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28.1.1907 Erstes Blatt
 
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Nr. 23

Erstes Blatt

IS7. Jahrgang

Montag 28. Januar 1907

General-Anzeiger für Oberhesfen

Erscheint 1 Lgktch aubet Somuagl.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dein hessischen Landwirt die Siebener Kavitlten- blätter viermal in der Woche beifldcgt unb gn.iuna( wöchentlich bat KreUblatl für den Kreil Stetzen. Jerusprech'An- schlußs.d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51

tanbibatcn Lehrer Dern und 7380 Zentrumsftimmen gegenüber- I leben, ist ein Sieg gegen die Sozialdemokratie zu ermöglichen, \ wenn am Stichwahltage alle bürgerlichen Elemente ihre Schuldig- leit tun.

Im Wahlkreis Bensheim-Erbach dürften nach unferm Dafürhalten sowohl die früheren 8500 Zentrumswähler, wie die , auS der Stichwahl ausgefchiedencn Sozialdemokraten öerrn Haas : mehr Sympathien entgegenbringen, als dem fremden Buchhändler ; und somit auch diesen Wahlkreis wie WormS seinem bis­herigen Mandatsinhaber weiter erhalten.

Wahlkreis Siehe«.

Unser Di eßen er sowie dec unS östlich benachbarte Wahlkreis werden bi8 znm 5. Februar den horten ftämpien zwischen Ltberalen und agrarischen Anl,se>..>len weiterhin qu6- , gesetzt sein. Alsfeld-Lauterbach-Schotten wird wohl einem bisherigen Vertreter Tr. Wallau treu bleiben. Was unS dagegen der 5. Februar bringen wird, das liegt ganz in den Händen der Anhänger des Gießener Stadtver­ordneten R rum m. Er selber ist in kommunalen Angelegen- geilen häufig mit Heyligenslaedt einer Meinung gewesen, und eine heftigere Gegnerschaft als die der Sozialdemokratie kennt der Bund der Landwirte nicht. Arbeiterschaft und Agrarier- nun stehen einander jebcnfofls weltenfern, während LiberaliS- muS unb Cozialdemokrl. ie Im Reichstage oft, namentlich bei Lösung kultureller und fo^aicc Fragen, Schulter an Schulter bei einander stehen und beiden als gemeinsamer Gegner der Bund der Landwirte gilt. Ten sogenannten .National- liberalen* vom Schlage der Herren v. Heyl und Criola, die agrarisch und konservativ bis in die Knochen sind, steht be­kanntlich Heyligenstaedt kaum minder fern, wie etwa em ivaschcchter Ten'okrat, wie nur irgend ein Anhänger deS ver- storbenen Eugen Richter. TaS ganze Grüppchen der Deutsch- sozialen, daS in den Reichstag einziehen wird und dem Kühler zugehören würde, wird sich dort unter daS Joch des ihm so hülfsbereit gewesenen ZentrmnS zu beugen haben, und jeder Bauer, jeder Arbeiter, der für Köhler am 6. Februar stimmt, stärkt daS Zentrum, stärkt die gesamte Reaktion. Daß die Deutsch sozialen im Reichs­tage Rittläufer derkonseroatioen sind, dürfte in Stadl und Land zur Genüge bekannt sein.

Taß der Liberalismus das Agrartertum besiege, ist gewiß auch der Wunsch der Arbeiterschaft. Der gesunde Verstand wird den Arbeitern unseres Wahlkreises sagen, bau Verstimmungen jetzt zwecklos sind, daß der Liberalismus nichts gemein Hot mit dem vom feudalen ost preußischen Junkertum und dem kulturfeindlichen Zentrum abhängigen antisemitischen Agrariertum.

