Siebet ein drin er Ke r I, als ein b'u nf m c r. Wer kMg ist, fürchtet sich nicht. Furcht kennen nur die geborenen DÄmmköpfe. (Lebh. Beifall.) Hier muß Giesberts seine Ansprache uNterchrechen, da mit stürmischem Beifall begrüßt durch eine Nebentür der Bischof von Würzburg, mit dem Fürstbischof von Laibach und einem apostolischen Bischof aus China mit seinem Sekretär in Nationaltracht eingetreten war. Nachdem der Vorsitzende die geistlichen Herren willkommen geheißen hatte und diese auf der Tribüne Platz genommen hatten, fuhr Gies- kberts üt seiner Rede fort: Kopf hoch und frisch in die Welt geschaut! Wir fbnnen uns sehen lassen. Wir katholischen Männer halten treu zu unserer Kirche. Für uns ist der Glaube keine Dekoration. Wir werden die Sozialdemokratie aufs bitterste verfolgen. Wir lachen ihrer Angriffe. Wir nehmen den Kamp' auf, denn der Sieg muß unser sein. (Stürmischer Beifall.)
Nunmehr erteilte Bischof Schlör nach einigen begrüßenden Worten der Versammlung seinen bischöflichen Segen, wofür der Vorsitzende ihm den treuen Dank der Versammlung aussprach.
Zum Schluß sprach Reichsratsabg. Drechsel (Oesterreich). Cr stellte den sozialen Ausgleich als erstrebenswertestes Ziel hin. Der Ausgleich müsse auf friedlichem Wege durch Verhandlungen erreicht werden, nicht durch Revolution.
Darauf schloß der Vorsitzende die Verfammluug.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 27. Aug. 1907.
** Ordensverleihungen. S. K. H. der Groß- Herzog haben verliehen: das Großkreuz mit der Krone des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem General der Infanterie und Generaladjutanten S. M'. des Kuisers, Chef des Militärkabinetts Grafen v. Hülsen-Haeseler und dem General der Infanterie und Gouverneur der Festung Mainz v. Voigt; das Komturkreuz 2. Klaffe desselben Ordens dem Oberstleutnant und Flügeladjutanten S. M. des Kaisers v. Gontard; das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens dem Oberleutnant v. Rettberg im Jns.- Leib-Regiment Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117.
** Erledig t ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ulfa. Mit der Stelle kann Organistendienst verbunden werden.
** Verstorbene oberhessische Staate beamte im 2. Vierteljahr 190 7. Am 4. April: Weichensteller i. P. Gg. Sippel in Salzschlirf, 24. April: Bahnwärter i. P. Ferdinand Geiß zu Büdingen; 30. April: Lehrer i. P. Hch. U s i n g e r von Fauerbach v. d. H. zu Friedberg, 17.9Jiai: Pfandmeister Friedr. Sch äfer zu Friedberg, 3. Juni: Gymnasialpedell Johs. Karl Ortwein zu Büdingen, 12. Juni: Zugführer i. P. Hch. Biedenkapp zu Gießen, 26. Juni: Fuß g endarm Gg. Sandmann zu Gedern, 27. Juni: Lehrer i. P. Christian Gerhard zu Stumperteu- rod und am 1. Juli: Lehrer a. d. höh. Mädchenschule zu Gießen Adam Lehr.
** Ferns prech an sHlüsse. Seit dem 1. April haben die Orte Dau bringen, Ruttershausen, Wißmar, Launsbach und Rüddingshausen öffentlichen Fernsprech-Anschluß erhalten. Wir teilen dies mit, da es in Interessentenkreisen bis jetzt nicht bekannt geworden ist.
