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30.9.1907 Erstes Blatt
 
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4?SL baäK SMrze Deutsche Reich trauern-

Der neue Großherzog.

Friedrich, v. Dusch.

Die Aufbahrung der Leiche.

, C0* r -3 bitu n g" schreibt: Wir können heute an

der -oahre (Friedrichs von unserem Standpunkt aus gcnriß nicht «lieg als zum besten bestellt ansehen im badischen Lande. Wenn Nur aber övttiäblicken auf den Anfang seiner Regierungszeit, so wäre es blinde Torheit, die großen Fortschritte, die das ^and umer seiner Regierung auf allen Gebieten gemacht hat, leugnen zu wollen. Und wenn es auch öde Byzantinerei wäre, *XI;, Verdienst tur_ alles Errungene ihm persönlich allein zu- zuichreloen, so muh doch gerechter Weise anerkannt werden, daß er ehrlich und redlich nach Beftem Wissen und Können daran mitgearbei.et hat. Besonders muß ihm hoch augcrechnet werden vad unter ihm das geistige Leben volle Freiheit der Ent- genossen hat. Strasprofessureu gibt cs an den bad.

Hochschulen nicht, und mit Recht konnte sich der Verstorbene dereing einem Heidelberger Professor gegenüber rühmen, daß ' Gerung nie ein Eingriff in die Forschungs- und

Lehrfreiheit auch nur versucht worden ist. In Baden ist die Wgsenschaft _unb ihre Lehre wirklich frei, C** _

tn der Lergassung steht. Möge es auch in alle Zukunft so bleiben.

~lc Germania" bemerkt: Seinem Lande Baden ist der nun verewigte Grogherzog Friedrich seit mehr als 50 Jahren mn verehrter Herrscher gewesen; leider hat er es aber nicht

rül halten vermocht von langen und inneren schweren Krisen VÄc.^ob0enostörungeu. Ter revolutionäre Aufftand der Jahre 1848/4^, der ihn zum Verlassen des Landes gezwungen hatte, war Mar mit preußischer Hilfe niedergeschlagen, aber das Land bOim Sinken des Wohlstaiides in schwierigster Lage. Um kleinliches Polizeiregiment konnte nur mühsam das unter der Asche weiterglimmende revolutionäre Feuer niederhalten, und die Segensmacht der Kirche, zeitweilig zur Beruhigung der Gemüter zu Hilfe gerufen, seufzte unter den Fesseln einer bis in ihr innerstes Lebensgebiet hineingreifenden bureaukratischcn Bevor-

un9- , Kubische Kulturkampfgescygcbung der siebziger wurde in Baden von der liberalen Regierung und einer lwer alen Kammermehrheit rezipiert oder nachgeahmt, mittels einesAltkatholiken -Geiches suchte man die katholische SHrdic tn Baden ganz auszutilgen. '

m r..^f j n e r Tageblat t" benierkt: Das schon lange Befürchtete ist eingetreten. ttnd so hat er denn auch sein teures, ehrwürdige!- Haupt zur Ruhe gelegt, er, der Ritter ohne Furcht um>. -Laoei, die Ehre und Zierde des deutschen Volkes und des deutsaien Fürstentums, der letzte unter denen, die wir als Gründer des Reiches verehren, der Fürsten, die Kaiser Wilhelm an dem großen Tag von Versailles umstanden. Wir müssen . "P?r r?'1;aiieL erP lassen, doch neben sie recht sich auch ,

die stolze Freude: er war unser, ein Vorbild der höchsten Ziele ' nnö des tapfersten Wollens ftir jedermann, ein bleibendes Gut ' für die Nation. ' !

yuumnehrige Großherzog Friedrich II. von Baden hat, wie bereits erwähnt, am 9. Juli ps. Js. ' ' - - - Lebenswahr vollendet. Im Atter von 18 Jahren

O-^ten unb hatte dort erschüttert ^suinant, im Grenadieeregiment 100 ernannt, am 18. Ott ;an$e Zeit allem verweilt. Ein Eichensara, der den Jink- rt la suite des 1. Garde-Regiments z. F. und des far9 ausnehmen sollte, war bei einem Tischler in Konstant und nachdem er um 22. MSr, 18Ü1 zum I bestellt worden. Der A.iftrag wurde zu-üclgezvgen d° der

yciniqc reanvcSIchrervcrein hat, roi

ns ?1,s geweidet wird, für das Claus nid.

