Ausgabe 
23.7.1907 Erstes Blatt
 
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zu

Gießen.

in

Die

Lauterbach.

Friedberg.

Heinr. B ö n s e l, Hans Plötz, Heinr. Lust, Heinr. Will,

Wilh. Fleckenstein, Bäckermeister Karl Koch,

Wilh. Dippel,

Karl S ch ä i e r, Metzgermeister Adolf Seibert,

Karl Weber,

Heinrich S chäfer, Maurermeister

Interessanten Besuch aus dem Ausland wird heute S. K. H. der G r o ß h e r z o g erhalten. Der Maharadjah von Bikani'er, bei dem der Großherzog vor einigen Jahren in Indien zu Besuch weilte, wird auf einige Tage auf Jagdschloß Wolfsgarten eintreffen. Ter indische Fürst befindet sich zurzeit mit seiner Familie und Gefolge auf einer Europareise und meldete erst am Sonntag seinen Besuch. Es sind zusammen 9 Personen. Ter Großherzogliche Marstall wurde heute nach Jagdschloß Wolfs­garten gebracht. Aus Anlaß des Besuches fallen die Audienzen am Mittwoch aus. Die Abreise des Maharadsa's wird Ende dieser Woche erfolgen.

** Neuer S a a l b a u. Das für heute angekündigte Konzert der Hanauer Ulanen fällt aus.

** B ei der diesjährigen gesetzlichen Meister- Prüfung in der Provinz Oberhessen haben von den 38 Kandidaten 36 die Prüfung bestanden mit dec Berechtigung

LanHrvirtfchaft.

--Biedenkopf, 19. Juli. Unter dem Vorsitze des Land- rats v. Heimburg fand gestern im Göbelschen Saale die Ver­sammlung des 1. landwirtschaftlichen Bezirkst Vereins und der Herdbuch-Gesellschaft statt. Erwähnt sei, daß man den nach Wiesbaden scheidenden Vorsitzenden zum Ehren­mitglied des landwirtschaftlichen Vereins ernannte. Es wurde auch erwähnt, daß die Herdbuch-Gesellschaft in Düsseldorf bei der Ausstellung 13 höhere Preise errang. In diesem Jahre sollen in Battenberg, No d heim und Gladenbach kleinere Tierschauen mit Prämiierungen stattfinden.

Wilh. Knorr, ,

Heinr. Filz, Maurermeister in Obererlenbach.

Georg Kempf, Zimmern^eister in Obererlenbach.

Joh. Fiedler, Lanzenhain.

Karl R u p p e l, Obbornhofen.

Heinr. Feyh, Ehringshausen.

Otto Diehlmann, Weißbindermeister in Unter-Schmitten.

Joh. F e ll e r st e i n , Steimnetzmeister in Ober-Möilen.

Wilh. Mohr, Steinmetznieister in Fauerbach.

Ludwig Seth, Schuhmachermeister in Großenlinden. Ferdinand Sprengel, Buchbinderineister in Friedberg. Franz Dieterich, Seüermeister in Friedberg.

** Fahrpreisermäßigung für Arbeitsuchende. Frage der Fahrpreisermäßlgung zutn Zwecke der Arbeits-

den Titel Meister in Verbindung mit ihrem Handwerk führen, und zwar:

Carl F a b e r, Spenglermeister in Gießen.

Friedr. Lenz, Schreinermeister

Friede. Noll, Dachdeckermeister

vermischte«.

Unwetter. Nach Nachrichten, die aus Ostpreußen vorliegen, hat das in den letzten Tagen herrschende Regens weiter und der Nordweststurm an den Sommersaaten, in den Gärten und Obstkulturen erheblichen Schaden angerichtet. Infolge der anhaltenden Niederschläge sind die Flüsse und Seen stark gestiegen, wodurch besonders in der Gegend vom Haff Ueberschwemmungen von Wiesen und Ländereien ver­ursacht ronrben. Die Heuernte in den betroffenen Distrikten ist größtenteils vernichtet. Auch die Kartoffeln haben infolge der anhaltenden Nässe vielfach stark gelitten. Mehrfach wird auch über Hagelschlag berichtet. An der Frischen Nehrung kenterte die schwedische KuffWilhelm", die mit einer Kalk­ladung nach Pillau bestimmt war. Die Besatzung konnte sich retten. Auf dein kurischen Haff ist ein Neißkahn gestrandet. Von den Insassen werden, nach decHartungschcn Zeitung", drei Personen vermißt, die vermutlich ertrunken sind. Dey Regen hat auch heute saft ununterbrochen angehalten.i Nach den bis zum 22. Juli vorliegenden Nachrichten sind bei dem diesmaligen Hochwasser in Schlesien 19 Personen ertrunken.

