•• In Amerika verstorbene Hessen. Heinrich Pfaff aus Harbach bei Grünberg, 84 Jahre alt, 311 Palmyra, £)nt. — Frau Elisabeth Zubrod, geb. Nisch, aus Rcichen- bach i. £>., 88 Jahre alt, zu Westmont, Pa. — Johs. Junker aus Kriegsheim, 83 Jahre alt, zu Poscy Co., Jnd. — Frau Marie Margarethe Hirschel, geb. Witlmann, aus Schaafheim, 89 Jahre alt, bei Wilson Creek, Wash. — Elias Bach aus Badenheim, 81 Jahre alt, zu Ncwyork. — Konr. Stau bus aus Schiffclbach (Kreis Kirchhain), 71 Jahre alt, zu Daschwood, Ont.
dl. Langsdorf, 28. Aug. Der gestern gebrachten kurzen »telegraphischen Notiz ist noch folgendes nachzutragen: Die.Verunglückte ist die 16jährige Tochter des Landwirts Heinrich Pauly. Sie wollte an der Dreschmaschine behilflich sein und geriet hierbei in die Trommel, die ihr das rechte Vein unterhalb des Knies abriß. Zwei Aerzte aus Hungen wurden telephonisch herbeigerufen und legten einen Notverband an, worauf die Verunglückte in die Gießener Klinik gebracht wurde.
X Bad-Nauheim, 28. Aug. An den Badehaus- Neubauten Nr. 9 und Nr. 10 herrscht jetzt wieder eine sehr rege Bautätigkeit. Das Badehaus Nr. 10, das an die Ufa grenzt, ist im Rohbau ziemlich vollendet, während Nr. 9 schon im inneren Ausbau begriffen ist, es soll im Laufe des Herbstes und Winters gänzlich vollendet werden, um mit Beginn^ der Saison 1908 in Benutzung genommen zu werden. Es ist in seinem nordöstlichen Flügel zweistöckig und enthält hier Wohnungen für die Beamten. Die Waudelgänge des neuen Badehauses schließen sich an die des Badehauses 8 Nord an. Das zwischen Badehaus 9 und 10 noch stehende Badehaus 1 wird im Herbst abgebrochen. Die Badehausneubauten werden in den nächsten Jahren fortgesetzt, bis sämtliche Häuser sich in Huf- cisenform um die drei Sprudel gruppieren.
□ Ruppertenrod, 28. Aug. Die Frau eines hiesigen Landwirts befand sich auf dem Erntewagen, um Korn aufzuladen, als plötzlich die Fahrkühe anzogen. Durch den Ruck stürzte die Frau vom Wagen herab und brach einen Arm.
A Aus dem Vogelsberg, 28. Aug. Von einem frühen Wegzug unserer Zugvögel wurde verschiedentlich berichtet. Bei den Schwalben ist nichts von einem derartigen Nückstrich zu bemerken; noch sind die Nester voN Jungen. Dabei sind die Schwalben recht zahlreich vorhanden. Rechnet man dazu die Jungen, so ergibt sich ein recht stattliches Schwalbenheer, das dem italienischen Vogelfang leider wieder teilweise zum Opfer fallen dürfte. Eine eigentümliche Erscheinung des Vogelsberges ist das Fehlen der Stare in unserem nordwestlichen Talgemarkungen .^während des ganzen Sommers. Während diese Strichvögel sonst die Vogelkirschen in kurzer Zeit pflückten, ist bis heute kein einziger Starschwarm zu erblicken gewesen. Vielleicht berichtet jemand über den gegenwärtigen Aufenthalt derselben.
Büdingen, 28. Aug. Am vergangenen Sonntag war der Musketier Klein von der 2. Kompagnie des 81. Infanterieregiments in seinem jetzigen Quartierort Wolf bei Büdingen in angetrunkenem Zustande aus einer Wirtschaft nach Hause geschafft worden; er schlug dabei einem anderen Musketier von der 11. Kompagnie ein Bierglas derart auf den Kopf, daß dieser schwerverletzt ins Frankfurter Militärlazarett gebracht werden mußte. Aus Furcht vor der Strafe schoß sich Klein gestern mittag mit einer Platzpatrone aus seinem Tienstgewehr ins Herz und war sofort tot. (Frkf. Ztg.)
