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Cem Gießener Anzeiger perben iin Wechsel mit )em hessischen Landwirt )ie Siebener KamUien- jlätter viermal In der k'üd)e beigelcgt und u veimal wöchentlich das Kreisblatt für den Kreis Dietzen. Fernsprech-An- jcl)lu& s. d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen»
Anzeiger Gießen.
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Erstes Blatt
157. Jahrgang
Samstag 31. Anguft 1^07/
General-Anzeiger für Oherheffen
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Verantwortlich tür den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuilleton und .Vermischtes" P. Wittko; für »Stadt u. Land" und.Gerichts-
»otationrdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckeret. H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze r.
Are heutige Wummer umfaßt 12 Seiten.
Sedan.
Weiten Schichten des gegenwärtigen Geschlechts ist eider die Bedeutung vaterländischer Fest- und Gedenk- lge verblaßt oder gar verloren gegangen. Man findet tt dem Jagen und Hasten nach Gewinn und Genuß keine leit und keine sittliche K'raft, der Männer zu gedenken, te das Vaterland zu stolzer Größe emporgehoben haben, ein Wunder, daß selbst die Feier des Sedantages, —i bwohl dieser noch nicht vier Jahrzehnte zurückliegt —> es ruhmvollsten Tages in der preußisch-deutschen Ge- chichte des vorigen Jahrhunderts, für unnütz und über- tüssig gehalten wird! Man solle endlich mit den Sedan- eiern aufhören, „solle nicht mehr mit dem Säbel rasseln", amit der besiegte Feind nicht unnötig gereizt werde. 5olche und ähnliche Redensarten sollen Gründe gegen Le Sedanseier sein! Allein diese angeblichen Gründe ent- »uppen sich, genauer besehen, als sehr windig, sind nur Schein gründe.
In Frankreich und andern Ländern kümmert sich keiner »arum, ob cs auch anderen Völkern angenehm sei oder licht, wenn man Nationalfeste feiert. Nur in Deutschland assen sich viele betören von dem Sirenengesang der Apostel ines kraft- und saftlosen „Internationalismus". Es ist cmdeutsch und undankbar zugleich, des Tages zu vergessen, er mit leuchtender Flammenschrift eingezeichnet steht« in ie deutsche Geschichte! Die schönste Tugend des einzelnen Die der Völker ist freudige Dankbarkeit. Und wer unter lesen: Gesichtswinkel den Sedantag betrachtet und sich ie beiden Fragen vorlegt: Was war Deutschland früher? ras ist Deutschland heute? dem wird es wahrlich nicht n den Sinn kommen, die Sedanfeier aus seinem Leben .uszuschalten. Was war Deutschland in früheren Jahr- > änderten? Der Spi»elball fremder Nationen, gut genug azu, auf seinen Ebenen die größten und blutigsten - rege auszukämpfen, die das Land greulich verwüsteten .d seine Bewohner ost grenzenlosem Elend Preisgaben! tiir zu oft hat Deutschland die Zeche eines fremden Krieges • zahlt. Innerlich jammervoll zerrüttet und zersplittert, l ad) außen ohnmächtig, war es allzulange verurteilt, das Gespött fremder Völker zu sein! Was ist Deutschland ute? Ein geeintes, waffengewaltiges Reich, wohlgeordnet im Innern, machtvoll gebietend nach außen! Ohne Deutschland werden keine großen Fragen im Rat der Völker chr gelöst! Deutschland hat einen ungeahnten loirtschaft- ichen Aufschwung genommen. Wer sehen will, muß as sehen, und nur unausstehliche Nörgler können das -estreiten.
Und darum gedenken wir mit Stolz jener Tage von 870, da, als uns gallischer Uebermut den Krieg aufa wang und ein friedliches Volk Übersailen und unter sein >och beugen wollte, ganz Deutschland zornentbrannt in »eiliger Begeisterung aufstand, die Unbill zu strafen. Und aie 1813 alle, alle kamen, so 1870, und brüderlich reichten ich Nord- und Süddeutsche die Hand zum gemeinsamen i'ampf; vergessen den Zwist, der sie lange getrennt hatte.
