$9 i e n*7 17. ÄüZ. Die Börlo 5*u n g der Erzherzogin Gabriele mit dem Prinzen Georg von Bayern wird dementiert. (Fr. Z.)
London, 18. Aug. Nach einer Meldung des Reuterbureaus aus Georgetown in Britisch-Guinea von gestern hat ein Offizier mit einer Abteilung der Grenzwache einen Posten Guttapercha aufvenezuel an i s ch em Gebiet beschlagnahmt und auf britisches Gebiet zurückschafsen lassen. Der venezuelanische Grenzkommissar hat dieS ge- scheheu lassen, da er es nicht verhindern konnte, aber seiner Regierung^ davon Meldung gemacht. Auch der venezuelanische Konsul in Georgetown hat gegen diese Gr en z- Verletzung Protest erhoben.
Sidney, 17. Aug. Die Firma Burns, Philip and Co. brachte bei der Bundesregierung eine Beschwerde über eine angeblich französische Mißachtung des neuen Hebriden-Abkommens ein. Die Gesellschaft verlangt, die Bundesregierung möge von England fordern, Frankreich aufzusordern, das Abkommen einzuhalten.
Petersburg, 18. Aug. Hiesige Blätter berichten von einem neuenvereitelten Attentatsversuch auf den Zaren. Die Uebersiedelung der Zarenfamilie von Petersburg nach Zarskoje Selo soll hiermit in Zusammenhang stehen.
Bialystok, 18. Aug. Der Kommandant des BahnhofsvonBialystok, Oberst S ch r öt t e r, wurde ermordet. _____________
Aus Stadt und Canö.
Gießen, 19. August.
** Die Hälfst ätigkeit für Herbstein hat nunmehr an zahlreichen Orten begonnen, und viel Geld wird nötig sein, um den Bewohnern des so schwer betroffenen oberhessischen Städtchens auch nur einigermaßen ausreichend zu helfen, weshalb wir uns nochmals an den so oft betätigten Wohltätigkeits- und Gemeinsinn unserer Lefer wenden. .Für die Provinzialhauptsladt Gießen ist es eine Ehrenpflicht, dem kleinen Schwesterstädtchen in seiner Not helfend zur Seite zu stehen. Konnte die Stadt Gießen vor Kurzem erst unter- freudiger und neidloser Anteilnahme ganz Hessens ein hohes Freudenfest begehen, Jo gilt es jetzt zu zeigen, daß sie ihrerseits am Geschick der Landsleute in der Provinz in den Tagen der Not werktätigen Anteil nimmt.
Se. Kgl. Hoh. der Groß Herzog hat für die Abgebrannten 1000 Mk. gespendet. Die Staatsregierung spendete zur Linderung der Not der Obdachlosen 600 Mk.
Bis heute mittag sind bei uns eingegangen:
A. K. 1 Mk., Familie Heinr. Selbst 5 Mk., N. N. 5 Mk., O. S. 4 Mk., L. F. 2 Mk., Dr. St. 2 Mk., I. B. 3 Mk., Theobald 10 Mk., Oberstleutnant Winter 10 Mk., Häuser 1 Mk., A. G. 2 Mk., Heinrich Emmelius 50 Mk., in Hausen durch Lehrer Nikolaus gesammelt 30.65 Mk., Zigarrenfabrikant Nattmann 10 Mk., Frl. Henny Weigand 3 Mk., Bürgermeister Wetz- Münzenberg 5 Mk., Louis Lotz 20 Mk., E. D. 1 Mk., Fritz Nowack 20 Mk., Geheimrat Pasch 10 Mk., B. St. 2 Mk, Ungenannt 20 Mk., W. D. 2 Mk., E. Kratz 2 Mk., Leni Opper- ntoitn, .Schwester des Ev. Diakonissenheinis 2 Mk., Karl Haus sen. 5 ML, Pfarrer Scriba 3 Mk., Karl Stückrath, Möbelfabrikant, 10 Mk., Landgerichtsrat i. P. Gustav Kullmann 20 Mk., A. H. 2 Mk. Hierzu die bereits am Samstag quittierten 146.80 Mk. Der Gesamtbetrag unserer Sammlung ist also bis jetzt 4 0 9.4 5 Mark. Hiervon wurden bereits 400 Mk. an das Hülfskomitee iy Herbstein, z. ,H. des Kreisrats v. Bechtold, abgesandt.
