157. Jahrgang
Erstes Blatt
4>ie fiesjfifle Kummer umfaßt 10 Seiten.
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Aum HÄde des Kroßsterzogs von Waden.
Der Tod des Großherzogs Friedrich trat, wie bereits
•) Vgl. die schöne .Einführung" in das ausgezeichnete Werk Dr. Max I. Wolffs »Shakespeare. Der Dichter und sein Werk", L Band. München, E. H. Beck'jche Verlagsbuchhandlung.
Sterb ezinrm er. In einem Nebengemach versammelten
der „Karlsruher Atg." in einer auch schon zu Lebzeiten des Großherzogs öfters hcrvorgetretenen verständigen und dankenswerten Nticksichtnahme auf das bürgerliche Leben auf eine ganz kurze Frist beschränkt worden. Nur bis zum Ablauf des dritten auf den Sterbetag folgenden Tages, am Tage der Ueberführung der Leiche von Mainau nach Karlsruhe sowie am Tage der Beisetzung im Familien - mausoleum beim hiesigen Schloß, wo schon der Bruder des Großherzogs und dessen Sohn Litdwig bestattet sind, müssen öffentliche Lustbarkeiten und Veranstaltungen unterbleiben. Beim Tode des Großherzogs Leopold im Jahre 1852 war das öfsentliche Leben noch auf ganze vier Wochen eingeschränkt worden.
Berlin, 28. Sept. Die Trauerbotschaft von dem Ableben des Großherzogs von Baden lief auf der hiesigen badischen Gesandtschaft im Laufe des Vormittags ein. Die Flagge wurde auf dem Gesandtschaftshotel halbmast gehitzt. Dem Kaiser ging die Nachricht direkt zu.
Gegen 12 Uhr wehte auf dem königlichen Schlosse sowie auf allen Gebäuden der Reichs- und der Staatsämter die Flaggen auf halbmast; auch viele Privathäuser hatten Fahnen gehißt. In den Berliner Schulen werden zu Anfang der nächsten Woche Gedächtnisfeiern aus Anlaß des Ablebens des Großherzogs abgehalten werden. Der hiesige Verein der Badener, der über eine stattliche Anzahl von hier lebenden Landsleuten als Mitglieder verfügt, wird eine imposante Trauerfeier zum Andenken an den verstorbenen Monarchen abhalten.
München, 28. Sept. Der Prinzregent von Bayern hat die Nachricht von dem Ableben des Großherzogs von Baden nach der Rückkehr von seiner Morgen- spaziersahrt erhalten, tief erschüttert durch den Tod seines treuen Verbündeten und Altersgenossen, der Großherzogin- Witwe und dem neuen Großherzog Friedrich alsbald Beileidstelegramme gesandt. An den Beisetzungsfeierlichkeiten in Karlsruhe wird Prinz Ludwig, der Thronfolger, seinen Vater, den Regenten, vertreten. Die Hoftrauer wird erst am Montag bekanntgegeben. Der Prinzregent hat infolge des Ablebens des Großherzogs von Baden den Besuch der morgigen Galavorstellung im Hoftheater zum Oktober- fest abgesagt. Es ist dies sonst das einzige Mal im Jahr, daß der Prinzregent ins Theater geht. Die Stadt München, die vom Großherzog seit vielen Jahren Beweise seines Wohlwollens empfangen hat, sandte ein tiefempfundenes Kondolenztelegramm nach der Mainau. Aehn- liche Kundgebungen sind auch von anderen bayrischen Städten zu erwarten.
Pretzstimmen zum Ableben des Großherzogs von Baden.
Berlin, 28. Sept. Zunr Ableben des Großherzogs Friedrich von Baden bringen sämtliche Berliner Abendblätter warmgehaltene Nachrufe.
