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Der Einflug des großen asiatischen Külte
meeres ebenfalls erst im Mai am kältesten sind.
Es v e r -
im Sommer der Fall sein.
Wenn die Sonne im Frühjahr wieder nördlich des Aequaton
um. Da
Es bildet sich ein großes Wärme
Das sind etwa die Witterungsverhältnisse eines Normal- 'oltmners in unseren Breiten. Tie anormale Kühle dieses Sommers aber zeigt andererseits, daß noch andere Ursachen vorhanden sein müssen, die störend eingreifen.
Agitation für Nasi.
Rom, 22. Juli. Die Agitation für den Mi niste
Bei der Großh. Straßenneubaubehörde für den südliche: Odenwald in Erbach war die Stelle des Bauassistenten (eh£ mittleren staatlichen Baubeamten) erledigt und wurde dieses durch einen dienstälteren Kreisstraßenmeistcr besetzt. Es lief sich gegen die Art dieser Besetzung an und für sich nichts ein wenden, wenn die freigewordene Kreisstraßenmeisterstelle nu durch einen der dienstältesten Bauaufseher-Aspiranten besetzt woi den wäre, aber nein, die betr. Kreisverwaltung (Heppenheim) hier wieder von ihrem Selbstbestimmungsrecht Gebrauch gemalt und einen Techniker als Srraßenmeister angestellt, der allerdiug die Bauaufseher-Prüfung bestanden hat, der aber schon vv Jahren aus dem Staatsdienst ausgeschieden ist und seit bt Zeit anstatt hier mit bescheidener Bezahlung, in jedenfalls besse bezahlter Privatstellung beschäftigt war. Hierbei muß hervo- gehoben werden, daß der Verein mittlerer hessischer Baubeamlc nicht unterlassen hat, die fragliche Kreisstraßenmeisterstelle einer seiner dienstältesten Staatsdicnstanwärter zu sichern zu suchen
Durch ein solches Verfahren wird jedenfalls die trostlose Lag der Bauaufseher-Aspiranten nicht gebessert, wenn man überleg daß unter diesen zurzeit etwa 80 Anwärtern sich ein großer Te von Leuten befindet, die das 30. Lebensjahr überschritten Haber also in einem Alter sich befinden, in welchem schon größer Aufwendungen für die Familien zu machen sind. Wie abt. sollen sich diese Verhältnisse erst gestalten, wenn es der Reg^ rung nicht mehr wie bisher gelingen sollte, eine zeitwei Vermehrung der staatlichen mittleren Baubeamtenstellen eintrete: zu lassen. Diese Frage wirft sich den Beteiligten auf, wenn ft in Betracht ziehen, welcher Widerstand der Regierung stets vo: einem Teil der Landtagsabgeordneten entgegengesetzt wird, wen: nur von Beamten die Rede ist.
Den geschilderten mißlichen Verhältnissen könnte dadur« abgeholfen werden, wenn die Kreißstraßenmeisterstellen verstaut licht und dem Prüfungsalter nach von Bauaufseher-Aspirantk: besetzt würden, sodaß der jetzigen Anstellungspraxis der Kreil Verwaltungen ein Ende gesetzt wäre. Wenn in dem Kunsi straßcngesetz die direkten Vorgesetzten der Kpeisstraßenmeister - die Kreisbauinspektoren — als Staatsbeamte vorapsehen wäre: warum soll es nicht möglich sein, auch die ersteren al solche bestimmen zu können, zumal doch von diesen ein große Teil von Arbeiten ausgeführt wird, die im Interesse des Staate gelegen sind, wie die Handhabung der Baupolizei, Besichtige der Feuerstätten usw., sowie die Arbeitsleistungen beim Bauwese der Kirchen, Stiftungen und Gemeinden, sodaß die Unterhaltm der Straßen im Eigentum der Kreise jedenfalls als die geringe: Arbeitsleistung dieser Beamten bezeichnet werden kann.
Es ist daher nicht zu verwundern, daß bei einer derartige. Zwitterstellung dieser mitlleren Baubeamten ein Antrag bt Abgg. Häusel und Gen. bei den Ständekammern eingeb rad; worden ist, wonach eine Abänderung des Kunststraßengesetzc in Vorschlag gebracht wird, und in Begründung desselben auße einer gerechteren Verteilimg der Kosten eine Verstaatlichung bt Koeisstraßenmeisterstellen für zweckmäßig erachtet wird.