Unser Dank gilt, am Sedantage allen den Männern, ie im heißen Ringen so Herrliches geschaffen haben, hne Sedan keine Einheit und keine Kaiserkrone! Wahrlich! ttan müßte kein deutsches Herz und keine soldatische Ehre rehr im Leibe haben, wollte man der großen Daten ver-
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gessen und den Schreiern und den Aengstlichkeitsphilistern zuliebe nicht mehr Sedan feiern! Nein, beim Gedenken an Sedan muß uns das Herz zu höchster Begeisterung entflammen, und je mehr in weiten Schichten unseres Volkes der n ationale Gedanke im Schwinden begriffen ist, je mehr die Großtaten der Väter verdunkelt und in den Staub gezogen werden, desto mehr liegt es den Baterlandstreuen ob, das Gedächtnis an die Ruhmeszeiten unseres Volkes und Vaterlandes lebendig zu erhalten.
Der Kaiser in Münster.
Münster, 30. Aug. Der Kaiser nahm die große Parade über das siebente Armeekorps auf der Vennheide bei Münster ab. Der Kaiser, in der Uniform der Garde du Corps, ritt an der Spitze der Fahnenkompagnie vom Infanterie-Regiment Nr. 55 'auf den Paradeplatz und übergab die neuen Fahnen mit einer Ansprache den betreffenden Regimentskommandeuren. Nach der Parade kehrte der Kaiser an der Spitze der Fahnenkompagnien des Infanterieregiments Nr. 13 und der Standarten-Eskadron der 4. Kürassiere nach dem Schloß Münster zurück.
Bei der Paradetafel im Landesmuseum hielt der Kaiser folgenden Trinkspruch: „Das 7. westfälische Armeekorps hat mir am heutigen Tage durch seine hervorragende Haltung auf der Parade große Freude bereitet. Die feste Zuversicht, die aus den Augen sämtlicher Leute mir entgegenleuchtete, die energischen befehlenden Charaktere, die sich in ihren Blicken aussprachen, verkünden die Absicht, alles herzugeben, wenn das Vaterland oder der Dienst es erfordern. Das Corps ist in musterhafter Verfassung, wie ich es schon dem kommandierenden General ausgesprochen habe. Infolgedessen kann ich die Herren nur nochmals zu dem beglückwünschen, was die Truppen mir heute gezeigt haben. Ich erhebe mein Glas und trinke auf das Wohl meiner Westfalen. Hurra! Hurra! Hurra!"
Der kommandierende General Freiherr v. Vissing antwortete auf die Rede des Kaisers: „Euerer Majestät erlaube ich mir zunächst meinen untertänigsten Dank für die erneuten Gnadenbcweije auszusprechen, die durch die Verleihung der Büsten derjenigen Männer zum Ausdruck gekommen sind, deren Namen die Regimenter des Armeekorps tragen. Euere Majestät haben in der Kabinettsordre von diesen Regimentern verlangt, daß sie den Vorfahren gleich ihre Schuldigkeit in jeder Beziehung tun werden. Das wird geschehen. Die Tradition, die eine der hauptsächlichsten und vornehmsten Grundlagen für die Armee ist, die stets treu zu ihrem König standen, wird weiter fort- leben in diesen Regimentern. Aber mein Dank steigert sich für die überaus anerkennenden Worte, die Euere Majestät heute auf dem Paradefelde zu mir und den versammelten Offizieren des siebenten Korps gesprochen und soeben wiederholt haben. Diese Anerkennung ist ein Lohn, ein überreichlicher Lohn. Euere Majestät haben bei der Uebergabe der neuen prachtvollen Feldzeichen hingewiesen auf die ruhmvolle Vergangenheit des größten Teils der Regimenter, die heute die Ehre hatten, in Parade vor Euerer Majestät zu stehen. Nicht zum allerwenigsten hat das Regiment Freiherr v. Sparr eine solche Vergangenheit. Das Regiment nennt sich mit Stolz und wird auch im Volksmund, zunächst spottend, jetzt ehrend Hacketeuer genannt. Nun — das ganze siebente Armeekorps —
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wenn Majestät uns in ernster Zeit gebrauchen will, wir wollen Hacketeucr sein. Mit dieser Versicherung erhebe ich mein Glas über den tiefgefühlten Dank und die Gefühle unverbrüchlicher, felsenfester Treue und selbstloser Hin-, gäbe an die geheiligte Person Euerer Majestät bringe ich zum Ausdruck, indem ich rufe: Seine Majestät, unser Allergnädigster Kaiser, König und Herr Hurra! §uruaj Hurra!"