DaS Offenbach-Gießener Sozialistenblatt fabulierte in seinem letzten betrübten Leitartikel von der angeblichen Gefährdung d e S R e i ch S t a g ß w a h l r e ch t e s. Tie Herr- llchkeiten, die daS sozialistische Progamm für dieSseitS und jenseits der Zukunftsgesellschaft verheißt, ziehen nicht mehr, vaher malt man den Arbeitern daS Schr.ckbild der Ver- kümmerung der Volksrechte an die Wand. Tie Forderung der Liberalen ist bekanntlich nicht nur die Aufrechterhaltung des ReichStagSwahlrcchts, sondern der Turchsetzung des ge- Heimen Landtagswahlrechtes für Hessen, wie für Preußen. Taß Köhler und seine Freunde nur sehr lau e Anhänger einer zeitgemäßen Landtagöwahlreform sind, ist zur Genüge bekannt. Scheiterte diese doch an den l ä n d l i ch e n Mitgliedern der Zweiten hessischen Kammer im Juli 1902, die den Städten, d. h. doch m erster Linie der Arbeiter- devölkerung, ein liberales Wahlrecht nicht zu- erkennen wollte! Das nationaltiberale Partei­programm bekennt ohne alle Verklausulierung, daß alle Bestrebungen, die auf Schmälerung dec verfassungsmäßigen Rechte, insbesondere deS verfassungsmäßigen Wahlrechts, ge- richtet sind, mit Entschiedenheit bekämpft werden müssen. Unb ebenso erklären sich selbstverständlich alle diesmaligen Wahl- aujrufe der Nationalliberalen auf baS entschiedenste gegen jede Verkümmerung wertvoller Volksrechte unb für daS verfassungsmäßig bestehende Wahlrecht.

Der nationalliberale Kandidat zeichnet sich vor Herrn Köhler in dieser Frage dadurch auS, daß ec nicht gleich jenem Herrn feine Grundsätze wechselt, der vom Baiiern- bunde, der emst den Liberalen eng verbunden war, zum konservativen Bunde der Landwirte, von den vielfach zur Demokratie neigenden Reformpartcilern zu den Stöckerisch, b. h. muckerisch angehauchten Deutschsozialen schwenkte. Hey- ligenstaedtS Partei hat im Gegensatz zu Sozialdemokratie unb Zentrum an der Schaffung der Verfaffung entscheidend mit- gewirkt und wird sich nie entschließen können, zur Zerstörung ihres eigenen Werkes die Hand zu bieten. Wo aber würde das geheime Wahlrecht im Staate der agrarischen Junker, im Staate be8 römischen Zentrums bleiben, denen Köhler im Reichstage untertan wäre?

Gerade die Liberalen erwarten jetzt von der Berliner : Regierung als Gegengabe für den nun nach deren Wünschen gestalteten Reichstag die alsbaldige Einführung eines zeu- , gemäßen Wahlrechts in Preußen. Laben die Köhlerianer i ähnliche Ziele, ersehnen auch sic für Heffen die Temokratisieriing des Wahlrechtes? Jeder Arbeiter weiß darauf die rechte 1 Antwort zu erteilen.

Wie im Wah. kreis Gießen. *'o Ui b-e Son'demokral.e auch 1 im Wo-mser Reims; "swe^o-irk unb int Wahlkreis T armstabt- Großgei au auf dem füllen Punkt ange.angt, denn b^c Zey en von '903 und 1907 Mben auch dorr nur eine ganz gerurg.ugcge Ver> änberuvg erfcbren und in den Wahlkreisen Alsfeld-Lauter-

«njU« »"'s«."1 Bototionsörud und Verlag der VrllhUchtN Unto.-Bud). und Slelndrvderel. H. lange. Sedaktion. Lxpedltion und vrudere!: Schulftratze 7.

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bad) unb Beno bei m-Erbaw m trotz des naturücheii An­wachsen- der Äabi der Wahlberechtigten so^crr eine numerische Abnahme der sozialdemokratischen Stimmen zu konstatieren, die im letztgenannten Kreise mehr alS 200 beträgt Noch eklatanter aber tritt der allmcchlickre Rückgang der sozial­demokratischen Mach! in Hessen in dem vorläufigen Gesamt­ergebnis der Dahl vvm 25. Januar äu Tage. Im Jahre 1903 wurde einer der ihrigen (Kramer) gleich' im ersten Wahlgang um Reichstagsabgeordneien gewählt, und weitere 6 Genosten amen in bie Stichwahl, 4 mit ben Nationalliberalen und einer mit dem Zentrum. TicSmal hat keiner von ihnen auf bcu ersteq streich ein Mandat zu erobern vermocht.