"Opfer der Berge. Ein Herr und eine Dame, bii in Jglis zur Kur rveilten, stürzten vom Habicht ab und wurden lebensgefährlich verletzt. Einzelheiten fehlen. In den Kalkkögeln ist der Sohn des Statthalterei-Vize­präsidenten Frhr. v. Reden abgestürzt unb erlitt schwere Verletzungen. Der Kaufmann Karl Wimmer aus, München ist gestern vormittag am Predigtstuhl im Kaisergebirge vor den Augen seiner zehn Begleiter 80 m tief abgestürzt und fand dabei den Tod. Im Spronsel- tal fanden Hirten die stack verweste Leiche des seit dem Herbst vermißten Lehrers Schütte. Der Kopf lag neben dch Leiche. Schütte ist wahrscheinlich erfroren.

* Automobilunfälle. Das Automobll des Groß« fürsten Kyrill von Rußland, worin der Großfürst und die Großfürstin sich befanden, fuhr mittags in raschem Tempo auf dev Landstraße Bl anfeld en-Vrettheim. Vor dem daher^ fahrenden Kraftwagen scheuten die Pferde eines Bcerfuhrwerkes. Es erfolgte ein Zusammenstoß, wobei der Bierwagen umgeworfen wurde und der Führer unter den Wagen und die Fässer zu liegen kam. Ter Mann trug ziemlich schwere Verletzungen davon, während die Autonwbil-Jnsassen unverletzt blieben. Aus der Frauenkircher^ Straße bei Ebensee stieß das Automobll des Fabrikanten Hesselberger aus München, welcher mit seiner Frau sich aus der Hochzeitsreise befindet, mit dem Automobil des Baumeisters Stiegler aus Wien zusammen. Beide Automobile wurden ^gegen die Straßenmauer geschleudert und stürzten um. Baumeister -stiege [er, Fabrikant Hesselberger, dessen Fau wwce beide Chauffeurs erlitten leichte Verletzungen. Ein sch«wer es Automob rl4 Unglück trug sich in der Bellevueallee zu Berlin zu Dey 24jührige Berichterstatter Piellusch unternahm mit der Kontoristin Dietrich eine Spazierfahrt mit einer AutomoblldroMe.

Mhrer, der in schnellstem Tempo fuhr, verlor beim Ctnbiegen ui die schmale Allee die Gewalt über das Gefährt, das auf dew Bürgersteig geriet und gegen eine Eiche rannte. Dn .Anprall war so stark, daß die Fahrgäste und der Chauffeur auf die Straße geschleudert wurden. Der junge Mann erlitt einen Beinbruch unh schwere Handverletzungen und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Das Mädchen kam mit Verletzungen am Kopf und Handgelenk davon. Der Chauffeur wurde ebenfalls erheblich ver^ letzt 1

' ' Eine Schiffskatastrophe. Wie aus San Franzisko gemeldet wird, ist der Dampfer Columbia in der Nacht zum Sonntag in der Nähe von Shelter Cove mit dem Dampfer San Pedro zusammengestoßen, wöbe, 150 Personen ertranken. Außer einigen Personen, die aus Dech waren wurde die große Mehrzahl wie in einer Mausefalle überrascht. Alle an Bord befindlichen Frauen ertranken^ Einige Frauen, die sich hätten retten können zogen vor z, sterben, da sie sich von ihren Männern nicht trennen wollte«!

