzlickren Qualen. TaS Unglück ist auf den Bruch eines SiederohrcS des Dampfkessels zurückzuführen. InHilden wurden in Alexander CoppelS Fabrik einem jugend­lichen Arbeiter von seinem Kollegen mutwillig die Kleider am Leibe angezündet. (5t wurde in hoffnungslosem Zu­stande nach beni Krankenhause verbracht. Zn der Station O e tz t a l der Arlbergbahn ist der Dampfkessel der Lokomotive des GüterzugeS 61 explodiert. Ter Maschinist und der Heizer wurden weit sortgeschleudert. Der erstere wurde bewußt- los auf dem Dach des festen Waggons gefunden: beide fmb sänoer verletzt. Der Materialschaden ist groß. Der Bahnoerkehr ist trotz des Unfälle- nicht gestört.

DattOcl und Verkehr, volkswirtschast.

Berlin, 80. Jan. In der Gesellscha'tsversammlung des Kalisyndikats teilte ber ©eneralönefior Wrätmec mit, das; der Mehrabsatz im Jahre 1906 gegen 19uö 402 löo Toppeizentner reincS Kali betrage. Ter Wert des Umsatzes im Jahre 1906 ist gegen 1905 um rund 7 'Millionen Alk. gestiegen. In dieser Summe ist der Werl ber anßersyndikailich seitens Sollstedt uerfanften Mali- jalze nicht enthalten. Ter (Äejamlumjatz hat sich in acht Jahren verdoppelt. Wie in beit Borjahren sollen für die Propaganda er­hebliche Mehraufwendungen eriotgen, um 9)lütcl für die Vetsuchs- anstellung, s.)iu6|teUuiiQ6iucieu, Veröffentlichungen und Zeunngs- reklame zu beici'asjen. Für letzteren Ziveck werden in diesem Jahre rund 22ö 000 l'tf. zur Verfügung stehen. Tie Zahl der Propaganda- Oleschästsstellen, die Ende 1906 3d betrug, soll auf 41 erhöbt werden. Auf eme Anftagc Emil Sauers gibt Direktor Schuddekopi Aus- (uiifl über die Anfang Januar neuerrichtete Hamburger Filiale des Kalifyudilais und am Befragen des Bergrats Ohöblct und des cheneraldrreltors (Sraüncr über die m den Zeitungen erwähnten Tiffercuzcu zwischen dem Syndikat und dem Thoinasmehl-Berein und deren Grund. Sodann genehmigt die Veriammlnng den mit der Aktiengesellschast Heldburg wegen des KalibergwerksFrisch Gluck" aus der Wnmelage ber Parität in Kaiseroda abgejcblosjenei'. Vertrag. Auf Anregiiug des Geheuncrats Zuckjchiverdl spricht die O)cfe. schaiisversammlung der Königlichen Bergwerksdirektion in Saarbrücken aus Anlaß des UuglücksialleS auf Reden ihr Beileid aus. Auf Anregung des Freiherrn o. Lppeuheiin wurden für die ymicrbliebeneti 10 0o0 Mk. zur Verfügung gehest. Die GeseUfchaits- oerfaimnlnng erklärt sich schließlich mit der bereits oerösscntlichten Stellung des Aufsichtsraies hinsichtlich der Preisfrage euwerstanden.

Märkte.

^Frankfurt a. M., 81. Jan. (Telegr. Orig.-Bericht des

2lrbcitcrbcivc<uing,

Berlin, 30. Jan. Infolge de4 LobnkampseS in der Berliner Holzindustrie, dessen Ansdehnnnq auf Breslau, chörlitz, Leipzig usiv. erwaubar ist, beschlossen die anderen Ole* io e r ff d) a «t e n, vorläufig von Lohnbewegungen abzn- sehen. In sämilicken größeren Beineden ber Berliner 'Möbet- vos a m e n > e u b r a n ch e ruht gcgcuwäitig die Arbeit. Tie Arbeitgeber haben, emcm Veifammlungsbelchluß tolgeud, die Wcik- Heinen geschiof en und alle organisierirn Arbeiter entlasten. Tie Uriactc dieies Vorgehens liegt in Tifiereuzem die schon sen längerer Zeit schweben. Tie (Lehnl'enschait hatte die Forderung oeltelit, daß alle Arbenskrästs mir durch den (pehul'ennachiveiS bezogen werden.