** Die Landesbrandversicherungskassc hatte im Jahre 1904 eine Gesamteinnahme von 4125 883.44 Mark zu verzeichnen, darunter Kassevorrat 2125 790.38 Mk., ausgeschriebene Beiträge 1886 654.27 Mk. (Oberhessen 445 358.81 Mk., Starkenburg 793 588.11 Mk. und Rheinhessen 647 707.35 Mk.) und Zinsen 94 316 Mk. Die Ausgaben betrugen 1812 124.69 Mk., darunter u. a. an vergüteten Brandschäden und Abschätzunaskosten 688158.39 Mk. (Oberhessen 191092.52 Mk., Starkenburg 294 396.60 Mk. und Rheinhessen 202 669.27 Mk.), an Besoldungen und Pensionen 80187.78 Mark, Gebühren für Wahrung der Veränderungen in den Brandkatastern 12 531.40 Mk., Erheb gebühren 47 142.23 Mk., ausgeliehene Kapitalien 625 000 Mk., Zuschuß an die Landesfeuerlöschkasse 85 455 Mk., Brandabschätzungskosten, Diäten und Reisekosten 11379 Mk., Vergütung für erhöhten Feuerschutz 193131 Mk. Die in Oberhessen vergüteten Feuerschäden verteilen sich auf die Kreise Gießen mit 83 597.82 Mk., Lauterbach 60 385 Mk., Büdingen 19440.50 Mk., Friedberg 13 067 Mk^ Alsfeld 8244.20 Mk. und Schotten 6358 Mk. Der Abschluß der Kasse ergibt einen Einnahme-Rest von 2 313 758.75 Mk. — Die Landesfeuerlösch lasse vereinnahmte im Jahre 1904 121524.95 Mk., darunter Zuschuß aus der Hauptstaatskasse 34 638.26 Mk., Zuschuß aus der Brandversicherungskafse 83 080 Mk. und Kapitalzinsen 3506.81 jölt Die Ausgabe der Kasse beläuft sich aus 121358.57 Mk., so daß sich ein Einnahmeüberschuß von 166.38 Mk. ergibt. Unter den Ausgaben erscheinen für Unterstützungen an verunglückte Feuerwehrleute usw. 7242.02 Mk. (Oberhessen 1938.33 Mk., Starrenburg 3764.11 Mark und Rheinhessen 1539.58 Mk.), Beihilfen an Gemeinden und Feuerwehren zur Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen 103109.45 Mk. (Oberhessen 47 448 Mk., Starkenburg 39371.45 Mk. und Rheinhessen 16 290 Mk.).
** Kavallerie-Verein. Der vor kurzem gegründete Kavallerie-Verein Gießen feierte am Sonntag den Namenstag des Großherzogs durch ein Wald fest im Hardt- wäldchen. Hierbei hat der Verein gezeigt, daß er lebensfähig ist und sich jedem andern Verein würdig zur Seite stellen kann. Tas Fest war in jeder Beziehung wohlgelungen. In jedem der zahlreichen Festteilnehmer dürfte die Feier noch lange einen freudigen Widerhall finden.
** Regnerische Sommer. Unser diesjähriger regnerischer und kalter Sommer hat seine Vorgänger gehabt. Im Jahre 1315 regnete es von Mitte Mai bis zum Jahresende jeden Tag. 1401 regnete es von Mitte März bis Ende September. Anno 1405 regnete es von Anfang August bis Neujahr 1406. 1468 fiel in der Erntezeit so viel Regen, daß das Korn ungemäht auf den Feldern stehen blieb. 1528 war von Ende Juli bis Mitte November nur 4 Tage hindurch trockenes Wetter. 1579 war ein so nasses Jahr daß die unsahrbaren Marschwege mit Balken ausgelegt werden mußten, um nur die Ernte einfahren zu tonnen. 1585 war ein so nasser Herbst, daß man vielerwärts das in Haufen gesetzte Korn erst im Winter mit Schlitten vom Felde holen konnte. 1588 regnete es im Sommer und Herbst ununterbrochen 23 Wochen. 1617 fiel nach einem anhaltenden Sturm so viel Regen, daß niedrige Gegenden in Teiche verwandelt waren. 1660 fiel von Pfingsten an bis spät in den herbst ein fortwährender Regen, so daß dre Feldfrüchte verdarben. 1752 regnete und stürmte es den ganzen Sommer und Herbst, nur während des ganzen Lktobermonats herrschte. die schönste Witterung. 1790 war üon Mitte Juni bis Anfang September ein unaufhörliches Regenwetter. Dazu kommen nocy die regnerischen Sommer von 1866 und 1888.