Tie Ergebnisse im Reiche.

In Marburg wird wohl Herr von Gerlach, der Nationalsoziale, dem Deutschsozialen Dr. Böhme bat Feld räumen müssen. Cb Naumann in Heilbronn bcfiece Aussichten hat, läßt sich heute noch nicht absehen, ebenso wenig wie der AuSgong im Wahlkreise Wetzlar sich vor­aussagen laßt, wo sich bie Nationalliberalen und bie Lhrisllich- ozialen gegenüberstehen. Frankfurt aber wird wohl end-' üch von ben Bürgerlichen erobert werden, ebenso eine ganze Anzahl anderer deutscher Großstädte, wie München, Dortmund, Stettin, Danzig, Wiesbaden und Straßburg. Ten Ruhm, bereits im ersten Wahlgange die Sozial­demokratie auS dem Felde geschlagen zu Haden, ccrangan sich die Großstädte Leipzig,BreSlau,Hannover, Halle, Magdeburg, Braunschweig und Königs­berg. Tie Sozialdemokraten verblieben außer den fünf Berliner Wahlkreisen Lharlottcndurg, Hamburg, Lübeck, Altona, Chemnitz, Nürnberg, Stuttgart unb Mannheim. In mehreren Wahlkreisen ist von größter Bebeutung bie Stellung befl Zentrums, wo es zwischen Bürgerlichen und Sozial­demokraten zu entscheiden hat, unb in anbecen Wahlkreisen haben bie übrigen bürgerlichen Parteien sich zwischen Zentrum und Sozialbemokratte zu entscheiben. Nun ist bie Frage, wie sich baS Zentrum zu den übrigen bürgerlichen Parteien ließt. Bebel erklärte in einer Berliner Versammlung, ein Bündnis zwischen Sozialdemokratie und Zentrum existiere nicht; bie gegenseitige Unterstützung sei emsach ein Gebot der Notwendigkeit. DaS Zentrum wird auf den Boden dieser Anffaffiing bei den Stichwahlen nicht treten können! Über würde sich um jeden Kredit als bürgerliche Partei bringen, um jede Glaub­würdigkeit, daß seine ost genug betonte entschiedene Gegner­schaft gegen die revolutionären Ziele der Sozialdemokratie aufrichtig und ernstlich gemeint war. DaS Zentrum kann auch nicht etwa Wahlenthaltung empfehlen, sondern eS muß mit aller Nachdrücklichkeit seinen Anhängern zur Psilcht machen, gegen die sozialdemokr. Kandidaten zu stimmen. Auf der anderen Seite ist eS ebenso selbstverständlich, daß bie bürgerlichen Parteien geschlossen für daS Zentrum stimmen da, wo ein Sozialdemokrat der Ltichwahlgegner ist, in Düsseldorf, Essen a. d. R., m Köln-Stadt rc.

Im allgemeinen sind die Einbußen deS Zentrum« selbst nur unerheblich. Sämtliche bekannten ZentrumS- Abgeordneten sind wiedergewählt. Nur FuSnagel ist in Arnsberg dem RegierungS - Kandidaten Becker unterlegen. Von den selbständigen nationalen Katholiken ist nicht ein einziger durchgegangen. Tie schlesischen Kreise Oppeln und Pleß hat daS Zentrum an die Polen abgegeben. Auch in Gleiwitz, wo bet bisherige ,ecftcrbenbe* ReichStagS-Prasi- vent Graf Ballestrem nicht wieber kaubidiert hat, muß eine Stichwahl zwischen dem polnischen und Zentrums-Kandidaten iiattfinben. Dadurch erhält natürlich die bisherige Bruder- schaft zwischen Zentrum und Polen einen Riß. DaS Hauplotgan der rhein. Ultramontanen, die .Köln. VolkSztg.* rechnet damit, daß in den Stichwahlen noch der eine oder bec andere Sitz durch .unnatürliche Bündnisse' für das Zentrum verloren gehen könne; immerhin stehe fest, daß selbst bei etwaigen Verlusten in den Stichwahlen da« Zentriim ben Generalsturm zurückgeschlagen habe. Die schwere Niederlage bet Sozialbemokralie müsse gewaltig überraschen. In einer Reihe von Bezirken, wo die Sozialdemokratie in Stichwahl komme, seien ihre Aussichten zudem höchst ungünstig. Beim Zentrum sei allerbingS auch zu berücksichtigen, daß die als Gewinne betrachteten Maubate bisher größtenteils m Händen der dem Zentrum naheuehenden ReichSlänber waren.