Ter „Reichs an zeig er" schreibt: „Die Schatten weh- nrütiger Trauer senken sich mit dieser Todesbotschaft auf Deutschland herab. Was Großherzog Friedrich seinem badische Lande und dem Deutschen Reiche gewesen ist, haben rhm Kundgebungen dankbarer Liebe und Vereisung bezeigt, als er anr 24. April 1902 das fünfzigjälnüge Jubiläum einer mit Erfolgens reich gesegneten Regierung, am 9. September 1906 die Feiert seines 80. Geburtstages uno noch in demselben Monat daS F-efv der goldenen Hochzeit beging. Diese Kundgebungen, die sich jetzt an der Bahre des edlen Entschlafenen erneuern, galten nicht bloß Badens Grobherzog, der fein Land aus trüben Zecken zu blühender Wohifahrt geleitet, nicht bloß dem rcklerckchen Feldherrn, den das deutsche Heer als Generallchersr.cn der Kavallerie und als Arineeinspekteur mit Stolz den Seinigen nannte,^ dem sinnigen Förderer des V)erkes des Friedens, der Künste und Wissenschaften, sie huldigten vor allem dein hoclcherdienten Bundcsfürstcn, der als einer der letzten aus der Hcldenzeit des jungen Reiches, als Eidam des ersten großen Kaisers, als Schwager Kaiser Friedrichs, als Mitstreiter und Mitaroerter für Deutschlands politische Einigung allen Patrioten ans Herz gewachsen war. Ten getrciien Eckart unseres Volkes hat man, ihn genannt, weil er nicht müde wurde, dem jüngeren Geschlecht die Mahnungen einer großen Vergangenheit lebendig zu erhalten durch sein Wort, durch sein Walten, durch semq ehrwürdige Herrscyergestalt. So lebt er in den Herzen seiner Badener, die ihren Großherzog Friedrich nicht vergessen werden^ und im Gedächtnis der gesahnten Nation. Möge es in ernstem Stunden dem deutschen Volke nie an Fürsten von der_ Hin-s gebung an die nationale Sache, von der Treue, Tatkraft niiin Weisheit fehlen, als deren Verkörperung Friedrich von Baden' in unserer Geschichte leuchtet."
Tic „N o r d d. A l l g. Z t g." schreibt: Seit jenen großen; Tagen gewaltigster und nationaler Erhebung sind nahezu vier Jahrzehnte in die Vergangenheü hinabgerauscht. Auch in dieser Zeitspanne hat unser Volk Großherzog Friedrich immerdar auf hoher Warte gesehen, wie er als unermüdlicher Mahner Mid Warner immer wieder seine Stimme gegen jede Verdunkelung der nationalen Idee erhob, in deren Dienst er sich sein Leben lang gestellt hatte. Nunmehr liegt sein herrliches LebenöwerS Abgeschlossen vor den Augen der Nation und der Welt dar.. Reicher Segen ruhte auf der fünfeinhalb Jahrzehnte umfassenden Regierung dieses ausgezeichneten Fürsten, der die ganze Fülle von Gaben des Geistes und deS Gemüts, die ihm vow der Vorsehung zuteil geworden waren, dem Wohle des badischen und des deutschen Volkes geweiht hat. Mit der erlauch-en; Großherzogin-Witwe und dem Großherzoglichen Herrfcherhause ist der Kaiser und sein Haus durch das Älbleben des innig ver^ ehrten Oheims und treuen Freundes in tiefe, Trauer versetzt worden. Und vereint mit dem badyä-en Volke steht trauernd dies ganze Nation an der Bahre eines der edelsten deutschen Fürsten^ dessen Andenken nicht verblassen wird, solange unser Volk sich selbst treu und der unvergeßlichen Kämpfe für Deutschlands Größe und Wohlfahrt sich würdig erweist."
Die „Kreuzzeitung" schreibt: Mit dem Großherzogtuntz
elegraphisch gemeldet, am Samstag früh kurz vor 9 Uhr in. Zehn Minuten später wurde er durch das Oberhof- narjchallamt den Hofstaaten kundgegeben. Die Nacht war uljig verlaufen, nur schwache Atemzüge verkündeten noch
Leben. Um 73/4 Uhr morgens erkannten die Aerzte,
Stndttheatcr.
Das WinLermärchen.
Von Shakespeare.
