Donnerstag A. Mai 1907
157. Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. 102
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag«.
Oberndorf, Elpenrod, Erbenhausen, Gleimenhain, Gontershausen,
Die „Wietzener FamiliendlStter- werden dem ,Anz«ger^ viermal wöchentlich beigelegl, daS „lüetsblatt für den Kreis Sietzeu" zweimal wöchenUrch. Der „ksesfische Landwirt" erschemt monatlich einmal.
RotattonSdruck und Verlag der Brüblichen UnwersuätS - Blich- und Srembruckerei. 8L Lange. Bietzen.
Redaktion. TxvediNon und Druckerei: Schnl- stratze 7. Erpedition und Verlag i 6L
Redaktion:113. Tek.-Adr^ AnHeigerLletzen»
politische Lagesschatt.
Tie Ausland Rere des deutschen Reichskanzlers
ist in England im allgemeinen verhältnismäßig günstig auf genommen worden, obwohl weniger durch die lioerule mim» sterielle Presse, als durch die leitenden konservativen Blätter. Der „Standard" erklärt, die Rede sei vernünftig und ehrlich gewesen. Deutschlands Haltung gegenüber dem Ab- rüstungsrummel könne niemanden überraschen, der den Gang der internationalen Ereignisse beobachtet habe. Ter e n g l i s ch e Ministerpräsident sei sehr zu tadeln, weil er die Abrüstungsfrage zur öjfentlichen Diskussion brachte und dadurch eine Spannung zwischen England und Deutschland herbeiführte.
Tie Pariser Blätter sprechen sich ziemlich zurückhaltend aus. Der „Temps" schreibt: Der Reichskanzler habe beruhigen wollen: man werde in einigen Tagen bester beur- teüen können, ob ihm dies gelungen sei. Wenn man den letzten Teil seiner Rede lese, könne man sich nicht be3 Eindruckes erwehren, daß seine Zuversicht nicht eigentlich diplomatischer Natur sei. Es handle sich um eine
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
Ackendorf a. d. Lahn, Großen-Linden, Heuchelheim, Klein-Linden. Lana-Göns.
VI. Wahlkreis. 1. Amtsgerichtsbezir! Lich: Albacher Hof, Arnsburg, Bettenhausen, Birklar, Dors-Güll, Eberstadt, Grü- ningen, Hattenrod, Hof-Güll, Kolnhausen, Langsdorf, Lich, Meil- bach iWaldgemarkung), Mühlsachsen, Muschenheim, Nieder-Bessin- gen, Ober-Bessingen. 2. Aus dem Amtsgerichtsb^irk Gießen: Albach, Annerod, Burkhardsfelden, Garbenteick, Hausen, Lech- gestern, Oppenrod, Reiskirchen, Rödgen, Steinbach, Watzenborn mit
Steinberg.
VIL Wahlkreis. L Aus dem Amtsgerichtsbezirk G r ü n - berg: Appenborn (Hof). Beltershain, Seilsbausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Kesselbacb, Lauter, Linoenstruth, Londorf, Odenhausen, p^ueckborn, Reinyardshain, Saasen mit Bollnbach, Deitsbcrg und Wirberg, Swckhausen, Weickartshain. 2. Aus dem Amtsgerichtsbezirk Gießen: AUendorf a. d. Lumda, Allertshausen, Alten-Bufeck, Bersrod, Beuern, Climbach, Dcurbringen, Friedelhauscn, Großen-Luseck, Heibertshausen (Hof), Lollar, Mainzlar, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg, Treis an der Lumda, Trohe, Wieseck, Winnerod.
VIII. Wahlkreis. 1. Amtsgerichtsbezirk Homberg: Appenrod, Bernsfeld, Bleidenrod, Büßfeld, Burg-Gemünden, Dannenrod mit Neu-Uttichstein, Deckenbach, Ehringshausen mit
Die yijstsche Kerfaffungsresorm.
(Fortsetzung.)
Im nachstehenden geben wir aus dem Gesetzentwurf über die Wahlkreiseinteilung die vorgeschlagene Zusammensetzung der oberhessischen Wahlkreise wieder:
L Wahlkreis. Amtsgerichtsbezirk Vilbel: Büdesheim, Dortelweil, Groß-Karben mit Klein-Karben, Harheim, Holzhausen, Kloppenheim, Massenheim, Rieder-Erlenbach, Nieder-Eschbach, Nieder-tAchbacher Hohemarkwald, Ober-Erlenbach, Ober-Erlenbacher Wald, Ober-Eschbach, Ober-Eschbacher Hardwald, Ober- Eschbacher Hohemarkwald, Okarben, Petterweil, Petterweiler Wald, Rendel, Rodheim vor der Höhe, Rodheimer Wald, Vilbel.
