Ausgabe 
26.10.1907 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

157. Jahrgang

Samstag 2«. Oktober 1907

Drittes Blatt

Pr. 252

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

1

)

1

1(1)

1

2

2(1)

3(3)

5(3)

Verunglückung^

Gien en gebrachte Kraule tommen.

MAGGI SUPPf

MM

ri

4

4(2)

6(4)

1(1)

4(3)

6(3) 1(1)

1 5(1) 4 5(5)

gitw Schaltcnseiie des deutschen SchuUvesens.

Die Vielgestaltigkeit des deutschen Mittelschulwesens

Es starben an:

Scharlach Diphtherie Tuberkulose

1 1(1) 8(3) 1 (1)

3(1) 5(D 4 5 (5) 4(1)

7(5)

6(4) 5(3) KD 4(3)

vom \

.15. Jahr

1 1

KD

1

DieGtetzener Zamilienblätter" werden dem Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das wKrdsblatl für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der ..kjesstsche Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Rotationsdruck und Verlag der Brühllchen Unwersitäts - Buch- und Sretndruckerei, N. Lange. Greben.

Gebiete der Heimatskunde Sinn und Berechtigutig hat! Aber nicht nur die ideelle Seite dieses Mißstandes macht sich empfindlich bemerkbar, auch die materielle, die in der großen Verschiedenheit dec Lehrmittel zu suchen ist, fordert eine radikale Acnderung. Von der stark fluktuie­renden Bevölkerung unserer Großstädte wird diese Ver­schiedenheit der Lehrmittel recht bitter empfunden, weil sie die wenig bemittelten Arbeiter, Subalternbeamten und kleinen Kaufleute zwingt, die ost mit vielen Entbehrungen für ihre Kinder beschafften Bücher u. a. wieder durch neue zu ersetzen, sobald sie aus einem deutschen Bundesstaat in einen anderen verziehen. Durch diese Neubeschaffung wird dem Volke eine Steuer auferlegt, die außerordentlich drückt und von manchem Familienvater schwerer getragen wird als manche direkte oder indirekte Steuer. Als der Kaiser seiner Zeit den Grundstein zum Leipziger Reichs­gerichtsgebäude legte, sprach er die bedeutungsvollen Worte: Ein Reich ein Recht ein Gott?" Wir möchten unsern Artikel mit der Variante der kaiserlichen Worte schließen: Ein Volk eine Schule ein Mittel!"

Lungenentzündung anderen £itngen=» krankheiten

Herzleiden Schlagfluß Gehirnkrankhelten Tarmtatarrh anderen Unterleibs- krankheiten bösartigen 9lcit- bildungen

Lebensschwäche Selbstmord

Rubel. Nach denselben Berichten sind Bomben, Waffen­lager und E x p l o s i o n s g e g e n st ä n d e in 34 Fällen entdeckt worben, geheime Typographien und geheime Woh­nungen in 11 Fällen. Der Kampf mit der Presse wurde in der alten Weise fortgesetzt. Im letzten Monat ist in 26 Fällen diö Presse bestraft worden. Die Gesamt­summe dec beit Redaktionen auserlegten Strafen beträgt R. 14 860. In Petersburg allein sind Strafen in 7 Fällen angewandt woroen. Die Gesamtsumme der Strafen, welche .der: Petersburger Zeitungen auferlegt wurden, beträgt R. 5300. Dann folgt Moskau, wo Strafen in 4 Fällen angewandt wurden mit einer Gesamtsumme von R. 5100. Von der Presse der schwarzen Hundertschaften wurde nur dieRusskoje Snamja" mit R. 1000 bestraft. In einigen Gouvernements fanden große Agrarunruhen statt, welche von Brandstiftungen begleitet waren. Arb ei­ter st reiks brachen aus in Lodz, Baku, Libau, Wilna, Kertsch und Ekaterinoslaw. Diese Streiks trugen einen rein ökonomischen Charakter und verliefen deshalb friedlich.

vermisst«.