Aus diesem Antrag dürfte zur Genüge ersehen werden, bei den Antragstellern die Mängel in der Organisation der Kveü baubeamten gewichteg genug erschienen sind, um eine Abänderun. des fraglichen Gesetzes in Vorschlag zu bringen.
der deutschen Handelsmarine 2000; Verband deutschen Seemaschinisten (Hamburg) 2500; Verband deutscher Seemaschinisten (Kiel) 500; im ganzen 99 950. Verbände der Bureaubeamten: Verband deutscher Nechtsanmalts- und Notariatsbeamten (Wiesbaden) 2064; Vexband deutscher Bureanbeamten (Leipzig) 3404; Verband der Verrvaltungs- beamten und Berufsgenossenschaften 2037; Zentralverein der Bureauangestellten (Leipzig) 1000; Bayrischer Rechtsanwaltsgehilfenverband (Augsburg) 570; Verband badischer Anwaltsgehilfenvereine (Heidelberg) 250; Berliner Ortsvereine der Bureaubeamten (Berlin) 900; Zentralverband der preußischen Justiz-Kanzleigehülfen (Berlin) 1500; im ganzen 11 725. Landwirtschaftliche Verbände: Güterbeamtenverband (Berlin) 7000; Brennmeisterbund (Berlin) 1344; Verband der Vereine deutscher Molkereibeamten 1600; im ganzen 9911. Andere verschiedene Verbände: Deutscher Privatbeamtenverein (Magdeburg) 22 002; Zentralverband der Fleisch- und Trichinenschauverbände (Düsseldorf) 6000; Allgemeiner Organlstenverein (Köln am Rhein) 400; Allgemeiner Privateisenbahnbeamtenverband (Berlin) 6000; Volkswirtschaftsbeamtenverband (Berlin) 500; im ganzen 35 202.
Deutsches Ueich.
Berlin, 22. Juli. Professor Adolf Wagner wurde vom Kaiser aus Anlaß seines heutigen 50jährigen Doktor- Jubiläums mit dem Roten Adlerorden 2. Klasse ausgezeichnet.
Leipzig, 22. Juli. Ter Zentralverband der Handlungsgehilfen und Gehilsinnen Deutschlands richtete an das Reichsamt des Innern eine ausführliche Eingabe mit der Forderung um vollständige Sonntagsru he.
Nasi dehnt sich auch aus die Hauptstadt aus, wo sich bereits eine sizilianische Liga gebildet hat.
— Der Aufruhr in Palermo nimmt immer größeren Umfang an. Eine große Volksmenge beschimpfte gestern eine Abteilung Soldaten, die die Straßen durchzogen, und riesen ihnen zu: Da sind die Volksmörder! Es kam zu blutigen Zusammenstößen. Die Soldaten flüchteten sich in ein Kaffeehaus, wo sie sich verbarrikadierten. Es wurde eine Schwadron Carabinieri herbeigeholt, um die Belagerten zu befreien. Zahlreiche Schüsse wurden abgegeben. Die Soldaten im Kasfeehause sahen sich schließlich gezwungen, zu fliehen, verfolgt von einer wütenden Menge. Es gab über hundert Verwundete. Truppen sind mit der Wiederherstellung der Ruhe beschäftigt. Artillerie ist an verschiedenen Punkten der Stadt aufgestellt worden. Die Regierung hat neue Instruktionen nach Palermo entsandt. Vier Panzerschiffe befinden sich zurzeit in Palermo. Drei find nach Trapani abgegangen. Man befürchtet weitere ernste Zwischenfälle.
Ausland.
D'rontheim, 22. Juli. Der deutsche Kaiser ist heute vormittag elf Uhr unter dem Salut sämtlicher Kriegsschiffe abgereist.
— Ter deutsche Kaiser schenkte wie im vorigen Jahre tausend Kronen zur Restaurierung der Domkirche.
Stockholm, 22. Juli. Tie deutschen Küsten- und Panzerschiffe „Aegir" und „Frithjof" sind heute vormittag hier eingetroffen.
