scher, tvir werden tille unsere Kräfte, all unser Wissen, all unsere Erfahrung daran setzen, um die neue Staatsherrschast zu festigen, welche das von Ihrem monarchistischen Willen erlassene Oktober- manifest ins Leben gerufen, um das Vaterland zu beruhigen, Und für immer die Gcsetzordnung zu festigen, die Volksaufklärung zu sichern, den allgemeinen Wohlstand zu heben, die Größe und Macht des unteilhaftcn Rußlands dauerhaft zu machen und da- )urch das Vertrauen zu rechtfertigen, das Eure kaiserliche Majestät in uns gesetzt haben.
.Die Rechte ist. prinzipiell mit dieser Lldreßvorlage einverstanden und wird sich mit einigen redaktionellen Aende- rungen zufrieden geben.
AusianK.
London, 21. Rov. Kaiser Wilhelm lebt in Highclisfe ausschließlich seiner Gesundheit. Kein Besuch wird empfangen und keine Einladung, wie sie aus der Nachbarschaft erfolgt sind, angenommen. Der Kaiser arbeitet zwei Stunden vor dem Frühstück, darauf aber wird ebenso wie nach dem Luncheon mit dem Automobil ausgefahren. Für diese Ausfahrten hat der Kaiser 5 Daimler zur Verfügung. Von diesem Programm wurde gestern eine Ausnahme gemacht, da nachts ein Kurier mit Depeschen cingetros^en [Dar, deren Durchsicht den Kaiser vormittags in Anspruch nahm.
— Lord Charles Beresford hielt gestern abend hier über die englische Marine eine Rede. Der Marine- minister legte einen großen Optimismus an den Tag und äußerte, es sei die Pflicht Englands, darauf zu achten, daß die englische Flotte eine so große Macht erlange, daß jeder Krieg mit England von vornherein unmöglich werde. Sollte irgend ein Land England heraus- tordern, so werde es angesichts der Stärke der Organisation Englands durch diese völlig zermalmt werden müssen.
Birmingham, 21. Nov. Die Frauenrechtlerinnen wollten gestern abend im Rathause eine Versammlung abhalteu, wurden jedoch durch Kundgebungen der Studenten daran gehindert, die gleich bei Beginn der Versammlung intervenierten, Stinkbomben in den Saal warfen und jede Debatte verhinderten. Der Saal wurde geräumt.
Madrid, 21. Nov. Der „Liberal" erhält aus Lissabon äußerst ernste Nachrichten. Die Zensur wird streng geübt. Inländer werden mit Deportation nach Afrika bedroht. Ein schwarzes Kabinett öffnet alte verdächtigen Briefe. In Oporto wurden 13 Zeitungen gerichtlich belangt. Bedeutende Politiker schlagen sich zu den Republikanern. Der Sturz der Monarchie wird als unvermeidlich angesehen. Am 17. ds. 3 Uhr nachmittags kam in der Straße Barrenho eine B o m b e n - Explosion vor, wobei zwei Mann getötet und ein dritter- schwer verwundet wurde. Die Verfertiger der Bombe waren ein Arzt, ein Elektriker und ein See-Offizier. Die Bombe war für das königliche Theater San Carlos bestimmt. Sofort erfolgten 38 Verhaftungen, später Hunderte. Zahlreiche Familien wandern nach Spallien und Frankreich aus.
Calcutta, 21. Nov. Ter Aus st and der Eisenkahnangestellten wird immer bedrohlicher; es hat sich als notwendig herausgestellt, bewaffnete Polizisten nach Asansol zu entsenden, wo Plünderungen statrgejunden haben.
Zweiter SozialLemokratischer Uarteitag für
Kreutzen.
(Unberechtigter Nachdruck verboten.)
S. u. H. Berlin, 21. Nov.
Im Gewerkfchaftshause am Engelufer trat heute der zweite Parteitag der preußische Sozialdemokratie, der sogenannte „Preußen tag" zusammen. Man sah seinen Verhandlungen mit einiger Spannung entgegen, da aus ihm zu den Landtags- Wahlen 1908 Stellung genommen werden und die Taktik bcr Sozialdemokratie zu diesen preußischen Wähler erörtert werden sollte.
Singer begrüßte den Parteitag im Namen des deutschen Parteivorstandes und griff mit aller Scharfe das preußische Drei- klassenwahlrecht an. Aus einem Verfassnngsöruch sei es her- vorgegangen. Es trage das Kainszeichen an der Stirn. Heraus aus dieser Wahlunvechtsschmach. (Beifall.)
