Ausgabe 
22.3.1907 Zweites Blatt
 
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preis bezw. der genaue Wert des Grundstückes den für früheren Eigentumswechsel in Betracht kommenden um mehr als 10 Prozent

tehrling, wurde ünufinnnn und

brachte eS zu angesehener

Aus diesein Anlaß wurde in überaus schöirer Weise

das goldene Hochzeitsfest, ein Familienfest veranstaltet, das

und rrerfügte, daß er auf 6Wochen zur Beobachtung seines Geisteszustandes in eine Jrrerücmstatt untergebracht wird.

mußte nach Hause getragen werden. Dieser Vorfall zeigt wieder einmal, daß Eltern ihre Kinder nicht oft genug vor derartigem Spielzeug warnen können.

-r. Ehringshausen a. d. Till, 20. März. Vor einigen Tagen feierte der Rentier Friedr. Diehl zu Erie (am Eriesee, Staat Pennsylvanien), der vor 72 Jahren hier in Ehringshausen das Licht der Welt erblickte,-mit seiner in Neuengronau (Kur Hessen) geb. Frau Barbara, geb. Toll,

Vermischtes.

* D i e ä l t e st e Frau Deutschlands, die 119 Jährte alte Holzarbeiterswitwe Josesine Eder feierte im Hause ihrer Enkeltochter, in einem kleinen Bauernanwesen in Spitzendorf (Bayern) ihren Geburtstag. Die Matrone wurde im Alter von 50 Jahren Witwe; von ihren drei Kindern ist nur noch eine Tochter am Leben, die auch schon im 86. Lebensjahre steht. Die Enkelin, bei der Frau Eder lebt, ist 38 Jahre alt. Die Greisin hört und sieht noch recht gut, auch der Avpetit ist gut, doch hat das Denkvermögen bei ihr in der letzteir Zeit nachgelassen.

* Kleine Tageschronik. In K l e i u - R o s s e l n hat sich abermals ein Grubenunfall zugetragen. Auf dem Schacht Karl wurde durch herabslürzende Gestemsmassen der Berg, mann Sa ädeler aus Formeller getötet und ein anderer schwer verletzt Bon ben schwer Verletz,en der letzten großen (Srnben- Kataiirophe ist noch einer gestorben. Tie übrigen befinden sich in bedenklichem Zustande. Im Schacht befindet sich nur noch die Lerche des Bergmanns Peter Müller. In A l s e n z (Pfalz) wurde wegen bedeutender Veruntreuungen der bei der l a n d iv r r t s ch a s t l r ch e n Genossenschaft llir Warenverkehr angeslellte Laaerhausver- ivalter Schickler verhaftet. Während eines Manövers eines Dampfers im Haien zu L i n d a u am Bodensee sch ug em Rettungs­boot um. Ein bayerischer Malrose ertranf. Einbrecher drangen m Halensee bet Berlin bei dem Maler Heinecle in dessen Ab- ivesenheit ein und stahlen ihm aus dem Atelier 30 Bilder. In K ö n i g s b e r g i Pr. wurden der slelleirlose Arbeiter Roseu- vaum und Frau in ihrer Wohnung tot, anscheinend ö e r g i 11 e t, aufge'mrden. Tre 17 jabrtge Tochter der Eheleute, die vermutlich auch Gut genommen Halle, wlirde dem Krankenhaus zugesührt. Als Aioliv der Tat werden 9lahrrmgsiorgen Qngenonunen. Ter Wetterwart vom Gotthardhosptz, der 43jährige Franz Berger, ist auf dem A ege von Hospenthal nach denr Hospiz im Schnee liegen geblieben und erfroren. Er wurde wahrscheinlich von einem Schneesturme überrascht. InPariS beschäftigte sich die Polizei nut einem großen Diebstahl. ES handelt sich um die Entwendung eines Wertbriefbeutels, der Geldsendungen in Höhe von 2 Millionen Franks enthielt. Es ist noch nicht iestgeslellt, ob der Brieibeutel auf der Fahrt zwischen New-Port und Havre oder nach der Ankunft in Havre entwendet worden ist. Die Polizei verba tete einen verdächtigen Alami, der 210,000 Franks bei sich trug, sich darüber aber nicht ausweisen konnte.

GerichtssaaL.

