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General-Anzeiger für Gberhesien
Zweites Blatt trftMnt tagflf» mit Ausnahme des Sonntag,.
Die »Wttttttt SmuMeubMer« werden dem ' Xm U*erm^1 ,Ojd’cntlicf> b-igel-gt, das •'K“kb'®“ >’r b*a «»iS Sietzen" zweimal wöchentlich. Der „he,st,che Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Montag 88. J«N 1907
Rotationsdruck und Verlag der Br Ührchen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul
straße 7. Expedition und Verlag:
Redaktion.112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.
gx r. Kaiser in Bergen.
nprset .'m?' 27C 3uIu ®in Telegramm aus Bergen nelbct. Wegen des trüben Wetters wurde der Beiuch von Sterol ausgegeben und es erfolgte bie Ankunft vor Bergen ?benbe,ln" 11 Uhr. Der Kaiser frühstückte heute
1 n9 6c’r,U fion^llt Mohr. Heute abend erfolgt bie Abreise lm Uhr nach Odbe. An Bord ist alles wohl.
Bergen, 27. Juli. Der Kaiser machte heute ber cx.Kaiserin Eugenie von Frankreich einen mehrstündigen besuch auf ihrer Jacht „Thistle".
— Das Wetter wird immer schlechter. Die Reise des eutschen Kaisers nach der Hardangerfjord ist aufgegeben >nd die Abreise von hier direkt nach Stagen aus heute abend 1 Uhr festgesetzt worden, von wo je nach den, Wetter die tuekceise direkt nach der Ostsee erfolgt. An Bord ist alles oohl.
Die Begegnung des Kaisers mit dem Zaren.
Berlin, 27. Juli. Von unterrichteter Seite geht dem 3- St.' folgende Meldung zu: Die Reise des Kaisers tlko la u S nach den deutschen Gewässern steht unmittelbar evor. Die Dacht, die ihn dorthin bringen soll, wird äugen« Üblich in allen Teilen einer genauen Durchsicht unterzogen. 2ie Offiziere haben Befehl erhalten, baS Schiff für die ÄuS- eise zu Anfang August n. St. bereit zu halten. Die Zu- rmmenkunft wird wahrscheinlich bereits am 4. August vor eh gehen. WaS den Ort der Begegnung betrifft, so sprechen Ue Anzeichen dafür, daß die beiden Kaiserschiffe wiederum uf dec Höhe von Hela zusammentreffen werden und war bald nach der Rückkehr Kaiser Wilhelms von der Nord, rndreis«.
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des Prinzen August Wilhelm in Bon«.
Bjonn, 27. Juli. In dem festlich geschmückten SenatK- aale der Universität wurde heute mittag 1 Uhr die Exmatrikulation deH Prinzen August Wilh elm on Preußen vollzogen. Dem feierliche Akte wohnten ei der Kurator der Universität Geheimer Regierungsrat 'bbinghauS, der Rektor Magnificus Professor Dr. Grafe, er Senat, der Universitätsrichter Geh. Justizrat Riefen- Opl und eine größere Zahl Professoren der Universität. )rinz August Wilhelm, der die Uniform des ersten Garde- egiments zu Fuß trug, und in der Begleitung des Majors' Röder, des Leutnants v. Rackensen und seines wissen- haftlichen Beirates Grafen zu Dohna-Sch ko bitten, früher rofessor d^r Rechte in Königsberg i. Pr.", erschien, wurde m Portale von dem Kurator und dem Rektor empfangen nd in den Senatssaal geleitet. Hier richtete der Rektor ine Ansprache an den ^Zrinzen, in der er der Hoffnung Ausdruck gab, daß die Studien an der rheinischen Friedrich Wilhelms-Universität eine gute Grundlage geschaffen hätten, us der die Studien auf der reichs t and tsch en Universität ufgebaut werden könnten. Dann versicherte er den Prinzen er besten Wünsche für seine fernere Ausbildung und schloß tit dem Ausdruck der Zuversicht daß der Prinz, wie er iele rheinische Herzen sich erobert habe, auch die Herzen er zurückhaltenden Elsässer gewinnen werde. Der Rektor berreichte dann dem Prinzen die Exmatrikel mit dem .niversitätssiegel. Prinz August Wilhelm erwiderte die Ansprache des Rektors mit warmen Dankesworten und eichte zum Abschied allen Anwesenden die Hand. Um 1 Uhr L Min. reiste der Prinz nach Homburg, von wo er wieder ach Bonn zurückkehrt, um noch bis zum 2. August die 'ollegien zu besuchen.•
Eine freisinnige Beilerdskundgebung zum Ableben Kardorffs.