Der Rücktritt des Ministerialdirektors ALthoff.
Berlin, 31. Aug. Ministerialdirektor Dr. A l t h v f f hat, wie die „B. N. N." erfahren, bereits vor einer Woche sein Abschiedsgesuch eingereicht und wird n i ch L m e h r in fein Amt zurückkehren, eine Tatsache, die auch durch die inzwischen erfolgte Ausgabe seines Dienstzimmers im Ministerium äußerlich in die Erscheinung getreten ist. Da sein Rücktritt sich in voller Uebereinstimmung mit dem neuen Minister vollzieht, ist auch an eine Ablehnung des Gesuches nicht zu denken. Dr. Althosf, der gegenwärtig im Harz weilt, dürfte nach seinem Ausscheiden sich auf dem Gebiet weiter betätigen, auf dem er für sein erfolgreiches Wirken mit dem Wilhelmsorden ausgezeichnet worden fei, dem Gebiet der öffentlichen Wohlfahrt.
Die oStißc in Marokko.
Paris, 30. Aug. (Agence Havas.) Admiral Philibert telegraphiert unter dem 29. August: DaS Paketb'oot „Gaule" ift eingetroffen und hat u. a. einen Destillationsapparat gebracht. In Casablanca herrscht Ruhe. Im Verlaufe des 29. wurden im Westen einige Marodeure durch Kanonenschüsse vertrieben. Ter Panzerkreuzer „Gloire" hat am 28. etwa 200 Kanonenschüsse und Schrapnells abgefcuert.
— Ter „Temps" meldet aus Casablanca, daß der Kreuzer „Gueyden" gestern die Küste bei Kap ElauL beschoß, wo feindliche Reiterscharen gemeldet wurden. Ter Kreuzer „Gloire" wars Geschosse in der Richtung auf Sidi Beheut gegen eine Abteilung von etwa 100 berittenen Marokkanern, die durch eine Senkung des welligen Geländes gedeckt waren.
— Tas „Echo de Paris" meldet, Clömenceau habe einem Delegierten mitgeteilt, daß die Kamnur bei ihrem Wiederzusammentrilte nach den Ferien die Kredite für die marokkanische Expedition zu bewilligen haben werde. Später würden diese Kosten, setzte der Ministerpräft- dent hinzu, von Marokko zurückgesordert werden. Deutschland, England und die anderen Mächte seien auch, in diesem Punkte über die Absichten Frankreichs unterrichtet und hätten ihre Zustimmung hierzu bereits gegeben.
— Ter englische Botschafter teilte gestern dem Mi-, nisterpräsidenten Clemenceau den Wunsch der englischen Kolonie in Tanger nach Schutz mit. ClL- menceau kündigte die Entsendung des Panzerkreuzers „Te-^ saix" an.
Toulon, 30. Aug. (W. B.) Der Panzerkreuzer „De- saix" sowie der Torpedobootszerstörer „Dard" sind nach Tanger in See gegangen. Ter erstgenannte hat lebendes Rindvieh und Lebensmittel an Bord. Tie Abreise des Transportschiffes „Mytho", welches seine Ladung bereits eingenommen hat, steht unmittelbar bevor.
Tanger, 30. Aug. Es wirb bestätigt, daß infolge der Mitteilung M u l e y H a s i d s der Gouverneur von Safsi sich dem neuen Sultan unterworfen hat und sich demnächst nach Marakesch begeben wird.
— Mit dem französischen Kriegsschiffe „du Chayla" sind heute eine Anzahl Deutscher, Engländer, Franzosen
Der Chinese als Bräutigam und Ehemann.
(Original-Artikel des Gießener Anzeigers.)