Fahne. Nachdem der Vorsitzende, Zieglermeisk. Heinr. Schmidt,' den Damen und Stiftern der neuen Fahne im Namen des Vereins seinen Tank abgestattet, hielt Stiftsdechant Klingelhöffer die Weiherede. Vom Gesamtchor der Bundesvereine wurde dann, dieHymne von Herzog Ernst ^on Sachsen" mit Orchesters gleitung zum Vortrag gebracht. Hierauf folgten die Gesangs- vorttäge der Gastvereine, die alle mit großem Beifall ausge­nommen wurden. Ter Gesangverein Heiterkeit-Gießen gratu­lierte dem Gesangverein Cäcilia zu seinem Erfolge auf dem/ Gesangswettstreit zu Marburg und überreichte dabei eine Fahnen­schleife, während die Gesangvereine Liedertafel-Marburg und Eintracht-Hungen je einen goldenen Fahuennagel stifteten. TaS ganze Fest Tann als ein sehr gelungenes Volksfest bezeichnet; werden.

"'Schotten, 22. Juli. Das Wand ec-Tuber­kulose-Museum, das sich z. Zt. in Lauterbach befindet, wird in der Zeit vom 1. bis einschl. 11. August in der hiesigen Turnhalle ausgestellt fein.

Wetzlar, 22. Juli. Der hiesige vaterländisch^ Frauen verein hielt gestern im Schützengarten einen Jahr- m arkt ab, dessen Reinertrag der Säuglingsfürsorge in der Stadt Wetzlar zugut kommen soll. Bürgermeister von Zeugen er^ öffnete das Fest nach einem einleitenden Gesangsvortrag des! Männergesangvereins mit einer Ansprache, in der er der Tätig­keit des Frauenvereins anerkennend gedachte und auf die Wichtigkeit einer richtigen Säuglingsfürsorge hinwies. Alsbald entwickelte sich an den Verkaufsständen und in den Wirtschaftsseiten ein sehr angeregtes fröhliches Treiben. Auch an Unterhaltungen der verschiedensten Art fehlte es nicht. Eine Theater-Aufführung und ein Tanz bildeten am Abend dem Schluß des Festes, dessen Ertrag erfreulicherweise recht beträchtlich sein dürfte. Der Turnverein Wetzlar-Niedergirmes feierte heute das Fest feiner Fahnenweihe bei zahlreicher Beteiligung. Die Fest­rede hielt der Senior der Wetzlarer Turnerschast, Herr Gg. Albenritter, während Gauturnwart Will-Gießen die Glücke wüiyche des Gaues Hessen übermittelte.

** Kleine Mitteilungen au § Hessen und b etl Nachbarstaaten. Dem Schrankenwärter Schneider bei Lieb­los ist eine Brieftaube zugeflogen, die einen versilberten Ring und die Nummer 854 trägt. Trotz wiederholter Freilassung kehrt das Tier immer wieder in den Schlag zurück, so daß anzunehmen ist, daß das Tier von einem Raubvogel gejagt wurde.

vecmittelung ist, n. d.Darmst. Ztg.", neuerdings von den deutschen Eifenbahnverwaltungen einheitlich geregelt worden. Die getroffenen Vereinbarimgen sind als Zufatzbestimmungen zu § 10 der Eifenbahn-Verkehrsordnung in den deutschen Eisenbahn-Personen- und Gepäcktarif ausgenommen ivorden unb am 1. Juli d. Js. m Kraft getreten. Sie lauten: 1) In der 4. Klasse unb auf Bahnstrecken, wo keine 4. Klasse ge­führt wirb, in der 3. Klasse ber Perfonenzüge werben zum halben Fahrpreis 3. Klasse beförbert; Personen, denen durch eine dein Verbände deutscher Arbeitsnachweise angehörende, von den Eisenbahnen anerkannte öffentliche oder gemeinnützige Arbeitsnachweisanstalt eine auswärtige Arbeitsstelle vermittelt worden ist. 2) Die Fahrkarten zum ermäßigten Preis werden von den Fahrkartenausgaben gegen Vorlage eines von der Arbeitsnachweisanstalt nach dem vorgeschriebenen Muster ausgeferttgten Ausweises verabfolgt, in dem die Person des Arbeitsuchenden, die zu befahrende Strecke und der Reisetag angegeben und bescheinigt sein muß, daß dem Inhaber eine Arbeitsstelle vermittelt worden ist. 3) Der Ausweis wird von der Fahrkartenausgabe bei der Verabfolgung dec Fahr­karte abgestempelt. Er ist bei der Fahrkartenprüfung vorzu­zeigen und bei der Beendigung der Fahrt mit der Fahrkarte abzugeben. 4) Für Reisen von weniger als 25 Klm. wird die Ermäßigung nicht bewilligt. Diese Bestimmungen finden auch im Binnen- unb Verbandsverkehr dec hessischen Neben­bahnlinien der Süddeutschen Eisenbahngesellschast und der Butzbach-Licher Eisenbahn Anwendung.