Mutbeseelt, nicht scheuend den Flug in erhabene Licht- hohen, gab uns Herr Direktor Steingoetter zu Beginn der Spielzeit im neuen prunkenden Hause feierliches Geleit ins prangende Reich des obersten Meisters des Dramas. Brausende K'iensche'ngeschicke und göttlich-fessellose Heiterkeit, güldene Weisheit und quellende Fülle des Lebens, klingende Freude und wühlende Leidenschaften blühen im Wunderlande Shakespeares in buntschillernder Mannigfaltigkeit. Vor zwei Jahren wars, als im alten bescheidenen Musenheim an der Wallthor- straße die neue Spielzeit eröffnet wurde mit der Tragikomödie des Juden von Venedig, die ein ausgelassenes und hohes Genießen prunkumgebeiur Renaissancemenschen überquillt. Und ein märchenhaft-phantastischer Zauber im verbitterten Ernste wie im idyllischen Scherze breitet düstere und frühlings- silbcrn glitzernde Schleier über die utopisch springende Fabel des »Wintermärchens".
Shakespeares Alterskunst wohnt gern in einem märchen- hasien Tranmland, in dessen luftige Regionen der verworrene Lärm des Lebens nur gedämpft hereinklingt und in dessen leichterer Luft auch die tragischen Dinge gelinder, freier sich vollziehen und alles endlich in ein weisheitsvolles Spiel sich auflöst. „Ein traurig Märchen paßt für den Winter gut", sagt der Knabe Dtamillius. Ein düsterer, ivahnbetörter König stößt sein holdedles Weib in den Kerker und eine Dame vom Hofe schwört, daß der Gram um den Tod ihres SohneL ihr selber den Tod gebracht habe. Furchtüberschattet fliehen die schuldlos Versolgten auS dem Bereiche bösen Argwohns. Tie brauenden Wolken heben sich von der Erde, das Univctter, das Menschen und Schisse verschlang, läßt nach und freundlich blauer Himmel tut sich auf; idyllisches Schäferleben, süßer Hauch der aujivachendcn Natur, die Freuden des Frühlings lösen den Wiiiter ab. Jsts traumhaftes Wunder oder gehts nut realen Dingen zu, daß die unschuldsvolle Königin wiederkehrt? Wir wissens nicht. Doch nehmen wie mit Ehrfurcht wahr, daß dec alternde Dichter an die heilende Kraft der Zeit ßlaubt, die er als Chorus in die Dichtung einsührt. Das $l(tcr, so lehrt uns der Dichter, sänftigt das Blut und träufelt milde Versöhnlichkeit in unsere Adern. Was jähe Jugend uns in hitziger Torheit verlieren ließ, giebt uns das unserer Frühzeit sich wehmiitsvoll geklärt erinnernde Alter mit liebenden Händen wieder. Die vorn wildblütigen Jüngling verjagte und vielleicht gestorbene, von dem Manne jedenfalls verlorene Hermione kehrt dem Alternden zurück als Freierin um die Liebe deS reuig Würdigen. Und aus ihres KnrdeS Haupt erfleht sie die Griade dec Götter.
Montag 3.0. SePteM^es WO7 Be-ugSpretSr
Nach stürmischem Jugendlenze, der uns törichte Ntenschcn ost winterhart macht, erblüht in unseren Herzen, wenn in unsere Haare winterlicher Schnee sich mischt, ein köstlich linder Alters-Frühling, der uns verscherztes Jugendglück wicder- bringt.
Das ist, wie mir scheint, des „Wintermärchens" tiefer Sinn, dieser, nach Oechelhäusers Vermutung, letzten dramatischen Arbeit Shakespeares, den wir zuletzt, von trotzigem Pessimismus befreit, versöhnt mit der Welt sehen.
So legte der Urheber der ^ungeheuren Bücher des Schicksals", wie Goethe sie nannte, in milder Resignation seinen Zauberstab nieder.*)
Eine Sammlung gedankenreicher, meist dramaturgischer Abhandlungen, vereinigt unter dem Titel »Ter Weg zur Form" (Verlag von Julius Bard, Berlin 1906) von Paul Ernst, einem feinsinnigen, hohem Neuidealismus zustrebenden Poeten, dessen dramatische Dichtungen auch auf unserer Bühne eine Heimstätte finden sollten (ich nenne vor anderen die llomödien ,Eine Nacht in Florenz", .Ritter Lanval" und „Der Hulla") enthält eine geistreiche Studie über „Lear", dessen furchtbare Tragödie nach den Verheißungen der Direktion uns demnächst auch erschüttern soll. Ernst sagt u. a. ganz richtig, daß Shakespeare immer unfrei gegenüber seinem Stoss ist. Alle grundlegenden Fehler seiner Vorbilder, so dcduzirt Ernst, ein fcharser, aber ernsthafterer Kritiker Shakespeares als Tolstoi, nimmt er mit, denn an der Grundlage rührt er nie; da jeder Fehler der Konstruktion aber nachher an seinen Stellen sich zeigt, so wird überall vertuscht, durch NUttel, welche erfahrungsgemäß Bühnenwirkung haben. Die hauptsächlichsten dieser Mittel sind die Nebenhandlung, bezw. Episode, und das, was Ernst ganz richtig „dramatische Lyrik^ nennt.