Vor einigen Jahren verlobte sich eine anmutige junge >ame, die Tochter eines verstorbenen schlesischen Bankdirelwrs, t Berlin mit einem Angehörigen der dortigen chinesischen -öuudtschaft. Der junge, sehr bescheidene Herr von feinster . ilbung machte auf die Angehörigen der jungen Dame, deren '.rüder, damals Schüler des orientalischen Seminars in Berlin, bin deutschen Unterricht erteilt hatte, den besten Eindruck. Aber ec Zopf, der ihm hinten hing, seine mongolische Physiognomie, i;u frauenhaften seidenen Gewänder und manches in seiner onst durchaus tadellosen Art entfernten doch, so sollte man reinen, die Vertraulichkeit, und das Herz der jungen Dame ■ leb selbst ihren Nächsten rätselhaft. Zweifellos, der Chinese >ar ein imger.iein zartfühlender, aufopferungsvoller Bräutigam on i ußerster Diskretion, ganz gewiß war er ein kreuzbraver, kder und gutmütiger Mensch von ungewöhnlicher Begabung nb überraschender Einsicht in die europäische Kultur, leicht uipfänglich und verständnisvoll für europäische Sitten und gesell- ttafttiche Gewohnheiten. Daß aber eine deutsche Dame ihm )re Liebe zu sck)enken vermochte, das begriffen weder ihre Zrüder noch selbst ihre Mutter. Doch die Braut schien fast - glücklich wie der überseelige Bräutigam.
Da aber kamen die chinesischen Wirren und Waldersees iug nach Peking. Der damalige Berliner chinesische Gesandte, er dem Europäischen, ganz besonders aber dem Deutschen ) sehr abhold war, daß er es für das Rechte hielt, der eutschen Sprache selbst in der deutschen Reichshauptstadt völlig nkundig zu bleiben, mißbilligte nun offen, was er bisher nur ersteckt angedeutet hatte, bie Verlobung seines Untergebenen nb veranlagte schließlich dessen plötzliche Rückberufung nach kling. Die kaiserliche Order traf die gänzlich ahnungslose kaut, die stets gehofft hatte, ihr spracheukundiger und welt- e tonn bi ec Bräutigam toerde sein Leben lang bei westländischen -esandtschaftew Verwendung finden, — das hatte ec ihr ja Iber als seine feste Hoffnung hingeftellt — noch schwerer als -reu Bräutigam. Tränen gab es. Stürme über Stürme, und us Ende vom chinesisch-deutjchen Liebesliebe war die Aufhebung er Verlobung durch die Braut.
Heute ist der damalige chinesische Gesandtschaftsattachö in Berlin längst Gesandter in einer der schönsten und größten europäischen Hauptstädte, die einstige Chinesenbraut aber die glückliche Gattin eines in einer großen deutschen Residenzstadt lebenden adeligen Bankbeamten, des Sohnes eines preuh. Generals. Und sie hat vielleicht klug daran getan, daß sie dem Chinesen damals nicht in seine Heimat gefolgt ist. , Denn wer weiß, ob er nicht über kurz oder lang wieder in die Pekinger Zentralregierung zurückberufeu. werden wird. Es ist nämlich einer Europäerin, so liest man jetzt im Pariser „Matin", nicht zu empfehlen, ihr Leben an das eines in seinem Vaterlande lebenden Sohnes des Himmels zu ketten. Denn mit dem Augenblicke, wo die junge Gattin ihr neues Heim im Reich der Mitte erreicht, hört sie auf, die vergötterte Geliebte, die Herrin des Hauses zu sein. Das liegt vielleicht kaum an dem Manne. Die Mutter des Gatten, die Schwiegermutter ist es, deren D e s p o t e n h e r r s ch a f t d'e junge Frau sich widerspruchslos fügen muß. Verachtung und Kränkungen find es, die die neue Gemahlin empfängt: Gehorjam, Geduld und Unterwürfigkeit sind das einzige, was sie erwidern darf. In China kommt die Frau erst dann zuui Ruhm, wenn im fernen Westen die Gesellschaftsgenossumen sich fchon