S?r. 26
Erscheint täglich außer (Sonntage.
tem Diebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hrsslscheo Landwirt die Lietzener Kamilita- blätter viermal in der Woche beifldcqt und zweimal wöchentlich das Ktc'.sblatt für den Kreis Lietzen. Fetufprcch An- fchluvi.d. Redaktion 119 KZerlag u. Expedition 61 Ldtesse lüt Tepeld)cn:
Anzeiger Dietzen.
Domterstag 31. Januar 1007
157. Jahrgang
ErfteS Blatt
GietzenerAnzeiger i
General-Anzeiger für Oberhessen WZ
notationsbrud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vrch- und Stelnöruderel H. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Zchuisttatze 7. BÄ
gewerbliche An-
bcoorstehen.
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1
sich ernähren und wovon sie leben, von 1906 ergibt nun folgendes:
Ter Kreis Diehen allein hatte 601
Sin Erfolg m Teutschoflafrika.
Ter Gouverneur von Deukschostafrika meidet:
S us uniiet Hegend her.
1 i da gibbi’s schnawwel, hoch unn hehr, Madercher umi peirnl
— <>jou, roaim der erfcht au§ Frankiorc n>ar, Lias könnt da aus em wern!
(AuS der .Jugend".)
Lebensjahre stehende Bauerndillstet lebt in einem Törtchen im Gouvernement Moskau und liegt dort allen bäuerlichen Ar- beiten ob. Nebenher — in seinen Mußestunden — greift dieser litcrariid)e „Mushik" zur Feder, um das Innenleben und die Umwelt des russischen Lauern zu schildern. Ssemenow, der einer Bauernfamilie entstammt, ist aus ärmlichen Lerhälmisfen hervor- gegangen. Schon a!3 Zehnjähriger wurde der Knabe in die 23dl hinauSgeschirlt, um allein sich sein tägliches Brot zu verdienen. In Moskau und bann in einigen anderen Großstädten wie Kiew und Charkow gewann der zwar unwissende, aber intelligente Jüngling immer tieferen Einblick in das WeltgrttieLe und lernte die verschiedensten Berufe kennen, kehrte aber doch in jedem Sommer in sein HeimatSdorf zur Feldarbeit zurück. In seiner Stellung in einer Moskauer Farbenfabrik schrieb Ssemenow 18SJ ülä Achtzehnjähriger seine erste Erzählung und schickte sein Manu:r.u zur Begutachtung an Graf Leo Tolstoi, dessen Schrift „Wovon Die Menschen leben" einen tiefen Eindruck auf den jungen Mann gemacht hatte. Nach einer von To.stoi empfohlenen Umarbeitung seines Erstlingswerkes tat Ssemenow^den ersten Schritt in du Isterarische Oeifentlichkeit Rußlands. Sein starkes, nautrwüchsigeL Erzählertalent hat jiy bann unter Tolswis Fitticqen mehr und mehr Lahn gebrochen, ist aaer Dem Spezialgebiete ber Bauern- schüderung, auf dem Ssemenow allerdings ein Meister ist, stets treu geblieben.
erläutern. Richtig ist, daß die Stadt Gießen allein etwa 2u Proz. der Bewohner und auch ebeusovlel Prozent bei Wähler aufroetft. Darauf kommt cS aber nicht allein an. Es darf nicht außer Acht gelosten werden, wo die Leute Die Statiftif
Kcale Möglichkeiten.
Gießen, 31. Januar.
Ta8 Zentrum, da? man ostiziöserjelt« vor der Wahl als dem nationalen Gedanken feindlich taxiert hat jeyt ilt davon nicht mehr die Rede — Hot keine Einbuße erlitten, sondern kehrt mit der gleichen, wenn nicht mit einer vermehrten Anzahl von Riandaten in den Reichstag zurück.
IClciiK» Feuilleton.