* * Zur Hilfeleistung in Herbstein sind von -unserem Regiment 1 Offizier, 3 Unteroffiziere und 66 Mann abgegangen.
* * Unser Regiment fährt heute nacht zur Teilnahme an der Truppenschau um 2 Uhr 16 Min. ab und kommt um 6 Uhr 30 Min. in Budenheim bei Mainz an. Die Rückfahrt erfolgt morgen nachmittag 6y2 Uhr von Kastel 'ab, die Ankunft hier um 9 Uhr 15 Min.
• * Vorn Manöver der Hess. Division. Bezüglich des Manöverpjanes ist in letzter Stunde infolge ungünstigen Standes der Erntearbeiten eine Aenderung eingetreten, da die Hebungen in dem in Aussicht genommenen Gelände entweder verschoben werden müßten oder gewaltiger Flurschaden entstehen würde. Die Bevölkerung der in Betracht kommenden Orte war deshalb vorstellig geworden. Bezüglich des Uebungs- geländes der 49. Infanterie-Brigade bei Wölfersheim und Södel ist zwischen den Gemeinden und der Brigade lebhaft verhandelt worden. Die Landwirte erhalten zur raschen Ab- erntung des Hebungsgeländes eine große Anzahl von Soldaten. Durch eine Verfügung der Militärbehörde ist dec für Samstag bestimmte Einquartierungsvlan in letzter Minute vollständig geändert worden und es ist fraglich, ob die 49. Brigade auf dem in Aussicht genommenen Gelände manövriert. Die 168er, die am Samstag in den Orten des Wettertals, Bad-Nauheim und Ober- und Nieder-Mörlen eintreffen sollten, sind sämtlich in Butzbach einquartiert worden, das 1. Bataillon blieb in der Kaserne, das 2. Bat. kam in die Stadt, es traf Samstag nachmittag 2 Hhr von Offenbach ein. In der Stadt liegen somit etwa 1000 Mann. Der Exerzierplatz der 49. Infanterie-Brigade ist in das Gelände zwischen Butzbach, Griedel, Nockenberg und Nieder-Weisel verlegt.
** Flottenv erein. Die Hauptversammlung des hessischen Landesverbandes des deutschen Flottenvereins findet am 1. September in Lauterbach statt. In Mörstadt hat sich eine neue Ortsgruppe des Flottenvereins gebildet.
** Fi sch sterb en. -In der unteren Wies eck konnte man am Samstag mittag tausende Fischleichen schwimmen sehen. Es wird vermutet, daß die Fische infolge .eines Ausflusses aus der Gasfabrik zu Grunde gegangen seien.
*• Selbstmord. Gestern morgen bemerkte der Bleicher Schüßler auf dem Mühtwehr am Woog einen Hut und entdeckte bei näherem Nachsehen im Woog eineMannes leiche. Sie wurde gelandet, als die des Arbeiters Johannes Will von hier erkannt und nach der Leichenhalle am neuen Friedhof gebracht. Will, der dem Trunk ergeben war, hatte schon häufig geäußert, daß er in die Lahn gehen werde und hat dann auch am Samstag abend, nachdem er tagsüber die Wirtschaften stark besucht hatte, sein Vorhaben ausgeführt.
