Ausgabe 
31.8.1907 Erstes Blatt
 
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des Hülfsau 3 schusses

gingen ferner ein:

cmunlung in der Gemeinde Inheiden

aus und die die mit eine

gegen.

Bei der Sammel stelle

mit dem noch teilweise bestehenden Werbesystem. Durch die allgemeine Wehrpflicht muß ein Heer von Landeskindern geschaffen werden, das am besten geeignet ist, den heimat­lichen Boden zu verteidigen. Verbesserungen aber auch in den ökonomischen Verhältnissen des Soldaten? Was sollten in diesen Zeiten noch Zopf, Locken und Pnder nützen? Wahrlich keine leichte Aufgabe, den Widerstand von An­schauungen zu brechen, denen noch die alte Zeit als Maßstab galt. Scharnhorst hat den Einfluß der Gegner beim König gebrochen, die so gerne des Reformers Pläne durchkreuzt hätten. Wie wußte der zielbewußte Mann durch die Ein­führung desKrümpersystems" einen Napoleon zu täuschen!

Wenn man von der Erhebung des preußischen Volkes im Frühling des Jahres 1813 spricht, wird man stets dankbar des Mannes gedenken, der den Gedanken zum Ab­werfen der korsischen Fessel wachrief mit dem Augenblicke, als sich König und Volk auf ein neu geschaffenes tüchtiges Heer stützen konnten.

gegenwärtig in Bremen leine 36. Wan 0 ero ersammlung ab. 3® Vorjahre hatte die Kronprinzessin einen Ehrenpreis für die bciu Lösung der Aufgabe einer photographischen Darstellung von Mutter und Kind" gestiftet- Von den 27 damals t'in gegangenen Arbeiten sind 12 vervielfältigt, unter Beifügung eine-: Bildes der Kronprinzessin und ihres kleinen Prinzen zu einen Mappe vereinigt und der Protekwrin, sowie auch dem Kail'ci und (to Kaiserin überreicht worden- Die Kunstmappe wird auc! der Oeffentlichkcit zugänglich gemacht lverdew Professor Hermam Krone in Dresden wurde zum Ehrenmitgliede des Vereins cr nannt- Die Urkunde wird ihm im nächsten Monate bei Vo!lcndun> seines 80- Lebensjahres durch eine Abordnung überreicht werdoi- Am Vereinssitz in Weimar lvird die Einrichtung eines historische Lehrmittelmufeums geplant- Hofrat Dr. K. Kötschau, der Direklo deS Großh- Museums in Weimar, will befürworten, daß eu Teil des Küpferstächkabinetts im Museum für eine historisch photographische Sammlung eingerichtet wird- Dr. Pasel au; Dresden sprach über Albumatpapier, das dazu geeignet ist, bew Kopieren von Photographien nebensächliche Tinge, die unnötn die Aufmerksamkeit auf sich ziehen würden, abzuschwächen- Hannes Gaedicke (Berlin) hielt einen durch Vorführung wohl gelungener Proben erläuterten Vortrag über die Lumioresche Far v e n p h o t o g r a p h i e- Die auf unmittelbarem Wege arbeiten den Verfahren haben sich nach seinen Ausführungen im Ge brauche bisher nicht belvährt- Das Versahren der Gebrüdc Lumiere, bei dem mit verschiedenfarbigen Rastern aus Starb körnern gearbeitet wird, gibt bei richtiger Anwendung die Farve in völliger Naturtreue wieder, freilich vorläufig nur aus Ew bei durchscheinendem Lichte- Tie Erfinder arbeiten, aber stl an einem Verfahren, die Bilder als 'Negative herzustellen, vo denen man beliebig Positive machen kann, und es begeht W Die Aussicht, die Bilder auf Papier zu bringen-

Der Herzog von Orleans hat eine Polar reise angetreten; die Rückkehr erfolgt anfang Oktober-

der Tat sehr, sehr viel an Mienchen- Kränze und Blumen gab es natürlich in tropischer Fülle, und auch die Abschiedsrede wurde der Scheioenden nicht erlassen- Zum Schlüsse tönte in den Jubel deutlich ein herzlichesAus Miederiehen!" Dieser Wunsch ist. der allgemeine! Dr- G. Z.