II. Wahlkreis. 1. Aus dem Amtsgerichtsbezirk Friedberg: Asjenheim, Bauernheim, Veinhards (Hos), Bruchenbrüaen, Burg-Gräienrode, Dorn-As, enheim, Heldenbergen, Ilbenstadt, Kaichen, Leidhecken, Nieder-Florstadtt Nieder-Wöllstadt, Ober-Flor- stadt, Ooer-Rosbach mit istieder-Rosbach, Ober-Wöllstadt, Ockstadt, Ossenheim, Reichelsheim in der Wetterau, Straßheim (Löwen- bos), Wicksladt. 2. Aus dem Amtsgerichtsbezirk Altenstadt: Bönstadt, Engelthal (Hof), Erbslädter Domanialwald, Nieder- Mockstadt, Staden, Stammheim.
III. Wahlkreis. 1. Amts gerichtsbezirk Bad-Nauheim: Bad-Nauheim, Dorheim, Hasselhecke (Hof), Nieder-Mörlen, Ober- Mörlen, Rödgen, Schwalheim, Steinfurth, Wisselsheim. 2. Aus dem Amtsgerichtsbezirk Butzbach: Bodenrod, Fiskalische Wald- gemariung bei Bodenrod, Fauerbach v. d. Höhe, Hausen, Hoch- Weisel, Langenhain mit Ziegenberg, Maibach, Münster, Nieder- Weisel, Oes, Oppershofen, Ostheim, Ostheimer Wald, Rockenberg.
IV. W a h l r r e i S. 1. Amtsgerichtsbezirk Hungen: Bellersheim, Berstadt, Feldheim (Feldgemarkung), Graß (Hof), Hungen, Inheiden, Langd, Nonnenroth, Obbornhofen, Rodheim an der Horloff, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Wohnbach. 2. Aus dem Amtsgerichtsbezirk Friedberg: Beienheim, Melbach, Sodel, Weckesheim, Wölfersheim. — 3. Aus dem Amtsgerichtsbezirk Nidda: Bad-Salzhausen, Ber- städter Marlwald, Bingenheim, Bißes, Blofeld, Borsoors, Echzell, Echzeller Markwald, Geitz-Nidda, Gettenau, Grum-Sa-walheim (Höfe), Harbwald mit Glaubzahl, Heuchelheim, Kohden, Ober- Wäddersheim, Rabertshausen 1, Rabertshausen II, Reichelsheimer Waldanteil an der Bingenheimer Mark, Ringelshausen (Hof), Unter-Widdersheim.
V. Wahlkreis. L Aus dem Amtsgerichtsbezirk Butzbach: Bergheim (Feldgemarkung), Butzbach, Gambach, Griedel, Holzheim, Kirch-Gons, '.vLünzenberg, Ober-Hörgern, Pohl-Gons, TraiS-Münzenberg. 2. Aus dem Amtsgerichtsbezirk Gießen:
militärische Zuversicht. Der Reichskanzler habe Vertrauen ) u r Kraft Deutschlands, und dieses Vertrauen verleihe chm Ruhe. Was die Haager Konferenz anlange, so habe der Reichskanzler in sehr nachdrücklicher Weise den Standpunkt Deutschlands dargelegt. Er glaubt nicht, daß mmi auf der Konferenz zur Einschränkung der Rüstungen gelangen könne. Tas ist eine Empfindung, die wir durchaus teilen, liebet die französisch-deutschen Beziehungen sagt der Reichs- kanzler nur wenig. Er rechnet auf eine loyale Anwendung der Beschlüsse der Konferenz von Algeciras. Er glaubt, daß unter diesen Umständen allmählich das Mißtrauenzwischen Teutschlcknd und Frankreich schwinden werde. Für den Augenblick ist offenbar nichts Besseres zu wünschen. — In Pichms U-ngebung hält man die daS Haager Programm behandelnde Stelle der Rede für die selbstverständliche E-chluh- fvlgerung, welche Deutschland aus der von England ins Werk gesetzten Reorganisation seiner Wehrkraft ziehen mußte. WaS Bülow über Marokko und daS weichende Mißtrauen zwischen Deutschland und Frankreich geäußert hat, nimmt man mit Befriedigung zur Kenntnis.
