Ausgabe 
26.2.1907 Drittes Blatt
 
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zielbewusst! Politik

'tritt Vertagung ein.

Nächste Sitzung Dienstag. Tagcsordiiung: Fortsetzung der Heutigen Debatte.

Uttiverjitats-riachrichten.

hc. lieber das neug eg rändele Institut für angewand: e P s y ch o G g i e und v > Y ci, o l o u i s ch e Saminelforschung oerüiientlicht Dr. O. Liv mann (Berlin) einen Artikel in b;i ycn. S?(LD. Wochenschriil". dem wir folgendes entnehmen: Tas neu Institut Ml als Zentralstelle ,ür bte Crjciiqution gemein» scha^ii^ic Unter,'uchiuugcn und slir die Än^gc MK-wlvgiiciKr Sammlungen bienen. Es will nicht nur die FacMychowgen untereinander, sondern auch diese mit den Vertretern der mauaig« lactvii Anwendungsgebiete zu systematischer Arvcitsgememick isc lwroinden. Das Institut beabsichtigt demnach insveivuberc ,vlu,e psychologische Ergeviiistc zu gewinnen, die aus andere (jfcüietc des Leoins un: dcL '-L-iiienS Anwendung gestatten, aus die der Erziehung und des Un.erriu-tS, der Rechttpiieg., der Psychiatrie und Psnüw. Pathologie, einerseits, andererseits aus eine Zteihc theoretischer D>r,. ziplinen, wie Lrprachwisjenichast, Erkenntnistheorie, Ethit, Acsthetck usw. Das Institut wird von einem vom Vornande der Gesetischast ,ür eLperimentelle Psychologie eingesetzten Ausichuß geleite:, dem zurzeit Prof. G. E. Müller (Göttingeitt, Pros. E. Men- mann (Königsberg, Prof. R. Sommer (Gießen), Privoibv« 5ent W. Stern iBrescau) und Dr. O. L i v m a n n (Serrin) an- gehören. Die unmittelbare Verwaltung des Instituts ruht in den Händen der beiden Letztgenannten. Für jedes zu bearbeitende Spezialthema wird vom Ausschuss eine Kommission eingesetzt (be­stehend auS Fach Psychologen und Vertretern des Anwendungs­gebietes), die ihrerseits wieder tzilfsträite zur Durchführung ihrer Untersuchungen heranzieht. Gegenwärtig sind von derartigen Kom­missionsarbeiten 4 int Gange, nämlich: 1. Forensische Probleme der Aussagepshchologie, 2. 'Pädagogische Probleme der Äusiage- psychologie, 3. liebernormale Begabungen, 4. Entwicklung des tind- tickien Deutens und Sprechens. Mit dem Institute ist ein Sarnintt- archio verbunden. Dasselbe enthält 1. die vom Institute selbst veranstalt.lcn Sammlungen, die sich auf bestimmte Psychologi|dh* Aeuherungen und Leistungen beziehen. Gegenwärtig verfügt dus Institut über eine Sammlung von etiua loUO Kinderzeichnungen, die noch vergröbert werden soll. 2. Psychologisch Gelegenhetts- und Lwhmaterialien (Tabellen, Protokolle, kasuistisch« Beobach, tungen usw.).

Vermischte».

* Ein Ehedrama in drei Aufzügen spielte sich dieser Tage im Inseratenteil der Jenaer Blätter ob. 1. Akt. Er: Warne hiermit jedermann, meiner Frau etwas auf meinen Namen zu borgen, da ich für nichts aufkomme. 2. Akt. Sie: Vlad) den vielen Brutalitäten während unseres Zusammenlebens hätte sich mein bisheriger Mann diesen letzten hämischen Angriff ersparen können. Er trifft mich nicht mehr, und wird die von mir bereits eingelcitcle Scheid imgsÜagc vollends Klarheit zwischen uns fd)affen. 3. Akt. Er: Ich mutz in dieser Angelegenheit be- riaiten, daß es unwahr und eine Beleidigung für mich ist, daß ich brutal gegen meine bisherige Frau gewesen sein soll, aber mancher Acann würde sie brutal behandelt haben für ihr gemeines Benehmen gegen mich, indem sie mir bei jeder Gelegenheit ihre Zunge ent­gegenstreckte, soweit eS ihr nur möglich war. Auch hat sie selbst nach mir geschlagen und mir dann noch die Worte (unter Beisein öon Zeugen- entgegengesäKeudert:Es ist doch eine Schande Mann, wenn er sich von seiner Frau schlagen läßt." Dieses ist meine letzte Erwiderung, das an­dere findet sich. Damit siet der Vorhang, dennSie" verzichtete