) Der Deutsche P ho t,o g raphen-V e rechn hält,

Aus StcvSt und

Gießen, 31. Ang.

* Hülfe für Herbstein. Bei unserer Geschäftsstelle gingen bis heute vormittag weiter ein: Gemeinde Kesselbach 25 Ml'., Lorschußkasse Kesselbach 25 Mk., von Privaten in Kesselbach 16 Mk., Geh. Justizrat Wilh. Wehner 10 Mk., Gg. Wissig 5 Mk. Zusammen mit den bereits früher quittierten Beträgen bis jetzt 4089,18 Üll k.

Die am 29, Aug. quittierten 100 Mk., die die evang, Pfarrei Londorf übersandte, sind von Londorf.

Weitere Gaben nimmt unsere Geschäftsstelle gern ent-

imb Spanier aus Fez hier eingetroffen, die in L a'r r a s ch an Bord gegangen waren. Tie Reise verlief ohne Zwischenfall.

Paris, 31. Aug. Obgleich französische Nachrichten über das Gefecht von Casablanca vont 28. ds. nicht vorliegen, scheint es sich nach englischen Telegrammen um ein ernsteres Treffen gehandelt zu haben. Man erzählt, daß 12000 Marokkaner angegriffen haben und daß mehr als 4 Stunden gekämpft wurde. Dies scheint aber- übertrieben, wenn man hört, daß die Franzosen nur 3 Tote und 7 Verwundete hatten. Tie Kanonen der Kriegsschiffe nahmen an dem Kampfe teil. Tie Verluste der Marokkaner sollen sehr groß sein.

Am Mittwoch nachmittag zeigte sich im Osten des französischen Lagers vor Casablanca eine Gruppe marokkanischer Reiter, gegen welche eine Abteilung eingeborene Freiwillige und zwei Züge Spahis entsandt wurden. Nach kurzem Kamps um eine Hügelstellung, die die Marokkaner vor den Franzosen besetzten, eröffneten von der einen Seite die Feldgeschütze, von der anderen Seite die Schiffskanonen ein mörverisches Feuer gegen die langsam nach Südwesten weichenden Kabylen. Kaum war aber die Artillerie verstummt, als die mittlerweile durch Zuzug von Taddert her verstärkten Marokkaner, zusammen etwa 1500 Mann, mit Blitzesschnelle ein U m g e h un g S m a n ö v e r ausführten und Spahis und Freiwillige ein- schlossen. Nur der ausgeführtcn Quarrö-Bildung und der im allgemeinen guten Feuerdisziplin verdanken es die Fran­zosen, daß ihre Verluste die Zahl von 4 Toten und 10 Ver­wundeten nicht übersteigt. Tie Nacht auf Donnerstag verlief ziemlich ruhig.

saal und das Prastdentenzimmer, ein Saal der Mainzer Künst- gewerbeichule, das wirektorzimrner der Landesbaugewerkschule .wurmpadt, cm -Laal aus dem Schloß zu Offenbach, ein Sitzuugs- zimmer des dortigen Gymnasiums usw. Als Muster eines nach den neuesten Grundsätzen hergerichteten Schulzimmers lvird die Gemeinde Billertshausen (Kreis Alsfeld) einen Schulsaal der Gemetndeichule bringen- Die südlich des 'keramischen Hofes ge.egenen Raume beherbergen die Wohnung s tun st, wobei nian den Gedanken durchführt, daß möglichst Wohnungen als Ganzem gezeigt werden- Dabei soll, um ein gegenseitiges Ueber- bleten der Ausireller Zu verhüten, jeder Raum nur einmal ver­treten sein- Im Erdgeichoß Tollen herrschaftliche Räume in aus- erleicnltem^Geschmack gezeigt werden, im ersten Stock die dazu gehörigen -Lchlafzimmer, Badezimmer usw- Daneben auch kleinere zuiammengehörige, Wohnräume, wie z- B. die Wohnung eines reichen, kunstsinnigen Junggesellen; auch an Hallen, Dielen, bequemen Ruheplätzen, Blumenhöfen usw- wird es nicht fehlen. Das Hauptgebäude enthält im Ganzen 70 Räume, von denen der Ltaat 24 einrichtet- Da aber etwa 150 Jnnenräume angemeldet Jino, haben sich a l le Firmen Beschränkungen im Raum ge- Et, mich en- Es stehen außer den genannten noch 38