Berlin, 26. Juli. Anläßlich des Ablebens des Abgeordneten v. Kardorff hat die Fraktion der reisinnigen Volkspartei des preußischen Abgeord- etenhauses an die Jreikonservative Fraktion folgendes Schreiben erichtet: ,An dem schweren Verluste, den Ihre Fraktion urch den Tod des Herrn Abgeordneten v. Kardorff erlitten .it, nimmt die Fraktion der Freisinnigen Volkspartei lebhaften nteit. Wenn uns auch von dem Heimgegangenen auf dem -ebiete des öffentlichen Lebens oft Verschiedenheiten der Mischen Meinung trennten, so haben wir doch stets in ihm nen Mann geschätzt, der aus ehrlicher Ueberzeugung und ünstem Herzen dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen beredt war. Dankbar erinnern wir uns, welche ritterliche -esinnung v. Kardorff vor Jahresfrist beim Tode eines seiner tzten Genossen aus großer parlamentarischer Zeit, unseres tvergeßlichen Eugen Richter, bekundete, wie wir auch dessen ^denken, daß der Verstorbene bis in die letzte Session hinein it seinen politischen Gegnern von gestern zusammenstand, enn es galt, Güter der Kultur zu fördern oder gegen An- iffe zu schützen. Nicht nur Ihre Partei, sondern das Vater- nd hat einen treuen Mann verloren, dessen Andenken auch nr in Ehren bewahren werden."
Hedentistische Angriffe auf deutsche Touristen.
Bozen, 28. Juli. 33 deutsche Touristen, unter nen fünf Damen und sechs Reichsdeutsche, welche einen ge- einsamen Ausflug in eine deutsche Sprachinsel in Zelschtyrol unternahmen, wurden von mehreren hundert credentisten angegriffen. 17 erlitten Verletzungen, die amen wurden angespien. Ein alter Herr aus Berlin, c wegen Müdigkeit auf einem Maultier ritt, wurde von esem heruntergerissen und blutig geschlagen. Alle Fenster s Eisenbahnzuges, in den sich die Angegriffenen flüchteten, urden von den Irredentisten durch Steinwürfe und Revolver» züsse zertrümmert. __ ....
(vorstehende Veränderungen in hohen Militärstellen.
Berlin, 27. Juli. Wie die militärpolitische Correspon- nz erfährt, dürfte noch in diesem Jahre ein Wechsel im eheimen Militärkabinett des Kaisers erfolgen.
Der General der Infanterie, Graf von Hülsen-Haeseler werde, seinem eigenen Wunsch entsprechend, demnächst da§ Kommando eines Armeekorps erhalten, und zwar nimmt man in gut unterrichteten Berliner militärischen Kreisen an, daß Graf von Hülsen-Haeseler zum Nachfolger des Chefs des 10. Armeekorps an Stelle des Generals von Stünzner ausersehen sei. Zum neuenChef des Militärkabinetts wird Generalleutnant Freiherr von und zu Egloffstein in Hannover genannt. Ferner könne als bestimmt die nach den Kaisermanövern zu erwartende Ernennung des Generalobersten von Lindequist zum Chef des Leitenden Feldjägerkorps bezeichnet werden, der wiederum als Generalinspekteur der 3. Armeeinspekton zu Hannover durch den bisherigen Kommandierenden des 14. Korps General der In- fanterie von Bock und Polach ersetzt werden soll. Nach Karlsruhe dürste der General der Infanterie von Benecken- dorff und Hindenburg, der jetzige kommandierende General des. 4. Armeekorps, in Magdeburg, kommen. Für das 15. Armeekorps in Straßburg schließlich wird Generalleutnant Freiherr von Hoiningen, gen. Huene, ein Bruder des früheren Reichstagsabgeordneten, in erster Linie genannt. Auch eine Anzahl von Divisionen, u. a. in Königsberg i. Pr. und Trier, soll in den nächsten Monaten frei werden, ebenso mehrere Gouvernements, wie Thorn und scheinlich Straßburg oder Mainz.