<ßerid?t»faal*

** Nachgebote bei Jagdverpachtungen. Eine interessante Entscheidung fällte am Samstag der Provinzial- a u s s ch u ß der Provinz Starkenburg in einer Jagd- v e r p a ch t u n g s s r a g e. Die Gemeinde Lenqseld t. C. Hane int Februar v. Js. auf einer Versteigerung dem Professor Sengel in Larmsladt, der 1650 'Ulf. geboten Halle, den Zuschlag erteilt. Bald darauf halten aber zwei Gutsbesitzer aus der Nachbarschaft ein sog. Nachgebot eingelegt und mit ItiüO Nif. den Zuschlag auch er- aalten. Professor Sengel strengte nun Klage an. Ttt Kreisaus- schuß erkannte int Juni v. Js., daß den beiden Gutsbesitzern die Jagd zttzusprecheu sei. In der Berusungstlage erklärte sich der Promnztalaueschuß zunächst nicht für znuändtq, da es sich um eine Bejchtverde gegen den Beschluß des Bürgermeisters handle, wobei das Rreisantl zuständig sei; das hierauf angerufene Ministernmt entschied ober dahin, daß doch der Prooinztalausschuß zusläitdig set. Dieser hat mm das Urteil des Kreisausschusses vom vorigen Jahre atisgehobeit uttd enlschiedett, daß der Beschwerbe des Prof, senget slattzugeben und ihm die Jagd zuzusprechen fei, unter Ver­urteilung der Gentemde in sämtliche Kosten, infl. der Attwaltskollen des Gegners und zur Zahlung enter Avetsionalslrafe von 40 'Ulf.

sozial denkender Derr) suchte zwischen Sozialismus und Natio- nalismus zu vermitteln und bemühte sich darzutun, daß es mit dem Klassenstaat bei uns nicht gar so schlimm bestellt sei."

Nun der Schluß: , , , w ,

Wie sehr die S t u d e n te n > ch a st noch Neuland tst, zeigte z. B. das k i n d i s ch e V e r h a l t e n d i e, e r I ü n g e l - ch e n, als auch eine Frau, die Genossin Michels, sich an der Diskussion beteiligte. Es kommt daraus an, diesen Studenten erst einmal die b e n e b e l t e n K ö p f e z u w a s ch e n, damit sie einigermaßen aus den Augen gucken können, die einst­weilen noch jämmerlich trübe sind lind diese Kopfwaschung ist ihnen gründlich zuteil geworden."

So steht es in derDbcrhcss. VolkSztg." Das sind dochgute Kerle", diese von Objektivität triefenden Sozialdemokraten, um mit den eigenen Worten eines sozialdemokratischen Blattes zu reden. Bei ihnen allein ist wissenschaftliche Schärfe, die anderen bemühe n" sich nachzuweisen,suche n" zu widerlegen, machenkünstliche" Konstruktionen. Die Studettten allein habenbenebelte Köpfe", sindJüngelchen", verhalten sichkin­disch"; so etwas sind sozialistische junge Leute nicht, und so etwas tun sie auch nicht! Ja, wenn man nicht das Gegenteil davon erlebt hätte. Ta reden die sozialdemokratischen Führer, ober viel­leicht besser gesagt Verführer, von dem ©neben nach höherer Bil­dung, wollen jedem die höheren Schulen zugänglich machen und die jungen Leute, die solche besucht haben, die aber nicht sozialdemo­kratisch gesinnt sind, schmäht man, als ob sie unfähige, unwissende Menschen seien. Dieser fratzenhafte sozialdemokratische Klassen- büitfel begeifert aber alle Andersbentenden, fuujt den Arbeitern und auch anderen solche unsinnigen Borsteltnngen von ihren Mir- menschen zu machen, um diese in den Augen ihrer Dorer uiib Leser als halbe Barbaren in geistiger und sittlicher Beziehung zu kennzeichnen: sie suchen den Glauben an Wissen und Verstand, Gefühl und Sittlichkeit ihrer Parteigegner zu untergraben, um den Boden für ihre unfruchtbare Saat zu bereiten.

