Mpfcchl, faßte sich tn seiner Entgegnung sehr lurz. Tr ttronte pLmlich den Sozialdemokraten nicht den Gefallen tun, „sich mit den bürgerlichen Parteien in die Haare zu geraten". Folglich King er an derFragederSchiffahrtsabgaben vorüber. Es bleibt bei der in der Wahl angewendeten Behandlungs- kneife der Sozialdemokratie. Die Wahl in Glauchau-Meerane '-nötigte aber den Kanzler zu der Mahnung an die bürgerlichen Parteien, nicht auf ihren Lorbeer» einzuschlafen.
Es gab einigen Lärm auf der äußersten Linken, Doch dabei hätte es am Ende sein Bewenden gehabt, zumal der -bayrische Gesandte Graf Lerchenfeld mit seiner Bemerkung über die Schiffahrtsabgaben auch nicht zur Klärung der Situation weitrug.
Doch der Freund des Kanzlers, der wcstpreußische Agrarier Abg. v. Oldenburg, hatte es anders beschlossen. Er hielt eine SHrrfmacherrede, mit der er seinen eigenen Rekord schlug. Sie begann schon verheißungsvoll mit einer Rüffelung des bayrischen Gesandten, wofür sich dieser alsbald in einer durch feine Ironie -wirksamen Antwort revanchierte. Die Art aber, wie Herr von Oldenburg im Tone des Fanatikers ben Fürsten Bülow aufforderte, den Wahlerfolg zu vertiefen durch „kräftiges N a ch - hauen" gegen bie Sozialdemokratie, wie er von „Zähneknirschen und Blut" sprach, wie er an der ernsten Frage der Volksernährung seinen Witz übte, wie er schließlich seinen Freundschaftsbund mit dem Kanzler pathetisch besiegelte, ihm neue Gesundheit, altes Glück mu) ein langes Amtsleben wünschend — das alles rief ungeheure Bewegung im Hause hervor. Tie Konservativen saßen mit gemischten Gefühlen da, das Unbehagen schien zu überwiegen. Fürst Bülow aber, der über^ den grünen Klee gelobte „E hrcn-Agrarie r", neigte das Haupt und machte itch in seinen Papieren zu schaffen. Er mochte stvohl denken: „Gott bewahre mich vor meinem Freunde Olden-- burg!" Dieser Repräsentant des Preußentums ist in der Tat denkbar ungeeignet, im Reichsinteresse moralische, Eroberungen !zu machen. Beinahe könnte man sagen, er stelle seinen Freund Bülow blos. Graf Lerchenfeld freilich war chevaleresk genug, späterhin, der Ostelbier ihn auf der Bundesratsestrade -aufsuchte, sich einer Rücksprache nicht zu entziehen.
Von den reichsländischen Verfassungsschmerzen legte Abgeordneter Vonderscheer Zeugnis ab, sodaß Graf Posa- dowsky zu sanftem Zuspruch das Wort ergriff. In später Stunde Konnte sich dann das Haus erfrischen an einer Kapu- zinade des Abg. Kulerski (Pole), die binnen kurzem zwei Ordnungsrufe entfesselte. Die sarkastische Bemerkung des Vizepräsidenten Kämpf: „Der Redner hat das Recht, seine Rede zu beenden" fiel auf fruchtbaren Boden. Kulerski kam, völlig erschöpft und nur noch mit der Faust das Rednerpult bearbeitend, wirklich zu Ende. . _
Fürst Bülow hatte inzwischen den Saal verlassen, die Stunde der Begegnung mit dern österreichischen Mrnister v. Aehrenthal war gekommen. Der Kanzler hörte also nichts vom Unmut des freisinnigen Blockflügels — durch den Mund des Abg. Fischbeck (Frs. Vlksp.) — üoer die Scyiffahrtsabgaben- Pläne, über die Brandrede des' Abg. v. Oldenburg, und — was die Hauptsache ist — auch nichts von dem entschiedenen Verlangen nach Einlösung der dem Liberalismus gegebenen Versprechungen. Ter Etat des Reichskanzlers wurde mit Hilfe eines Schlußantrages verabschiedet und danach kam der Etat des Auswärtigen Amtes an die Reihe.
preußisches Abgeordnetenhaus.