R. B. Darmstadt, 28. Aug. Die Klagen über den Mangel an weiblichen Dienstboten werden immer lauter und besorgniserregender. Tas zeigen besonders die Zahlennachweise der Darmstädter Zentralanstalt für Ar- beits- und Wohnungsnachweis. Bei der Dienstbotenabtei- lung waren im Jahre 1906 630 offene Stellen und 351 Dienstsuchende mehr angemeldet als im Jahre vorher zur Anmeldung gelangten, und die Zahl der in dieser Abteilung tatsächlich zustande gekommenen Vermittelungen 6einig 703 gegen nur 464 im Jahre 1905. Wie groß der Mangel an weiblichem Dienstpersonal in Darmstadt ist, geht daraus hervor, daß das heutige Verzeichnis des Zentralarbeitsnachweises 72 gesuchte weibliche Arbeitskräfte, darunter 55 Dienstmädchen, ausweist, während im ganzen nur 18 Mädchen Stellen suchen. Auch ein Zeichen der Zeit!
Darmstadt, 28. Aug. An den Wettbewerb^ um die Erdbewegungsarbeiten usw. für den neuen Zentralbahnhof in Darmstadt beteiligten sich 21 der ersten deutschen Baufirmen. Tie Forderungen lagen zwischen 1584 595 Mk., welchen Betrag die Firma Möller in Mannheim forderte und 2 649 730 Mk., die von der Firma Sprickendorf in Berlin verlangt wurden. Der Preisunterschied zwischen dem Niederst- und dem Höchstfordernden beträgt demnach 1065135 Mk. Nach den von der Eisenbahnverwaltung festgesetzten Bedingungen müssen die Arbeiten am 1. Juli 1910 vollendet sein und muß sich jede Firma verpflichten, für jeden Tag der späteren Fertigstellung eine Konventionalstrafe von 200 Mk. zu bezahlen, welche Summe allwöchentlich der Kasse der Eisenbahndirektion zuzuführen ist. Die Gesamterdbewegung beläuft sich auf 1400 000 Kubikmeter. Tie Ausführung des Bahngleises wird in derselben Weise wie bei der Umführungsbahn Mainz-Mombach-Bischofsheim zur Ausführung kommen. Es wird kein Gleise das andere überkreuzen, sondern die nach allen Richtungen hin führenden Bahngleise werden auf Ueberfuhrungen oder Unterführungen geleitet werden, weil dadurch die größte Sicherheit für den Bahnbetrieb gewährleistet wird.
O f fe n b a ch , 28. Aug. Heute nacht ist nach der „Off. Ztg." Oberstadtsekretür Max Schmitt infolge eines Schlaganfalls plötzlich aus diesem Leben abberufen worden. Der trotz seiner 72 Jahre rüstige Beamte hatte gestern noch den Tag über Dienst getan. Herr Schmitt war am 8. Juni 1835 zu Gießen geboren. Nachdem er sich durch seine Tätigkeit bei dem Landgericht Groß-Umstadt und bei der Polizeiverwaltung Gießen die Grundlagen für sein späteres Wirken geschaffen, trat er am 1. Mai 1866 in den Dienst der Stadt Offenbach. Hier erwarteten ihn durch den Krieg und die durch ihn hervorgerusenen Umwälzungen große Ausgaben. Seine Arbeitskraft ward ihrer bald Herr, und er war in der Folge bis zur Einführung der Städteordnung im Jahre 1874 die Hauptstütze der Verwaltung. Auch nach Eintritt der Berufsbürgermeister in die Stadtverwaltung Offenbachs blieb ihm noch ein großes Betätigungsfeld. Insbesondere war er auf dem Gebiete des Armenwesens in hervorragender Weise tätig. Die in den ersten Jahrzehnten nach Wirksamkeit des Unterstützungswohnsitzgesetzes zutage getretenen Streitigkeiten der Armenverbände fanden in ihm einen Meister, und viele von ihm erfolgreich durchgeführte Prozesse bilden noch heute für seine Mitarbeiter eine Quelle der Belehrung, wie denn überhaupt in Bezug auf die Heranbildung eines tüchtigen
Nachwuchses in der städtischen Beamtenschaft der Verstorbene sich große Verdienste erworben hat. Daß ein solcher über 40 Jahre im Dienst einer Stadt stehender Beamter, dessen Wirksamkeit gerade auch in eine Zeit der größten Umwälzungen auf öffentlich rechtlichem' Gebiete fällt, selbst seinen Vorgesetzten in manchen Fragen ein gern gehörter Mitarbeiter und Berater war, ist begreiflich. Hervorgehoben mag noch werden, daß er jederzeit ein warmes Herz für die Armut hatte und viel zur Linderung der drückendsten Not tat. Auch stellte er stets seine reiche Erfahrung auf allen Gebieten der Verwaltung gern dem Ratsuchenden zur Verfügung. Neben dieser Arbeit fand der Verewigte noch Zeit, sein Wissen und Können anderen Korporationen zur Verfügung zu stellen; es seien hier nur seine Verdienste um d'ie katholische Kirche hervorgehoben. Dem Vorstand der katholischen Gemeinde hat er 36 Jahre hindurch angehört- Die Verdienste des Verstorbenen sind von der Stadtverwaltung zu verschiedenen Malen anerkannt worden. Auch der Großherzog hat im Jahre 1901 den Beamten durch einen Orden geehrt.