11 Marburg, 21. März. Der Inhaber deS JnkaflogeschästS I u st lt i a" aus Gießen stand heute vor dem hiesigen Schöffen­gericht unter der Beschuldigung, einen EiseiibahnangesteUten durch die übliche Zahlungsaiifsorderrmg beleidigt zu haveii. Das Gericht erkannte auf Freisprechung.

B e r l in , 22. März. Tie 1. Strafkammer deS Landgerichts 2 verurteilte gestern den Schutzmann Ludwig Warnau, welcher versucht hatte, bei einem Herrn mit homo-sexuellen Neigungen Erpressungen zu begehen, zu 1 Jahr 3 Monate n Gefängnis.

Ter Würg eriue i ft er Becker von Pieschen in Polen wurde von der Strafkammer Ostroivo wegeir Urkunde n- l äls ch un g zu einer Woche Gefängnis verurteil.

Breslau, 21. März. Tas Schwurgericht verurteilte den Ge- legeiiheitsarbeiler Rösiter, der die Witwe Rasch ke ermordet hatte, wegen Totschlages zu 10 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrenverlust.

Tas Eivilge richt in Caen (Frkr.) verurteilte den G r a f e n von Mail t es, durch dessen Automobil in Billers jur Mer der Oberstleutnant Eroizot getötet worden ivar, zur Zahlung einer S ch a d e n e r s a tz s u m m e v o n 250 000 Franks an die Witwe und die 4 Hinterbliebenen Kinder des Ber- unglüdten.

San Francisco, 21. März. Das Schwurgericht bat gegen 80 GemeinderatSm itglieder sowie tuten Bürger- meister wegen Bestechung Haftbefehle erlassen. Die An- geklagten haben bedeutende Summen von Eisenbahn-Gesellschaften, Telephon-Gesellschaften rc. erhallen. Die Umta d Reynold Eisen­bahn hat jedem Gemeinderatsmitglied 40 000 Dollar sowie den Bürgermeistern Snulh und Roues je 250000 Dollar zustellen lassen. Die Affäre ruft ungeheuere Aufregung in den Bereinigten Staaten hervor. Tie Bläuer erklären, es sei dies der größte Skandal, der in Amerika je vorgetomm sei.

Arbeiterbewegung.

Berlin, 21. März. Mit einer weiteren Ausdehnung int Lohnkampf m diesem Jahre wird in Gewerkichaitskreisen gerechnet. Ter Al e l a l l a r b e i t e r - B e r b a n d hat in seiner General- Versammlung eine Erhöhung der Wochenbeitrage um 1b Pfg. für die Zeil vom 1. April bis 1. Juli beschlossen. Zur Begründmrg dieses Antrages führte der Bevollmächtigte Cohen an: Für die nächsten Wochen stehe allem Anschein nach ein Lohnkampf im Bau­gewerbe bevor, wobei der AietaUarbeiter-Verband mit einer großen Zahl von Bantlempnern, Baujchlossern, Elettro-Moirteuren und anderen Branchen in Mitleidenschaft gezogen werden wurde. Wenn 25 bis 3O,OOO Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiier un Kampf stünden, |o würden 5 bis tOoo Alelallarbeiter dadurch ar­beitslos werden. Auch m der Metall-Industrie selbst liege die Ge­witterschwüle ui der Lust.

Stellung. Viele Jahre stand er der Sonntagsschule in Eric vor und ist cr jetzt noch Lehrer der Bidelklasse für Männer. Tas Jubelpaar hat zwei Söhne und eine Tochter. Vor 6 Jahren weilte Tiehl zum letzlenmal in seiner Heimat.

sd. Darmstadt, 21. März. Tie schon seit langer Zeit erstrebte Verbilligung des elektrischen Lichtes, das bei uns mit 70 Pfg. für die Kilowattstunde lenerer ist, als in den meisten deutschen Städten, in denen es bis herab zt> 35 Pfg. lostet, ist in der heutigen Sitzung der Stadt­verordneten dadurch zum Scheitern gekommen, daß eine Majorität des Ausschusses den Preis auf 66 Pfg. und eine Minorität auf 60 Pfg. herabsetzen wollte. Bei der Abstrni- nning wurden beide Anträge obgelchnt. Hierbei stellte sich heraus, daß wir in dem nächsten Jabre mit einer Steuer­er h ü h u n g von 6,5 Proz. überrascht werden, sodaß der Sleuercoösficient auf 97,2 Pro;, gestiegen sein wird. Zur Sicherung der Umgebung der Stadt, besonders m den Waldungen wurde für polizeiliche Schutzmaßregeln der Betrag von 3052 Mk. genehmigt.