* Die Ueberschwemmungen in Spanien. Jetzt schon einen Monat andauernde sintflutartige Regengüsse verursachen fortgesetzte Ueberschwemmungen in Catalonren und Aragon. Auch der Ebro trat über seine Ufer und uber- schwemmte Tortosa bis zur Kathedrale. Ein von Valencia

Redaktion. Expedition und SDruderd: Schul- strotze 7. Expeditton miD Vertag. 5L Redaktion:^-112. TeU-Adr-AnzeigerGießen.

Neber die Fortschritte der Stadt Berlin sprach der Berliner Sladtv. Jakobi kürzlich in einer Wähler-Ver­sammlung. Von allgemeinem Interesse waren besonders seine Aussührungen über die Finanzlage der Stadt Berlin. Von Jahr zu Jahr seien, so referiert d:eFreis. Zlg.", die Ueberschüsse der Stadthaclptkasse größer geworden. Der letzte habe die Höhe von 14,6 Millionen Mark erreicht, obgleich der letzte Schneefall eine unvorhergesehene Ausgabe von 1 Million Ul a r k ver­ursacht hätte. Ferner seien Teuerungszulagen von fast 1 Million Mark bewilligt worden. Die König Friedrich-Stiftung zur Be- schassiiug billiger Wohnungen sei mit 1 Million Alk. begründet. Die Anleiheschulden seien auf 400 Alillionen Alark angewachsen, lue-ilc man der städtischen Verwaltung vor. Eie betrügen aller­dings 378 Millionen Alark -produktive Anleihen für die städtischen Gas- und Wasserwerke u. s. iv. inbegriffen, so daß rund 113 Millionen siämmereischuldcu vorhanden wären, denen an Aktiva 756 Millionen Mark und nach Abzug aller Schulden noch ein Vermögen von 3 7 2 Millionen Al a r k gegenüberstehe. Die Ueberschüsse aus den Werken betrügen nach dem letzten Etat 13 Millionen Mk. und abzüglich sür Zuschüsse für einige Verwaltungen (Kanalisation und Rieselfelder) noch rund ll1/2 Millionen Alk., der gesamte Anleihe- dicnst einschließlich der Amortisation erfordere 25'/, Alilliouen Alk., davon eiitfallen aber 19'/, Alillionen Alk. mii die Werke, so daß nur riliid 6 Millionen Alk. aus Steuern rechnungsmäßig gedeckt zu iverdeu braiichteu. Da indes die Werke IIV2 Millionen Mark Ueberschüsse abgeliesert hatten, so könnten die Zinsen und die Amortisation aller städtischen Anleihen nicht mir aus diesen Ueber­schüsse ii gedeckt ,verden, sondern es blieben daun immer noch 51/, Millionen Alk. für die Stadthauptkasse übrig. Dabei werdcii von deii 76'/» Alillionen Alk. Steuern, die jährlich erhoben werden, 45 Millionen, d. h. 60 Prozent, für Armen-, Gememdeschiillasteii, öffentliche Gesundheitspflege, Waisen u. s. w. verausgabt, ivomit nicht gesagt sciu soll, daß die unbemittelte Bevölkerung von dem Genuß der übrigen 40 Proz., die sür Parkanlagen, Straßen u. s. w. verausgabt würden, aiisgeschlosseii würden. Pros. Adolf Wagner habe Berlin als die rückständigste Stadt der Welt genannt und da­gegen Straßburg i. E. herausgestrichen. Rach dem Etat dieser Stadt besitzt Straßburg iveder ^eigene Straßenbahnen, noch Gas- oder Elektrizitätswerke. Für Gas nutzten z. B. einer Gesellschaft im letzten Jahre nocl) 203 606 Alk. zugezahlt werdeii. Die Gesamt-- cinnnijmen im Ordmarium betrugen, dort nur 7'/3 Alilliouen Alark und werden von den Minderbemittelten durch Verzehrungssteuern aiifgebracht, d. h. zum größten Teil. In Straßburg wird alles besteuert, sogar die Seife ist nicht einmal verschont. Vom Bier werden 3,10 Alk. pro Hektoliter erhoben, vom Rind­fleisch 5,40 Alk., vom Kalb- uiid Hammelfleisch 7 Alk., vom Schwerne- fleisch 5 Mk., von Secfische»i 6,60 Alk., von troefenem Obst 4 Mk., Weintrauben 6 Alk., Südirüchten 4,49jDif.; ferner rverden Zölle erhoben uom Wein, Essig, Oel, von Siemen, Sand, Kies, Holz, kurz allen Bau- und Brennmaterialien. Natürlich fini) auch die Verkehrsverhältnisse dort nicht so günstig wie in Berliii ivo man z iv e i deutsche Meilen s ü r 10 Pf g. zurücklegen kami. Eine Gemeiiide wie Berlin, Die jährlich rund 33000 Personen täglich unter st ü tz t, beherbergt und verpflegt, an Deren Ver­waltung rund 2 7 0 0 0 Korn m unal beamte m Ehrenanitern tätig siiid, als die rückständigste der Welt hinzustellen, fei un­begreiflich. _____