Von der Capersburg. In der letzten Zeit ist an ben Ausgrabungs- und Wiederherstellungsarbeiten des alten Römerkastells viel geschehen; besonders fleißig wurde seit diesem Frühjahr gearbeitet. Die Ringmauern sind jetzt auf 1 Nieter freigelegt, das Kastell mißt etwa 100 Meter im Quadrat. Das am Westende liegende Römerbad ist iwch sehr gut erhalten. Em Baderaum, der noch den alten Bewurf unb den wohlerhaltenen römischen Fußboden auffveift, ist durch Ueberdachung gegen das sjßetter geschützt worden. Die llmfassungsmauern sind auf 1 Meter höhe neu aufgeführt worden. Die Einrichtung einer Erfrischungs­halle für Touristen ist geplanll

-h Sich 22 Juli. Durch einen Kommers im Hellandlchen Saale' nahm' das Fest ber Fahnenweihe des Ges an g- v ereins Cäcilia am Samstag abend seinen Anfang Zwar sollte der Kvmmers um 81/2 Uhr beginnen, er luurbeaber dadurch verzögert, daß der Verein Cäcilia der Fürstin zu Lvlms-Hohen- solms-Lich aus Anlaß ihres Geburtstages erst em SMndchen darbrachte. Der Kommers verlies m schöner Werse Die Ge- sanqsvorträge der beiden hiesigen Vereine fanden leblrntten Bei­fall Folgenden fünf Vereinsmitgliedern, die langer als 25 Jahre dem Verein angehören, et wurde im Jahre 1841 gegründet, wurden Ehrendiplome überreicht: Weißbmbecmepter Fro. L-chafer, 34 Jahre Mitglied, Uhrmacher I B. T^st 29 Jahre schuhmacher- meister Chr. Meyer, 29 Jahre, Mrl Schäfer, Barbier, 26 Jahre, und Weißbindermeister Karl Schäfer 2o Jahre Mitglltt). Am Soimtag vormtttag waren noch vrele Hande damit beschäftigt, üm dem auf der Haardt unter schattigen Eichen .gelegenen Fest^ hfnk ben letzten Schmuck zu geben. In der Mitte des Platzes war der Musikpavillon und ein großer Tanzplatz errichtet und u beiden Seiten die mit Segeltuch überspannten geräumigen Wrrtschaftshallen angebracht. Schon die um Vormittag hier ^rrtrpftVitben 8üae brachten viele oanget Mit, die von Der Ka^lle 2^ Großh. Hess. Leibdragouer-Regiments Nr 24 be­gleitet nach ihren Quartieren gebracht wurden. Um 1 Uhr war Gl'samtvrobe der Bundesvereine iM ^teinichen ^>aalbau. Ein stattlicher^Festzug bewegte, sich am Nachmittag um 3 Uhr durch die reickgefchmüctten ©tragen mmrer Stadt. Boran Die jJ^er- mehr dann die Musik, die Festdamen, der ^taotvorstand, die Gesangvereine: Liedertafel-Marburg, Gesangverein Eberstadt, e i ter k e i t - G i e ß e n, Ekuttacht-Hungen, Gefangvere.in-Nrdda, Harmonie-Gießen, Gesangverein

Sangen, Eintracht Langd, Gesangverein schottern Gesangv. Lau- MLunerauartett Äich, der Kriegerverem, Turnverein, und Kampfgenossenvercin Lich, Gesangv. Cäcilia., Nach Ankunft des ^uaes aus dem Festplatz wurde von dem Geiamtchor der Bereme des Lahntalsänaerbundes, das! Begrüßungslied:Weche des Ge­sanges" von Äcozart gesungen. Nach einer kurzen Begrüßungs­ansprache überreichte bann Fcl. Sommer un Namen der hiesigen Tchnen Dem Gesangverein Cäcilla ditz neue giftete

mitterkeuj 2 Kl. bcB öerbtenflotbens Philipps de? Groß- ] mHn\benk^,e=tdas Allgemeine Ehrcn- ,fut trcue Arbeit" und am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen.