** Zu entgeltlicher Pflege befanden sich während des Jahres 1906 in Hessen 2255 Kinder unter 6 Jahren wovon 44.5 ehelich und 1812 unehelich geboren waren. Abgegangen sind von dieser Zahl loO durch Vollendung des 6. Lebens- rahres, .520 durchs Abgang vor diesem Zeitpunkt und 168 durch ^od, sodaß am Schluß des Jahres noco 1417 Kinder in Pflege waren. Von ihren Ellern waren 1936 Kinder, IG Waisen durch rhren Vormund, 72 durch die Landeswaisenkasse und 231 auf
denk Wege der öffentlichen ArmenpflLge. Die Pftegege'ldsatze schwanken zwischen 20 und 700 Mff. — In Ob er Hess en wareii 413 Kinder in Pflege, der Abgang! betrug durch Vollendung des 6. Lebensjahres 19, vor diesem Zeitpunkt 80 nub durch Tod 11, sodaß, am Schluß des Jahres noch 303 Kinder in Pflege waren. Von ihren Eltern waren hiervon 317 Kinder in Pflege gegeben, von ihrem Vormund 2 Waisen, durch die Landeswaisenkasse 20 Waisen und auf dem Wege der öffentlichen Armenpflege 74. Das Pflegegeld schwankte zwischen 50 und 360 M5.
** Tas Programm der technischen Hochschule zu Darmstadt für das Studienjahr 1907—08 ist erschienen. Aufnahme und Immatrikulation beginnen am 15. Okt. 1907 und 16. April 1908. Beginn der Vorlesungen und Uebungen: im Wintersemester am 22. Okt. 1907, im Sommersemester am 22. April 1908. Rektoratsübergabe am 22. Okt. 1907. Tas Programm enthält den Jahresbericht für das Studienjahr 1906—07. Einrichtung der Hochschule, Aufnahme, Zeugnisse, Prüfungen, Gebühren, Aufnahmebestimmungen, Personalbestand, Verwaltung, Laboratorien und Institute, Aufsichtspersonal und Dienerschaft, Kommissioneii für Prüfungen, Bibliothek re., Verzeichnis der ordentlichen und außerordentlichen Vorlesungen und Uebungen; Studienpläne, Lehrmittelsammlungen, Institute und sonstige Hilfsmittel für den Unterricht, Preisaufgaben, Stiftungen, Schenkungen und Studiengelderlasse, Verzeichnis der Geschenke, Gebührenordnung, Ferientermine.
s. Trohe, 26. Aug. Auf Veranlassung des Großh. Kreisamts Gießen wird hier in Kürze eine Fernsprech- st e l l e errichtet. Auf Grund der mit Bürgermeister Schmidt gepflogenen Verhandlungen wird die Verwaltung diesem übertragen werden.
4~ Treis a. d. Lda., 25. Aug. In der vergangenes Woche sind hier mehrere E i n b r u ch s d i e b st ä h l e versucht worden. Nirgends ist dem Täter jedoch Geld, auf das es besonders abgesehen zu sein schien, in die Hände gefallen, in einem Fall ließ er jeooch Kleidungsstücke mitgeheu. Vom Täter hat man noch nichts ermittelt.
x Ober-Ohmen, 26. Aug. Gegen die hiesige Gern e i n d e r a t s w a h l ist Reklamation eingelegt worden, weil bei der Wahl nicht stimmberechtigte Wähler ihren Zettel abgegebeü haben sollen. Da schon beim ersten Wahlgang die Abstimmung sehr rege war, erwartet man jetzt noch eine lebhaftere Wahlbewegung.