— Man schreibt uns aus Frankfurt a M., 29. San.. Heute abenb sahen wir in Fräulein Die üble von München, eine Vertreterin der Luise Millerin, wie sie derAhankane des TichterS vorgeschwebt haben könnte. Eine wunderschöne Madchen- erscljeinung mit süßem, sympathischem Organ. <yrL Reubke bat die Kerzen der Frankfurter im Sturm erobert und man bedauert nur, daß sie noch lange an München gefesselt ist. Der Ferdinand des Herrn Nachbaur war etwas robuft, doch fehlt es dem Gau nicht an Leidenschaft. Nur scheint uns der bisherige Vertreter der Rolle, Herr Wanka, besser dafür geeignet
— Ein Gustav-Falke-Abend wurde in “ e r 11 n am Dienstag von Freunden des Dichters veranstaltet. Es war ein glücklickjer Gedanke, Wilhelm Holzamer, in ^dessen _ Jtonellcn und Romanen der Lijriker überall an erster stelle steht, _Da3 Dublikum über die dichterische Art Falles auffiären zu lauen. Befremdlich wirkte es dabei nur, daß der Lyriker Holzamer »um Doktrinär wurde und eine tiefgründige Erklärung darüber Der» sitajte, waS ein lyrisches Gedicht ist.
— Dichter und Lauer. TsS russischen BauerndlOsterS E. T. Ssemenow E.^hlungssaMWlung „Dnfel Ilja und andere Dorfgeschichten^ hat te.n geringerer als dec greife Graf Leo Tolstoi tnit einer die Echtheit mnd Natürlichkeit von Ssemenows Em- tH'indetj cbaralteriiterenben Vorrede versehen. Der im vierzigsten
Der Dernburg.
(3u feinem Vortrag tm Diünchener RinM-ReUet.) Bon eine albe Frankforder.
Hd) war Derr <or die Kolonie« Begeistert nie so recht, M c hän's nach Aicika zu ziehn, 6 iwmi gor kään Spaß gemectiL 3 m oiviver bin ich ganz bekehrt, L in usfgetlart unu klug, Vmi sag: des taub is doch roaS wett! ü-.v.ui geht der nächste Zuq?
1 ,i Der ue6 Wunner hui vollbracht.
L- Tc. org watsch, des Oos, i aioivel is e wahre Pracht,
_ .)at des Redde los.
l daß er so schee babble kann, cöjunfl is net schwer: „ ajDaninu ja ääch aus Määnz, der Mann,
auf seine All; aber daS Gedeihen ,edeS Standes hängt ab von dem Gedeihen de« anderen. Leidet da» Land, so leidet auch die Stadt und umgekehrt.
Hat die nalionalliberale Partei verlangt, daß fle von einem Städter vertreten werden müffle? Rein. Sie Hal wiederholt Dtänner vom Lande, speziell zwei Land- wirte al« Kandidaten für den Reichstag ausgestellt: Herrn Gutsbesitzer Schiente und Herrn Guts Pächter Mei nett zu KonradSdorf. Wir sind auch heute noch der Meinung, daß e« einerlei ist, ob der Abgeordnete für unseren Reichstags Wahlkreis ein Mann vom Lande oder aus der Stadt ist, verlangen aber, daß er fein einseitiger Vertreter eines Einzigen Standes ist ober sein will, sondern für das Wohl der gesamten Bevölkerung zu arbeiten gewillt ist.
Darum, ihr Wähler in Stadt und Land, laßt euch nicht durch eine rührige Gruppe rücksichtsloser Naturen am Gängel- baube führen, sondern fragt: .Welcher der beiden Be- werber vertritt die Interessen von und allen t,nd verbürgt fo eine gedeihliche Entwicklung unserer Heimat?*
Die Autivorl kann nur lauten:
.Das ist Herr Hiyligcnslaebt, der durch sein breizährigeS Wirken ,m Reichstage gezeigt hat, daß er sür daS Wohl von Stadt und Land arbeite l!-
lagen (heute sind eS 65U) mit 7518 Arbeitern; außer diesen gibt es in den Laudorten des gen. Kreises noch etwa 700 Hand- werkSbctriebe mit 1468 Arbeitern und S Bergbeniebe nut 922 Arbeitern. DaS sind zusammen (für 1905) im Kreise Gießen rund 10 000 Arbeiter (heute sind eS wohl gegen 11000). Hierzu fonnnen noch die Inhaber der ge,verblichen Anlagen unö die 700 Handwerksmeister auf dein Lande. Taö macht etwa 11200 Personen; ferner ein mehrere Hunderte betragendes Bureaupersonal der Industriellen, Hunderte von selbständigen Kaufleuten, Hunderte von kai>f»nänn>schen Be- dinten, Hunderte von uiänulichen und weiblichen Dlenftboten. Hniidecle von staatlichen und städtischen Beamten. Hierdurch wird die Zahl der von Handel und Industrie sich Ernährenden um einige Lausende vermehrt.