** Bieber, 20. März. Bei der heute hier stattge- flindenen Beigeordnetenslichwahl siegte der Kandidat der Sozialdemokraten Peter Hock nut 345 Stimmen übet den bürgerlichen Kandidaten Peter Heberer 5., dem 335 Stimmen znsiclen. Von den abgegebenen Stimmen waren außerdem 15 nngiltig und 46 Wähler haben n. d. Off. Ztg. von ihrem Stimmrecht feinen Gebrauch gemacht.

Bingen, 21. März. Zur Angelegenheit des KonkilrsesSteinhäiiser erlassen Bauunternehmer Choquet, Sladto. Dulcins, Dekan Geisil. Rat Engelhardt, Kaufmann Geßner II., Stadtv. Dr. Hageinann, pr. Arzt Tr. Neff, Bau- Unternehmer Ohler, LandlagSabg. Pennrich und Kaufmann Schneider eine öffentliche Erklärung, m der sie die von Slernhäusec in der Rhein- und Nahe-Ztg. veröffentlichte Dar- stetlring der Ursache seines Konkiirses als unrichtig bezeichnen. Tie Rh. und 9t. Ztg., die gegen den Geistlichen Rat Engel­hardt eine besondere Erklärung veröffentlicht, will ihn wegen einiger dann enthaltener Ausdrucke, die sie für beleidigend hält, Klage erheben, so daß eine gerichtliche Aufklärung der ganzen Angelegenheit zu erwarten ist.

h. Frankfurt a. M., 21. März. In der vorletzten Nacht kam es in Niederrod zu einer großen Schlägerei zwischen drei Sergeanten der 63er und einer Schar 'Riederräder Burschen. Tie Sergeanten wurden derart geschlagen, daß sie ärztliche Hülfe in Niederrad aufsuchcn mutzten. Vier der Täter sind bereits verhaftet.

lic. Frankfurt a. M., 21. März. Zum hauptamtlichen Dozenten für Handelswissenschaflen und Leiter des handels- ivisseufchaftlichen Seminars bei den Handelshochschulkursen in Königsberg i. Pr. ist der Direktor des hiesigen WarenhausesGrand Basar", Ernst Walb, berufen worden. Er hat die Berufung angenommen. Walb ist 1880 als Sohn eines Fabrikanten in Alzey geboren. Nach Ab­solvierung der dortigen Realschrile nebst Progymnasium trat er 1897 in das Fabrik- und Exporthaus von Adolf Hatry hier als Lehrling ein; nach beendigter Lehrzeit war er noch fünf Jahre an demselben Harise tätig, zuletzt als kauf- männischer Leiter des Fabrikbetnebes. Von 1904 bis 1906 studierte er an der Handelshochschule Köln und bestand dort feine kaufmännische Diplomprüfung nut dem Gesamtergebnis mit Auszeichnung" und in den sämtlichen schriftlichen und »nüudlichen Prüfrmgenmit Auszeichnung". Hierauf begab er sich nach England, um praktisch das Genossenschaftswesen kennen zu lernen. Jrn Herbst 1906 wurde ihm die Stelle als zweiter Direktor desGrand Basar" in Frankfurt a. M. übertragen.

Cm Fremdenlegionar als Deserteur.