4 C11 m ^.rItU Cmcn Lorbcerkeanz mitWidvmng gcfliftct

, 7>xt wruppcinvasscr. Versorgung Bad. Nauheim und H-ricdberg usw. wird, wie schon kur, initgeteilt wurde, am nächsten Samstag in feierlicher Weis! crostnct werden. Aicher den drei Ministern Ewald, Gnautt und Braun werden zahlreiche Ehrengäste an dec Feier teil, nehmen. Die ^cstgeiellschast vcrsaminclt sich hier an, Bah». Hof und begibt sich von dort UN, 8 Uhr 15 Mm. vormittag m einen, Sonderzugach Grünberg, wo um 8 Uhr 52 Ma, btc Shihintt ctrolgf. Auf dort bcrcitsiehcnden Wagen wird nach den, Quellgebict bet Lauter gefahren, wo un, 9>/, Uhi d e ElnweihungSfeler vor sich gehen wird. Nach Beend,guna "nFldöügIIng dec Anlage wird mit Wagen nach der Gtativn ^ctterseld (Bahnlinie Mücke-Hungen) gefahren etwa12 Uhr C li%nbCl'-?0J'bcl"iUi1' dcfsen Abfahrt füi cwa 12 Uhr vorgesehen ist, d,c Teilnehmer nach Bad. Rauhci m. bringen wird. Dort wird zunächst der Hoch, bchattcr aus dem Golbstein besichtigt und um 3 Uhr witt cm Festessen uu Kurhaus den Schluß der Feier zur Eröffnung der für zahlreiche oberhcsistche Gemeinden hochwichtigen Gruppen-Was,crvcrwrgnngsanlagc bilden. In Lauter trifft man bereits umfassende Vorbcrcitnngen für die Feier. Der Ort wird reichen festlichen Schmuck tragen und an den Quellen werd eist" ^"nahme von Erfrischungen aufgestcllt

nationalen GcdanlenZ. Allen voran Ketraunt ba» deutsche Kauer- und Körugsyaus feinen treuesten Ander- wandten und, Bundesgeiwssen. Am schmerzlichst^ wird un « Kaiser mit ferner hohen Gemahlin getroffen von den, Tode des letzten Paladins Kaiser Clnäisc Tochter nun einsam thront

,6 Ict,cnbi9 Erinnerung an die Tage des Werde- <gnng^ zur Einigung Deutschlands.

. Leiter bemerkt dieTägliche Rundschau"- Kaum der deutschen Bundesfiirsten ist es in so reichem Maße, 22L nun ^brewlgten Groß Herzog, beschieden gewesen, wett über die engeren Landesgrenzen hinaus ehrliche Sympathien bei alt und iung zu finden. Das lag daran, daß ^Friedrich utt? inra- ü6e.r balbhundertfähriger Regierung als Fürst

'Schlichtheit^'e?g^e G^arcftcr öon seltener Reinheit und

r-l ional-Z citnng" läßt sich folgendermaßeii aus: , V sp sa -S?4 Pn einen chrer besten Söhne. Mit Friedrich stärkste Band zerrissen, das das gegenwärtige <? ^bendig Mit der großen Werdezeit des Reiches i^'f'-upsie- Dre Verdienste, die der Großherzog sich in raft- 1"|LL chweit, rastloser Hingabe um die Gründung des Reiches erworben hat, kennt ;edes Kttid. _ Von ihnen zu reden ist uo^psiustig, man braucht nur an sie zu erinnern, um jedem

>eut?chen sofort greifbar vor Augen zu führen, was All- ! deutsapand an dem Toten verliert.