Dazu kommen etwa 1000 gewerbliche Arbeiter der zu unserem Wahlkreise gehörigen Cile in den Kreisen AlSfeld, Lüomgen und Schollen, ferner die dortigen Kaufleute, Jubu- jmeücn und Beamten. Tie Gesamtsumme läßt sich nicht so leicht feststellen. Sie betrügt gewiß abci kaum weniger als 20000. Alle diese Personen ernähren sich nicht durch die Landwirtschaft. Tie Industrie setzt ihre Waren saft sämtlich außerhalb de« Wahk- kreiie« ab, und dringt so ungeheure Summen in den Kreis hinein.
Es ui selbstverständlich, daß ein Teil dieser Personen den Unterhalt and) durch Verkehr nut dem flachen Lande erwirbt, andererseits lonunt dazu, daß die Landbevölkerung durch Verkauf ihrer Bodrnirzeuguiffle an die obigen 20 000 Perjonen und beten Familienangehörige einen Teil ihres Er- weibcs gewinnt. Aue dem Gejagten geht hervor, daß Stadt und Land von und durch einander leben, daß aber ber Anteil der Stadt an dem Gef'amtcrwerb von gewisser Seite furchtbar unterschätzt wird. Bon den obigen 11 000 Arbeitern leben etwa 2000 in Gießen, alle anderen auf dem Lande.
Die obigen Ausführungen sind nichts als eine Abwehr. Sie sollen den Landbewohnern die Aligcn öffnen, ihnen zeigen, daß es eine Versündigung an unserem Volks- Ium ist, wenn von gewisser Seite iinmer wieder der Versuch gemacht wird, da« Land gegen die Stadt oufzu- Hetzen, um für Wahlzwecke Vorteil barauö zu ziehen.
Es gibt nur eine Wahrheit: Stadl unb Land unterstützen sich g egenseii ig. Jeder Stand arbeitet
politijdK Lage-scha».
Ein Erla^ bei Kaiser».
Der .Rcichranz.' vergffenUicht nachstehenden Erlaß de« Kaisers:
,Ta« Lebensjahr, welche« ich an meinem biessäbrigen Geburtslage vollenden durste, braciste neben den tnifien Webenfiagcn bei vor hundert Jahren aut dein Baierlaude lastenden Unglndfl viele freubige und glückverheißende Ereigniste in meinem Familienkreise: da» Fest meinet silbernen pochze», dieBermählung meines Lohnes, dcS Prinzen Eitel Friedrich, die Geburt meines elften Enkels, des Imistigen Thronerben, und die Verlobung des Prinzen Augiift Wil- hdm. — Welche Fülle göuhdicv Gnade, und wie viel Urmche zu demnivollcrn Tanke 'ür des Allmächiigcn Führung I Wie aber alle oiele westlichen Begebenhenen durch die ucnDige und herzliche Aiueil- nahiue des deunchen Volkes einen beionöcicit Glanz und eine be» joiiOcte Weihe erhallen Haven, Io ist auch die äeicr memefl Geburii- iageö verschönt und erhöht worden durch die zahlreicyen Gluck» und Legenvwiiusche, die mir aus neuen deutschen Herzen dargebracht worden sind. Aus der Wenge der Zuschristen und relegramme habe ich cd wiederum erfahren, day an diesem Tage überall tm Teuiiajen Reiche und auch im Auslände meiner in treuer Lieds mit) Anhänglichkeit gedacht worden ist. Tie mir zugegaiigeuen Kniidgebungen waren getragen von der bcgeiflevten Freude über die uanonale paliung der deutschen Wahlerieuatt, di« in Ihrer großen Atchrzahl soeben em gläuzeudei 3<n‘9‘uft von dem gesunden und patriotischen Sum de» oenticheu Voike», von semein Veruandnti für die großen iluUurauigabeu der ^jeit, von seinem Beriraueu in die Zukunit des VoierlandeS und seiner unerschülterlichen Anhänglichkeit an die Person des Kaiser« und du« Reich vor aller Welt abgelegt hat. ulögcn alle diejenigen, welche durch pairtonsch« Gesinnung und Zuneigung an meinem Geburtslage zur Teilnahme an lefllichen Veranliaitunge« und Veiemigutigen, zu Irtunülnucn Glnckwun'chen, Grüßen und Ausmerkjanilciien oder zu honuner Fürbuie nie mich gedrängt worden sind, meinen w ä r in ft e n Tank aul diesem Wege entgegennehinen, da ich bei der grogen Zahl der Veieiligien mcyt jedem euizeliien zu bauten vermag.'