Fl. Frankfurt a. M., 21. März. Im September v. I. meldete sich bei dvr Knisidircltion in Thann in Obereisatz ein g> wist er Eugen Bechelen aus dem benachbarten Orte Sternbach. Die Militärbehörde hatte ihn längst gesucht. Denn gerade in dem Jahre, in dem er mustenrngspsticistig ivar, im Jahre 1900, war '-ueajden verschwunden. Er war hinüber nach Francreich gegangen urrd hatte dort Handgeld sür die Fremdenlegion genommen. Nachdem er 4 Jahre in Afrika uird Asien gedient hatte, war er als trank entlasten worden, hatte noch eine Zeitlang in Frank­reich gearbeitet u. a. war er Kammerdiener bei einem Grasen gewesen. und dann den Entschluß gefaßt, sich in Deutschland zu stellen. Das soll weniger ausVaterlandsliebe" gestehen sein, als um sein Erbteil zu retten. Nun, der ehemalige Legionär, wurde sofort, am 29. Septemoer, in das deutsche Heer eingcitem und der 11 Komp. 116. Rgts. zugeteilt. Am Atorgeu des 5. Oktober, an dem Tage, an dem er seine Zivilsachen abgeben sollte, damit sie in die veimat geschickt würden, war Bcajclen verschwunden. Die Unisorm hing im Spiiwe. Der Telegraph spielle sofort, und um 11 Uhr Bormittags schon wurde der Ausreißer, der morgen» um 3 Uhr in Gieren .abgefahren war, auf dem Bahnhvfe in e tz festgeiwimnen. Dem SaMtzmann, der seine Persil nullen nusnahm, erklärte er, er sei verrückt. Deshalb tim er nachher zur Beobachtung in ö Lazarett in Durni- stadr. Aber die Aerzte erklärten ihn tue zurechnungsfähig, und das Kriegsgerccifä der 25. Division verurteilte ihn wegen Fahnen­flucht zu tiya Monaten Gefängnis und Versetzung in die 2-, Klaffe. Gegen dies Urteil hat er Berufung an s Cber- InegSgericht eingelegt, das heute zum ziveUen Ma.e in der Sache veryundelle. Aecheien erzählte, er habe in Ton fing das gelbe Fieber und einen Choleraaustill gehaot und an der Grenze von Marokko sei er einmal von einem Araber mit dem Gewehrkolben Niedergeschlagen worven. Außerdem habe er sich wahrend seines Dienstes ui der Freinbenlegivn durch schlechtes Trinkivasser ein Nierenleiden zugezogen. Alles das sei schmd, baß er sich muncfjanal ui einem Zustande befinde, in dem er nicht wisse, was er tue. so sei es auch bei der Fahnenflucht gewesen. Die sachverständigen Aerzte geben zu, daß Becheren anH».rnveschiweroen auf hysterischer Grundlage" leidet und von seiner verstorbenen Mutter her, di: lapuaanmuig war, eraticy betastet ist, hallen ihn aber nicht für unziirechiimigslähig in dem «Stinte, baß bei seinem Tun uird Lassen die freie Wsticnsdestinmlung auögciu^oifen sei. Trotzdem konnte sich das L-vc^kriegsgericht zu einer Vecucteilung mast enischuetzen, zumal sich b-ie Augaven oes AngLiiag..en oezuguch jemei liiieouinc bei der Frecnocnlegwn Im Grpt-eri my> E^iizcn MS ivuyx, etiviefen,

verlief. Diehl kam früh nach Amerika als Schuhmacher-

Arbeiterschutz.

Berlin, 21. März.

Dem Reichstage ist eine Resolution Basser mann und Genossen iug^guiigtii, die tierv-uiiuLi-ii Regierungen zu er,uchen, dem Reichstag baldigst einen Gesetzentivurs Vvrzulegen, nach dem erstens ein vom Reichsämt des Innern ressortierendes, ständiges Amt unter der BezeichnungReichSarbellsanll" geschaffen wird, auf wech-es die Obliegenheiten und Befugnisse der arueiter» statistischen Abteilung.des Statist. Amtes übergehen und welchem u. a. die Feststellung und d.e wisfonich.. Beraroeitunu der Arbeit-, Dienst- unb Grwerbsverhällliisse der Lohnarbeiter und anderen An ge st eilten kaufmännischer und ge - werbl. Betriebe, svwie die Vorbereitung der hierauf ge­gründeten sozialpolitischen Gesetzgebung obliegt und nach welchem zweitens diesemReichsaroeitsautt" ein ständiger Arbeitsrat ungegliedert wird, dem Arbeitgeber und Arbeiter in gleicher Zahl, ionne unparte iischie Sfachv er ständige angehören.

Ferner ging dem Reichstage eine Vdesolutivn Nemer und Genossen zu auf Vorlegung eines Geietzentivurjes betreffend die Unfall für sorge bei Arbeiten, welche freiwillig zur Red rung von Personen und Bergung von Gegenständen Dorgenomnicn werden und weiter eine Nesvlutivn Baumann und Geiwssen be- treffenb die Revision des Gesetzes über den Verkehr mit Wein vorn 24. Mai 1901 noch in dieser Reichstags,eision und endlich g°ei Resolutionen aff ermann und Genossen betreffend die ^^Oelnng der Arbeitszeit und die S o n n t a g sr u h e der Gehülsen, Leyclinge und Arbeiter in den Kontoren unb m bcn tauT man nif dien Betrieben, bezw. ber in der innpnfmi11nI-.tt

kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinoe.

