"Eg ist töricht, das zu^ übersehen und verfrühte Siegeshymnen anzustimmen, die» und wohl für den Augenblick über die Situation hinwegtäuschcn, diese selbst aber nicht ändern kann.
Das Zentrum brachte bei uns in Hessen ca. 3 000 Stimmen weniger aus dem Wahlkampf als 1903. Es kann diesmal nur 30160 Stimmen vormeisen gegen 33163 bet der vorigen Wahl. Es wäre aber auch verfehlt, wenn man daraus auf eine Abnahme des Zentrums-Einflusses in unserm Lande schließen wollte. Der Stimmen- rückgang rührt nur daher, daß das Zentrum diesmal in mehreren Hess. Wahlkreisen, im Gegensatz zu 1903, keine Kandidaten aufgestellt hatte. In allen Hess. Wahlkreisen, wo überhaupt ZentrumSNimmcn abgegeben wurden, ist die Stim- menzahl dieser Partei gestiegen.
Wir Deutschen sind nur zu gern bereit. Feste 31t feiern. Das ist ein altes Erbübel, au dem schon unsere Altvordern nach dem Zeugnis der Geschichtsforscher gelitten Haden. Wer möchte die Toaste zählen, die in den letzten Tagen auf den nationalen Wahlsieg im Reiche ausgcbracht wurden'. Der Sieg ist darum freilich nicht größer geworden. So glänzend liegen die Dmge in Wirklichkeit nicht. Bei der Soz^iatdemo- kratie haben sich eiiiige alte Sünden gerächt, Sünden, die von der schärfercii Griippe innerhalb der Treunillionenpartei begangen wurden, aber die sozialdemokratischen Stimmen sind nicht soviel zurückgegangen, daß man der Partei schon das Grablied singen könnte. Genug, der Sozialismus liegt z. Z. am Boden. Bon» Ausfall einer einzigen Wahl wird aber, das muß vernünftigerweise jeder ehrliche Politiker zugeben, ferne große Partei ganz mürbe. Und die Möglichkeit besteht immerhin, das; die Sozialdemokraten nut einigen fünfzig Mandaten in den Reichstag zurückkehren.
Tie Sozialdemokratie hat in ganz Hessen beinahe 7000 Stimmen mehr erhalten wie 1903, und giunr^ 7ö 772 gegen 68834. Die Natwnalliberalen haben 6000 Slimmen gewonnen. 1903 fielen ihnen 68860 Stimmen zu, jetzt 74 821.
Gewiß haben die Liberalen Erfolg erzielt, aber er ist nicht so bedeutend, daß man darüber aus dem Häuschen zu geraten brauchte.
Besonders stark ist bei uns zu Lande die Zunahme der freisinnigen und der Stimmen, die auf die verschiedenen antisemitischen Gruppen gefallen sind. Tie Freisinnigen haben nahezu 100 Prozent Stimmen gewonnen, oie Antisemiten sogar mehr als 100 Pro- zent. Die Zahl der freisinnigen Stimmen Hessens iit von 9 748 auf 19 350, die der antisemitischen von 13124 auf 29 876 gestiegen. Tiefe Zunahme, besonders die der 'jlntu semiten, erklärt sich zum Teil dadurch, daß sie in einer Anzahl von Hess. Wahlkreisen Kandidaten aufgeslellt hatten, wo sie 1903 keine halten, zum anderen Leit durch die Unler- stützung des Zentrums.
In Darmsta dt-Großgerau haben-die Freisinnigen seit der Nachwahl im vorigen Jahre 2639 Stimmen gewonnen, während die Sozialdemokraten nur 1180 Stimmen mehr aufgebracht haben. Vergleicht man das jetzige Ergebnis mit dem des Jahres 1903, so findet man sogar eine Zunahme der freisinnigen Stimmen von 1997 aus 8447. Einen großen Teil ihres Erfolges dürften die Freisinnigen der Person ihres Kandidaten, Pfarrers Korell zu verdanken haben.
Die reale Möglichkeit ist jedenfalls gegeben, daß der neue Reichstag nach den Slichivahlen durchaus nicht viel anders aussieht, als der alte. Tie bürgertichen Parteien haben ihre teilte für den ersten Ansturm aufgeboten fast bis zum letzten Manu. Ta ist nicht mehr viel aus der Wählerschaft herauszupumpen, und man muß schon mit der Möglichkeit rechnen, daß mir bei der Stichwahl keine neuen Lorbcern ernten.
