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Aus SiAOt uuo Luno
des ZweigveremZ Lauterbach die Festteilnehmer, worauf Bürgermeister Stöplcr die Weiherede hielt, welcher ec die Worte zu Grunde legte: «Wanderer ziehe die Schuhe aus, denn der Ort, auf dem Du stehst, ist ein heiliges Land-, Der Redner dankte Allen, welche zum Gelingen des Baues beigetragen haben, auch den Freiherren von Riedesel für die Gestattung des Baues auf ihren, Grund und Boden. Auch haben die Freiherren deni Zweigverein ein Chronikbuch überreichen lassen, das bestimmt ist, die Geschichte des Hainig- turms aufzunchmcn. Seine Worte schloß Redner mit einem Hoch auf Kaiser und Großhcrzog. KreiSrat v. Bechtold dankte Herrn Becker als eifrigsten Förderer des Baues, sowie dem Zivcigvcrein Lauterbach. Sein Hoch galt diesem. Hierauf verlas Oberförster Eisenbach ein Telegramm des abwesenden GeneralbevollmächtigtenderFreiherren,Forstrat Eulefeld. Dann brachte dec Vertreter des Zentralausschusses des Vogelsberger Höhen-Klubs, Rendant Keutzer aus Schotten, dem Zweig- vercin Lauterbach seine Glückivünsche dar. Nachdem noch Herr Becker verschiedene Glückwunsch - Telegramme und -Schreiben zur Verlesung gebracht hatte, übergab ihm Baumeister Reuter den Schlüssel zum Turm, welcher nunmehr seiner Bestimmung übergeben wurde. Nach dem Gesang „Dir mein Vogelsberg gelte mein Lied* war die Feier beendet und das Volksfest nahm seinen Anfang.
Bad-Nauheim, 28. Mai. Die Stadtverordneten haben das Gehalt des Bürgermeisters Dr. Kayser, welches seither 6200 Mk. und 1000 Mk. Wohnungsgeldzuschuß betrug, auf 7500 Mk. und 1000 Mk. Wohnungsgeldzuschutz erhöht, also zusammen 8 5 0 0 M k. An dem Vertrage ist nichts geändert worden; oas pensionsberechtigte Einkommen beträgt jetzt anstatt 6200 Mk., 7500 Mk. Bürgermeister Dr. Kayser hat sich um die Bürger- ineisterstelle in Homburg v. d. H. beworben und soll neben einem Elberfelder Herrn Aussicht haben, Bürgermeister von Homburg zu werden. _
Frankfurt a. M., 29. Mai. Tie städtische Spar-i fasse halte beim Jahrcsschlnß 1906/07 einen K u r s v e rl ust an Wertpapieren von 345,008 Mk. zu verzeichnen. Zur Deckung wird der Zinsgewinn des abgelausenen GeschciftsjapreZ von 106,368 Mk. Verwendung finden. Der Rest loirb aus dem Reservejond gedeckt.
Frankfurt a. M., 28. Mai. Die Stadtverord- neten-Versammlung verhandelte heute über die Lernmittelfreiheit. Ein dahin gehender sozialdemokratischer "Antrag war dem Schulausschusse überwiesen worden, und dieser beantragte nun, daß den Kindern aller Eltern, deren Einkommen nicht über 1500 Mk. jährlich beträgt oder welche durch mißliche Uinstände die Lernmittel auf eigene Kosten nicht bestreiten können, die notwendigen Lehrmittel auf Au- suchen unentgeltlich aus städtischen Mitteln verabreicht werden. Tie Verabreichung von Lernmitteln soll aber nicht als Armen- unterstützimg angesehen werden. Dieser Antrag wurde schließlich einslimniig angenommen.
Wiesbaden, 28. Mai. Eine Hochstaplerin, die in einem der ersten Hotels verschiedene Herren der Gesellschaft zuerst in ihr Zimmer gelockt, dann dort eingeLylossen uno erst gegen Hergabe etlicher tausend Mark sreigelaistn har, wobei sie aus peinliche Diskretion rechnete, wurde nach eruattcter An- zeige verhaftet und nach dem UntersucyungsgesängnlS gebracht. Tie angebliche Schauspielerin nennt sich Helle und scheint in derartigen Erpressungen firm zu sein. (Frkf. Ztg.)
[] Gladenbach, 28. Mai. In Frechenhausen brannte ani Souulag tvährend des Gewitters das vom Blitz getroffene Gehöft des Bürgermeisters a. D. Hausmann nieder.