Ein neuer Konflikt mit Venezuela.
Wilemstadt, 27. Juli. Dem Reuterschen Bureau wird aus Caracas gemeldet, daß das auswärtige Amt von Venezuela dem Gesandten der Unionstaaten seine Antwort auf die zweite Note des Staatssekretärs Root betreffend die schiedsgerichtliche Entscheidung bei gewißen amerikanischen Forderungen übermittelte. Venezuela besteht auf seiner Zurückweisung der schiedsgerichtlichen Entscheidung. In Caracas ist man in einzelnen Kreisen der Meinung, daß diese Antwort zu einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen führen werde.
Washington, 28. Juli. (Reuter.) Die amerikanffchen Forderungen Venezuela gegenüber, deren schiedsgerichtliche Entscheidung Venezuela zurückgewiesen hat, beruhen un wesentlichen auf den Asphaltkonzessionen. Die Angelegenheit ist bereits zu verschiedenen Malen in den letzten Jahren der Gegenstand von Verhandlungen gewesen.
Die neuesten Vorgänge iu Frankreich.
St. Dis, 28. Juli. In Raon l'Etape kam es zu einem heutigen Zusammenstoß zwischen ungefähr 1100 ausständigen Schuhmachern, die den Arbeitern der Papierfabrik von Etibal entgegengehen wollten, um mit ihnen eine gemeinsame Kundgebung zu veranstalten, und Poli^eibeamten. Ein Gendarmerierittmeister wurde ziemlich schloer verwundet. Mehrere berittene Beamte wurden von den Pferden gerissen. In Anbetracht der drohenden Haltung der Ausständigen, wurde Militär herbeigerustn, das einen Angriff auf die Ausständigen machte. Abends wurden von den Ausständigen auf dem Marktplatze Barrikaden errichtet. Militärische Verstärkungen sollen nach Raon llEtape entsandt werden.
Rjaon l'Etape, 28. Juli. Bei den hier stattgehabten Ruhestörungen wurde ein Aus ständiger getötet und zwei Gendarmen verletzt, davon einer schwer.
O u i m P e r, 28. Juli. In Plozevet" (Departement Fi- nistere) kam es zu schweren Ausschreitungen, bei denen der konservative Senator Chamaillard und seine Freunde, die ihn begleiteten, verletzt wurden. Der Wägen Cha- maillards wurde zertrümmert. In Plozevet ist vor der Mairie eine Barrikade errichtet worden.
Lyon, 28. Juli. Hier sind 12 Antimilitaristen verhaftet worden, weil sie Hochrufe auf das 17. Regiment und Sch m ährufe auf d i e A r m e e ausgebracht hatten und ein Manifest unterzeichnet hatten, in welchem die Meuterei bei dem 17. Regimente verherrlicht wird.
Paris, 28. Juli. Gegenüber Berichten einzelner Zeitungen über den Z wisch en fall beim 53. Regiment in Perpignan stellt die Agence Havas folgendes fest: Die Zurückhaltung der Garnison von Perpignan rief eine leichte Ulnzusriedenheit hervor, infolge deren ein Hornist die Soldaten zusammenblies. Fouriere einer Kompagnie gingen auf den Hof und versuchten, einzelne Kämeraden nach Tarbes, ihrer alten Garnison, zu locken. Der diensttuende Adjutant stellte aber sofort ohne ^Schwierigkeiten die Ordnung wieder her.