Wir glauben nicht, daß das Zentrum auch neuen Kolo- nialsorderungen gegenüber sich ablehnend verhalten wirb. Es bestehl ja auch kein Zweifel darüber, daß tue Nachtragsforderung in zweiter Lesung nur ans demonstrativen Gründen abgelehnl wurde und in dritter genehmigt worden wäre. Aber die Reichsregierung befindet sich der ungebrochenen Zentrumskraft gegenüber m einer prekären Situation.
Mit kurzen Worten: die Situation ist nicht glänzend, und die reale Möglichkeit liegt vor, daß die Regierung zu Berlin sich durch die Reichstagsauflöjung erst recht in die Nesseln gesetzt hat.
2lu* S.aot uue tano.
Sprechstunden der . c. .. : 1 . . ... uül ... >. —V28 Uhr abds Gießen, den 31. Januar 1907.
Gedenket der hungernden Vögel!
** Ehrenvolle Berufung. Wir freuen uns, einen grßeon Erfolg eines jungen Gießener Künstlers berichten zu können. Richard Schmidt, langjähriger Schuler Prof. Olbrichs in Darmstadt, seither an der Kunftgewerbeschule in Mainz tätig, ist vom Hamburger Senat als Oberlehrer für A r ch i te k t u r an die staatliche Kunftgewerbeschule in Hamburg berufen worden. Da der Künstler erst 23 Jahre alt ist, so bedeutet diese Berufung eine Anerkennung ganz außergewöhnlicher tünstlerischer Begabung und Tätigkeit.
** Personalien. Ter Hochbauaufseher bei dem Hochbauamt Alsfeld Joh. Neumann rouroe als Hoclchauaufseher nach Dieburg versetzt und bis auf weiteres dem Hochbauamt Dieburg ungeteilt.
** Präsentationsrecht der Stadt Gießen. Durch Uebereintommen hat die Stadt Gießen auf das ihr von Alters her unbestritten zustehende Prasentationsrecht für die erste evang. Pfarrstelle zu Gießen, sowie auf ihre etwaigen, lirchlichersecks bestrittenen Ansprüche au das von ihr früher ausgeubte Präscn- tationsrecht für die zweite evang. Pfarrftelte zu Gießen verzichtet.
" Psarrdienstnachrichten. Die Sdüußprüfung haben im Dezember 1906 bestanden: Karl Hoffmann zu Klein-Eichen, Herm. St' ahn von Holzhausen (Kreis Biedenkopf) zu Büdingen, Matth. Kraah zu Brüraa (Kreis Hadersleben), Gust. Lenz zu Ortenberg, Wilh. Wahl von Trais-Horloff zu Beienheim. Ernannt wurden: Pfarramtskandidat Wahl zu Beienheim zum Pfarrassislenlen in Lindenfels, Psarramtstandidat Kahn zu Büdingen zum Psarrverwalter in Undenheim, Pfarramlskandidat Lenz zu Ortenberg zum Pjarroerwauer in Nreüer-Modau.
** AuS dem M 1 n i U e r ui m des Innern. Wie der „Darmst. Zlg." mügeteilt wird, ist auf den 9. Februar l. I. eine Sitzung 'oer Ministenalableitung für Landwirtschaft, Handel und Ge werbe anberaumt worden, zu der die außerordentlichen Pitglieder tev yuMtg (bi Vorsitzenden des Hess. Handelstainmertags, der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe und der Handwertstamuier), ferner die zu Arbeitervertretern bei der
genannten Abteilung bestellten 15 Arbeiter und außerdem noch die Gewerbeinspektoren Einladungen erhalten haben. In der Sitzung sollen unter anderen folgende Gegenstände zur Beratung gelangen: die handwerksmäßige Ausbildung von Lehrlingen in Fabriken: die Kinderschutzbestimmnngen der Gewerbeordnung: die nach § 134 b Ziffer 3 und 4 der Gewerbeordnung gebildeten ständigen Arbeiterausschüsse.