Tic vondelswnrtS
lieber den Beginn und Leriauj ber mit den DondelswariS geführten Verhandlungen gibt die „Norbd. Allg. Ztg." auf Grund der Meldungen des Obersten Deimling eine entgehende Darstellung. Nach derselben traf aufangs CHübet Bota in rnanShoov em, der angab, daß Johannes Christian, der Kaplan der DondeliivartS, um ^icden bitte. Johannes Chri'kian wurde aufgefordert, sich zu stellen. Et trat am 24. CEtobu, nachdem ihm freies Geleit zugesichert worben war, mit fünfzig Hncgern in DeirachabiS ein, und wurde am 26. Oktober zu Oberstleutnant v. Cslorff beschtedcu. Die llnternehmungen in den SUraibcrgcn wurden vorläufig eingestellt. Estortf erhielt die Weisung, aus der folgenden Grundige zu verha.cheln: Unterwerfung, Waffenabgabe, Zusicherung deS Leben« unb bei Freiheit. Tie: Verhandlungen wurden bis zum 21. a,ez. verzögert, da der Kapuan ctklutte, über die Wasicliabaabe nicht entscheiden -u können ohne das Emver t-iudnis Josef Christians und anderer Gtoßleute, mit welch lebteren keine Verbindung zu ermöglichen war. Daher war es noch Mitte Dezember völlig ungewiß, ob die Untttiucriung zustande käme. Die Gondeliwarw waren während der ganzen Zeit im Desiß ihrer Was,en, und völlig frei in ihren Bewegungen. Dw Wledctetojfnung der Femdiellgieiten konnte stündlich emtrti.cn; die Lruppe blieb daher beständig matschhereu. — Auf anberen GLbitien des Stncß«- ichauviapes hatte d.r Kriegszustand fortgedauert. Lben: a,cim> ling hielt es dah.c um bieic Zett noch nicht für angängig, einen Bericht über bie beabsichtigten Verhandlungen mit den Gtofz. leuteii zu erstatten, wozu noch jede taiiächuche Grundlage gejehtt hätte. Am 2L Dezember crLänen jich Johannes Christian und die mittlerweile ciugctrontnen Großleute, nachdem brieflich auch ixe Zustimmung von Josef Christian angekommen war, bei den Verhandlung en in U£auu.d mit ber Haupt,orderung — Unter- wersung und Abgabe ailcr Waffen — eingeflanden, unter bei Bedingung, b-ij von ihrem Abtransport aus ihrem Stamme«- lanb abgesehen werde. Am 23. Dezemoer wurden bu Bedingungen von Oberst Deimling genehmigt, worau, sich die Lajienstreckung unmittelbar an schloß. 2dach der Angabe der BonoelfwartS stehen augenblicklich noch 100 b iS 150 Franzmann-Hottentotten unter Simon Copper im Felde, die seit einem Jahr in der schwer zugänglichen llalab..ri sich abwartend verhatten; auijtrßeiu xm üubtn nou) einzelkie kleine Banden, auf Vichiaub ausgehend und ohne Widerstands kraft. Im Norden beenden , ich die Feldherren ui uubctannter Zahl im Busch, die zu irei- willigcr Gestellung anscheinend nicht geneigt find, aber ferne Unternehmuiig^ttist und Wideiftaiidsirajt zeigen.
KoalitiovSrechl unb ReichStagkwahl.