So hat auch Shakespeare mit wundersamer Sorglosigkeit die Zeit und die Oertlichkeit seines „Wintermärchens" aus seinem Vorbilde herübergenom:nen. Dieses Vorbild schon, eine Erzählung seines einstigen Todfeindes Robert Greene, hatte Böhmen an die See verlegt, den Gatten einer Tochter des Kaisers von Rußland das Delphische Orakel befragen lassen, hatte gleichzeitig Giulio Romano, den hervorragenden Schüler Rafaels, zum Bildhauer gemacht rc. Und Greene war Professor an der Universität Cambridge! Dieser also hatte sich bereits von allen Rücksichten auf Geschichte und Geographie losgetettct, Shakespeare aber fügte GreeneS wunderlichem Roman aus eigener Phantasie nur eines zu, daS beste: das der quellenden Natur abgewonnene Fest der
aß das Ableben nahe sei. Die großherzogliche Familie Ausnahme der hochbetagetn Prinzessin Wilhelm betrat
r ffufccr GonniagS.
«fSSSBS -LM'-sr »lÖfttr viermal in der nroche t'eiqrlegt und io^mlalwöchenllrck)daS irci$blatt fSr den Kreis yteken. Fernfprech-An- chllckf.d.Ned.cktwnI13 lierlaq u.ExpedMon bl ibrtfle für Devefchen: -lu-etger Gtcßcn.
rmiahme m Anzeigen ür tue Taqesnummer vormittags 10 Uhr.
Schafschur, eine Partie „dramatifcher .Lyrik", m der des, Dichters eigenstes Herz schlägt.
So spielt denn also dieses Drairia im Klima des Wtmder- barcn; seine Figuren muten uns an wie au5 einer buntem Spielzeugschachtel für Götter entnommen. Es ist eine Gaukele und Seifenblasenwelt, aus blühendem Spieltrieb wundersam' in die Luft gehaucht. Jeder individualisierende Zug i|t bei den Trägern der Handlung vermieden, werden sie doch vom Märchen getragen.
Gewiß, es ist, um ein Goethe'sches Wort zu gebrauchen^ ein Stück in Stücken; daS Wesentliche des Inhalts scheint^ bei aller Phantastik in Einzelheiten, recht realistisch. Trotzdem aber bleibt es daS poetischste aller Ausstattungsstücke mit seinem lyrischen und märchenhaften Melodienreichtum.
Es war, wie gesagt, ein außerordenlliches Wagnis, gleich', beim Saisonbeginn mit einem zum größten Teile neuen unb: unerprobten Ensemble den Gewaltigsten aller Gewaltigen, und noch dazu eine von dessen szenisch schwierigsten Dichtungew meistern zu wollen. Mit Furcht und Hoffnung betrat man' darum am Sonntag das neue Haus.