in Würfeln zu 10 Pfg. für

mit dem s-br w°bll»m°ckeud

und gesund. Vorzüglich als Abend- Kreuzstern suppe. Zu haben, wie auch Reis, Sago-, Pilr-Suppe u. s. w. in allen einschlägigen Geschäften. [c^/w

Zusanunen: Erwachsene: im

1. Lebensjah

Hihon Dai Haknrankai.

Diese drei mysteriösen Worte wird man in den nächsten Jahren voraussichtlich noch oft zu hören bekommen, denn sie sind die japanische Bezeichnung für dieGroße japanische Ausstellung", die im Jahre 1912 in Tokio stattfinden soll. Sic soll während der Zeit vom 1. April bis 31. Oktober 1912 stattfinden, und zwar unter Oberleitung der japanischen Regierung, um die Entwickelung dec gewerblichen und son­stigen Produktionen Japans, sowie die Grundlagen seines Nationalrcichtums dem In- und AuSlande vor Augen zu führen. Die japanische Staatsverwaltung widmet der Aus­stellung eure Summe von 12 Millionen Jen zur Deckung der mit der Abhaltung der Ausstellung direkt verbundenen Kosten. Auch ist zu gewärtigen, daß die japanischen Lokal­verwaltungen und die Werwalttlngen der 1905 neu erwor- beuen Gebiete sich mit erheblichen Summen beteiligen werden. Wie verlautet, soll auch das Ausland eingeladen werden, sich an dieser Ausstellung zu beteiligen. Das Ausland wird indessen gut tun, bei der Annahme einer solchen Einladung möglichst vorsichtig zu Werke zu gehen. Matt kennt die Findigkeit der Japaner im Nachahmen aus­ländischer Jndustriecrzeugnisse zur Genüge und wird sich da bei Zeiten vorsehen müssen.

Summe 55 (29) 3B (§öj 9(4) IO (5)

21 nm.: Die in klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach

Jahrbuch für Sozial-Bibliographie.

Das Internationale Institut für Sozial- Bibli o graphie in Berlin, Spichernstr. 17, hat ein Jahrbuch herausgegeben, das u. a. interessante Mittei­lungen über den Umfang der literarischen Produktion aus dem Gebiete der Sozialwissenschastcn bringt. Danach er­schienen im Jahre 1900 in den 14 Hauptrulturstaaten 19 438 Arbeiten, davon 8590 Bücher und 10 848 Aufsätze und Par- lamen. iS reden. Den Hauptanteil an dieser ungeheuren lite­rarischen Produktion hat die Sozialpolitik mit 6134 Arbeiten; ihr folgen die praktische Nationalökonomie mit 3830, die Politik mit 1747 und die theoretische Nationalökonomie mit 1692 Arbeiten. Dabei ist in dieser Statistik die rein populäre Literatur nicht mit berücksichtigt. Hinsichtlich der Pro­duktion nach Sprachgebieten ist bemerkenswert, daß 9455 Arbeiten, d. i. rund 50 Proz. der Weltprodurtion,' auf das deutschsprachliche Gebiet entfallen. Es folgen das franzö­sische Gebiet mit 3489 Arbeiten, das englische mir 3193, das holländische mit 783, das russische mit 699, das ualienische mit 653, Skandinavien mit 519, Ungarn mit 3.33, Polen mit 130, Spanien mit 68 usw. Sieht man sich die Statistik näher an, so findet man eine Reihe vor: Tatsachen, die auf die verschiedenen unser Kulturleben Dee in hustenden sozialen Strömungen interessante Streiflichter werfen. Wir sehen, wie die englische Schulreform, der französische Kulturkampf, aber auch ganz spezielle wissen­schaftliche und jo-ziale Probleme einen bemerkenswerten Aus­druck finden in der Quantität dessen, was die Welt über sie zu schreiben für nötig erachtet.