Am Sonntag Palmarum, ben 24. März: Landes-Buß- und Betlag.

Kollekte zum Besten hulfsbedürsiiger Gemeinden unseres Landes, die an Orten mit überwiegend katholischer Bevölkerung bestehen, h-oltesüieau.

In der Stabtkirche.

Vormittags 9'/, Uhr: Piarrer 1). Schlosser.

Vormittags 11 Uhr: Beichte und heiliges Abendmahl für die Militärgenierube. Pfarrer Euler.

9tachmittags 21/, Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser.

Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Schwabe.

In der IohauueSklrche.

Vormittags 9'/, Uhr: Pjarrafslstenl Steiner.

Vormittags 11 Uh r: Kmberklrche für die Johannes-

gemeinde. Pfarrassistent Steiner.

Abends 6 Uhr: Pfarrer Euler.

Beichte und heiliges Abendmahl für Lukas- und Jo Han­ne § g e m e i n d e gemeinsam. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Katholische Gemeinde.

Samstag, den 23. Aiarz 1907:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag, den 24. März 19 0 7: Palmsonntag:

Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

um 7 Uhr: Tie erste heil. Atesse, vor und m derselben Austeilung der Herl. Kommunion.

um 8 Uhr: Tie zweite heilige Atefje.

91/, Uhr - Hochamt. Vor dem Hochamte findet die

Palmweihe statt.

Nachmittags um 5'/, Uhr: Predigt; darauf Andacht.

Israelitische Sieligionsgeseüschaft.

Sabbalfeier am 2 3. Alärz 1907;

Freitag abend 6.15 Uhr.

Samstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt.

Nachmittag 3.30 Uhr.

Sabbal-Ausgang 7.30 Uhr.

Wochengoltesdienst: morgens 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr,

übersteigt.

Die antisemitischeDeutsche Reform", das bis- herkge offizielle Organ ber Neformpartei in Sachsen, geht nach bem ,Leipz. Dagebl." am 1. April b. I. in aitbere Hände über, nachdem alle Sanierungsversuche unb alle Bemühungen, bas Blatt ber Partei zu erhalten, gescheitert sind. Da schon früher bie Tages­zeitungDeutsche Wacht , ferner bieStaatsbürgerztg." unb eine im Vorjahre neugegrünbete WochenschriftHessisch: Runbschau" etngegangen ober anberweitig oufgefauft worben sinb, so ist bie Deutsche Resormpartei nunmehr ohne jebe Preßstrmme. Tie Deuy'che Reform" erschien in Dresben wöchentlich einmal.

Vlättermelbungen zufolge wirb bas Reichsämt des Innern demnächst neben ben Nachrichten für Hanbel unb Jnbustrie ein eigenes Organ für rein lanbwirtschaftliche Fra - ?e n in benBerichten überLanbwirt schäft" erscheinen assen. Es handelt sich dabei um Mitteilungen größeren Umfanges unb bauernden Wertes, die ausschließlich ober übeciviegenb für lanb­wirtschaftliche Kreise von Bebenlung sind. Dw Herausgabe biefer Berichte wird in den Hauben bes lanbwirtschufllichen Sachverstän­digen des Reichsamts bes Innern, Geheimrat Boenisch, liegen.

Braunschweig, 21. März. Als neuer Regent für baS rerzogtum Braunschweig wirb ber Herzog Johann Al- re chtvon Ak ecklenburg bem Landtage vocgeschlagen werben.

Düsselborf, 21. März. Der hiesige Lanbgerichtsral Theisen würbe wegen Verössentlichniig einer Broschüre: Unfähig unb u n to ü r b i g", bie sich mit angeblichen Miß- ftänben im Justizwesen befaßt, vom Amte suspendiert.

Leipzig, $1. März. Gegen ben sozialdemokratischen Redak­teur unb früheren Rcichstagsa.bg. Schvpflin ist nnnmehr An­klage wegen B e l e i b i g u n g bes Vorsitzeiiben bes Reichsverbandes zur Bekämpfung ber Sozialbemolratie, Generalleutnant v. L i e - Bert auf Grunb ber §§ 185, 186 und 187 bes Strafgesetzbuches erhoben worben.

Aolottialpost.