biaume ui den Einzelhäusern zur Verfügung. Drei Häuser, das ober he 1 srf ch e H au s, Haus Gewin und das Odenwaldhaus; ^^uen zur Aufnahme einfacherer bürgerlicher Einrichtungen- Aber auch die einfachste Möbelfabrikation wird Gelegenheit haben, zu Leigen, was pe letzten kann- Ihr fallen sechs Arbeitshäuser SU, oie nach Westen an drei Villen anschließen und hier eine anmutige ^v-onie bilden- Eine Gartenanlage vom Gartenarchi­tekten <5 u ch s schließt die Ausstellung nach Süden und Osten ab-

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~ ^us Frankfurt wird und unternt 29. ds. geschrieben- A^eit öejlern i)t Frankfurt um eine Sehenswürdigkeit archi­tektonischer Art 'reicher- Unter großem feierlichem Gepränge ist gejtern abend die neue Synagoge der orthodox-jiioischeu LßWMMWlKWrsMelMM eingechecht worden- Mr ponipöse

Prolog cingcleitct. Es folgen bann verschiedene Rkdcn Gesangsvorträge zc. Nach Beendigung des akademisch,' Teiles der Feier folgt das Abendprogramm des Schumann. Theaters. Das ganze Theater ist am Abend des 4. gC tember den Eisenbahnern vermietet und fast sämtliche 4000 plätze sind vergeben.

* Fahrradmarder. Heute morgen wurde 0U: einem Hofe in der Stephanstraße von unbekanntem Täte, ein Adler-Fahrrad gestohlen. Das vorgestern im Neuen, weg gestohlene Rad harte der Dieb alsbald im Pfandhau; unter dem falschen Namen Karl Weber für 20 Mk. verseh

** Gemüsebeförderun-H. Das Landwirt. schastskammer-Mitglied Breidenbach hat die Landwirtschaftskammer einen Antrag eingereicht, bett bic bessere und billigere Beförderung des Ge. müses. Danach wolle die Landwrrtschastskammer be­schließen, die zuständige Eisenbahnbehörde zu ersuchen, auä die frischen Gemüsearten, die bisher nicht unter dem Eilgut spezialtarif stehen, in diesen zu versetzen und die übrigen zentralen landwirtschaftlichen Vertretungen des Deutschen Reiches um Unterstützung des vorstehenden Antrages be' ihren zuständigen Behörden zu bitten. In der Begründun- heißt es: Jedem Gemüsehändler und Abnehmer ist bekannt daß Gemüse nur als Eilgut versendet werden kann, da e= sonst leicht verdirbt oder Schaden nimmt. Die Erwartungen die man infolge der Zollerhöhung an die größere Diente bilität des Gemüsebaues gesetzt hat, haben sich leider nityi erfüllt. Das Ausland steht durch Klima und bessere Ar­beiterverhältnisse unter wesentlich günstigeren Produktion^, bedingungen. Es liegt im Interesse der ganzen Volks, crnührung, die Städte so rasch und billig wie möglich mit frischem Gemüse versorgen zu können.

-l. Grün berg, 30. Aug. Gestern vormittag 11 Uhr ging ein Ballon, von Süden ivmmend, über unsere Stadt' Er war wohl kaum 800 Meter hoch, so daß man nut bloßem Auge die Gondel und ein Schleptau sehen konnte Mit dein Grase sah man 3 Insassen ui der Gondel und am Ballon den Namen Ziegler. Seine Richtung nahm er nach Osten, stieg wieder hoher und verschwand über dem Vogels, berg.