Berlin, 1. Mai.
Auf der Tagesordnung steht das Beamten-Pen- sionsgesetz. Die Kommission hat in dem ursprünglichen Gesetz die Aenderung vorgenommen, daß die Pensionen vierteljährlich ausgezahlt werden.
Aba. Dr. Camp-e (nl.) begründet seinen Antrag, daß den Militär- und Zivilbeamten die Dienstzeit vom achtzehnten Lebensjahr an gleichmäßig angerechnet werde.
Abg. Dr. Lotichius (nl.) begründet einen Antrag, 'wonach den in Ruhestand tretenden Schulaufsichtsbeamten tm Hauptamte nach Maßgabe dieses Gesetzes die gesamte Zeit als Dienstzeit anzurechneu ist, während welcher sie im öffentlichen Schuldienste oder im Dienste als Pfarrer einer evangelischen Landeskirche oder der katholischen Kirche gestanden haben.
Die ersten Artikel, die die Pensionshöhe festfetzen, werden ahne Erörterung genehmigt. Beim Artikel 3, der bestimmt, daß die Zivildienstzeit, welche von dem Beginn des 21. Lebensjahres fällt, außer Berechnung bleibt, begründet
Dr. König (Ztr.) den von chm und Dr. v. Eampe (nl.) gestellten Antrag. Ter Antrag Campe wird fast einstimmig angenommen, mit ihm Artikel 3. — Die Bestimmungen über Anrechnung der Dienstzeit im Falle eines Krieges werden ohne Erörterung genehmigt. — Zum Artikel 4, der die Anrechnung der nicht im Staatsdienste verbrachten Dienstzeit aus die Pension der königlichen Genehmigung ^unterstellt, und diese Anrechnung regelt, liegen verfchie- -dene Anträge vor. Die Tendenz der Anträge geht dahin, die in den Anfängen bezeichneten Beamten den Lehrern au den in den Pensionsgesetzcn bezeichneten Unterrichts- anstalten gleichzustellen.
Abg. Frhr. v. Zedlitz (frk.) beantragt die Anrechnung der außerstaatlichen Tienstzeit für in den Ruhestand zu versetzenden Schulauffichtsbeantte.
Abg. Eickhoff (frs. Bp.) beantragt die Ausdehnung der Bestimmungen auch auf gewerbliche Fachschulen. Rach längerer Debatte wird der Antrag v. Zedlitz angenommen, der Antrag Eickhoff abgelehnt, der Artikel bewilligt. — Die zu dem Pensionsgesetz daliegenden Petitionen werden als für erledigt erklärt, und der Gesetzentwurf im ganzen angenommen. Beim Kapitel Fürsorgegesetz beantragt die Bud- ^etkommission unveränderte Annahme. Das Gesetz wird lohne weitere Erörterung angenommen. — Es folgt die zweite Beratung des Entwurfs eines Richterbefoldungs- gesetz es.
Justizminister Dr. Beseler erklärt, es handele sich nicht um Aufbesserung der richterlichen Gehälter, sondern um chre Gleichstellung mit den Verwaltungsbeamten. Die Kommission will drei Jahre zwischen dem Tage des Dienstalters als Assessor und der Anstellung auf das Besoldungsdienstalter anrechnen. Das würde zu weit gehen.
Abg. Dr. v. Campe (nl.) beantragt die Wiederherstellung der Regierungsvorlage mit Anrechnung von zwei (nicht drei Jahren, wie die Kommission beschlossen) auf das Besoldungsdi,enstalter der Richter.
Rach längerer Fack)debatte wird der Antrag Campe angenommen. Der ganze Entwurf wird dann att<= geno m men.
Deutsches Reich.
Berlin, 1. Mai. Ter Marineetat wurde von der ,Budgetkommission des Reichstages mit unwesentlichen Abstrichen angenommen.
— Die Wahlprüfungskommission des Reichstages erklärte die Wahlen der Abgg. Wiede berg (Ztr. 7. Arns- lberg) und R o e r e n (Ztr. 4. Trier) für gültig.