Nur noch eins. Der Herr Genosse Michels sagt:Der Proletarier hat kein Vaterlanb." Der Proletarier wäre also nach der Meinung dieses Herrn ein vaterlands­loser Mann! Stimmt das? Freilich ist neulich bei Hoch- nifeu auf das Vaterland mancher Sozialdemokrat sitzen geblieben, aber viele haben sich auch erhoben und gezeigt, daß sie noch nicht vollständige Opfer jener Jrrlehrer sind, daß sie noch einen Funken von Vaterlandsliebe, ja wie wir persönlich erlebt haben von Liebe z u m Landesfürsten haben. Diesen Funken gilt cs z u s d) üben gegen jene Leugner d c s Vaterlandes, zu Ucgen und zn pflegen. Die Sozialdemokratie ist natürlich bereiis eifrig an der Arbeit, ihre Mißerfolge nach Kräften das nächste Mal zu Erfolgen zu geftatteji. Alle National'- gesinnten, einerlei welches bürgerlich-politische Glaubensbekenntnis sie hoben, müssen dagegen ar- beiten. -W.i r w v 11 e n in u n s e r e m V o l k e d e n w i r t s ch a fl- Li ch S ch w a ch c n Hülfe zum Vorwärrsko m men, Schutz bei eintretender N o r gewähren und sch affe n;vergessen>virda bei nicht,dieVolkSseele gegen Irrlehren zu schützen.

gute wmrnen. auf dicjc zmoeuiungen ocicyrmut: >er jetzigen Mehrheit, die zu meiner Genugtuung legebcn hat, halte ich eine fruchtbare und zielb ! ehr wohl für möglich. Diese Politik wird um so fruchtbarer fein, je mehr sie getragen wird vom Vertrauen zwischen den MehrhcitL- Parteien und den verbündeten Regientngcn. Möge dieses Ber« .itauen sich immer mehr festigen und wachsen zum Wohle des putschen Volles und zum Besten der ihm gestellten großen Auf­gabe. (Lebhafter Beifall und Händcllatscheu.,

Es folgen persönliche Bemerkungen Eickhoffs und dann

der Prinzipale ttnb Hanolungc-gehülfen.

Uebcr dieses Thema sprach am vergangenen Freitag, den -2. ds. MtS., Herr W. Beckmann aus Köln und zwiar im reisver e in Gießen vom Ver b a >'.de D e u t s cher Hand­ln u g s g e h ü l f e n S'N Leipzig. Der dtebmer legte seinem Vortrag folgende 3 Fragen zu Grunbe:

1. Gibt es überhaupt eine Interessengemeinschaft.

2. Waruin spricht man so bitt vom Jntereffengegeusatz.

3. Und wie kann auf einer neuen besseren Grundlage die wahre Interessengemeinschaft wieder aufgcbaut werden.

Mit einem Rückblick auf die fogeuanntc gute alte Zeit, wo uod) beifere p e r j ö n l i ch e Beziehungen zwischen Prinzipal und Angefleliten, auf beiden Seiten gegenteilige Achtung vorherrschten, eröffnete der Redner seinen Vortrag. Der frühere kaufmännische An- gcltelile betrachtete seine GeHülsentätigkeit nur als Durmgangs- ifabium zur Selbslündigreit, wenn er neben einem großen Teil ljuinaner Prinzipale, gcu.ibc einem inhumanen Prinzipal seine Tattgkeit widmen musste. Diese guten persönlichen Beziehungen zueinander find aber durch die Entwicklung zum Großbetrieb, öl'arteile, ^ynbitate und Trusts beinahe verwischt und eine Jn- tcrefjengemeinichajt ist heute fast nur noch in mittleren Geschäften ju jinbcit. Anderseits ist es oev Mehrheit der Angestellten durch diese Entwicklung zum Gwßbelrieb unrnöglich gemacht, sich felb- liänbig zu lunchen und das wirtschajttiche Uebergewicht liegt in wenigen Händen. Es wird dann versucht, diese Macht auch zur Anwendung zu bringen und zwar durch Beschränlung der Frei- zugigleit, Könkurrenztlansel, geheime Abmachungen rc. Hieran an>chliegend streifte der Redner bad Abtommen der 0 Banken, der eeibcnmarinrabutLänteit Berlin, der A. E. G. in Berlin und kam zu der Schlußfolgerung, daß in vielen Derartigen Großdettieben gewifie Iiireijengcge:ifätze vorhanden sind, weil eben das Gegen- leitige Verständnis und Entgegenkommen zwischen Prinzipal und ungcitelitCH fehlt. Zur Beseitigung dieser Uebelstande ist cs not­wendig, dag ein Ausban oer Organisation auf beiden ssetien etioigt, wen durch gegenteilige Vereinbarung zwischen den <,rganifationen liiij Vieles durch gegenseitige Verständigung er- reichen lagt, luvzu heute die Gesetzgebung in Anspruch genommen *ünx\ bicfe Organisationen fruchtocingcnd feien, erläutert: Der Redner an verschiedenen Bv.ifpiel.ik, hauptsächlich führte er das gute Veryaltnis zwischen Arbeilgerern und-Nehmern in England an, sodann den Vuchdruciertarif in Deutschland. Diese (gebauten seien .uud für sich richtig und müssten sich auch, auf irgend eine Äeile für die Haublungsgehülten verwirklichen lassen, beide Teile rvjtc n.n nenötigt, aufeuianver Rücksicht zu nehmen und das Geschäftsinteresse, also die Jiltercjsengemttuschufl, die Doch im taufinännischeii Leben so nötig ist, wäre bcibcrieitig gewahrt. Auch auf wirtschaftlichem Gebiet müßte die Mithülse der t'aiifni. An­gestellten als wüntchenswert bezeichnet werden. Dafür wären die Handlungsgchülsenkammern die richtige Steile, wo der Angestellte leuic itcnittnijic auf dem Gebiete der Zoll- u. .Handelspolitik verwer­ten könne unt> mit der Zeit auch müsse. Wenn von den Prinzipalen immer in dem Angestellten der Mitarbeiter erblickt würde, dann wurde auch der Gegensatz in Bezug auf Sozialpolitik, bic eben durch die Vcriwltuiste notibi-nbig wurde, erleichtert werden und der Weg zu einer neuen besseren Grundlage Der wahren Jntereiiengemclnschaft, sei damit wieder gefunden.

An diesen Vortrag, der seyr bciiäliig ouigenommen wurde, fmioß na) eine ausgeoehntc Debatte, an bet sich Fabrikaiu Älmgfpor und von Seiten der eingestellten die Herren Ditt- mavunb Weidig beteiligten. In vielen Punkten war überein« ftimmenbe <lnnd)t Dorljanbcn. Das lebhafte Interesse, bas diesem Vortrag entgegengedracht wurde, ist freudig zu begrüßen.

Sozialdemokralischcs Seldstöewus^stin.

Man schreibt uns:

Wer sozialdemokratische Blätter auch nur kurze Zeit liest, wird sehr bald den Eindruck bekommen, daß viele von deren Mit­arbeitern mit einem ungewöhnlich starken Selbstbewußlscin be­haftet sind. Bei ihnen allein ist die Jiltelligenz zu finoen, auf ihrer Seite allein sind sittliche Tugenden zu Hause, sie allein schneiden in ihren Reden im Reichscag, in Wahlversammlungen u. a. gut ab; die anderen bekommen immer den Kopf gewaschen oder man fährt ihnen scharf in die Parade, kurz, die Gegner sind minderwerlige Naturen; der Wahlerfolg der nalionalen Par­teien ist nach ihnen nur duvchVerleninduiigen und Niedertracht ckigkeiten", durch Düpierung derSpießer" errungen worden.

Einige Beispiele ans einer sozialdemokratischen Zeitung wer- iben dem Leser ein Bild von dieser Geistesverfafsung jener Kreise j machen. Nach dem Muster Friedrichs des Großen möchten wir ifeiefe sozialistischen Liebenswürdigkeiten etwas niedriger hängen.