(H-) Wörrstadt, 30. Aug. In einer furchtbaren Lage befand sich ein hiesiger Eisenbahn arbeitet auf dem hiesigen Bahnhöfe. Er stand auf der Plattform eines mit Kohlen beladenen Waggons und wurde, als sich der Güterzug in Bewegung befand, infolge eines Ruckes von der Plattform herab zwifcheu das Schienengeleis geschleu- dcLt, wo er liegen blieb. Der ganze Zug rollte über den Mann hinweg und nur dem Umstande, daß er sich völlig bewegungslos vckrhielt, verdankt er die Erhaltung seines Lebens.

O Burkhardsfelden, 30. Aug. Trotz wesentliche: Gegenagitation des Arbeitervereins wurden mit grober Majorität in den Gemeinderat gewählt Landwirt Leon­hard Arnold III., Landwirt Hch. Haas, Landwirt Friedrich Magel und Landwirt Hch. Brück II.

(-) Offenbach, 30. Aug. Ter 2. Hess. Kammer ging eine Regierungsvorlage über die Vereinigung der Landgemeinde Bürgel mit der Stadt Offeu* b a ch zu. Demnach soll zum Eingemeindungsvertrag vcc ordnet werden, daß G Vertreter von Bürgel in der Stadtvoc- orbneteiwcrfainnilung von Offenbach Sitz und Stimme er­halten. Tie Eingemeindung wird an den aus die Betriebs- eröffnung der elektrischen Bahn von Offenbach nach Biirgcl folgenden 1. April wirksam. Infolge der Verhandlung über die Aushebung des vom Fürsten zu I s e n b u r g - B i t^- st e i n beanfpruchwn Präsentationsrechtes hatte der Fürst vorläufig auf zwei Jahre aus die " Ausübung des Rechtes verzichtet, viachdem Liefe Frist nunmehr abgeiaujcn ist, hat der Fürst nach einem Schreiben der sürstlichen Kam­mer-Direktion vom 28. August 1007 auf Ansuchen der Stadt­verordnetenversammlung bereitlvillig die Frist um ein Jahr verlängert und lucitcr sein Entgeaenkommen für die Beschleunigung der Angelegenheit zugesichert.

0 Königsberg bei Bieber, 30. Aug. Dank der Z»- wendmig durch den Landesansjchuß konnte Königsberg übcuiü an dem Wegenetz seiner Feldutark die bessernde Hand an- legen. Der Bezirtsausschuß Wiesbaden hatte in seiner lehtcn Sitzung unserer' Gemeinde für Wegcbauten den Betrag von 2120 Mk. bewilligt. Es war dies die höchste Summe, die einer der 11 Ortschaften der Gemeinden des Hinterlandkreijes bewilligt wurde. Die Quellen für die Wasserversorgung Bieber-Rodheim liegen in unserer Gemarkung, oberhalb der Obermühle und bieten jenen Gemeinden ein ganz vor* zügliches Trinkwasser. Das Quellengebiet ivurbe für dir Summe von 1100U Mark käuflich erworben.

[J Aus dem Kreise Ziegenhain, 30. Aug. Schwalmtal wird in der letzten Zeit wieder viel von 3^ geunern heimgesucht. Berittene Gendarmen haben inaiW mal Trupps von 50 bis 70 Personen von einer Gemarkitro zur anderen zu transportieren.

durch Bürgermeister Reitz 47 All., Gemeindekasse Beuern 25 Mk., August Wehn hier 15 Mk., Sammlung in der Gemeinde Reinhardshain durch Bürgermeister Graulich 64.50 All.

Roch einmal veriveisen ivir auf das morgen vormittag stattfindende Wohltätigkeits - Doppelkonzert für Herbstein im Botanischen Garten. Die beiden abwechselnd spielenden Kapellen die Regimentsmusik und die Veteranen- lapelle werden, wie ivir nach Einsichtnahme des Pro­gramms versichern können, ein reichhaltiges und dabei ge­wähltes Programm zu Gehör bringen, das allein schon den Besuch des Promenadekonzertes lohnen wird, auch abgesehen von dem damit erstrebteü guten Zweck. Für zahlreiche Sitz­gelegenheit ist Sorge getragen, ]o das; sich die Besucher m aller Bequemlichkeit den leiblichen Genüssen hingeben können, die an drei Büfsetts zu haben sein werden. Junge Damen aus hiesigen Bürgerkreisen haben den Berkaiif übernommen. Auch Blumen, Zigarren und Postkarten werden feilgehalten. Besonders sei auf die Ansichtskarte von Herbstein aufmerksam gemacht, die zwei Ansichten zeigt, einmal die gesamte Brand­stätte und zum anderen unsere Kaisermusketiere bei den Auf- räumungsarbeiten.