N. B. Lampertheim, 28. Aug. Bei den blutigen Kämpfen und Messerstechereien zwischen Bürstadter und Lampertheimer Burschen, die am Sonntag auf der Ortsstraße hier stattfanden, ist der Fabrikarbeiter Martin Salomon II. aus Lampertheim, der zwischen den Streitenden Frieden stiften wollte, so schwer verletzt worden, daß für sein Leben gefürchtet werden muß. Die Messerhelden stachen blindwütend auf ihn los und brachten ihm schwere Verletzungen in der Schulter und am Kopf, besonders im Gesichte, bet. Die vier verhafteten Messer-« stecher sind sämtlich junge Burschen und zwar der 18 jähr. Jakob Kilian, der 17 jähr. Josef Held, der 18 jähr. Heinrich Haus und der 16 jähr. Peter Herle. Letzterer ist von seinen Kameraden mit dem Messer so arg zugerichtet worden, daß er ebenfalls, wie Salomon, in das Darmstädter städtische Krankenhaus geschafft werden mußte.
8ck. M ör len b a ch i. O., 28. Aug. Der im Februar d. I. nach der plötzlichen Ermordung der Elise Dörsam, zu der er in Beziehungen stand, spurlos von hier verschwundene Landwirt Gölz soll sich nach einem der Gendarmerie zugegangenen Fahndungsblatt, in dem die Photographie ausgenommen ist, in dem bekannten Kurorte Berchtesgaden in Bayern befinden. Durch die dortige Polizei wurde nämlich ein arbeitsloser Landstreicher ohne Papiere aufgegriffen, der nähere Angaben über seine Herkunft 2c. fortgesetzt verweigert. Auf Grund der in deni Fahndungsblatt veröffentlichten Photographie glaubt nun die Gendarmerie in Mörlenbach, ebenso wie einige Einwohner, daß der Bursche mit Gölz identisch sei.
h. Franks u r t a. M. 28. August. In der T 0 t s ch l a g s - Affäre R i tz e l ist noch zu melden, daß die Kriminal-Polizei gestern vormittag den 1884 in Frankfurt geborenen Anstreicher Nud. Louis Wolf in seiner Wohnung in der Wiesenstraße verhaftete. Wolf hat Ritzel nach kurzem Wortwechsel auf der Straße mit einem Spazierstock einen Schlag über die rechte Schlafe versetzt, der dessen Tod herbeiführte.
sj M a r b u r g, 28. Aug. Ter Geflügel- und Kaninchen- zucht-Verein für den K^reis Marburg veranstaltet aus Anlaß seines 30jährigen Bestehens am 27., 28. und 29. Sept, d. I. in dem in unmittelbarer Nähe des Südbähnhöss gelegenen Restaurant Schützenpfuhl eine große allgemeine Geflügel-Ausstellung, verbunden mit Kaninchen- schau und Verlosung.
Neichsgerichtsbriefe.
(Nachdruck verboten.)