-j. Eltville, 28. Mai. Dieser Tage ist der Kleinbahn Eltville-Schlangenbad roieber ein Unfall passiert. Während der Fahrt hierher platzte ein Dampfrohr der Lokomotive. Der Zug blleb liegen und die Passagiere verfehlten hier den Anschluß, da keine Reseroemaschlne zu be- schasfen war. Die "Reisenden mrißten sich Wagen nehmen oder zri Fuß marschieren. — Eine Frau aus Mainz, die bei, dem großen Pfingstunfall verletzt wurde, soll so übel zugerichtet sein, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird.
** Stieme Mitte11 nn -ien aus H e s fc n und den N a ch b a r st a a t e n. Zu der „Butzb. Ztg." hat Herr A. Storch cme Art rechtfertigende Erklärung über das kürzlich in Butzbach veranstallete, aber mißglückte „Künsllerkonzer" abgegeben, das allenihalben, auch von einem unserer Berichterstatter, ungünstig besprochen ivorden ist. — In A tz e n h a i n erhängte sich in seiner Wohnung der 50 Jahre alte PH. Sauer. — In Wett- sausen ivurbe ivcgeit der unter den Schulkindern ausgebrocheuen Ai a s e r n die Schule aus vier Wochen geschlossen. — Für die Errichtung cined städtischen Volksbades hat ein auswärts verstorbener Friedberger der Stadt Fried berg 25 000 M. vermacht.
Schinkel, der ReichstagsaLg. Dr. Semler und viele Damen der Gesellschaft, darunter auch die 'Schriftstellerin Maria v. Bun,en.
DeuLschss ReLch.
Berlin, 28. Mai. Auf Einladung des Kaisers hat sein spanisches Numancia-Dra gonerregim ent eine Offiziersabordnung nach Berlin entsandt.
— Im königt. Zeughause in Berlin sollen Andenkentafeln mit den Namen der in den vaterländischen Kriegen Gefallenen oder tödlich verwiindeten höheren Offiziere bis einschließlich der Regimentsführec auf gestellt werden. Die Zeughausverwaltung richtet an die Familien, Kirchenvorstände, öffentlichen und HauSarchive, Bibliotheken und Behörden die Bitte, durch Mitteilung über dort befindliches Material, namentlich aus älteren Zeiten, das Zustandekommen dieses Ehrendenkmals unterstützen zu wollen.
— In Gegenwart des Ka iscrpaareS, des Kronprinzen, des englischen Botschafters Lascelles, des holländischen Gesandten Baron Gevers, der Minister von Studt und von Bethmann-Hollweg fand heute vormittag die gleichzeitige Enthüllung der fünf Oranier-Standbildcr auf der Schloßterrasse am Lustgarten statt. Die Standbilder stellen Wilhelm I., Moritz, ferner Friedrich Heinrich Wilhelm II. und Wilhelm III. dar. Eine Kopie des Standbildes Wilhelms I. kommt nach Wiesbaden, eine Kopie des Standbildes Wilhelms III. nach England. Der Kaiser besichtigte die Denkmäler und unterhielt sich mit den anwesenden Künstlern, den Bildhauern Martin Wolff, Bancks, den Pro- feffocen Schilt, Bruett und Haverkamp. — Der Kaiser verlieh den Professoren Schott und Haverkamp den Roten Adlerorden dritter Klasse mit der Schleife, Professor Bruett den Kronen- orden zweiter Klasse re.
Neustadt a. d. Haardt, 28. Mai. Dr. Andreas Deinhard, einer der bedeutendsten Führer der pfälzischen Liberalen und früheres langjähriges Mitglied der bayrischen Kammer der Abgeordneten, sowie Mitglied des Reichstages für den Wahlkreis Neustadt-Landau-Türkheim, ist heute nachmittag in Deidesheim nach langem schweren Leiden g e stör b c n.
Ausland.
Paris, 28. Mai. Tic Kammer beriet die Vorlage betr. die vorzeitige Entlassung von Mannschaften der Jcchresklasse von 1903. Treigmer (Sozialradckaler) spricht tm Namen der Gruppe der bäuerlichen Verteidigung und weist auf den Nutzen hin, die Mannschaften der Jahresklasse 1903 für Anfang Juli zu entlassen, damit sie an der Heuernte tctl- nehmen können. Welche Gründe könnte die Regierung, da der polit. Himmel wolkenlos sei, haben, die Entlassung am 17 Juli zu rechtfertigen? Treignier beantragt, daß die Entlassung bereits am 29. Juni erfolge. Schließlich wird etn Antrag Humbert, der die Entlassung auf' den 12. Juli angesetzt wifien will, angenommen. „ .