•* Gefährlicher Dieb. Gestern abend entwendete /in unbekannter junger Mensch in dec Brandgasse ein Fahrrad, das von dem Eigentümer vor einer Wirtschaft ausgeste llt worden war und fuhr damit die Marburger Straße hinaus. Der Eigentümer und sein Begleitec verfolgten den Dieb und trafen ihn auch in der Marburger Straße mit dem gestohlenen Na de an. Er ivarf das gestohlene Rad von sich und flüchtete. Als seine Verfolger ihn em- geholt hatten, gab er drei Schüsse auf sie ab, wovon aber
nur ein Schuß den Rockärmel des einen streifte. E§ gelang dem Täter zu entkommen, jedoch verlor er seinen Rucksack, in dem sich Gegenstände vorfanden, die jedenfalls zur Feststellung seiner Personalien führen werden. Anscheinend ist der Mensch ein Oesterreicher oder Pole, der sich auf der Wanderschaft befindet.
** Unter Leidensgefährten. Drei zugereiste Handwerksburschen entwendeten gestern abend auf der Herberge einem Fremden ein Packet mit Kleidern und Schuhen 2C. und suchten damit das Weite. Sie wurden aber alle drei eingeholt und festgenommen. Ihre Tat beschönigen sie damit, daß sie betrunken gewesen seien.
Lich, 18. Aug. Aus Anlaß der Gravelottefeier veranstaltete der Kriegervereinsbezirk Lich heute hier ein Hon* kurrenzs chieß em Auf je 15 Mitglieder der einzelnen Vereine wurde ein Schütze zugelassen. Es erhielten die drei ersten Preise: 1. Ludwig A l b a ch - Harbach, 2. Hermann Noth II.-Langsdorf, 3. Wilhelm Lotz-Nieder-Bessingen. Auch Fürst Karl zu Solms-Hohensolms-Lich wohnte längere Zeit dem Schießen bei, das unter schattigen Eichen am Albacher See abgehalten wurde.
A Grünberg, 18. Aug. Heute mittag sand hier im Gasthaus „Zum Hirschen" unter Vorsitz des Kammervorstandsmitgliedes Köhler-Langsdorf und unter Teilnahme des Vertreters Großh. Regierung, Regierungsrats Dr. Merck, die Konstituierung des 4. Oberhessischen landwirtschaftlichen Bezirksausschusses für Grünberg-Homberg a. d. O. statt. Zum Vorsitzenden des Ausschusses wurde Bürgermeister Heß von Büßfeld, als dessen Stellvertreter Bürgermeister Schmidt von Queckboru gewählt. Mit dieser Konstituierung sind nunmehr sämtliche Bezirksausschüsse, soweit sie den Kreis Gießen berühren, in Wirksamkeit getreten. Es bleibt nunmehr zu wünschen und zu hoffen, daß die Ausschüsse alsbald ihrer Aufgabe sich gewachsen zeigen, die Hauptsäa)- lich d arin zu bestehen hat, daß sie das innerste Fühlen und Denken aus der Mitte und der Tiefe des Bauernstandes unmittelbar heraus, der Landwirtschastslammer und bo damit dec gesetzgebenden und staatsverwaltenden Behörden nachhellrg und klar zur Kenntnis bringen sollen.
W. Bad-Nauheim, 19. Aug. Zur Kur im Hotel Kaiserhof ist abgestiegen Dir. Mactagan, Erzbischof von Port, der höchste Geistliche der anglikanischen Hochkirche.
□ Au s der Wetterau, 18. Aug. Spurlos verschwunden ist das Dienstmädchen El. Me nz, das bei Landwirt K. Grieb in Holzheim diente. — Einen wertvollen Mü nzfu nd entdeckten in Massenheim die Maurer gelegentlich eines Neubaues des Landwirts Schmidt. Sie fanden in dem Boden in einer Blechbüchse römische Münzen und Schmucksachen.