07 = 07 =

ten Arbeiter-Bevollmächtigten wurde einer ver­haftet, sechs ausgewiejen. Der Senat erklärte den Professor Myljukow für nicht wahlberechtigt, weil er den Direktorpotlen in der BerlagS-Buchhandlung Obscheslwennaja Polsa, auf Grund dessen er den rlckahl-ZensuS besitzt, erst im oorigeit Jahre erhalten, ihn also 12 Tage weniger als ein Jahr bekleidet hat. Cs muß jedoch heroorgehoben werden, daß bis jetzt solche Wähler zu Taufenden ui den Wählerlisten anstandslos eingetragen waren.

Israelitische StcligionSgemeinde.

Hottksdtenlt tu der Synagoge (Südaulage).

Samstag, den 2. Februar 190 7.

Vorabend 5.15 Uhr.

Morgens O.uo Uhr.

Nachmittags 3.30 Uhr. SchriftcrNärung.

Sabbatausgang 0.10 Uhr.

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitag b n L Februar: 2ei(ivcuc heiter. (Peiniger Schnee. Leichter Frost,, jedoch nur nachts. Schtvache nördliche Winde.

Literarisches.

Politische Haupt st römungen. Bon Geheimrat Professor Tr. K. Th. iietgel. (Aus Natur und (Setfletoelt". Sammlung toinenfd>a«;lidpgcmcinDcrüänbhdv.-r Darstellungen aul allen Gcbi:ten b:5 Wissens. 129. $änöd;<n.) Verlag von B. G- Teubner in Leipzig. 8. 1907. Für jeden, der verständnisvoll die poUlisck'en Ereignisie der Geg-umart verfolgen will, ist eine Vertrautheit mit dcn wichtigsten Tatsachen der politischen Ent­wicklung des 19. Jahrhunderts unerläßlich. Aber freilich von unseren Forschern wird auf historischem Gebiete so rege Tätigkeit entfaltet, fort und fort so massenhaftes neues Qucllenmaterial zu tage gefördert, in fo zahlreichen wichtigen Punkten durch kritische Untersuchungen das Urteil berichtigt, daß eS dein Gesck>ickstSfreunde nicht mehr möglich ist, sich über die Ergebnisse dieser Svezial- arbcilcit aus dem Laufenden zu erhalten. Um so willkommener muß eS sein, wenn der 91 und euer Historiker Heigel diese einzelnen Entdeckungen zu einer umfassenden Darstellung gestaltet, die die wichtigsten poll.'fchen Ereignisse üdui Ausbruch der jranzösisckxn Revolution an bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts verfolgt, womit eine Schilderung der politischen Ideen Hand in Hand geht. Wie es die Aufgabe dc-Z Historikers ist, sucht der Verfasser dabei überall Ursache und Folge, d. h. den inneren Zusammenhang der einzelnen Vorgänge darzulegen: auch eine Würdigung ber Sinnes­art und ber Taten wenigstens der einflußreici sten Persönlichkeiten ist damit verbunden. So wird das Büchlein allen jenen will­kommen fein, welche nicht die Muße haben, umfangreiche Werke zu studieren, welche sich aber gern über das Wichtige und Wesent­liche der politischen Entwicklung Europas im 19. Jahryundert unterrichten möchten.

GrZgillal-Drahtineldiurgen.

Posen, 31. Jan. Infolge des Schulstreiks werden von der Posener Regierung m st osten Baracken zum stosten« betrage von 11000 M. gebaut. Der Schulvorstand lehnte cs ab, dcn Betrag durch eine Anleihe zu decken. Daher , müssen dre katholischen Schulväter die Summe durch eine

zu durchqueren. Das Landgericht Arnsberg wies die Klägerin ob, indem eS ausführte, daß ber Beklag« für einen verkehr S- fitfctren Zugang gesorgt hatte, und daß die Klägerin es selbst zu vertreten habe, wenn sic den Plattenweg verließ und den Vorplatz auf eigene Gc'ahr hin überschritt. In diesem Sinne entschied auf die Berufung der SKägtrin das Lberlandesgericht Hamm. In der Revision kam der 6. Zivllscnat deS Reichsgerichts zur Aufhebung des DerufungSurtellS und verwies die Sache an das OberlandeSgericht zurück.