— Das norwegische Königspaar begab sich zum norwegischen Gesandten, wo ein Diner stattsand, dem der Präsident Falliöres, der Minister des Ausw. Pichon, Ministerpräsident (Slcmcnceau rc. beiwohnten. Präsident Falliöres und König Haakon wechselten während des Diners Trinksprüche. Präsident Falliöres erklärte, er schätze sich glücklich, den Besuch des Komgs in Norwegen erwidern zu können.
Gießen, 29. Mai 1907.
" Unstimmigkeit bei dem Schnellzugszuschlag Gießen —Köln a. Rh. besteht, wenn man diesen Zuschlag mit Fahrtunterbrechung löst. Auf der ganzen Strecke, welche 167 Klrn. lang ist, beträgt der Zuschlag Mk. 1. Gießen— Troisdorf, Strecke 146 Klm., kostet nun aber nur 50 Pfg. und Troisdorf—Köln a. Nh., Strecke 21 Klm., 25 Pfg. Hiernach spart also der Reisende, welcher die Reise per Schnellzug unterbricht, 25 Proz. am Zuschlag gegen den Passagier, der es eilig hat und ohne auszusteigen die Reise von Gießen nach Köln macht.
" Mehrere Gewitter, die mit heftigen elektrischen Entladungen und Hagel verbunden waren und uns in Gießen erhebliche Kühle brachten — heute früh zeigte das Thermometer nur 60 R. — gingen im nordöstlichen Vogelsberg nieder und richteten an Gebäuden, Bäumen und auf den Fluren Schaden an. Hagel entlud sich über der Gegend von Angersbach, Landenhausen, Herbstein, Stockhausen bis zum Schlitzerland und Moosergrund. Baumblüten und Saaten haben gelitten. In Eudorf schlug der Blitz in die Hof- reite des Bürgermeisters, in Wallenrod in die Pfarcschcucr. Zum Glück zündeten die Schläge nicht, richteten jedoch Schaden an. Der Regen war zeitweise so stark, daß die Gossen und Gräben die Wassermcnge nicht aufnehmen konnten.
•* Die evangelische Gemeinde hat beschlossen, der Einrichtung des elektrischen Betriebes des Glockengeläutes auf ihren beiden Kirchen näherzutreten, und beabsichtigt, die Ausführung der auf diesem Gebiete sehr bewährten Spezialftrma „Herforder Elektrizitätswerke" zu übertragen. Ein Vertreter der Firma wird zu diesem Zwecke tnn Freitag morgen hier erscheinen und die Glocken in beiden Kirchen, jede einzeln, probeweise läuten lassen. Wir machen unsere Leser hiermit darauf aufmerksam, damit dadurch feine Beunruhigung und am Ende gar falscher Feuerlärm entstehe.
Ein Militärkonzert, verbunden mit italienischer Nacht, findet am Donnerstag abend im Gartenlokale des Ecisö Ebel statt.
"Die Viehseuchen in Oberhessen sind m Abnahme begriffen. Die Schweinepest ist bis auf ein Gehöft in Ober- Ofleiden erloschen, der Schweinerotlauf herrscht in Steinbach, Friedberg, Nieder-Mörlen und Wetterfeld und Ober-Scemcn, der Rauschbrand in Lich, Ober-Hörgern, Dorf-Gill, Feldkrücken, Eichelsdorf, der Milzbrand in Klein-Karben, Wohnbach und Oppelshausen.
k-. Aus dem Ohmtal, 28. Mai. Der bnlbigen Verwirklichung des Vahnprojekts von Mücke durchs obere Ohmtal nach Ulrichstein steht nichts mehr tm Wege. Dte Vermessungen sind beendet und haben entgegen dem ersten Prv- jett zu einem Anschluß von Groß-Eichen geführt. Dte Lime beschreibt zuerst dem Jlsbachtal über Jldorf bts Groß-Eichen folgend, einen Bogen und muß dann einen mächtigen Höhenzug zwischen Ilsbach- und Ohmtal durch einen liefen Einschnitt oder ein Tunnel überwinden, um zwischen Ruppertenrod und Rahnmühle ins Ohmtal einzumündeu. Sie führt bann über Over- Ohmen, Unter- und Obcr-Scibertenrod nach Ulrichstein. Die Bahn wird erst ihre volle Bedeutung erhallen, wenn die Fortsetzung über Rebgeshain, Engelrod, Hörgemui, Hoprmminsftld bis Nixseld an der Vogclsbergbahn Lauterbach-Gedern hergestcilt ist. Sie wird einen wichtigen, bisher felyr abgelegenen Teil des Vogelsbergs dem Verkehr .mit Gieren anschließen. . .