Darauf nahm der frühere Reichstagsaügevrdnete Rechtsanwalt Dr. Haase-Königsberg das Wort zum ersten Punkte der Tagesordnung: Die Organisation in Preußen. Auf dem ersten „Preußentag" im Dezember 190-1 hatten du Genossen von Groß-Berlin den Auftrag erhalten, den Entwurf einer neuen Organisation auszuarbeiten, der nun vorliegt. Ter Ent- vurf schließt die Organisation zu einem Landesverband zu- ianuncn.
In der Generaldiskussion erhielt als erster das Wort Arons- Berlin. Er wies daraus hin, daß ein selbständiger preu ßischer Landesvor stand nötig sei. — Dittmann- Franksurt a. M.: Es kann keine Rede davon sein, daß wir ttwa neben dem deutschen Parteipor.rand einen selbständigen preußischen Parteivorstand setzen. — Horn-Stettin verlangte eine weitgehende Vertretung der Frauen auf dem Parteitage — Dr. Manrenbrecher -Berlin: Wir brauchen eine Zentralstelle für preußische Politik. Wer kennt denn überhaupt Preußen' Wo wird denn in Deutschland die preußische Politik sortdauernd an den Pranger gestellt? Die Sozialdemokratie muß einmal -ergen, wie Preußen ist. Es muß vor aller Welt bwß gestellt verden. Das Königreich Preußen mit seinen Absonderlichkeiten muß der Welt gezecht werden. Dazu gehört em Memfwen- alter. Tas ist die Aufgabe der Arbeiterbewegung der nächsten Jahre, Preußen zu demokratisieren. (Beifall.) Tas ist die at- tuetle Ausgabe, die es vom demokratischen Standpunkte au5 gehen kann. Wir müssen zeigen, wie in Preußen regiert wird, wie fein Landtag ist. Wir müssen zeigen, wie die Kreisblattliteratur wirkt. Der deutsche Parteivorstand besteht aus Reichstagsmitgliedern. Ihn beschäftigen nur Fragen des Reiches Wir brauchen darum eine spezifisch preußische Spitze, die sich auch mit dem Landtag beschäftigt. In Preußen liegen akmelle Ausgaben vor, sie können nur von Preußen aus gelüst werden ^lrum verlangen wir Selbständigkeit für die preußische Partei. (Beisalß) — Reiä-stagsabgeordiiewr S i n g e r : Ter Gedanke einer preußischen Landesorgamsation ist entstanden, weil bisher eine UNK jur Preußen tatsächlich gefehlt hat. In Preußen ist für
Parteiorganiiatwu bereits viel geschehen. Durch die Selbst- pMwrgmachung Preisens würde der Bestaild der b utscheu Partei gefährdet werden. Die Dcmotralisierulig Preußens ist Sache des
Rußland.
Petersburg, 21. 9tov. (Reichsdum a.) Die Sitzung wurde um 2 Uhr nachmittags eröffnet; die Duma schritt zu Wahlprüfungen und bestätigte alsdann über 300 Mandate.
Das „Berk. Tgbl." meldet aus Petersburg: In der letzten Nacht wurden in verschiedenen Stadtteilen massen- hafte Haussuchungen und Verhaftungen vorgenommen, die der Polizei eine ganze, höchst gefährliche revolutionäre Organisation in die Hände gaben, die schon in der nächsten Zeit einen revolutionären Anschlag plante. Die Haussuchungen förderten eine Mertge Warfen, Sprengstoffe und Bombenmaterial zutage.
Warschau, 21. Nov. Heule wurde in der Jasna- straße eine Bombe in ein Kleiderdepot geworfen. Ein Rann ist tot, drei sind schwer verletzt.