Rom, 22. Juli. In Mailand trafen Demonstranten ein, denen Polizei und Militär den Weg nach dem erzbischöflichen Pulast abichuitten. Ein Geistlicher flüchtete in einen Laden. Die Demonstranten demolierten ben Laden. Der Geistliche konnte sich in den erzbischöflichen Palast retten.
—, Wie verlautet, wird König Viktor Emanuel demnächst nach England reisen, um König Eduard feinen Gegende s u ch zu nmchen. Bei dieser Gelegenheit wird ein italienisches Gesch w ader die englischen Häfen anlaufen.
Paris, 22. Juli. „Gilblas" meldet, der Staatsanwalt habe gegen den ehemaligen PrivatsekretäreinesJuftiz- ministers, welcher mit Ordensauszeichnungen, Strafaufschüben, Begnadigungen,^ öffentlichen Aenttern usw. Schacher getrieben habe, die strafrechtliche Untersuchung angeoebnet. Tie Angelegenheit, in die mehrere sehr einflußreiche Persönlichkeiten, darunter ein Minister und besten Angehörige verwickelt seien, bilbe eine neue Affäre Wilson und werde in ganz Frankreich das peinlichste Aufsehen erwecken.
— Tie Mehrzahl der Gemeinde-Vertreter der vier, von der Winzerkrisis betroffenen Departements haben sich geweigert, bie Mtzrhlzette! für die kommenden Kanton atz- wahleri zu verteilen; infolgedefsen werden sich bie Wahlen wahrscheinlich verzögern.
— Der Generalverbanb derfranzösischenWein- dauern hat 100 Prämien zu 1000 Francs für Diejenige:: aus- geietzt, welche W e in fä l schu n g en z ur An ze i g e d r i n g en. T-zr Generalverbanb hofft, daß nach ber morgigen Beratung Swnchen bem Unterstaatssekretär und bem Präsidenten der Ge- neralräte sich bie Regierung bewogen fühlen wird, bie Truppen aus bem Süden zurückzuziehen.
... M^drib, 22 Julu Einen: Privattelegramm aus Me- l:lla zufolge unb bie Truppen bes Sultans, bie seit gestern :n e:nem Kampfe mit ben Truppen bes Thwnprätenbenten ttegen, von letzteren in bie Flucht geschlagen worben. T:e Verluste solle:: aus beiben Seiten groß fein. Eine amt- l:che Bestätigung biefer Nachricht steht noch aus.
London, 22. Juli. Nachrichten aus S a n Fr an c is c o verzeichnen neue antijapanische Zwischenfälle. Es helßt, datz viele Japaner getötet und verwundet worden sind Eine Gruppe Aufrührer legte Feuer an bas Depot der elektrischen Bahn unb richtete großen Schaben an. '
Prüfungsalters von Aspiranten Bei Besetzung von Straßemnei^ stellen nahegelegt wurde, nehmen in dieser Beziehung durchs keine Rücksicht, sondern besetzen b ie ' -eigeworbenen Stellen mS eigenem Ermessen. Die Folge hiervon ist, daß Bauaufsehe? Aspiranten aus ben jüngsten Jakwgängen, ober solche, bie ein’ Anwartschaft auf Staatsstellung nicht mehr haben, als Krei-^ ftraßenmeister zur Anstellung kommen, während für ältere sch^ zehn und mehr Jahre im Staatsdienst sich befindende Aspirant! die Anstellung noch in weiter Ferne liegt, denn die Verhältnis/ im Staatsdienste zwischen definitiven Stellen und Anwärters haben sich durch ben Ausfall bei obenerwähnten Staatsstraße^ meisterstellen derart ungünstig verschoben, daß zurzeit eine- Stelle zwei Anwärter gegenüber stehen. Es mag hier zur Kenn zeichnung dieser Mißstände nur ein Beispiel angeführt fein dem übrigens noch eine ganze Anzahl ähnlicher Fälle Seite gestellt werden können.
geheime Getriebe der atmosphärischen Maschine gewähren.
ift bekannt, daß der gewaltige Kontinent Asien, durch bie uw gleiche Erwärmung während Sommer und Winter, seine eigenen Witterungsverhältnisse und Windsysteme schafft. Im Winter werden die über dem stark erkalleuden Kontinent ruhenden Lust-
wärts drängen. Diese Strömung westlicher Winde muß unsere Gegenden kühle Witterung bringen. Ob diese Ansichten vo der diesjährigen Sommerwitterung bestätigt werden, kann er bie genaue Untersuchung lehren.