In dem neuen Reiü>stag wird d.e o^age de« AvalitionS- rechiS roiüxtum eine große Liolle spielen, xct Gci.'bentwurf über die Rechtsfähig leit bei LcrujSvereine. der dem levteu Reichstag vorlag, war bekalUitlich von ber Mehrheit deS Reichstags ehr ungünstig aufgenommen worden, da er den berechtigten Forderungen der Aroerierschast nur sehr tocing entbrach und m mancher Beziehung jie gegen das icyt gettende Recht joaar fchttchtcr gestellt haben wurde. Der Kvmmijsion, die zur Borocratung des NegierungsentivursS gewählt worden war, gehötte auch uni er seitheriger Gießener Abgeordneter an bet tcab- >lästigt hatte, unter Berücksichtigung seiner tm praktuchen Ge- fchäiisleben gewonnenen Enabiungeii an der K$e r u lerung £>eä EnuourfS mitzuarbeiten. Die Auflösung deS Reick, gs machte auuj der Kvmmij,wn ein Ende und zwar noch ehe fit amineiu getreten war. Es ist aber bestimmt zu enuarten, baß der neue Reichstag sich abermaiS nut der Z-rage zu bejchaitigen Hoven wird, sei es jetzt m unveränderter und vcroeiscrter Form. Nachdem der Gießener liberale Wahlausruj sich in aller Form ius die Erhaltung und Erweiterung deS bestehenden KoalitivnSrechts ausgesprochen hat, liegt^ es un etgeniten Jnteteise unserer Arbeitet jchast, in der Stichwahl jür Hehligenstaedt einzutceten, bet noch dazu m Sahl reichen Währerversaninilungen feine B e r e i t ro i 11 i g f e i i, an Ixr Verbesserung des Elttwurfs nach dem ©ruid>ia& emer g mäßigen B e ha n b l u n g von Ar b e i t ge b e t n und At- beitntbmern oorgesprochen h-t. WaS in die।er Richtung von Löhler zu erwarten ist, weiß man Nicht, u-as Programm der Partei, bet er seit etwa einem ^ahu angehötl, enthalt zwar eine ganze Reihe s0c,ialpolitifch Habich kiingender Zvroe- cungen, wie sich aber Die im wesentlichen auf reaktionärer Grundlage und dem Bund der Landwirte mit Haut und Haaren verschriebene deutfchsoziale Pattei zu der Frage stellen wird, wenn sie aktuell tuiro, ist sehr ungewiß. Allerdings, wenn man Die Ha.tung dec Partei des Herrn ztoh.er im h e s f eschen Landtage i>i Betracht zi^h., weiß man genau, oaß die Arbeiterschaft nichts von Herrn stöhlet zu erwarten hat. Em agrarifch-antifemlliicher stanoioat war es, der dort vor der „zu weit getriebenen" Sozialpolitik warte. Wit sind überzeugt, daß Re Arbeiter uniereS Wahl- krcifes mit dem Stimmzettel in der Hand dafür sorgen werden, daß ihr Freund stoh.er nicht in Die Lage kommen tann, die r u ck ft ä n d i g c n A n f i ch t e n d e r h e s s i ickje n A n 111 e m 11 e n in sozialpollt-ichen Fragen im Reichstage ;u vertreten.
Sie Ocufige flammet nmfaßt 10 Zeiten.
ß.wcrbsreryaituifte im Z§a1)lkr.ife tzen.
In dem Flugblatt Nr. 4 ber deutsch-sozialen Partei ist zu lesen:
„IHit viel größerem Recht aber kann man tagen, daß daS Land den Abgeoidneien ftellcn soll, da 80 Proz. der Bevölkerung uusercs Wahlkreises ländlichen UiivrungS sind."
Gejchickt autzgedrücktt da« niuß man sagen. In einer Wählervetjainullung hat sich ein für Herrn Köhler wirkender Herr etwas deullichcr auSgedrückl. Er rief deui Gießener Redner, der erklärt hatte, baß er feine Jugenb auf bem Lande verbracht habe, einigen Einblick in bie ländlichen Verhältnisse besitze und den berechtigten bäuerlichen Interessen in vollem Maße Rechnung getragen hatte, mit Tonnersinnine zu: wollen Sie Städter hier? Bleiben Sie weg vom Lande! Wit sind in einem ländlichen Wahlkreise, haben 80 Proz. bäuerliche Bevölkerung und branchen einen Bauern al« Abgeordneten!* ES wurde ihm erwidert: „Gehen Sie doch etninal gegen Abenb an den Gießener Bahnhof und an dir qu,5 Land führenden Straßen, ba rönnen Sie sehen, wie Dielt Leute do in Land ihr Brot in derSiadt verdienend Daraus wußte der Gegner nicht« zu erividcrn.
Diesen allgemeinen Hinweis auf bie Beziehungen zwischen Stabt unb Land wollen wir an ber Hanb der Slattstik näher
Abdalla Mpanda, bet bekannte Hauptfühter ber aufständisch gewesenen Wangindo, siel am 16. Januar in einem Gesellst gegen die 14. Kompagnie. Ter Rebellen» führet Nasoro Mpanda wurde gefangen genommen. Diesseits wurden der Sergeant Biallowons und zwei Askatis durch Streisfchüsse verwundet. Die dritte Aompagme in Stionga erhielt auf ihr Ersuchen 50 Mann Verstärkung, da Zusammenstöße zwischen portugiesifchen Truppen unb den Madichemba-Leuten