= Lang-Göns, 19. Aug. Gestern feierte der Turnverein sein Abturnen. Sämtliche Korporationen beteiligten sich an dem Festzug. Turnwart Will). Dern hielt eine treffliche Festrede, in der er auch der alten Krieger gedachte, die vor 37 Jahren in der Schlacht bei Gravelotte siegreich kämpften. Durch Schauturnen und Gesangsvorträge verlief das Fest in schönster Weise.
+ Schotten, 18. Aug. Das Klubhaus auf dem Hoherodskopf wird zurzeit durch ein zweites Stockwerk vergrößert, da bei der steigenden Frequenz die Räumlichkeiten nicht mehr ausreichen. Der Erweiterungsbau ist im Rohbau fertig und soll bis 1. Oktober ganz vollendet sein. Er erhält eine größere Anzahl Wohn- und Schlafzimmer für Touristen und Sommerfrischler. Der Touristenverkehr auf dem Vogelsberg ist gegenwärtig sehr stark. Dem Fortgang der Arbeiten am Bismarckturm, der auf dem höchsten Gipfel unseres Gebirges erbaut wird, bringen die Wanderer reges Interesse entgegen. Er ist jetzt zu 8 Meter Höhe gediehen; die Gesamthöhe ist 22 Meter. Der Turm wird im Rohbau noch im Herbst, und zwar etwa Mitte Oktober vollendet. Die Einweihung erfolgt im nächsten Sommer, voraussichtlich gelegentlich des Iahresfestes des Vogelsberger Höhenklubs.
+ Geiß-Nidda, 17. Aug. Bei der heute hier abge- halteuen Gemeinderatswahl wurden die drei ausscheidenden Herren Will). Reinhardt mit 50, Konrad Scherer mit 41 und Johs. Kreutz mit 40 Stimmen bei geringer Wahlbeteiligung wiedergewühlt. — Einem hiesigen Landwirt wurden die halv- erwachsenen Dickwurz eines Äckers von bübischer Hand ausgerissen. Anscheinend liegt ein Racheakt vor.
— Kirtorf (Oberhessen), 17. Witg. Bei der heute abgehaltenen Gemeinderatswahl wurde Otto Hartmann mit 152 und Adam Ratz mit 119 wieder-, Carl Letz mit 93 Stimmen neu gewählt.
hc. Marburg, 19. Aug. Ein unentgeltlicher ärztlicher Fortbildungskursus wird vom 7. bis 16. Oktober d. I. an der hiesigen Medizinischen Klinik und Poliklinik abgehalten. Das Thema ist begrenzt auf die Therapie innerer Krankheiten. Anmeldungen sind bis zum 15. September an das $e;cf)äft^ zimmer der Medizinischen Klinik zu richten.
Gießener Strafkammer.
) ( Gießen, 17. August. Wege» einer Katze.
Ter in Bad Nauheim zur Kur weilende Direktor F. K. aus Berlin hatte in seinem Garten eine sich lästig machende Katze erschossen. Tie bei den: Schreinermeister Fr. W. H. wohnenden Kurfremden beschwerten sich über das Schießen, auch hörte man eine Reihe gemeiner Ausdrücke und Drohungen, von denen K- annahm, H. habe sie gegen ihn gebraucht. Er erhob Privatklage, aber das Schöffengericht kam mangels BeweiseA zum Freispruch, da H. die Aeußerungcn bestritt und auch niemand nrit Bestimmtheit angebett konnte, daß er es war, der die Beleidigungen, ausgesprochen hat- Ter Kläger verfolgte Berufung und versuchte dem Angeklagten doch die Täterschaft nachzuweisen. Eine Frau will ihn bestimmt an der Stimme erkannt haben. Ta dem Gericht diese Aussagen nicht genügten und der Kläger. Beweise durch Augen- unb Ohrenzeugen bnbot, erfolgte Vertagung zwecks weiterer Beweiserhebung.
Die unterlaßene Einladung.