8 Aus d em O y m ta l, 26. Aug. Unsere Talorte haben — soweit bekannt — sich ^bereit erklärt, ihre Anteile an der noch aufzubringenden Summe von 370 000 Mk. für den Bahnbau Mücke-Ulrichstein zu übernehmen. Die Gemeindevertretung von Ruppertenroo hat einstimmig den weiteren Betrag von 40 000 Mk. zu zeichnen beschlossen, Ober-Ohmen von 36 000 Mk. und ebenso hat Groß-Eichen die erste Summe verdoppelt.
H Schotten, 25. Aug. Auf dem L e h r e r h e i m tagte gestern die Lud wi gs t a gs-Ko n f e r en z, zu der zahlreiche Lehrer Hessens erschienen waren. Der Vorsitzende des Bezirkslehrervereins Schotten, Lehrer Li u k-Rudingshain, gedachte in seiner Begrüßungsansprache des Großherzogs und brachte ein Hoch auf ihn aus. Tann hielt Lehrer Floch- Rainrod einen der Bedeutung des Tages entsprechenden Vortrag und trug mehrere selbst verfaßte Gedichte vor, die lebhaften Beifall fanden. Der Obmann des Landeslehrervereins, Rektor Backes-Darmstadt, der auf dem Lehrerheim zur Kur weilt, wurde durch ben 2. Vorsitzenden des Lehrerheims, Lehrer Tern-Offenbach, begrüßt. Herr Dern hob |eine Verdienste um das Lehrerheim Vogelsberg hervor. Auch Herr Backes hielt eine mit lebhaftem Beifall aufgenommene Ansprache. Taran schlossen sich gemütliche Unterhaltung, Tanz und Gesangsvorträge.
O Krofdorf, 25. Aug. Dem Lehrer Frisch Holz hier ist von dem Kaiserl. Patentamt unter Nr. 314855 der Gebrauchsmusterrolle ein von ihm erfundener ge- räuschloser selbsttätiger Subselliensitz (Schulbank) ge- chützt worden.
-r Winnen (Kr. Marburg), 24. Aug. Dem Landwirt Ludwig Haberkorn hier flog gestern eine Brieftaube zu, die an beiden Füßen folgende Zeichen hat: B L C T 3452 u. U 319.
X. Hanau, 25. Aug. Zwischen den Stationen Hanau- Ost und Pulverfabrik wurde gestern nachm. der hier tätige Arbeiter Peter Urig aus Rüdigheim beim Ueberschreiten des Bahngleises von der Maschine eines Personenzuges erfaßt und schwer verletzt.
X. Gelnhausen, 25. Aug. Die Firma Krupp in Essen plant, nachdem sie die Biederer Gruben an- gekauft hat, den Bau einer Schmalspurbahn von Bahnhof Wiesthal über Wiesen bis zur Höhe gegen Bieber. Diese Bahn soll zur Fortschaffung der gewonnenen Erze und zur Verschaffung der Kohlen dienen, welche die Beheizung der im Bergwerksbetriebe auszustellenden Dampf- ma|chinen erfordert. Der Bahnbetrieb soll elektrisch werden, weil der Aubach selbst jetzt im Herbst genügend Wasser hat und das Tal an verschiedenen engen Stellen die Anlage von Stauwerken oder auch Talsperren zur Erzeugung der elektrischen Kraft leicht ermöglicht. In den letzten Tagen weilte ein technischer Beamter der Firma Grupp im Auer- bachgrund, um die dortigen Terrainverhältnisse zu studieren.
vermischtes.