Lauterbach, 28. Mat. Tw gestrige Einweihungs- feier des neu erbauten Hainig-Aus sicht Stur ms wurde eingeleitet durch einen Fcstzug, an dem sich der Krieger- üereilt und der Turnverein, die Ehrengäste, sowie die Mit- Qltcbcr des Vogelsberger Höhenklubs zahlreich beteiligten. Auf dem Hainig begrüßte Herr W. Becker als Vorsitzender
Längere Zeit nahm dann das' Programm des Haupttagcs in Anspruch. Er wird durch Kdnzert eröffnet. Um' 5 Uhr folgt Quadrlllc, und darauf wird iin Schleifenspiel geritten. Gegen 6 Uhr werden von Mannschaften des Infanterieregiments „Kaiser Wilhelm" Hebungen im Turnen und Bajonettfechlen vorgeführt. Eine große Tanzaufführung, die von 16 Damen und 16 Herren geboten wird, beschließt um 7 Uhr den ersten Teil. Zwischendurch findet .Konzert der beiden Kapellen statt. Nach einer größeren Pause eröffnen die vereinigten Kapellen mit einem Monslre-Kvnzert um 8 Uhr den zweiten Teil. Um 9 Uhr findet im Saale Cabaret statt, und um 10 Uhr wird der Sängerchor des hiesigen Regiments seine Weisen hören lassen.
Verschiedene Verkaufsstände bieten Postkarten, Blumen und ähnliche Sachen. Eine große Anzahl von Wirtschaftszelten werden errichtet, darunter für Tee, Sekt, Bier, Kaffee, Schokolade, Eis, Wein, Bowle und alkoholfreie Getränke. Ein Wagen Eis wird von Herrn Bichler geliefert. Die Waren sind teils Geschenke, sonst aber kauft und verkauft jedes Zelt feine Waren auf eigene Rechnung und liefert den Uebcrschuß ab. An dieser Stelle fei bereits daraus hingewiesen, daß bei Zahlung größerer Geldstücke herausgegeben wird. Wer also einen Gegenstand für 30 Pfg. kauft und mit einem Einmarkstück zahlt, erhält auf jeden Fall 70 Pfg. zurück. Für Eintrittskarten wird em Vorverkauf errichtet werden. Außerdem werden Dauerkarten ausgegeben.
Der Basar wird zum größten Teile im Freien unterhalb der Wirtschaftsräume abgehalten, aber auch in den Sälen werden Verkaufsplätze errietet. Der Platz wurde gestern aufs genaueste in Augenschein genommen. Schon jetzt beginnt man, ihn umzuwandeln. Eine Reitbahn, Tennis- und Tanzplätze werden angelegt. Für diesen Zweig wurde ein Dekorations- und Platzausschuß, bestehend aus vier Gießener Fachleuten, gebildet. Indes bleibt die Ausstattung der Buden Sache der leitenden
Eine wichtige Frage ist auch die der Beleuchtung, Elek- trisches Licht wäre zu kostspielig.. Man beschloß daher die Anbringung von Lampions.
Die Sitzung wurde hier unterbrochen, da der Sängerchor d e s R e g i m e n t s an Ort und Stelle eine Probe seines Könnens ablegte. Man muß bedenken, das; die 200 Sänger erst seit fünf Wochen von Musikdirektor Krauße und Oberleutnant Schwendy ausgebildet werden und vorher musikalisch ungeschult waren. In Anbetracht dessen fanden ihre gestrigen Leistungen denn auch den reichsten Beifall. Sie fangen mit Hornbegleitimg „Frisch auf, Kameraden", „Dir möcht' ich diese Lieder weihen" und „Wir treten zum Beten".
Nach Wiederaufnahme der Sitzung und nach inzwischen ct== folgtet Besichtigung des Platzes, wurde noch über letzteren ge- prochen. Sodann wurde vorgeschlagen, von jeder Bude Ansichtskarten mit den betreffenden Damen int Kostüm anierhgen zu lassen. Es entstanden aber Zweifel, ob die Zeit dazu nicht zu kurz sei, und so konnte kein fester Beschluß gefaßt werden.