Ohne Einschränkung ist Helene Achterbern der ^ob zu erteilen. Sie zeigte würdevoll/irau- nche Remhett,^ echte Weiblichkeit und Anmut in schönem laMenEe^^OranHl Ihr tiefes, schmiegsames wohl- tautenoes Organ ,olgt ujc durch alle Wechsel der Stim- Daber gang sie im schönen Pathos nie über die Natur Humus. Man jühlte ihr fassungsloses Staunen rntt über den Schmachverdacht, man sah vor sich gemütsinniae stark und zart zugleich Vn der GE'ts- düb-nf ^grerch rn ihrer Unschuld, von unberührbarer Er­litt? lA< ^)rCr ^ryaltenen Trauer ob des schweren S&S? ÄS iS - S m «R ÄK

eben G,ell und bau der B-cke als der Schäfer und sem Sohn Toni Sylva spielte die Perdita Die hold- lelrge Lyrrk naiver MärchcnhastigWit ward ein wenia bc- faura) ®in ^bvas sprödes,, hartes Oroan. Doch deutet tny ganze Gebühren der jungen Dame aus Bübnen- Vßo<xnvt S rt v. k«,!.,,.. r~ -r. J.- _ ^^sAENd aus, aber dre schöllen Neben der howcu Scha,erm fordern melir Farbe und an- mu tg ipaelenoe Bedeutsamkeit des Tons. Ihre beizende u° ursche Anmut und edle Spaltung such gaEdazu angetan Gefallen zu erregen. Roden war ein jugendlich frifckor allerdings nicht imme? gan? beider haKZesten^zuLKtd " *ar at^ leb-

~lC Gestalt derZeit" fand in der graziösen Dora

München, 29. Sept. Der Prinzregent sand anlaglich des Todes des Grcßherzogs von Baden an bc Äat|er das folgende Telegramm:Seiner Majestät de Kaffer Wilhelm in Berlin. Bon tiefem Mitgefühl ergriffe- oraugt es mich. Dir anläßlich des Ablebens Deines geliebte OnkeeS, des um des geeinten Vaterlandes Ruhm und Grös >o hochverdieni.en Großherzogs von Baden, meine innios ausricyLigste Teilnahme auszusprechen. Luitpold."

Daraus ijt vom Kaiser das folgende Antwortteb gramm cingegangen:Seiner Königlichen Hoheit bei Prrnzregenten Luitpold in München. Für eine gütige Tei nähme anläßlich des Ablebens meines hochverehrten Onkel spreche rch Dir meinen herzlichen Dank aus. Ter To des Großherzogs ist für mich und unser deutsches Vater land eui schmerzlicher, großer Verlust. Wilhelm. I. ü

den Anftroevungen des ^seltsam

ein, so i,t zu bemerken, daß im neuen Hmlse tÄut« Ä.S bUEnwa-d, heute ttch'unbetanutn WrrkMlgeu fuhren rann, uuo c- oer Versuch gleich beim

Aus Stabt und Land.

Gießen, 30. Sept. 1907.

Der Minister des Innern Braun kehrte an Landtag ans feinem Urlaub von Berlin zurück und l)n -,cll c -eitung der Geschäfte wieder übernommen.

Ormont eine wirksame Sprecherin, als Ritter daaeaen weniger glaubwürdig war Schmidt-Pauly. " 9 9

&o Un-!fre c^ten Freunde Reimer und

L;; ^Oyttr-e schu f als Potyxenes eine klare und ?4r^UCL^l^lLa^ ^^^ar^, unö Zirner war ein Beutelschneid"r bui fern DrebeZycindwerk mit köstlichem Witz und vollströmen-' ?n""'MLL^bi!A^Ur^trt::&';nbft"n G-unerhumors in teurer Galgenphysiognomie.