Köln, 30. April. Oberbürgermeister Becker wird am 1. Oktober in den Ruhestand treten. Becker ist 1835 in Tangertnünde geboren. Bei Gelegenheit seines 70. Geburtstages wurde er zum Ehrenbürger von Köln ernannt und die Stadt ließ eure Beckerplatette schlagen. Vorgestern voll
endete er das 50. Jahr seiner Beamtentätigkeit.
Straßburg L C., 1. Mai. Als Antwort auf die Eingabe des protestantischen Konsistoriums veröffentlicht der Statthalter emc Erklärung, welche in energischer Fornr darauf hinweist, daß Curtius nur wegen der Herausgabe der Hohenlohe-Memoiren von der kai- erlichenTafelausge schloff en worden ist. Gleichzeitig gibt der Statthalter den Wunsch nach baldigem Rücktritt des Präsidenten Curtius zu erkennen.
Stuttgart, 1. Mai. Das Gesamtkollegium der Zentralstelle für Gewerbe und Handel hat sich einstimmig für möglichste! Vereinheitlichung des deutschen Eisenbahnwesens, eventuell für den Anschluß Württembergs an die preußisch-hessische Eisenbahngemein- chaft erklärt.
München, 1. Mai. Der Minister von Frauendorf erklärte in einem Interview, daß er an der bayerischen Briefmarke fest halte, da nur diese die wirkliche Einnahme aus dem Briefverkehr ergebe. Sie bedeute schließlich nicht die Selbständigkeit Bayerns, sondern als äußere Zeichnung solle man sie gelten lassen.
Ausland.
Stockholm, 1. Aiai. Der Wahlrechtsausschuß des Reichstages beschloß, beim Reichstage die Annahme des Regierungsentwurses betreffend das politische und kommunale Wahlrecht auf der Basis des Pro- portionalwahlsystems mit einigen Abänderungen zu beantragen. In dem avgeänderten Entwürfe wird unter anderem die Wählbarkeit für alle kommunalen Stellungen, aber nicht zu Provinzialräten alten kommunalstimmberech- ttgken Frauen zugestanden. Der Ausschuß nahm den Entwurf mit 14 gegen 9 Stimmen an. Die Minderheit sprach sich für das Majoritäiswahlsystem aus.
Paris, 1. Mai. Zur Begrüßung des Königs Eduard von England, welcher um 4i/2 Uhr nachmittags inkognito eintraf, hatten sich der englische Botschafter und der Minister des Aeußern, Pichon, eingefunden. Der Sonderzug des Königs war nach dem Bahn- yof Bois de Bologny geleitet worden, da man vermeiden wollte, daß der König auf der Fahrt nach dem Hotel die in der Nähe der Arbeitsbörse gelegenen Viertel berühre.
Rom, 1. Mai. Eine parlamentarische Kommission inspizierte die neuen Kruppschen Kanonen modelte, von denen oer Kriegsminister neue große Bestellungen machte. Die Presse äußert allgemeine Unzufriedenheit, daß Millionen außer Landes gehen und lüljrt die Bevorzugung Krupps auf die Intervention Kaiser Wilhelms zurück.
Warschau, 1. Mai. Nachts überfielen zwischen Pa- bianice und Zdunskarola bewaffnete Räuber fünf Arbeiter, die auf einem Fuhrwerke Waren nach Pabianice brachten, erschossen alle fünf Arbeiter und versenkten
Aus S.ast uno tano»
Gießen, 2. Mai 1907.