Zuerst eine Stil- iunb Denkprobe des Herrn riieichstagsabg. Scheiden! ann, der ja in Gießen persönlich zur Genüge be­kannt ist. Er schreibt in derKasseler Volksstimme" über den neuen Reichstag u. a.:

,Mach und nach tauchen noch mehr Volksmänner auf, die den Weg ins Schloß machen wollen: Freisinnige aller Färb­ungen, Nationalliberole und Konservative. Aucy meinen allen Spezel Philipp Köhler von Langsdorf treffe ich, geschmückt mit dem unvergleichlichen Schwalbenschwanz. Wir haben uns wiederholt bei Wahlen als die entschiedensten Gegner gegenüber« gestanden, zweimal in Stichwahlen, bei denen wir schon mit­einander rauften, aber wir haben uns herzlich die Hände ge> schüttelt, als wir aufeinandeistießen in byt heiligen Hallen des Reichstags. Wir kämpften vor zehn und mehr Jahren mitein­ander, also zu einer Zeit, da die Schnfterle des ReichSverbandes die Wahlkämpfe noch nicht vergifteten.

.....Immer neue Mämwr tauchen im Hause aus, dar­unter viele, die mehr durch ihre Orden Aufsehen erregen, als durch charakteristische Köpfe oder Gesickstszüge, die auf irgend­welche Intelligenz schließen lassen. Das sind dienationalen" Volksvertreter, die der düpiertt Spießer in den Reichstag geschickt hat, damit dem Michel das Fell in etwas schnellerem Tempo über die Ohren gezogen werden kann. Bei fdern Anblick eines dieserPatrioten" konnte ich das Lachen beim besten Willen nicht unterdrücken, derKollege" hatte sich mit Orden und Bän- beni herausgeputzt, wie die Niedenknipper Knilckie, wenn sic zur Musterung gehen. Mein helles Auflachen hatte einen meiner süddeutschen Freunde an meine Seite gerufen, der sofort den Gri"V meiner Heiterkeit erkannt hatte:Gella du lachst iwwer den oall'eten Buer, der sich rausputzt hoat, wie van Pfingst- ochs!" . . .

Einige Männer sitzen in meiner Nähe, die ich seit vielen Jähren kenne, mit denen ich auch schon gerauft habe: Pfarrer Naumann, der Vater der Nationalsozialen, und Professor L-tengel,der freisinnige Meisterschaftsdurchfaller von Gießen und Eschwege; mit beiden hatte ich außerordentlich intcressantc akademische Diskussionen in Gießen und Marburg. Wir stritten um große Probleme vor Versammlungen, die vornehmlich von ^tuoenleu und Professoren besucht waren. Mir läuft das Wasser im Munde zusammen, wenn ich an diese Auseinander­fetzungen denke aber mir kriecht der Ekel int Halse hinauf, toenn ich daran erinnert werde, mit weichen Nichtswissern und blöden Schwätzern Itler letzte Wahlkampf ausgefoästen werden mußte, welchem politischen Lunipenpack man auf Schritt und Tritt nachgehen mußte, um Lug und Trug aufzudecken! -schwamm drüber."

Was zuerst bei imefeni selbstgefälligen Geplauder auffällt, D die einerseits gcriiigschätzige Art, in der Herr Sch. von seinen Gegiiern in Marburg, besonders vvn einem hervorragenden Ge- Myrten wie "tzrof Stengel spricht, und nachher ooch von der wij,enschafilicheu Erörterung großer Probleme redet, bei deren 1)111 "°ch das Master tut Munde zusammeuläust. Tie Milfenschaft war da gewiß auf seiner Seite! Auffallend ist Jr! ?^?'0ser Erwählie des Volkes fder doch der Partei angcljört, bie fidj_felb)t mit Vorliebe als die einzig wahre Volkspartei .Pn"ö»p der Wahl der Volksvertretung burd) die Mann c verficht. Man sollte meinen, daß ein solcher

^usA chtung vor i> e rn Prinzip, das er vertritt dli Jt«Atcnf vorglbi, a u d> Achtu n a v o r d e n E rw ü h l - ten b Volkes empfindet und äußert, selbst wenn diese er anderen polüifdjcn lleberzeugung huldigen Statt bViien SS'blfen^a^teriflVaK Kopf", dieser Lertrettr derJn voJ;1ll0en-a 'die wie er burd> das allgemeine (Stimm« hbCH ^eichstag entsandt worden sind. Bedeutet do^ De^ ank^ij'r'p oder Mißadstung? Stärkt oder schwächt An, ehen der Vollsvertrelung ? Um politischen K bhe|Ct Kbstbewutzte Herr von anderen Lunipcnvack rÄI'J11.13BaWfüm,)fe fl>cU>t: politisches r S t'lc h r in 2!.Il?ffCtnon parlamentarisckMn Ausdruck, öffentliche 2 il "°A ^Cl,t-un3 einen Bericht über eine und