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0 Ziegenlämmer, 0 edialämincr. Bezahlt wurde für

das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen L Qualität 8u82 Tlf., 2. Qualität 7274 9)<L, 3. Qualilät 6265 Mk.: Bullen 1. Qual. 7275, 2. CuaL 7072; stütze 1. Qualität 7476 Mk., 2. Qual. 7072 Alk., 3. Qual. 6062 Mk., 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Qual. 0000 Mk. Halber l.Qual. 102104 Pjg., L'ebcnbqeiDid)t 6162 Psg., 2. Qualität 8591 Pjg., Lebeudgewicyt 50-55 Psg., Schlachlgew. 0000 Psg.; Schafe: 1. Qual. 7880 Psg., 2. Qual. uOUO Pjg. Geschä't bei Hornvieh gedrückt, Ueberjtand unbe* öeuteub, bei stleuwteh gut, fern Ueberftanb.

®ilf Anladung btt Ju int W £| üurfl am ooumag bt- I pobroni in stranhua 1 Meu'iames SibtniK-i.n 1 ca. 5U AntrulsiülL 1 e11' welche Don Inter, M inier, 'Jiorbanlage yj r l3 genommen metbes< Jen zum Ubenbtiien, r erfolgen Men, tm- eralcn Msteien fite I ets bei

11 ff iüi das neu c »Sinannjchait Darm- echt lucrixn witD, st n. Wiedetilein, ibttbeflieiS, Noö iiltoolieu Dbenegiiicui Else vom Euenhlli

s Erlenhojbauew ds- ic Bühne kommt, ba|- IS. Die Titelrolle bu )laric Lauterinaut. Xi Dame eine litotur ?n, die in dirjem gröberen Buhnen lijta chzadend verjprichl

Dn Stein Hauer Dir!

i Londorf luiolge eiwi - unter und zog chc/Mich iuW, t» ubentenoerhav eierte heute den ®t- I nm. Bon der K- Pros. Dinfferdey ul stub. ^ttn (SciHt. ,i erönnete und banr b Meitzchast feiern ! en, die» bcsle t--

Loch auf den hreruuj Deprfchen ü. Gwiherzög flogflanx K x). Den is Die Siede aui tu , Pollert, inlte und einen s ijchen i- onhardt HM «« LD°rmM,w^ och auf die Ltude^

?ich^Proi. Scheiiu' j,n Hochschule otrid,

er unter IwN* enbe 8-°"'"°' , - eineSl'int' ' teln ber *"6 *: [ errichtet .

Tat bezeichne.

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Der

liberale wahlaurschutz ladet alle die Herren, die am 25. Januar a. er. in so liebenswürdiger Weise geholfen haben, sowie alle diejenigen, welche sich noch zu beteiligen gedenken, insbesondere auch die Herren Studierenden ein zu einer Besprechung

Nnivertzitätr-Nachrlchteir.

Wie wir hören, ist ber ordentliche Professor der Staat'- wisicuschaueu an ber Universität stöntgsberg u Pr., Tr. vhtl. statt Tie hl, zum Nach'otgcr des Prozessors Tr. W. Hasbach in stiel m ^liitzsicht genommen. Tr. D i e h t ,st 1864 zu Frank- iurt a. M. als Sohu des Scuatspräsidcuten Ticht geboren. Ter ai'.üevovbcntlicbe Professor ific. Tr. HansAchel iS zn stönigs- berg ist in die ttzeologifche Fakultät der Univeisiiät Halle, der orbciulirbe Prof. Weh. 'Diebivnalrat Tr. Hermann st u h n t zu stomqsberg i. Pr. nach 93 o n n, der ordentliche Professor Tr. Ernst Men mann zustomgsberg in die phllosoptzijche und naturwissen­schaftliche Fatutiäi der Umversilät zu M ü n st e r i. W. versetzt ivoiöcn. Der Privatbozeut Prolehor Tr. Ludivig Milch zii Breslau ist zum aiisierordentlichcn Professor in ber vtziloiophilcheii Faluliät der Umverstiäi z>i (Greifswald, der Privatdozeiit in der theologischen Fakultät der Universität zu stomgsberg t.'ie. 3stchard Hoffmann ztitn außerordentlichcii Profeswr euianni worben. - Dem Privaldo^uien der Universität zu stöntgsberg t. Pr. Stabs­arzt Tr. Cito Boß ist das Prädikat .Prolesjor' beigelcgt worden.