Die Regie hatte mit Recht von der Wiedergabe dein nun fast 50jährigen Dingelstedt'schen Bearbeitung abgeschen^ die in ihrer rationalistischen Verschämtheit Böhmen in Arkadien verwandelte und die meisten der märchenholden Anachronismen auSgemerzt sehen will. Sie hatte sich mehr an das Shabe-' speare'sche Original gehalten, bei Beschränkung des muftka- lq'chen Teiles auf ein Mindestmaß. Die bunte Reihe der vow Herrn Direktor Steingoetter mit großem Geschick angeordneten und auf lebhafteste Wirkung berechneten ernsten und heiteren- Szenen, die daS Werk umfaßt, zog an den Augen der Zuschauer vorüber wie eine Wandeldekoration zu dem Flusse der Erzählung. . . ,
Ein so leicht und seltsam phantastisch gefügtes Spiel nut; so außerordentlichen Ausstattungsmöglichkeiten ist freilich ein* Fund für eine mit neuen reichen Schätzen versehene Regie.-. Hier können flüchtig hingeworfene Szenen farbig geschnnickt^ gewissenhaft ergänzt werden. Wo des Dichters psychologische Schärfe versagte, springt der gut instruierte Schauspieler mit, hundert Gesten und Grimassen ein. Am Wort darf man: nichts andern, doch geschickte Bereicherung durch stummes Spiel ersetzt, was das Textbuch verweigert. Und was dasi wichtigste ist, hier können Verbindungen geschaffen werden, bi^ erst den rechten Zusammenhang Herstellen 1 ....
Es steckte auch viel feine Arbeit in den bunt wechseln-^ den, durch eine bewunderungswerte reiche Ausstattung und 5lostümierung unsere Augen aufs höchste ergötzert- den Svenen, die nach der Forderung des Gedichtes aus- antiken Grrurdzügen der Ausstattung ins Dturch en Haft-Phantastische hinüberspielen. Von besonderer Wirkimg tvar das-,
ich die Minister v. Dusch und Freiherr von Marschall, 'wjutanten r'.nd die persönliche Bedienung. Der Präsident Oberkirchenrates Dr. Helbing trat zu Häuptcn des nettes unb sprach einige Bibelwvrte. Während herrlicher Sonnenschein das Nebenzimmer durchleuchtete, hauchte yrieorich von Baden seine edle Seele aus. Nach der Be- nmmung der Großherzogin verbleibt die Leiche so lange m Sterbezimmer, bis sie der heute nachmittag eintreffende crouprinz von Schtveden gesehen hat. In dem ganz ein- achen Raume halten Leiblakaien bis dahin die Wache. <in Kruzifix steht auf dem Tisch. Blumen sind über die Bettdecke gestreut. Das Antlitz zeigt tiefen Frieden. Morgen indet die Einbalsamierung durch die Aerzte statt, die den ^roßherzvg in seiner 5lrankheit behandelt haben, dann wfvlgte die feierliche Aufbahrung in der Schloßkapelle. Nontag abend 6 Uhr wird die Leiche mit dem Bodenseeschifs ^Kaiser Wilhelm" nach Konstanz überführt; von dort er- olgt die Weiterbeförderung mit der Eisenbahn nach Wlsruhe.
Die Kunde vom Tode des Großherzogs.
Konstanz, 28. Sept. Als die Kurlde vom Tode des Großherzogs gegen 9 Uhr hier eintraf, wurde in den Schulen Der Unterricht geschlossen und gleich darauf ertönte die große Glocke vom Münster und bald sielen sämtliche Kirchen- glocken in das allgemeine Trauergeläut ein. Alle im Hasen liegenden Schiffe hatten Halbmast geflaggt.
Karlsruhe, 28. Sept. Kurz nach 1/210 Uhr, als die Nachricht vom Tode des Großherzogs Friedrich hier 2111 traf, läuteten Glocken und bald darauf hatte bie Stabt Trauerschmuck angelegt. Das Staatsministerium 0rächte den Tod des Großherzogs durch ein Extrablatt der Karlsruher Zeitung" zur öffentlichen Kenntnis. Sämtliche öffentliche Lustbarkeiten und Festlichkeiten unterbleiben. Das Hoftheater hat bis auf weiteres geschlossen. Tie Hoftrauer ist laut amtlicher Bekanntmachung in
monatlich 75 Ps^ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- tu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch dlePostMk.L—oier^l- fährt, ausfchl. Bestellst.
ßeilenprcift: lokal 15Ps^ auswärts 20 Pfennig.
Verantwortlich
w-ef -r — lür den polüifchen Teil:
Senera!-N:z-!ger f->r Ghertzeßeik MW
l!otation;druck und Verlag der vrühl'schen Unlo.-Vuch- und SteinörudtreL H. Lange. RedaMon, Expedition und Dntderd: Schniftrahr 7. Anzeigenteil: H. Beck.
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