** Prinz Friedrich Karl Von Hessen, der Schwager des Kaisers, wird nach dem Manöver das Kom­mando des 81. Infanterie-Regiments in Frank­furt a. M. erhalten.

** Die Gießener Omnibus-Gesellschaft hielt gestern abend eine außerordentliche Generalversamm­lung ab, in der anstelle des verstorbenen Stadtv. Kirch Apotheker Schmieder in den Vorstand der Gesellschaft ge­wählt wurde.

** Die Sedan feier findet heute in den hessischen Schulen, soweit sie nicht Ferien haben, in der herkömmlichen Welse statt.

** Eine Volksschulstatistik für das Deutsche Reich. Auf Veranlassung des Bundesrates findet gegen­wärtig zum erstenmale für sämtliche Gemeinden des deutschen Reiches eine Erheblmg statt, durch welche der gesamte auf das Volksfchulivesen entfallende Aufwand erfaßt werden soll. Zu Grunde gelegt ist der Stand vom 1. Dezember letzten Jahres. In dem Erhebungsbogen, der für alle Gemeinde­verwaltungen einheitlich vorgeschrieben ist, wird zunächst der persönliche Auswand, den die Volksschulen verursachen, so beispielsweise die Gehälter der Lehrer, deren Dienstzulagen, besondere Vergütungen für Turn-, Religions- oder fremd­sprachlichen Unterricht, Aufwendungen für Wohnungen der Lehrer usw., dann aber auch der fachliche Auftvand, so z. B. Ausgaben für Lehrmittel, für Schulräumlichkeiten, Schul­prämien usw. erfragt. Gleichzeitig gibt die zu erwartende Statistik wertvolle Ausschlüsse über die Gesamtzahl der Lehrer und der auf einen Lehrer entfallenden Schüler.

** Thomes Abschiedsfeier. Die am 4. September im Schumann-Theater zu Frankfurt stattfindende Abschieds­feier, die dem Eisenbahn-Direktionspräsidenten Thome von seinen Eisenbahnern bereitet wird, wird durch einen von Frau Anna Hill gedichteten, von Fräulein Hermann gesprochenen

Bau an der Friedberger Anlage, der durch feine monumentalen Formen und seinen twtz allen Ernstes gefälligen künstlerischen Rhythmus schon seit SOlanaten die Augen der Vorübergehenden sich zog, ist das Werk der Berliner ArchiteUen Jürgensen Bachmann, die nicht nur mit bemerkensivertem Geschick schwierige Grundrißfrage gelöst haben, sondern auch durch sreischöpserische Art, wie sie die überlieferten Stilelemente ben modernen Bedürfnissen harmonisch vereinigt haben, künstlerische Tat vollbracht haben- Namentlich das Innere des stattlichen Baues, die imposante Tomienwölbung, die den eigentlichen Synagogenraum mit einem kühnen Bogen von 22 Metern überspannt, und der verschwenderisch reiche, aber nir­gends , überladen wirkende Schmuck, die Verwendung edelsten Materials und die bei aller Pracht gewahrte Diskretion sind von einer geradezu vorbildlichen Schönheit- Ter feierliche Gottesdienst, dessen Höhepunkt der festliche Zug mit der reichen Anzahl von Trägern der vielen verschwenderisch geschmückten Thora-Rollen war, machte auch auf Andersgläubige einen tiefen Eindruck- Daß eine verhältnismäßig so kleine Gemeinde ein so prachtvolles Gotteshaus sich erbauen konnte, muß Respekt vor der Opsersreudigkeit der Gememdemitglieder einslößen- Heute abend feierte unsere Heroine, Frl- Josesine RotlMann, Ab­schied- Frankfurt ist dafür bekannt, daß es seine Bühnenlieblinge mit Ehren überhäuft' so herzlich wie diesmal aber hat bei allen den vielen LWfchiedsvorstellungen und Jubiläen der letzten zwei Jahre das Publikum sich doch iwch nicht bezeigt- Es waren Orkane des Beifalls, die heute abend dasl Haus durch- brauften, und Frl- Nottmann zeigte alsJudith" ihr reiches Können iwch einmal in glänzendstem Lichte- Wir verlieren in

Derrt§ci)es NeLctz.