— Neue Professoren. S. K. H. der Großherzog haben den Charakter als Professor folgenden Oberlehrern verliehen: Ludwig Dietrich am Realgymnasium und der Oberrealschule zu Gießen, Dr. Fritz Dietz an der Oberrealschule zu Darmstadt, Dr. Jak. Dingeldey am Realgymnasiium daselbst, Dr. Franz Faust am Herbst» gymnastum zu Mainz, Otto Gros an der Oberrealschule zu Offenbach, H. Hattemer am Gymnasium zu Worms, Dr. Fciedr. Henkel an derselben Anstalt, Rich. Hölscher am Reuen Gymnasium zu Darmstadt, Friedr. Kalbfleisch am Realgymnasium daselbst, Dr. Ernst Kornmesser an der Realschule zu Michelstadt, H. Lucius am Realgymnasium und der Oberrealschule zu Gießen, Dr. Edm. Lücken an der Realschule zu Gernsheim, Dr. Konr. Neßling am Ludwig Georgs-Gymnasium zu Darmstadt, Herrn. Oß- wald am Gymnasium Fridericianum zu Laubach, Dr. Wilh. Reuß an der Realschule zu Wimpfen, Ernst Schierholz am Realgymnasium und der Oberrealschule zu Gießen, Dr. Ant. Schlainp am Neuen Gymnasium zu Darmstadt, Dr. Friedr. Schmidt am Ludwig GeorgS-Gymnasium daselbst, Dr. Emil Schwarz am Ostergymnasium zu Mainz, Ernst Seeger an der höheren Bürgerschule zu Dieburg, Karl Stempel am Ostergymnasium zu Mainz, Dr. Rich. Trapp am Realgymnasium und der Oberrealschule zu Gießen, Karl Vogt, am Realgymnasium zu Darmstadt, Berth. Weidig an der Realschule zu Alsfeld und Karl Wißner am Realgymnasium zu Darmstadt.
*• Eine Sitzung des Provinzialausschusses findet am Mittwoch, 8. Mai d. Js., vormittags 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch des Philipp Römer zu Gießen um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft. 2. Kreisstraße Nidda —Dauern- heim; hier: Projektänderung. 3. Wasserversorgung Stilmpertenrod; hier: Beschwerde des Johs. Dörr u. Gen. wegen Heranziehung zu den Kosten der Haus» anschlüsse.
•* Der Landesverband der Bürgermeister des Großherzogtums hält am 21. Mai seine Hauptversammlung in Mainz ab. Auf der Tagesordnung steht außer geschäftlichen Angelegenheiten ein Vortrag des Abgeordneten Dr. Osann über „das Erbrecht im Vergleich zu den früher bestandenen Landesrechten* und »die Landgemeindeordnung in ihrem neuen Entwurf und seitherigen Durchberatung*.
O Wieseck, 1. Mai. Heute waren es 25 Jahre, daß Herr Heinrich Luh bei der Firma Bramm u. Har ries hier als Steindrucker tätig ist. Zur Feier dieses Ereig- nisieS wurden ihm von seinen Arbeitgebern, sowie von seinen Mitarbeitern ein prachtvolles Diplom, eine silberne Taschenuhr und verschiedene andere Geschenke überreicht.
s> Grün berg, 1. Mai. In der heute abend abgehaltenen Gemeinderatssitzung wurde der Wirtschaftsplan über die Waldungen der Gemeinde Grünberg für das Wirtschaftsjahr 1908 genehmigt. Auf eine Eingabe des Schulvorstandes an den Gemeinderat um Gewährung von Wohnungsgeld an die Lehrer wird beschloßen, den Lehrern Roth und Wenzel vom 1. April 1908 anstatt freier Dienstwohnung eine entsprechende Wohnungsentschädigung zu gewähren, da deren Wohnungen nicht mehr den Anforderungen Der Neuzeit entsprechen. Da sich Lehrer Wenzel bereit erklärt hat, den Vorlesungen des Professors Dr. Gisevius an der Hochschule in Gießen über den Unterricht in den Fortbildungsschulen unter Berücksichtigung der Landwirtschaft m diesem Sommer beizuwohnen, bewilligt der Gememderat die Geldmittel in Höhe von 120 2)U. hierfür.
Dem BogelSverger Geflügelzuchtoerein wird, wie in früheren Jahren für die vom 1.—3. Juni hier stattsindende Ausstellung ein Ehrenpreis beivilligt. Die Leich en- schau soll in Zukunft von den Aerzten ausgeübt werden und denselben eine Gebühr von 3 Mark für den einzelnen Fall bezahlt werden. — Heute vormittag verunglückte! der hiesige Spenglermeister Heinrich Kaiser, indem er bei Anbringung einer Kandel an seinem Hause in der Schloßgasse von der Leiter in einer Höhe von etiva 8 Meter rücklings herunterstürzte und außer anderen Verletzungen einen komplizierten Schädelbruch erlitt. Er starb nachmittags 2 Uhr, ohne das Beivußtscin wieder erlangt zu haben. Der im 53. Lebensjahre stehende rüstige Mann war schon seit Jahren Mitglied des Gemeinderats, im Vorstande des Gewerbe- vereins, des Turnvereins, des Verkehrsvercins, des Vorschuß- vereins und der Sonntagsschule (Kreisfortbildungsschule) und war allgemein geachtet und beliebt.