Das Eine ist nicht wegzuleugnen: Es besteht in dem Mt chanismus der Atmosphäre ein ursächlicher Zusammenhang, be die Witterungsverhältnisse ganz entfernter Gegenden miteinanbe verknüpft. Ein Medium, wie unsere Atmosphäre, ist für Stö rungen seines Gleichgewichts äußerst empfindlich und schaff
Aus Stadt und Laus.
Gießen, 23. Juli.
** Auszeichnungen aus Anlaß der Stadt- theater-Elnweihung. S. K. H. der Großherzog ver ieh dem Oberbürgermeister Mecum das Ritterkreuz 1. Klassc dem Professor Dr. Fro m rn e die Krone zum Ritterkreuz 1. Kl dem Stadtv. Ha ubach unb dem Architekten Met)er ba:
Aer Kühle Sommer.
Gerade die abnormen Witterungsverhältnisse fordern ben Meteorologen heraus, sich eingehenber mit ihnen zu beschäftigen, um evenll. die Ursachen auszubecken. Daher findet man auch in zahlreichen Tageszeitungen und Fachzeitschriften in diesem auffallend kühlen Sommer eine Menge Abhandlungen, die die Frage nach ben Ursachen zu lösen suchen. Alle diese Versuche haben vom wissenschaftlichen Standpunkt nur ben Wert non Vermutungen, denn es ist unmöglich, eine befriedigende Antwort auf Dinge zu geben, die einer direkten Untersuchung nicht zugänglich sind. Gleichwohl dürfte es interessant sein, vom Standpunkt der wissenschaftlichen Wetterkunde diesen Fragen einmal näherzutreten.
' Man ist geneigt, Erscheinungen, die kein Erfahrungssatz oder Gesetz zu ergründen vermag, auf geheime, kosmisckie Ursachen zurückzuführen. Ter zwei Jahrtausende alte Glaube, unsere Witterung werde von den Himmelskörpern geradezu regiert, ist auch beute noch lebendig, und selbst Männer ber Wissenschaft beschäftigen sich noch, mit ber angeblichen Abhängigkeit unserer Witterung von ben verschiebenen Stellungen des Mondes und der Planeten zu der Erde.
Trotz ber Mißerfolge Falbs unb seiner Nacheiferer besitzt der Mond auch heute noch ben Ruf als „Wettermacher". Unb was berechtigt dazu?
Me moderne Wissenschaft muß einen merklichen Einfluß des Äcondes auf unsere Witterung leugnen. Man hat mit den seinsten Thermometern das Maß von Warme untersucht das seme strahlend« Oberslache der Erde spendet und es als verschwindend gering gefunden; jedenfalls spielt er keine Rolle im Haushalt unserer Atmosphäre. Man hat ferner daran gedacht, in Analogie der Flut und Ebbe erzeugenden Kraft des Mondes, diese auch auf bie Atmosphäre auszudehnen. Die berechnete Aenderung de» Barometerstandes, die eine solche atmosphärische Ebbe und Flut erzeugm würde betrügt aber kaum Vr« Millimeter, also ein B^rag, der ebenfalls keinen Einfluß auf unsere Witterung haben kann. u
Slu4 der Einfluß der Planeten wurde statistisch und experimentell untersucht. Drei hat sich er,t recht die Unhaltbarkeit der Vermutungen dre such _ auf solche Einflüsse stützen, ergeben
Das Ergebnes ist also, daß außer bei Sonne, die durch ihre Warmeenergre alles Erdenleben erhält und auch unsere Witterung im Großen regiert, ein Einfluß anderer Him- m e l s k ö r p e r nicht anzunehmen ist. Jedenfalls sind darauf basierende Wettervoraussagen, wie sie auch heute noch in Zeitungen und Kalendern ihr Unwesen treiben, ganz haltlos '
verwickelte Beziehungen zwischen den Witterungsverhältnisse räumlich weit voneinander getrennter Gegenden. Licht darüber- Eine Uebertegung kann einen schwachen Einblick in das verbreiten, wird ber Wissenschaft erst bann möglich sein, wen ' •'* - — - - r die Atmosphäre im Ganzen besser bekannt ist, und es möglii
_ ist, die gleichzeitigen Witterungszustände über der ganzen Erd durch Wetterkarten barzustellen. W. P.