Berlin, 30. Aug. Um die Gemeinschaftlichkeit der von den deutschen und britischen Behörden unternommenen Aktion gegen Morenga noch wirksamer, als bisher geschehen, zum Ausdruck zu bringen, wird von feiten des Kommandos der Schutztruppe in Wind­huk außer dem Hauptmann von Hagen noch ein zweiter Offizier den englischen Truppen attachiert. Er ist bereits unterwegs, um zu den britischen Streitkräften zu stoßen. Morenga befindet sich immer noch auf englischem Gebiete und macht augenblicklich den Kapbehörden mehr zu schaffen als unseren.

Bekanntlich schweben schon seit längerer Zeit Be­mühungen, eine handlichere Gestaltung des 5 Markstückes herbeizuführen. Die Erhebungen der zuständigen Stellen sind zwar noch nicht zum Abschluß gelangt, doch dürfte sich die Entscheidung, wie verlautet, noch nicht allzulange hinziehen. Der Reichstag wird sich mit der künftigen Gestaltung der 5 Markstücke lediglich im Sinne einer parlamentarischen Erörterung zu befassen haben, da auch in diesem Falle wie bei allen Reichsmünzen laut Münzgesetz der B u n d e s r a t die Größe des Durchmessers festlegt.

Hamburg, 30. Aug. Die vom Kaiser Menelik zur Begrüßung des deutschen Kaisers nach Berlin entsandte außerordentliche Gesandtschaft, die heute nacht mit dem ReichspoftdampferPreußen" hier eingetrosfen ist, wurde heute früh von einem Mitgliede des Aus­wärtigen Amts, Legationsrat Schüler, bei der Lan- jdung begrüßt. __________________

Zum lOOjältngcii Gedenktage der Regeneration des preußischen Heerwesens durch Gerhart Scharnhorst.

Als nach der unglücklichen Sa-lacht bei Jena und Auer- städt am 14. Oktober 1806 und dem schmachvollen Frieden zu Tilsit am 9. Juli 1807 Preußen sterbenskrank zu Boden lag waren es drei Mränner, die berufen sein sollten, dem siechen Staatskörper wieder neues Leben einzuhauchen- Stern, Hardenberg und Scharnhorst. Ersahen sich die ersteren als neues Arbeitsfeld das politische und soziale Gebiet, so glaubte Scharnhorst neuschafsend im Heerwesen wirken zu müssen. Man war auch hier auf den Lorbeeren Friedrichs des Großen eingeschlafen, wie die königliche Duld er m freimütig bekannte. Veraltete Systeme in der Kriegführung, eigensinniges Beharren auf überlebten An­schauungen bei einem Offizierkorps, das zum Teil noch aus der friderizianischen Schule flamte! Erst das Unglück von Jena und Auerstädt hatte den Besten des Landes die Augen geöffnet. Zu ihnen gehörte auch Scharnhorst. Durch­drungen von patriotischem Geiste, sah er in der Nengestal- tung des Heerwesens die Rettung des Staates. Am 31. August 1807, also vor 100 Jahren, legte er dem König semen Entwurf zur Regeneration des preu- .ßischen Heerwesens vor. Gebrochen sollte werden mit der alten Anschauung, daß nur Herkunst und Geburt die Berechtigung zum Bekleiden der höheren Offizierstellen bcdingteli. forthin sollte beim Vergeben der Aemter nur Tüchtigkeit entscheiden. Gebrochen mußte werden mit einem System, das den Soldaten zu einerseelenlosen Exerzier- ' mascyine herabwürdigte. Alan lehre den Soldaten SelbK- i Achtung, indem man ihn mit Achtung behandele. Darum ' weg mit entehrenden Strafen! Gebrochen mußtr werden '