IebenfallS ist, was man kaum erwartet hatte, kaum jn hoffen wagte, bereits jetzt burchgesetzt: DaS Zentrum hat keine dirrgierenbe Stellung un neuen Reichstage mehr, wenn ihm nicht die Antisemiten dazu verhelfen müßen!

Tie Konservativen erwarben Osterode von den Nationalliberalen, Sternberg und Freiberg von den Sozial- bemokralen erobert, begleichen Neuß j. L.

Tie Nationalliberalen gaben Hoyerswerda, wo Baffermaun gewählt wurde, ferner von den Welfen Hannover, Wienburg unb Glihotn erobert. In Sachfen ist Löbau-Stabt, bisher sozialbemoltatlich vertrete.!, g:i die Nationalllberolen zurückgefallen, dagegen Haden diese Bretten an die Konser­vativen verloren.

Tic R c i ch s p a r t e i hat außer BreSlau noch Mülhausen i. E. von der frei u-.N'.g.n Vollspartei gewonnen, wo Eickhoff unter­legen ist. Uel5.11 hat die ReichSparlei an die Welfen verloren.

Die freisinnige Volkspartei hat neu r ; jonnen; Königsberg-Stadl, Breslau-West, Halle und Raun

Die heutige Fummer umsaht 12 Seiten.

Aus HcjüMlrcjuUat öd Aelchstagswahl.

Gießen, 28. Januar 1907.

Endgültig gewählt wurden: 237, ferner finden 160 Stich- Wahlen statt. Gewählt wurden: 41 Konservative, 10 Reichs- ' Partei, 18 Polen, 8 9 Zentrum, 20 Nationalliberale, . 6 Freisinnige VolkSpartei, 1 Freis. Vereinigung, 29 Sozial- beinokaten, 1 Dtttlelständler, 1 Däne, 10 Fraktionslose unb Eisäffer, 8 Reformpartei, 2 Bund bet Lanbwirte, 4 Wirt­schaftliche Vereinigung, 2 Deutsche Volkspartei. In die Stichwahl kommen: 29 Konservative, 19 Neichspartei, 5 Polen, 81 Zentrum, 58 Nationalliberale, 27 Freisinnige Volkspartei, 12 Freisinnige Vereinigung, 92 Sozial- b emo trat en, 2 Mittelständler, 8 Wildliberale, 4 Welfen, 4 Fraktionslose, 8 Reformpartei, 8 Bund der Landwirte, 12 Wirtschaftliche Vereinigung und 11 Deutsche VolkSpartei.

Danach gewinnen, bezw. verlieren die Konservativen 7 unb gewinnen 7; die ReichSparlei gewinnt 2, verliert 4; bie Polen gewinnen 2; das Zentrum gewinnt 2, ver­liert 4; die Nationalliberalen gewinnen unb verlieren je 9; Freisinnige Vollspartei gewinnt 4, verliert 2; die Sozial­demokraten verlieren 20; die Welfen verlieren 3; bie Wirtschaftliche Vereinigung verliert, Mittelstandler und Wildliberale gewinnen |e einen; die Fraktionslosen gewinnen unb verlieren je einen; die Reformpartei verliert 2; der Bauernbund verliert 1.

DaS deutsche Bürgertum hat am 25. Januar einen Ehrentag zu verzeichnen; fein stärkster Gegner, die Sozial- bemokratle, hat eine Niederlage von einer Wucht erlitten, daß fortan die Macht dieser Partei gebrochen erscheint. Hochburgen kamen zu Fall, auf deren Behauptung bie Sozialdemokratie mit größter Zuversicht gerechnet halle. Bei den Stichwahlen, an denen bie äußerste Linke betei- Iigt »st, dürften die Verluste noch weit empfind­licher sein.