F>^der fehlte die Szene an der wüsten Küste, wo Anti- g aus die tlerne Perdita aussetzt und von einem Bären 8!»° d" "SiäÄi 7ÜJL'! Äln' «nbsta»

LK wwrÄ «

<Ar,mer3e |o graßil^ heimgc-suchten, fühlbar verändert xL ÄÄ L S£''i?£-6 p-Ä ®S $$t ÄSUt b IL, ö^uallch endende Märchen ausllingen.

d°- ZiLVM? «-M-Li«-* I und lHl "'lgemeinen viel Bewegung

uno gescyrates Arrarigemenr, nur die Hellebd'-diene mnli. ten manchmal noch nicht so, wie sie sollten

Spfn fyxtte der Abend mit der netten Wairdel-

dekorai.wn ,,^onl alten zum neuen H>ause", die wir ia länaft kennen und die iins den mär'ck'''enbasten Winhpf $ Mh-r noch einmal rns Gedäch^z 9T

ALL § K-LLLSSS ... fcgfta 'LSK«SLL»s

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Bilocr anmutsvoll begleit-t Bielleick^ T. .

t°-e gedämpftere Fa/öen'Lm " tTaÄ

le^tcnbe fatte Rot und Grün dcr Kostüms M »eifSl ÄkUr ^Cd) besucht, aber dcr

uach den Liohepunkten d"s Stückes enthusrasrffch. Wenn das neue Ensemble dw Hofsnunaen

«Ä an dem ersten Wend feiner regelrechten SvHt

SWSSZW

Ser^'v-n"«d-?" t*n» <Sot^5 ©nahen Erotzherzog von Baden, von ZThrmgen, tun hiermit urientiid) fnnb: Dan All-

M'eN unseren teuren, innigst a-li-bLs

««»- t°N'gl.eye V-h-tt den VE-mStie,-» Gwsst-erzog Fr.Itz-ich

?CuS1' Herzog von Zahlungen, nach einer 55 jährigen, reim nc- ^?oken Reg lerung aus iciiiem Leben abzuru ien. Hierdurch sind wir olle q?i?mr°ra?er--C!11:5r!n?i> bti5 flan»c badische Volk, das dem für wie Zett unvergeizlra/sti Heungegaugenen zu ullauS^oi^^i'i^^er

Achtet ist, in tiefste Trauer versetzt Kttaft Lr

Gvnnd^e'fLtzc. unseres Hauses uns Landes ist die Regieruna auf E ^'begangen. Wir treten sie an, in vollem Vertrauen au 9Jt0i)vC .unseres Volles, und geben'die VersillDruna se,t.und unverbrüchlich halten und des ^vhhahrt mit allen Krumen fördern werden. Dem helfen Vvrbildc unseres in Gott ruhenden Vaters folgend, wollen wir dw Regierung, fuhren, in unwandelbarer Treue zu Kaiser m-d ^v^dcrerstehung der nun Vollendete sich unver­gängliche Verdienste erworben hat vcr

Gegeben untre unserer Unterschrift und unter voraedri'ckt'm ^taatvsiegel aus Sry-loß Mainau den 28. September ° ' Lm

Paradesarg aus Karlsruhe erwartet wird. Unter dies ; Umstünden erfährt auch die Uebersührung der Leiche nc Karlsruhe eine Verzögerung. Die städtischen Behörden

Konstanz wurden gestern abend benachrichtigt, daß s Uebersührung von Montag abend auf Mittwoch mittag nr schoben worden sei. Wenn die Leiche von dem Hügel, n bem das Schloß liegt, zum See getragen wird, werdi die Bewohner der Insel und die Fischer der Nachbarschc Spalier bilden. Ein Kommando des Jnfanterieregimen Kaiser Friedrich III. t)at die Wache vor dem Schloß bezogi |unb stellt die Ehrenposten. Der Depeschenverkehr ist eirorm, daß das Schloßtelegraphen.amt nicht mehr ausreicj wie Beilerdsdepeschen werden dem Hofmarschallamt in Bn dein vom Haupttelegraphenamt in Konstanz zugestel Gestern abend 6 Uhr sand in der Schloßkirche die Hau andacht statt. Die Großherzogin sieht sehr ermüdet/ dv gefaßt aus. 0

Ter Prinzregent von Bayern und dsr Kaiser.