Etwas über das Äunsistraßerrgesetz von 1896.
Man schreibt uns von fachmämüsck-er ^eite aus Mainz:
Taß für die Einführung des Kunststraßengesetzes von 1896 kein zwingenbes Bebürfnis Vorgelegen haben kann, dürfte daraus ersehen werden, daß heute, also nach zehnjährigem Bestehen dteses Gesetzes, kaum merkliche Fortschritte gegenüber ber früheren gesetzlichen Regelung ber Straßenbauverwaltung wahr genommen werben können. Jebenfalls hat sich ber Zustanb ber Kunstfiraßen burch bie Einführung bes genannten Gesetzes nicht ver- änbert.
Es kann aber nicht bestritten werben, baß burch bas Künststraßengesetz für bie mittleren Baubeamten in Hessen eine unberechenbare wirtschaftliche Schädigung herbeigeführt worden ist Ttes ist baraus schon ersichtlich, baß bie bei der früheren Staatsstraßenbauverwattung vorhandenen Straßennleisterstellen (etwa 30), welche mit ben übrigen mittleren Baubeamtenstellen durch Baüauffeher-Aspirantei: bem Prüfungsalter nach besetzt würben, an bie Kreisverwaltungen mit übergegangen sind unb auch von biefen, wie bie übrigen Kreisstraßenmeisterstellen nach vollstänbig freiem Ermessen besetzt worden. In dem Kunft- traßengesetz ist zwar festgelegt, daß als Kreisstraßenmeister nur olche Bewerber in Betracht kommen, welche bie in Hessen eingeführte Bauaufseher-Prüfung ober eine von ber oberen Ver- waltungsbehörbe für gleichwertig erachtete Vorbildung besitzen Was ist jedoch hiermit getan? Tie Kreisverwaltungen, denen mehrmals schon höheren Orts die Einhaltung des
Die Haager Konferenz.
Haag, 22. Juli. Die Königin Wilhelmine ließ eine silberne Medaille prägen, die für die Delegierten der Haager Friedenskonferenz bestimmt ist, unb wünscht auf biefe Weise ihr großes Jntereffe an ben Arbeiten ber Konferenz zu befunben. Die Mebaille wurde heute abend schon von den ersten Delegierten, die dem von ber Königin in Amsterbam veranstalteten Gala- biner beiwohnten, getragen.
London, 22. Juli. Aus bem Haag wirb gemclbet, daß bie Mehrzahl der Delegierten m i t d e r H a l t u n g d e s P r o s. Martens unzufrieden ist. Uebrigens wird auch bie Haltung gegenüber den japanischen Delegierten sehr kritisiert. Jn- folgebqfen spricht man schon von einer Zurückberufung des Pros. Martens. ______________________
Eine Ministerielle Luftreise.
. Paris, 22. Juli. Ministerpräsibent Clemenceau und Kriegsminister P i c q u a r t unternahmen heute nachmittag mit bem lenkbaren Luftschiff „Patrie" einen Aufstieg. Der Ballon bewegte sich nach verschiedenen Richtungen über Paris und kehrte ohne Zwischenfall nach bem Luftschifferpark in Calais zurück.
— Im Verlaufe bes Aufstiegs kam ein Bruch im Röhren- shfiem vor. Clemenceau wurde ein wenig mit heißem Wasser bespritzt. Tie Reparatur dauerte etwa 20 Minuten unb würbe pusgeführt, währenb ber Ballon über ben Jnvalibenplatz hin- ftog. lieber seine Einbrücke befragt, sagte Clemenceau, was ihm am meisten aufgefallen sei, sei ein Gefühl ber Sicherheit unb Stabilität, das man empfinde. Man glaube sich in Wirklichkeit auf Teck eines Schiffes zu befinden. Clemenceau fügte hinzu, bie Lanbung erfolgte genau wieder an dem Punkte, von bem wir auf gestiegen sind. Wir berührten bie Erbe, ohne baß ein Stoß anzeigte, daß wir an: Bestimmungsort angelangt waren. Es ist in der Tat eine wunderbare Maschine.