©erlin, 21. Biuiz. Em cnniucyes Telegramm aus Dar es Salam meldet: Ter Leutnant Siegfried Lang und der Unteroffizier Heinrich Schedel, beide aus München, wurden beim Mpondaposten im Bezirke Mahenge durch Hochwaffer im Luluflusse foctgerissen und sind wahr­scheinlich ertrunken. Hoffnung, die Verunglückten lebend aufzufinden, ist kaum vorhanden. Telegramm aiis Windhuk: Mlliläckrattkenwärter Paul Scholz am 15. März an Typhus gestorben; Gefreiter Georg Henychet aus Ciostwltz am 19. März an Herzschwäche nach Typhus und Luugeilentzüudiing gestorben.

j Anslarrö.

London, 21. März. Im Oberhause erklärte heute ber Lorb- prascbent bes fGeh. Rats, Earl os Ccewe, bie R e g ie rung sei gegen ben1geblauten Kanaltunnel. Selbst bei ber Annahme, baß. man sich militärifchlerseits vor ben damit verbun­denen Gefahren schützen könne, weroe doch nach Ansicht ber Re- gterung stets ein Gefühl ber Unsicherheit im ganzen Lande bleiben unb bies in ber Forbemng nach Vermehrung ber Lanb- Unb Seestreitkräste zum Ausbruck kommen. Dies ftänoige Gefühl von Unruhe unb unter Umstänben sogar von Besorgnis werbe aber, wenn es äuch noch so unbcgrünöet sei, sich in politischer unb kommerzieller Hinsicht nachteilig bemerkbar machen, wenn anber- sects für Hanbel unb Jnbustrie keine Vorteile ersichtlich seien, bie diese Uebclftänbe aufwiegen könnten. Dagegen sei es angezeigt, einer b eueren Verbinbung über ben Kanal, burch Schaffung von Fähren Aufmerksamkeit zuzuwenben. Die Erklä­rung bes Regierungsvertreters würbe mit allseitigem Beifall be­grüßt.

n_ T7 2ni Unterhause gab, nachbem bas Haus bie Heeresbill 27 Stunben lang hintereinanber beraten hatte, Sir Campbell Bannerman dieselbe Erklärung ab.

'M 21. März. Deputierten klammer. Ter Depu­tierte Allemane bringt einen Antrag ein betreffend einen Aus­ff anb in Nantes unb verlangt bie Ernennung einer par'amew- tarffciMi Unter-iuchungseommissioii. Ministerprä,ident Clemenceau spricht sein Bedauern aus über bie Tötung eines Aus- staubigen, setzt bie Umstänbe auseinanber, bie ben Vorfall herdeigesuhrt und erklärt, bag eine Unteifuujung darüber ange- ffellt werden würbe, wen bie Verantwortung an bem Vorfälle kresfe. Gr fügt lfinzu, daß das Gesetz angewendet werde, wenn cm.r ®cui>^Ini. den Aus,landigen getötet habe. Der Minisler- prafident schließt seine Ausführungen mit der an die Kämmer gerichteten Aufforderung, den Antrag Allemane nicht anzunehmen Allemane fugt hinzu:Die Iustiz schläft, sobald es

Arbeiter handel t." Der Antrag wirb fchlietziich Ubgelehnt.

JPraV9ua (Mittelamerika), 21. März. Hier bestätigt man v sr? a?7tl^Doin Siege ber Nicaraguaner über die Strell- lräfte von Honburas unb Salvabor, von denen tausende von ** °j.c n ltuf bem Schlachtfelde geblieben sind. Die Nicaraguaner machten zahlrei-che Gefangene und erbeuteten 2000 Gewehre und viel ^^Nicaraguaner sollen cuch die zu Honduras gehörige Hasenstabt Lacerba eingenommen haben.___________________

Aus L.aOt itn6 Land.

Gießen, den 22. März.

Die Beratung über dieKanalgebühren findet, wie wir erfahren, in der Woche nach Ostern statt, so baß jedenfalls vom 1. April ab die Gebühren zu entrichten sem werden. Die Vorlage hierüber wird den Stadtverord­neten in den nächsten Tagen zugehen.

Unfall Im verlängerten Asterweg ist man gegen- foartig nut der Herstellung der Straße beschäftigt. Zum Ab- und Zubringen der Materialien ist em Sch.enengele.S nut Rollwagen vorhanden. Als sich am Donnerstag öie Arbeiter auf kurze Zeit entfernt hallen, machlcu sich einige Buben daran, um Nollwagen zu fahren. Es dauerte nicht lange und em lOjähriger Jiinge stak unter einem Rollwagen.

sich eine schwere Verletzung am Bem zugezogen und