Landesuniv-rsität. S. K. H. der Großherzog haben den Prwatdozentcn für Kinderheilkunde Dc. Hans «oppc >n Gießen zum aiißerordentlichcn Profcffor bet der medizinischen Fakultät der Landesnniversität ernannt.

- Plarrpersonalien. S. K. H. der Großherzog haben deli dilrch die Dekanatssynode des Dekanats Erbach für den Rest der im Jahre 1908 ablaufenden Wahlperiode vollzogenen Wahlen des evang. Pfarrers Herln. Strom­berger zu Zotzenbach zum Dekan unb bes evang. Stabt- psacrers Otto Scriba zu Erbach zum Stellvertreter bes bes Dekanats Erbach bie Bestätigung erteilt.

Lehr erperf ona lien. Uebertragen würbe dem Schulalntsafpiranten Hch. Knobloch aus Wahlheinr eine Lehrerstelle an ber Genieinbeschule zu Wonsheim. In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Gelneinbeschule zu Engelstabt Bernh. Fröhlich aus sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste unb unter Verleihung bes Silbernen Kreuzes bes Verbienstorbens Philipps beS Großmütigen mit ber Krone. Erlebigt sinb: Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzenbe Lehrerstelle an der Gemeinbeschule zu Ensheim; eine mit einem kath. Lehrer

Friebr. Häuser, Schuhmachermeister

Heinrich Müller, Schreinermeister in Deckenbach. Hermann Schmidt, Schreinermeister in Lich. Friedr. Goldstein, Spenglermeister in Schlitz. Heinr. Kost, Spenglermeisier in Nieber-Wöllstabt. Jak. Wolf, Bäckermeister m Friedberg.

Aiit. Hengst,

Adam Ranft, u w

Lubw. Balser, ,

Heinr. Graulich, Mctzgermeister in Ober-Breiteiibach.

S" besetzenbe Lehrerstelle an ber Volksschule zu Alzey, mit dec Stelle kann Ocganistenbienft verbunden werben; eine mit einem evang. Lehrer zu besetzenbe Lehrerstelle an ber Gc- meinbefchule zu Bcauerschwenb.

** Fo rstperf onalien. Ernannt wurde der Focstwart- Afpirant Karl Brück aus Rödgen zum Großh. Forstwart ber Forstwartei Auerbach.

Die Burschenschaft Alemannia feiert in den Tagen vom 31. Juli bis 3. August, also gleichzeitig mit dem Unwersitätsfest, ihr 45jährigeS Stiftungsfest.