Die augenblickliche Getreidemarktlage
9le Heutige Dummer umfaßt 10 Seiten«
Die sozialdemokratische Maifeier
bat tn Berlin unter ziemlich starker Beteiligung ftattge- ftmdeu. Wenn auch in vielen Fabriken usw. gearbeitet wurde, weil sonst eine Aussperrung zu besorgen war, so wurde diese Minderbeteiligung wieder ausgeglichen durch die nahezu völlige Arbeitsruhe im Baugewerbe und in der Holzindustrie. Im einzelnen brachten die etwa 80 Versammlungen Berlins und der Vororte nichts besonders Bemerkenswertes. Wegen Ueberfullung gesperrt waren nur fünf Säle. In allen Versammlungen wurde eine gleichlautende Resolution angenommen, in der es unter anderem beißt: Die Versammelten fordern eine wirksame Arbeiterschutzgesetzgebung, in der mindestens bewilligt werden muß: ein höchstens acht Stunden dauernder Normal-Arbeitstag; eine mindestens 36 Stunden dauernde Ruhepause für jeden Arbeiter in jeber Woche; Verbot der Erwerbsarbeit für Kinder im Alter von unter 14 Jahren. Die Versammelten fordern die rechtliche Gleichstellung aller Arbeiter ohne Unterschied des Geschlechts und unbeschadet darum, ob sie in Industrie, Landwirtschaft, Handel und Verkehr oder Gesinüedienst ihre Arbeitskraft verkaufen. Die Versammelten fordern die Erweiterung der politischen und wirtschaftlichen Rechte für die Arbeiter.
Infolge der Maifeier erfolgte in Berlin die Aussperrung der Arbeiter im Baugewerbe laut Beschluß der Unternehmer. Die Maifeiernden dürfen erst am Montag wieder eingestellt werden, wenn nicht inzwischen Ereignisse eintreten, die zu einer erweiterten Aussperrung führen könnten. Tas Berliner Brauergewerbe wird von einer Mai-Aussperrung verschont bleiben, da die Brauereiarbeiter diesmal überall arbeiteten. In der Metallindustrie werden als Folge der Maifeier kürzere Aussperrungen ein- treten. Es läßt sich schon letzt feststellen, daß die Arbeit nicht in so großem Um sänge wie im letzten Jahr zum L Mai eingestelü worden ist.
dtach den aus dem Reiche vorliegenden Telegrammen ist es zu Ruhestörungen bei der Maifeier nirgends gekommen. In Lübeck feierten alle Metallarbeiter; sie werden dafür 14 Tage ausgesperrt.
Anders ging es in Frankreich her.
In der ArbeUsbörse zu Par is fand eine Versammlung statt, bei der der Vorsitzende, Janvion, ein entlassener Staatsbeamter, sämtliche Mitglieder des Kabinetts heftig angriff. Nach Schluß der Versammlung kam es auf der SLraße zu erregteren Auftritten. Police ipräsekt Seltne geriet ins Gedränge. Die Gardes Republicaines mußten gegen die Ansammlungen vorgehen. Bis 7 Uhr abends waren in Paris etwa 700 Verhaftungen vorgenommen worden. Am Quai de Jemappes wurde ein Schutzmann durch einen Revolverschuß leichtverwundet. Man nimmt an, daß ervoneinerFrauabgefeuert wurde. Cs gelang jedoch nicht, unter den zahlreichen Personen, die verhaftet wurden, die Schuldige festzustellen.
In Paris schoß ein Mann vom Dache eines Hauses a u f d i e T r u p p e n aus der Place de la Republique. Einem Soldaten wurde die Kapuze durchschossen, einem Kürassier der Küraß verbeult. Der Täter wurde nebst einem Begleiter verhaftet. Die Polizei hatte Mühe, ityn der Menge, die ihn lynchen wollte, zu entreißen. Es ist der 22 jährige Schneider Jakob Law aus Rußland und angeblich ameri- kanischer Staatsbürger. Er und sein Genosse wurde von der Menge arg mißhandelt und befinden sich gegenwärtig im Spital des Untersuchungsgefängnisses. W
In Brest fanden sieben Versammlungen statt, in denen der Aus stand proklamiert und die Familienväter ersucht wurden, ihre Kinder nicht in die Schulen zu schicken, damit auch die Lehrer sich an den Kundgebungen beteiligen könnten. Es wurde eine Protesttagesordnung gegen die Verhaftung der Mitglieder des Arbeiterverbandes angenommen. '
beurteilt die ,Landwirtscb. Marftttg." in folgender Weise: Haarhäusen, Hambach, Höingen, Homberg, Kirtorf, Lehrbach mu «Die vergangene Woche hat nicht nur auf unseren inländischm Schmcklhof, Maulbach, Nieder-Gemünden, Nieder-Oflewen, Ober- Märkten, iandern aus einer grotzm Zahl aiwlandiicher Plätze Gleen, Ober-Ofleiden, Otterbach, Rüddingsbausen, Rülfenrod, eine sehr feste Stimmung und»zum Sei
Schadenbach, Wäldershausen (Hof), Wahlen. 2. Aus dem Amts- gebracht Die Ursachen sind mannigfaltig, und cs lohnt ich gerichtsbezirk Grünberg: Atzenhain, Flensungen mit Mücke, wohl, ihnen nachzugehen, da sie über manche, auf den ersten Flerisunger Hos, Groß-Eichen, Ilsdorf, Ilsdorf (Solms), Kirsch- Blick eigentümlich anmutende Erscheinung im Markte Ausklärung garten, Lchnheim, Lumda (Groß- unb Klein-Lumda), Merlau, öu schallen vermögen.