Gegen den Bürgermeister O- D. war von F. W. Sck. zu Ober-Schmitten Wegen Beleidigung Privatklage erhoben worden- Ter Kläger hatte die Erfahrung gemacht, daß der Bürgermeister als Kriegerbereinspräsident bcni Diener untersagt haben sollte, den Kläger zum Besuch der Schlachtfelder, die der Verein gemeinsam besichtigen wollte, einzuladen und Mar mit dem Bemerken, er sci aus dem Verein ausgestoßen, da erSo z i a l- d emo trat sei- Vor dem Schöffengericht tonnte jedoch nur festgestellt werden, daß der Angeklagte ohne jegliche Grruldangabe dem Diener gesagt habe, der Kläger solle nicht eingeladen werden- Unter diesen Umständen mußte das Schöffengericht zum F r e i s p r u ch gelangen und es bürdete dem Kläger die sämtlichen Kosten auf- Dieser erhob Berufung und versuchte den Nachweis zu erbringen, daß der Angeklagte die ihm zur Last gelegten Aeu- ßerungen doch getan hat, da der Vereinsdiener 'dies an verschiedenen Orten ausgesprochen hat- Wenn auch in der Berufungsverhandlung sestgeftellt wurde, baß der Kläger auf Grund der Statuten vom Vereiir ausgestvßen tvordew ist, so mar dem Bür-
germ'eistK dD^^Aichk nachzuMiscn, daß er eine beleidigens Aeußerung "getan hat, weshalb das Urteil seine -VeWigung
Eine unklare Bcleidigungsgeschichte.
Ter Handelsmann G- H. hatte gegen den Schlossermeisier A- M. von N i e d e r -M o ck st a d t wegen Beleidigung Privatklao? erhoben unter der Beschuldigung, daß er ihm mit einer Eisen. Hange drohend zurief: „Betteljud', du willst mich betrügen!" % nur der Lehrling des Angeklagten bei dem Vorfall zugegen roar un\ dieser am Schöffengericht die Aeußerungen des Klägers nicht beste, ligen konnte, erfolgte mangels Berveiscs Freispru ch Ter Kläger verfolgte Berufung, Indern er auf einen Vergleich hinwies, wv. nach sich der AugEagte verpflichtet hatte, 15 Mk- Buße i- einem Wohltätigkeuszwecke zu zahlen, sowie eine im Kreis- blatt zu veröfsentlichcnde Ehrenerklärung abzugeben, und sann- liche entstandenen und noch entstehenden Kosten zu tragen Ter Angeklagte, der die Beleidigung bestritt, behauptete den fraglichen Vergleich, der allerdings später nnderrufen wurde' nicht gelesen und auch nicht vorgelesen bekommen zlr haben' wenn er dessen Inhalt gekannt hatte, so würde er ihn nicht unterschrieben haben- Ter Kläger bot noch weitere Bewem an, weshalb die Sache, da sie nicht aufgeklärt genug erschien zur weiteren Beweiserhebung vertagt wurde-
Märkte.
ic. Frankfurt a. M., 19. Aug. (Orig.-Telegr. des „Gießen, Anz.") Amtliche 9totlernngen der heutigen Fruchtmarklpresie Weizen Wik. 00.00—00.00, Knrhessischer Mk. 00.00—00.00, La Mal Dik. 22.00—22.75, Kansas Mk. 22.00—22.75, Roggen thieslger Aik. 18.00—18.50, Gerste (Wetterauer) Mk. 18.25—18.50, Farne», felder Alk. 18.75—19.00, Hafer 20.00—21.00, Mais iDtf. 14.50—15.00 Weizenmehl Mk. 29.50—30.00, 00—00, 2. Qualität Mk. 27.0t, bis Mk. 28.00, 3. Qualität Mk. 25.50—26.00, Roggenmehl ’ot Mk. 29.50—30.00, l.Quatität Mk. 28.50—29.50, Weizenkleie Mk. 13.00 bis Alt. 13.50, Roggenkleie Mk. 12.00—12.50, Marskeime Alk. 11.2z bis Alk. 11.50, Franken, Pfälzer, Ried Rlk.00.00—00.00. Alles uv 100 Kg. ab hier.