rüsten, allgemach von der gesellschaftlichen Bühne abzutreten: Die Mutter, die Schwiegermutter ist die unumschränkte Herrscherin, die Göttin des chinesischen Hauses. Der Sohn betet sie an, und seine Gattin wird ihre Sklavin. Ihr gehört sie fortan an, die Schwiegermutter bestimmt ihr Leben, ihre Arbeit, ja selbst die Stunden, in denen sie ihrem Gatten sich widmen darf. Die Strenge der chinesischen Sitte geht so weit, daß einer jungen Frau selbst der Besuch eines Hauses verboten ist, in dem keine Schwiegermutter das Zepter führt. Und wie die Schwiegermutter einst unter der Tyrannei einer alten Frau seufzen mußte, so macht sie nun die Junge seufzen. Sie nimmt ihrerseits Rache durch die starren Sittengesetze, die einst ihre Jugend verbitterten. Jede alte Generation nimmt so Rache an der jüngeren, in unabsehbarer Kette. Und für die junge Frau gibt es kein Entrinnen, ja, sie muß fürchten, verkauft zu werden, damit die Schwiegermutter -in recht prunkvolles Leichenbegängnis bekommt. Nur ein einzv?es, verzweifeltes Abwehrmittel bleibt der jungen Frau: Der Selbstmord. Und manche junge Chinesin hat den Tod gewählt und sorgsam
alle Vorbereitungen dazu getroffen, von keinem anderen Ge-^ fühl beseelt, als dem erbitterten Gedanken: Die Schwiegermutter wird sich ärgern, ein einziges Mal werde ich sie ärgern können. Eine Europäerin erzählt von einer jungen, sehr gebildeten Chi-i nesin, mit der sie sich sehr oft englisch zu unterhalten pflegte:' „Eines Tages empfing ich von ihr einen kurzen Zettel: „Adieu, ich stürze mich in den Brunnen. Ich sehe ein, daß ich nie den Mut haben würde, jene Stunde ab zuw arten/ wo ich e n d l i ch S ch w i e ge r m u t t e r sein werde . . ." Die kleine chinesische Freundin wurde tot aus dem Brunnen gezogen." *
— Kein Gesangswettstreit 1908. Auf Anfrage des Kölner Mannergesangvereins über Zeit und Ort des nächsten Gesangswettstreits um den vom Kaiser gestifteten Wanderpreis hat das preußische Kultusministerium erwidert, daß endgültige Bestimmungen .darüber noch nicht getroffen seien und der Wettstreit jedenfalls 1908 nicht stattfinden werde.
— Der Erfinder Edison .hat einen Nerven-Kollaps erlitten. Man fürchtet für sein Leben.
— Für die he s s is ch e L a ndes a u s ste l l un g, die 1908 für freie und angewandte Kunst in Darmstadt stattfindeb sind — so wird uns.heute aus der Landes'hauptstccht geschrieben — alle Arbeiten im vollen Gange, und es kann schon jetzt die Hoffnung ausgesprochen werden, daß die Ausstellung bei ihrer Eröffnung im Mai fix und fertig Jein wird- Tas Haupmnsstettungs- gebäude wird Ende November soweit vollendet sein, daß mit denp Jnnen-AuSüau begonnen loerden kann; es bleiben somit den Ausstellern noch fünf Monate für ihre Arbeiten zur Versüguilg, Das Gebäude ist von Prof. Olbrich entworfen und wird bvd freien Kunst dienen. Malerei, Plastik und die in Hessen (auch im Gießener Kreise durch Baurat Di eh ms vorbildliches' Wirken. T. Red.) zu so erfreulicher Blüte gelangte Architektur werden, hier ihr Heim finden. Durch die große, imposante Freitreppe hin ich gelangt man auf das Hauptgebäude nach Entwürfen von Professor Albin Müller- Durch eine säulengetragene Hchle blickt man \\u den keramischen Hof, der die Mitte^ der Gesamtanlage! bildet-' An seinem östlichen Errde liegt der für Bad-Nauheim bestimmte Wartesaal, und der Gebäudekomplex nördlich dieses Hofes nimmt bie umfangreichen Räume auf, bie der Staat zur Ausstellung bringt, "darunter der neue Mainzer Schlvurgerichts^