Oberst v. Lindcnau konnte mitteilen, daß die Veteranen- kapelle an dem dritten Tage noch zur Verfügung stände. Es wurde dann auf seinen Antrag beschlossen, den dritten Tag von 4 Uhr an öffentlich zu halten. Dafür, daß der dritte Tag ganz ausfiele, war niemand. Weiter machte Hauptmann Schroder davon Mitteilung, daß unter Leitung von Leutnant,Sachs eine Ausstellung aus unseren afrikanischen Kolonien geplant sei, zu der verschiedene Gießener Herren ihre Sammlungen zur Verfügung gestellt hätten
Gegen 8 Uhr wurde L>ie Versammlung geschlossen, nachdem so das Programm und alles weitere festgelegt, war.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 28. Mai. Hoteldiebe.
Im letzten Winter wurde bei dem Konditor Karl Schr. ut Hanau ein Zeugnis mit dem Firmenstempel eines a b - 91 anbei m e v Hotels vorgeumbeu, von beut es sich herausstellte, oag es gefälscht war. Nach längerem Leugnen geflaitb ec ein, den Papierbogen gelegentlich eines mit betn Hanbaibester -wuy. V. aus Althatderslebeu im genannte» Hotel verübten Embrucys, g e st o h 1 e n zu haben. 9iacl)bem auch bie|ec dingfest gemacht war, geftanb er, nach vorherigem Leugnen, bei einer Gegenuber- skeUimg mit seinem Komplizen, ein, daß sie von Hanau aus oct Stabt Bab-Nauheim einen nächtlichen Besuch zugesagt hatten. Sie wußten, daß das Hotel zur fraglichen Zeit uiibeivohnt war, was ihnen bei ihrer Arbeit sehr zu statteu kam. Nachdem sie die abgeschlossene Umsricdiguug überstiegen hatlen, schlugen sie das Kücheusensler ein und gelaugten so mit Leiebtigkell m das Innere des Hauses, da alle Schlüssel staken. Zunächst wurde das Kontor einer Durchsuchung nuterzogen, wobei ihnen em in einem Buch befindlicher Hundertmarkschein m die Hande siel, eie legten sich nun noch Kleider und Wäsche zurecht und begaben sich däull unter Benutzung der reichlich vorhandenen Belten zur Ruye. Ten folgenben Tag brachten sie bis zum Einbruch bet Nacht ru dem Hotel zu; sie kochten sich in der Küche Kakao und bereiteten sich das Mulagesfeii, ohne von irgend jemanden bemerkt zu werden. In bet Dunkelheit verließen sie das Haus und begaben sich zur Post, wo sie den Hundertmarkschein wechselten und sich bas Geld teilten. Die Unterjuchungsbehörde hatte Beraulassnug, Sch., der auL besserer Familie stammt, mü seinen Geisteszustand untersuchen z»i lassen. Et hat nach den Etkimdiguugen, die der Sachvetsläudigc eiitjog, em seht bewegtes Leben hinter sich. Weder tu dec Schule, noch in der Lehre hat er gut getan. Später trieb es ihn anfS Schiss und ins Ausland, wo er sich mehrere fremde Sprachen ancignete. In England will ec zwei Jahre geisteskrank in einer Anstalt Angebracht haben. Ob dies richtig ist, konnte nicht festgestellt werden; ledenfalls hatte dec Sachverständige feine Wahrnehmungen gemacht, die auf einen geistigen Defekt schließen ließen. Sch. wurde zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis, worauf 2 Monate und 2 Wochen dec editteiien Untec- suchungshast cmgccechnet wecden, üccucteilt; G., dec rückiallig ist, erhielt, unter Einbeziehung einer früher erkannten Strafe, eine Gesamtstrafe von 2 Jahren und 3 Wochen Gesäugnis, woraus 1 "JJloimt 3 Wochen Untersuchungshaft anzurechueii sind. Beiden wurden die bürgerlichen Ehreurechte auf o Jahre abgefprochen.
Ei» unverbesserlicher Dieb
in der Person des Arbeiters Joh. N. von Biebrich, dec seinem Mitknecht in der Brauerei zu Ilbenstadt sämtliche Habseligkeiten
Neues aus Nutzland.
Arn 28 b M. haben 19 Konservative und der gemäßigten Partei augebörenbe Abgeordnete der Duma eine Audienz beim Zaren gehabt, die aiiderthalb Stunden dauerte Der Zar sprach mit jedem Abgeordneten und fragte sie über ihren Beruf und die politische und wirtschaftliche Lage ihrer Heimat-Provinz. Zuletzt wandte er sich an die Abgeordneten Mit emer längeren Ansprackse, deren Inhalt vorläufig noch geheim gehalten wird. Bei der Audienz waren die Zarin und der kleine Zarewitsch anwesend.