* DieneuestenOpserdes Alpinismus. Vom Süd- abhange des Monte Cevedale ist der reichsdeutsche Tourist Proesl über einen Eisabhang von nahezu 30 Meter Höhe ab- ge stürzt und schwer verletzt und bewußtlos liegen geblieben. Den Bemühungen eines Bergführers ist es! gelungen, den Verunglückter^ zu retten und in das Meraner Krankenhaus zu bringen- — Der Berliner Student'Pinza stürzte vom Ts cho 11m a l ho r n im steinernen Akeer ab und wurde schwer verletzt in das Berchtesgadener Krankenhaus gebracht- — Auf dem H u n d s k e h l e j o ch der Zillertalergruppe verirrten sich zwei Touristen- Einer davon, Alois Fuller aus Eiliirch im Elsaß, ist abgestürzt und blieb tot- — Beim Abstieg von der Ortlerspitze ist ein führerloses Paar, ein Herr und eine Dame, angeblich deutsche Touristen, in die sogenannte Eirinne abgestürzt- Ihr Schicksal ist unbekannt, da es bisher nicht gelungen iü> sie aufzufinden-
* Ueber die Eisenbahnkata st rop Hebei Coutras (Frkr-) wird weiter gemeldet, daß sich in dem Schnellzuge ca. 150 ^Passagiere befanden. Tie Gerichtsbehörden weilen an Ort und Stelle- Ueberall findet man Blutspuren. Unter den Trümmern werden noch fortwährend Körperteile der Opfer hervorgeholt- Von der Eisenbahngesellschast wird die Möglichkeit einer falschen Weichenstellung bestritten- Man glaubt vielmehr, daß ein Stein oder irgend ein anderer Gegenstand das Funktionieren der Weiche unmöglich gemacht hat- Der betreffende Weichensteller erklärte unter Eid, daß er wie gewöhnlich die Weiche gestellt habe-
* Die Hochtour einer Zehnjährigen. Man schreibt imS aus Interlaken: Eine Hochtour, die rvohl ziemlich einzig dastehen durfte, wurde vorgestern von der lOjäh- rigen Tochter Ida des Direktors der Jungfraubahn, Liechti, ausgesuhrt. Das junge üstädchen brach in Gesellfchast von drei Ingenieuren und zwei Führern nm 6. August nachmittags von der Station Eisineer auf, übernachtete in der
Bergli-Hütte und beendete fim Morgen des 7. in 5% Stun^ die Besteigung der Jungfrau. Trotz strenger Kälte uNd troy, dem die Gesellschaft von einem Föhnsturm überrascht idu^' wurde auch der Abstieg ohne Unfall durchgeführt. M Liechii dürfte die jüngste Hochalpinistin der Schweiz sein.
* Kleine T.a geschroni f- In Gelsenkirchen fne es am 26- >J5. MtS. zwischen mehreren Personen zu einep blutigen Messe r- und R e v o l v e r k a m p f- Ter 20jdfr ledige Arbeiter Schuhmann wurde erschösse n, sein Freund $u,' durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt-' Die Polizei nahm re re Verhaftungen vor- — In Zürich wurde in einem $)OI, eine Bluttat verübt- Ter Mechaniker Kanzler, der mit eini Hotelwäscherin ein Liebesverhältnis hatte, das diese jösen erschoß deit herbeieilenden Wirt, "der Ruhe fliften wvljj' verletzte mit zwei Schüssen das Mädchen und schoß sich felbt eine Kugel durch den Kopf- — Ans San Franzisko fei- gemeldet: Die