: Reiches. Darum muß die ganze deutsche Partei gegen Preußen , kämpfen. Tie preußischen Genossen sind nur die Elite truppe. - Sie brauchen nicht allein zu marschieren. Tie Genossen ganz , Deutschlands gehen mit ihnen gemeinsam vor. Genosse Arons [ scheint sich bei seinem Plane gedacht zu haben: Tivide et im Peru! । (Oho-Rufe.) Eine selbständige preußische Organisation würde : bald vorherrschend sein. Sie würden den P a r te i vo rst a n d d e p v s s e d i e r e ii unb seinen Einfluß v er tu indem. (Rus: Aha!) Wo liegen denn die Ausgaben des deutschen Parteivorstandes? Zu 7/io in Preußen. (Sehr richtig!) Die preußische Landcsorganisation soll ein Hilfsorgan für den Parteivorstand sein. Es soll aber kein Hausknecht fein, der die Gänge besorgt, fonbern ein Mitarbeiter. Wir wollen nicht den Liebhabereien Einzelner folgen, sondern das Interesse des Ganzen im Auge behalten. (Beifall.)
Inzwischen luar _ von Adler-Kiel und Arons-Berlin folgende Wahlrechts-Resolution eingegangen: „Ter Parteitag erklärt: Tie Gesamttätigkeit des preußischen Abgeordnetenhauses rst, ein Beweis für die Volksseiiiblichkeit des Treiklassemvahl- systems. Dieses elendeste aller Wah.systeme wirkt umso schändlicher, als nach der Reichsverfassung der preußische Landtag in der Lage ist, die araeitenbe Bevölkerung Preußens in jeder Weise zu benachteiligen und außeroem der Staat Preußen durch ihn darin unter,rübt wird, den Vorkanipf für die Reaktion im Teutschland zu führen. Eine den Bedürfnissen der arbeitenden Bevölkerung entsprechende Gesetzgebung in Preußen und die wiri- fame Bekämpfung der Reaktion im Reiche sind nur möglich, wenn in dem größten Bundesnaate ein Wahlrecht auf dem Boden ehrlicher Temolratie besteht. Der Parteitag stellt fest, daß die Eroberung her politischen Macht zum Zweck der Befreiung der Arbeiterktasse der: Sozialdemokraten Preußens die beivudere Aufgabe stellt, die Demokratisierung der Gesetzgebmtg unb Verwaltung dieses Staates zu erzwingen. Damit wird es zur Pfticht der preußischen Arbeiterschaft, diesen unwürbigcii Scheinparlamentaris- mus durch rücksichtsloses Vorgehen bis zur Beseitigung zu bc- lämpsen. Hieraus folgt für die Sozialdemokratie Preußens die Aufgabe, den geschilderten elenden Zustanden dadurch ein Ende ju machen, daß sie den Kamps zur Erringung des allgemeinen, gleichen direkten unb geheiu.m Wahlrechts für alle zwanzig- tahrigen Staatsangehörigen ohne Unterschied des Geschlechts mit der äußerten Arrspannung und den jeweils für zweckmäßig erachteten Mitteln so lange zu führen hat, bis das Ziel erreicht ist. — Auch zu dem kommenden R e i ch s v e r e i 'n s g e s e tz lag folgende Resylutioir vor: „Der Parteitag legt insbesondere Ver>mck-rung ein gegen alle Versuche, die Privatrechtliche und politische Gleichocr. chtigung der fremdsprachlichen Teile dcs preußischen Volsts auf dem Wege der Gesetzgebung oder Verwaltung noch lueitcr einzufchrünlen. Tie Aufhebung des bisher verfassungsmäßig gelvuhr^iirelen Vereins- und Versammlungs- rechts der fremdsprachlichen Staatsbürger durch ein gehässiges Ausnahmegesetz bedeutet nicht bloß für diese, sondern auch für die deutsche Arbeiterschaft einen Angriff auf das Koalitivus- recht, der das gesamte Proletariat zur enlschlofsenen Abwehr heraus sordert.
Ein Antrag Mauerbrechers, jetzt sofort über den Hauptantrag Arons auj ^chafjuug eines prenßifcheu Parteivorstandes abzuinmmerr, wurde abgelehirt. Darauf iuuroe der E n t w n r f mit allen Anträgen, einer 16 gliedrigeir Kommission überwiesen, der u. a. Haase, PfannkAch, Arons angehören.