*

Auch eine Statistik.

Tas Bild der russischen Verhältnisse im ver­flossenen Monat September, dem vierten der dumalojen beit gleicht dem Bilde der vorhergehenden Dtonate. Es sind dieselben Anarchieerscheinungen und dieselben Kampf­mittel gegen sie. Vom 31. August bis zum 30. September sind, nach zuverlässigen Berichten, in verschiedenen Städten des Reiches von den Kriegsgerichten 84 Todesurteile gefüllt und 34 vollstreckt worden. In Petersburg allein wurden sieben Personen hingerichtet. In derselben Zeit sind bei Zusammenstößen mit Revolutionären, Polizei und Militär und bei R a u b ü b e r f ä l l e n in ver­schiedenen Städten Rußlands 207 Personen getötet worden: davon 134 Privatpersonen und 73 Beamte. Verletzt wurden bei diesen Zusammenstößen 172 Personen: 96 Privatper­sonen, 76 Beamte. Bei diesen Zahlen fehlen aber noch die Verletzten und Getöteten in Odessa, Rostow und einigen anderen Städten, in denen der Verband des russischen Kolkes unbeschränkt herrscht. Die Zahl dec Opfer ist beson­ders groß in Odessa, leider ist sie nicht genau festzustellen. Kaub an fälle sind in der angegebenen Zeit j.65 vor­gekommen. Tie gesamte geraubte Summe beträgt 500 000

enthalten alle Nähr- und Geschmack­stoffe einer guten Fleischsuppe. Man braucht nur mit Wasser zu kochen. Ein Würstchen gibt 3 Telkr gehaltreiche Suppe.______________

j Koche mitKiiorr(:, h

bietet ein wenig erhebendes Spiegelbild unserer früheren staatlichen Zerrissenheit. Nicht nur, daß die Berechtigung der Mittelschulabiturienten zum Universitätsstudium noch immer nicht im ganzen Reiche einheitlich geregelt ist, nein, rs bestehen auch große Schwierigkeiten in Bezug des Ueber- iritts' von der Mittelschule, ja sogar der Volksschule eines Bundesstaates zu der eines anderen, weil die einzelnen Lehrpensa ganz.verschieden find. Selbst in den Lehrmitteln Ij berscht ein Durcheinander, das sich weder pädagogisch, noch wirtschaftlich rechtfertigen läßti Nachdem wir ein Vürgec- - nchcs Gesetzbuch, ein deutsches Zivil- und Strafrecht, eilte deutsche Konkursordnung, ein deutsches Handelsgesetzbuch, oin deutsches Zollrecht, eine deutsche Sozialgesetzgebung, eine einheitliche deutsche Militärorganisation u. a.m. haben, nachdem die Absolutorien unserer sechsklassigeu Mittel- schulen bei allen Militürrontingenten zum einjährig-frei­willigen Dienst berechtigen, ist beim besten Willen nicht einzusehen, warum nicht auch die Lehrpläne der Volks- und Minelschulen einheitlich geregelt werden können. Es gibt doch kein preußisches Rechnen, keine bayerische Natur­geschichte, kein badisches Latein oder Griechisch! Wozu also die Verschiedenartigkeit, die doch schließlich nur auf dem

kommender Zug soll in den Ebro gestürzt sein. Es. ist ein Hiljszug mit Behörden abgegangeu. Die Ueber­schwemmungen haben aber auch noch weitere Opfer ge­fordert. Es ist gegenwärtig unmöglich, den Schaden fest­zustellen. In Lerida sind viele Einwohner in ihren Woh­nungen von jedem Verrehr abgeschnitten. Zahlreiche Häuser droben einzustürzen. In der Provinz TueSea wurdeii zahl­reiche Fabriken zerstört. Die Einwohner von Pomar stehen in Gefahr, umzuwmmen, wenn nicht schleunigst 5)ilfe ge­bracht wird. Die Regengüsse dauern in ganz Nord- Spanien fort.