fc. Frankfurt a. M., 19. Aug. (Telegr. Qrig.-Bericht des ,Giet Anz/'). Amtl. 9lotierungen der heutigen Viehnrarktpreis e. Zu«, Verkaufe standen: 390 Ochsen, 00 aus Oesierrelch, 69 Bulleit 0 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 920 Kühe, Fersen, Stiere uiii Rinder, 0 aus Dänemark, 301 Kälber, 206 Schafe und Hammel 00 Schafe aus Oesterreich, 0 Ziegen, 1881 Schweine. Bezahl! wurde für 100Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 85—88 2. Qual 76—80 Alk., 3. Qual. 70—72Alk.; Bullen I.Qual. 71 b-- 73 Alk., 2. Qual. 68-70 Mk.; Kühe 1. Qual. 76-78 Mk., 2.Qual 73—75 Alk., 3. Qual. 65-67 Alk, 4. Qual. 00—00 Alk., 5. Qual 00—00Alk. Kälber: 1. Qual.92—95 Pfg., Lebendgewicht55—57 Pi 2. Qual. 80—88 Pfg., Lebendgewicht 47—52 Pfg., Schlacht gewicht 62-67 Pfg. Schafe: 1. Qnal. 84—00, 2. Qual. 68—78 Pfg, 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 73-00 Pfg., Lebdgew 57.00—00.00 Pfg., 2. Qu. 71—72 Pfg., Lebendgew. 56.50—00 Pfg 3. Qual. 62—64 Pfg. Lebendgew. 00 Pfg. Geschäft: bei Horn. vwh gut, Ueberstaiid gering; bei Kleinvieh Ueberstand gering,
* Kleine T a g e ö Cl) r o n i t. Ter Großkausmann Weitz in Lüneburg, Oberleutnant der Reserve, hat sich wegen verfehlla Spekiilatioiien in Kaliwerten und dadurch verursachten Vermögelis» vertust von über s/4 Millionen Mark erschossen. — In Straß- b n r g (i. Elsaß.) erschoß sich in der Nacht zum Sonntag der Oberleutnant Orsell von den neunten Husaren. — Ein schwererAuto- mobil Unfall ereignete sich in Perlach in der Nähe cor München. Ein mit drei Chauffereii besetztes Automobil fuhr in vollem Lauf an einen Baum an, sodaß die drei Insassen heraus- geschlendert wurden und lebensgefährliche Verletzungen erlitten; sie blieben bewußtlos liegen. Zwei der Verwund!en sind wieder zum Bewußtsein gekommen. — Aus Old Orchard im Staate Manie ivird berichtet, daß dort siebzehn Hotels und Landhäuser durch eim große Feuersbrunst zerstört wurden. Die Zahl der Per- soiieii, die die ganze Nacht ohne Uni erfüllt waren, wird auf 700t geschätzt. Vier Personen kamen bei dem Brande ums Lehen. Ter Schaden wird auf 2 Millionen Dollars angegeben. Zlvanzig Eisen» bahnzüge trafen in dem Orte ein, um die Obdachlosen ausiunehmen. Dabei entstand ein erregter Kampf um die mitgebrachten Lebensmittel, Kleider sowieumdiePlätze. — Am 15. August brach auf dem Hamburger Dampfer »Wik" auf der Höhe von Mitamoto Feuer aus; es erfolgte dann eine Explosion, wobei ein Leck in den Schiffs- rümpf gerissen luurbe. Eine Person ist umgekommen, die übrigen an Bord befindlichen Personen sind gerettet worden. — In 93 r et- lau ereigneten sich schwere Stürze am Sonntag aui der Radrennbahn. Benn 100 Kilometer-Rennen kam der Rennfahrer Przyreinbel durch Platzen des Hinterreifens seiner Führung-' inaschine mit dieser zusammen zu Fall und zog sich einen doppelten Armbruch unb einen Rippenbruch zu. Im Rennen der B. Klass: wurde der Schrittmacher Hecker gegen die Barriere geschleudrw Er erlitt einen Beckenbruch und eine Quetschung der Wirbelsäule unb wurde ins Krankenhaus gebracht. — In Dömsi wurden am Samstag die 12 Opfer der Explosion in der Dynamik fabrif zur letzten Ruhe bestattet. Nur drei von den Toten waren von den Angehörigen wiedererkannt worden, die anderen waren so furchtbar verstümmelt, daß sie nicht zu erkennen waren.