Es kam dann der ziveite Punkt der Tagesordnung zur Verhandlung : T i e bisherige Tätigkeit des preußischen Landtages unb bic Wahlrechtsfrage in Preußen. Dazu sprach Abler-Kisl. Die preußische Reaktion sei der Stützpunkt der beutfchen Reaktion. Gegen sie müsse ein Wahlrechls- üunn' einsetzen. Den preußischen Landtag erkenne man an seinen Taten. Schon feine Zusammensetzung sage genug. Tie Rechte |ei 202 Mann stark, die Linke 111, das Zentrum 97. Außerdem seien noch 23 Versprengte. Das sei kein Parlament, das sei eine Farce. (Jnzwischeil hat fich auch, lebhaft begrüßt,
August Bebel cingefunbenj. Ter Rebner kritisierte dann abfällig die Arbeit des preußischen Landtags unter Zitierung von Äußerungen verschiedener Abgeordneter. Das Abgeordnetenhaus ei ber Hort der Reaktion. Die sogenannte Opposition der Frei- sinnigen sei kemeil Piifserling wert. Das gelte besonders von dem Abgeordneten Fischbeck. Der Ton im Abgeordnetenhause sei geradezu unerhört und terroristisch. Es foininc fast keine Debatte vor, ohne baß nicht auf die abwesende Sozialdemokratie Losgeschlagen würde. Ost werde auch der rote Lappen der Regierung zum Angstlnachen vorgehalten. Ter Redner schildert bann das Schicksal der einzelnen Gesetzesvorlagen im Abgeord- netenhause, der Kanalvorlage, des Berggesetzes, des Ansiedelungs- gese^-s u sw. auch geißelte ihren Geist. Tieses Parlameitt müsse durch einen großen Wahlrechlskampf eine andere Zusammeii- icbung erhalten. Ein irauriges Bild bietet das Parlanleut von Anfang bis zu Enöe. Ferndschast gegen den wichtigsten Teil des Volkes. Liebesgaben und Cliquenwirtschaft. Fort mit den alten Ruinen. Ecrasez la eaniaille! (Beifall.)
i)kach 6 Uhr nachmittags, würben die Verhandlungen auf tyreitag vertagt. Am Abend sand eine Theateraufsührung statt.
Aus und
Gießen, 22. Lioveinber 1907.
** Vom Gr o ßh. Hofe. Das Gro ß herzo g liche Paar wird am lommendcn Mittwoch, den 27. November, mit Gefolge der Stadt Offenbach einen Besuch abstatten. Das Fürstenpaar wird sich ltachmittags im Lluto- moöil nach Offenbach begeben, bei dem Kreisrat von Hom- bergh soupieren und dann einem Liederabend des Sünger- chors des Turnvereins in der Turnhalle beiwohnen. Die Rückfahrt erfolgt noch abends im Automobil.
** In Audienz empfangen wurde am Mittwoch von S. K. H, dem Groß Herzog u. a. Generalmajor v. Lindenau und Oberstleutnant z. D. von Knobelsdorfs, Kommandeur des Landwehrbezirks Gießen' — I- K. H. die Groß Herzogin empfing vormittag 12 Uhr im Neuen Palais: Generalmajor v. Lindenau und Gemahlin.
** Wahlrechts Vorlage. Ter Gesetzgebungsaus- schuß der II. Kummer ist von seinem Präsidenten, Abg v Bretano, für Dienstag, den 26. ds. Mts. zur Abhaltung einer weiteren Beratung über die Wahlrechts Vorlage em- berufen worden.
** Bon der Techn. Hochschule. S. K. H. der Gro ßherzo g haben den außerordentlichen Professor für höhere Mathematik Dr. Friedr. Gräfe in Darmstadt zum ordentl. Honorarprofessor und den Privatdozenten für organische Chemie Dr. phil. Karl Gust. Sch w a l b e in Durm- stadt zum außerordentlichen Professor ernannt.
** Der Hessische Richter-Verein hält Samstag, den 7. Dez., Dornt. 11 Uhr, zu Frankfurt a. M. im Restaurant Wolf (Börsenplatz) eine außerord. Hauptversammlung ab. Aus der Tagesordnung stehen u. a.: Bericht des von der vorigen Hauptversammlung eingesetzten Sonderausschusses, sowie Beratung und Beschlußfassung über die von diesem ausgearbeiteten Vorschläge. Vortrag über den Gesetzentwurf, betr. Aenderung des Gerichtsverfassungsgesetzes, der Zivilprozeßordnung usw., mit nachfolgender Besprechung. Nach Erledigung der Tagesordnung findet ein gemeinsames Mittagsmahl statt.