I. S. Leipzig, 21. Aug. Schädigung durch Fabrikabwässer.
Vier Wiesenbesitzer haben gegen die Papier- und Zellulose-Fabrif Steinbock zu Frankfurt a. O. Klage auf Schadenersatz wegen Verschlammung ihrer Wiesen durch hie Fabrikabwässer der Beklagten erhoben. Letztere betreibt in Sarrdow eine Papier- und Zellulose-Fabrik. Die Abwässer derselben gelangen in die Pleiske, einen Privatfluß und Nebenfluß der Oder. Bei den Hochwassern der Oder tritt das mit Fabrikabfällen gesättigte Wasser der Pleiske über und läßt auf den zwischen Oder und Pleiskebrücke gelegenen Wiesen der Kläger eine Schlammschicht zurück, welche den Graswuchs stört. Die Kläger verlangen deshalb einen Schadenersatz von insgesamt 2137.50 Mk. und zugleich Feststellung, daß die Beklagte auch den noch weiterhin durch ihre Abwässer entstehenden Schaden zu ersetzen habe. Die Beklagte beruft sich darauf, daß sie ihre Abwässer bestmöglichst reinige und daß die Klüger den Schaden eldst hervorriesen oder doch vergrößerten, indem sie ihrer Näu- mnngspflicht nicht nachkämen und den Schlamm nicht rechtzeitig entfernten.
Das Landgericht Frankfurt a. O. hatte nach den Anträgen der Kläger entschieden, während das Kammergericht zu Berlin auf die Berufung der Beklagten die Schadenersatzansprüche der Kläger abgewiesen hat und die Beklagte nur verurteilte, bei ihrer Zellulose-Fabrik Einrichtungen herzustellen, welche die benachteiligende Einwirkung der Abwässer auf die Grundstücke der Kläger ausschließen, und soweit dies untunlich, oder mit einem gehörigen Betriebe unvereinbar sei, die Kläger schadlos zu halten. Auf die Revision der Kläger erkannte das Reichsgericht aber zu deren Gunsten für Aufhebung des kammergerichtlichen Urteils und Zurückverweisung der Sache an die Vorinstanz. Die reichsgerichtlichen Entscheidungsgründe fuhren zunächst aus, daß die Beschädigung der Wiesen nicht durch die Papierfabrik, wohl aber durch die Zellulosefabrik der Beklagten hervorgerufen werde. Da die Zellulosefabrik aber den Schutz des § 26 der Gewerbeordnung besitze, so könnten die Kläger nicht Einstellung des Betriebes, sondern nur dessen unschädliche Einrichtung oder Schadloshaltung verlangen. Der Berufungsrichter habe jedoch den Klägern ein Recht auf Schadloshaltung nur zuerkannt für chen Fäll, daß Schutzvorrichtungen nicht möglich eien, den daneben möglichen Fall, daß sich der Betrieb uu- chädlich entrichten lasse, habe der Berufungsrichter nicht berücksichtigt. Dazu habe der Bernfnugsrichter in ungerechtfertigter Mise nicht nur die Frage, ob die Kläger in diesem Fall Anspruch aus Ersatz der seit der Klageerhebung etwa entstandenen Schäden haben, nschtt nur übergangen, sondern den Klägern einen Ent- 'chädignngsanspruch für diesen Fall in Unklarheit aberkannt.
Vermischtes.
* Es gibt eine Zigarrenkrisisl Die bescheidenen Raucher der Fünfpfennig-Zigarre brauchen aber nicht zu er- chrecken, denn die Krisis trifft nur die Raucher exotischer und kostspieliger Zigarren. Und diese Krisis ist — was scharf- innige Männer vorausgesehen hatten — ein Rückschlag des panisch-amerikanischen Krieges. Die Havanna war ungefähr die einzige Sache, die die Spanier aus Kuba gut zu machen verstanden; man konnte sich auf sie verlassen, wenn man chwarze, schwere, frische und kräftige „puros;t haben wollte. Mit der amerikanischen Herrschaft aber hat sich alles geändert. Die Amerikaner haben auch aus Kuba ihre berüchtigte sinanzielle Spezialität, den Trust, eingeführt, und der Trust
ist dadurch, daß er jeden Wettbewerb unterdrückt, in [ j Lage, alles nach eigenem Ermessen und zu eigenem Nuh r zu fabrizieren; sein Grundsatz ist: schlechte Ware für teur I Geld, und darum ist die Havanna jetzt zwar viel teur, 1 aber darum auch viel schlechter geworden. Eine einigerma^ rauchbare Havanna-Zigarre kostet jetzt ein Drittel mehr, r sie vor zehn Jahren kostete. Nur die Pökelfleisch- — u j Weizenköniqe und nach ihnen — vielleicht noch die Koni im alten Sinne des Wortes können sich rühmen, eine „ci ständige" Zigarre in der Tasche zu haben. Eduard V] I z» V. bezahlt für seine Zigarre bis zu 10 und 12 Mk. p I Stück.
