Bei früheren Stadtverordnetenwahlen wurde c5 vermieden, Kandidaten Vorschlägen und zu wählen, die sich mit Geländespekulation befassen, von der richtigen Erwägung ausgehend, daß deren Interessen mit denjenigen der Stadt, bezm. der Geiamtbürgerschaft im Widerspruch stehen. Die Erfahrung hat gelehrt, daß man recht gut dabei gefahren ist. — Bei den diesmaligen Vorschlägen scheint man hieran nicht Cfjt zu haben, da man sonst nicht den größten Baugeländespckulant am hiesigen e in Vorschlag gebracht hätte.
Mit dem Einsender dieser Zeilen waren noch viele Wähler der Meinung £err W. wurde in Anbetracht der oben angedeuteten Interessengegensätze freiwillig erklären, eine Wahl nicht annehmen zu können; da dies aber bis'jetzt nicht geschehen ist, sehen sich die Einsender veranlaßt, darauf aufmerksam zu machen, daß Bau- und Gelandespekulanten nicht in die Stadtvertretung gehören.
Wähler!
Auf zum Sieg!
Man sucht durch allerlei Vorspiegelungen unsere gerechte Sache zu hintertreiben Wir weisen alle Beeinflussungen als Quertreibereien zurück und fordern alle Wähle auf, möglichst einheitlich unseren Stimmzettel am Wahltage abzugeben.
Bürger Eichens unterstützt uns, ein veraltetes System zu beseitigen und lasst alle, rechtlich denkenden Männern ohne Partei- und Konfcssionsuntcrschicd, Zutritt zu den, Ehren amt eines Stadtverordneten. Dann wird es uni unsere Vaterstadt besser bestellt sein, n( bisher, wo ganz sonderbare und einseitige Vorurteile und Rücksichten allein maßgebend w'aren
Gießen, den 20. November 1907.
”a______________Wel'e Wähler.
Stadtverordnttcinvahl!
Wenn ein Kandidat das einemal als Fabrikant, das anderemal als
Zieg^eleibesitzer
und das drittemal als
Za and wirt
ausgegeben wird, geschieht dies vielleicht, nm seine Person allen Wählern empfehlenswert zn machen.
08909 Mehrer® Wähler.
Lasst Euch durch nichts irre machen und tretet der von den Gegnern ange. strebten Zersplitterung energisch entgegen, dadurch, daß Ihr gejch,offen nur für unsere, Stimmzettel eintretet.
d»a Die aus der Beamtenschaft, der Riegelpfad- und SelterSbergvcreinigung gebildet, Beremigmrg für kommmmle Wahlen.
., Die Zeiten sind glücklich vorüber, wo in unsere Vaterstadt „aecht von häll die Auswahl unserer L-tadtverordneten allein in Händen hatte; die zuqeioaencn Be amleir und Burger umfassen jetzt eine solch große Zahl, daß man ihnen ihr Rech nicht langer versagen kann. ' }
'Wähler! Es gebührt den Männern des Beamten, und Bürgcrstandes unserr Dank, weil sie den Dlut hatten, zum ersten Rial mit einem veralteten Brauch u b«d),en< *nb^m ’te "eben bewährten Stadtverordneten eine gröbere Antal,l neu, tüchtige Kräfte für das Stadtparlament Vorschlägen. 3 V Uem
Bedauerlich ist es, daß man dies zu Hintertreiben sucht, indem man tüchtiger Beamten und angesehenen Burgern in verleumderischer Weise antisemitische ode> gar sozialdemokratische Bestrebungen vorwirft. Wir erklären hiermit, daß die aus de Beamtenschaft, dem Riegclpfad- und Sellersbergverein gebildete Vereinigung nur au liberalem Boden steht. ö J
’S
Mehrere Wähler
08907
7215
MeZme Wühler.
7208
Gehört ein Bauspekulant, der für einige hunderttausend Mark Spekulationsgelände besitzt, in den Stadtvorstand???