** Ausschuß der Studentenschaft. In der ersten Sitzung des Gesamtausschusses der Gießener Studentenschaft sand die Wahl des Vorsitzenden und des engeren Ausschuß für das W. S. 07/08 statt. Das Er
gebnis der Wahl war folgendes: Erster Vorsitzender: stud. phil. Bär (Phil.-Hist. Verein); stellvertretender Vorsitzen, der: stud. theol. Bürstlein (Burschenschaft Germania)' erster Schriftführer: stud. Backhaus (Verbindung Hasso,' Guestphalia); stellvertretender Schriftführer: sind, forest* Müller (Verbindung Wingolf); erster Kassenwart: stU(f Ohly (Landsmannschaft Rhenania); stellvertretender Kassentvart: stud. jur. Horch (Vertreter der juristischen Fakultät); Beisitzer: stud. Weisel (Verbindung Nor- mannia).
** Dekorierte Feuerwehrleute. S. K. H. bet Groß Herzog hat dem Führer bei d'er frei tu. Feuerwehr zu Butzbach Landwirt Christian Weickhardt das Allgemeii.^ Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für Verdienste" und bo-- Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren Auq K ö p p l e r und Gg. S p a r w a s f e r zu Butzbach verliehen
** Aus dem Bureau des S t a d 11 h e a t e r ö wird un geschrieben: Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß am Moi tag, den 25. Nov^mb-er, zu Groß Herzogs Geburtstag eine Au süyrung von „Wilhelm Teil" a.s Fe,wor,äeAung ftattfinbe Zn der von heute ab Billetts ausgegeben werden. EZ gette‘ bie gewöhnlichen PreFe. — Am 6. TezemRr linbet ein Gas. ! Piel der Schlieerseer mit Xaver Terofal statt,uw zwar gelangt das beste Stück der Gaste „Jägerblut" zur Au sührung. Billettbestettungen werden schon jetzt entgegen«/ noinmen.
** Geschäftsverkauf. Das Möbelfabriklager uni Ausstattungsgeschäft des Herrn Peter Kronenbera wurde heute mit Vern gesamten Lagerbcstand sowie Jnventq^' von Herrn Herrn. Dominikus, Kaufmann in Plauen i. Vgtld., für die Summe von 81000 Vtk. erworben. Tic Uebernahme erfolgt am 15. Febr. 1908.
ch Lauterbach, 21. Nov. Wiederum ist ein stattliches Gebäude zur Zierde unseres Städtchens in dem Neubau d e r S Y n a g v g e entstanden. Sie wird voraus- ftchtlich im Mai k. I. ihrer Bestimmung übergeben werden Tie Kosten werden sich aus nahezu 60 000 Mk. belaufens die teils aus dem Erlös der alten Synagoge, teils durch Kapitalausnahme und sreiw. Gaben gedeckt werden. Zur Ver^ herrlichung der demuächstigen Einweihungsfeier hat sich ein aus zirka 30 Mitgliedern bestehender Synagogenchor gebildet. — Der hiesige Kriegerverein wird nächsten Montag die Feier des Geburtstages Sr. K. H. des Großherzogs durch eine Abendunterhaltung begehen.
x Landenhausen, 21. Rcov. Der Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung vom 8. d. M. einstimmig mit dem Bau einer gemeinschaftlichen Wasserleitung mit Salzschlirf einverstanden erklärt. Zwecks näherer Beratung der Angelegenheit wird demnächst eine gemeinschastliche Sitzung der beiden Ge> meiiidevertretungen hier stattfinden.
R. B., Darmstadt, 21. Nov. Das Wa hlerg ebnis für die vorgestrige S t a d t v e r o r d n e t e n w a h l hat durch die enst üch. heute mittag erfolgte amtliche Feststellung noch eine ktein-- Beiz chubung der Stimmenzahlen erfahren, die indessen an dem Gejamtergebnis nichts ändert. Durch Hinzurechnung der Stimmen dcS gestern noch rückständig gewesenen 15. Wahlbezirks steigt bic Stimmenzahl für Stephan auf 6075, für Dr. Merk auf 4935 und geht für die bürgerlichen Kandidaten bis auf 2977 herunter. Bo:i ben sozialdenwtratischen Kandidaten erhielt Landiagsabg Dr-^-ulda 2666, der frühere sozialdem. Reichstagsabg. Berthold ^.481 Stimmen, die übrigen sozialdemokratischen Stimmen schwan ken zwilchen 2449 bis 2300 Stimmen.