@eMf|e°canbrCfbSeeilffötten ®enof>c Dr. Michels und S-S -r sc und wicS nach, dass d ic Mch°F«i "b ?ä»bVt? ^iscn u^c^Ln uu..»scch-da--n Le-

ähnlich ne?hlnfteh«ffVeÄ0U^tCtbe? LsL T" ^^m'8 b" ^ud°L

Später heißt es:

Der ictanntc Lros. Nntoip (nebenbei bemerkt ein sehr

cs ist beinahe unglaublich imb spricht jedenfalls zu ihren Gunsten auf ba§ letzte Wort.

* D er faulste Mensch der Erde. Aus London wird geschrieben: James Thompson, ein kerngesunder Mensch, ging eines Tages im Jahre 1877 zu Belt mit dem unvergleichlich philo­sophischen Entsästusse, dort den Rest seines jungen Lebens zu Der­bringen, und führte den Entschluß aus. Ganze 29 Jahre hat er in diesem irdischen Paradiese zugebracht. Seine alte Mutter hat ihn gefüttert, und im allgemeinen wußte fern Mensch von seiner Anwesenheit. Ta« war in dem kleinen Oertchen Elare bei Belfast. James hätte weiter in seinem Buen Retiro dahin- geschlummert, lucnit nicht eineforce majeurc", wie die JS r- sicherungspapiere sagen, ihm einen Streich gespiett hätte. Seine alte Mutter wurde plötzlich krank und mußte ins Hospital ge­bracht werden. Nun war ntematii), der ihn füttern konnte, und wohl oder übel mußte er aufstehen. dtach vieler '.Nähe fanv at-.ui die Kleider, die James vor 29 Jahren abgelegt hatte. 2:set- allein konnte er sich nicht mehr aiüleibcn, unb drei Mäuu-.r brauchten einen ganzen Abend, um die Sachen über die fasen Glieder zu ziehen. Gehen konnte er auch nicht mehr und muftie i; rum in einem Ambulanzwagen in ein Asyl gebracht mer.-. -. Als jedoch die Mutter wieder gesund wurde, ließ sich i er ;< nimgsvollc Sohn wieder Heimtragen, legte sich soforr i i. r zu Bett, und da liegt er nun wieder uno sieht vertrauensvoll der Zucnnit entgegen. Dio arme Mutter aber hat um Armenun: er« stützung einkommen müssen. Bergcblick) suchten bic Acrztc, den faulen Mann auf bic Beine zu bringen. Sie haben ihm bren­nende Pflaster aufgelegt: umsonst; iic haben ihm elekcrisckien Sttorn dura; bcn Körper geleitet: umsonst. Nun haben es selbst oie Aerzte aufgcgebcit, den stillen Frieden des Mr. James zu stören.

gpitlplaK drr «ninigten Frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Mittwoch den 27. Februar *): Festvorstellung zum Besten des Thealci-.Pcnsions'ouds:Zehn Pfädchen und kein Timin." Hieraus: .Vcrgißineiniucht." (Ballett.) Donnerstag den 28. Fcbr.: Nienzi." Freitag den 1. März geschlossen. Samstag den 2. Dlärz, abends halb 8 Uhr:Salome.* Sonntag den 3. März, nach­mittags halb 4 Uhr:Ter Zigeunerbaron." Abends 7 Uhr: Das Glück." Hieraus:Tie Enlsiihrung aus dem Serail.' Montag den 4. März, abends halb 8 Uhr: .Die luftige Witwe."

Schauspielhaus.