. Wh* sagen nein und abermals nein. Drum streicht den Namen H. Winn und wählt: Philipp EuSes* M., Stadtverordneter
. , Ehe Ar einen Kandidaten der Liste des flewähltcrr Bürgerschaftsaus- schuffes, der Euch etwa nicht genehm ist, durch einen andern ersetzt, prüfet genau wer diese andern find, bte man Euch in teilweise marktschreierischer Weise präsentiert' Keine Stinnnenzersplitterung, die nur der Sozialdemokratie näht!
Genügt es zum Beispiel, daß ein Stadtverordneter ein Manu der Tat ist das; er alles ausfuhrt, was er sich vornimmt, daß er nach niemandem fragt?
Muß nicht e,u Stadtverordneter vor allem ein Mann von Charakter, von Vornehmer Gesinnung und unerschütterlicher Chrenhast.gk-it sein?
^UB u'cht grabe ein Stadtverordneter nach den Interessen seiner Wühler und unter Hintansetzung aller persönlicheir Wünsche und Vorteile, des Ehrgeize? und der Eitelkeit nach den Interessen der Allgemeinheit fragen? 9 9 ä Keine Stimmcnzersplitternng, die nur der Sozialdtinokrtltie nützt!
w r , ^öeroeife dafür geben die aufgestellte Kandidatenliste und der Ruf und da- Ansehen aller zener Manner. 1
src m laßt Euch letzter Stunde nicht beeinflussen, zeigt bei de,
Ihr Verdächtigungen und Verleumdungen mit Entrüstung zürückweist
und sucht die guten Beziehungen zwifchen Bürgertum und Beanckenschaft nicht auf immer zu stören. ' 1 7 “
Diu
Vikle besonnene Bürger nnd Beamte.
Mit allen Mitteln sucht die sozialdemokratische Partei Reklame für ihre Stadtverordneteukand.daten zu machen. Daß sie bei dem Herunterzcrren des Büraer- tums sich die größten Uebertreibungen erlaubt, möge folgendes zeigen: * 3
m *V'r^ *,n, ^Cln Flugblatt die kühne Behauptung ausgestellt die bisberiac Stadtoerordnetenmehrheit hauptsächlich au- reiche,t Leute,t und Hausbes tzern bestechend hatte zwar gewollt, daß die Allgemeinheit die Kosten für b,c ^aHa^ifatmu"rOclel o^e ljabc aber doch den Heinen Steuerzahler mit 100 Prozent belastet mdhrnnh nähme der Kosten auf die Steuer es ihnen nur 20 i X f ° 6
Metnt man den Beschluß von. April, so liegt d e Sache L ö' 200 Mark sollten mit 2,40 Mark belastet mkben; &nS?tn ™K 0 Mark. Etn Inhaber einer Wohnung von 200 Mark müßte9 pro Ziel "sto'Mennig Steuer zahlen der Inhaber etner Wohnung von 300 Mark müßte alle 2 B onat? 1C k zahlen, wenn die obige Behauptung wahr wäre. Dabei darf nicht veraeiicn werden, daß die Hausbefttzer, einerlei ob ie d,e Kaualnebübre» d.
Gemeindesteuern oder einer besonderen Kanalgebühr entrichten alles^ """ Tasche bestreite., sollten. Der im Flugblatt gelobte Hen Or Ebel - V C18C,,C,
der Meinung, daß ...an es den Hausbesitzern Nicht veAibeln köune^ ilX'“ der Kanalgebühren die Miete erhöhen würden. Also so oder so h ’J! °,9 leistimg wäre jedem zugefallen/ ^Wozu also der Um? ÄÄ bie Verfaster vorgegangen sind, geht daraus hervor, daß als inlHm CLs > feie feen angeblichen Frevel begangen haben, vier fccmn mit jScn min.fn"MlC h' von denen nur einer, Herr Löber, zur Wahl steht, und doch tueiter. „Ev wäre der-halb Schwachheit, d.e Herren tuicbcnutoäMm " 1 (
geht allo darauf hinaus, den Wählcrmafscu einen Schrecken ein u.aaeu ? roten Herren wählen sollen. Wer kriecht aus den Leim? eut3“iaaen, damit fit- dir
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