Nieder-Ohmen mit Königsassen, Ober-Ohmen, Ruppertenrod, Stan- Schon bie vorige Saison hatte für die meisten Getreideart« WeiterSbain Wettiaaien. höhere Preise gebracht, als wir sie im Allgemeinen in den letzten
IX WahNre'is^ 1. Aus dem Amtsgerichtsbezirk Als- fahren hatten. Bei uns in Deutschland speziell glaubte man nun, feld: Altenburg, Angenrod, Arnsheim, Bernsburg, Sieben, weck die neue Ernte recht gute Resultate ver>prach, für das Bcklcrtsbausen mit Getbürms Brauerschwend, Eifa, Elbenrod, lausende Erntesahr an niedrigere Preise. Verstartt wurde diese Ennenr^, E^ors^mck Do^rod, Eulersdorf^Fischbach, GrLau, Ansicht noch dadurch, daß die Welternte vollWe»en ehr gtwß hnrü <npimpr+Ähnuft<n faeraeresborf Hoviaarten ^euicl Lie- ^ussiel und man daher von diesem führenden Artikel einen Preis druc- erwartete. ist bekanntlich nicht ernteten; t>t*
Breidenbach, Ober-Sorg, Ohmes, Rainrod, Reibertenrod, Reimen- mehr sind die Prei,e heute durchgängig hohu als zu Beginn dn rod, Renzendorf, Romrod, Ruhlkirchen, Schwabenrod, Schwarz, S«i°ri. Von vermnz^en und uur^ub^gehenden Ausnah^ Seibelsdorf Storndorf. Strebendors, Unter-Sorg, Vadenrod, abgesehen, ist eben tm lausenden Gnckesahre ein uev er stutz an 'gruHfr^hnrr1 Qpil 2 AuS dem Am^aericktsveckrk Ware nirgends zu verzeichnen geweien. Man konnte ehr vom
LR «KL-SSLK SVK berg, Unter-Wegsurth; Willofs. Herbstein' schaftliche Entwickelung der letzten Jahre höhere Preise für land-
mentotirL Saunrtö^ Miellk Nch-lhäin: SSÄfi« L AnS aS^rtae
Eichenwd, ®nVltab, Flejchenbach. greiat^teinau Gr-b-nham. Ä» anabe für bie
Gunzenau, Scistcrs. $ierb|tcin, Slörgenau, dolzmuhl, Siofimannä« Ä’M,*?, 0?0lJS' Ä J? ,^n unb lebte Obn-
2lb°Nen Nbesham-en (Salbs^rtung). Lan-en^am. nch-^bes Ae-erbaue^berlang^ ^über^^nan unb lebte^ wirkten auch die ständigen Klagen über den Mehlabsatz. Diese waren Ans 2 nur zu geeignet, in dem oberflächlichen Betrachter den Eindruck SF&särar' ss L eikm mä mäkrn ^nrfmnnn^in ^dtenhoin' Qetreibe ein äußerst starker wegen der nicht nur quantitativ, ‘’nÄSS NV'Lch^bL ™Ä' i-m daß Ä9bäbÄ8ÄÄiS5 9S feib ^«“058^ kbl'a^VV ÄMtÄ, sritt^Ä
Amtsgmchtsdezrrl Nrbba. Erchrts. Lntejahres nähern, eine ganj außerorbentlich gesteigerte Em»ltnb- 6 XBL S a?H?e i S 1 AmtsaeriLtsbezrrk Orten berg- lichkeit unserer Märkte gegen jede Veränderung un Angebot ober
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Swlberger Wald, Volkartsham, Wenings, Wernings (Hof), Wip» tin<; ö-ni ^k-j^qtaa
penbach. 2. Aus dem Amtsgerichtsbezirk Nidda: Dauern- KieltySlttg.
heim, Dauernheim (Hof), Fauerbach bei Nidda, Glashütten mit R. Berlin, I. Mai.