Dy na mit werke in 'Sobrante (Kalifornien) fit in die Luft geflogen- Die Stadt ist zerstört. Siebe Menschen sind getötet, 130 verletzt- Tie Nachbardors haben schwer gelitten- Man glaubte an ein Erdbeben. In Städten ringsum Sobrante brach eine Panik aus- Die flohen vor Schreck aus ihren Häusern. — In Bremen hat d Besitzer eines Blumeirladens mit Namen Ohl, anscheinend Konkurrenzneid feinen früheren Angestellten, jetzigen Mitinhob der ihm benachbarten Dlumenhandlu.tg, in seinem Laden zunäci durch einen Revolverschuß getötet und darauf, um die Spuu ves Mordes zu verwischen, die Leiche zerstückelt- Ter G lötete heißt Lankau- Dank der Tätigkeit der Kriminalpolizei e lang es, den Dtörder zu verhaften- Er ist geständig, den M begangen zu haben, er will in Erregung und aus Notwehr g handelt haben- — In dem bad. Orte. W e i n g a r t e n e r w ü r nachts der 30jährige Arbeiter Hoepfinger feinen 22jährigen Brr der- Letzterer war betrunken nach Hause gekommen und Streit angefangen, als cr zur Rede gestellt wurde- — Wegen Die' stahls von rund 300 000 Gulden aus der Landeskch in Kota Nadja in Atch'in wurde der Bruder des Atchiner verneuers van Daalen verhaftet- — Auf einen Personen;^ von München-Gladbach nach Köln iuurben unweit öy Station Mülheim mehrere Schüsse abgefeuert, ivobei ein c.- Fenster stehender älterer Herr schwer verletzt wurde- Ttz° eifriger Recherchen ist es bisher nicht gelungen, der SUtentcK: bie in den letzten Tagen Anschläge auf Züge verübten, habhs> zu werden. >
Gcrichtsßcral.
Lande sHut, 23. Aug. Tie Strafkammer verurteili den Amtsgerichts diener Mattusch ausl Dingolbing ». 2 Jahren 6 üJionaten Gefängnis- Der ließ seit 7 Jahren sich for gesetzt Vergehen an weiblichen Gefangenen jeglichen Atters > Schulden kommen- Auch 'Frauen verheirateter etrafgcfangeiL stellte cr nach, olnvohl er in! zweiter Ehe verheiratet und Vater vr 20 Kindern ist, jdarunler drei außerehelichen-
Spielplarc der vereinigten Frankfurter Ztadttheater.
LpcruhanS.
Dienstag den 27.August*): „Ämölia" oder „Der Maskeubci!? Miltivoch den 28. August, abends halb 8 Uhr: ^Tie lustige Witw, Donnerstag den 28. August: „Josef und feine Brüder." Freite^ den 30. August, abends 6 Uhr: „Die Dteistersinger von Nürnberg. Samstag den 31. August: „Die Entführung aus dem Serail Sonntag den 1. September: „Der Dämon." Montag den 2. et; tember, abends halb 8 Uhr: „Die lusttge Witwen
Schauspielhaus.
Dienstag den 27. August *): „Erdgeist/ Mittwoch de 28. August: Zu Goethes Geburtstag: „Götz voll Berlichingen Donnerstag den 29. August, abends halb 8 Uhr: „Die Rade, steinerin." Freitag den 30. August: „Judith." Samstag öt 31. August: „Hamlet." Sonntag den 1. September, nachmillac halb 4 Uhr: „Ein Blitzmädel." Abends 7 Uhr: „Hufarenfiebcr Aiontag den 2. September: „Erdgeist."
* ) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 M.
Svort.