— Es wird eine Untersuchung eingeleitet über die Ursache an den Zwischenfällen in Chalons, an denen sich Offiziere des 151. Regiments beteiligt haben sollen. Der Krregsminister glaubt nicht, daß es sich um eine gemeinsame politische Kundgebung handelt, doch soll ein Offizier des 151. Regiments eine unangemessene Haltung eingenommen haben. Wenn die angeftell- ten Ermittelungen dies bestätigen, so wird gegen den betr. Offizier disziplinarisch vorgegangen werden.
— Das Weinbauschutzkomitee in Beziers veröffentlichte einen Aufruf, in dem die Wähler aufgefordert werden, sich, der Ausübung des Wahlrechtes zu enthalten. Denjenigen, die sich an der Wahl beteiligen, wird damit gedroht, daß sie kontrolliert werden würden. Tie Regierung wird die Justizbehörden auf diesen Einschüchterungsversuch ausmerh'am machen.
— In den weinbautreibenden Departements des Sib- dens ist die Beteiligung an den heutigen Erneuerungswahlen zu den Generalräten wenig zahlreich. In mehreren Gemeinden in der Gegend von Beziers, Perpignan und Narbonne konnten Wahlbureaus nicht gebildet werden. In vielen anderen Gemeinden waren die Wahlbureaus zwar geöffnet, es erschien aber kein Wähler.
De»»tsche» Reich.
Berlin, 27. Juli. In gut unterrichteten Kreisen neigt mau zu der Ansicht, daß der Vortragende. Rat im Kultus^
Ministerium ^taumaun das Amt Althoils überneb-f men wird.
. " Tr. Äpstav Schellenserg-Wiesbaden beröf' sentttcht ,m Berliner Tageblatt eine längere Er klär nn a, worin es u. a. heißt: Es ist absolut unwahr, daß meine Maßregelung durch agitatorisches Verhalten meinerseits veranlaßt worden ist. Diese war bereits erfolgt, als ich zuerst in geschlossenem Kreise und darauf 'm der Öffentlichkeit teils unwahre, teils perfide Behauptungen zurück- zuweisen genötigt war.
— Der nächste Entwurf, der sich mit der sozial. Fürsorge für die H e i m a r b e i t e r befassen wird, wird gegenwärtig bei der zuständigen Behörde ausgearbeitet und betrifft Abänderungen der Gewerbeordnung, bie im wesentlichen eine Ausdehnung der staatlichen Gewerbeaufsicht aus die Hausindustrie vorsehen. Der Gesetzentwurf wird dem Reichstage voraussichtlich noch vor Weihnachten zugehen.
— Die „Soziale Praxis" weiß über den Stand des so zi a lp o li t i sch e n R e g i e r u n gsp r o g r a mm s für die nächste Reichstagssession zu berichten, daß das Hülfs- kassengesetz, die 9^ o d e l l e z u m U. n t e r st ü tz u n g s w o h n- sitz, das Apothekengesetz, der kleine Besähigungs- nachweis, die Regelung der Zigarrenhausarbeit fertig sind. Außer diesen Entwürfen wird das Haus mit Sicherheit die Vorlagen über das Reichs-Vereins- und Versa m m l u n g s r e ch t, den Zehnstundentag für Frauen und \ deren Nachtruhe und wahrscheinlich auch die Arbeits'kam- mern erhalten. ,
— Tas lenkbare Militärluftschiff hat heute einen neuen erfolgreichen Aufstieg gemacht. Es ist nachmittags von der Jungfernhaide nach Spandau und zurückgesegelt. Gegen 2y, Uhr war der Ballon unter Führung des Hauptmanns v. Sperling abgefahren und vor 3 Uhr bereits kehrte er zurück.
— Sechs Abiturienten des Lehrerseminars zu Kempen hatten vor einiger Zeit die Order zur Besetzung von Lehrerstellen in der Ostmark erhalten. Diese Maßnahme ist jetzt zurückgenommen worden; sämtlichen Ostmarktehrer-Aspiranten wurden Stellen im rheinisch-westfälischen Bezirke übergeben. Kultusminister Tr. Holle soll sich dahin geäußert haben, daß es für die Lehrfreudigkeit kein Vorteil sei, ivenn die heimische Scholle ignoriert werde. Für die Besetzung derLehrer st ekle n im Osten seien genügend Kandidaten vorhanden.
r—t Tie Generalversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins zu Rixdvrf nahm den Aus- schlußpntrag gegen sechs Genossen an. Zwei vvn ihnen hatten Stveikbruch begangen, zwei hatten bei der StadtvM ordnetenwahl für den bürgerlichen Kandidaten gestimmt, einer hatte sich eines ehrlosen Vergehens schuldig gemacht und einer hatte Streikbrecher begünstigt.