^gelhaufen und Streithain, Michelnau, Nidda, Ober-Lais mit Ein ander Bild als gestern. Ein Mißtrauensvotum. Unter-Lais, Ober-Mockstadt, Schleifeld (Hof), Unter-Schmitten, Es war zwar nicht eben schwer zu ertragen für den Fürsten Bü- Wccklernhausen mit Hof Finkenloch. low, denn daß die Welfen unversöhnlichen Zorn im Busen
XIV. Wahlkreis. 1. Amtsgerichtsbezirk Büdingen: tragen, weiß man nicht erst aus der.Wiederaufrollung der braun- Alt-Wiedermus, Aulen-Diebach, Betten (Waldgemarkung), Beunde- schweigischen Frage anläßlich des Regentschaftswechsels. Wenn Hof (Neuhof), Bindsachsen, Bös-Gesäß, Büches, Büdmgen mit die welfischen Wünsche noch aussichtsloser werden tonnten, dann Saline unb Großendors, Büdinger Markwald, Büdinger Wald hätte Abg. Götz v. Olenhusen heute durch seine scharfen mit Tiergarten, Burg-Bracht, Cardach, Diebach a. H., Dudenrod persönlichen Angriffe auf den Reichskanzler in diesem *5inne mit Christiiienhof, Düdelsyeim, Eckartshauseu, Eckartsi-äuser Ober- gewirkt. Wer den römischen Billenbesitz des Fürsten Bülow als wald, Eckartshäuser Unterwatd, Hain-Gründau, Harbeck (Wald- Argument zur Diskreditierung nationaler Gesinnung ins Feld gemarkung), Himbach, Hitzkirchen, Illnhausen, Kefenrod, Lorbach führt, der setzt sich altg. Gelächter aus,, und ein solcher Erfolg mit Herrnhaag, Marienborn (Weiler), Michelau, Mcktel-Gründau, war denn auch Herrn Götz v. Olenhusen, diesem letzten Ber- Mcktel-Gründauer Ortsbezirk, Orleshausen, Pserdsbach, Rinder- tretet des Welsenrums im Reichstag, beschieden. Sein Herzensbügen, Iiohrbach, Roi-rbach.r Walb, Ronneburger Hos, Ronneburger wünsch, den deutschen Bundesfürsten möge „Erleuchtung" kom- Wald, Bonhausen, Wolf. 2. Aus dem Amtsgerichb-öezirt Alten- men, barmt nicht das angestammte Herrscherhaus in Braunschweig stabt: Ältenstabt, Altenstädter Markwald, Glauberg, Hainchen, „entthront" luerbe, wird wohl für alle #cit unerfüllt bleiben. Heegheim, Höchst a. d. Nibder, Höchster Wald, Langen-Dergheim, Der Kanzler beschränkte sich aus sachliche unb energische Linbheim mit Enzheim, Oberau, Rodenbach, Rommelhausen. Zurückweisung ber wennchen Ansprüche. Gerade setzt, bei der ----- schwierigen internationalen Lage, müsse jebe Lockerung des inneren Zusammenhanges des Reiches verhütet werden. «
Bemerkenswerter als diese Episode war die groß angelegte Rede, in der der Mainzer Abg. Dr. David die Negierungspolitik krttisch erörterte. Er nutzte die Gelegenheit, den leitenoen Staatsmann „vor der Klinge zu haben", weidlich ans. Beispielsweise oraa)te er die Frage der Emsührung von Sch ifsahrtsav- gaben zur Sprache; die betrefsende Interpellation harrt schon seit Wochen der Beantwortung. Er meinte, ber Kanzler sei vor dem Willen ber preußischen Junker zusammengellappt wie ein Taschenmesser und habe den Einzelsraaten je einen besonderen Speck oorgehalten, um sie für die Siffahrtssteuer zu gewinnen. Hofjent- lich werde in die,er c>rage das liveräi-iönseroative Bündnis „mit einem itiiall" auseinauoergehen, denn es handle sich um Wahrung einer liberalen Errungenschaft. Wenn man Dr. David hörte, dann gibt es feinen üoerzeugteren Berireter des Reichsgedanlens als bie Sozialdemokratie, und keinen radikaleren Träger des Partiturarisuius, b. h. des preußischen, als den Fürsten Bülow. Da sei Ehlodwig v. Hohenlohe, ber Memoirenfürst, ein anderer Reichskanzler gewesen. (Große y eiter feit rechts.)
Fürst Bülow, bem Dr. David zum Schluß noch eine —. wenig ehrenvolle — Ergänzung der agrarischen Grabinschrift;