---Radsport- Am Sonntag fand die vom Nordbezirk Gau Frankfurt des T^ N. B. veranstaltete Dauerfahrt „Rund i Bezirk" statt- Der Start erfolgte früh morgens 5 Uhr ai der Lahubrucke- Den Startern Hch Marx vom Radklub German und Schäfer-Wetzlar stellten sich 27 Fahrer- Die iLtrecke fichr meist über hügeliges Terrain, nämlich Wetzlar, Dille- bürg, Laasphe, Biedenstipf, Cölbe, Marburg, Ziel Wellersbur Gießen = 150 Kilometer- Es beteiligten sich auch Mitgwd. des Nadllub Gerlmmia-Gießen- E. Lauer wurde zweiter in fett Stunden 13 M-, E. Zederbauer dritter in 6 St. 25 M. Sic c- halten außer der Bezirksnredaille noch je einen Ehrenpw Siebenter wurde Noll in 6 St- 59 M., neunter Muhl in 7 3 10 M-, 15. Dietrich in 7 St. 52 M.; sie errangen somit d Bezirksmedaille- In der Gruppe^ für Senioren wurde C. Lm zweiter- Das gleichzeitig veranstaltete Mowrrennen über d« Strecke gewann Albert Höß in der großartigen Zeit von dr Stunden 50 M- auf seinem Adlernwtorrad. ■
(Fmr Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik steheirden Aul übernimmt die Redai'iion dem Publikum gegenüber keim- Verantwortung-)
In Nr- 196 des „Gießener Anzeigers" finden wir einen eü gehenden Bericht über eine Versammlung des Deutschnaliomle Haudlungsgehülfenverbandes betr Acht-Uhr-Lad enschl^ und verkürzte Verkaufszeit an Sonntagen.
Ich gebe in dieser Hinsicht dem Herrn Einsender in Nr vollständig recht und nrächte nur noch bemerken, "oaß wir -r. Ausnahme der Lebensmittelbrariche hier in Gießen bereits ci^ 8 Uhr Ladenschluß haben. Der Zweck 'dieser Zeilen soll st dem Frankfurter Redner, einem Herrn Schellin, die „kolo^ Dummheit" zu erklären, die eine andere kaufmännische Körpc schast von hier begangen hat, und zwar dadurch, daß sie Stadtverordneten eine. Mitteilung machten von einem Vorhad betr. früheren Ladenschluß. Schreiber dieses ist der Aistc! daß man in solchen Angelegenheiten unsere Herren Stadlveror ncten mindestens erst hören soll, denn der größte Teil dc selben sind ja Kaufleute und ich kann eigentlich nicht versteh luie der Redner, der auf einmal Sen sachlichen Ton verlieb u der anderen kaufnuinnischen Vereinigung „kolossale Tummst> vorivarf, daß sie den Stadtverordneten von ihrem Vorhaben M teilung gemacht hätten-
Den: Verein, der den Vortragsabend veranstaltet hat, uwd ich jedoch auheimgeben, feine Redner dahin zu inftruieu daß solche mit den „kolossalen Dunimheiten" nicht so um I werfen und zil bedenken haben, daß sie in Gießen find-
Ich nwdjte den Verein noch bitten, dieses unparteii, Urteil eines Gießener Küusinannes feinem Redner nach Franst gefl- übermitteln zu ioollen, damit er sich die „kolossale Dum beit" nochmal gründlich überlegt- S.^,
Kandel.
* * Neue Re i chsb a il k ste l l e- Am 3. Oktober ds. - wird in Miltenberg eine von der Reichsvankstelle in M bürg abhängige Reichsvanknebeirstelle mit Kasseneinrichtung > beschräiiktenr Giroverlehr eröffnet ioerden.
Kleine Finanz ch r o n i k. 9tach einer Meldung Transval Times ans I o h a n n e s b u r g wurde auf der l)ia fontein Mynpacht eine neue Goldader entdeckt. Der körper fei 3 Filst breit; Proben ergaben 30—60 Pennmveights Tie Bank für Thür tilgen erzielte in 1906/07 einen gewinn von 1 140 507 Mk. eiiifchließlich Vortrag (i. V. wur 821 940 Mk. erzielt. Tie Dividende iuirb mit 7h,"/'o (wie i- auf das om 1. Atärz 1907 voll gezahlte Kapital vorgejchlagen Tie D u u l o p ° K o in p a g ni c m Hanau hat eine wefenü Preisreduttion für Guiiunireifen eintreten laffen.