Offenbach a. M., 21. Üäov. Die heutige Stadt- v er o r d n e t c n s i tz un g hatte Zuhörer in großer Zahl herbeigesührt, da die Beleihung flüssiger städtischer Gelder im Betrage von 500000 Mark gegen Kaiser- Hofaktien öffentlich erörtert werden sollte. Die vom Bürgermeister Dr. Dullo gegebenen Darlegungen über den Stand der Angelegenheit führten zu einer lebhaften Debatte. Stadtveroroneter Boehm kritisierte die Transaktion ebenso eingehend wie scharf. Der Kontrollausschuß, der sich mit allen Einzelheiten der Transaktion be,assen soll, wurde beauftragt, einer bald einzuberufew bau weiteren Stadtverordnetensetzung Bericht zu erstatten
[] Marburg, 21. Nov. Der in diesen?Frülftayr hier ins Leben gerufene Spar -und Bauverein zählt jetzt schon 225 Mitglieder aus allen Gesellschaftskreisen. An Baugelände sind bereits im sog. „Asföller", in der Nähe des Hauptbahnhofs etloa 91 Ar erworben worden und dürste bie Bebauung desselben mit Kleinfamilienhäusern atsbalb in Angriff genommen werden. Neben dieser Baugenossew schast bestehl hier noch diejenige des evangelischen Arbelter- vereins, die ebenfalls schon eine Anzahl Häuser gebaut hat und noch bauen will.__________
Berlin, 22. Nov. Das gegen Dr. Friedeberg wegen Hochverrats cmgeleitetc Verfahren hat nach Schluß der Voruntersuchung damit geendet, dag das Reichsgericht die Erhc-
Anklage ablehnt, das Verfthren eingeftelli, und die Kosten des Verfahrens der Staatskasse auferlegt hat Dr.^ Friedeberg sollte sich durch Beiprecl)ung der in der Schweiz i ersapenenen Schrift Herves, „Tas Vaterland der Reichen" bei Vorbereitung des Hochverrats schuldig gemacht haben. Zugleid' mck der Einstellung des Verfahrens ijt ein gegen Dr. Friedeberc erlaßener Haftbefehl vom Reichsgericht aufgehoben worden. .. rPzrg, 21 Nov Tas Reichs g er icht verwar - ? Rev if ro n des Hos)chlachtermeisters Wilck und des Seifen * ^aerwald, von denen Wilck am 4. Juki 1907 toegei Bestechiing vom Landgericht Schwerin zu Gefängnis bezw. Geld k strafen verurteilt worden waren. Die Straftaten hatten fid öei den Lieferungen an die Jrr'enanstalt Sachsenberg er eignet. Xie übrigen Verurteilten hatten keine Revision eingelegt o i b r u ck en, 21. Nov. Heute ging nach dreitägige Verhandlung vor der hiesigen Strafkammer der Prozeß gegei, den früheren Sparkasfengehilfen Adolf Hildenbrand von Hom} öurg in der Pi atz zu Ende. Er war beschuldigt, in der Zei n?? ßUhHfp öweite Hälfte des Januars 1UO
bCr- ^bäu-'ks-Spar- und Hilfstasse in Homburg fort gesetzt Gelder nn Betrage von ungefähr 260 000 Mk. unter
i1 “5rV ?br Staatsanwalt beantragte drei Jahr) Gefängnis al zuglich zehn Monate Üntersuchiingshast. Das Urte
Donmrvtag, 28. Nov., vormittags 8% Uhr, verkünde Jt o m, 21. Jtop. n ber heutigen Sitzung des Nasi führte sich Nasis Verteidiger Martini so respektlc, g^n^^O)?o^erend auf, daß nn Senat ungeheure Bewegung en1 Zergehenv ersuchte der neue Präsident des Staatsgerichtr Hofes Blas er na den Rechtsanwalt, sich zu mäßigen- er droh schließlich mit Wortentziehung. Martini fuhr mit größte schunpsm fort, bis unter einem toahren Wil monium, tote cs der Sennt niemals erlebt, der Präsident fr» »alb* ?(a^c.Qeluita des widerspcttsttgcn ÄI °
waltv aufmfste. Aus Solidarität mit Martini tierliehen hnrai * sämtliche Vertreter Nasis bie Aula und legten ds- Verteidimni» iiiidil. ^trOnnblunn tviiidc nu( den 3. Dezember vertag l
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Jloucml,£l1 hcttcr. Trocken. Frost. Oestttche winde.