Ehrengeri chte bei Bist ole niorderun gen. In neuerer Zeit ist dos ftubcntiid)e Chreugerlcht ba Pistolensorde'rung.n öfters einer Äritik in ber Presse unerzogen tuorben.. Immer lauter wurde gegen dasselbe dec Dovvurf erfxjbcii, daß cs sich mciÜenS nur aus Studenien, wenn teilweise auch in l-öhercii Semestern, zusammensetze und o.sl)a.b die Gefahr vorhanden sei, es möchte über den Grad der Beleidigung ein zn rasä-cs Urteil Gefällt und das, was mit d.r Ä.-sttaMNg einer Pistolenjorderung ans dem Spiele steht, zu tvenig in Betracht gezogen iverben; darum fei es notwendig, datz auch alte Herren zu einem Ehrengericht oeige-zogen werden. Nach dieser Nichtung hin fragen nun txie im Moburger L.E. vereinigren deutschen L a n d S m a n n s ch a j t e n einen Beschluß gefaßt und damit wieder gezeigt, daß sie auf die '.Regelung des Mensur- und Tuellweseus besonderen Wert lenen. Der A.L.-Ausschuß der Landsmamisck-astEhibcllinia" zu Tü­bingen hat dem Verband den Antrag uurgeiegt, bau in Ehren- geriduen bei Pistoleiifordemngcn mindestens ein Alter Herr unter den Ehrenrichtern sich befinden müsse.

üonbon, 80. Jan. Ter Physiologe Sir Michel Foster ch hier g e st o r b e n.

Gerlchtrsaal.

Köln, 30. Januar. In der Privatklagesache Tr. P e t e r ö gegen den Redakteur B r u g g e m a n n von der stölu. Zig. Hai das Sctzöfscugerictzt die D i s z i p 1 \ n a r a 11 c n von Tr. Peters eiu- geiorbcu, die bi» jetzt sireug geheim gehalten waren. In der wei­teten Lache de» Re>ct)Stag»abg. r eu gegen den Bczirtsanitman» a. T. Lchmldt von Togo hat Justizral lÄummeisbactz die stlagc emgerelchl. Tieje fomiie bi» jetzt incl)t juflciiellt werben und \o erklärt sich die Preß-Aeußenmg Letzmidts, oau er bi» jetzt knie Kluge erhalten habe. Die Termine find noch nicht an^cicijr.

In Weimar wurde der Hoitheatei - Lekretar Schönheit wegen Tiebiiahls von (Äöitze-Lchri! en zu eine. Woche Gefängnis verurteilt. Ter Antiquar Bach wurde als Zeuge ouS dem Zuchthatife vorge uhrl.

Der n a d i e1)1 a u n i in Rege n. Ein sonderbarer e va- ziergänger erregte un Hcrb,t v. I. unter dcn Einivohnern 'Uloabiie- unangenehme» Aufsehen. Insbesondere bei strömendem Regen machte ein etwa 80jähriger Mann eigenartige Promenaden ui nacktem Zustande. Junge Mädchen und Frauen, die dem Lpaz>cr- ganger begegneten, liefen schleunigst davon. Ehe die Petr essenden polizeiliche Schutz herbeiru'en kouutcn, war der Unbekannte ebenjo schnell, wie er au'gctauchl war, wieder veischwimden. Tie Polizei vermutete einen (peiflestranken. Schließlich wurde der (onberbau Spaztergauger in der Bredowstraße von zwei Frauen sesigehalien und einem Schutzmann übergeben. Aus der Polizenoache stellte cs sich heran», daß der Betreffende ein (ilehtotcdnuter Wcorg W. aus Spandau war. Hegen ihn wurde cm Strafverfahren wegen Er­regung öffentlichen Aergernisjes anhängig gemacht, welches gestern vor dem Schöffengericht Bcrlm-Mitte zur Verhandlung kam. Ta erhebliche Ziveisel an der Znrechnungv'ähigteii des OK bestanden, waren von der StaatSanivaltschait Aledizmalral Tr. Hossmaiiii und Tr. Alagnii» Hstschteld-Eharlotienburg als psychiatrhche Sachver­ständige geladen. Beide legten m ausführlichen Oluiachtcn dar, daß es sich bei dem erblich schwer belasteten und hochgradig ner­vösen Angeklagten um krankhafte Anfälle von ExhibitiomsninS, die einen epileptischen Eharakter tragen, handele. J>i diescin Zustande, der bei IS. nur bei Aegenwetter auftrete, sei bei ihm eine kraukhasic Siönmg der iSeistestatigkeit vorhanden.^die einen völligen Ausschluß einer freien WlllenSbestimmuug zur Folge habe. TaS Schöffen­gericht hielt de» latbeftanb des § 51 St.-lS.-B. lür gegeben und erkannte dem Anträge des Staatsanwalts acmoß au' Freisprechung.