Mittwoch den 27. Februar:Ter heimliche König." Donnerstag den 23. Febiiiar, abends halb 8 Uhr:Uriel Aeosta." Frcnog den 1. März:All-Heidelberg." Sauistag den 2.'März:Medco." Sonntag den 3. Marz, nacl)ini(tngg halb 4 Uhr:Hujareusieber." Abends 7 Uhr:Zapfenstreich." 'Montag den 4. März:vof- gunsttt Tieiislag den 5. 'März: Zum ersten Nia le:S o", st oas Leben." Bon Frank Medetind.

') Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abend« um 7 Uhr.

Was sollten Nervöse, Abgespannte, körperlich u. geistig Ueberarbeitete usw. sür sich tun? Täglich ein Ncrvcnstärkungß- unb Bluterzcu- gungSnuttel wie Bioson trinken, das alles andere überfülffig macht iuic ans nachnehendein amtlich beglaubigten Bericht hcroorgeht.

_ e-, '«i* e t.tl n Bredow, 'Metzstraße 33 HL, den 10. Juni

Ob. Ihrem Mnmche nachkommend gebe ich Ihnen hiermit unsere gcmaditcn Erm irnngen mitBloson" an. Wir gebrauchten 6 Pateie ""b zwar erst 4 m 0 Wochen und nach einer Banse von 14 Tagen weitere 2 Pakete. Jedes Patel reichte 10 Tage. Mein Manu nahmx.iiofon gcgcii nerubic .Koyfichmerzen, infolge geistiger Ueberainrrengung und ich zur Borveugung gegen Die im Frühjahr juunev am schlmimnen auttretenden Erscheinungen der Blutarmut. Die Wirkung benieöimc uns beide. Bei meinem Mann ver­schwanden bw ötovfichmerzen und bei mir blieb das sonst alttährlich ^ ,'nde^hremaufen aus. :uiein Ausfehen war gesünder und 7°?. tiÄ.nc'n?!n/lb.en besseres,- eine Gewichtszunahme toimten l^^Ueüen. Besondere Erscheinungen haben wir

<wUlttgcNOUluiciL Der Goichmack war UI feder Hinncht au- hn! ?115 Gerrank (wir nehmen eS abenbS) stets mit

Ultö, uyuc Widerwillen genommen worden. ätU0ll^brQU ^tarie Breugel. Unterictirnt beglaubigt: Hirnen«'<S.Ul.r£15öxr,Ieöei- J^I0,0n llt in 2lpoweien, Drogerien uim. dos Paket zu drei wtark erhaMich. lb'/i

Eo fiAtncn wir nur antworten: Das Volk, auf dessen Der- {rauen wir gerechnet haben (Lebhafter Beifall). Das stelle td) besonDers vor dem In, und AuSlande fest. Wenn em Zusammcn- dehen der Rechten und der £ inten vvm Zentrum als unmöglich hingestellt wurde, so denken Sie an die Ungleichheit^ ihrer eigenen Partei, die nicht geringer sind, als die zwischen Herrn v. Heyd> brand und Herrn Fischbeck oder Schrader. (Sehr richtig.) Es Wmt darauf an, daß diese Mehrheit fähig ist zu bofihber Arbeit. Dieser Mchrhcitszusammcnsetzung werde ich auch Rtdtt Kung tragen Neben dem vollen Schutze der Landwirtschaft werde lch die Industrie fördern unb die Fürsorge für bie Arbeiter betreiben. Mauck-cn Wünschen des Abg. Bas,ermann wird näher- tzetteten werden: Erspaniissc burch Vereinfachungen tn d^r Armee, Reform des Strafrechte-- unb Der Strafprozeßordnung, Verbesse­rung der Bcamlenvcrhältnisse unb Besoldungen, Bcfchränkung der Majestätsbcleidigunaspwzessc, wie cs der Initiative bcs Kaisers entspricht. Unsere Börse muß in ben Stand gesetzt lverden, den ÄnsorDerungcn als ein wichtiges wirtschaftliches Instrument belfer «als bisher zu genügen (Bravo). Wir werben eine gesunde, vor­urteilslose, vernünftige Sozialpolitik sortsetzen. (Beifall.i Aus diesen Gebieten wirb nicht Rückschritt oder Stillstand, sondern Fortschritt die Losung sein. Auch dem Mittelstand soll dies zu- aute kommen. Auf diese Andeutungen bcsäjränke ich mich. Weit bpr ichiaen Mehrheit, die zu meiner Genugtuung uns bas Voll