** Briefformat. Tie ordnungsmäßige Bearbeitung und pünktliche Besorgung der Briefe wird der Post durch die übergroße Verschiedenheit der Briefformate, durch die llng.eichmäßigkeit im Aufkleben der Freimarken und durch die oft geringe Uebersicht- ljchkcit der Aufschrift in lästiger Weise erschwert. Im eigenen Interesse benutze man daher nur rechteckige Briefumschläge mittlerer Größe — die geeignetste Form ist 15 Ztm. lang und 12 Ztm. breit — klebe die Marke in die rechte obere Ecke, schreibe unten recht deutlich den Bcstimmungsort nieder und unter- ftreidye ihn. Wer seine Briefumschläge mit einem Vordruck für die Adresse versehen läßt, der lasse auch gleich ein Feld für die Marke und einen starken Strich für die Angabe der Beslimmungspost- anstalt unten rechts mit Vordrucken.
** S ch w a r z e S e i d e. In einem nahegelegenen Orte schickt eine Lehrerssrau ein Kind zu der anderen und läßt fragen^ ob diese noch schwarze Seide hätte. Dem Kind scheint schwarze Seide ein böhmisches Dorf zu sein und es fragt deshalb: „Ob die Frau Lehrer noch eine schwache Seite hätte?"
R. O d e u h a u s e n, 28. Jan. Am Samstag abenb, feierte der Eisenbahnverein Londorf in dem Saale des Gastwirts Böger daselbst den Geburtstag Sr. M. des Kaisers. Ter 2. Vorsitzende des Vereins, Bahnh.-Aufseher Weber, eröffnete die Festlichkeit mit einer Ansprache, die mit einem begeistert aufgenommenen Loch auf den Kaiser schloß, während die umkränzte Ltaiserbüste, uir. geben von Beamten (in lluifomi),bengalisch beleuchtet wurde. Die Ncckionalhhmiie wurde stehend gelungen. Sodann wurden drei lebende Bilder: Szenen aus dem Kriege 1870/71 bargestellt, die allgemein Beifall fanden. Jetzt lourocit eine komische 'tzantouiime: „Beim Friseur Schneidig", sowie einige gut gelungene Schattenbilder aujgefuhrt. Es wechselten noch Eouplets und sonstige komische Vorlräge. In den Zwischenpauien spielte eine Kapelle (Eisenbahner aus Gießen) recht flott und auch nachdem der ossizielle Leit der Feier erledigt mar, 5uni frohen Tanzen auf. Die Männer des Flügelrades mit ihren Familien, denen es so selten üergönnt ist, fröhlich beisammen zu sein, hielten fest aus bis zu vorgerückter Stunde.
xh. Steinbach, 30. Jan. Bei der am Mittwoch hier vor- genommeiieit Beigeordnet em Wahl wurde das Gemeinde- ralsmitglied Landwirt Heinrich Haas Kill, mit 105 Stimmen gewählt. Ter Gegenkandidat, Wcitzbindermeister Heinr. H a asVU. erhielt 92 Stimmen.
ch Hungen, 30. Jan. Die Pläne zmn Neubau eines gemeinsamen Bürger schul- und Volks sch ulgebäudes werden von Baurat Diehm aus Gießen enttoorfen. Das Gebäude soll 6—8 Lehrsäle enthalten und ca. 90 000 Mk. kosten. Im Frühjahr wird der Bau begonnen werden, doch herrscht zurzeit zwischen Sladtvorstand und Bürgerschaft wegen der Platzjrage heftige Meinungsverschiedenheit. — Einen achtwöchigen bau»« Haitun gs- und Kochtursus für Frauen und Mädchen will die Kreis-Haushaltungsschule im Februar hier abhalten.
ch Rockenberg, 30. Jan. Der int verflossenen Sommer begonnene Schulhausneubau ist im Rohbau vollendet, und int Frühjahr wird der innere Ausbau begonnen; die Einweihung soll im Herbst erfolgen. Das Gebäude umfaßt vier Schutsäte und soll ca. 40 000 Mk. kosten.
= Friedberg, 30. Jan. Die feierliche Entlassung der Scl)iilanrtskandidaten sand am Freilag am Lehrerseminar sialt. Bei dem sitzt herrschenden Lehrermangel meiden die jungen Lehrer alsbald un Schuldienst Verwendung finden. — Auf dem hiesigen Bahnhof wurde em Feru> p recha u tomai aufgeslellt. — Der Frü h j a h rS - P f e r d em arkt findet am 12. und 13. Februar mit Prämiierung und Verlosung slatl.