Berlin, 27. Juli. Wegen der Ermordung des deutschen Konsuls Stein in Haxaca war ein Mexikaner zu nur zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ta der Staatsanwalt die zuerst eingelegte Revision zurücknahm, erhob die deutsche Regierung Vorstellungen, die jetzt zur Entsetzung des Oberstaatsanwalts von seinem Amte ftlhrten. Die „Norddeutsche Allg. Ztg." nmchte hiervon heute Mitteilung und fügt hinzu: Die mexikanische Regierung hat, indem sie in solcher Weise den deutschen Vorstellungen Rechnung trug, bewiesen, daß sie den ernsten Willen hegt, den in Mexiko lebeichen Deutschen^ unparteiische Justiz zu sichern.
Stuttgart, 27. Juli. .Tie Abgeordnetenkammer hat in der Schlußabstimmung den ganzen Etat einstimmig angenommen. Tamit hat die württembergische Sozialdemorratie zum ersten Male deni Gesamtetat zügestimmt.
r— Auch die erste Kämmer nahm in der heutigen Sitzung den Etat einstimmig an.
Posen, 28. Juli. Ter „Dziennik Poznanski" teilt unter Vorbehalt mit, daß die preußische Regierung in Rom angefragt habe, ob der .Vatikan als Kandidaten für den ErzLischofsstuyl in Posen den Franziskanermöuch Na- gurjusch ^mehmen würde. Nagurjusch soll der polnischen Sprache vollkommen mächtig sein.
Ausland.
London, 27. Juli. Tribuna meldet aus Tanger, daß die Truppen des Sultans bereits die Stadt Skruta erreicht haben, wo sie nunmehr ihr Lager aufgeschlagen haben. Man hatte erwartet, Raisuli würde disse Gelegenheit ergreifen, um den Truppen des Sultans eine Schlacht zu liefern. Anstatt dessen zog Raisuli sich mit 300 Kriegern zurück. Raisuli besindet sich jetzt in Hanta. Sämtliche Mitglieder des Gefolges Kaid Riac Leans wurden freigelaffen. Diac Lean allein bleibt im Gefängnis.
Tanger, 28. Juli. (Agence Havas.) Nach einer bisher noch nicht bestätigten Nachricht von Eingeborenen ist die Mahalla unter dem Befehl Buchta's ben Bagdad! von Anhängern R a i s u l i 8 in der Nähe von Elkines angegriffen worden. Das Resultat des Kampfes ist noch nicht bekannt.
Newyork, 27. Juli. Nach einem Telegramm aus Rio de Janeiro ist in einer der argentinischen Provinzen an der brasilianischen Grenze eine revolutionäre Bewegung ausgebrochen. Die brasilianische Negierung hat Truppen an die Grenze gesandt, um einen Bruch der Neutralität zu verhindern.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 29. Juli.
** Vom alten Schloß. Am Dienstag beabsichtigt Professor Olbrich, der die Arbeiten für die von hiesigen Bürgern eingerichteten Räume im alten Schloß geleitet hat, diese an die Stifter zu übergeben.
** Warnung. Zum bevorstehenden Universitätsseste teht außer allem Zweifel, daß sich auch professionelle Taschendiebe und sonstige Gauner einfinden werden. Es ei zunächst vor Taschendieben gewarnt und bemerken wir )ierbei, daß diese gewöhnlich zu zweien und dreien zusammen arbeiten in der Weise, daß der eigentliche Dieb den gestohlenen Gegenstand sofort an einen Komplicen weitergibt, dann den ^Harmlosen" darstellt und sich untersuchen läßt. Während der Untersuchung verduftet ber Komplice mit dem Raub in