** Ober hessischer Ges chichts verein. Die drei­wöchentlichen Älnsgrabungen vorgeschichtlicher Gräber in der Lindener Mark und auf dem Trieb sind beendet und haben in wissenschaftlicher Beziehung über unsere Siedelungen in der Umgebung von Gießen manchen bemerkenswerten Aus­schluß gegeben. Die Aufdeckung von drei Hügeln in der Lin­dener Mark führte in bie älteste Bronzezeit, etwa 2000 Jahre v. Ehr. Die spärlichen Bronzebeigaben, vier Ringe, waren von einer unentwickelten Technik. Die Anlage dieser Gräber boten ein ganz anderes Bild wie die früheren. Der Leichnam war in dem gewachsenen Boden in eine muldenförmige Vertiefung eingesenkt und vollständig vermodert. Die Bestat­tung im dritten Hügel, bei dem die größeren Knochenteile ausgetürmt noch vorhanden waren, bewiesen, daß der Tote in sitzender Stellung (sitzender Hocker) seinerzeit begraben war. Gefäße waren nicht beigegeben. Umfangreiche Steinlager und einzelne große Feldsteine wurden in den Hügeln mehrfach beob­achtet. Auf dem Trieb wurden außer einem Grabe von 20 Mir. Durchmesser noch mehrere kleine Hügel- und Flachgräber unter­sucht. Leider ivaren die meisten schon in früheren Jahren gründlich durchwühlt oder zu mllitärischen Anlagen benutzt worden. Einzelne Steinwerkzeuge und Bronzetelle lagen regellos in der Erde umher und gaben zu wissenschaftlicher Forschung keine Veranlassung. Erst am 15. Juli wurden unsere Bemühungen von Erfolg gekrönt. Ein Grab wurde freigelegt, das vier un­berührte Bestattungen aus dem 4. oder 5. Jahrhundert n. Chr. barg. Mächtige Brandlager, vom Scheiterhaufen herrührend, die einzelnen Totenlager durch große Steine getrennt und am Kopf mit einer kleinen Steinpyramide sog.Wächter" versehen, gaben uns einen klaren Einblick in die Art der Brand­bestattung. Zierstücke, Bügel, Ringe, Gürtelhaken usw. von Bronze und Eisen lagen mit Holzkohle und kleineren Resten von Knochen auf der Oberfläche. Die größeren Klwchenteile waren mit wetteren Bronzebeigaben u. a. einem Ohrring mit Perle von rotem Stein und mehreren Bronzefchnallen, sowie einem doppeltftittgen Kamm von Bein in unversehrten Tongefäßen aufbewahrt. Der Typ dieser Gefäße ist für unser Ausgrabungsgebiet ein neuer, ebenso das äußerst hart gebrannte Material dieser Urnen. Den Beigaben nach zu urteilen, sind es drei Frauengräber und eine Kinder- beftattung (Unterkiefer eines Kindes in einem kugelartigen Topf). Tas Grab wird im Mufeum demnächst in natürlicher Lage wieder hergestellt werden. In der Kette der Zeitabschnitte der Besiedelungen auf dem Trieb ist durch diesen Fmid e&t neues Glied angeschlossen. Wir können die Benutzung dieses Toten­feldes von der Steinzeit an bis in das 5. nachchristliche Jahr­hundert nachweisen. In dankenswerter Weise hat eine hiesige Dame, die den Geschichtsverein schon in früheren Jahren durch Geldbeiträge unterstützte, auch bei der diesjährigen Schürfung eine namhafte Spende überwiesen, die es ermöglichte, eine fo umfangreiche Ausgrabung zu unternehmen.

- Stenographisches. Bei dem zu Pfingsten l. I. in Mannheim abgehaltenen 1. allgemeinen Stenographen­tage der Schulen Gabelsberger, Stolze-Schrey, Natwnal- stenoaraphie, sowie Stenotachygraphie, an dem nahezu 2000 Stenographen, darunter 1325 Wettschreiber, teilnahmen, gelang es auch zwei dem hiesigen Gabelsberger Stenographen-Verem als Mitglieder angehöcenden Herren, Preise zu erringen: Es erhielt Herr Alex. Karnbach in der Abteilung 100 Silben bei einer Beteiligung von 263 Personen einen 1. Preis, sowie Herr Karl Stroh in der Abteilung 80 Silben bei einer Beteiligung von 283 Personen einen 2. Preis.

Aus dem Militär-Wochenblatt. Zu Oberst­leutnants befördert: Major v. Lin dequisl. benn Stabe des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessi) Nr. 11b, und Major Krause, Bats.-Konnnandeur tm Jnf.-Regt. Prmz nnfi.fi nn Scknveitzer, Major NN Jnf.-Regt. v. Borcke (4 Pomm) Nr. 21, zum Kommandeur des Landw.-Bezlrks

XLLnnf Wolff, Oberlt. im 10. Rhein. Inf.- Regn2 Nr) 161, zur Disp. gestellt und ,um Bezirksoffizier beim "üandw.-Bezirk" Gießen (Meldeamt Alsfeld) ernannt. qum Fähnrich befördert: Unteroffizier Brendel im Jnf.- W Koiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr, 116 Der Ab- rJy9/ r,, (TinH Arnswaldt, Oberlt. tm Großh. Art.- Ln- 1 Großh. Hess. ^Feld-Art.-Rgt. 25, Mandel, Lt. irn Regt) Kaiser Wilhelm (2. Großh Hess.) 3Jr. 116' b'cel" t rc;rrnnhni§ siiin Tragen dec Armee^Uniform. Mootz, Oberstlt z. D. und Kommandeur des Landw.-Bcztrks Fried- berg, mit Erlaubnis zum fragen der Uniform des Infi. Leib-RegtS. Großherzogin (3. Großh. Hess.) mr. 117, von ßeffen an, 25. August sind als Wettübnngen Stabhochsprung, Freiwcitsprung, Steinstoße» und beidarmiges Stemmen vor- gesehen.