* Bei einer Au tojMo k> i l s a hrt verun glückte l I Baden-Baden die Frau des Düsseldorfer Lotteriekollekter I Schäfer- Tie Frau ist tot, ihr Sohn und ihre Tochter wurd I schwer verletzt- — Auf der Staatsstraße bei Moosburg Niederbayern rannte bas Automobil des Grafen Adolf von Gelder 9 Egmont aus ein Fuhrwerk m£t Langholz- Der Chauffeur Wei I Haupt aus München wurde von seinem Sitz durch das dicke Glc || sensler in das Innere des Wagens' hineingedrückt und starb den erlittenen Schnittwunden.
* Ein Patient, d e r f a st 1 4 Ja hr e se i n e s L e b e 1 | im Wasser zugebracht hat, ist im Krankenhause Braunschweig gestorben. Am 3. November 1894 wurde l I 20 jährige Maurer Schlimme aus Gandersheim, der sich bei ein | Sturze von einem Baume eine Verletzung der Wirbelsäule ? I] gezogen hatte, in das Krankenhaus eingeliefert. Tie Untersuch)!' . ergab eine Quetschung des Rückenmarks an der Bruchstelle ob I oberhalb des Steißbeines, die eine Lähmung der unteren Körp > z teile einschließlich der Funktionen des Mastdarmes und der Bi i| Zur Folge hatte- Die Ausscheidung beider Organe erfolgte völ I bewußtlos und es entstand daher für den Patienten die Gest!« des Turchliegens- Deshalb lvnrde er in ein Wasserbad gele 1 Da Mehrfache Operationen sich als erfolglos erwiesen, blieb nid II anderes übrig, als den Unglücklichen, wollte man ihn am Lei^| erhalten, ständig in einem Wasserbade zu lassen- In einst | badewannenähnlichen Behälter wurde ein Rahmen eingesetzt, < | dem der Körper des Unglücklichen bis über die Magengegend 1 naus ständig von Wasser umgeben ruhte- Tas beständig - st und abfließende Musser wurde durch selbsttätige Reguliern i| stets auf einer Temperaturhöhe von 27 bis 28 Grad Reaumur < .1 halten- Und iit diesem Wasserbade hat Schlimme 13 % '3ai zugebracht; im Wasser hat er gegessen und getrunken, hat er u| arbeitet und geschlafen- Ter Patient befand sich verhältn 'I mäßig wohl in seinem feuchten Elemente: die Ernährung n II gut, und er bekam ein gesundes Anssehen- Tabei entfaltete I eine lebhafte Tätigkeit- Er schnitzte Vogelbauer, trieb von feil Wanne aus eine blühende Kanarienzucht, fertigte Trahtarbeit 1 strickte, webte und erwarb sich bald eine derartige Fertigt, i daß seine Erzeugnisse guten Absatz fanden und er einen leidlid}] Verdienst hatte- Regelmäßig sandte et seiner alten Mutter cii 4 Teil seiner Ersparnisse- Wenn er einmal auf einige Stunden v | dem Wärter auf einem eigens konstruierten Wagen, den er r seinen Ersparnissen sich hatte bauen lassen, im Garten heru gefahren, wurde, spürte er heftige schmerzen, die ihn b || wieder in fein Wasser bad zurückführten- In diesem ist er j > auch gestorben- Es hatte sich bei ihm eine KUiegelenkentzündo S gebildet, ein operativer Eingriff war unmöglich- Es trat heftu 1 Fieber ein, zu dem sich plötzlich akute Tuberkulose Hesel! i die seinen Tod herbeiführte-
* Bremen, 28. Aug. Der erste der vier Fr ach dampf er, welche der Norddeutsche Lloyd beim Brcm Vulkan in Vegesack für den La Plata-Dienst bestellte, d Dampfer „Göttingen", ist gestern nach einer in jeder r ziehung zufriedenstellend verlaufenen Probefahrt von 2 rektor Heinecker im Namen des Norddeutschen Lloyds übt nommen worden. Bei der Probefahrt wurden bei 30> indizierten Pferdekräften 13i/2 Ktioten Geschwindigkeit t reicht. Die „Göttingen" soll am 31. August die erste Re nach La Plata untreten. Die noch im Bau begriffen drei Schwesterschiffe werden voraussichtlich ebenfalls m in diesem Jahre abgeliefert. Die Schiffe haben eine Lau von 136,5 Meter, eine Breite von 16,5 Meter und ei Tiefe von 9,3 Meter; der Raumgehalt umfaßt 5600Bruti registertons, die Tragfähigkeit etwa 9000 Tons.