A ii § dem Kreis Friedberg, 1. Mai. Gestern wurde zwischen Wölfersheim und Berstadt etwa 1, Klm. südlich von der »Hohen Straße* beim Aushebcn dep Gräben für die Wasserleitung ein äußerst interessanter archäologischer Fund gemacht. Es wurden ungefähr 10 Wohngruben au5 der Steinzeit aufgefunden; man fand in den Gruben neolitische Gefäßscherben, die Bandkeramik aufwiesen, ferner Ucberreste von Knochen, Kohlen untx Asche. Der ganze Fund weist auf die Zeit von 20001 Jahren vor der christlichen Zeitrechnung hm. — S. K. H., der Gr oßhe rzo g verlieh dem PH. Klöß'schen Ehepaar in Vilbel anläßlich dessen diamantener Hochzeit, sem Bildnis mit eigenhändiger Unterschrift. — In Rende k ist heute eine Postagentur errichtet worden, deren Verwaltung dem Landwirt W. Adam übertragen wurde.
□ Ober-Bessingen, 1. Mai. An der Erbauung unserer Wasserleitung wird fleißig gearbeitet. Vorige Woche wurde mit der Erbauung des Hochbehälters, begonnen. Er kommt auf die Anhöhe südlich des Dorfes Unsere Wasserleitung soll bis zum Sommer vollendet fein- Auch in den Nachbarorten Nonnenrot, Munster, Villingen und Lauter wird an den Wasserleitungen gearbeitet. Sämtliche Orte werden an das staatliche Wasserwerk zu Lauter angeschlossen.
Offenbach, 1. Mai. Unter dem Vorsitz des Kreisrats v. Hombergk fand heute eine Kreisausschußsitzung statt, in welcher die Beigeordnetenwahl in Bieber zur Verhandlung stand. Der Beigeordnete Hock erklärte, n. d. „Fkf. Gen.-Anz.*, auf Befragen, daß er Mitglied des sozialdemokratischen Vereins bis 1. April d. Js. gewesen sei, aber nicht aus Prinzip, sondern aus geschäftlichen Rücksichten, da er einen kleinen Zigarrenladen betreibe und auf die Kundschaft der Arbeiter angewiesen gewesen sei. Nach seiner Wahl hätte er seinen Austritt aus dem sozialdemokratischen Verein erklärt, weil er gewußt habe, daß in den Landgemeinden keine Sozialdemokraten als Beigeordnete bestätigt würden, dann aber auch, um seiner politischen Ueberzeugung Ausdruck zu geben, da er doch nie Sozialdemokrat gewesen sei. Daraufhin zog der Kreisrat feinen Einspruch gegen die Wahl beS £>o<f zurück und verkündete, daß der KreisauSschuß kein Urteil zu fällen habe, vielmehr die Bestätigung stattfinden wirb.
Mainz, 1. Mai. In der städtischen Kochschule, in der im Monat November verfloßenen JahreS 32 Volksschülerinnen an Vergiftungserscheinungen erkrankten, sind neuestens wiederum altere Schulmädchen plötzlich erkrankt. Von der Bürgermeisterei ist sofort Untersuchung eingeleckel worden. (Frkf. Ztg.)
Israelitische Religionsgesellschaft.
Gottesdienst.
Sabbatfeier am 4. 2)1 a i 19 0 7:
Sreitag abend 7.20 Uhr.
amstag vormittag 8.00 Uhr.
Nachmittag 4.00 Uhr.
Sabbat-Ausgang 8.35 Uhr.
Wochengottesdienst: morgens 6.00 Uhr, abends 8.35 Uhr.
Israelitische Religionsgemeinde.
Hottesvienlt in der Synagoge (Südantage).