* Sicbenlinge. DerTag" erteilt auf "eine Anfrage fol­gende Auskunft: Es find nicht bloß Virrlinge, sondern wiederholt auch schon Fünflinge geboren worden. Ja, es hat sogar noch rei­cheren Kindersegen gegeben. Es befindet sich immlich an einem Haufe in Hannover eine Gedenktafel, die erzählt, daß in diesem Haufe eine Frau von Siebenlingen entbunden worden ist. Ur­sprünglich hat diese Tafel ifyren Matz in der evangelischen Kirche ge­habt, in welcher die Siebenlinge die Taufe empfaugen haben. Auf Veranlassung des Bürgermeisters Domeier wurde aber im Jahre 1818 die Tafel an Dem Hause angebracht, in dem die Siebenlinge geboren wurden. Man sieht in der oberen Hälfte der Tafel Die Familie des Mannes, der so reich beschenkt wurde, im Gebete zu Den Füßen eines Kruzifixes; auch liegen sechs von den Neugeborenen zu Füßen des Gekreuzigten, während der Vater das siebente auf dem Arme trägt. In der unteren Hälfte der Tafel befindet sich folgende Inschrift:

Allhier ein Bürger Thiele Römer genannt Seine Hausfrau Anna Breyers wohlbekannt Als man zählte 1620 Jahr

Den 9ten Januarius des Morgens 3 Uhr war Von ihr zwey Knäbelein und fünf Mädelein Auf eine Zeit geboren seyn

Haben auch die Heiligen Tauf erworben Folgends den 20ten 12 Uhr seelig gestorben. Gott wolle ihr geben die Säligkeit

Die allen Gläubigen ist bereit."

Obiges Original-Denkmal hat durch die Güte des Herrn Bürger­meisters Domeier der jetzige Besitzer dieses damahls Römerschen! Hauses Gerichts Schreibers Hoppe wieder erhalten und auf­gestellt im Jahre 1818."

* Eine englische Advokaten rechn ung. In Eng­land einen Zivilprozeß zu führen, ist ein ruinöses Vergnügen wer nicht sehr reich ist, tut am besten, darauf zu ver­zichten. Das wird ohne weiteres als bewiesen gelten und von jedem geglaiibt werden müssen, der folgenden ^luszug aus einer Advokatenrechnung gelesen hat:

Einen Briei von Jhlien empfangen und gelesen 2 Schilling (3,50 Mk); denselben beantwortet (to writing the answer) 2 Schil- , Ung; eine Droschke genommen (to Liring a cab) 4 Schilling; in der Droschke über Ihre Sache nachgedacht 2 Schilling; Ihre Be- merkungen angehört 2 Schilling; dieselben beantwortet 2 Schil-' Img; Ihren Bruder getroffen und mit ihm über Ihre Sache ge­sprochen 2 Schilling.

Es ist ein lleine§ Wunder, daß der Sollizitator nicht noch Kosten in Ansatz bringt, wenn ec von dem Prozesse seines Klienten träumt.

Kleine TageSchronik.

In Berlin sind nach dem Genuß von verdorbenem Gänsefleisch die Frau Martha Schult und ihr sieben Jahre altes Mädchen ertrankt. Vor dem Spiegel erschossen hat sich der 38 Jahre alte Oberlehrer Dr. Bernhard Sterner vom Bismarck-Gymnasium in Wilmersdorf. Ein nervöses Kopf- leiden, das sich Steiner durch Ueberarbeiten zugezogen hatte, ist das Motiv gewesen. /

»I 11 IIIII! II <l XIU IW ----

Moniüliht iirbkrßöjt im Codrsftüe in Lie(en.

Monat September 1907. ,

Einwohnerzahl: angenommen zu 30 000 (inkl. 1600 Mann Militär.) -

Sterblichkeitsziffer: 22,0 %0, nach Abzug von 29 Ortsfremden: 10,4 7m.

Kinder