In Heffen haben in sämtlichen Kreisen Suchwahlen siattzufinden, deren AuSgang in manchen Kreisen zweifelhaft ist. Die Sozial- bcmokralie steht den Bürgerlichen in Friedberg, Darmstadt, Offenbach und Mainz entgegen. In Fried berg wird ja wohl Graf Oriola siegen. Dagegen werben bie Ro tcllianer sich wohl iv'eber (palten. Finbct eine Teilung etwa zur Hälfte statt, dann ist der AuSgang völlig ungewiß; aber die An­hänger Kore US, die diesmal den sehr respektablen Zuwachs von etwa 2600 Stimmen erhielten, woraus zu schließen ist, baß diese fast sämtlich biSher nalionalliberal wählten, werden doch wohl in ihrer Mehrheit zu Osann übergehen, so daß unsere Landeshauptstadt endlich Dom sozialdemokr. Joch befreit würbe.

Eine hocherfr euliche Kunde kommt uns noch kurz tot Redalnonsschluß aus Darmstadt iu. Unser dortiges Re- daltionsburcau meldet:

Der'Wahlausschuß der vereinigten Liberalen erläßt folgende Erklärung: ..Unser Kandidat Herr Pfarrer Korell ist trotz starken Stimmenzuwachses nicht in Stichwahl gekommen. Wir haben unS nun dahin entschieden, die Entscheidung über die bevorstehende Stichwahl unseren Anhängern freizu- geben." Bei der Ersatzwahl im vorigen Jahre hatte die freis. Partei ihre Anhänger aufgesordert, in der Stichwahl den Sozial- demokraten zu wählen, wodurch Berthold mit einigen hundert Stimmen Mehrheit siegte. Die fetzige, der politischen Lage unb dem nationalen Empfinden besser Rechnung tragende Stichwahl­parole ist wohl dahin zu verstehen, daß die Freisinnigen die Wahl Bertholds nicht mehr unterstützen wollen. Hosfentlich wird die« von allen Wählern so verstanden unb auch befolgt!

Im Wahlkreis M a in z-O v V enh eim ist ein rapides An- tvachsen der nationalliberalen Stimmen zu verzeichnen. Ter nationalliberale Kandidat Dr. Pagenstecher erhielt bei der vaupt- wähl 1903 nur 4895 Stimmen, bei der letzigen Wahl aber 8660 Stimmen, also fast 4000 Stimmen mehr, wahrend der Sozialdemokrat Tr. David, trotzdem gleich tm ersten Wahlgang bie Demokraten geschossen für ihn eintraten, nur von 13 02/ auf 14 664 Stimmen gelangte. Da Landtagsabg. Molthan vom Zentrum auf 9326 Stimmen kam, so stehen den «ozialdenw- holen über 18 000 bürgerliche Stimmen gegenüber unb der Wahlkreis wäre jetzt ohne Mühe zu gewinnen, wenn nutzt die , schon seit Jahren anbauembe Bcrbitterirng zwuchen .rational» liberalen und Zentrum leiber jedes Hanbinhanbgehen als ausge­schlossen erscheinen ließe. T, ,

Ter Wahlkreis Alzey-Bingen wird aller Wahrscheinlich­keit nach ein bitteres Opfer des fortwähreiiden unklaren >Lchwan- ftnS der Nationalliberalen werden und dem Liberalismus so lewer v-erloren gehen. Er wirb wohl anstelle des langiährigcn frei). '21bg. SüjuiibrElberfeld ben bünblcrifcben Kandidaten Keller zum Vertreter erhalten. Schmidt Hal 6300, Keller 6400 stimmen erreicht, aber hinter dem letzteren stehen noch fast ebenioDiel Jen- tnumssliwmen; das Zenrrum harre sich fogar den eigenartigen Luxus einer Doppelraiibibatur (v. Brentano und Tr. Schmitt/ A-leistet, um eine Stichwahl mit Schmibr-Elberfelb von vornherein louszuschließen, was ihm aber doch nicht gelungen ist

Offenbach-Dieburg, wo den 20 26*2 sozialdemokrat. Stimmen für Ulrich 13 475 Stimmen für den gemeinfamen lrb.