s. Weickartshain, 3U. Jan. Der Kriegerverein hielt aut Sonntag seine Generalver sammlnng ab. Nach der üblichen Nechmingsablage, die befriedigenden Abschluß ergab, wurde der seitherige Vorstand wie schon seit Jahren auch diesmal durch Zuruf wiedergewählt. '.'tun folgte die K a i s e r s g e bu rts-> tag» feier. Präsident Schmidt hielt eine patriotische Ansprache und brachte ein Ho>1, auf den Kaiser aus. Weiter hielt der PräsideiU einen sehr iniereu'anten Vortrag über den Zusammenstoß des deutschen Kanoneuoootes Meteor mit dem französischen Kriegsschiff Buvet am 9. Nopember 1870 vor Havanna, sowie über die Bedeutung der deutschen Flotte. Reicher Beifall lohnte den Redner für feine vortrefflichen Ausführungen. In einer Ansprache des Ehrenpräsidenten unseres Kriegervereins wurde nod) der freudigen Tatsache gedacht, daß die letzten Reichstags- wahlen einen bedeutenden Rückgang der Sozialdemokratie gezeigt haben. Es sei anzunehmen, daß auch die deutschen Kriegervereine, deren patriotisches Wirten niajt hoch genug geschätzt werden könne, hierzu beigetragen hätten. Sein Hoch galt dem deutschen Vaterland. Ferner feierte der Vorsitzende nod) den Nestor unseres Vereins, den Kameraden Konrad M e 1 d) i o r , der heute in voller Rüstigkeit seinen 77. Geburtstag feiert. Die fröhlichen Klänge unserer Ktiegervereinskapelle trugen zur Hebung der Feier wesentlio, bei. Es wäre zu wünschen, daß derartige patriotisihe und lehrreiche Vorträge hierorts mehr der Oeffentiicykeit zugängtid) geniadst wurden.
? Franken doch, 29. Jan. lieber unfern schon seit Jahren geplanten S ch u lhau2 n eu bau ist endlich der Würfel gefallen. Der Gemciudcrat hat beschlossen, alle Arbeiten von den Wenigslnehmenden ausfuhrcn zu lassen, zumal die Ge. meinde auf fernen Staatszuschuß rechnen durfte. So ist es Denn gekommen, daß hiesige Handwerker mit ihren Offerten in feiner Weise berückfichligt wurden. Hoffentlich werden die Arbeiten sofort in Angriff genommen, beim unierc Schule bedarf in der Tat dringend der Eutlasliing. Schon über em Jahrzehnt werden 100 und mehr Schüler von einer Lehrkraft unterrichtet.
vermischte-.
* Die Tochter des Minr cfs. Der dänische Minister für Landwirts^a.t, Ole Hansen, hat eine Tochter, dre im letzten Sommer ein Atter erregt hatte, in dem es thr wuirfchenswert erschien, das elterliche Haus zu oerrassen. Nun meint man uieileiüjr, baß Exzeuenz ferne TochKr et.ua an der Kopenhagener UniueriLtät die bieajte oder in Paris ^andeiSwissemcyaflen ftu- bieren lieg'? Weck gefehlt. Die junge Dame |ou die Hauswirt- I d) a f1 von Grund aus leimen lernen, und sie dient gegenwärtig, wie „Aalborg «tiitötiOenöe" zu berichten weiß, als „Mädchen für alles" bei der Familie eines ^ubattern- beamten! n B erim für einen L 0 hnv 0 n 2 0 M t. monatlich, ohne daß die Dieiiiiherrscha,t auuj nur die leiseste 'ckhuung davon halte, oaz es Die zoa^er eines europäischen Munsters ist, die ihr tagtäglich das Esten berecket iuü> ihre ^ovse Uieuert
* Eine irljetragübie, die auf den Unfug i-e-J Kartenlegens zurückzuführen ist, rief am Sonntag in Benin gro" • Aussehen hervor. Im Hause Bergstraße bS wohnte Der Kellner Reimer nut seiner 3b jährigen irycitau. Frau R., die an starker Nervosität litt, ließ fia) häufig von einer Wahrsagerin die Zu
lunft beuten. Dies hatte den unheilvollsten Einfluß auf ihren Geisteszustand, der sich immer mehr verwirrte. So ließ sie z. B. Geldsummen, die ihr Mann mühevoll ver- biente, in den Feuerherd wandern, weil sie glaubte, daß das Geld „behext" sei. Nach den Angaben des R. hat die Frau auf einen Schlag 700 Mk. verbrannt. Am Sonntag vormittag verfiel Frau R. plötzlich in einen Zustand von Raserei und per- uchte, die Möbel zu zertrümmern. Als sie von ihrem Mann daran gehindert wurde, versuchte sie sich auf die Straße hinab zu stürzen. Am Fenster entspann sicp zwischen den Eheleuten ein verzweifelter Kampf, der unter den Anwohnern der Straße große Aufregung verursachte, weil man glaubte, daß es sich um einen Mordversuch des Mannes handle. Schließlich gelang es der Frau, id) frei zu machen. Sie stürzte fid> auf die Straße hinab, wo ie mit zerschmetterten Gliedern tot liegen blieb.