Sd. Ein gutmütiger GcrichtSvollzieher, der durch seine Schwäche und Nachgiebigkeit zum Opfer feines Bcrujcs wurde, ist der seit einiger Zeit in Zwingenberg eingesetzte Gerichtsvollzieher Lecker, der aber inzwischen seines AmteS ent­fett wurde. Er ist mit dem Strafgesetz in Sbmlift gekommen, ohne daß man ihm nachfagen kann, daß er beabsichtigte, sich Ler- mögcnsvorteile zu beschajfen. Er fälschte ost in der uneigen­nützigsten Weise die '^..ildungSprololöllc und half den Schuld- nern ost mit eigenen Mitteln nus der stlernme. lllach dem Gutachten ber Psychiater ist er in seiner Gutmiitigleit und Weich­heit sogar erblich belastet, und da er bisher unbestrast ist, ihm auch keinerlei persönlicher Certeil zum Vorwurf gemacht werden kann, wird die Tat un müdesten Lichte betrachtet. Nach der Aussage dcS Gerichtsvorsicenden paßt B. üöerhaupt nickst zum GerickstSvotlzieheramt. Auch seine Aroeitsüberhäusung wurde mil- bernb in Betracht gezogen w.ib -er er'hiett deshalb von der Darmstadter Straf!.ammcr einen Monat und eine Wockst Ge­fängnis. Wegen w.iiercr schwerer Vcrsehlungen hat er sich aber demnächst nocy vor dem Lchwurgerrcht zu bcrintajorien.

Posen, 30. Jan. Tie hiesige Strastammer verurteilte heute den Redakteur desfanget Poznanski", Zielowski, wegen zweier Echulstreika rtikel zu 660 Ak k. Geldstrafe. In An­betracht, daß Zielowski bereits zu 15U0 Mk. Geldstrafe verurteilt wurde und weitere Prozesse gegen ihn schweben, beschloß der Ge- rickstShof feine sofortige Inhaftnahme. 2er anwesende Reichstags- abg. v. Chrzanowski hat sich bereit crllärt, für den zu Verhaftenden eine Kaution von löOÜ ML. zu hinterlegen, worauf vorläufig von seiner Inhaftnahme abgeschen wurde. Ferner wurde gegen den Redakteur deSWielko Polunin", Szwjat, wegen gleichen Ver^ gehens auf 450 Mk. Geldstrafe erkannt.

Haftpflicht bei Nichtbeleuchtung eineSVor- platzes. In Olsberg (Westfalen) kommt es häufig vor, daß sich vor Grundstücken den Besitzern gehörige Vorplätze befinden, die von diesen benutzt werden, aber nickst besonders eingezäunt sind. Die Klägerin in diesem Rechtsstreit kam auf dem Vorplatz des dem Gastwirt und Spediteur T. gehörigen Grundstücks infolge Glätte zu Fall, als sie das Haus des Beklagten verlassen wollte. Sie warf nun dem Beklagten vor, daß er nickst für Gangbar- machung des Platzes gesorgt und daß er gegen bte Polizcivcrord- nung verstoßen habe, well er den Borplatz nicht, wie vorge­schrieben, beleuchtete. Der Beklagte wendet hiergegen ein, daß er sich auf den Knecht, der das Reinigen des Wagens vorgenommen hätte, als tüchtigen Menschen habe verlassen können, und daß

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