runa^birie? ttjtat Sontmerioitte. maffat durch Abkühlung verdichtet und drängen nach all«
kann ittot IWrhpn unanfechtbare Antwort Seiten aus dem Kontinent heraus. Dan» habe» die Land«
-s kann auf einige interessante Ost- und Südasiens ihre Trockenzeit unter ber Herrschaft wassei wmden^ Ez^«itsmus der Atmosphäre hingewiesen armer Landwinde. Der Einfluß des großen afiatitoeit tollt ^u totterückiäE ^i^'Eer un,erer Bretten stark gebietes erstteckt sich weit nach Westen, und auch in Europ
totii «fh.nöt hnü Ul1s5.rn J'"? schon "wrscht. Man wird er noch fühlbar, denn er bewttkt kalte trockene Ostwind,
(fnftp ■ sm ■ U$ei uordatlantischen Ozean die größte die aus deni Innern Rußlands wehen. Dann setzm auch ii Ballonwdi^n außerdem hat man durch Zenttaleuropa die bekannten lvinterlichen Kälteperioden ei«
A ^erm Schichten des Luft- Dieser Einfluß des asiatischen Kältegebictes wird in Europa u° snntPt firf, n«n ■ r t '7"' , ver- so fühlbarer, je ausgebildeter es ist, und je Wetter nac
^.Äbn Norden als auch in ber Westen es sich verlagert. Unsere Witterung steht also in eme-
^ohe der A^osphare der Emtrttt ber größten Kälte. Anbers ursächlichen Zusammenhang mit ber JnnerasiensTies fann aui :)t es :n dec unmittelbaren Nahe ber festen Erboberflache. -----
Frühjahr mit wachsenber Sonnenhöhe wum uic ouiutc un yiumayr wieoer noroucy oes riequator!
biIben kehren sich die Temperaturverhlllnisse Asiens um. 5t
Atrnosvb^^ Erdoberfläche unb ben höheren Schichten ber intensiven Erkaltung im Winter folgt eine ebenso intensive El) T “nb bem Atlantischen Wärmung des Festlandes. Es bildet sich em großes Wärm-
N^^-/!^a^E*^°kurgegen,atze^ Da die kältere Luft über gebiet über dem nordwestlichen Indien, in dessen aufgelockerl bte ®”mete über dem Kontinent, Luftmassen von allen Seiten vom Ozean Luft zum Ett'atz i)a Satoe ft ,6\rauS'1 der . vom Meere nach dem beifließt. Es beginnt für Indien die Regenzeit, die Zeit d-
tor'Wrfipn mlnhpn 2eu/^leuropa wird daher von kühlen, feuchten Winde vom Indischen Ozean. Das Charakteristtsche if windelt ' - fe ^°^"rschaft kühler West- daß dieser Wechsel plötzlich gegen End- des Mai einsctzt i
\ gerabe m diesem Sommer auffaitenb groß. Form heftiger Gewitterstürme. Auch hier ist ein ursächlich«
^:e anbere Erscheitrnng, baß bie hohen Schichten des Luft- Zusammenhang mit ber Witterung Europas vorhanden. B meeres un Frü Hs o m mer noch sehr kall sind, bewirkt einen starker Ausbildung des asiatischen Wärmegebietes werden aul häufigen^ unb plötzlichen Ausgleich. Ter Erfolg davon sind die über Europa lagernden Luftwaffen angezogen und setz« - unsere ^»ommergewitter, die aus dem erwähntet: Grunde im sich ostwärts in Bewegung, unterstützt von bem kühlen Atlar zjrübt ommer am häufigsten sind. Erst wenn auch bie tischen Ozean, über dem ebenfalls bie kühlen Luftmassen oft Atmosphäre in größerer Höhe wärmer geworben ist, unb bie " " ' " ------ -.....- - - -
Mte bes Ozeans gebrochen ist, tritt größere Ruhe ein. Das ift bie Zeit des Spätsommers unb Frühherbstes. Dann setzen die bekannten Periobei: trocknet, warmer Witterung ein, bie ber Volksmund „Altweibersommer" nennt. Diese Tage sind ruhiger und weniger heiß als die Tage des Frühsommers mit ihren zahlreichen Gewittern und Kälterückfchlägen.