* Kfeine T a g e s ch r 0 n i l. Ans der Flucht wurde von einem Gendarmen ein Kup'eidieb in Grünan erschossen, der 18 Kilogramm Leilungsdraht im Werte von 60 All. abge- idpiiuen baue; er wurde von einem Gendarmen erfaßt und ie|t- geiionuncn, ergriff aber auf dem Wc>. zum Aimsbureau Die Flucht Xcr Gendarm rief ihn mit der Tromrng, daß er ichießen werde, an. Der Tieb Hörle jedoch nicht darauf und erhielt einen Schuß durch Die Nieren und verichieD aut Der Stelle. Ter Erschossene ist 28 Jahre alt und stammt aus einem anderen Vorort Berlins. — In Lorie nt (Frantretch) fuhr em entgleister Wagen Der eleftr. Straßenbahn gegen einen Brnckenp'eiler. Sechs Passagiere int Innern Des Wagens wurden schwer verletzt; zwei am Der Plau- ivrni flehen De Personen wurden in Den Fluß geschleudert, konnten aber gereuet werden. — In Eolonrvo (Amercka) wurde em achlslöckiges Wohnhaus durch Feuer zerstört. Unter den Trümmern wurden eine Anzahl Feuerwehrleute begraben. Die aber teilweise wieder gereuet werden tonnien. — In Chicago e r y l 0 D 1 c r t e ui einem Scblcrcgihaufe em Petroleumbehäller, wodurch das Ge- uänbe zum Einsturz gebracht ivuröe. Hierbei wurden neun Arbeiter gelotet und viele verletzt.
Universitäts-Nachrichten.
— Tie medizinische Fakultät Der Universität Tübingen hat Den Siaarsrnmister Der Auswärtigen Angelegenheiten, Lr. jur. Karl von Werzsäcker zum Dr. houons causa ernannt, ebenio den Verlagsbuchiiandler Alfred Enke m Stuttgart. Tts vhitosophuche Fakultät hat Den Fabritbesitzer S r e g l r n ur Strcktgart znm Tr. hunuris cauoa proinovrert.
Lingejandt.
(Für Form und Inhalt a.rc. ......r er R.itbrrk stehenden Artikel üoernünmi dre Redarlcou Dein Puoutum gegenüber keinerlei
Verantwortung.)
Auf das Eingesandt des Kritikus X int Gießener Anzeiger betrciieiib die Eisbahn, haben wir Folgendes zu erwidern:
yucijtig i|t, büß am Sonntag von 12—1 uhr mittags nur ein Ansajnaiier auwefenb war und zwar aus juigeiiöen Gründen:
1. An fragt oonutag luar nm bieje ötanoe Karierporade und wir nahmen an, baß der Besuch der Eisbahn — wie drcs auuj tatiuuuiuj dec Furi war — cur germger sein luuroe.
2. Ist ber Anoraug an Sonntag uaüjnuttngeii criahrnngs- gemäß so start, daß um 1^3 Uhc das ganze ^‘-tiuiial dniriweriit fern muß und aus o.eseur Grunoe von 12—1 irhr Estenspanse hat.