"/sä Mm» « <- L» mm» M» ........-...... Äfeü-aTÄÄÄAB

. ä Virs?/11-5 tTaX cr F-öruar 1883 als Kompagnie-

Sr1 bei1 aktlven Dienst. Am 1. November 1883 wurde

/ m cl; Earde-Ul.-Regt. versetzt, bei bem er

;:t ToIyc..Dlit al;-re, j-junt 5juajor aufrückte. Von 1835 bis 1891

Jns.-Negt. 113 in Freiburg i. B.

tt nm andiiej t, bei der cr 1S8ö Obcr.ileuinant und 1889 Oberst und Regimenwwmmandeur wurde. 1891 berief ihn der Kaiser an fernem Geburtslage nach Berlin, indem cr den Erbgroßberzoa oum. Generalmajor und Kommandeur der 4. Garbe-Jufaittcrie-

Tn^e °r^I£öl/!111 wie es in der betreffenden Kabinctts-

/l.cc svb/ "l>as Vergnügm des PersönlWien Umgangs mit ibm Am-tt^a^^bniettlgen Gedankenaustausches zu bereiten". Im v fe?rte oQ2rr>fer^L'0^'2r5°3 als General-Leutnant und pnTfm Division Ui Freiburg nach Baden zurück,

4S'9/ lr:iL^ -cu 5:!ri General der Infanterie ^naa) ttooicnz versetzt, wo er im April desselben r5 l wmmandierender General an b:e Spitze des 8.. Armee- lorps .trat das er bis November 1902 befehligt hat. Seit der W EMhebung von dieser Dienststellung

Vieser Kommando gelebt und in

,u7lt_ dw ^>erwetung se.nes gre^en Vaters in den

r1 a>aPctt Sei'ührt. Vor zwei Jahren wurde er zum teP^!!vbC^1-eiVL'c- ^uw-nür.e beordert. Er ist seit 1891 Chef E,Jnsanter^e-Negimen^ 113 und wird ä la suite des 1. G^e- res Erenadier-olegimeutS 109 und des 1. Ghrbc* feit nSir lC90§- LOW irt- Vermählt ist der nunmehrige Großherzog NaHnu "0- ^piembsr I880 mit Hilda Prinzessin von Ä vormaligen Herzogs Adolf von

oclNsau, iP.'vLmn Grcßherzogs von Luxemourg. Seine Eb" ist

W6, bc-V likmürttt d-S badischen ThwncS m NU.v Prmz Maximilian, der Sohn des Prinzen Wil- eine» oruders des jetzt verstorbenen GroßherzoaS.

. xru^e.' 28' DieKarlsruher Zeitung"

verohentücht in einer Sonderausgabe fw. -?be Prokla­mation: v

29. Sept. Auf Befe hl de r verwit- ckhl" Großherzogin wurden am späten Nachmittag alte Angehörigen des Haushalts, auch die auf der Mainau beschäftigten Arbeiter, an das Bett des verstorbenen Groff- herzogs geführt. Die öffentliche Ausstellung der Leiche -st noch am spaten Abend seitens des regierenden Groü- herzogs genehmigt worden. Der Sarg, in welchem die -.erche ruht, wird am Dienstag von 9 bis 6 Uhr auf dcr Mainau aufgebahrt. Das Publikum wird ungehinderten -- .........- -- m Großherzog ruht in weißem Sterbe-

obgleia- es nicht Hemd, bie Hande sind über die Brust aefattet Am Abend wurde die Bettdecke mit weißen Rosen übersät. Ein im Dienst ergraurer Kammerlakai hält die Wache. Der Kron- prrnz von Schweden war un-mittelbar nach seiner Ankunft