Währenddessen beriet die Reichs dum a einen Antrag, der die Verurteilung polit. Verbrechen ausspricht. Die sozialistischen Abgg. Nebowidow und Alachyew erklärten, sie begrissen nicht, daß die Mitglieder der Rechten, welche mit allen Mitteln Die Duma herabzuwürdigen suchen und die Auslösung verlangen, einen solchen Antrag einbringen. Der Präsident stellt hierauf den Antrag Nebowidow zur Abstimmung, dec dahin geht, den Antrag auf Besprechung der Frage der Verurteilung politischer Verbrechen abzulehnen. Ter Antrag Nebowidow wird mit 215 gegen 146 Stimmen angenommen. .
Ter von dem K a m m e r h e r r n G u r k o gesorderte Duma- Deputierte Roditschew erklärt in einem offenen Briefe Gurko für nicht s atisfaktionsfäbig, solange über ihn das Gerichtsverfahren schlvebe. Infolgedessen ließ er dessen Forderung unberücksichtigt.
Wie aus Scndzischosv, einem Vorort von, Sosnowice gemeldet wird, tötete dort ein Geisteskranker seine Frau und 5 Kinder und nahm sich dann selbst das Leben.
Südwestafrika-Masar.
Gießen, 29. Ma? 1907.
Gestern nachmittag fand auf der „Liebigshöhe" die letzte Sitzung des großen Festausschusses für beit front 8. bis 10. Ium geplanten Basar zum Besten dec Hinterbliebenen bet in Südwestafrika Gefallenen statt. Erschienen waren ca. 50 Personen, meist Damen. Oberst fr. Linden au eröffnete um 5 Ufyr die Sitzung. Zunächst erstattete bann Stadtverordneter Jean Kirch namens des gefchäftssührenden Ausschusses den Bericht. Er berührte zuerst die Lo kalf rag e und teilte mit, daß man sich definitiv für die „Liebigs höhe" entschieden habe. Ein sehr genauer und übersichtlicher Plan des Geländes mit den einge- zeichneten Festplätzen, Pavillons rc. war jnt Saale aufgehängt und machte später auch die Runde. Im Lause der Verhandlungen traten noch allerlei Bedenken wegen Raummangels auf, wurden aber zerstreut. Auch für den Fall, daß Regenwetter cintritt, ist genügend Platz vorhanden.
Der Referent ging dann über zu einer Mitteilung des Programms in großem Rahmen und bat um .gleichzeitige Besprechung. Es besteht die Absicht, nach Vorbild anderer Basare ein Festprogramm in geschmackvoller Ausführung herauszugeben und zu verkaufen. Auf Vorschlag des Reserenlen wurde beschlossen, die Namen der Mitwirkenden in die Programme auszuiiLhmen. Auf den.Umschlag würden bann die Namen der Ausschußmitglieder kommen. Bei dieser Gelegenheit konnte Oberst von Lindenau die freudige Mitteilung machen, daß Ihre Kg l. Hoheit die Frau Groß Herzogin das Protektorat undS. D. der Fürst "von Lich den Ehrenvorsitz übernommen hätten.
Es wurde dann zur Festo rdnun g übergegangen. Stadtverordneter Kirch brachte zunächst die aufgetauchten Bedenken gegen den dritten Tag zur Sprache. Es sei u. a. vorgeschlagen, den 3. Tag dem Militär und bciu Veteranenverein oder den Mitwirkenden zu widmen. Rektor Geheimer Hofrat Prof. Dr. Be- haghel fürchtete, daß die Straft der Mitwirkendcn für drei Tage kaum ansreichc und war daher gegen die Ausdehnung des Basars auf den Montag. Oberst von Lindenau bat, diese 'Frage vorläufig zurückzusctzen, da man sich erst noch telephonisch erkundiaen könne, ob die beiden Kapellen (Veteranen- und Militärkapelle) am ÄloMag zur Verfiigung ständen. Vmi dem Re- serentcn wurden bann Mitteilungen darüber gemacht, daß Post- tierbinbung, Fernsprecher, Sanitatswache vorhanden feien, daß ferner an den Festtagen eine Omnibusoerbindung zivischen Stadt und „Liebigshöhq" geplant fei.
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