3. Wiuß D.n ckrorckern, btc beit ganzen Tag von srüh bis in die Nacht hinein in ber Kürte stehen. Zuck gegeovn werden nicht nur 8um „Frühstücken", sonvern uuu) rhp benhetocircs LUiutugurut und zwar zu Hauje un M.rei|e ihrer pamckie im wurmen Rimmer und zur geivohuien Stande einzu. nehuicn. —
Und null weiter Herr X! Wir glauben Sie zu kennen. Denn feit em Herr ;uu/t mehr unserem Vorstände angchoct, weiß beileibe nichts beiferes zu tun, ais an linieren Euckah- tungen, Oie uiibiriuuiU a.s mui.er^ackig u.id voroiwuih bezeii^iust um» aneriannt werden, zu nürgem. —
lind warum bie Fruujt in i>ic Oefsentlichreit / Was Sie „berlangen" zu lönnen gmuben, hatten sie gegenüoec, eurer un Ehrenamt ausgeuoten uno viel '<iiueit ucruriaujcnoeii Tairg- icn vier netter in ü'orui eures Wunjck-cs uns d.rcil umexoreitett iviineit
Was nun bie gerügten „Kapckalansamutlungen' anbelangt, so f'uu) bie]eiben iehr veicherdeuer Natur i Alierourgs haben wck es )ut m niere Puiirst geyacken, butuj georonete üuriiujuge und Ibarianie GefchäckSiiihrung — na nun Liu) ver btn iruyctcii ]uc uiifere Kapc guiinigcii inuben Wrnieiu — cuuge Taaieno Mark zurmizuregen. ^em Ersvereur fou Oaiuu em »ostroigeres Heim nnb den Mirglied.rn em uenercr ^uienthaltsraum giiu-a,ien »uj> den, indem wir Du jcgige die Aiöiltcircage verunzu.reirue Bude nmit mehr für zeitgemäß und den Beour,ni]ien eiU|preu)end halten! —
Die für unsere Eisbahn wechselnde und ungünstige Witterung sowie ungeivohtiricne ^-cyteejaile m bieient Wrnter haben uiifere KasfL eiiujüp|t uiw i)t es cm Gluck, bag wir m guten Juhr« ooiiorguu) erneu ciierneii itahtiiüciiano angeiantbieit h^ocn.
Wir haben, nebeuhei oemeiu, ul» hratc allem iur ^.uge-^r^cck-« löhne ca. Art lvdi.08 ausgegcben. Also eher o-ehtoctrage aver keine »tavitaaeanfammlungeii!
Und nun zum Alumne Herr △ iwch einen guten Rat! Nenn« Sic und ol/ren w. 'Jumiien uub wir fiuo geru bereit, ^hne» das verrmUuuiLichc, fuj.uere und luibaiubure Amt ves iau.soini.ns« jooriuuii>i.s zu uoeiuifieit, vorausge.eßt, daß |ic uns bie tiiutuiaie unten, daß ber Eistau, ui Giege.i unter ihrer Führung das bleibt, was er bereits ist — eine Lust!
Güßen, den 30. Januar 1907.
Der Vorstand oes E-teßener Eisvereins E. B.
Jean Kirch, z. Z. Vorsitzender. ,
Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeiger», mitgeteih von der Bank IQr Hande) und Industrie, Giessen.
Frankfurter Börwo. 31. Januar. 1J5 T)hr.
3^e/0 Reicbsauleihe . 97.95
do. . . —
ä>i0/6 Konsols .... 97.95
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Hessen . . 96 öu
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Portugiesen äene l . 69.40
Portugiesen n 111 7u.4U 4}a" 0 russ.Staatsaul. 19uu 91.7u ■U'/ 0 Japan. Staatsanleihe 94.70 lr0 Uvuv.Türkeu von luv3 96.— liirkeniuse......—
4-tz Gnecü. Monopol-Aul. 52.10 4Jö äussere Argentinier . 80.0 o",y Alexisauer . . 66.80 4/iu/0 uluneseu . . 97.80
Aktien:
Bochum Guss..... 245.—
Buuerus h. W .... 126.60 'L'eudeuz: fest
berliner Börse, 31.
Cauada E. B......182.50
Uurmstadter Bank . . . Ißy.öb Ueutscue Jdiuik .... 243 7t Uurimunuer-Linou C. . . b7.5o uresuuei LauK . . . 159.lv
leudeut - fest.
Elektnz. Lalnneyer . . 142.—
Elektnz. tielmckert . . . 119.26 Eschweüer Bergwerk . . 249.10 Gelsenkircheu Bergwerk . 211.40 Hamburg - Ainerik. Pakett. 153.70 Uarpeuer Bergwerk. . . 218.— Luuraüdtte...... 243 00
.Xurdd. Llujd ..... 131.20 Ubeisehlcs. Eisen-Industrie 123.25 Berliner Hunuelsges . 174.70 Darmstädter Bann . . . 13'0.70 Deutsche Bank . . . 243.70
Deutsch-Asiat. Bank . . 174.00 Diskuntu-Kuminandit. . . 186.70 Dresdner Bank . . . loö.90 Ixieaitaktieu.....216.70
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