Ed der antiken Gerichtsstätte. Dieser W besaß durchweg Wuchtt und Große, dazu auch etwas von der Naivetät des ttNarchentones. In einer unwirklichen Atmosphäre beaab er sich, dämmernd, die Wachen hinten vor düsteren, gewitter- schwangeren eilenden Wolken, davor das Blutrot der Richter- traaften. Erne beklemmende Unheilswelt, in die der Donner Aponos herabgerollt. Und dieZeit" erschien nicht als schlichte Prowgsrgur, sondern irr einer WolLndekoratioü 2U w sichel sitzend eine Phantasie nach Art etwa von Watts ooer Sascha Schneider. Oder Kaulbach. Boll reizend devoter Schönheit war das Pastorale, voll über- muttger ouile, himmlisch heiter und leicht. Vortrefflich war zum^ Schmsse der Eindruck der Denkmalsnische mit der wunoervoll plastisch, marmorn wirkenden Stame, in deren magisch blendende Lichter allmählich Leden einttrömt. Auch in einigen minder ausfälligen Bildern lag Verdienst und W^rrung.^ Ev ward geboten, was das neue .Haus an Wunder- varem, Prächtigem, Ueberraschendem, Bleit b end em, Verblüf­fendem zu bieten vermag. 1

hl,.. .Lber auch ois traumhafte Mürch-mstimrnuug lestgehatten? Dre schaurigen Begebenheiten des ersten nettes waren m. E. so einzurichten, daß der Zu­schauer die grausig märchenhafte Ausmalung des Unmög­lichen nie vergessen könnte. Tie ersten Akte wurden aber em schweres moderrres Ehebruchsdrama gegeben, ganz reanstffch, ganz ohne den wiärchenton, ohne die nrürchen- ha.ste Orchiswrung und Kostümierung, die doch zu den sonst ganz zu,ammenchaiiglos angereihten lieblichen Schlußakten ryre, geheimen Fäden gesponnen hätten. Der 2. Att B hat rm E-emach der Königin zu spielen. Keine Winterstim- fülC-nrC be? scheinbar sizilianischen Ortes am Platze schemt. (Liegt doch dieses Sizilien wie das meer- beitim3Kx>b^ Also auch feine Stimmung der cm ,,traurig Wintermärchen" erzählen miifit? Vrftotfrb in dem Gemach, und es

^te doch so dufter, ,o heimlich werden, daß man beinah vas G^upt haben, ourfte, die rauhe Wirklichfeit, die dann ln2L b!-;" f*,li,^'.u-981t Liorn des Königs hereinplatzt, ge- hore zu dem .ecarcyen, mit dem der Prinz die Mutter Ma machen will. Man denke sichs buE im Gemach ~cr Keim HDt. an zu erzähren:Es war einmal ein Mann r^n0v^-nt ... Da wird eine schwere Tür

.'^^bttrager halten die Leuchten hoch, Schwer- Infpri rrS ü;e ^Lrangttigten Frauen erstarren in fassungs- J?Len? Schceu.en, und mittendrin der König mit fürckiter- **».*? -s*. »"ALsx

schaiier ein7 6uU bie Achtung, ihre Märchen-

ärirI-au*: nüt Geschmack, malerischer Klugheit unb ^L[ten bcOn. ^cn Möglichkeiten szenischer Effekte ae- macht wurde, die' Hochachtung erfordern.

. ^nd nun unser neues (Äisemble. Ich glaube wir oen Winter über recht wohl zufrieden sein

Svfe? cie m3 s Ztlianischen Königspaares zeigten

Künstlertum. In der Verkörperung des Leontes scheuir mir ja Realistik unangebracht, die von der Regie orgezeuchnete Grunrauffassung also nicht die rechte Sie vorausgesetzt, brachte Weingürtner di ^al der eiffr- suchtvergrfteten. Seele zu erschütternd prächtiger Erschei- CIH packendes Monodrama entfesselter Leiden- ffert^ voll düster, ganz mohrenhaft stili-

siert, voll ^ohect uno Große, in,crnalisch sich selbst ver- mch end., fein rechneuder-r Schaispielel ? hLte' vielleicht nifyt gleich in den ersten Arten sein volles Werk aeaeben ö?n?£ starke, tief verinnerlichte Lebenskraft. ^Es'kam leider, das dann der Strom matter floß und im Gerichts- f^pn0*5- if)m ^bricht, bei konnte W. sein Er­

leben nicht hoher spannen; nur die Gesten des Erlebens wie -uvor f° 1,011 sEschem Blut ernähr^

iviu znoor. '