FQMsliesr-NLrfhvIchten.
Gestorben: Frau Christine Cappeller in Marburg; str Sophie Müller in Butzbach ; Frau Anna Juliane Ward in Notli, Ham; Herr Jakob Müller, Pfarrer, in Westhofen.
Verlobte: Fräulein Cilli Mai in Friedberg mit £)ci William M. Rotschild in Cleveland.
Briefkasten Hev Uedaktion.
(Anonyme C'insendungeu bleiben unberücksichtigt.)
R. A. 391. Militär- und Mariuezahlmeister, Reichsba beamte, mittlere Postlaufbahn (Postassistenten), mittlere Fina und Eisenbahnlaufbahiy Gerichtsschreiber u. s. w.
M. P. 366. Zur Ausbildung als Werftsekretär werben gelassen nicht über 28 Jahre alte Männer, die die Prima en Realgymnasiums (wohl auch einer Ober-Realschule) mindest« ein Jahr mit gutem Erfolg besucht haben, geläufige Kenntnis englischen und frauzösischeir Sprache besitzen, ihrer Rtililärpst genügten, durchaus achtbar und tadelfrei, sowie uon guter Gesu Ijeit sind.
TeJefo-msche
des Giessener Anzeigers, mitge und Industi
frankfurter 36ör
3%°/0 Eeiclisanleihe . . 92.20 3% do. . . 82.10 3ji°/o Konsols .... 92.90 3% do.....82.10
3^°/o Hessen .... 90.90 3^°/0 Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . 87.80 4'/6 % Oesterr. Silberrente 9810 4% Ungar. Goldrente . . 92 70 4% Italien. Heute . . . 103.10 3% Portugiesen Serie I . 65.70 3% Portugiesen „ III 66 50 4 °/0 russ. Staatsaul. 1905 90.85 4%% japan. Staatsanleihe 89.50 4% Conv.Türken von 1903 93.30 Türkenlose......140.80
4% Griech. Monopol-Aul. . 46.50 4% äussere Argentinier . 83.50 3°/0 Mexikaner « . . 60.70
4Chinesen .... 94.60
Aktien:
Bochum Guss..... 207.50
Buderus E. W.....111.75
Tendenz: fest.
Berliner Il^önse, Canada E. B......164.40
Darmstädter Bank . . . 125.40 Deutsche Bank .... 222.70 Dortmunder-Union C. . . 64.60 Dresdner Bank .... 137.10 Tendenz: fest.
E&ursfeeirichte
teilt von der Bank für Ilan ie, Giessen.
se, 29. Aug., 1.15 Uhr.
1 Elektriz. Lahmeyer . . .115 Elektriz. Schlickert . . . IOC ’ Eschweiler Berg-werk . . 207 Gelsenkirchen Bergwerk . 18t . Hamburg- Amerik. PaketL 127 Harpener Bergwerk. . .19:
Laurahütte......219 ||
Nordd. Lloyd.....111 i
Obeischles. Eisen-Industrie 101 I Berliner Handelsges. . . 151
Darmstädter Bank . . . 12."
Deutsche Bank . . . , 22: |
Deutsch-Asiat. Bank . . 14* I Diskonto-Kominandit. . .16
Dresdner Bank . . . - ll Kreditaktien.....19! II
Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn .....9
Gotthardbahu . ... • ~ II
Lombard. Eisenbahn . . 3' >
Oesterr. Staats bahn . . . 13!1 Prince-Henri-Eiseubahn . 12 f
9. Aug. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . .19
Laurahütte . . . - 21 J
Lombarden E. B. ...31
Nordd. Lloyd.....11 I
Türkenlose .....H l