Gretzencr Wetterdienst.
Voranssichtliche Witterung für Hessen am Dienstag ben 20. August: Wolkig. Meist trocken. Mäßig warm. Schwach, iveslliche Winde. _____________________________________
Hunderte von blühenden tlindern sterben in jedem Somme: an Brechdurchfällen. Hiergegen vietet eine rationelle Säugling ernährung mit „Kufet'e"-Kinderrnehl und Milch den besten Schch ^lufete"-Mehl macht die Atrlch leichter verdaulich, vermindert bu Darmgärungen und entzieht Krankheitserregern den Nährboden Ueberhaupt macht „Kufeke"-Mehl und sein reicher Gehalt an Nähr stoffen den gesamten Organismus und damit auch den Magen unö Darm widerstandsfähiger gegen Krankheitskeime.__
UnliÄna 14Unda wird man stets haben durch den täglich tjClWliü -ELallUü Gebrauch der Myrrholin -Seife, bet einzigen hygienischen Tviletteseife, welche den tosmetischen Bestand teil — das Myrrholin — mit anerkannter und bewährter Schöw heitswirtung auf die Haut enthält. b7/?
Griginat-DrahtmelSttngen«
Nizza, 19. Aug. Waldbrände im Departement der Seealpen dauern an. In St. Etienne und Trn6e sind 30 Häuser durch die Feuersbrunst zerstört worden. Truppen versuchen augenblicklich, des Feuers Herr zu werden. Bis jetzt sind drei Personen in den Flammen um gekommen. Mehrere Orte sind bedroht. Der Unterpräfell von Toulon ist an Ort und Stelle. Das Feuer wütet auf einer Fläche von 18 Quadratkilometer.
London, 19. Aug. Nach aus Tanger eingetrofsenen Nachrichten fühlt sich der M a g h z e n ohnmächtig, de. hauptsächlich gegen die Franzosen gerichteten Anrifremdcn- bewegung wirksam zu begegnen. Ter Minister des Aeußern bat daher den französischen Ltonsul, die Franzosen von dem Betreten der Straßen abzuhalten.
London^, 19. Aug. Tie „Times" berichten aus Tanger: Der Sultan veranstaltete am letzten Mittwoch in1 Hose des Palastes eine Truppenschau, zu welcher er die Mtimas, eine Anzahl Sheriss und sonstige Notablen ein* geladen hatte. An die Truppen wurden Gewehre und Munition verteilt. Als der Sullan die Behörden empfing, erklärte er, Frankreich habe seine Befugnisse überschritten und es sei notwendig, Maßregeln zu treffen, um das Land gegen deü französische" Angriff zu schützen. Der Sultan verfügte sodann, daß eine Abordnung von 38 Mitgliedern der verschiedenen tablen-Gruppen Anstalten treffen sollen, um nach Tanger abzureifen und den Mitgliedern der Signatarmachte von Algeciras eine Protestnote gegen das französische Vordringen zu überreichen. Man glaubt, bah hstfe Delegation Fez in wenigen Tagen perlassen werde.