Samstag, den 4. Mai 1907:
Vorabend 7.30 Uhr.
Morgens 8.30 Uhr.
Nachmittags 4 Uhr. Lchrifterklärrmg.
Sabbatausgang 8.35 Uhr.
und wissenschast.
Mannheim, L Mai. Mit einem Festakt im Musen» Saak, des Rosengartens wurde bte internationale K ü n ft • u n b große Gartenbau-Ausstellung, die aus Anlaß des ^OOiährigen Jubiläums der Stadt Mannheim veranstaltet wird, heute eröffnet. Zu oem Festakt waren anwesend — das badijche Erbgroßherzogspaar, die Alinister von Dusch, von Marschall, von Bodmann; ferner waren vertreten u. A. die hessische, würuembergische und bayrische Regierung, der Hamburger Senat, Holland und Belgien. Em aus über 400 Sängern der verschiedenen MannheimerGesangsvereine zusammengesetzter Männe»Chor leitete die Feier ein, worauf Oberbürgermeister Beck eine Ansprache hielt. Er drückte sein Bedauern aus, daß der Protektor der Ausstellung, Großherzog Friedrich, durch Rekonvaleszenz »er- hindert sei, die Ausstellung zu eröffnen. Bürgermeister Dr. Rittern entwarf dann ein Bild von der Entstehung der Ausstellmrg, worauf der Erbgroßherzog die Ausstellung tür eröffnet erklärte. Um o Uhr sand em Festmahl statt. Von 3 Uhr ab war die Ausstellung für das Publiliiin geöffnet.
(Eingefanöt*
(Für Form und Inhalt aaer ~mer mc.er Rubrik stehenden LlrÜkel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei
Verantwortung.)
Zur Gemeinderatswahl i« Lollar.
Ruhe, Ruhe, überall tiefes Schweigen. Wo in anderen Ort- schaiten schon acht ja vierzehn Tage vor kommunalen Wahlen die (Semütei erregt sind, ist hier zwei Tage vor der Wahl nichts zu hören. Doch es gilt die richtigen Männer tn Vorschlag zu bringen. Frei und gerecht mit eigener Meinung sollen die Gemeindevertreter handeln, deshalb, Wähler: prüfet. Nicht, wie es m der Regel heißt: Es ist ein braver Mann, nein, Männer von Tatkraft und Umsicht sollen unsere Vertreter werden. Auch nicht aus einem Stande bad der Gememderat bestehen, alle Stände haben Interesse an dem Wohlergehen der Gemeinde uiid alle sollten vertreten sein, die Landwirtschast, das Gewerbe und die Arbeiterschaft. Das Gewerbe hat ziirzeit feinen Vertreter, ihm sollte man doch auch einige Sitze emräumen.
*
Zum Fall Hirschel schreib man uns aus Friedberg: Es ist unbegreiflich, daß der Abgeordnete Hirschel noch seine Tätigkeit als Abgeordneter in der Zweiten Kammer ausübt; noch unbegreiflicher ist es aber, daß die übrigen Abgeordneten nicht darauf bringen, daß Hirschel sich dem gegen ihn schwebenden Gerichtsoer-
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'SÄ zs-L s sg. 4s ä S«« Ölungen nut will, PJB ; ffletfj vcrnoir-inene? Schnell X Gebühr von M—500 Äk- 0 ^Präsidenten, der Angeklagte, Reue nach «eni sagte, er habe SlienberauM berechnete « 2€ 1200 M- 2er bekannt, baß ® sonders bei leitet 2 er §erl nehmen, MS" nicht von allen miitagWS w MLaruMte, w Lender vorgebrnci ein „Fall W der Angeklagte le Mark, die er gen M wofür der D 2400 Ml. Promi' bezu,. Vertrauens: von seiner pciii
SlaatÄnM Belvcivausnahme fallen zu lassen. Hebung auftecht heim und Delp GesLngnisstrafe, cy'cheine. D e r Beratung a der Beweis für der Gebührenük In der Begrüni zu erklären, Mainzer au Das Gericht müj weil neben dem Betätigung der A teresse bestehe, d ;u erhalten. Da setzt beendeten ge 'stybinarvers des Angellagten
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